Indiana Tribüne, Volume 27, Number 259, Indianapolis, Marion County, 22 June 1904 — Page 6
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Desdemona. Humoristische Skizze.
Nach dem Ungarische von Armin Ronim. Es war Winter, draußen Schnee und Sturm, und wir beide, ich und mein Freund,' College und Leidensgefährte Valentin, blickten mit einem Gefühl innigsten Neides selbst auf den erstbesten Hund der Straße. Denn ein Hundeleben war gegen unsere Existenz das reinste Schlaraffendasein. Wir standen am frühesten Anfang unserer Laufbahn, widmeten uns halb dem Rechtsstudium, halb der Journalistik und ganz der Verzweiflung, wenn es uns besonders miserabel ging, was leider sehr oft der Fall war. Wir waren jung an Leib und Gemüth, hatten märchenhaft Appetit und unsäglich wenig Geld, um ihn zu stillen. , Unsere Mittel erlaubten uns nur, gerade so oft und so viel Nahrung zu uns zu nehmen, als zur körperlichen Fortfristung unseres Lebens unbedingt nöthig war. Die Bestimmung und Wirkung von Traubenblut und Ger stensaft kannten wir fast nur vom Hörensagen. Und an einer Cigarre,' die wir gelegentlich von unserem Redakteur erhielten, saugten wir in weiser Eintheilung gemeinschaftlich ztöeiTage lang. Es war mit einem Wort ein Dasein, das beträchtlich unter dem als Hundeleben bezeichneten Durchschnitt stand. Aber wir waren doch heiter und lebensfroh, denn wir waren jung, hofften auf bessere Zeiten und, was die Hauptsache, unser Gewissen war rein und blank, wie die Scheibe der Sonne, ehe die hyperklugen AstronomenFlecken auf ihr entdeckt hatten. Doch auch die blanke Scheibe unseres Gewissens sollte nicht lange ungetrübt bleiben. Und das hing mit unserer Wohnungsfrage zusammen. Der Mensch muß essen, aber er muß auch ein Obdach haben. Das sogar noch eher. Unsere Polizei wenigstens kümmert sich absolut nicht darum, ob wir etwas gegessen haben, geht aber mit größter Rücksichtslosigkeit gegen solche vor, die unterstandslos herumstreichen, Hungers sterben ja, das darf jeder nach Belieben, aber auf einer Bank bei Mutter Grün" schlafen, das ist fchon eine Uebertretung, die Strafe erheicht. Also wir wohnten. Nicht nur, um mit der Polizei keinen Streit zu kriegen, sondern schon der eigenen Bequemlichkeit wegen.' Zumal im Win ter, wenn es draußen grimmig kalt ist, hat es seine Vortheile, über eine Stube und ein Bett zu verfügen. Unsere Stube war freilich' das denkbar bescheidenste Logis, lag im vierten Stock eines Hinterhauses, mit der Aussicht auf hundert Dächer.. Wenn es stark regnete, tropften die Wasser des Himmels wohl auch zu uns herein, und wenn der Nordost heftig blies, hatten wir Mühe, unser Licht in Brand zu erhalten, aber es war doch immerhin ein Heim, vier eigene Wände. Und wir schliefen in unseren Betten Herrlich, als lägen wir zwischen Eiderdaunen. , Unsere Wirthin war ein sonderbares Weib. Eine alleinstehende Dame, die vom Vermiethen lebte, in ihrer freien Zeit aber Schauspielerin war; Heroine von Fach, die ab und zu Kunstreisen in die Provinz machte, um in ihrer Hauptrolle als Desdemona aufzutreten. Daheim in mächtigen FilzPantoffeln, zuweilen in Dorfscheunen auf dem Kothurn. UnUsimmer nur als, Desdemona. Von Nebenrollen hörten wir nie etwas, sie erzählte immer nur von den kolossalen Erfolgen, die sie im Othello" hatte. Bei dieser Dame also, die bürgerlich Karoline Zepp hieß, sich aber für die Kunst Lolo Abrant nannte wohnten wir so gemüthlich, als es eben bei unseren derouten ' Finanzverhältnissen überhaupt möglich war. ,Drei Monate lang zahlten . wir die Miethe pünktlich was uns riesige Anstrengung kostete. Am ersten des vierten Monats nützte uns aber weder die Anstrengung, noch die Ueberwindung etwas. Unsere Ressourcen waren erschöpft, der Kredit nicht minder, und wir sahen uns vor die Nothwendigkeit gestellt, den Bankerott, anzumelden. Wir traten also zögernd vor unsere Wirthin hin, schlugen die Augen zu Boden und ich stammelte dazu: Madame, wir können nicht zahlen." Nun geschah das Unerwartete. Frau Karoline, nein Frau Lolo Abrant, derschränkte die Arme über ihren mächtigen Busen, zog die buschigen Augenbrauen hoch und sagte dann in einem Tone, als hätte sie der wüthcndeMohr bereits an der Kehle gepackt: So, die Herren können, nicht zahlen? Das macht nichts, Sie können darum doch bei m:r bleiben. Ich klammerte mich an Valentin, Valentin klammerte sich an mich fest, sonst wären wir wohl beide vor Ueberraschung umgefallen. Was? Das macht nichts? Wir können bleiben? Wir müssen nicht unsere Stube räumen, wir dürfen in unseren Betten werterschlafen und haben es mcht no thig, bei Sturm und Schneegestöber als Obdachlose durch die Steinwüfte der Großstadt zu wandern und auf Leinsamen Parkbänken oder unter den Bogengewolben der Brücken zu nachtigen . . . ? . Total überwältigt von der grenzenlosen Großmuth der Frau Abrant, sanken wir auf die Kniee, bedeckten ihre Hände mit Küssen und stammelten beisze Worte des Dankes.
Oh, Künstlerin," lispelte ten, cm
Ocean voll Tinte genügt nicht, um niederschreiben zu können, welche Gefühle der Dankbarkeit mein Herz für Sie hegt." Große Herome, rief Valentin, die Kunstgeschichte wird mit goldenen Lettern verkünden, daß Sie das bette Herz des Jahrhunderts besaßen." Ach was, Kunstgeschichte," meinte darauf Frau Lolo, wenn die Herren mir eine Gefälligkeit erweisen und schreiben wollen, so können Sie ja in den Zeitungen erscheinen lassen, wenn ich irgendwo gashre. Em paar freundliche Worte über denErfolg wären mir auch angenehm. Wollen's die Herren tun?" Oh, mit tausend Freuden," riefen wir, noch ganz unter dem Eindruck der Nicht vollzogenen Verstoßung m die Obdachlosigkeit. Dann konnten Sie ja gleich mor gen eine kleine Notiz bringen. Ich trete nächste Woche in Kleinberghausen auf - als Desdemona, em paar Zeilen nur, wäre Ihnen sehr dankbar ..." Das war unser Verderben. DaS richtete unseren Charakter zu Grunde, brachte uns um unsere Selbstachtung, vernichtete unsere Ehre als Menschen und Journalisten. Aus Furcht vor der nächtlichen Kalte und Nasse in den öffentlichen Anlagen hatten wir den Pfad eines moralischen Panama betreten und unsere bislang fleckenlosen. makellosen Seelen dem Teufel der Korruption verkauft... Erst schrieben wir, daß Lolo Abrant in KleinbergHausen Xlls Desdemona die kolossalsten Triumphe feierte. Funfzehnmal habe man sie nach dem zweiten, fünfundzwanzig Mal nach dem vierten Akte vor die Rampe gerufen. Eine Woche darauf lancirten wir die Notiz in die Zeitungen, die große Heroine Lolo Abrant habe in Großfeldheim als Desdemona einen derart sensationellen Erfolg erzielt, daß die ganze Stadt sich nach der Vorstellung vor ihren Wagen spannte und sie jubelnd in's Hotel beförderte. Dann schrieben wir, Lolo Abrant habe in Muckelding einen Fackelzug erhalten, in Seelburg habe man ihr nach der Sterbescene im Othello" achtunddreißig , Lorbeerkränze' zugeworfen uni die Stadt Brandenhalm ehrte sich .ielbst dadurch, daß sie d:e illustre Künstlerin zur Ehrenbürgerin ernannte, als Folge der in der Kunstgeschichte einzig dastehenden Wiedergabe der Desdemona. Wir schrieben das alles und noch viel, viel mehr. ' Denn Frau Zepp - Abrant 'and immer mehr ihre Person betref'endes, was ihrer Meinung nach der Mitwelt nicht verschwiegen werden durfte. So wurden wir ihre Posaune. Wir besorgten die Reklame und durften dafür ohne Zahlung einer Miethe und ohne Kllndigungsgefahr mit aller dem vierten Stock eines Hinterhauses zukommenden Behaglichkeit wohnen. Aber, unser Glück entbehrte der journalistisch unanfechtbaren Grundläge, und fo stürzte es üuch zusammen. Eines Tages machte uns nämlich unsere kunstbeflissene Hauswirthin die niederschmetternde Mittheilung, daß sie sich von der Bühne zurückzuziehen gedenke.' Ich erbleichte, Valentin wurde weiß wie eine frischgetünchte Wand Lolo Abrant will nicht mehr die Desdemona in der finstersten Provinz spielen, ja, wo werden wir dann wohnen, sorglos und unbekümmert um die Fälligkeitstermine?.... Und 'warum?" stotterte Valentin. Warum wollen Sie der Kunst sich entziehen, warum der Bühne ihren glänzendsten Stern rauben, warum aus dem Haine fliehen, in welchem Ihre Lorbeeren blühen?" Ach," seufzte Lolo, Sie können mir glauben, daß das Herz mir blutet. Hängt doch jede Faser meines Daseins mit Inbrunst an den Brettern, die die Welt bedeuten. Aber was kann ich machen. Höhere Gefühle rufen mich. Und schließlich ist es ja die Bestimmung des -Weibes .... Lolo schlug die Augen in ganz groß'artig gelungener Verlegenheit nieder. Mein Freund Valentin sprang auf sie zu, ergriff ihre Hand und rief: Erklären Sie sich näher, oh, Frau Lolo! Sagen Sie' doch, welche. Bestimmung?" Ich gedenke zu'heirathen, und mein Bräutigam wünscht, daß ich' der Kunst entsage und nicht mehr auftrete." Ach, ich habe mir's gedacht." Valentin ließ ihre Hand mit einem dramatischen Drucke los, drehte sich um und schlich, gesenkten Blickes, aus dem Zimmer. Ich schlich ihm nach. Aber ohne dramatischen Ruck. Ich dachte nüchtern, selbst wo es sich um eine so einschneidende Sache handelte. - Vierundzwanzig Stunden lang sprach Valentin kein Wort. Er ging tx brütend in unseremZimmer auf und ab. Ich störte ihn nicht. ' Ich kannte ja die Sorge, die ihn drückte. Er suchte nach einem Ausweg, der ja auch mir zu Gute kommen sollte. Wie überrascht war ich aber durch die Lösung, die er für die Frage fand! Andern Tags, knapp vor dem Mittagessen, war Walentin mit seinemEntschlusse fertig. Gerade " als unsere Wirthin aus der Küche kam, trat er ihr in den Weg und sprach sie mit folgenden Worten an: Madame, Sie wollen also unwiderruflich heirathen?" Jawohl!" , ' , Und lieben Sie Ihren Bräutigam sehr?" ' - Nun. ja wie man's nimmt."
.Also muß es nicht unbedingt der Betreffende sein?" Wie meinen Sie das?" Nun, ich meine ob Sie vielleicht m x ch nehmen wollten, Frau Lolo. Sie könnten in diesem Falle der heiligen Kunst . auch weiterhin Priesterin bleiben, denn i ch hätte gegen die Desdemona nichts einzuwenden." Frau Zepp-Abrant blickte den Sprecher einen Moment lang an, im zweiten Moment lag sie auch schon in seinen Armen und im dritten saß Valentin bereits am Tisch der dramatischenVermietherin und ließ sich ihr Mittagessen wohl schmecken. Drei Wochen darauf fand schon die Hochzeit statt. Ich durfte das Zim. merchen weiterbehalten, natürlich wie bisher ohne Zahlungstermin, jedoch gegen die Verpflichtung, für Lolo Abrant die Reklametrommel kräftig zu rühren. Aber ich zog bald aus, denn meine Stellung wurde rasch unhaltbar. Der Bedarf einer Künstlerin an Reklame - Lobhymnen ist schließlich mit einiger Mühe zu decken, at)er die Forderungen des Gatten einer Künstlerin kann Niemand erfüllen. Schon drei Wochen nach derHochzeit war Valentin mein grimmigster Feind und wies mich kühl aus meinem Zimmer. Möge ihm ein umgekehrter Othello" beschicken sein! Ha, mit welcher Wol lust schriebe ich einmal: Desdemona hat ihren Valentin erwürgt! Gezeichnete Fische.
Ueber gezeichnete Fische wird aus Deutschland geschrieben: Frühere Versuche in Finnland haben ergeben, daß an den dortigen Südküsten im August die Aale von OsteN nach Westcn ziehen. Um hierüber Genaueres zu ermitteln, nähten Dr. Nordquist und Professor Palmen in Helsingfors im August 1903 an verschiedenen Stellen der Flosse 56 gefangenen Aalen farbige Seidenschnüre an. Von diesen 56 Aalen starben auf dem Dampfer 16, die anderen 40 wurden an verschiedenen Stellen ausgesetzt, und in den Zeitungen von Skandinadien, Deutschland und Rußland wurde gebeten, beim Fang eines solchen Aales die Schnur an Herrn Dr. Nordquist zu senden. Zahl und Farbe der Schnüre wurde nicht angegeben, um sich vor Mystifikationen zu schützen, die auch in Südschweden dersucht worden waren. Dagegen ist einer der ausgesetzten Aale wirklich an der schwedischen- Küste erbeutet worden, bei Wöddo Er hatte, wie man feststellte, 350 Kilometer in 25 Tagen zurückgelegt. Damit ist bewiesen, daß der Aal in der Thai von Finnland nach Schweden wandert, und zugleich gezeigt, mit welcher Schnelligkeit dies geschieht. In Schweden dagegen hat man im selben Herbst gezeichnete Lachse ausgesetzt. An ihrem Kiemendeckel sind zwei kleine runde Knöpfe aus Silber angebracht worden, von denen der auf der Außenseite befindliche eine Nummer und die Buchstaben Sv" ausweist. Der deutsche Seefischereiverein bittet, wenn ein solcher Lachs gefangen werden sollte, ihm die erwähnteMarke zu senden nebst genauer Angabe von Zeit und Ort des Fanges, sowie der Länge des Fisches und sonstiger noch vielleicht bemerkenswsrther Umstände. Der Verein wird dafür eine Belohnung gewähren und die Einsendungen nach Schweden weiter befördern. Einen interessanten Fund machte man bei dem Abbruch eines alten Hauses in der Fleischstraße in Trier. Zunächst stieß man auf den alten Gangolfsfriedhof mit zallreichen Knochenresten und unter diesem auf em romtschesGebaude mit Estrichböden, Heizanlagen etc. Aus dem Gebäudecomplex aber führt in einer Tiefe von 2,50 Meter ein guterhaltener, aus Ziegelsteinen gemauerter Kanal nach der Porta nigra, der allem Anschein nach Entwässerungszwecken diente. Der Kanal hat eine Höhe von 75 Centimeter. Auf der Sohle des Kanals fand man viele römische Münzen. Ein scheußliches Verb, chen ist in Hemer (Westfalen) verüb: worden. Ein sechsjähriger Knabe wurde von einem feingekleideten Menicrien aus oem itret e imelenoer i&e ncssen heraus in den Wald gelockt und dort auf gräßliche Weise ermordet Als unter Zuhilfenahme der Dorfbe wohner und Schulkinder der Wald abgesucht wurde, fand man m der Nahe eines Loches m dichtem Busch werk die entkleidete Leiche des Kindes, das den Verletzungen nach zu urthei len eines martervollen Todes gestorben ist. Von dem Unmenschen war keine Spur mehr, zu entdecken. AusBazas in Frankreich wird ein grauenvoller Fall, gemel det. Ein Feldarbeiter und dessen Frau hatten ihre zwei Kinder im Alter das eine von vier Jahren und das zweite von drei Monaten zu Hause gelassen. Als sie Mittags heimkehrten, spielte der vierjährige Knabe vergnüglich im Hofe, das tleme Baby lag mit ze? trümmertem Schädel in semer Wiege. Der Aeltere hatte zum Zeitvertreib, oder weil er vielleicht das kleine Wesen Nicht leiden konnte, den Kopf des Bru derchens so lange mit seinem Holzschuh geschlagen, bis das Baby ganz still war. Dann hatte er sich em anderes Spielzeug gesucht. Die schwer geprüften Eltern werden sich noch vor Gericht zu verantworten haben.
VcrfafZungSmüstiges vritischtS Königtttm. Die Reife des Königs Eduard nach
Irland gab kürzlich der Times" Weranlassung, recht deutlich auf die schranken hinzuweisen, die das enansche Königthum umgeben. Die Iren, führte die Times" aus. hätten häufig keine ganz klare Vorstellung von der englischen Verfassung. Dabei seien sie so sanguinisch, daß sie sich zu ganz unvernünftigen und unmöglichen Hoffnungen hinreiken Ire ßen, deren Nichterfüllung sie dann in eine gereizte Stimmung versetzte. Sie legten dem personlichen Element m der Politik eine so große Bedeutung bei, daß sie leicht dazu kommen könnten, den konstitutionellen Monarchen mit einer Politik zu identifiziren. für die allein seine Minister verantwortlich wären. Es müßte zu Mißverständnissen und Enttäuschungen führen, wenn aus den sympathischen Reden des Königs über die soziale und wirthschaftliche Lage Irlands Schlüsse auf ein politisches Programm gezogen würden. Dem König könnte bei seiner Klugheit und seiner langen Erfahrung mit den eigenthümlichen Beschrankungen einer konstitutionellen Monarchie diese Gefahr nicht entgehen. Es sei entschieden nothwendig, die MöglichZeit, daß diese Gefahr in einer ernstecen Form wiederkehrte, nach Kräften einzuschränken; derKönig sollte schwierige und strittige politische Probleme nicht öfter als unbedingt nöthig öffentlich berühren. Einige irische Zeitungen hätten bereits die Worte des Königs für ihre Zwecke ausgenützt. , Nun sei der Korng als konstitutio neller Monarch nicht in. der Lage, sich m die Arena des politischen Streites zu begeben, gegen unberechtigteSchlüsse an seinen Reden zu protesttren. MißVerständnisse aufzuklaren oder offenbare Mißdeutungen zu korrigiren.,Es ist m der Ordnung, schließt der Artikel, daß der König seinem Volke in allen Theilen seines Reiches seine herzliche Sympathie in Freud und Leid bezeige. Aber es ist unerläßlich, daß seine Unterthanen immer daran denken wie es ja auch der König selbst thut. daß er stets ein konstitutioneller Herrscher ist und bleiben wird. Ob die Regierung in den Ergebnissen ihrer Gesetzgebung und Verwaltung, ihm gefällt oder nicht, so bleibt es doch die Politik eines konstitutionellen Ministeriums, das von einer parlamentarischen Mehrheit unterstützt ist. Der Souverän mag damit sympathisiren oder nicht, die Verantwortlichkeit ist nicht die seine, und man darf nicht erlauben. daß sie durch irgend eine politische Gaukelei ihm auferlegt wird." Diese erste Opposition gegen das schärfere Hervorkehren des persönlichen Elements in .der gegenwärtigen Regierung. so bemerkt dazu die Ällg. Ztg.". ist beachtenswerth. Die Times" dertritt zweifellos den korrekten StandPunkt der englischen Verfassung, und die Form ihrer Polemik ist gewiß nicht so, daß sie den Tadel der Unverschämtheit" erdient, den die liberale Daily News" dagegen erhob. B zeichnend ist es auch, daß gerade die Times" die warnende Stimme erhebt. Die liberale Presse hat den stärkeren Einfluß der Krone, weil er gerade den Beifall der Massen hatte, mit Freuden begrüßt; Daily Chronicle" feierte vor nicht langer Zeit in einem Leitartikel sogar Die Renaissance des Königthums". Und in der That scheint die Entwickelung der englischen Verfassung eine Vermehrung des Einflusses der Krone zu begünstigen. &h entspricht dem sinkenden Einfluß und Ansehen des Unterhauses. Eine gute Frendin. Ihre Freundin, die Olga, hat sich neulich bei Kommerzienraths mit ihrer Singerei furchtbar blamirt!" So! Schade, daß ich nicht auch da war!" Dann hätten Sie wohl versucht. Sie daran zu hindern?" Bewahre! Aber mitgefreut hatt' -ich mich daran!" Ein heftiger Kamps gegen die Cigarette ist in Canada ent brannt, und das Parlament- in Ottawa hat sich in mehreren Sitzungen und in ausgedehnten Debatten mit der Frage des Cigarettenrauchens beschäftigt. Ein Abgeordneter, McLean, stellte den Antrag, den Verkauf der Cigaretten zu verbieten, und die cana dischen Abgeordneten sind so heftige Gegner der Cigarette, daß sie mit 103 gegen 43 Stimmen den Antrag an nahmen. Die wenigen Redner unter diesen auch der Minister Wilfried Lanner, die sich vergeblich gegen diesen Antrag aussprachen, wiesen darauf hin, daß durch ein solches Verbot das Cigarettenrauchen nicht aufhören," sondern im Gegentheil der Genuß der verbotenen Frucht noch mehr zunehmen werde. Durch die angestrengten Vermiitlungen des Ministers gelang es schließlich bei einer erneuten VerHand lung der Angelegenheit, diesenBeschluß des Parlaments. . umzustoßen, allerdings nur mit dem Erfolge, daß ein anderer Antrag angenommen wurde, den die Regierung ebenfalls nicht für annehmbar erklären konnte. Dieser neue Antrag geht nämlich dahin, nur Kindern und Unerwachsenen das Cigarettenrauchen zu verbieten. .Die Folgen dieses Parlamentsbeschlusses werden nur die sein, daß sich die Jüngeren die verbotene Waare von den Aelteren verschaffen werden. Jedenfalls ab:r beabsichtigt man in Canada, dem Cigarettenrauchen den Garaus zu machen. .
Aerzte.
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