Indiana Tribüne, Volume 27, Number 258, Indianapolis, Marion County, 21 June 1904 — Page 3
Jndiana Tribüne, Sl. Juni 1904
New York für Fmrbauks Dic Nomination des Senators von Jndiana als . Vice - Präsident gesichert.
Arbeitcr-SängerBund. Flammentod.
stcllnngsplatzc. Leiters Testament. Muthigcr BahnBeamter. Dampfer-Untcrsnchung.
Zweifel gehoben. Chicago, 20. Juni. Die Nomination des Senator Fairbanks für die Vicepräsideutschaft wurde heute Abend für, erledigt betrachtet, als New York beschloß, seine 73 Stimmen für ihn abzugeben. Eine Zeitlang schien es eine fest, stehende Thatsache, daß der Jndiana Senator Herrn Roosevelt's Ticket Genzsse sein werde. Allein es wurden Versuche gemacht, andere Candidaten in den Vordergrund zu bringen, die jedoch fast schon im Anfang scheiterten. Es trat bald zu Tage, daß die meisten Delegaten für Fairbanks gesinnt waren. Das Vorgehen New Yorks war mehr formell als das anderer Staaten und es sind hierdurch alle Zweifel, selbst unter den Gegnern des Jndiana Senators, erledigt. Senator Fairbanks ist scharf kritisirt worden, weil er keine klare MeinungsAeußerung abgab. Diese Haltung schien einige der Führer zu verstimmen, welche keinen Grund einsehen konnten, warum der Senator nicht im Stande sein sollte, eine formelle Erklärung abzugeben. Conventions Klatsch. Chicag o, 20. Juni. Das Leben unter den anwesenden Delegaten zur rep. Convention, ist höchst still und wenig Enthusiasmus ist zu bemerken. Sie haben nichts zu thun, das Programm ist fix und fertig. Die Haupt zwischenfälle waren die Caucusse von Jllinos, Iowa und Washington. Cummins von Iowa legte die Iowa Idee" in verbesserter Auflage vor, mit Schutzzollverringerung etc. Er fiel damit ab. Im Illinois Caucuö drehte es sich um das Amt des Vorsitzers der Delegation Senator Cullom siegte mit leichter Mühe über Yates. Washington erwählte ohne Mühe Senator Ankeney als National-Comite-Mitglied. Männer wie Mark Hanna, Quay und Wm. I. Sewell, die Leben bei früheren Conventionen in die Bude brachten, fehlen. Der einzig wirkliche interessante Punkt ist die Stellung Fairbanks von Jndiana und zwar weil nicht weiß wo er steht. Die New York Delegation instruirte nach einem Caucuö Senator Thomas Plott die 73 Stimmen New Yorks für Roosevelt und Fairbanks abzugeben. Die Rhode Island Delegaten find für Hitt als Vice-Präsident. Die Männer, welche die in Senator Lodge's Besitz befindliche Platform prüfen sollen, sind von den verschiedenen Staats-Delegationen ernannt worden. Schutzzoll bleibt die Hauptplanke. Die Territorien sind über Zulassung als Staaten etwas aufgeregt. Nur Mexico und Oklahoma sind für die Voalage, welche sie als einen Staat anerkennt, Arizona will nichts davon wissen. ' Sloan Simpson, ein früherer Rauhteilet", wurde von der Texas Delegation ernannt, um den Candidaten von seiner Nomination zu benachrichtigen. Abgeordneter Richard Barholdt don Missouri ist von der Gruppe für internationales Schiedsgericht zum Vertreter während der Convention ernannt worden. Berathungen der Indiana Delegation. Chicago, 20. Juni. ' Fast alle Staats-Delegaten find jetzt vollzählig. Die meisten Caucuse fanden während des TageS oder Abends statt. Die Jndiana Delegation trat heute zusammen und auf Antrag von Fairbanks wurde Senator Beveridge durch Zuruf zum Versitzenden erwählt. ' Die Vice-Präfidentschaft wurde nicht erwähut, wie es heißt, auf Bitte von Senator Fairbanks selbst, der noch immer auf dem Standpunkt steht, nichts thun zu wollen, das den Eindruck ' macht, als suche er die Stellung. Beveridge. der Jndiana im BeschlußComite vertritt, ist , ein Stand Datier". Das fortgesetzte Schweigen von. Fairchanks veranlaßte einige semer flürlnen - -
Boereu-Angcklagtc frei. Vom Aus-
Anhänger unter seiner eigenen Delegation zu dem Rathe, er solle ankündigen, daß er die Nomination gerne annehme. Vor dem Zusammentritt der Jndiana-Delegation hatte über die Angelegenheit eine Besprechung in den Zimmern von Fairbank- stattgefunden. Im späteren Verlauf des Tages zeigte es sich, daß der Versuch, Fairbanks auszumerzen, nicht gelingen wird. .Der Senator blieb schweigend, aber seine Freunde betonten nochmals seinen Standpunkt, daß nämlich das Amt des Vice-Präsidenten kein solches ist, um das man sich beweiben sollte, das jedoch Niemand, dem es zufällt, ablehnen kann. Die Iowa Idee" wurde heute in der Iowa Delegation energisch befürwartet. Gouverneur Cummois wird auf der Convention für sie sprechen, in Unterstützung des Hansbrough Antrags auf Tariff-Revifion und Reciprocität. Arbeiter-Sängerbund. St. Louis, 20. Juni. Der Ar-beiter-Sängerbund des Nordwestens be endete sein Sängerfest, nachdem er beschlössen, das nächste Fest in DavenPort, Ja., nicht früher als 1907, abzuhalten. Die Mitglieder des alten Exe zutiv-Comites mit Hauptquartier in St. Louis wurden wieder gewählt. Flamme n-T o d. C l e v e l a n d, 20. Juni. Bei einem Brande, das heute eine Wirthschaft und ein Kosthaus zerstörte, kamen ein Dienstmädchen und ein Hausdiener um's Leben. Sechs andere erlitten Verletzungen. 12 oder 15 Personen schliefen in dem Gebäude; als sie erwachten, was das Ganze bereits in Flammen gehüllt. B o e r e n-F reiheitskämpfer frei. New York, 20. Juni. Webster Davis, der frühere Hülfs-Sekretär des Innern, erschien heute nicht als Kläger gegen General Pearson und C. van der Hoyet, der frühere Boeren-Commissar, die ihm Drohbriefe gesandt haben sollen. Die Angeklagten wurden daher auf eigene Bürgschaft entlassen. Von der Welt-Aus-st e l l u n g. St. Louis, 20. Juni. Ohio war heute gut auf der Ausstellung vertreten, indem etwa 2000 Pythias-Rit-ter aus jenem Staate erschienen. Sie hatten eine Parade auf der Plaza von St. Louis und Uebungen, die beide ein großes Publikum anzogen. Santos Dumont wird am Dienstag erwartet; am 4. Jnli wird sein Ballon steigen. Schießerei auf d e r P i k e." St. Louis, 20. Juni. Zach Mulhall, ein Bahn-Agent, der am Sonntag .Nacht auf der Pike" des Ausstellungsplatzes auf 3 Leute schoß, wurde heute gegen $20,000 Bürgschaft freigelassen. Oberst Ed. Butter war Bürge. Die Freilassung erregte Neberraschung, da beschlossen war. Mulhall bis zur Entwicklung des Befindens der Verwundeten festzustellen. Explosionin einerMenschenfalle. K a n s a s City, 2. Juni. Ein vierstöckiges Gebäude worin sich die Black Syrup & Refining Co. befand, stürzte heute theilweise zusammen, eine Ammoniac-Explosion im dritten Stock verursachend. 58 Mädchen und verschiedene Männer und Knaben geriethen in eine Panik; 6 Personen wurden uuter den Trümmern begraben; die übrigen entkamen. DaS Gebäude war 25 Jahre alt; und wurde bei dem Tornado im Jahre 1886 beschädigt und niemals genügend re parirt. M o y e r's Vernehmung. C r i p p l e C r e e k, ,20. Juni. Präsident Charles Moyer von den Westlichen Grubenarbeitern wurde heute Nachmittag vor einem Friedensrichter unter Mordanklage vernommen, jedoch wurde der Fall auf Antrag des Distriktsanwalts vertagt. -. .. -r c-p-t "?".M4 -...frm
Enthauptete den Vrnder. Eine Bestie in Menschengestalt.
New York, 20. Juni. Nach einem Streite über geringfügige GeldAngelegenheiten erschlug der 49jährige Samuel 'Maringola aus Fairground, L. I,, seinen 3 Jahre älteren Bruder Thomas mit einer Axt. ' brachte seiner Nichte, Frau Carman Pietra, zwei geführliche Schußwunden bei und versuchte sodann sich selbst die Gurgel zu durchschneiden. . Nachdem der Mörder seinem Bruder den Kopf durch Axthiebe vom Rumpfe gelrennt hatte, ging er in die Wohnung seiner Nichte und gab mehrere Schüsse auf sie ab. Sobald die Nachricht von der grausigen That in Huntington anlangte, machte sich sofort ein Bürgeraufgebot zur Verfolgung der Bestie auf. Als der Mörder das Pietra Heim verließ und das Aufgebot gewahrte, eröffnete er sofort Feuer auf seine Verfolger, ergab sich aber, als die Posse auf ihn feuerte. Dann versuchte er sich die Gurgel zu durchschneiden, doch sind seine Verletzungen nicht tödtlich. Zum Dieb st ahl erzogen. N e w Y o r k. 20. Juni. Zwei Mädchen in kurzen Kleidern wurdeu mit Gegenständen im Werthe von $50 die sie aus Departements-Läden gestohlen, verhaftet. Nach ihrer Aussage unterrichtete sie eine Frau in ihrer Thätigkeis und nach 2 Monaten fanden sie das Stehlen ein leichtes Ding. Die jüngere, 15, ist Anna Detrasiana, ihre 16-jährige Gefährtin heißt Josie Vertier. Alle gestohlenen Sachen kaufte die Frau den Mädchen ab, von denen die 16-jährige trotz ihrer Jugend bereits verheirathet ist. Ungesunde ScheidungsVerhältnisse. R a l e i g h, N. C., 20. Juni. In diesem Staate wird nach einjährigem Verlassen eine Scheidung gewährt. Die Faage ist. daß seit 1895 weit mehr Scheidungen stattfanden als in all' den langen Jahren vor jener Zeit. Im letzten Jahre wurden etwa 10,00 Heirathen geschlossen und 1.400 Scheidungen gewährt.' Es kommt somit eine Scheidung auf 7 Heirathen. Wenigens 70 Prozent der geschiedenen Personen heirathen wieder und meist sehr rasch, da häusig die Scheidung nur zu diesem Zwecke gesucht wird. Vater von M. E. Stone f Chicago, 20. Juni. Rev. Elijah Stone, der .Vater von Melville E. Stone, des Geschäftsführers der Associirten Presse, ist in Charlotteville, Va., gestorben.- Er war 1821 im Staate New Jork geboren. Leiter's Testament. W a s h i n g t o n, 20. Juni. Das Testament des Chicagoer Millionärs L. I. Leiter, der letzte Woche in Bar Harbor, Maine, starb, wurde heute hier beim Testaments-Registrar eingereicht. Als Testamentsvollstrecker find die Wittwe und der Sohn Joseph ernannt. Ein drittel des Vermögens geht an die Wittwe, der Rest wird zu gleichen Theilen unser die Kinder vertheilt. Aus dem Testament geht der Gesammtwerth des Vermögens nicht hervor. Heldenmüthiger Bahnb e a m t e r. Laurel, Del., 20. Juni. Die LokomoNve eines Delaware Passagierzugs stürzte heute bei Laurel in den Fluß, wobei der Lokomotivführer den Tod fand. Die Passagiere rettete die Heldenthat des Gepäckmeisters, der unter den in Bewegung befindlichen Zug schlüpfte und die Wagen loskoppelte. John I. Caatley, ein Deckarbeiter, gab an, daß feit letzter Saison kein ein einziger Feuerdrill der Mannschaf ten stattgefunden habe. Der Wasserschlauch sei so verfault gewesen, daß derselbe nur wenige Minuten, nachdem man ihn zur Bekämpfung des Feuers gebraucht hatte, untauglich wurde. Panama Geld. Washington, 20. Juni. Ein Uebereinkommen wurde zwischen Sekretär Taft und den Panama-Commissä-ren getroffen, daß die Goldmünze der Vereinigten Staaten als Basis des Münzsystems der Republik Panama gelten solle. Die Panama-Commissäre werden dieses Uebereinkommen ihrer Regierung zur Ratifizirung vorlegen. O'-Ki. -mMt -VTX'tif -rvi., t.5,'
Wieder verzögert.
Freilassnng der MaroccoGefangenen bis Samstag prophezeit. W a s h i n g t o n, 20. Jnni. Das Marine-Departement erhielt eine Depesche von Admiral Chadwick in Tanger, wonach Perdicaris und Varley voraussichtlich morgen freigelassen werden. Tanger, 20. Juni. Später stellte es sich heraus, daß eine weitere Verschleppung in den Verhandlungen eintrat ; das britische Consulat äußert die Anficht, daß voraussichtlich Samstag der Tag der Freilassung sein werde. 'Das Dampfer-Unglück. New York, 20. Juni. Den ganzen East River entlang, von North Brother Island bis zu Sunken Meadows wurde heute nach den Unglücklichen Opfern des General Slocum" gesucht. Obwohl gestern Nacht über 630 Leichen gefunden waren, fügten die heutigen Arbeiten noch weitere fünf der Liste hinzu. Bei den Arbeiten am Wrack des Schiffes stieß man heute auf neue Schwierigkeiten. Es fand sich, daß das Wrack auf Felsen liegt, deren Existenz nicht bekannt war. Das derzögert die Arbeiten. Zu dem Jnquest vor Coroner Berry sind über 200 Personen vorgeladen. Außerdem ist ein Vertreter des JustizDepartements nebst einem Stenographen zugegen, um alle Aussagen dem Departement vorzulegen. Ebenso wird das Handels - Departement bon der Untersuchung auf dem Laufenden ge halten. Bei dem Jnquest stehen bedeutungsvolle Aussagen zu erwarten, denn Coroner Berry soll Beweise haben, daß außer dem Bersten des Wasserschlauchs und den so stark am Deck befestigten Rettungsbooten, daß man sie nicht losbringen konnte, auch viele der Rettungsgürtel so schwer waren, daß sie gleich Blei sanken. Ein Arbeiter aus Jersey City, der zwei Töchter und einen Sohn bei dem Unglück verloren, erschoß ' sich gestern nach einem Besuche der Unglücksstätte. Während des Jnquefts gab Edward Flanagan der Maat des Slocum an, daß die Kabine, in der das Feuer ausbrach, zur Ablagerung von gebrauchten Oelfüssern und alten Seilen benutzt wurde. Er behauptete , daß alle Schwimmgürtel in brauchbarem Zustände waren. Der Zar und der Spiritismus. Ewem Londoner Blatt wird aus Petersburg vermeldet: Vor einiger Zeit machte der Zar die Bekanntschaft einer gewiisen Zenobia Galaczky. einer schönen und hochgebildeten jungen ruthenffchen Dame, die' im Stande zu sein behauptet, die Zukunft vorherzusagen, und zwar mit Hilfe eines neuen Metalls, das radio-aktive Eigenschaften besitzt und Bilder der kommenden Ereignisse auf einen Projektionsschirm wirft. Fräulein Galaczky soll den Zaren überzeugt haben, daß Rußland' ein furchtbares Unglück nach dem anderen ertragen müssen wird, ehe es schließlich die Japaner besiegen wird. Unter anderen Bildern ließ Fräulein Galaczky auf dem Projektionsschirm eine unbestimmte Darstellung erscheinen, aus deren leuchtenden Umrissen der Zar Port Arthur in Trümmern liegend und seine Flotte in die Luft gesprengt erkannte. Eine Reihe weiterer Unglücklichcr Ereignisse für die Russen trat noch auf dem Schirm in die Erscheinung; aber schließlich sah man die Japaner sich aus Roxta zurückziehen, während die siegreiche russische Armee die Höhen hinter ihnen besetzte. Kurze Depeschen. X ,. 20. Juni. Inland. Washington. Präsident Roosevelt ist nebst Gesellschaft aus Balley Forge, Pa., wo er als Gast des Generalanwalts Knox weilte, zurückgekehrt. M a r q u e t t e. Mich. , Frau Archie Orr, Gordon Piper, Florence Crane und Roy Mitchell aus Negaune ertranken heute im Eal Lake. Ihr Segelboot kenterte. K a n s a 3 City. Durch den Einsturz eines Hauses, in , welchem die Block Preserving Co.' ihr Geschäft betrieb, wurden zwei Personen getödtet und 7 schwer verletzt. Plymouth. N. H. Beim Zusammenftoß eines Passagierzugs mit einem Frachtzug kam auf der Boston .& Maine eine Person um's Leben; verschiedene wurden verletzt. i v . .,. ..j- j!
Der englische Besuch in Kiel. Die deutsche Presse sieht dem Besuche des Königs Edward in Kiel' mit unverholenem Mißfallen und Mißtrauen entgegen; sie fürchtet, daß der Kaiser Wilhelm sich von seinem Onkel zu Zugeständnissen bewegen lassen wird, die dem Reiche und dessen Politik zum Nachheile, gereichen können. Es ist nicht zu leugnen, daß Deutschland bei verschiedenen Abmachungen von England recht kräftig über das Ohr gehauen worden ist, bei dem bevorstehenden Besuche scheint übertriebene Schwarzseherei aber doch wohl kaum am Platze zu sein. Der Kaiser Wilhelm, der König Edward und der Prinz Heinrich vonPreußen sind große Freunde und eifrige Förderer des Segelsports, und der Kaiser giebt sich dabei redlich Mühe, die Kieler RegattaWoche in die Reihe der hevorragendsten internationalen Sportereignisse zu rücken. Unter diesen Umständen bedarf die Einladung des Königs Edward doch schwerlich einer gewaltsamen" Deutung. Der Gedanke wurde von dem Prinzen Heinrich angeregt und von dem Kaiser mit Wohlwollen aufgenommen und durchgeführt. Von diesem Standpunkte aus behandelt denn auch die Londoner Presse den Königsbesuch in Kiel. Der konservative Standard" erinnert seine Leser an die Ausfälle der deutschen Presse gegen England während des Burenkrieges, erkennt aber rückhaltlos die korrekte Haltung der Reichsregierung an und betont, daß deren Stellung bei der starken englandfeindlichen Strömung im deutschen Volke keineswegs leicht gewesen sei. Zeit und Nachdenken," heißt 'es am Schlüsse des Leitaufsatzes, haben eine Wendung zum Bessern gebracht. Die Deutschen wissen, wie man uns versichert, des Königs Wunsch auf Förderung des Friedens mit allen Nachbarsiaaten zu .schätzen. England und Deutschland haben allen Grund, darin ein gutes Beispiel zu geben, denn es liegt kein thatsächlicher Grund vor, den die böswilligste Schlauheit dazu ausbeuten könnte, die beiden Länder auf einen schlechten Fuß miteinander zu bringen. Die Begegnung der beiden Staatsoberhäupter in Kiel sollte zur Beseitigung der noch bestehenden Entfremdung beitragen und desbalb in Deutschland wie in England beifällig begrüßt werden." Wie im konservativen Lager oenkt man auch im liberalen. Die DailyNews", das Blatt des linken Flügels der Opposition, schreibt: Wir erwarten, daß der Besuch die gewisse 5kühle heben wird, an deren Vorhandensein Zwischen Deutschland und England man glaubt. Wir hoffen, das möge sich bestätigen. Wir verlangen nicht nach weitern Bündnissen, wie dasjenige, das in Venezuela zustande kam. oder jenes ' andere, das in Kleinasien geplant wurde. Lir , wünschen aber eine freundliche Stimmung und einen modus vivendi." Das ist vernünftig gesprochen. Für deutsch-englische Bündnisse . ist weder auf der einen, noch auf der anderen Seite des Kanals gegenwärtig die Stimmung vorhanden, es liegt ante rerseits aber kein Grund vor, der es verhinderte, die Streitaxt zu begraben und bessere Nachbarschaft zu halten, als es in den letzten Jahren geschah. Dabei könnte gerade die Londoner Presse die allerbesten Diente leisten, denn ihre ewigen Verdächtigungen Deutschlands tragen weitaus die großte Schuld an der Abneigung, die man im deutschen Volke gegen die Briten hegt. I n R o m wurde zwei über 70 Jahre alten Leuten ein Zwillingspaar geboren. ' Das Römerkaftell in Urspring. Im Dorfe Urspring in der Schwäbifchen Alb ist vor einigen Jahren ein altes Römerkastell bloßgelegt worden. Das Kastell ist, nach den vorgefundenen Mauerresten zu urtheilen, - ein Standlager gewesen. Wann es errichtet worden, läßt sich nicht mit Sicherheit bestimmen, doch lassen Münzfunde, die innerhalb des Kastells gemacht worden sind, darunter Stücke mit den Bildnissen von Marc Aurel und Antoninus Pius, darauf schließen, da das Lager noch in der zweiten Hälfte des zweiten Jahrhunderts besetzt gewesen ist. Zu welchem Zwecke auf der Schwäbischen Alb so lange eine Besatzung gelassen worden ist, ist nicht einzuseben; vielleicht diente es als Schutz für die in der Nähe vorüberführenden Hauptverkehrsstraßen. Das Kastell hat eine Länge von 133 und eine Breite von 132.3 Fards. Bis vor Kurzem waren fünf Gemächer vollständig freigelegt. Das Mauerwerk ist theilweise noch so gut erhalten, daß ein vierfach übereinanderliegender Bewurf mit Leichtigkeit nachzuweisen ist. Was den Bau wie überHaupt das' ganze Kastell zu einer Besonderheit stempelt, das sind die im Mauerwerk regelmäßig auftretenden Ausspaarungen, die mit unzweifelhafter Sicherheit auf ein Fachbauwerk weisen. Keines aller 80 Limeskastelle in Deutschland hat Fachbaukonstru.tion,'das Urspringer Kastell steht also in dieser Hinsicht allein da. Ais jetzt sind in ihm wenig Funde gemacht worden. Daraus und aus dem Fehlen jeg lichen Brandschuttes schließen die Erforscher, daß das Kastell weder im Kampfe noch durch, Feuer zerstört, sonder in aller Ruhe, die Zeit zum Mitnehmen aller werthvolleren Gegenstände ließ, verlassen worden ist.
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Aerzte.
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