Indiana Tribüne, Volume 27, Number 257, Indianapolis, Marion County, 20 June 1904 — Page 6

6

Jndiana Tribüne, 2. Juni 19051.

Warum nicht C? Ci P ff n? P P 3? sparen beim Einkaufe ihrer Möbel .... und .... Teppiche . . . .sowie. . . . OojrlGL:i.cl Oefen und Ranges. WILLIG'S 141 West Washington Str. 142 Nord Pennsylvania Straße.. Hauptquartier für viilen xxnti Operngläser B- Brillen werden ach den besten Methoden de lugen angepaßt. Künstliche Augen werden schmerzlos eingesetzt. ig 4 Route ...Ezeurfionen... ' Sonntag, 26. Juni. 81.50 Cincinnatl und zurück. Spezialzug, (nach beiden Richtungen nir gends für Passagiere anhaltend) verläßt Indianapolis um 7 Uhr Morgens. Rückfahrt von Cincinnati 7 Uhr Abends. Terre Haute 81-00 I RundGreencastle 73c j fahrt. Spezialzug verläßt Indianapolis um 7 Uhr Morgens. Retourfahrt von Terre Haute 7 Uhr Abends. H. M. Bronson, A. G. P. A. CENTRAL COLLEGE OF MUSIG, 550 Nord Meridian Str. ...Schuie jetzt eröffnet.... Tag-Schüler sowie auswärtige Schüler, welche hier im College völlige Aufnahme suchen, können zu jeder Zeit eintreten. Ein modernes gut ausgerüstetes Institut, vollftänoig in allen Abtheilungen des Leinens der Kunst der Musik und den verwandten Künsten. Katalog frei. Edward Taylor, Direktor. Ich Gesang-, Piano- .. . . und .... Orgcl-Unterricht in allen Phasen dieser Künste und garantire meinen Schülern volle Zufriedenheit. Fidela A. Lefter. The Lester Studio, No. 7 Off North Stratzs. Neu! Phone 399. Theodore F. Smither, geschickter und zuverlässiger ...Dachdecker... Pkch und Kiesdacher. Dächer von Asphalt und Giisonit. KV ngros-Händler in allen Arten von Dchmaterialien. Telephon: Neu 861. 301 West Maryland Str. EkdwesU. von Senate Ave. und Maryland Str. i 1 - ' LAKE ERIE & WESTERN R.R. Fahrzeit der Züge.. .. Absahrtnkunst Toledo. Thicago und Michigan Expreß...- 7.16 10.S5 Toledo. Detroit und Ehicag 8iitt......12.20 f S.5 Michigan litt, Muncie u.Safoljettej)It 7.20 flO.s töglich t ausgenommen SonnwgS.

T W1T Alilifl P jjw

fcw'Ä xSÄ

B

Europäische Nachrichten. zrovinz Schresn?ig-.Sörstein. Schleswig. Verliehen wurde dem Justizrath Albert Jonas zu Wandsbeck der Rothe Adlerorden 4. Klasse; dem Rektor a. D. Sudels Marzen zu Kiel, bisher in Sonderburg, dem früheren Vorarbeiter Jürgen Hagge zu Flensburg, und den Schisfern Johann Horkhamer und Heinrich Turowsky zu Burg im Kreise Süderdithmarschen das Allgemeine Ehrenzeichen. A l t o n a. Der 23 Jahre alte Kaufmann Emil Haß hat sich aus unbekannten Gründen im Bahrenfelder Gehölz erschossen; bei der Leiche wurden noch 900 Mark baares Geld gefunden. , Brunsbüttelerhafen. Von einem schweren Unglück wurde die Familie des an der Eddelakerstraße wohnenden Tischlers Ladiges betroffen. Der 6jährige Sohn stieg auf die Deichsel eines zweiten angeketteten, mit Steinkohlen schwer beladenen Wagens, fiel herunter, gerieth unter die Räder und war sofort eine Leiche. Die Räder gingen dem Verunglückten über den Kopf. H e l g o l a nd . Das 25jährige Ortsjubiläum feierte Lehrer Berndt Hierselbst. Dem Jubilar, der auch Hauptmann der hiesigen freiwilligen Feuerwehr und Dirigent des MännerGesangvereins ist, wurden zahlreiche Ehrungen zu Theil. Die Feuerwehr veranstaltete einen Fackelzug, der Gesangverein brachte seinem Leiter ein Ständchen. Hademarschen. Das sehr seltene Fest der eisernen Hochzeit konnten die Eheleute Thöm im benachbarten Lütjenwestedt feiern. Die beiden Eheleute stehen im Alter von 97 und 96 Jahren. Kiel. Bei einem heftigen Sturm stürzte der Torpedobootsmatrose Mahnke von dem im Hafen liegenden Linienschiffe Kaiser Karl der Große" über Bord und ertrank. Fräulein Professor I. Mestorf, Direktorin des Museums vaterländischer Alterthümer, vollendete das 75. Lebensjahr. Ueber 80 Jahre hat sie dem Institut ihre Kräfte gewidmet. Oevelgönne. Die 21yährige Tochter des Lootsen Hauschild wurde ertrunken in der Elbe gefunden. Die kleine Leiche lag ganz in der Nähe des Ufers in wenig tiefem Wasser. , W i l st e r. Nach kurzer Krankheit verschied der Rentner Christoph Abshagen. Der Verstorbene war der äl teste Einwohner. Er stand im 99. Lebensjahre. Provinz geltest. B r e s l a u. Wegen Ermordung seiner Ehefrau wurde der Zinkhüttenarbeiter Wnia in Nerdorf verhaftet. Binia hatte seine Frau stundenlang mit Fäusten und Füßen am ganzen Körper bearbeitet, bis sie todt war. Der in der Stellwerkbahnmeisterei des Märkischen Bahnhofs beschäftigte Telegraphenarbeiter Karl Kühn stürzte beim Reinigen von Isolatoren von einer an der Südseite des Güterbodens 5 an die Mauer, gelegten Leiter und blieb besinnungslos liegen. In einem Krankentragekorb wurde er in das Allerheiligen - Hospital getragen, wo ein sehr schwerer Schädelbruch festgestellt wurde. Altwasser. Der 65 Jahre alte Kutscher Müller verunglückte zu Tode. Er stand in Diensten der Grubenverwaltung der Segen Gottes - Grube. Er hielt mit seinem Gespann im Grubengehöfte, als Feuerlärm geschlagen wurde. Die erschreckten Pferde gingen durch und Müller, der sie mit aller Gewalt aufzuhalten suchte, wurde an den Thorpfeilec gepreßt, zu Boden gewarfen und überfahren. B e r t e l s d o r f. Der Hausbesiher und Arbeiter Kalkbrenner wurde mit dem Kopfe in der, Düngergrube liegend todt aufgefunden. Jedenfalls liegt ein Unglücksfall vor. Dorotheendorf (Zabrze). Hier wurde Invalide Schleier, der ein Alter von 102 Jahren erreicht hat, zur letzten Ruhe gebettet. Seinem Sarge folgte auch die Ehefrau, eine noch rüstige Greisin im Alter von 101 Jahren. G ö r l i tz. In einer Familiengruft auf dem alten Nikolaifriedhofe er'fchoß sich der Kaufmann Richard Lindau, Inhaber der Lederhandlung Lindau & Co. auf dem Klosterplatz. Geschäft!!che Schwierigkeiten haben den Mann in den Tod getrieben. Klein-Bennersdorf bei Landeshut. Vom Blitze erschlagen wurde hier Hausbesitzer Bertrampf. Leobschütz. Arbeiter Juretzko, der kürzlich in der Schramm'schen Ziegelei verunglückte, ist im Krankenhause den Verletzungen erlegen. Polnisch - Krawarn. Der hiesige Hauptlehrer und Organist Franz Wildner feierte sein 50jähriges Dienstjubiläum. , Anläßlich desselben wuroe ihm durch den Schulinfpektor Hippe - Ratibor der ihm verliehen Kronenorden 4. Klasse feierlichst überreicht. Schlegel. Schmiedemeister WilHelm Völkel beging in seltener Rüstig keit sein 50jähriges Handwerksjubiläum. Aus diesem Anlaß wurden ihm manche Ovationen zu Theil. Meister Völkel übt trotz seines Alters sein Handwerk noch aus. Zabrze. Der 17 Jahre alte Za gearbeiter Roman Hoffmann aus Dorotheendorf verunglückte auf demSüdselbe der Luisengrube an der Schiebe-

-: 'v--V-. ch'ÄMp '' v , ' - - ' , , - ' r S-, tt ' S P-lf.' , r v-Cjt ' r :w. -. -: s-'; - ' -. -r t ' - - k -',AK - -' " --. - L . -' ' s $?&& , 7r,-fi4" TX - :w ; : ;rh. ' " x. ' - 'MK, ' x r ' " s &&r l ' df- i äli o V-V-: : ???A A ' 7 - W '-4-v ''-r x -v'U-- v: t f " 7 - iivArVt v t -Ujt: 4 r ?yxJ4$ vi: ; i ssA $&$b fSI? f M4'siT?sp H.MMWM'AW WWWWkßMiÄWMMÄWOS MsMHsM Äte" , . jv' " - kI5 - s " " - ;- : , - , 1? v'3rs?-v- toA. - , . 1 - - ' -"-"",' ,,.,,..,., ff-w?Si ' , '- V; . &&ts&MiKtiiut&. I

Das Coliseum zu Chicago, bahn. Er verstarb im Knappschaftslazarett, wohin man ihn gebracht hatte. Mrovinz Aosen. Posen. Auf dem hiesigen Rangirbahnhof wurden dem Rangirer Ernst Roth aus Dembken vom Berliner Schnellzug beide Beine abgefahren. Der Tod trat auf der Stelle em. Roth war 26 Jahre alt und wollte sich verheirathen. Ar gen au. ArbeiterZielinski.be suchte ein hiesiges Schanklokal, wurde dort in einer Rauferei verwickelt, zur Erde geworfen und zuletzt hinausgestoßen. Dabei stürzte er die zu dem Lokal führenden Stufen hinunter, blieb besinnungslos liegen und mußte in seine Wohnung getragen werden. Zu Bett gebracht, klagte er über heftige Schmerzen im Leibe und starb bald darauf. Bromber g. Durch ungeschicktes Umgehen mit einem Revolver hat sich der 14jährigeSchüler Pihl eine schwere Kopfverletzung zugezogen, die seine Ueberführung in das Diakonissen-Kran-kenhaus nothwendig machte. Die Schußwunde ist lebensgefährlich. K o st f ch i n. Bürgermeister Stein beging sein 25jähriges Amtsjubiläum. Seitens der Bürger und mehrerer Herren aus der Umgegend ist ihm ein Ehrengeschenk von 1500 Mark gestiftet worden. Dieses wurde ihm feierlich überreicht. L u d w i k o w. Das 4jährige Kind der Arbeiterin Anna Sperling hat sich an einem geheizten Ofen solch schwere Brandwunden zugezogen, daß es verstarb. S ch r o d a. Fornal Kalinowski aus Zrenica war nach dem Walde gefahren, um Bretter zu holen. Auf dem Rückwege stürzte er von seinem hohen Sitz und fiel fo unglücklich unter den Wagen, daß dieser ihm über Brust und Hals ging, wodurch er auf der Stelle getödtet wurde. Der Verunglückte war erst 24 Jahre alt und seit kurzer Zeit verheirathet. U s ch. Der hiesigen Hebamme Wegener wurde für vierzigjährige treue Dienzeit eine Brosche verliehen. Mrovinz SacHlen. Magdeburg. Sein goldenes Jubiläum beging der Abtheilungschef der Magdeburger Feuervcrsicherungsgesellschaft Carl Anton. Die Direktion zeichnete ihn in Anerkennung seiner Verdienste während seiner Thätigkeit im Jnlande wie auch im fernen Auslande besonders aus. Arbeiter Adrian und die Arbeiterin Marie Pinkuß wollten den Ehebund schließen und feierten in der Wohnung der El tern des Adrian Polterabend. Als das Brautpaar später die bereits be reits bezogene Wohnung nicht öffnete, drangen die Verwandten durch ein Fenster ein und fanden das Paar besinnungslos und röchelnd vor. Beide wurden sofort in das Krankenhaus gebracht. Die Polizei durchsuchte die Wohnung und beschlagnahmte ein bei Adrian vorgefundenes gebliches Pulver und verschiedene Speisereste, um feststellen zu lassen, ob eine Vergiftung vorliegt, wie nach den Krankheitscrscheinungen angenommen werden muß. Trot, aller Bemühungen ist Adrian gestorben, während die Mög lichkeit besteht, daß die Pinkuß mit dem Leben davonkommt. V a r b y. Unter furchtbaren Schmerzen ist die 13jährige Tochter des Landwirths Wöllner den schweren Verbrennungen, die sie durch unvor sichtiges Umgehen mit Spiritus erlitten hatte, gestorben. Um das Feuer im Ofen mehr anzufachen, hatte das Mädchen den Inhalt einer Spiritusflasche in die Gluth geschüttet. Mit furchtbarer Gewalt schlug die Stichflamme aus dem Ofen heraus, und im Nu stand das Kind in Flammen. Merseburg. Im Streit erstochen wurde auf dem Marktplatze der Handarbeiter Klinkmüller von dem Maurer Tanz, der aus Tambach gebllrtig ist. Der Mörder wurde sofort verhaftet. Neiden bei Torgau. Ein Gemüsevergiftungsfall hat sich hier ereignet. Der 35jährige Lehrer Schirmer kostete selbsteingemachte Bohnen, verspürte alsdann heftige Leibschmerzen und verstarb bald darauf. Seine Wirthschaften hatte ihn vergeblich gewarnt, von dem übelriechenden Gericht zu kosten. Staßfurt. Rektor Wegener Hierselbst feierte sein goldenes Amtsiubiläum. Mit der Entwickeln des

wo die republikanische NationalFonvention abgehalten wird.

Schulwesens hierselbst ist sein Name innig verbunden. Er ist ein Staßfurter Kind; fein Vater war Lehrer hier selbst. Die Amtsthätigkeit beider Männer erstreckt sich fast auf ein vok les Jahrhundert. Schönebeck. Auf der Heimfahrt von der Laaß'schen Cementfabrik nach Eickendorf verunglückte der Cementarbeiter Klingenstein. Er stürzte mit dem Rade und brach das Genick. Er hinterläßt Frau und fünf Kinder. Frovinz Kannover. Hannover. Aus dem Fenster des zweiten Stockwerks des Hauses Freytagstraße 15 gestürzt ist die Dienstmagd Elisabeth Zander. Sie erlitt schwere Verletzungen beider Beine und innere Verletzungen und wurde in's Krankenhaus geschafft. Die Rekognoszirung zweier Leichen, die in der Nähe von.Lohnde in der Leine gefunden wurden, hat ergeben, daß es sich um den etwa 38 Jahre al ten Buchdrucker Wilhelm Müller und die 25jährige Punktirerin Engelke handelt, ' die beide bei einer hiesigen Firma beschäftigt waren. Das Parchen, welches anscheinend ein unerlaubtes Verhältniß unterhielt, war seit dem 9. März verschwunden und hat vermuthlich bei der Wasserkunst in Herrenhausen den Tod im Wasser gesucht. Müller war verheirathet und ist jedenfalls dies Hinderniß der Vereinigung mit der Geliebten der Grun zu dem Selbstmorde gewesen. Das Kind des Salinearbeiters Engelke suchte aus einer Kesselfeuerung der Saline KohlenMacken heraus. Dabei fingen seine Kleider Feuer; das Kind eilte ins Freie, wo seine Kleider durch den Wind noch mehr angefacht wurden, so daß es elend verbrannte, bevor man ihm Rettung bringen konnte. Der Fabrikmeister Franz Menke feierte sein 25jähriges Jubiläum als Zugehöriger der PapierausstattungsFabrik E. K. v. Linsingen, vormals Carl Hahne. A l f e l d. Die Haustochter Auguste Müller aus Eiershausen, die ein Kind heimlich geboren und vergraben hatte, wurde dem Gerichtsgefängniß zugeführt. Bei Feststellung des Thatbestandes versuchte die Müller sich durch Erhängen das Leben zu nehmen, ihr Vorhaben wurde jedoch entdeckt und rechtzeitig verhindert. E l d a g s e n. Die goldene Hochzeit, dieses seltene Fest, feierten die Ehelcute Schuhmachermeister Heinrich Schmidt. Der Herzog von Cumber land ließ dem Jubelpaare eine Prachtbibel überreichen. G ö t t i n g e n. Der Direktor der hiesigen könglichcn Augenklinik und Professor für Augenheilkunde an der Georgia Augusta, Geheimer Medizinalrath Dr. med. Arthur v. Hippel, beging den Tag, an dem er vor 25 Jahren ordentlicher Professor in seinem Spezialfache wurde, nachdem er bereits seit 1868 als akademischer Lehrer thätig gewesen. H a r b u r g. Agent Gottlieb Günther wurde im Keller seiner Wohnung in der Amalien Straße erhängt aufgefunden. Zahlungsschwierigkeiten haben Günther, der vor fünf Jahren nach kurzer Ehe seine Frau verlor und zwei Knaben im Alter von sechs bis acht Jahren hinterläßt, in den Tod getrieben. Lauterberg (Harz). Im Hüttengraben ertrank das vierjährige Töchterchen des Lokomotivheizers Meyer aus Leipzig - Gohlis, welches sich seit längerer Zeit bcr seinen Großeltern hier aufhielt. Der deutsch - amerikaNischen Petroleum - Gesellschaft wird, wie aus Geestemünde berichtet wird, demnächst eine Concurrenz erstehen. Am gegenüberliegenden oldenburgischen Weserufer bei dem Orte Alexen läßt die Londoner Firma M. Samuel & Co., genannt Shell, Transport and Trading Co. Ltd., vier große Petroleumtanks nebst Pieranläge erbauen. Nach deren Vollendung sollen die vier großen Tankdampfer der Gesellschaft russisches Petroleum und ostindisches Naphtha aus Sumatra und Surabaya nach dort importiren. Der erste Dampfer wird im September erwartet. Die Naphihadampfer müssen, weil ihnen das Passiren des Suezkanals wegen der Feuergefährlichkeit nicht gestattet ist, den Weg um Afrika herum nehmen.

FUittcl gcgcn dcu ?cü wccr.il." ine in Guatemala einheimische ?!mcisena?t il Todfeind des Insekts. Im A6 rbau-Departement glaubt

man, endlich ern Mittel zur Vermch tung des Voll Weevil," jenes gefräßigen Vaumwollwurmes, der die ganze Baumwollkultur in den Ver. Staaten zu vernichten droht, gefunden zu haben. Mlt einer Ameise, welche nch mit Vor liebe von diesen Würmern nährt, will man dieses verderbenbringende Insekt ausrotten. Die Entdeckung ist dem Botaniker C. F. Cook zu verdanken, der von dem Ackerbaudepartement mit landwirthschaftlichen Forschungen in Centralamerika betraut worden war. Auf einer Tour durch Ccntralamerika stieß Cook in Guatemala auf eine von Indianern angelegte Baumwollpflan zung, die vollständig frei von Würmern war, obwohl auch sie dort heimiich sind Seine Nachforschungen ergaben, daß eine große rothbraune Ameise eine Todfeindin jener Würmer ist und sich gern in Baumwollfeldern , aufhält, um die fetten Würmer zu verspeisen. Fünf bis sechs Ameisen Pflegen gewohnlich eine Baumwollstaude aufzusuchen und führen einen fortwährenden Vernichtunnskneq gegen den Voll Weevil. Die Frage, auf die es jetzt hauptsäch lich ankommt, ist die, ob die Ameise, die emem tropischen Klima entstammt. in einem Klima wie etwa dem texanischen fortkommen kann. Hierfür scheinen gute Vorbedingungen vorhanden. da die Ameise aus dem immer trockenen Tafellande von Guatemala stammt Gegen Frost dürfte sich das Insekt ?,u wehren wissen, indem es sich im Bodn drei bis vier Fuß tief einnistet. Die Ameise ist übrigens nicht nur hinter den Baumwollwürmern her, sondern stellt auch anderen Insekten, wie Hemigteren (Halbflüglern) und sogar Tausendfüßlern nach, ohne die Pflanzen irgendwie zu beschädigen. Dabei ist das Insekt durchaus harmlos und hat nichts von den bösen Eigenschaften anderer tropischer Ameisen an sich. Justhpsiegc vor sechzig Jahren. In der badischen Bodensee-Gegend bestand in den 40er Jahrm des 19. Jahrhunderts, ehe Justiz und Verwaltung getrennt waren, noch ein Bezirksamt in einem weltfernen Oertchen, nicht weil etwa ein Bedürfniß dafür gegeben gewesen wäre, sondern weil die Behörde aus der Zeit der ehemaligen KlosterHerrschaft überkommen war. Und der da amtete, war einer jener Bureaukraten, die mit einer gewissen Gutherzigkeit einen stark ausgeprägten Zug zu patriarchalischer Herrschbegier verbanden, während in der Behandlung bürgerlicher Rechtsstreitigkeiien meist das Interesse an 'wissenschaftlicher Erledigung eines Falles von dem Bestreben, einen Vergleich zu Stande zu bringen, zurückgedrängt wurde. Hierzu machte der Gestrenge sich namentlich den Winter, das heißt die zu erzeugende Ofenwärme dienstbar, was ihm durch die Geräumigkeit der Amtsstube erleichtert wurde. Denn er saß vorn am Fenster; den nicht friedfertig gesinnten Parteien aber wurden Plätze unmittelbar neben dem Ofen angewiesen unter dem Vorgeben, es müsse einer unverschieblichen Sache halber die Verhandlung unterbrechen weiden. Der Amtsdiener durfte jetzt am Holz nicht sparen, und nick selten fühlte dann auch ein streitbare: Bauer seinen starren Sinn von milder Versöhnlichkeit durchstrahlt. War nach bestimmter Zeit auf erneute Vorstellungen hin solcher Erfolg nicht zu bemerken, so mute der Amtsdiener ein weiteres angeblich dringliches Aktenöündel hereinbringen und frisch auflegen. Eines Tag's aber nützte auch die Verlängerung der Probezeit nichts; denn der "vermeintlich bald mürbe geschmorte Kläger erhob sich mit den Worten: Ja, Herr Oberamtmann, bei mir könnte es noch viel Holz kosten, das thut mir nichts: ich bin Heizer auf dem .Leopold.'" Das ist der Name des Dampfboots, das heute noch als 6vjahriger Veteran zu Zeiten den blauen Spiegel des Sees durchkreuzt. Der 1000. I e n e n s e r. Die Universität in Jena, Thüringen, hat kürzlich die Zahl von 1024 Studirenden und 68 Hörern erreicht. Der 1000. Student erhielt eine goldene Uhr mit Kette und von dem bekannten Studentenwirth Kämmer für dieses Semester freies Mittagessen mit Wein. Die Stadt veranstaltete ein Marktfest.

Ergreifense Kriegsgeschichten. Die St.Petersburger ZeitungRuß" 1 veröffentlicht die Ansprache des Admirals Kamimura an die japanischen Freiwilligen des letzten Vrander - Angriffs auf Port Arthur. Der Admiral sprach bei der Verabschiedung von den Freiwilligen folgende Worte: .Meine Kinder, ich schicke Euch an den allerapfäbrlichsten Ort, wo Ihr dem entse,':en Feuer des Feindes ausg?setzt seid. Meine eigenen Kinder werfe ich der Kanonen in den Schlund. Glaubt mir aber, wenn ich Kinder hätte, würden sie mit Neid auf Euch blicken, und ich würde mich keinen Augenblick bedenken, sie mit Euch auszusenden. Geht, geht, meine Kinder, und beweist dem Feinde den Muth der Kinder des Landes der aufgehenden Sonne. Verliert Ihr die rechte Hand, so arbeitet mit der linken; verliert Ihr auch die linke, so arbeitet mit den Füßen. Seid dessen eingedenk, daß Ihr nur 70 Mann seid, und daß auf jeden von Euch eine ungeheure Arbeit und Verantwortlichkeit entfällt. Noch ist es nicht zu spät: trete der zurück, der sich der gewichtigen Aufgabe nicht gewachsen fühlt. Es ist keine Schande, zurückzutreten, aber es ist eine Schmach, sich an 'dem Unternehmen zu Setheiligen, wenn man seiner Kraft nicht ganz sicher ist." Hier wurde der Admiral von brausenden Bansairufen unterbrochen. Als die Wogen der Begeisterung sich gelget hatten, fuhr er fort: Jetzt befehle ich Euch, sterbet, sterbet Alle ohne Ausnahme. Möge aber nicht ein einziger Tod dem Feinde zur Freude gereichen, möge kein einziger Tod nutzlos sein, möge der Tod erst nach vollbrachter Arbeit eintreten. Den Abschied von Euch feiere ich nicht mit Champagner, weil Eure Aufgabe einen klaren Geist erfordert. Champagner aber die Klarheit des Geistes und der Gedanken trübt. Leeret mit mir nur eine Schale klaren Wassers, Helden des Landes der Kirschbäume. Trinkt und begebt Euch auf die Schiffe, Eure Gräber. Vansai! Bansai!" Nach demselben Blatte erzählte der am Falu verwundete PriesterSchtscherbakowski folgende Einzelheiten über seine Verwundung: Am 1. Mai stand ich um 3 Uhr Morgens auf, da ich erfahren hatte, daß ein erbitterter Kampf bevorstehe. Ich beschloß, meine Pflicht zu erfüllen, und ein Beispiel durch meinen Tod zu geben. Um 4 Uhr Morgens betete ich. machte mein Testament und ging zur Fahnenkompagnie, die eben zum Kampfe ausrückte. Ich segnete die Soldaten und stellte mich beim Vormarsch vor den Fahnenträger mit dem Kreuz in der Hand. Ich wurde von Kugeln und Granatsplittern überschüttet. Die erste Kugel, die mich traf, spürte ich im ersten Augenblicke nicht; die zweite Kugel traf mein Schulterblatt und ich sank bewußtlos zur Erde. Als ich die Augen öffneie, erblickte ich meinen Gehülfen, der während des Kampfes stets neben mir geblieben war; er weinte, nahm mich wie ein Kind auf und brachte mich nach der Verbandsstelle. Er ist ein Held . . ."

Wal)lbethcilig,!ttg. Die Betheiligung an den letzcen Reichstagswahlen war in den deutschen Großstädten verhältnißmäßig am größten in Bremen mit 93,8 v. H. der Wahlberechtigten, am geringsten in Frankfurt a. M. mit nur 56.9 v. H. NächstBremen, wo der erbitterteKampf Zwischen der Freisinnigen Verem'gung 'nd der Sozialdemokraiie die starke Betheiligung der Wähler veranlaßte, steht obenan Essen, wo das Zentrum, die deutsche Reichspartei und die Sozialdemokraten einander gegenüberstanden, mit 92,2 v. H. Alsdann folg! die von den Sozialdemokraten eroberte Stadt Kiel mit 87.6, Dortmund mit 87,4 und die erst kürzlich durch Eingemeindungen in die Reihe der Großstädte getretene Stadt Gelsenkirchen (jetzt 129.181. bei der Volkszählung von 1900 nur 36,935 Einwohner) mit 86,7 v. H. In Hamburg gingen 84,7 v. H. der Wahlberechtigten zur Urne, in Chemnitz und. Barmen je 83.2, in Magdeburg 83,1, in Dresden 82.2. in Leipzig 81.7. in Elberfeld 81,6. in Halle 81.2, in Mannheim LO.3. in Straßburg i. E. 79,7, in Nürnberg 79.5. in Altona 79.2, in Stuttgart 78.2, in Stettin 78.1, inBraunschweig 77.9, in Kassel 76.1, in Krefeld 74.1 und in Hannover 73.9 v. H. Erst an 24. Stelle unter den 34 Großstädten steht Berlin mit einer Wahlbetheiligung von 73,7 v. H. Am größten war hier die Betheiligung im 3. Wahlkreis mit 80,3, am geringsten im 6. Wahlkreis mit 67.9 v. H. Auf Berlin folgt Breslau mit 72,9 v. H., dann kommen Königsberg mit 72.1, Posen mit 71,3 und Kö'n mit 67,3 v. H. Weniger als zwei Drittel der Wähler betheiligten sich in' sechs Großstädten an der Wahl, nämlich in München 65,2, in Charlottenburg 64,5, in Danzig 63.8, in Düsseldorf 63.6, , in Aachen 60.3 und in Frankfurt a. M. 56.9 v. H. Die allgemeine Wahlbetheiligung betrug im Deutschen Reich 761 v. H., so daß also 13 von den 34 Großstädten eine geringere Wahlbetheiligung hatten, als das ganze Reich. T i (f ? f t t fSsrfeTtfnrlÄ hielten eine nächtliche Schießübung ab, deren Ergebniß sehr befriedigend war. Die Treffer machten ein seewärts geschlepptes Torpedoboot seeuntüchtig, sodaß es sinkend eingeschleppt werden mußie.-