Indiana Tribüne, Volume 27, Number 257, Indianapolis, Marion County, 20 June 1904 — Page 3

Jndians Tribüne, 20. Juni 1904U

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Conbcntions-Borspicl. Nomination für Vicc - Präsident fällt wahrfchciulich auf Senator Fairbants. Weitere Opfer des Dampfer-Uufallcs gefunden. Handels - Sekretär und andere Beamte besichtigen die Stätte des Unglücks. Vom Präsidenten. Ansstellungs-Besuch Muthige That eines Priesters.

Von der Convention. C h i c a g o, 19. Juni. Illinois hat sich zu einer energischen Campagne für die Vice'Präfidentschafts-Candida-tur von Hitt entschlossen. In einem Caucus wurde heute Nachmittag verabredet, daß Senator Cul lom von Illinois der Convention den Namen Hitt's unterbreiten solle. Minbestens 2 Delegaten werden durch Reden sekundiren, der eine ist, wie es heißt, Senator Dolliver aus Iowa, der andere wahrscheinlich aus New Fork. Mitglieder der Iowa Delegation erklärten indessen Dolliver's Aktion für unwahrscheinlich, da unter den IowaLeuten sich eine entschiedene Stimmung für Fairbanks bemerkbar macht. Die Delegaten Michigan's erklärten sich, als sie von dem Obigen hörten, für Fairbanks und nicht für Hith. Das andauernde Schweigen von Senator Fairbanks rücksichtlich der Nominatton bildete den Anlaß für eine lebhafte Bewegung zu Gunsten des Abg. Hitt. In der Versammlung der Jllinoiser Delegaten wurde jeder Dele gat beauftragt, für Hitt zu arbeiten; die Leitung erhielt Graeme Stewart, Jllinoiser Mitglied des National-Co. mite's. Im Allgemeinen äußern die Delegaten die Ansicht, Senator Fairbanks sollte seine Wünsche in dieser oder jener Richtung kundgeben. In Ermanglung einer solchen Erklärung und mit der bestimmten Versicherung, daß Illinois ernstlich für die Candidatur Hitt ein tritt, scheinen viele Staats-Delegatio-nen willig, unter dem Hitt-Banner zu marschiren. Gouverneur Durbin, die Abg. Oder street und Watson, sowie .die meisten andern Jndiana Delegaten trafen heute ein. Die Delegation versammelt sich morgen Vormittag. Voraussichtlich wird Senator Beveridge zum Vorfitzenden gewählt. Mit jedem Zuge trafen heute Delegaten ein und die HotelsCorridore bieten jetzt den conoentionsmäßigen Anblick. Augenblicklich hat es den Anschein, als ob die Wahl bei der Vice-Präsi-denlschaft auf Senator Fairbanks fal' len würde, da sich eine genügende Anzahl Führer für ihn erklärt haben. Der Jndiana Senator ließ sich kurz im Auditörium-Annex sehen und erhielt von zahlreichen Anhängern eine warme Begrüßung. Er verharrte schweigsam wie gewöhnlich; doch wurde den Delegaten bekannt, daß der Senator eine Nomination nicht ablehnen wird und dies hat seine Aussichten wesentlich gestärkt. Weitere Leichenf u n d e. New York, 19. Juni. Heute früh begann von Neuem die Suche nach den Todten vom General Slocum". Nach einer Stunde waren 13 Leichen am Ufer von Nord - Brother Island entdeckt. Drei trieben im Wasser nnd allgemeiner Meinung nach werden noch weit mehr im Laufe der Woche an die Oberfläche gebracht. Als die Arbeit mit Sonnenuntergang für den Tag schloß, waren der langen Liste der Todten, welche man aus dem vernichteten Dampfer und den Gewässern der unmittelbaren Umgebnng geborgen, 36 Leichen hinzugefügt. Fast alle kamen nach der Morgue und die meisten wurden noch während der Nacht identisicirt. Unter den in der ersten Stunde gefundenen Leichen befand sich ein Maun, sechs Frauen, vier Mädchen und ein kleines Kind. Ein Taucher brachte die Leiche einer dreißigjährigen Frau und eines elfjährigen Mädchens, die sich umschlungen hielten, zur Oberfläche, wenige Minuten später die Leichen eines neunjährigen Knaben und eines sechsjähri gen Mädchens, offenbar Geschwister, in enger Umschlingung. In dem Wrack fanden Taucher die Leichen einer Frau, eines Mädchens und eines Knaben, bis zur Unkenntlich, keit verbrannt. Nach Aussage der .Taucher befinden sich noch mehr Leichen . in dem Wrack, eine Bestätigung der

Meldung vor 2 Tagen, nachdem man j das Wrack gesäubert glaubte, daß noch viele Leichen unter den Holz- und Maschmentheilen verborgen seien. Eine Leiche trieb im Flusse nahe Rikers Island, 19 wurden vom Flußboden in der Nähe der Strecke von der Insel nach dem Canal heraufgeholt. Drei Leute, die mit einem improvisirten Enterhaken aus einem Holzklotz, an dem zahlreiche Fisch-Angeln befestigt waren, arbeiteten, zogen einen Theil des Geländers vom Oberdeck des Slocum, etwa 30 Fuß lang, mit vier Frauenleichen empor. Es ist dies ein Theil jenes Geländers, das zusammenbrach, kurz, ehe der Dampfer an das Ufer gebracht war, hundert Menschen in's Wasser reißend. Gegen 100 Opfer wurden heute zur letzten Ruhe bestattet. In vielen Fällen beförderte ein Leichenwagen zwei und mehrere Särge, und es kam vor, daß zwei oder selbst drei Leichenwagen die Todten einer einzigen Familie hinwegfuhren. Zur Sammlung von Beweismate rial nahmen heute verschiedene Beamte den gleichen Weg, den das Schiff am Unglückstage, am Mittwoch, zurückgelegt hatte. Auf einem Polizei-Patrol-Boot befanden sieb Polizei-Inspektor Albertson, die Coroner O'Gorman und Berry, ein Chef vom Lotsen-Distrikt der New Haven Linie und E. Weaver, der als Hilfs-Steuermann auf dem Slocum" am Mittwoch fungirt hatte. Der Coroner fragte den Chef des Lotsen.Dienstes, Capt. Gilder, ob er das Schiff, falls er die Leitung gehabt hätte, an's Ufer hätte bringen können. j Gilder erwiderte sofort, es hätte dies; in wenigen Augenblicken am Fuße an Oft 129. Straße geschehen können. Coroner Berry erklärte zugleich, er habe Detentionsbefehle gegen den Capitän, Steuerleute, Maschinisten und Mannschaft des Schiffes erlassen. Handels-Sekretär Cortelyou besichtigte heute die Unglücksstätte. In seiner Begleitung befanden sich H. A. Smith vom Corporations-Bureau, der die Untersuchung leitet und andere Inspektoren. Der Besuch des Präfid e n t e n. Philadelphia, 19. Juni. Präsident Roosevelt, welcher nebst Gat tin den Sonntag bei Generalanwalt Knox auf dessen Landgut bei Valley forge verbrachte, besichtigte heute die historische Stätte des Feldlagers von Washington. Der Vormittag war mit einer langen Fahrt über, das Gelände ausgefüllt, wobei Washington's Hauptquartier und andere Plätze besucht wurden. Nachmittags wohnte der Präsident der patriotischen Feier in der Washington Gedenk-Kapelle bei und hielt eine Ansprache an die Versammlung. Gut abgelaufen. C o l u m b u 3 , O.. 19. Juni. Bei einem Zusammenstoß im Union" Bahnhof wurde heute eine Anzahl Passagiere verletzt, keiner ernstlich. Ein einfahrender Zug der Cleveland, Akron und ColumbuS Bahn collidirte mit einem Excurfionszug der Norfolk und Western Bahn, der plötzlich wegen Blockirung des Geleises durch Frachtwagen gehalten hatte. Es entstand eine Panik, aber die Angst der Passagiere war rasch durch die Zuz-Beamten gestillt. Die Besucherza hl. Ausstellungsplatz, St. LouiS, 19. Juni. Nach officiellen Mittheilungen stellt sich der Besuch in der mit dem 18. Juni endenden Woche auf insgesammt 475,187. Nash ' Befinden g ebessert. Columbus, O., 19. Juni. Im Befinden des früheren Gouverneurs Nash trat heute eine wesentliche Besserunz ein. Die Herzthätigkeit war bedeutend verstärkt, er konnte aufstehen und lesen. '

Gefährlicher Schuh.

Vier unter einem Baum Zuflucht Suchende vom Blitze erschlagen. Ehest e r, Pa.. 19. Juni. Vier Knaben, die sich auf einer Farm in der Nähe des 3 Meilen entfernten Felton unter einen Kirschenbaum gestellt, wurden heute vom Blitze erschlagen. Sie waren von 13 bis 15 Jahre alt. Die Knaben suchten Schutz vor dem Sturm. Drei kamen auf der Stelle um, der vierte, ein Farbiger, starb auf dem Wege zum Hospital. Heldenmüthiger Priest er. C a s e v i l l e , Jll., 19. Juni. Ein junger Priester bot dem Tode Trotz, um C. B. List, einem Heizer, die letzten Tröstungen der Religion zu bringen. Der Heizer lag unter der Feuerstelle einer Locomotive, die durch einen Zusammenstoß vom Geleise gemorsen war. und alle Bemühungen, ihn hervorzuziehen, waren vergebens gewesen. Er wurde langsam zu Tode geröstet. Der Priester, welcher ein Passagier auf dem verunglückten Zuge war, bedeckte Mund und Nase mit seinem Taschentuche und bahnte sich durch die brennenden Holztrümmer einen Weg zu dem Verunglückten. Er sah bald, daß es unmöglich war, ihn zu retten, doch gewährte er ihm die Tröstungen der Religion und blieb bei ihm. bis er seinen letzten Athemzug gethan hatte. Seinen Namen zu nennen, weigerte er sich. ParlamentarischeSchieds-gerichts-Conferenz. St. Louis, 19. Juni. CongreßMitglied Richard Bartholdt von hier, Präs. der hiesigen Gruppe für den internationalen Schiedsgerichts-Congreß, hat folgendes Empfangs-Comite für die Mitglieder europäischer Parlamente ernannt, die dem 12. internationalen Parlament für internationes Schiedsgericht (12. September in St. Louis) beiwohnen : R. F. Broussard, Louisiana; R. R. Hitt, Illinois; Wm. P. Hepburn, Iowa; H. H. Densmore, Ark.; T. E. Burton, Ohio; John Lind, Minn.; W. A. Redenberg, Jlls.; I. Slayden, TexaS; G. E. Brooks, Colorado; Jacob Rupert, jr., New York und S. I. Barrows, Mass. 41 Jahre inBah n-W a g g o n s. Columbus, O., 19. Juni. Samuel Roß, der 41 Jahre lang in Diensten der Pennsylvania Bahn stand, ist gestorben. Vor 5 Jahren trat er mit Pension in den Ruhestand. Er war lange Jahre hier Fracht-Agent und hatte stets Stellungen, die ihn fast unausgesetzt auf Reisen hielten. In den 41 Jahren seiner Dienstzeit legte er 2,534.337 Meilen zurück, gleichbedeutend mit 100 Reisen um die Welt. Weitere Einschränkungen. Minneapolis, Minn., IS. Juni. Aus Escanada, Mich., wird berichtet, daß die Beamten der North-western-Eisenbahn, nachdem sie bereits vor drei Wochen den Arbeitstag für die Arbeiter von 9 auf 8 Stunden herabgesetzt hatten, die Arbeitszeit , in der Woche in allen Werkstätten auf fünf Tage reducirten. Ueber 250 Personen werden davon betroffen; die Reduction kam, ohne daß vorher eine Mittheilung gemacht worden wor. Alaska-Skandal. W a s h i n g t o n, 19. Juni. Bundesdistriktsanwalt Joung für den Westlichen Distrikt von Pennsylvania hat Generalanwalt Knox mitgetheilt, daß er die Stelle eines Spezial-Generalan-walts zur Untersuchung des Alaska'er Richterskandals nicht annehmen könne, und an seiner Stelle ist Hülfs-General-anwalt William D. Day ernannt worden. Präsident Roosevelt hat ange ordnet, die Untersuchung auf's Genaueste zu führen, und von dem Bericht Day's wird es jetzt abhängen, ob die drei Alaska'er Bundesrichter wieder ernannt werden odet nicht. Bedeutender Schadenersatz bewilligt. T e r r e H a u t e, 19. Juni. Viele werden sich noch des großen EisenbahnUnfalles, der am 15. Oktober 1902 zu Reelsvicke, Ind., vorgekommen, zu erinnern wissen. Jetzt sind den Hinterbliebenen des mit dabei um's Leben ge kommenen Postgehülfen Fred. H. Hemson von dem betreffenden Gerichte zu Danville, Ind.. 99,500 an Schadenersatz zugesprochen worden.

Reeord gebrochen.

Rasche Fanrt eines Zuges der Penna Bahn von Pittsburg. St. Louis, 19. Juni. Ein Special - Zug der Penna & Vandalia Bahn, der Pittsburg am Samstag Abend um 6 Uhr verließ, legte die Fahrt in 13 Stunden 15 Minuten zurück, in kürzerer Zeit als Präsident Roosevelt's Sonderzug, der in ihn 15 Stunden im letzten Jahre zur Einweihungsfeier der Ausstellung führte. Selbstmord aus Geldsorgen. Jackson, 19. Juni. I, B. Mills, Schatzmeister von Sumit und ein angesehener Bürger, endete heute durch Selbstmord. In hinterlassenen Schreiben bezeichnete er finanzielle Schwierigkeiten als Ursache. Seine Bücher find in Ordnung. A b f a h r t d e r ,.F a l k e". NewportNews, Va., 19. Juni. Die Abfahrt dZs deutschen Kreuzers Falke" von hier gab Anlaß zu einem brillanten Austausch internationaler Höflichkeiten. Als die ..Falke" das bei Fori Monroe liegende amerikanische Flaggschiff Minneapolis" passirte, feuerte sie einen Salut ab, welcher alsbald von den Kanonen des Forts und der Minneapolis" ' erwidert wurde. Ehe der deutsche Kreuzer die Capes" passirte, feuerte er nochmals einen Salut von 21 Schiffen ab. Gestern Abend fand in der Academy of Music" eine Minstrel-Vorstellung zum Besten des Seemanns-Heims statt, bei welchem 40 Musiker von den deutschen Kreuzern Vineta" und Gazelle" mitwirkten. Die deutschen Offiziere und Mannschaften unterhalten hier mit ihren amerikaNischen Kameraden die freundschaftlichsten Beziehungen und fraternisiren in einer Weise, wie man es bei den Angehörigen von Flotten zweier verschiedener Nationalitäten selten zu sehen dekommt. Der Präsident im Mutosrop. Durch einen merkwürdigen Vorfall wurde letzthin die Aufmerksamkeit der Polizei in der Bundeshauptstadt rege gemacht. Kurz vor acht Uhr Morgens erschien auf dem freien Platze am Kapitol ein Mann, der neben der Wash-ington-Statue einen großen phowgraphischen Apparat aufstellte, wie er zur Aufnahme beweglicher Bilder verwendet wird. Die Camera war so gerichtet, daß sie die ganze Szene überschaute. Bald darauf nahte ein als Neger ausstaffirter Mann und ließ sich unmittelbar vor der Statue George Washingtons auf's Pflaster fallen. In einer nahestehenden Kutsche befand sich ein Herr, dessen Erscheinung eine täuschende Ähnlichkeit mit dem Präsidenten Roofevelt hatte, und der, aussteizend. mxt Hilfe eines farbigen 5wtchers, der die Livree des Weißen Haues trug, den Neger zärtlich in die Kutsche des Präsidenten hob. Der Mann, der den Präsidenten vorstellte, nahm dann seinen Hut ab, bot dem Neger eme Cigarre und gab hierauf dem Kutscher einen Wink, weiter zu fahren. Eine Anzahl Leute, darunt zwei Kapitol-Poliziften, sahen sich dk Komödie an. Wie sich später herausstellte, war übt Maskerade von dem bekannten Nuv Vorker ' Komiker,, und Minstrelsänger Lew" Dockstader arrangirt worden, der den Neger selber darstellte. Er wollte die Bilder für einen neuen Monolog haben. Ms jedoch die Befürchtung laut wurde, die Aufnahmen könnten für Kampagnezwecke mißbraucht werden, übergab der Komiker die Films- der New Yorker Polizei, welche sie dem Präsidenten zusandte. Base-Ball. Die gestrigen Spiele resultirten wie folgt : American Association. Louisville, 19. Juni. Louisville ... .2 2 0 0 0 0 1 0 1 6 Milwaukee 03001220 08 Columbus, O., 19. Juni. Columbus ....2 0000052 9 Kansas City ..03000001 04 Toledo, 19. Juni. . Toledo 0 0001000 01 St. Paul 1 04 0 0 00 02 8 N a t i o n a l - L i g a. New York, 19. Juni. NewYork .00230402 011 Brooklyn 0000000000 Cincinnati, 19. Juni. Cincinnati ....0 0020001 3 Chicago ...."00000000 00 St. Louis, 19. Juni. Erstes Spiel. St. Louis ....000 1 0021 4 Pittkburg.... .3 0000000 08 Z w e i t e s S p i e l. St. LouiS 10000001 0 2 Pittsburg ... .0 0 0 2 0 0 0 3 0 5

Die erste Ncnnyachl.

Die Anfänge des deutschen Segelspor. Vereine nnd Regatte. Im Hinblick auf die demnächst wie der stattfindende Kieler Woche" dürfti es von Interesse sein, etwas über die Anfänge des deutschen Segelsports zu erfahren. Während in England die Anfänge eines sportgerechten Betriebs der Segelkunst 200 Jahre zurückreichen, hat sich in Deutschland der Segelsport erst in den letzten 50 Jahren herausgebildet und. wie natürlich, hat er starke Antriebe von dem älteren Sport Englands und Amerikas empfangen. Die ersten deutschen Klubs, die um die Mitte des 19. Jahrhunderts in Hambürg, Berlin und Königsberg entstanden, pflegten die Segelet nur in sehr bescheidenem Rahmen; ihr Bootmaterial wich, was Form und Takelung betraf, in keiner Weise von den gebräuchlichen Formen der Handels- und Fischerfahrzeuge ab, und von größern Wettfahrten war noch keine Rede. Immerhin gewann der Sport durch jene Vereine allmälig mehr Anhänger, und es fanden sich schließlich Liebhaber, denen der hergebrachte Betrieb nicht mehr genügte und die ihreAugen nach dem Auslande, das in dieser Beziehung weiter vorgeschritten war. richteten. So kaufte der Hamburger Adolf Tietgens im Jahre 1864 die Brooklyner Facht Laura," und in ihr lernten die Hamburger zum erstenmal ein Boot kennen, das ausschließlich zu Rennzwecken gebaut war es war ein Schwertboot mit hohlen Wasserlinien, von großem Segelareal und mit allen konstruktiven Neuerungen wie Patentreef, Drahtgut ausgestattet. Heute fristet dieser Typ nur noch in einzelnen Exemplaren ein kümmerliches Dafein, zu jener Zeit verkörperte er jedoch einen großen Fortschritt und war dem deutschen Material gewaltig überlegen. Auch nach Berlin kam in den 60er Iahren ein flaches Schwertboot amerikanischer Herkunft, und mit großem Eifer, wenn auch nicht gleich mit Erfolg, dersuchten die deutschen Vootbauer und Segelmacher, den Amerikanern gleich zu kommen. So kann man von der Ankunft der Laura" an eine neue Aera im deutschen Segelsport rechnen, die sich zunächst in der Gründung zahlreicher Vereine und später in der Veranstaltung selbstständiger Regatten immer deutlicher offenbarte. Die Japaner als Insekten." Unter d?r Ackerbau treibenden Vevölkerung i-es weiten russischen Reiches, die zum größten Theile noch nie von Japan gehört, nie eine Karte gesehen und selbstverständlich keine Ahnung davon hat, weswegen eigentlich der gegenwärtige Krieg geführt wird, sind über die Japaner recht seltsame Ansichten im Schwange. - Der Berichterstatter einer russischen Zeitung, welcher in den Gouvernements Moskau, Kursk, Charkow, Podolien und Cherson eine Anzahl von Bauern in Bezug auf ihre Anschauungen über den Krieg interviewt hat, erzählt z. B.. daß ihm in einem Dorfe die Bauern gesagt hätten, es sei so schwierig mit dem Japaner zu kämpfen, weil man ihn nicht sehen könne." Warum d?nn nicht?" Ja, ganz einfach darum. Euer Gnaderr, weil er eine Art von Insekt ist; er ist klein und lebt nur in der Nacht auf. Er verbirgt sich im Grase mit seinem Stachel, und da soll man ihn noch finden! Eine wahre Plage für unsere Soldaten! Er kriecht ihnen in die Stiefelschäfte hinein und saugt ihnen das Blut aus. Hat er sich mal vollgsogen, der Elende, so kriecht er heraus. Der arme Soldat haucht aber seine Seele aus. Und da soll man sich noch mit diesen Unholden herumschlagen." Hier athmete das Bäuerlein auf. Ich wollte meinen Ohren nicht trauen." erzählt der Korrespondent. Anfangs, neigte ich mich dem Glauben zu. daß der Bauer mich zum Narren halten wollte, später aber wurde es mir klar, daß der arme Teufel ganz treuherzig geredet hatte." Adoption in Japan. Eine uralte Sitte, die zum Theil noch heute besteht, ist in Japan die Adoption. Die Adoption diente in erfter Linie dem Zweck, das Erlöschen einer Familie und damit zugleich das Aufhören der Ahnenverehrung zu hindern. Sie war ferner ein Mittel, irgend einem Fremden eine Erbschaft zu sichern, und umgekehrt erlaubte diese Sitte kinderreichen Eltern, einen Theil ihrer Mitesser an anderer Leute Tisch abzugeben. Besonders nüchternen Charakters aber ist die Adoption, wenn ein Geschäftsmann einen tüchtigen Angestellten mit der Verpflichtung adoptirt. daß dieser wiederum den Sohn des Adoptanten adoptire und sich zur Ruhe setze, sobald der Sohn des ursprünglichen Besitzers zur Uebernahme des väterichen, pseudo-großväterlichen Geschäfts reif ist. Hofbeamte, die für jedes Kind von einem gewissen Lebensalter an eine Reiszulage erhielten, nahmen ein fremdes Kind an, wenn der eigene älteste Sohn noch sehr jung war. Auch in solchem Fall wurde dieser darm wieder von dem eingeschobenen Familienmitglied adoptirt. Die Adoption war "früher in allen Familien, von der kaiserlichen herab bis zur ärmsten, üblich. Junger Othello. In Magdeburg, Provinz Sacksen, schoß unlängst der 14jährige Sohn eines Betriebs - Sekretärs einem 20jährigen Dienstmädchen aus Eifersucht mit einem Teschin in's Gesicht. Das Mädchen wurde schwer verletzt.

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JL J 4 Jt MI 'MM 2 I l '.. 5? Vs gl -tTSKff'T' Vjm km. Diener,