Indiana Tribüne, Volume 27, Number 257, Indianapolis, Marion County, 20 June 1904 — Page 1
(i '4 ? i.
u-i- .!- : 1 gssesessa MSS69eS6SS6SS L' Tacxe und f Tage- und Tonntagsblatt XOo per Woche. " ronutaqsblati n Ä lOc per Woche. , ÄSSSSSSSäSSSSSSS
,tfT"inÄJr f .F
5J O s K f n 'f kiK) yr t K avjj i i 1 0 r KSx iKiH IXIxO
sö3s r tf x v
i ztm- miiT rsfrim rm
V
S33ss9esss r37 V vsc wsKysf v-vv
- ' " . . ' . Erscheint feden Nachmittag. Jahrgang 27. Indianapolis, Ind., Montag, 20. Juni 1904 No. 257.
4 t':' l A t 1 i :! .
9
V
Ritter vom Stemmeisen an der Arbeit.
Mit Vorliebe wenden sie Chloroform an. Ein kühner Streich schützte heute Morgen einen Einbrecher vor seiner Verhaftung. Die farbigen Polizisten John SpearS und Hart, sahen, wie ein Mann über das Gras laufend, sich zum Hause von Henry Snyder, 2304 Nord Illinois Straße begab und sich in der dort aufgehängten Hängematte, niederlegte. Sie gingen hin und fragten ihn, was er dort suche und er. hielten die kühle Antwort, daß er dort zum Besuche sei, seinen Namen gab er als Smith an. Während sie noch mit ihm im Ge. spräch waren, hörten sie Schöffe vom benachbarten Hause Henry G. Ber tholos, 2240 Nord Illinois Str. und der eine der Polizisten begab sich dorthin, um zu sehen, was vorging. Der andere Polizist, nach kurzer Unterredung folgte dem ersten, um auszu finden, daß das Haus des Herrn Berthold von Dieben besucht wurde, welche mit einer $10 enthaltenden Börse sich auf die Flucht gemacht hatten. Eine Nachfrage im Hause des Herrn Snyder ergab, daß dort keine Besucher seien, daß folglich der mysteriöse Mann in der Hängematte höchstwahrscheinlich ein Kumpan des Diebes war. . In dem Hause von SylvanuS Moon, 2411 Kenwood Ave. wurde ebenfalls, nachdem die Familienmit glieder chloroformirt waren, ein Einbruch verübt. Hier erbeuteten die Einbreche? $25 in Baar. Dieser Diebstahl wurde also innerhalb 2 Squares von dem erstgenannten ausgeführt. Die selben Diebe brachen auch' in das Haus des benachbarten Alfred McMannus uno eneicylerren 01: glk'.qsaus lyioro- ' f i jcrs sornnrte Familie um S aar, eine goldene Uhr und zwei werthvolle Ringe. Die Residenz Henry Stedtfeldt's. 2417 Kenwood Ave. wurde auS beimaesuckt und eine kleine Summe Geld gestohlen. Herr Milton Meyer, von 2340 Nord Illinois Str. wurde durch Nachbarn aufmerksam gemacht daß sich zwei Männer in verdächtiger Weise mit seinen Fenstern beschäftigten und dar aufhin wurden dieselben geschlossen. so daß er ohne Verlust davon kam. Verschiedene andere Häuser dieses Distrikts wurden heute früh von den Einbrechern besucht, in der Absicht, die Bewohner zu bestehlen. Soweit jedoch sind keine weiteren Meldungen erfolgreicher Einbrüche eingetroffen. Harry Ford, 550 Ost South Str., berichtöt der Polizei, daß Einbrecher am Sonntag Morgen früh, zwei Uhren und etwas über $20 in Baargeld aus seinem Hause entwendeten. Im Hause von Frank Neßler,
1 , 927 Fletcher Ave. wurden die Diebe
durch Frau Neßler, die durch ein Geräusch erwacht war. verscheucht; so daß sie hier unverrichteter Sache abziehen mußten. Indem nur zwei Häuser entfern- - ten Wohnhause von W. I. Williams aber, gelang es dem Diebe eine goldene Uhr zu stehlen. Polizeiliches. Mit Mühe und Noth wurde gestern Nachmittag an der Lock Straße und Jndiana Ave. die Farbige Jda Cusson verhaftet. Dieselbe hatte. assistirt von ihrem 15-jährigen Jungen, den Polizisten Goins in thätlicher Weise angegriffen und ihm auch sein Abzeichen entrissen. Sie wurden unter der Anklage des thätlichen Angriffs, des Gebrauchs gemeiner Redensarten und des Friedensbruchs eingesteckt. Aehnlich lautende Anklagen wurden regen ihren Sprößling erhoben. Die Polizisten Asch und Larsch verhafteten um Mitternacht Cbas. Launtz und Omen Neal, No. 1101 West Hoyt Ave. bezw. No. 2307 West Washington Ave. wohnhaft. Die beiden Bengel hatten dem an der Washington Straße und Senate Ave. stehenden Wienerwursthänbler seine Waare genommen und in die Gosse ge morsen.
Erscheinen der Polizei rettete
den Neger. Jacob Martin, ein betrunkener Neger, ergriff gestern Abend in der Nähe der Central Ave. und 16. Straße ein weißes Mädchen ' beim Arm. Das Mädchen schrie um Hilfe und sofort eilten verschiedene jungen Männer ihr zur Hilfe, wurden jedoch durch den Neger, der ihnen mit Erschießen drohte, in Schach gehalten. Die herbeigerufenen Radlerpolizisten Samuels und Zillespie fanden eine aufgeregte, sich in Verwünschungen ergehende Menschenmenge um den Neger angesammelt, der Patrolwagen brachte ihn zur Station, wo er unter der Aknlage. Passanten angerempelt zu haben, eingesteckt wurde. Der Name der jungen Dame wurde nicht ermittelt. Bleiröhren-Dieb verhaftet. Die leerstehenden Häuser, 1609 Cottage Ave. und 420 W. New York Str., wurden vor einigen Tagen der Bleiröhren sür die Wasserleitung beraubt. Gestern wurde der Farbige Elijah Powell. 438 Cora Str., unter der Anklage, der Räuder dieses Diebftahls zu sein, verhaftet. Er bestreitet seine Schuld, soll jedoch von Nachbarn der betreffenden Häuser als der Mann erkannt sein, welcher dieselben mit einem Sack auf dem Rücken verließ. Powell hat übrigens schon früher Diebereien dieser Art begangen und war erst vor Kurzem aus dem Zuchthause entlassen. Bon einem Straßenbahnwagen verletzt. Am östlichen Ende der River Avenue Brücke wurde gestern Abend Frau Flora Flackey, 133 Süd West Str., durch einen West Indianapolis Straßenbahnwagen umgeworfen, kam glücklicherweise mit gebrochenem Beine und geschundenem Kopfe davon. Soviel verlautet, soll sie versucht haben, das Geleise vor dem sich in Bewegung befindenden Wagen zu kreuzen und nur den übermenschlichen Anstrengungen des Motorniers, der sofort die Bremse setzte und den Strom abdrehte, verdankt sie es, daß sie nicht getödtet wurde. Aus katholischen Kreisen. Der Marion County Verband katholischer Vereine hielt in in der St. Joseph Halle gestern Nachmittag eine Versammlung ab, in der die Delegaten zu der hier abzuhaltenden Convention des Staatsverbandes am 3. Juli erwählt wurden. Ein Comite wurde mit den Arran gements für die Convention beauftragt. Thomas A. Dean in New York gestorben. Thomas A. Dean, früher hier im Engros Spirituosen-Geschäft unter der Firma Woodford & Dean, zuletzt der Geschäftsführer der Cuban American Tobacco Co. in' New York, ist dort gestern nach längerem Krankenlager gestrrben. Die Leiche ist bereits nach' hier unterwegs und wird von der Wohnung der Schwestern des Verstorbenen aus hier beerdigt werden. . ' Personal-Notizen. Herr Jacob Metzger empfing gestern anläßlich seines 75. GeburtstageS viele herzliche Gratulationen und manches hübsche Geschenk. Am Abend erfreute ihn der Musikverein" mit einem Ständchen. Bundschuh. Der Bundschuh verschob gestern in Folge des miserablen Wetters das Waldfest, welches er in Thiefing's Wald abhalten wollte, bis auf Weiteres. gXJ- Die beste 5 Cent Cigarre in der Stadt, Mucho's Longfellow". .: sr
Auf Veranlassung don Hnmani-täts-Veamten verhaftet.
Sherman Clark, ein aus Michigan City auf Parole entlassener Farbiger, und Joseph Nathan, gleichfalls ein Farbiger, wurden unter der Anklage, Pferde schlecht behandelt zu haben, auf Veranlassung vom Humanitätsbeamten Wilson durch die Radler Polizisten Samuels und Smith verhaftet. Dieselben hatten vor eine schwere DampfMaschine, die zum Mindesten durch sechs Pferde hätte transportirt werden sollen, nur vier Pferde gespannt und waren hierbei, nachdem die Pferde fast abgetrieben, ertappt und unter Anklage gestellt. Sie stellten für ihr Erscheinen im Polizeigericht Bürgschaft. 20 Personen verletzt in einer Bahnkollision. V i n c e n n e s, Ind., 20. Juni. Durch eine offenstehende Weiche ge rieth gestern Nachmittag der Schnell zug von Cincinnati nach St. Louis gerade außerhalb dieser Stadt auf ein Geleise, auf welchem sich ein Frachtzug befand. Der Ingenieur des Personen zuges blieb auf feinem Posten und es gelang ihm, den mit einer Geschwin digkeit von 60 Meilen in der Stunde fahrenden Zug soweit unter Controlle zu bekommen, daß dieselbe auf die Hälfte der Meilen vermindert wurde. Die Lokomotive des Frachtzuges wurde durch den ersten Frachtwagen getrieben und der aus 30 beladenen Wagen bestehende Frachtzug wurde um volle 50 Fuß zurück geschleudert. Soviel bekannt, wurden keine der Passagiere tödtlich verletzt, obgleich die selben durch den fürchterlichen Anprall alle von ihren Sitzen geschleudert wurden. Die Verletzungen bestehen zum größten Theile aus Quetschungen und Schnittwunden. Im Ganzen wurden 20 Personen verletzt. Polizeigericht. . Fred Burdsell, des thätlichen . An griffes auf Clarence Brandt angeklagt und John Coppenhaver unter Anklage der Veruntreuung auvertrauter Waaren und Gelder, wurden bei de durch eine Commission als n i ch irrsinnig befunden und werden prozefsirt werden. Ans der Office der Gesund-Heitö-Behörde. Die Tabellen der Gefundheits-Be hörde für den Monat Mai zeigen eine Besserung im Vergleiche mit dem vorher gehenden Monate , sind aber lange nicht so günstig, wie die Listen vom Mai vorigen Jahres. TonsilitiS war die vorherrschende Krankheit, dem Typhus erlagen 49 Kranke, Lungenentzündung (Pneumonia)' 319, Diphtheria 20, Scharlach 14, Durchfall 21, Krebs 95, durch Unglücksfälle starben 195 und den Pocken erlagen 6. Raucht die Tish I Mingo. Originelle Richtigstellung. In der Redaktion des in Sewastopol, Rußland, erscheinenden Blattes Krymski Westnik" erschien unlängst ein etwa neunjähriger Knabe im Kosakenanzug, mit Patronentasche, Dolch im Gürtel und eier Fellmütze mit rothem Boden. Sich höflich verbeugend, sagte er: Im .Krymski Westnil' steht gedruckt, daß auf den Stufen der Kirche des Heiligen Wladimir .irgend ein Knabe' dem Admiral Skrydlow ein Heiligenbild überreicht habe. Ich möchte Ihnen nun erklären, daß ich nicht .irgend ein Knabe,' sondern der Kuban'sche, Kosak Peter Popow bin! Mein verstorbener Vater war Oberst der Kuban'schen Kosaken. Ich brachte dem Admiral Skrydlow das Bild der Muttergottes von Kasan, weil sie unsere Beschützerin und Vertheidigerin ist. Der Admiral nahm das Bild, küßte mich und stellte mich seinen Kindern vor. Sie werden dieses so schreiben!" Die Redaktion erfüllte den Wunsch des neunjährigen Kosaken Peter Popow und erklärte feierlich, daß er nicht irgend ein Knabe" ist. sr-i-V. & Ä-s'i"r kx. '-"-T ff
Das
Jndiana Staats-Gebände gefällt allgemein. ; Das Jndiana Staats Gebäude cheint durch seine geschmackvolle und gediegene Einrichtung überall ganz beonders zu gefallen. In feinen Berichten über die Welt-Ausstellung inSt. Louis widmet der bekannte Reiseschriftsteller Dr. M. Baumfeld demselben folgendes Lob : Einen prächtigen Bau stellt I nd i a n a aus. Breite Boaenveranden lagern sich rechts und links um die Front. Sie ist so gut gegliedert, daß man sofort ein sorgfältig durchkomponirtes Innere dahinter vermuthet, und nicht enttäuscht wird. Vor Allem erscheint mir ein Problem sehr glücklich gelöst, welches für das amerikanische Haus besondere Beachtung erfordert. Jenes der Treppe nämlich. , Wie hier durch zwei' Stockwerke hindurch eine breite Doppeltreppe mit wiederkehrenden Absätzen architektonisch ausgenützt ist, verdient vollste Würdigung. Die Stiege hört auf, ein bloßer Weg zu sein, den man, oft mühsam genug, zurücklegt. Sie wird ein reizvolles und unentbehrliches Theil des Ganzen, auf dem man gerne verweilt, das man sich gut als Schauplatz intimen Gespräches denken mag, dessen Absätze zu Salonpartikeln verwendet werden könnten, die eben gerade nur Raum bieten für einige Wenige, die wirklich zusammen ge hören. Und von allen Theilen dieser Treppe übersieht man Theile des Hau ses in hübscher und , auch gemüthlicher Perspektive. In unserem Falle mün det sie ln eine Halle, an die sich ein verführerisch behagliches Herrenzimmer schließt. Das Ganze ist auf Graw grün gestimmt. Die Wände Natur holz mit Peluchefüllungen, eine Com bination, die sehr pikant wirkt. Da3 Licht fällt durch farbige Suprayarten aus Glas ein. Ein breiter Kamin ist. wie der Teppich, auf den Ton von Wand und Möbel gestimmt, alles ruhig und gediegen, aber beileibe nicht lang weilig. Aber auch gar nicht anspruchs voll. , Der rechte Raum für eine Forona, die sich im Eifer des Gesprä ches gerne erhitzt, die Bewegungsfrei heit braucht, aber auch tiefe und breite Fauteuils, in die man sich zurückfallen läßt, wenn man des ArgumentirenS müde ist. Auch im Uebrigen enthält dieses Haus viele Details, die davon zeugen. daß sich die Erbauer dabei wirklich etwas gedacht haben. Es wird von einer sehr farbenprächtigen Glasknppel gekrönt, durch die der Mittelraum des ersten Stockwerkes besonders gutes Oberlicht erhält. Die übliche Gemäldesammlung, die durchwegs gleichgearbeitete Rahmen aufweist. Von den Bildern kann man das nicht sagen, denn es ist eine größere Minorität interessanter Dinge darunter, als üblich. Auch sonst find in den Räumen kunftgewerbliche Artikel mit Geschmack vertheilt, von denen die, Fayancen im hohen Range stehen. Eine Verbin bindung von Strohgeflecht und dunklem Leder ergiebt aparte Möbelstücke. M i t einem Worte, ein Haus, in dasmangernewieder kehrt, auch wenn man nichts Besonderes dorten zu suchen hat. Liederkranz. Des polizeiwidrigen Wetters wegen wurde das Waldfeft, welches der Liederkranz gestern im Germania Park abhalten wollte, auf unbestimmte Zeit verschoben. Da jedoch die meisten Activen von der Verschiebung des Festes nichts wußten, so fand sich die größte Anzahl derselben doch im Laufe des Nachmittags im Parke ein und es dauerte nicht allzulange, so bildeten sie eine Taselrunde, an welcher es sehr vergnügt zuging. Es herrschte von vornherein eine urgemüthliche Stimmung, welche bis zum Schluß des improvifirten Festes anhielt. Unter Leitung ihres Dirigenten, Herrn Carl Riegner, brachten die Sänger mehrere Lieder in ganz vortrefflicher Weise zum Vortrag. "-"5, - svti 's
Einladung znr Generalversammlnng des D.-Nöm. Kathol. Central-Vereins.
Herr .P. I. Bourscheidt von Peoria, Jll., der Corr. und Finanz-Seceretär de Deutschen Römisch - Katholischen Central-Vereins von Nord Amerika, hat folgende sich selbst erklärende Einladung an alle dem Central-Verein angehörenden Vereine gesandt: An die Herren Beamten und Mitglieder der dem D. R..K. Central-Ver-ein angeschlossenen Vereine! Werthe Vereins-Mitglieder: Zum 49. Male ergeht hiermit die Aufforderung an alle, dem D. R. - K. Central-Verein angeschlossenen Vereine, einen Abgeordneten zur GeneralVersammlung zu entsenden. Dieselbe findet am 11., 12., 13. und 14. September in St. Louis, Mo., statt. Das Vereinswesen hat in diesen neunundvierzig Jahren solche riefige Verhältnisse angenommen, die alle Er Wartungen weit überschreiten. Diese Großartigkeit und Vielseitigkeit der verschiedenen Vereine und Verbände, welche uns sozusagen erdrücken, verlan gen eine Vereinfachung, wenn anderer seits die Vereine selbst und ihre guten Zwecke nicht erstickt und verloren gehen sollen. -Die Gründer unseres Central Vereins hatten im Jahre 1855 gewiß keine Ahnung davon, wie sich die Dinge nach einem halben Jahrhundert gestalten würden, und schafften etwas, was den damaligen Zeiten und Um ständen angepaßt war. Heute tritt an uns die Aufgabe heran, diese Bestim mungen für die Bedürfnisse unserer Tage tauglich zu machen, und da wird vielleicht Vieles fallen müssen, was damals für durchaus nothwendig gehal ten wurde. Aus dem Vorgehenden werden die Vereine ersehen, wie bedeutungsvoll die Generalversammlung unseres alten Centralvereins in diesem Jahre ist Wir stehen am Scheidewege, und in St. Louis muß es sich zeigen, welchen Weg wir fortan wandeln werden. Vor zwei Monaten wurde ein Rundschreiben an alle Vereine Versandt und in der Presse veröffentlicht, welches die Grund gedanken zur Reorganisation enthielt. (Sollte ein Delegat noch ein Exemplar wünschen, so steht solches bereitwilligst zur Verfügung,) Unsere Interessen erheischen deshalb eine allseitige Bethet ligung, und dieselbe ist um so mehr zu erwarten, da der Versammlungsor noch nebenbei einen Genuß bietet, wel cher Wenigen vergönnt ist, nämlich die Besichtigung der größten Weltausstel lung, welch? jemals dagewesen ist. Eine herzliche Einladung der Local Festbehörde liegt bei, welche es unnöthig macht, hier mehr davon zu sagen. Es ergeht das ernstliche Ersuchen an alle Vereine, tüchtige Männer nach St. Louis zu schicken, indem die Wichtigkeit der diesjährigen General-Versamm lung nicht genug betont werden kann. Bis heute haben bereits zehn Staatsverbände Abgeordnete erwählt, welche mithelfen werden, das katholische Vereinswesen so zu bilden, daß es unter Autorität unserer hl. Kirche, zum Nutzen und Frommen unseres amerikanischen Heimathlandes, sowie zur Fortpflanzung unserer Sitten und Sprache auch weiterhin blühen und gedeihen möge." Wichtige Fragen. Die Sabbath - Frage wird in der Conferenz der amerikanischen Rabbiner, die in Louisville am nächsten Montag zusammentritt, eine große Rolle spielen, und es dürfte zu einigen heftigen Debatten zwischen den orthodoxen und den reformirten" Rabbinern kommen. Eine weitere wichtige Frage, mit der die Rabbiner sich zu befassen baben werden, ist die Beschaffung einer feste ren Organisation des Judenthums in Amerika. Einige von ihnen haben die Gründung eines Verbandes nach Art der Synoden anderer Kirchen borgeschlagen, ob dieser Plan aber die Zustimmung der Conferenz finden wird, ist noch sehr zweifelhaft.
Nachrichten aus Jndiana.
Herr Joseph Keller als Festredner äuser sehen. Evansville, 19. Juni. Die Deutsche Gesellschaft hat beschlossen, den Deutschen Tag am Sonntag d. 11. September abzuhalten. Herr Joseph Keller von Indianapolis, bekanntlich einer der hervorragendsten Vertreter des Deutschthums in unserem Staate ist als der Festredner ausersehen worden. Die Gesellschaft hat damit eine ausge zeichnete Wahl getroffen. Eines Mädchens entsetzl i ch e s Ende. M a ck e y, 19. Juni. Auf schreck liche Weise haben Herr und Frau Fred Burnett hier ihr neun Jahre altes Töchterchen durch den Tod verloren. Das Kind lag auf der Veranda des Hauses schlafend, als es plötzlich einen gellenden Schrei ausstieß, der die Mutter herbeieilen ließ. Der Frau erstarrte fast das Blut in den Adern, als sie neben dem Kinde eine riesige. Klapperschlange liegen sah, die soeben ihre Fänge in das Fleisch des Kindes gesenkt hatte. Die Klapperschlange, ein riefiges Exemplar mit 16 Klappern und einem Knopf, wurde von herbeigerufenen Männern getödtet, worauf man so schnell wie möglich einen Arzt herbeiholte, der sein möglichstes that, um das Kind zu retten. Alle Bemühungen waren jedoch umsonst, das tödtliche Gift that seine Wirkung und die Kleine starb am nächsten Tage. Klapperschlangen scheinen in diesem Jahre in Südindiana in merkwürdig großer Zahl aufzutreten. Ex-Mayor Rader 's Nachlaß. J ef fe rso n v ille, 18. Juni. Der Nachlaß des vor einigen Tagen verstorbenen Ex-Bürgermeisters Thos. B. Rader ist auf S30, 000 abgeschätzt worden. Derselbe fällt der Wittwe und den Kindern zu. Jedes der letzteren sollZseinen Antheil an?!seinem 25. Geburtstage ausbezahlt erhalten. Bekannter Veteran zur großen Armee abbe rufen. . '" New A l b a n y, 19. Juni. In seiner hiesigen Wohnung ist Major M. V. Mallory, .ein Veteran des Bürgerkrieges,. an den Folgen eines Schlaganfalles gestorben, den er erlitt, als er demlPostamt einen Besuch kabstattete. Er hattejschon zweimal vorher leichtere Schlaganfälle gehabt undZ war seitdem leidend. Der Verstorbene wurde am 19. April 1833 bei Galene, 8Z Meilen nördlich von New Aldany, . geboren, machte den Bürgerkrieg in seinem Indianaer Cavallerie-Regimentz mit und nahm unter den Generälen Grant und Sherman an zahlreichen Schlachten und Gefechten theil. Nach dem Kriege ließ er sich in New Orleans nieder, siedelte aber 1384 nach New Albany über. Er nahm ?am politischen Leben lebhaften Antheil, diente als Countyvorsitzer der Republikaner und war auch für einen Termin Countyschatzmeister. Advokat Coleman sieg' r e ich. Evansville, 19. Juni. Die Supreme-Court in Chicago hat in dem Verfahren, welches von Staatsanwalt Chas. S. Deneen und von einem Comite der Chicago-Bar-Association angestrengt wurde, um den früheren hiesigen Advokaten Julius A. Coleman, jetzt in Chicago, von der Chicago Bar auszuschließen, sich am Freitag gewei gert, die Ausschließung in Kraft treten zu lassen. Der Gerichtshof war der Anficht, daß Coleman, obgleich er im Jahre 1881 nach dem Jndiana Zuchthause gebracht wurde, doch seit jener Zeit sich in gehöriger Weise benommen habe. Unter solchen Umständen ist das Gericht ge neigt, Coleman von der Bar nicht auszuschließen. Das Gericht erklärt, daß durch die Ausschließung der Mann für immer ruinirt würde. Das Gericht will irgend jemandem, der bereut und' ein guter Bürger werden will, dazu Gelegenheit geben.
l
H'l 1.1 f 1; ii; 1 I s i ä, ! u I ' i " 40 w I. ! h; f ' i i" !li H il i v I M . H I , f
smtMmmtam mtmammr
-7 'v" WM5
J'r
iiiiiiiiiiii11 J""""UMMMBTOPdMf'T "TT- I V,
