Indiana Tribüne, Volume 27, Number 256, Indianapolis, Marion County, 18 June 1904 — Page 6

Jttdiana Tribun c, 18. Juni

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SSS-'Ar-s w So ist es. Die Leber Ord. nung ist die Ursache vieler Sommerfellen. Leöerkeiden zeigen sicb sofort in dem schlechten Zustande de Ma ßtnS, verbunden mit schlech ten Appetit, Kopfschinerzen, etc. Der Gebrauch von Dr. Iugug König's tonnn wird die Leber in Ordnung bringen und allc Leiden heil en, die Gesundkeit wieder herfte llen und einen ruhigen Schlaf geben. )& Warum nicht H? 2 2? - Ci P , 3? n? sparen beim Einkaufe ihrer Möbel . . . UNO .... Teppiche sowie Galand Oefen und .Ranges. WILLIG'S 141 West Washington Str. 42 Nord Pennsylvania Straß Hauptquartier für ZZriUen ud Operngläser ' Brillen werden ab den besten Metboden de ugen angepagi. Künstliche Augen werden schmerzlos eingesetzt. 11 Vtablirt 1863, nimmt jederzeit Engage mentS entgegen. Irgendwelche Orchester' Mustk und irgend eine Anzahl von Musiker,, wird geliefert. Neue Ausstattung und neue Uniformen. 4i. A. Miller, Direktor. Henry Sprengpfeil, Geschäftsführer 301 Kentucky Avenue. Telephon Alt. roth 3311. Neu 98. Grotze Auswahl von w o o 55 M. -kr1si Mn - jwM-i-t--lener, No. 449 Gst Washington Stt Neues Telephon 2525.

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Europäische Nachrichten.

Frovtnz Wrandenrurg. Berlin. Am Tage nach seiner Penswnirung erschossen hat sich der 61 Jahre alte Steuerinspektor Hugo Hering vom Luisenplatz No. 13. Hering war 32 Jahre trn Steuerdienst und zuetzt Aufsichtsbeamter bettn Hauptsieueramt für inländische Gegenstände in der Kleinen Museumstraße No. öd. Insbesondere hatte er die Brauereien zu controliren. Wegen eines Kehlkopfleidens ließ er sich in den Ruhestand versetzen. Beim Segeln ertrunken ist der Kaufmann Zeh von hier, während zwei andere Bootsinsassen gerettet werden konnten. Ein todtltcher Bauunfall ereignete sich auf dem Grundstück Schlesischestraße 24. Der 19 Jahre alte Maurer Leo Pluth aus der Zeughofstraße 8 verlor aus dem. Neubau des Seitenflügels im dritten Stock das Gleichgewicht, stürzte in die Tiefe, schlug auf die Hosmauer aus und nach dem unbebautenNebengrundstück 25 hinüber und blieb dort todt liegen. ' Bon einem Omnibus überfahren und getödtete wurde der frühere Steindrucker Arthur Berensee, der seit vier Jahren von seiner Frau geschieden war und mit seiner Mutter zusammen in der Wriezener Straße wohnte. Auf eine 40jährige kirchliche Dienstzeit onnte der Pfarrer der Heüig-Kreuz gemeinde Stage zurückblicken. Am 7. April 1864 wurde er ordnnrt. Stadtfchulrath Professor Dr. Gerstenberg feierte das Fest der silbernenHoch zeit. Die Mitglieder des Magistrats andten dem Jubilar em herzliches Glückwunschschreiben zu. Eine der ältesten Berliner Weißbierstuben, die Braun'sche an der Ecke der Scharrenund Klemen Gertraudtenstraße, hat etzt ihre Pforten geschlossen, nachdem sie schon vor einiger Zeit in den Besitz eines anderen Wirthes übergegangen war. Potsdam., Sein 25jähriges Dienstjubiläum auf der Matrosenstanon Kongsnaes beging Maschmenmelster Rudolf Schröder, eine allen Potsdamern wohlbekannte Persönlichkeit. Charlottenburg. Einer der Senioren der hiesigen Lehrerschaft, der Leiter der Zweiten Hilfsschule für schwachbefähigte Kinder, TheodorFechner, beging das 4Oiahrrge Jubiläum seiner Lehrthätigkeit. Frieoenau. - Commerzienrath Paul Görz, der Begründer und jetzige Aufsichtsrathsvorsitzende der optischen Anstalt C. P. Görz, Akt.-Gel, hat 100 Stück Aktien der Gesellschaft zum Nennwerthe von 100,000 Mark zum Besten der Beamten und Arbeiter bkr Firma in Friedenau und Wintevstem gestiftet. Lands berg a. W. Der Kaufmann Max Wutke im Nachbardorfe Wepritz, Inhaber der dortigen Sryßen Cementwaarcn ??sbrik. bat' flct irach Entlohnung seiner Arbeiter erschossen. Wutke war in letzter Zeit sehr nervös. R i r d o r f. Bon einem Unglücksfalle wurde der 20jährige Kutscher Max Borsch, Bergstr. 82 wohnhaft, in der Delbrückstraße betroffen. Beim plötzlichen Anrücken der Pferde stürzte Borsch vom Kutschersitze des von ihm geführten Kohlenwagens herab, gerieth unter die Räder und' wurde überfah ren. Der Aerm te hatte lebensaetahrliche innere Verletzungen davongetragen. S t e g 1 t tz. In der Ktelerstrane ereignete sich ein trauriger Unglücksfall. Ein hoch mit Brettern beladener Wagen der Berliner Fouragehandlung Fedkenhauer, Reichenberger Straße, passirte die abschüssige Straße. Hierbei kam der Wagen ins Rollen, und der 50 Jahre alte Kutscher Julius Knoll gerieth unter die Räder, die ihm über Kopf und Beine gingen. Er war auf der Stelle todt. Vrovinz Hstpreußen. Königsberg. Ihr LOjähriges Lehrerjubiläum begingen: Dekan Szadowski von hier, Lehrer Desmarowltz, Kreutner und Lettmann aus Braunsberg und Lissewski aus Pr. Stargard, welche vor 50 Jahren im Seminar zu Braunsberg die Abgangsprüfung bestanden haben. In der Kronprinzkaserne hat der Grenadier Rateit vom 1. Grenadierregiment sich mit seinem Dienstaewebr erschossen. Motiv unbckannt. Der 37 Jahre alte Arbeiter Karl Ludwig Graap erhängte sich in seiner Wohnung Schweizergrund No. 4 an seinem Leibriemen. A l l e n st e i n. Musketier Wetzlar der 8. Compagnie des hiesigen Jnfan terie - Regiments No. 150 hatte einen Kameraden durch Einbruch bestohlen. Aus Furcht vor Strafe griff Wetzlar zum Gewehr, lud es mit einer Platzpatrone und schoß diese auf sich ab. Schwer verletzt mußte er nach dem Garnisonlazarett geschafft werden, wo er nach kurzer Zeit starb. Darkehmen. Bürgermeister Karl Sieben feierte sein 25iahnqe Amtsjubiläum. Außer den beiden städtischen Körperschaften war auch Landrath Eggert, ferner Vertreter der verschiedenen Körperschaften zur Gratula tion erschienen. K a k s ch e n (Ragnit). Im Wohn gebäude des Tischlermeisters Kalen druschat brach Feuer aus. 'Der Brand verbreitete sich so schnell, daß zwei Lehrlinge, die auf dem Boden schliefen, sich nur mit knapper Noth retten konnten. Ortelöburg. Nach 42jahriger Amtsthätigkeit trat Kantor Ballosch

jln den Ruhestand. Er war der Begründ und langjährige Dirigent des Kirchenchors und Vorsitzender des Handwerkervereins. An der hiesigen Stadtschule hat er, nahezu 30 Jahre gewirkt. Wormditt. Zu Ehren seines Dirigenten Kantor Wysoßki hatte der Sängerverein einen Festabend mit Musik und Gesang veranstaltet. Dem Gefeierten, der gleichzeitig sein 25jähriges Jubiläum als-Volksschullehrer feierte, wurde als Geschenk des Vereins eine goldene Uhr überreicht. J'rc'Vrnz Westpreußen. Danzig. Der Stadtverordnete und Kaufmann deJonge aus Neufahrwasser hat sich erhängt. Er hatte auf seinem Grundstück den Bau eines großen Gesellschaftshauses aufgeführt und dabei sein ganzes Vermögen von 120,000 Mark verwendet. Als er jetzt größere Zahlungen leisten sollte, verlor er völlig den Kopf und legte darauf Hand an sich. Die Leiche des 44jährigen Kaufmanns Emil Borneleit wurde in der Mottlau gefunden. Borneleit war seit einer Kaisersgeburtstagsfeier am 27. Januar verschwunden.

E l b r n g. Ein eigenartiger Fall von Blutvergiftung hat sich hier zugetragen. Der Drechslermeister Müller fand bei der Gartenarbeit einen Pilz, den er zerdrückte. Durch die Finger kam etwas Saft des Pilzes auf eine leichte Verletzung im Gesicht und es trat Blutvergiftung ein, welcher Mlll ler im Alter von 55 Jahren erlegen ist. F l a t o w. Schneidermeister Otto Teschke, ein sehr geachteter Bürger, hat in einem Anfall von Schwermuth seinem Leben durch Ertränken im hiesigen Stadtsee ein Ende gemacht. K r a k a u bei Heubude. Hier brannte das Gehöft des Besitzers Karl Peters vollständig nieder. Auch eine Anzahl Vieh verbrannte. Putzig. Nach achtjähriger Wirk samkeit am hiesigen Amtsgericht starb an den Folgen der Influenza Amtsgerichtsrath v. Horn im Alter von 51 Jahren. Riesenoura. Der Arbeiter Diskowski hatte Besuch erhalten. Seine Frau brühte eine Kanne Kaffe auf und ließ diesen m der Nahe des KochHerdes stehen. Während sie sich auf kurze Zeit aus der Stube entfernte, ergriff ihr einjähriges Kind die volle Kanne, trank daraus und verbrühte sich innerlich und äußerlich. Bald darauf starb das Kind. S ch ö n s e e. Des Ansiedler M. Mehrike aus Sachsen, welcher sich in Osterbitz angekauft hatte, hatte bei seinem Zuzüge nach dort aus dem hiestgen Bahnhofe Aufenthalt. Diese Zeit benutzte er, um sem mitgebrachtes Vieh zu versehen. Als er aus dem Waggon sah, stieß eine Ranairlokomotive so heftig auf den Waggon, daß die Thür zuschlug und ihm den Kopf zerquetschte. Nach kurzer Zeit starb er; Mehrike hinterläßt seine Frau mit acht Kindern. T u ch e l. Nach langem Leiden starb unser Bürgermeister Wagner. Sein Name wird mit der Fortentwickelung der Stadt auf immer verknüpft bleiben. Seiner Thätigkeit verdankt sie u. A. die Erbauung des Gaswerks. 'Z'ror'inz Sommern. Stettin. Der 212 Jahre alte Sohn der Arbeiterfrau Ricyert fiel in der Küche der Mutter, Krautmarkt 11, in die mit siedendem Wasser gefüllte Waschwanne und wurde derart verbrüht, daß er nach dem Krankenhause geschafft werden mußte. Dort ist das Kind gestorben. D e m m i n. Tödtlich verunglückt ist der Hofbesitzer Utpadel in Brest, der infolge eines Sturzes vom Scheunenboden verstarb. F r e i e n w a l d e. Als der zwanzig Jahre alteSchulamtscandidat Her mann Rachut, welcher erst kürzlich in Dramburg die erste Lehrerprüfung bestanden hatte und seitens der Regierung angewiesen war, die Lehrerstelle in Wildfort bei Kallies zu verwalten, hier mit zwei Berufsgenossen durch die Rathsstraße ging, loste sich von dem Dache des Hauses des Ackerbürgers Fischer ein Ziegelstein, der herunterfiel und Rachuts Kopf oberhalb der linken Schläfe traf. Der Verunglückte stürzte besinnungslos nieder und verstarb, ohne zum Bewußtsein gekommen zu sem. K a m m i n. An einer Leiter erhängte sich der Baustraße 603 wohnhafte Zimmermann Wilhelm Bartz. Lebensüberdruß soll das Motiv zur That gewesen sein. L ü s s ö w. Hier ist der Major a, D. und kgl. Kammerherr Achim von Voß-Wolffradt nach kurzem schwerem Leiden im 67. Lebensjahre gestorben. P 0 II n 0 lo. Als der Deputant Ludwig aus Turzig in der Nähe des Dorfes Techlipp neben seinem Wagen, der mit der Habe eines umziehenden Tagelöhners beladen war, herging, schlug eines der Pferde aus und traf ihn so unglücklich, daß er betäubt niederstürzte und unter die Räder des Fuhrwerks kam. Diese gingen dem Unglücklichen über die Brust und verletzten ihn derartig, daß er bald darauf verstarb. Rügen walde. Ertrunken ist in der Wipper die über 76 Jahre alt Wittwe Nimz auö Campnrühle, die in der Dunkelheit verunglückt ist. Schwessin. Hier hat der über 60 Jahre alte Nachtwächter Hitz sich erhängt.

Das Klima d?r Mndschurki. 1 ;

Hestige Schwankuugcn der Temperat, große Kälte und schöner Herbst. Die Mandschurei liegt zwar' unter denselben Breiten wie Mitteleuropa, doch hat ihr Klima zum größten Theil einen rauhen, kontinentalen Charakter, es ist heftigen Schwankungen unterworfen und zeichnet sich durch besondere Trockenheit aus. Die Rauheit liegt hauptsächlich daran, daß im Winter in der ganzen Mandschurei fast immer Nordwestwind herrscht, der mit seiner trockenen, kalten Luft aus der Wüste Gobi alle Feuchtigkeit aufsaugt und die Temperatur sehr stark fallen laßt. Im Winter herrschen oft 25 bis 35 Grad Fahrenheit unter Null, so daß kleinere Flusse bis auf den Grund zufrieren. Doch ist es andrerseits bei der heftigen Kälte so windstill, daß sie sich leicht ertragen laßt. Auch der Erdboden ist zuweilen 1 bis 2 Jards tief gefroren. Mitte Marz bricht in der Mandschure: der Frühling an; die Sonnenwärme mmmt rasch zu, schnell entwickelt sich die Vegetation, und spätestens Ende April ist die Aussaat beendet. Im Sommer enthalt die Luft infolge der aus östlicher Richtung wehenden Passatwinde vi:l Feuchtigkeit, die Temperatur schwankt zwischen 68 bis 86 Grad Fahrenheit über Null. Die warme, feuchte Luft der Passatwinde, die vom Gelben, Meer her wehen, staut sich an den kalten Berggipfeln des Tschamboschan, und die geringste Abkühlung in der Temperatur der obersten Schichte der Atmosphäre genügt, einen Platzregen hervorzurufen. Diese Regenperiode beginnt mit Ende Juli und dauert meist den ganzen August hindurch. In wenigen Stunden sind dann die kleinsten Bäche und Flüßchen zu reißenden strömen angeschwollen, die alles, was ihnen in den Weg tritt, Zerstören und oft ganze Dörfer vernichten. Die große Überschwemmung vom Jahre 1897 fetzte fast die ganze Ussunbahn unter Wasser, und den Berichten, daß in den Kämpfen bei Tientsin der Regen den Chinesen eine Wiederholung des Angriffs nicht erlaubte, ist voller Glaube zu schenken. Im September beginnt in der Mandschurei der Herbst, die schönste, von warmem Metter begunsngte Jahreszeit; Ende Oktober erst tritt Frostwetter ein. Nutzen nd Schaden der Lawinen. Die Lawinen zählen zu den schlimmsten Schrecken des Hochgebirges, doch darf man sie trotzdem nicht ausschließlich als feindliche und zerstörende Mächte betrachten. . Sie sind im Riesenhaushalt der Natur so nothwendig, wie große Umwälzungen im Leben der Menschen. Zahllose Millionen Centner Schnee, deren Schmelzen bis tief in den Sommer dauern wurde, befördern sie in blitzartig schneller Arbeit von den Höhen zur Tiefe, und da auf diese Weise m großen Gebirgsthalern die Möglich keit einer Vegetation allein von ihnen abhängt, so bleiben sie vorwiegend wohlthätige Naturphänomene. Dem Walde freilich, der sich ihnen hemmend in den Weg stellt, sind sie ein schlimmer Feind. Seine Bäume verhalten sich in diesem Verzweiflungskampfe fehr verschieden. Fichten und Buchen brechen leicht, ihre Kronen werden oft förmlich weggeblasen, zähen Widerstand dagegm leisten Ahorn, Eberesche und Lärche, die sich gleichsam vor den Lawinen bücken, um sich später wieder aufzurichten. So kommt es, baß man besonders die Lärchen häufig noch über den Fichten als letzte und äußerste Grenzposten gegen die Eis- und Schneeregion hinauf erblickt. Nach dem Grundsatz: Theils und herrsche!" hat auch der Mensch in der Neuzeit den Kamps gegen die Lawinen erfolgreich aufzunehmen versucht Der losgebrochenen Gewalt wehrlos gegenüberstehend, sucht man vor allem das Losbrechen zu verhindern. Hoch über Straßen und Bahnstrecken, die man durch Galerien sichert, sucht man das Unthier m semen Hohlen sestzun! geln. Besonders in der Schweiz wird das Verdauen der Lawmen jetzt lyste matisch betrieben, 'indem man auden bekannten Bruchstellen und Quellen des Verderbens Pfähle einrammt und diese durch Quermauern und Stufen, die den abgleitenden Schnee zertheilen, verbindet. . Fremdenverkehr in der Schweiz. Nach einer Statistik ist das Jahr 1903 für den Fremdenverkehr in der Schweiz ungünstiger ausgefallen als 1902. Schon im Jahre 1902 bezeichnete man das Ergebniß als gering. Damals betrug der Jahresdurchschnitt der prozentualen Bettenbesetzung 28 Prozent, im Jahre 1903 dagegen nur mehr 27 Prozent. Man nennt als Ursache die schlechten Witterungsverhaltnisse, und man wird dem zustimmen, sobald man erfährtdaß die schweizerischen meteorologischen Veobachtungsplatze in den Monaten Juni, Juli, August und September - im Ganzen nur 27 helle Tage zählten. Diesen standen 42 trübe und 52 Regentage gegenüber. Was das Nationalitätenverhaltniß betrifft, so hat das deutsche Element im letzten Jahre wieder einen Zuwachs erfahren, ebenso kamen die Engländer wieder in größerer Zahl in's Land. Ihre Besuchsziffer näherte sich wieder der des letzten Jahres vor dem TranL-vaal-Kriegc, der in der Schweiz während seiner ganzen Dauer durch die e -hebliche Abnahme englischer Besucher fühlbar wurde. Auf derganzen Erde gibt es' 3064 Sprachen und über 1000 verschiedene Religionen.

Die Sonnenflccke.

Ihr angeblicher Einfluß auf di Witterug der Erde Widerlegungen. Von hervorragenden Meteorologen ist schon des Oefteren die Behauptung widerlegt worden, daß die jeweilige Zahl der Sonnenflecke einen bemerkenswerthen Einfluß auf die Witterung ausübe. Demungeachtet hat ein Fachmann" in einem Berliner Blatte jüngsthin wieder für den heurigen Sommer eine Wetterprophezeiung veröffentlicht, die er auf den dermaligen Fleckenreichihum der Sonne stützt. Wörtlich sagt der Verfasser: Es werden sich für die nördliche Halbkugel mehrfach abnorme Hitzperioden und heftige plötzliche Niederschläge mit nachfolgender Überschwemmungsgefahr einstellen. Wenn hiervon auch manche Gebiete verschont bleiben werden, so wird dies doch der allgemeine Charakter des heurigen Sommers sein. Die Ursache für diese Erscheinung liegt in der außerordentlichen Eruptionsthätigkeit der Sönne, und der diesjährige Sommer wird nur allen anderen Sommern in sonnenfleckreichen Jahren gleichen." Thatsächlich ist der Einfluß der Sonnenflecke auf unsere irdische Witterung , so gering, daß die Forscher, die ihn feststellen wollten, zu ganz entgegengesetzten Ergebnissen gekommen sind Wie der berühmte Meteorologe Professor Hann in Wien nachdrücklich betont, gestatten die Ergebnisse der bisherigen Untersuchungen keine Schlüsse auf das Eintreten trockener und nasser Jahrgänge auf Grund der Sonnenfleckperiode. Es gibt lange Perioden, in denen der Einfluß der Sonnenfleckenhäufigkeit überHaupt gar nicht hervortritt. Wie sich das Wetter in diesem Sommer gestalten wird, weiß Niemand im Voraus, ebenso wenig wie Jemand wissen kann, welches Wetter in acht Tagen, in fünf Tagen oder selbst in drei Tagen herrschen wird. .Dies mag Manchem als ein Armuthszeugniß der Wissenschaftlichen Meteorologie mit ihren Millw nen von Einzelbeobachtungen erscheinen; aber es ist nun leider einmal so, und Niemand kann etwas daran ändern. Affenzagd in der Mark.' Eine amüsante Geschichte erzählt die Deutsche Jäger Zeitung" von einer Affenjagd bei Werder an der Havel. Es heißt dort: An einem schönen Morgen lag der Jagdpächter K. auf dem von ihm gepachteten sogenannten Plessower See," der Stadt Werder gehong, der Entenjagd ob. An einer seich ten Stelle des gerade freien Ufers er schien auf der Bildfläche ganz plötzlich ein ziemlich starker Affe, der von dem Jäger mit gutem Blattschuß erlegt wurde. Ein interessantes Schauspiel bot sich jetzt dem Jäger dar, indem der treue Begleiter desselben den Assen ap Portiren wollte. Die Schwere des erlegten Wildes" (22 Pfund) verhin derte das , Aufnehmen, und der Hund schob nun das seltene Wild vor sich her und schwamm damit nach dem Kahne zu. Zur Erklärung dieses sei tenen Jagderlebnisses wurde ermittelt, daß der Affe ungefähr drei Monade früher seinem ehemaligen Besitzer entsprungen war und sich meilenweit in der Gegend herumtrieb. Ein Einfangen des Ausreißers war nicht möglich gewesen, da er verwildert war und schon Menschen annahm. Genährt hatte sich der Affe von dem m der Gegend reichlich vorhandenen Obst, indem er ine Baume arg plünderte. Ein mal wurde der Affe auf einem Apfel bäum überrascht, und der Besitzer des Obstgartens versuchte ihn zu verjagen; das verstand aber der Apselrauber un recht, setzte sich zur Wehre und bom bardirte den Störer seiner Räubereien Mit Aepfeln derartig, daß er sich zu rückziehen mußte. , Der Affe befand sich in gutem Futterzustande und wurde ausgestopft, um dem Werdcner Schulmuseum überwiesen zu werden. Vielweiberei im Orient. Die Vielweiberei ist unter den Mohammedanern keineswegs so verbreitet, als man gewohnlich annimmt. Bei den Bauern und Beduinen findet man sie aus ökonomischen Gründen; man bedarf in diesem Stande der Frauen als Arbeiterinnen für Haus und Feld. Der Mohammedanismus gibt also ein praktisches Mittel zur Beseitigung der Leutenoth an die Hand. Der Sultan, die Paschas und andere Vornehme tret ben die Vielweiberei als Luxus. Sie ist bei ihnen oftmals nichts weiter, als das prahlerische Aushängeschild ihres Reichthums. Im Mittelstande findet man dagegen meistens ernweioige Ehen Uebrigens kann auch jede mohammedanische Frau den Gatten vor der Hochzeit verpflichten, keine weitere Ehe einzugehen; auch ist die Zahl der legitimen Frauen auf vier beschränkt und darf keineswegs, w man Wohl annimmt in's Ungemessene gehen. In manchen Städten, beispielsweije m Algier, ist die Verpflichtung des Mannes zur Ehe mit nur einer Frau ganz allgemein. Aber selbst ohne ein darauf abzielendes Gelübde des Mannes kommt in den mittleren Volksschichten die Vielweibereinur selten vor. R e i cb e r G a s f u n d. Die Steer Creek Oil & Gas Company hat am Steer Creek in .alyoun Eoumy, W. Va., eine Gasquelle angebohrt, welche per Tag 8,000.000 Kubikfuß Gas liefert. Man hört das Rauschen des Gases auf Meilen weit. Es ist dies die reichste Gasquelle, die je im 0s $TTrtittrATn---s3:Irtrt ArntoftcftrJ fff Vt JJ l W t V " W UttVjVVVV wurde.

Die Briten in Tider. Es scheint, als ob die Kämpfe in

Tibet ausschließlich auf die von dem britischen Expeditionskorps besetzten Punkte beschränkt wären und die Tibetaner naaMrade zwar mehr Leute, bessere Waffen, ausreichende Munition und auch ziemlichen persönlichen Muth, i- t f t 1 .. . . iV. uxfti uuui iuuuiu.;eii jiueye uuu uuu den für die Kriegführung wichtigen Dingen, wie die wirksameAbschneiduwz derZllerbindungen einer eingeschlossenen Streitmacht nur di: allerursprünglichsten Ideen besäßen. Für die Engländer ist das natürlich außerordentlich günstig, zumal der ihnen achtfach überlegene Femd neuerdings sich ernstlich bemüht, ihnen näher aufzurücken bis zu einem Punkte, wo fein Zahlengwicht jeden Augenblick recht bedenklich werden könnte. Daher denn auch die Ausfälle, die Oberst Brander nach derschiedenen Richtungen macht, um die Punkte, wo sich die Tibetaner festzusetzen streben, zu säubern und grüi.dlich zu zerstören. Die letzten Vorstoße wurden gemacht, um drei Dörfer, im Rücken der 'Engländer und an der Verbindungslinie gelegen, mit vier Kompagnien Pionieren und zwei Geschützen auszufegen. Die ersten zwei Dörfer wurden verhältnißmäßig leicht' genommen, dds dritte jedock vom Feinde hartnäckig vertheidigt und erst mit Sturm genommen, als man mit einer Ladung Schießbaumwolle in die Mauer des Haupthauses Bresche gelegt hatte. Ein viertes Dorf konnte nicht angegriffen werden, weil die Hauptmacht der -Tibetaner Anstalt machte, Oberst Branders Abwesenheit zu benutzen, um einenUeberfall auf das englische Lager zu, machen, der allerdings durch schleunige Rückkehr der Pioniere und Geschütze abgewendet wurde. Während in solcher Weise derKampf mit erhöhter Schärfe fortdauert, nimmt die einzige in Tibet lebendeAusländerin, Fräulein Annie Taylor, die seit einigen Jahren dort als Missionrin wirkt, abermals in einem Schreiben in den Spalten der Londoner Morning Post das Wort, um die Tibetaner sehr entschieden gegen die Anschldigungen zu vertheidigen, die zu der Gesandtschaft und dem neuerlichen Blutvergießen geführt haben, und dagegen die Chinesen als die eigentlichen Schuldigen zu bezeichnen. Nach Angäbe dieser Dame, die augenscheinlich vollkommen von der Wahrheit ihrer Darstellung durchdrungen ist, führten die Chinefen hinter den Kulissen in Tibet ein blutiges Schreckensregimen! und zwängen die Tibetaner, die englische Regierung mit Versicherungen und Verheißungen, die nie gehalten würden, zum Besten zu halten. Der viel erörterte und von den Tibetanern nie gehaltene Vertrag mit der Regierung in Kalkutta sei vom chinesischen Amban' abgeschlossen worden und dieser selbe Amban habe gleich darauf mit den maßgebenden Persönlichkeiten Tibets einen chinesischen Vertrag abgeschlössen, der den englischen zu reiner Makulatur mache. Nur weil die Tibetaner bei England keinen Schutz gegen Chinas - Bedrückung finden könnten, hätten sie Anknüpfungen in Rußland gesucht. Auch jetzt hofften dieChinesen, sobald die Tibetaner nach dem auf chinesisches Andringen unternommenen Kriege gründlich geschlagen seien, als Mittelsmänner einzutreten und ihre Stellung im Lande stärker als zuvor zu befestigen, indem sie dem Dalai Lama den letzten Rest seiner Macht aus den Händen nähmen. Fräulein Annie Taylor ruft England im Namen der Menschlichkeit an, es nicht dazu, kommen zu lassen, sondern die Schutzherrschaft überTibet zu übernehmen. Geschehe das nicht, 'lasse man die Chinesen ihrDoppelspiel weiterführen, so würde die Schutzherrschaft sicher früher oder später zu England's Nachtheil Rußland zufallen. Man fragt sich angesichts dieses ernsten Schreibens: Was ist Wahrheit? Sind die Engländer' von den Chinesen genassührt worden oder haben die Tibetaner einer wohlmeinendenMissionarin einigen blauen Dunst vorgemacht? Der weitere Verlauf der Dinge wird Hoffentich auch darüber Aufklärung bringen. DerVreslauerStadt kämmerer Franz Weller, bis 1901 Zweiter Bürgermeister der Stadt Brandenburg, hat sich in seinem Amtszimmer erschossen. Als Grund wird die Befürchtung angegeben, daß sein schweres inneres Leiden unheilbar sei. Ueber die Leistungsfä higkeit des mongolischen Feldponys äußert sich der frühere Gouverneur Major Dr. v. Wissmann in einer Kritik des v. Salzmann'schen Werkes I mSattel durch Zentralasien" wie folgt: Zur Zeit der Organisation der deutschen Truppe für China wies ich im Militär-Wochenblatt auf das mir so bekannte, wundervolle Feldpony der Mongolen hin, fand aber keine Beachtung und, wie wir aus V.Salzmanns Erzählungen undBeobachtungen sehen, wohl zu unserm Nachtheil. In allem dieses Pony Betreffenden stimme ich dem Verfasser bei, nur sein Rath, au , für unsere afrikanischen Kolonien dies Pferd zu versuchen, muß bedingt aufgefaßt werden. Ein Versuch darf nur in den trockenenSteppen Deutsch-Süd-westafrikas , gemacht werden, da vielleicht das harte Pony nicht so dem Pferdesterben unterworfen ist; für die anderen Kolonien bedarf man andern Materials, das feuchte Hitze gewohnt UL"