Indiana Tribüne, Volume 27, Number 256, Indianapolis, Marion County, 18 June 1904 — Page 5

Jndinna Tribüne, 18. Juni 1904;

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,G '" .. N V 0 : : 0 ott . M 'nd Du willst also wirklich bei den Leuten auf Karlshorst Besuch machen, lieber Benno?" fraate die Landaerichtsräthin von Leuthold ihren Neffen, der ihr und ihrem Gatten gegenüber am Kaffeetisch in der Glasveranda der hübschen Vorstadtvilla saß. Natürlich, verehrte Tante," erwiderte der junge Legationsrath, indem er den feinen Rauch seiner Havanna langsam in die Höhe blies, natürlich, denn Willbruch ist ja ein lieber Jugendfreund von mir. Er verlobte sich, ehe ich nach Konstantinopel ging, mit Baronesse Wilma, und nun muß ich mich doch von seinem ehelichen Glück überzeugen. Wie kannst Du nur fragen, liebe Tante?" .Er weiß nichts, er weiß noch aar nichts, Wilhelm!" rief, die Tante aus, indem sie die ausgestreckte linke Hand erhob und sie dann auf den Tisch klappen ließ, um ihrem Erstaunen Ausdruck zu verleihen. Ja, mein lieber Venno," nahm nun der Onkel das Wort, die Dinge daheim ändern -sich manchmal, während man in der Ferne ist. Willbruch hat isich allerdings verheirathet, aber nicht mit Baronesse Wilma." Was sagst Du, Onkel," rief der Legationsrath, indem er den Oberkörper vorbeugte und den Onkel forschend an,sah, nicht mit Wilma von Bruckdorf? Warum ist denn die Verlobung gelöst worden, und wer von Beiden hat sie gelöst?" Weiß keiner," sagte die Tante eintönig, während sie an die Decke schaute. Keiner," echote der Onkel. Aber wen hat er denn nur geheirathet?" fragte der Legationsrath eifrig. Daseist ja ganz räthselhaft." Wir wissen weiter gar nichts, als daß die junge Frau früher Fräulein Dorothea Leising hi?ß, und daß sie nun falle aber nicht hintenüber daß er sie sich aus einem Berliner WaarenHaus geholt hat." Aus einem Waarenhaus, sagst Du, lieber Onkel?" fragte Benno ganz derdutzt. Ja, warum denn, wie denn?" Weiß keiner," sagte die Tante wieder eintönig, während sie mit den Fingern der linken Hand auf den Tisch trommelte. ' ' Vielleicht ist sie schön?" Auch das wohl eigentlich nicht, lieber Benno. ' Er ist ein paarmal mit ihr hier vorbeigefahren, und eZ schien mir nichts Besonderes zu sein; aber so etwas ist freilich Geschmackssache. Nein, daß Du das nicht wußtest! Die .ganze Stadt ist ja voll. davon." Na, Konstanze, dazu gehört freilich nicht viel in einem so kleinen Nest," nahm nun der Landgerichtsrath das Wort. Hier spricht sich ja alles schnell herum." Ich bin ja kaum angekommen," sagte Benno, der noch wie betäubt von der Nachricht dasaß. Wirst schon noch davon hören, wenn Du länger bleiben solltest, wie ich hoffe," meinte die Tante. Venno starrte kopfschüttelnd vor sich hin, und der Onkel fuhr fort: Es ist wahrhaftig schade um diesen Willbruch. Er hatte sich als Abgeordneter hier sehr beliebt gemacht, und wir hätten ihn sicher zum Landrath unseres Kreises vorgeschlagen: aber nun ist ja alles aus. Frau Gemahlin aus emem Waarenhaus na, da hört denn doch alles auf! Aus einem Waarenhaus!" Ja, und das reizende Mädchen, die Wilma, sitzen zu lassen! Aus so guter Famuie, Tochter emes Regierungs raths!" rief die Landgerichtsräthin entrüstet. Du hast sie auch gekannt, liebe Tante?" Natürlich, wir haben doch nicht immer in diesem Neste gelebt, wie Du weißt. Ich habe sie m Berlm öfters in Gesellschaften gesehen und immer meine Freude an ihr gehabt. So araziös und liebenswürdig, schelmisch und munter, und dabei ist sie durchaus beqabt. Sie thut nur gar zu leid! Der Herr Assessor scheint ja denn auch selbst einzusehen, daß er sich durch diese Mesalliance seine Karriere gänzllch verdorben hat, sagte der Lanoge richtsrath, denn er ist aus dem Staatsdienst geschieden und baut nun seinen Kohl auf Karlshorst." So?" fragte Benno gedehnt und nachdenklich zugleich. Onkel und Tante sahen sich in der Erwartung getauscht, daß der Neffe in ihre Entrüstung einstimmen wurde. Du sagst ja gar nichts dazu?" meinte die Landgerichtsräthin etwas verwundert. r Ja, liebe Tante, hm, das alles ,klingt ja freilich bedauerlich," meinte 'Venno. aber teü mocvte oocy er i Freund Willbruch sprechen, ehe ich ihn sverurtheile. Ihr wißt, ich habe ihn immer sehr lieb gehabt. Morgen werde 'ich hinfahren." Er stand auf. um sich zu verabschieden. ; Ich will Dich nicht halten," sagte der alte Herr, Du hast uns schon ge'nug Zeit gewidmet. Na, für einen

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0 Margarethe 8lagr pensionirten, alten Staatsgaul, wie ich es bin, war es mal erfrischend, so ein junges Blut zu sehen und sich von ihm über die Welt da draußen berichten zu lassen." Ach ja!" meinte die Tante. Es war alles sehr interessant, was Du uns von Konstantinopel erzählt hast, besonders das über die Harems. Nun weiß man doch, endlich Bescheid! Also morgen geht's wirklich .nach Karlshorst? Nun, da werden wir ja nachher von Dir erfahren, lieber Junge, wie sich alles zugetragen hat." Der Legationsrath erwiderte hierauf nichts, sondern griff nach Hut und Stock. Die alten Herrschaften begleiteten ihn noch plaudernd durch den Garten bis zur Ausgangspforte, an der Benno sich endgiltig verabschiedete. In tiefe Gedanken versunken, legte er den Weg bis zu seinem Gasthof zurück. Was er über Freund Eberhard von Willbruch gehört hatte, war ihm freilich unbegreiflich; doch .wurde er deshalb keineswegs an ihm irre. Kannte er ja dessen ehrenhaften, wahrhaft vornehmen Srnn. Nem, wenn er so gehandelt hatte, so mußte etwas dahinter stecken, etwas Ungewöhnliches, Geheimes, das er nicht Jedermann hatte offenbaren können. An , der Abendtafel im Gasthaus hörte er ähnliche Bemerkungen über das junge Paar m Karlshorst, ebenso nachher im Offizierkasino : überall dasselbe. Benno konnte kaum den anderen Tag erwarten, der ihm, so hoffte er, Aufschluß geben würde. Ain nächsten Vormittag hielt Bennos offener Wagen nach zweistündiger Fahrt vor dem Portale des Schlosses von Karlshorst. Ein Diener in Livree, den das Rollen der Wagenräder von der Ankunft eines Fremden benachnchiigt hatte, fprang die Stufen der Freitreppe hinab auf den Legationsrath zu, der erwartungsvoll den Blick über die Front des stattlichen, Baues schweifen ließ. Ja, die Herrschaften waren zu Hause, hieß es. Benno ließ sich melden und stand in wenigen Minuten seinem alten Freunde Eberhard von Willbruch gegenüber. Welche Ueberraschung. mem lieber. guter Benno!" rief Eberhard und schloß den Freund m die "Anne. Wie geht es Dir?" sagte Benno. wobei er den Freund mit beiden Armen von sich abhielt und ihm forschend rn die Augen blickte. Du siehst ja prachtig aus, alter Junge! Das will ich memen, erwiderte der andere fröhlich. Den ganzen Tag in jedem Wetter draußen, und wenn ich heimkomme, ein liebes, junges Weibchen, das mich sorglich empfängt und mich in jeder Beziehung verwöhnt Du weißt doch, daß ich verheirathet bin?" Ja, ick) weiß alles." Alles?" fragte Eberhard, halb erstaunt, halb belustigt. Was verstehst Du darunter?" Ich weiß so viel, daß Du daß Du eine andere Wahl getroffen hast." Ja, mein Freund," sagte Eberhard. Ein Schatten zog über seine hübschen Züge. - Er wollte noch etwas hinzufügen, fuhr sich aber dann in leichter Erregung mit - der Hand durch das blonde Gelock und fagte endlich: Davon ein andermal. Komm nun, ich will Dich meiner Frau vorstellen." Er öffnete die Thür zum Nebenzimmer und zog Benno mit sich hinein. Denke Dir, Dora, hier ist mein lieber Freund Benno von Leuthold, von dem ich Dir öfters erzählt habe." Frau von Willbruch, die, den Eintretenden den Rücken zugekehrt, an einem zierlichen Schreibtisch saß, erhob sich nun und ging den Herren einige Schritte entgegen, indem sie Benno die feine Hand reichte. Der Legationsrath war auf's Angenehmste enttäuscht. Er hatte erwartet, eine jener so häufigen Großstadttypen zu sehen, so etwas wie eine Soubrette, im besten Fall ein Kartonfigürchen mit einem hübschen, nichtssagenden Puppengesichtchen aber nichts von alledem. 'Vor ihm stand eine junge Frau, die auf den ersten Blick den Stempel einer vornehmen und ausgeprägten Jndividualität trug. Sie war nicht durchaus schön zu nennen; darin hatte die Tante schon recht. Aber ihre angemhmen ÄLqe. das volle, gewellte lichtbraune Haar, die schlanke, biegsame Gestalt und vor allen Dingen die klugen und doch so weichen Augen gaben der Erscheinung das, was Benno sogleich innerlich als durch unb durch sympathisch bezeichnete. . Ein lichtblaues, sommerliches Kleid, das in semer künstlerischen Einsach heit einen gewählten Geschmack verrieth, bildete die schöne Hülle zu diesem überaus harmonischen Wesen, das vom ersten Augenblick an Bcnno für iq ge wann. Mit vollendeter Sicherheit bewillkommnete Dora ihren Gast; es sei ihr so lieb, ihn kennen zu lernen, sagte sie. und auch für ihren Eberhard freue sein

ommen sie sehr. Der müsse hier auf dem Lande ja' so vieles entbehren. Das nicht, liebes Herz," fiel ihr Eberhard eifrig in die Rede, aber es ist menschlich, daß man nicht nur glückllch, sondern auch beneidet sein möchte, wenn man einen so kostbaren ' Schatz wie Dich sein eigen nennt." Er küßte ihr die Hand, und sie erröthete lieblich. Sie wollte eben zum Sitzen nöthigen, als der Diener meldete. das Mittagsessen sei angerichtet. Der Legationsrath reichte der jungen Frau den Arm und schritt mit ihr, Eberhard voran, in den anstoßenden Speisesaal, durch dessen nach dem Garten geöffnete Glasthüren Sommerluft und Blüthenduft eindrangen. Herr von Willbruch war bei Tische sehr aufgeräumt und sprach immer wieder seine Freude aus über des Freundes Komm?n. Benno mußte von seinen Reiseerlebnissen berichten; er wagte aber nicht, die Theilnahme des Freundes zu erwidern, indem er nun seinerseits nach den Herzenserlebnissen desselben fragte, da er wunde Punkte zu berühren fürchtete. So ging denn die Unterhaltung vom Persönlichen bald auf das Allgemeine über. Der Legationsrath war ganz betroffen über das rege Interesse, das die junge Frau an allem bekundete, ob es nun Politik, Kunst oder Literatur war. Ueberall war sie geistig t zu Hause, über alles hatte sie eine selbstständige Meinung, die sie mit ebenso viel Anmuth wie Klarheit äußerte; im gegebenen Moment aber verstand sie auch wieder bescheiden zurückzutreten, um einem der Herren das Wort zu lassen. Sollte sie sich so viel Wissen, so viel gesellschaftlichen Takt etwa in den wenigen Monaten seit ihrer Verheirathung durch Eberhard angeeignet haben? Das schien unmöglich; sie war

ja beinahe beschlagener in der Literatur als Freund Eberhard selbst, und der hatte jetzt ja auch mehr zu thun gehabt als nur seine junge Frau zu erziehen. Nein, nein, ihr ganzes Wissen und Wesen war nicht' neu angelernt, sondern sicherlich das Ergebniß einer früheren, sorgfältigen Erziehung! Und wie reizend sie dabei der Tafel vorstand, ohne im Geringsten nervös be unruhigt oder unsicher zu sein! Benno wurde Nicht muoe, ne zu studiren; er fand sie Mit i?dem Augen blick anziehender. Der friedvolle Ernst stand, ihrem Gesicht so gut; er machte ein gelegentliches Lächeln doppelt so sonnig erscheinen. Und nun erst die verständnißinnigen, liebevollen Blicke, die sie von Zeit zu Zeit verstohlen ihrem Eberhard zuwarf! Es war ja begreiflich, daß der Freund bis über die Ohren verliebt war, ganz begreiflich. Der Nachmittag verging auf's Angenehmste. Das glückliche Paar zeigte dem lieben Gaste Haus, Garten und Ställe, und er bewunderte gern, wo es so viel zu bewundern c ab; aber heimlich entzückte ihn doch die junge Frau mehr als alles, was er sah. War sie bei Tische für ihre Jahre unaewöhnlich würdevoll, klug und liebenswürdig gewesen, so zeigte sie draußen im Freien jetzt ihr jugendliches Temperament. Ja, sie war wirtlich reizend. Benno trennte sich schwer: aber endlich mußte er doch darum bitten, anspannen zu lassen. Du wirst uns doch das nicht anthun, heute schon wieder abzureisen?" rief Willbruch erstaunt aus. Wer weiß, wann wir Dich wiedersehen! Als Venno Einwendungen machen wollte, schloß er: Johann, mein alter bewährter Diener, kann statt Deiner heimfahren; gib ihm Deine Schlüssel, und er bringt Dir morgen Deine wenigen Habseligkeiten getreulich her. Für dieje Nacht wird Rath werden." Dorothea fügte ihre holdseligen Bit ten zu deizen des Gatten, und Venno gab um so lieber nach, als er ja immer noch nichts über die Verlobungsgeschichte des Freundes erfahren hatte, Er konnte wirklich so nicht abreisen, nun Ichon gar nicht.; Auch schien Eberhard von dem Wunsche beseelt, sich dem Freunde gegenüber auszusprechen; denn als Dorothea sich nach dem Abendessen auf ihr Schlafzimmer zurückzog, weil sie sehr müde sei, sagte er zu Benno, indem er ihn zum Garten hinausgeleitete: Komm, lieber Freund, laß uns die Cigarre draußen rauchen und noch ein wenig im Mondschein wandeln; ich habe Wir ewiges zu erzählen, Du has ein Anrecht daraus." Sie schritten eine Weile zwischen blühenden Büschen stumm nebeneinander her; s war, als fände Eberhard nicht gleich das rechte Wort. Endlich begann Benno: Höre. Eberhard Deine Frau ist ein seltenes Juwel wie mich 's freut, daß Du so glücklich bist!" Ob ich es bin!" rief der andere aus O, lieber Freund, ich habe ja von solchem Gluck nie eine Vorstellung gehabt. So mag Adam zu Muthe gewesen sein als Gott ihm im Paradies die Eva zugesellte, und manchmal wünschte ich mrr, fromm zu sein, nur um dem hoch sten Wesen danken zu können für das unaussprechliche Glück, das "mir zu Theil geworden ist. So muß ich nun leider alles für mich behalten, und es druckt m manchmal das Herz ab. Immer noch derselbe gute Kerl," fagte Benno und lächelte gerührt aber Du hattest Mir etwas zu erzählen. Ganz recht. Ich setze voraus, daß Du weißt, wo ich meine Dora gefunden habe: Du kamst ja aus der Stadt. Hier ließ er ein kurzes, etwas bitteres

Lachen hören. Aber Du weißt nicht.

wie es sich zugetragen hat, und warum ich mit Wilma gebrochen habe. Das sollst Du jetzt hörend Die beiden Freunde bogen jetzt in einen Buchengang ein. Der Mond war schon hoher gestiegen und schien mit voller Klarheit herab. Benno be-' merkte, daß sein Freund sehr ernst aussah. Es ist nun über ein Jahr her," so begann dieser, daß ich mich in Berlin aushielt, um meine Pflicht im Reichstag zu thun und, so viel ich konnte, mit meiner Braut zusammen zu sein. Unsere Hochzeit sollte im Frühling gefeiert werden, und ich hielt Mich damals für einen glücklichen Menschen. Wilma war ja ein allerliebstes Geschöpf, heiter, anmuthig, sorglos und sehr in mich verliebt. Sie verstand die Kunst des lauderns, und wenn es ihr auch an iefe fehlte, so meinte ich doch, daß ihr leichtes Schmetterlingswesen für mich ernsteren Menschen so recht paßte. Jetzt weiß ich es freilich besser; denn nun sehe ich, daß das Weib dem Manne viel mehr sem kann und soll als nur ein Spielzeug, eine' Blume oder ein Schmetterling eine treue, liebende Ge fährtin, die, auf gleicher geistiger und sittlicher Grundlage mit ihm stehend, seine Interessen und seine Arbeit, Freude und Leid mit ihm theilt, die endlich ihm ein guter Kamerad ist, wie mir meine Dora. Doch das wußte ich, wie gesagt, damals noch mcht, und so hatte ich natürlich Wilma geheirathet, wenn nicht kurz vor der. Erfüllung 'unserer Wünsche etwas dazwifchengekommen wäre." Nun, sage doch!" rief Benno gespannt. Der , Freund fuhr fort: Ich hatte mich eines Nachmittags für ein paar Stunden freigemacht. Wir schlenderten Arm in Arm die Linden entlang und bogen dann in die Friedrichftraße ein, um schließlich die Leipzigerstraße zu erreichen. Wilma bestand darauf, mir eins der großen Waarenhäuser zu zeigen; ich müsse durchaus die Einrichtung dieser modernen, stehenden Jahrmärkte kennen lernen, sagte sie vielleicht kaufte sie etwas, vielleicht auch ich. Jedenfalls würden wir Kaffee oder Eis dort nehmen, und es würde .himmlisch' werden. Ich konnte ihr nichts abschlagen, obgleich es nicht nach meinem Geschmack war, den schöben Nachmittag in einem WaarenhauZ zu verbringen." Er hielt inne. , Nun?" fragte der Leaationsrath. ' Tief Athem holend, fuhr Eberhard fort: Denke Dir, liebster Freund, indem wir so zwischen der Menge umherwandern, Wilma immer bald hier, bald da stehen bleibend, kommen wir endlich an die Abtheilung für Schmuckfachen. Es waren Brillanten jener neu erfundenen Komposition, von denen Du vielleicht schon gehört hast, die Wilma besonders anzogen, ja deren Anblick sie geradezu berauschte. Sie waren den echten wirklich täuschend ähnlich. ,Wie das funkelt und blitzt!' rief Wilma begeistert und klatschte gleich einem Kinde in die Hände. ,Und sieh nur, Eberhard, wie schön sie gefaßt sind! Wahrhaftig, die Arbeit ist ganz künstlerisch. Da, zum Beispiel diese Brosche!' Bn den Worten nahm sie das kleine Kästchen mit dem Schmuckstück und drehte es auf und ab in der Hand, um die Steine so recht glitzern zu lassen. ,Die bekommst Du doch nicht,' sagte ich lächelnd, aber entschieden. ,Mem Liebling soll reme falschen Brulauten tragen, und außerdem sind hundert Mark für eme unechte Brosche ohne Zweifel noch zu viel Geld.' Ich merkte daß sie ein empfind liches Schmollen aufsetzte; aber es ließ mich kalt. Qjben wollte ich mich gelangweilt von der glänzenden Auslage abwenden und suchte mit den Augen irgend einen Gegenstand, auf den ich Wilmas Aufmerksamkeit hinlenken könnte, da geschah etwas Unerbörtes. Eine Dame des Geschäfts, die die Aufsicht führte, trat auf Wilma zu, ergriff deren Arm und sagte leise, aber doch eindringlich und auch für mich vollkommen hörbar: Meine Dame, ich muß Sie bitten, mit mir in das anstoßende Kabinett zu treten. Sie haben soeben ein Schmuckstück entwendet.' ,Jch?' rief Wilma entrüstet, und Zugleich sagte ich in strengem Tone: .Was fällt Ihnen ein? Sehen Sie denn nicht, daß Sie es mit einer Dame zu thun haben?' .Erlauben Sie,' erwiderte das Mädchen, immer gleich bescheiden, aber fest, ,ich bezweifle nicht, daß dies eine Dame ist, dennoch habe ich im gegenüberhängenden Spiegel deutlich gesehen, daß sie eine der Brillantbroschen nahm.' .Welche Unverschämtheit! Ich habe sie ja nur betrachtet,' rief Wilma, die vor Entrüstung dunkelroth wurde. .Sie sehen aber, mein Fräulein, die Brosche fehlt in der Auslage.' .Nun, dann hat sie ein anderer gekauft oder genommen; ich aber weiß nichts davon. Was sagst Du dazu. Eberhard? Schütze mich!' Und sie drängte sich an mich. . (Schluß folgt.) Au? der Murht. Sie: O. wie bin ich selig, Hans, daß uns mein Pava auf seinem Automobil nicht eingeholt hat!" E i. (Reisender einer Automobilfabrik): Ich auch das gibt nämlich eine großartig? Reklame für fcas Fabrikat der von mir vertretenen Firma:" -

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