Indiana Tribüne, Volume 27, Number 256, Indianapolis, Marion County, 18 June 1904 — Page 4
Jndkana Tribüne, 18: Juni 100:
Indiana Tribüne. Herausgegeben von der utnbeg Indianapolis, Ind.
Harry O. Thudium Präsident. GeschäftSloealt No, 31 Süd Delaware Straße ) TELEPHONE SS. Kntered at the Post , Office of Indianapolis as second dass matter. Der deutsche Unterricht Der Angriff des Star" auf den deutschen Unterricht in : den öffentlichen Schulen war ein wie von einem, un mündigen Knaben abgegebener Schuß in's Blaue. Traf derselbe, so konnte man mit seiner Schießkunst renommi ren; traf er nicht, so würde man schweißen, und der Knall bald vergessen sein. Während wir sonst unverständigen Aeußerungen mit Stillschweigen begegnen, so fühlen wir uns doch mit Rückficht darauf, daß die verehrte englische C'dllegin erst ihr Noviziat im großstädtischen Zeitungswesen absolvirt, berufen, sie über eine augenscheinlich irrige Auffassung aufzuklären. Dies kann kaum gründlicher geschehen, als durch Veröffentlichung des uns vorliegenden Berichtes, des vorzüglichen Schulmannes Herrn Robert Nix, Vorsteher des deutschen Unterrichts, an den Superintendenten der hiesigen öffentlichen Schulen, Herrn Calvin N. Kendall, der wie folgt lautet: 1. Zahl der Schulen, Klassen und Lehrer. Während des Schuljahres 1903 1904 wurde die deutsche Sprache in 34 Distrikt und den beiden Hochschulen gelehrt. Im Februar 1904 gab es 393 deutsche Klassen in den Distriktund 29 in den Hochschulen. In den Distrikt-Schulklassen für deutschen Unterricht wurde das Deutsche von .38 Lehrern und zwei (i Tag) Hilfslehrern gelehrt; in den Hochschulen gaben 5 Lehrer deutschen Unterricht. 2. Zahl der Schüler, welche am Ende des Schuljahres deutschen Unterricht nahmen: 61 S: ZG f s SS w O ö ö CO Os & ta s SS 3 3 S. SV gä' s : SS ss or o 5 sS SS ss SS or o & & SS $3 3 o5 3 3 ! i 00 S G5 ttVt Oll -C31 39 kS cr 02 CO ?o - 2 CD -2 40t l'l iU O os a co o o . fO o CO oo B. So i-'sa C5 Ol os oo O Iio S&o Ss s ö o e - 1 u lUtO cn ii -3 or OS SO M3 1s C5 2 OS ot io o co 00 co gi2 " 05 3 , Cil rfJO o CO CO CD - 00 ? C es co j co Ci cn Cn lO CNtf c " rt C S 35 09 -j OS Eine genaue Prüfung der obigen Tabelle sollte genügen, selbst Böotiern die gründliche Ueberzeugung beizubringen, für wie wichtig die überwiegende Anzahl nicht deutscher Eltern den deutfchen Unterricht für ihre Kinder erachten. Geradezu überraschend ist die Tabelle, soweit sie sich auf Kinder nicht deutscher Abkunft bezieht. Innerhalb 9 Jahren hat, sich ihre Zahl verdreifacht. Diese 'Thatsache allein sollte genügen, um Gegnern des deutschen SprachunterrichtS klar zu machen, daß derselbe nicht einer Begünstigung des deutschen Ele mentS sondern dem fortschrittlichen Geist unserer Gesammtbevölkerung sein Bestehen und dem tüchtigen Lehrerper sonal sein Erblühen verdankt. ' Dem Deutschen mag die Tabelle No. 3 wegen des anscheinend geringen Pro zentsatzes der Kinder deutscher Abkunft, die sich am deutschen Unterricht bethel ligen, auf den ersten Blick befremdend erscheinen. Erwägt er jedoch den Pro zentsatz der Kinder deutscher Abkunft gegen die Zahl der Kinder nichtdeutscher Eltern, so erscheint der Ausweis als völlig befriedigend. Ist doch durch die Tabelle erwiesen, daß die Betheiligung der Schüler deutscher Abkunft im rich tigen Verhältniß anwuchs. ' Nur im letzten Schuljahr macht sich ein Abfall bemerkbar, der aber so gering ist, daß
man sich nicht darüber aufzuhalten
braucht. Wenn man nach diesem günstigen Ausweis des Herrn Prof. Nix noch erwägt, daß in vielen Privatschulen der heutsche Sprachunterricht gegeben wird, so sollte für den einsichtsvollen Menschen nichts weiter hinzuzufügen sein. Der Star mag ja die Verhältnisse in Mun cie aus dem F. F. verstehen, aber über Indianapolis ist er sicherlich nicht gut unterrichtet. In einem Rundschreiben, datirt den 1. Juni d. I., macht der Ausschuß de Stuttgarter Liederkranzes die traurige Mittheilung vom am selben Tage erfolgten Ableben seines Ehren Vorstands, Herrn Oberpoftmeister a. D. Robert Steidle, Ausschußmitglied des Schwäbischen und Deutschen Sängerbundes, Ehrenmitglied vieler Vereine etc. Turch den Tod des Herrn Steidle verliert nicht nur der Liederkranz, dessen langjähriger Präsident der Verstorbene war, sondern alle Sänger, einerlei wo sie sind,, einen wahren Freund, und das deutsche Lied einen eifrigen Förderer. Der edle Charakter, die Herzensgüte und die Leutseligkeit des Herrn Steidle, unterstützt durch seine . imposante würdevolle Gestalt, machten ihm Jedermann,, der das Vergnügen hatte, ihn kennen zu lernen, zum Freunde. Bei keiner Sängerfahrt fehlte er und immer trugen feine schwungvollen Reden dazu bei, den Festen die richtige Weihe zu verleihen. Sein Wirken wurde allgemein anerkannt. Nicht nur die Sänger ehrten ihn, sondern auch die regierenden Fürsten. Kaiser Wilhelm 1., Kaiser Friebrich und der gegenwärtige Kaiser, sowie der König von Württemberg, zeichneten ihn durch Verleihung hoher Orden aus. Er hatte das 70. Lebensjahr überschritten, trotzdem hatte Niemand an seine fo unerwartete Abberufung geglaubt. Mit seinem Sohne und anderen Anverwandten, die seinen Tod beklagen, trauern nicht allein die Stuttgarter Sangesbrüder und die biedere Bevölkerung des württemberger Landes, sondern auch weit über dessen Grenzen hinaus widmet so Mancher eine stille Zähre dem Andenken des braven Menschenfreundes. (New Orleans Deutsche Zeitung.) Grundeigenthums Uebertragungen. Louis I. Morgan an Margaret M. Campbell, Theil, von Lots 10 und 11 in Fletcher's Woodlawn Add., nahe Madden's Fabrik. $1,500. Sophina I. Harrison an Charles M. Croß, Lot 150 in Cooper & Picken's 2. nordöstliche Add., östlich der Atlas Engine Works. $2,000. Elizabeth Livingston an Howard King, Lot 94 in der 1. Section der West Park Add., östlich vom IrrenAsyl. $1,700. Joseph Bueler an Elizabeth F. Steffen, Theil von Lot 141 in WoodruffPlace. $1,200. Robert Morlatt an Jennie M. Morlatt, Lot 23 in Block 13 in North Indianapolis, westlich von Northwestern Ave., südlich von 30. Str. 31,500. Lurena Curzon u. A. an Mary Cordon, Lot 4 in Block 165, Brightwood. $1,850. ArtemuS N. Hadley an Patrick I. Cahalane, Lot 32 in Hadley's GrandView Add., Cornell Ave., nördiich von 27. Str. $1,575. Amzi L. Wheeler an Hsrman H. Meyer, Lot 3 in Wheeler'S Subd. in MortonPlace. $1,000. Louisa Adam an Ella R. Cramer, Theil von Lo! 119 in Daugherty's Subd. von Outlot 99, östlich von Ost Str., südlich von Virginia Avenue. $1.500. Frank B. Stewart an Asa L. Muzzy, Lot 2 in Klingensmith's Subd. von Outlot 123, nahe West und Ray Str. $1.800. Otto Russell an Arthur V. B:own, Theil von Sec. 6, Tp. 15, Range 3, Center Tp. $1,200. Caroline M. Watson an Elizabeth I. Hadley, Theil von Lot 31 in Rit ter's Add. in Jrvington. $2,500. Eine neue Brauerei. Es heißt, daß hiesige und westliche Capitalien beabsichtigen, hier eine neue Brauerei mit einer jährlichen Capacität von 500.000 Fässern zu etabliren. Die neue Gesellschaft soll angeblich schon in den nächsten Tagen mit einem Capital von $1,000,000 incorporirtwerden. -
Besitzer eines bissigen Sundes verhaftet.
Seitdem die Namen verschiedener Personen ermittelt wurden, welche fein bissiger Köter angeblich angegriffen, wurde vom Polizisten Mathews ein Haftbefehl gegen Sidney Johnson von No. 1603' Nord Missouri Str. erlangt. Frau Mary Lambert, No. 326 West 17. Str., wurde durch einen Hundebiß, der ihr von Johnson's Hund beigebracht sein soll, am Schenkel verletzt, und da sich Blutvergiftung eingestellt hat, steht zu befürchten, daß die fast 70jährige alte Dame derselben erliegen mag. Doris Bayd von 1605 Nord Missouri Str. wurde durch denselben Hund verletzt, wie gesagt wird, sowie auch FrauEmma Smith von 347 West 17. Str., welcher der Hund eine Wunde am Fußknöchel beigebracht haben soll. Der bissige Hund soll schon seit geraumer Zeit ein Schrecken der Nachbarschaft gewesen sein. Keine Einigung wegen der AbendConcerte erzielt. Die Mitglieder der , Park-Behörden können sich noch immer nicht einigen, ob in den kleinen Parks Abend-Con-certe gegeben werden sollen oder nicht. Die Commissäre Brown und Lauck sind dafür, die anderen dagegen. Brown schlug gestern vor, mit dem Universitäts - Park den Anfang zu machen, allein Commissär Merritt opponirte dem Antrag auf'S Heftigste, und fo blieb Alles beim Alten. , Superintendent Power berichtete. daß e? den Jrvington Circle in? Jrvington besichtigt habe. Er ist der Ansicht, daß es etwa $1500 kosten würde, um den Park in repräsentativen Zustand zu versetzen; ferner müßte dort ein Mann als Parkwächter angestellt werden. Weitere Arrangements betreffs dieses neuen Parkes sollen in der nächsten Sitzung der Behörde getroffen werden. Raucht die BONANZA. - Chinesisches. i En.sn Einblick in das chinesisch Ge richts- und Gefängnißwesen giebt.das Wocherlatt für die Angehörigen! der ostasiatischen Vesatzungsbrigade. Die Gäste des Magistrats von Tientsin, die die Schilderung geben, wurden in den Sitzussälen vom Richter Pei empfangen, einem würdigenHerrn im vorgerückten Alter. Wir besichtigten, so erzählen sie, zunächst das Unter-suchungs-und das Strafgefängniß. Die Luft ist dort verbraucht und Jinkig. Hingegen gewann man nicht, den Eindruck, als ob die Leute mit Härte behandelt würden. In der WeiberAbtheilung ging es sogar ganz gemüthlich her. Die Räume, in denen nur wenige Frauen sich befanden, waren verhältnißmäßig groß und luftig. Dem Eintretenden flogen gackernde Hühner entgegen. Die Gefangenen saßen auf den Kangs und hatten sich anscheinend mit ihrem Schicksale abgefunden. Eine rauchte vergnügt ihre Zigarette. Nur ein altes, verschrunzeltes Weibchen mit faltigen Zügen blickte recht bekümmert drein. Wunderlicherweise war es die Aufseherin. Inzwischen hatte die Gerichtssitzung begönnen. In einer großen für drei Richter bestimmten Halle saß Herr Pei in seinem Mandarinenstuhl. Vor ihm stand ein Arbeitstisch, der mit dielen Akten bedeckt war, rechts vom Tisch der Gerichtsschreiber, der stehend die Protokolle zu führen hatte. Die Parteien und Zeugen müssen auch bei bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten vor Gericht knien. Eine Mandschu-Frau aus Peking trat gegen ihren hier wohnenden Schwager, einen Chinesen, auf, den sie beschuldigte, ihrem seit einem halben Jahr ihr entlaufenen Gatten Aufnahme gewahrt und ihm eine neue Braut empfohlen zu haben. Der elegant gekleideten Dame war das Knieen auf den harten und kahlen Steinfliesen von überdies nicht ganz einwandfreierSauberkeit sichtlich wenig angenehm. Die Lieöe zum ungetreuen Gemahl überwog indeß jeglicheUnbequemlichkeit und verlieh der Klägerin auch die erforderliche Beredtsamkeit, mit der sie den Beamten anscheinend von ihrem Recht überzeugte. . Trotzdem entschied er, nachdem dem Beklagten das Wort verstattet worden, dahin, ihm 14 Tage Frist zu belassen, innerhalb welcher er seinen Bruder der Frau zurücksenden mußte. Damit war die letztere nicht einverstanden, sie wurde aufgebracht. Nicht einen Augenblick verlor Herr Pei seinen Gleichmuth. Mit vollendeter Ruhe bedeutete er der Frau, sich zu bescheiden, und als sie sich gar nicht entfernen wollte, wurde sie ohne jede Heftigkeit von den Famendienern aufgehoben und unter Vermeidung jeglicher GewaltanWendung nur auf die Straße geleitet. Der Richter aber schrieb, ohne eine Spur von Erregung, die Gründe des Urtbeils nieder. -
Vom Jnlande. I n W i n ch e st e r, V a., starb der wohlhabende Farmer David A. Fries an, den Unbilden des Wetters, welchen er vor einigen Nächten ausgesetzt war. Herr Fries gerieth in den Bergen in einen vomRegen angeschwollenen Strom und wurde eine Meile weit von den reißenden Wellen fortgeschwemmt. Als er schließlich wieder an's Ufer kam. war er so schwach, daß, er liegen bleiben mußte, wo er an's Land gespült war. Er wurde gefunden und nach seinerWohnung gebracht, wo er jedoch bald darauf starb. Für die Angestellten der Manhattan Elevated Railroad Co. in New York existirt seit einiger Zeit ein elftes Gebot, das, wenn man ihm seinen offiziellen Wortlaut nimmt, kurz lautet, Ihr sollt nicht kokettiren!" An allen Stationen der Bahn sind nämlich Plakate angeschlagen worden, worauf den Angestellten verboten wird, ihre Aufmerksamkeit durch irgend Jemand von ihrer Pflicht ablenken zu lassen. Superintendent S. D. Smith behauptet, daß in letzter Zeit die Ticketabnehmer, Condukteure und andere Angestellten ziemlich stark mit den jungen Mädchen, die täglich auf der Hochbahn zweimal fahren müssen, kokettirt hätten, und daß deshalb die Gesellschaft verschiedentlich Nickels verloren habe, weil die Ticketabnehmer völlig vergessen hatten, die Tickets abzunehmen. In Zukunft ist jedes unnöthige Gespräch zwischen Passagieren und Zuganstellten streng verboten. Ueber eine eigenartige Reklame wird aus New York berichtet: An der 6. Avenue trug sich eine eigenthümliche Scene zu. Dort stand eine anständig gekleidete, etwa 40 Jahre alte Frau und hielt eine Flasche in der Hand, die nach der Etikette ein Jugend-Elixir" enthielt, von dem man alle zwei Stunden einen Löffel voll einnehmen sollte. Die Frau setzte die Flasche an den Mund und nahm einen tüchtigen Schluck, der anscheinend die merkwürdigsten Folgen hatte. Das Elixir schien ein Wunder gethan zu haben, denn die Frau begann wie ein Kind nach den Klängen eines Leierkastens herumzuhüpfen, Lieder zu singen und die Polizei, die infolge des entstehenden Auflaufes in voller Stärke herbeigerufen werden mußte, nach Kinderart zu verspotten. Es nahm sieben (!) Polizisten, um die Frau zu überwältigen und nach dem Hospital zu bringen, wo die Aerzte über die Natur des Getränkes, das sie zu sich genommen hatte, nichts ausfindig machen konnten. Ein Geistlicher, Rev. W il liam Williams, der Rector der katholischen St. Peter und Pauls-Kirche in Camden, N. I., legte kürzlich bei einem Brande in der Kirche große Geistesgegenwart an den Tag und verhinderte dadurch eine Panik unter den zahlreichen Personen, die, sich zum Gottesdienste, eingefunden hatten. Der Brand entstand gegen 11 Uhr durch das Umfallen einer der großen Wachskerzen auf dem Astar und wurde erst entdeckt, als plötzlich eine große Rauchwolke vom Altar aufstieg und die vorderen leichten Draperien fast gleichzeitig in Flammen aufgingen. Der 'Versammelten bemächtigte sich eine panikartige Aufregung.' Im Nu waren sie von ihren Sitzen aufgesprungen, um in eiliger Flucht die Thüren zu erreichen. Aber noch ehe es zu einem Gedränge kam, erschallten die Warnungsrufe des Pfarrers, die gleichzeitig zur Beruhigung der Leute dienten. Rev. Williams riß sodann die brennenden Draperien herunter, um die Flammen wenige Minuten später mit Hufe eines anderen College zu ersticken. Bei diesem Rettungsversuche zog sich der besonnene Geistliche erhebliche Brandwunden an den Händen zu. Ein sonderbarer Wohlt h ä t e r tauchte kürzlich im Madison Square Park in Groß-New Jork auf. Dort, sammelte sich eine große Schaar Alter und Junger um einen Einundzwanzigjährigen Namens Leo Hyman, der mit Eifer grüne Laubfrösche", meist Dollarscheine, an willige Abnehmer vertheilte und dann kleinen Schuhwichsern und Zeitungsjungen Spielsachen schenkte, die er den fliegenden Händlern abgekauft hatte. Was ist denn mit Ihnen los?" fragte den Spender ein herankommender Blaurock. Hyman antwortete: Ich . bin ein Philanthrop und kann gar nicht begreifen, was Sie sich hier einzumengen haben." Dann spielte der junge Mann mit zwei Kaninchen, die er in den Armen hatte. Der Polizist konnte den Freigebigen nur mit Mühe bewegen, die Thiere in die Tasche zu stecken und ihm nach der Polizeiwache zu folgen. Dort äußerte Hyman große Entrüstung über seine Verhaftung und bestand darauf, daß er im Kleinen Carnegie nachahme; er könne zwar keine großen Bibliotheken schenken, habe aber doch mit seinen Dollarscsteinen ein dankbares Publikum. Hyman's Bruder Hermann stellte sich später in der Polizeiwache ein und leistete die nöthige Bürgschaft. Er sagte: Leo sei bis jetzt nie betrunken gewesen, habe auch nicht viel Geld gehabt und das, was er vertheilte, sei das glückliche Ergebniß von Wettrennen -Wetten gewesen. Leo hatte sich mittlerweile beruhigt und zog vergnügt mit - seinem Bruder und den beiden Kaninchen ab.
Vom Schwimmen.
Sein Werth alS eine dcr Gesunvheit bessders zuträgliche Leibesübung. Das Schwimmen ist die einzige Leibesübung, der einzige Sport, bei dem alle Theile des Körpers thätig sind und dadurch gestärkt werden. Besonders die . infolge des Wasserwiderstandes doppelt nöthigen kräftigen Arm- und Brustbewegungen entwickeln den Brustkorb und die Muskulatur des Oberkörprs in einer bewunderungswürdigen Weise.- Daher gibt es für die vielen.schwachbrüstigen Knaben und Mädchen kein besseres Mittel als geregeltes Schwimmen. Hierbei tritt eine fortwährende Lungenventilation und Athemgymnastik ein. Der Körper wird im Wasser erst dadurch schwimmfähig, daß man die Lungen mit recht viel Luft anfüllt. Wie der Fisch seine Schwimmblase erweitern muß, wenn er zur Oberfläche strebt, so halten uns die Lungen gewissermaßen als Schwimmblase nur dann über Wasser, wenn wir recht tief eingeathmet haben. Geschieht dies tagtäglich immer wieder, so hat das auf die Kräftigung der Lunge natürlich einen sehr günstigen Einfluß. Durch das energische Zertheilen undZurückstoßen des Wassers mit den Armen werden auch die am Rücken und an den oberen Rippen befestigten Armmuskeln bedeutend gekräftigt. Dies erzeugt bei längerer Ausübung nicht nur einen wohlgeformten, gerundeten, in den Schultern nicht hängenden Brustkorb, ssndern dient auch als werthvolles Heilmittel 'gegen drohende Erkrankung der Lungenspitzen, gegen die beginnende Tuberkulose. Da zur Borwärtsbewegung im Wasser auch die Beine thätig sein müssen, wird die Blutcirkulation in ihnen rege befördert.. Sehr viele Menschen klagen stets über kalte Hände und Füße, über ein aufgeregt arbeitendes Herz und eine schwache asthmatische Athmung, ohne irgend ' zu ahnen, wo eigentlich die Wurzel ihres Uebels steckt Tummelten sie sich fleißig im Wasser herum, sie würden bald merken, daß die Ursache in einer mangelnden Thätigkeit der Außenorgane und in einem Zurückdrängen des Blutes nach dem Körperinnern liegt, und das - Räderwerk ihres Organismus würde bald wieder seinen geregelten Gang haben. - Auch vielen Nervösen , hat das Schwimmen schon zur Gesundheit verhelfen. Bekanntlich sind derart Leidenden schon einfache kalte Ueberspülungen oder Bäder sehr heilsam, aber beim Schwimmen kommen hierzu noch alle Vortheile der mächtig angeregten Blutcirkulation, wodurch hauptsächlich eine bessere Ernährung der Nervensubstanz bewirkt wird. Ungefähr dieselben Vortheile machen sich geltend , bei bleichsüchtigen Personen. Das Herz wird zu energischer Thätigkeit gezwungen, das : Blut pulsirt wieder kräftiger durch die kleinen, vorher fast blutleeren Aederchen und der Appetit, wird durch die Beförderung der Verdauung ganz bedeutend angeregt. Somit muß das Schwimmen in der That als die beste Körperbewegung, als der gesundeste Sport bezeichnet werden. Dies ist auch von den bedeutendsten Koryphäen der medizinischen Wissenschaft oft anerkannt und betont worden. Es wird eben bei keiner anderen KörPerbewegung eine so große Menge von Muskeln in Thätigkeit versetzt und eine ähnliche, harmonische Anspannung des gesammten Organismus, erreicht. Außerdem fällt dabei was von sehr großem Vortheil ist, die mit allen anden Arten des , Sports verbundene Erhitzung fort. Dazu kommt der reinigende und stärkende Einfluß des kalten und kühlen Wassers auf die Haut und die kräftigende Anregung auf die Hautnerven. Alles in Allem bildet also das Schwimmen ein Haupthilfsmittel zur Gesundung des Körpers und zur Verlängerung des'Lebens. Schädliche Biber. Die durch die Jagdgesetze geschützten Biber werden in Cascade County Mo-tf., so zahlreich, daß die Bewohner anfange::, sich zu beklagen. Der LandstraßenSupervisor Serveß berichtete, daß eine über den Velt Creek .führende Brücke infolge eines von den Bibern erbauten Dammes weggespült wurde und daß die Thiere außerdem die für die Bewässerung, erbauten Kanäle ruiniren. ervrannte Wcynauf e r l n. Unlängst Nachts brannte in Nizza an der französischen Riviera der Schuppen des Automobilklubs vollständig nieder. Der Schaden beträgt 60.000 Franken; 40 kostbare Wagen sind mitverbrannt und alle BenzinVorräthe sind explodirt. Scliön gesagt. Patient (zum Zahnarzt): Ach, Herr Doktor, ich habe solche Schmerzen in allen Zähnen!" Zahnarzt: Machen Sie nur den Mund recht weit auf; ich will gleich einmal sehen, wo Sie der Schuh drückt." , Ein Trostwort für Manner. Es giebt keinen traurigeren Zustand, als den des geschwächten Mannes. Seine Allgemeine Gesundheit mag ganz gut sein und dennoch wird ihm durch diese geheime Schwäche das , Leben zur Last. Ich weiß dies aus einiger Erfahrung und da ich nach langem, nutzlosem Experimentiren endlich die richtige Behandlung gefunden habe, so habe ich mir vorgenommen, diesen sicheren Weg zur Heilung auch Anderen zu zeigen. Sie brauchen mir nur eine Briefmarke zu schicken und ich will ihnen gerne sagen, was Sie thun müssen, um Ihre volle Manneskraft wiederzu erlangen. Mit Farmergruß ZZred. Müller, Fräser. Mich.
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