Indiana Tribüne, Volume 27, Number 256, Indianapolis, Marion County, 18 June 1904 — Page 3

Jttdisna Tribüne, R8. Juni 19 U.

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Perdicmis

Mag eine Besetzung von Tanger durch amerikaNische Truppen herbeiführen.

Schwere Beschuldigungen anläßlich des Eaft Rivcr Unglücks. Zahl der Opfer noch immer ungewiß. Das erste Bcgräbniß. BahnRäuber in Montana. Blutige Strcikhändcl.

Amerika fügt sich R aisuli's Forderungen nicht. Washington, 17. Juni. Consul Gummere meldet heute aus Tanger, daß der Bandit Raisuli seine Forderungen auf einen Punkt hinaufgeschraubt hat, wo die Lächerlichkeit beginnt. Die amerikanische Regierung wird sicherlich keine der Forderungen, die sich auf sie selbst beziehen, erfüllen, und sie kann nicht unaufhörlich vom Sultan verlangen, er solle sich Raisuli's Forderungen fügen. Das Flaggschiff Brooklyn" ist von Gibraltar, wo es Kohlen einnahm, nach Tanger zurückgekehrt. Truppen noch immer in Tanger. L ondon, 18. Juni. Der Correspondent der Daily Mail" in Tanger sagt: Die zügellosen marokkanischen Truppen liegen noch immer hier trotz der energischen Proteste der Vertreter England's und America's. Wie verlautet, rüsten sich die Amerikaner zur Besetzung der Stadt mit 1000 Mann, falls der Sultan diese Truppen nicht zurückzieht. Tanger, 17. Juni. Mahammed El Torres, Vertreter des Sultans, hat gemäß den Forderungen Raisuli's die Verhaftung der Scheiks Benicke und Sauner veranlaßt. Das von dem Räuber-Häuptling verlangte Lösegeld liegt bereit. Raisuli's Antwort wird Ende der Woche erwartet. Admiral Chadwick's Bericht. Washington, 17. Juni. Admiral Chadwick sagt in einem Post-Be-richt aus Tanger, daß Raisuli's AnHänger nicht mehr als 100 Bewaffnete zählen, die eine Gegend 30 oder 40 Meilen südöstlich von Tanger besetzt halten. Raisuli ist schon längst unzufrieden und im Aufstand gegen die Herrschaft des Sultans. Eine Anzahl seiner Anhänger besinden sich im Gefängniß in Tanger und es gibt eine Anzahl Marokkaner in der Stadt, die ihn unterstützen. Vor einem Jahre ungefähr brannten Regierungstruppen ein Dorf von Raisuli's Leuten in nächster Nähe von Tanger nieder. Der Admiral schließt seinen Bericht mit der Versicherung, daß es nur einen Weg gebe, nämlich die Erfüllung der Forderungen Raisuli's durch den Sultan. Jeder Versuch, gegen Raisuli vorzugehen, wäre das Signal zur sofortigen Ermordung der Gefangenen. Alle Forderungen erfüllt. T ang e r, 17. Juni. Der Scheref von Bazzan übermittelte Raisuli die Nachricht, daß alle seine Forderungen erfüllt sind. Die einzige Schwierigkeit besteht jetzt in der gestrigen Landung von etwa 400 marokkanischen Soldaten. Wie schon berichtet, gehören diese Truppen zur schlimmsten Art und obwohl der Sultan sie vorgeblich zum Schutze der Europäer gesandt hat, herrscht unter diesen noch immer große Sorge, weil die Soldaten keinerlei Disciplin besitzen. Die Behörden hoffen, daß Perdicaris und Varley am Montag in Tanger eintreffen. , , Nash sterbend. C o ! u m b u s, O., 17. Juni. 6j Gouverneur S. K. Nash steht an der Schwelle des Todes, nur starke Stimulanzen halten das fliehende Leben. Der Kranke ist zeitweilig beiBewußtsein und von den Asrzten über die Hoffnungslolosigkeit seines Zustandes informsrt. Santa Fe Streik.. Topeka, Kas., 17. Juni. Rich ter Hazen hob heute den Einhaltsdefehl, welchen die Santa Fa Bahn gegen die streikenden Maschinisten erlangt auf, da für die weitere Dauer kein Anlaß vorliege. Westfield, Mass. HandelsSekretär Cortelyou hielt in dieser Stadt, wo er einst die Schule besuchte. bei einem Bankett der Handelskammer die Hauptrede.

Fall

Beschuldigungen anläßlich des DampferUnglücks. New Y ork, 17. Juni. Der erste Offizier des Slocum, Flanagan, erklärte in einer Unterredung, daß die Feuerspritze des Dumvfers nichts taugte und an ein dutzend Stellen platzte, als er und seine Leute sie benutzen wollten. Auch sollen die Rettungsgürtel alt und schlecht , gewesen sein und in den meisten Fällen nicht gepaßt haben. Ferner soll Beweismaterial gesammelt sein, wonach einige Rettungsboote durch Drähte festgemacht waren und nicht in die Tiefe gelassen werden konnten. Doch werden diese Angaben andererseits bestritten. Ein Hilfs-Comite mit Hermann Rioder als Vorfitzenden beschloß zur Hilfe für die Ueberlebenden einen allgemeinen Aufruf um Gelder durch die Zeitungen zu erlassen. $8000, die an den Bürgermeister gekangten, wurden dem Schatzmeister bereits überwiesen. In einer zahlreichen 'Versammlung von Geistlichen, an der nicht bloß Vertreter lutherischer Gemeinden theilnahmen. wurden die Vorbereitungen für die Hunderte von Begräbnissen getroffeu. Alle unerkannten Leichen finden auf dem lutherischen Friedhof ihre letzte Ruhe. Erschütternder Vorfall. Ein ergreifendes Ereigniß enthält ein heutiger Bericht an das Jnformations'Bureau der St. Markus - Kirche durch Helen Goldstrum,' Lehrerin an einer öffentlichen Schule mitten in dem betroffenen Distrikt. Die Lehrerin unterrichtete eine Classe von 20 kleinen Mädchen und 6 Knaben. Nach dem Unglück besuchte sie die Wohnungen ihrer Zöglinge und fand, daß 20 davon todt oder vermißt waren, ohne Hoffnung lebend gefunden zu werden. Die Leichen von 12 kleinen Mädchen sind geborgen; 5 unter den 6 Knaben wurden gerettet. Zwei Geschwader nach türkischen Gewässern. W a s h i n g ton, 17. Juni. Das amerikanische Schlachtschiff-Geschwader, von Admiral Barker befehligt, ist von Lissabon zu einem Besuche der Häfen Griechenlands und Oesterreichs abgegangen. Nach einigen Wochen wird Barker durch das europäische Geschwa der unter Admiral Jewell verstärkt. Diese gewaltige Flotte stattet den türkischen Gewässern einen Besuch ab, etwa um die Zeit, wo Gesandter Leishman ernstliche Verhandlungen mit der Pforte eröffnet, um für Amerikaner in der Türkei die gleichen Rechte zu erlangen, wie sie die Bürger einiger bevorzugter europäischen Nationen genießen. Welt-Ausstellungspla tz, St. Louis, 16. Juni. Iowa's Bürger besuchten heute die Ausstellung in Massen. Zahlreiche Anzeigen und ermäßigte Fahrpreise hatten einen größeren Besuch angezogen, als bei allen andern Staaten, Missouri ausgenommen. Nach einer Militär-Parade, .die vom Iowa Staats-Pavillon ausging und der Empfangnahme des Iowa Monuments durch einen Commissär des Staates, hielten im Staats-Pavil-lon Gouverneur Cummings .und Andere Ansprachen. Die Einweihung des N. Y. Staatsgedäudes ist auf den 20. Juni angesetzt. Bigamist verhaftet. Marshalltown, Iowa, 17. Juni. E. I. Hoover, ein Reisender für eine hiesige Firma, wurde heute in Webster City unter einer Bigamie-An-klage verhaftet, die seine erste Frau angestrengthat. Es ist dies Nettie Tra-Vis-Hoover, in Plymouth, Ind., lebend. Vor 2 Jahren heirathete er zum zweitenmale. Blutige S t r e i ! h ä n d e l. C l e v e l a n d, O., 17. Juni. In einem Kampfe zwischen GewerkschaftsEisenarbeitern und Nicht-Unionisten wurden E. Lamb und D. Jennings durch Schüsse tödtlich verletzt. Beide find Nicht-Unionsten. Verschiedene VerHaftungen wurden vorgenommen.

Knappes Entkommen.

Dampfer um ein Kleines an einem riesigen Eisberg zerschellt. New York. 17. Juni. Der britische Dampfer Südamerika", der heute aus Shields eintraf, entkam mit knapper Noth einem, schweren Unfälle. Seit der Abfahrt aus Shields hatte das Schiff starken Nebel, der am 13. die Weiterfahrt unmöglich machte. Kurz nachdem sich der Nebel gehoben, zsigte sich in einer Entfernung von kaum 250 Fuß ein ungeheurer Eisberg, über 1,000 Fuß lang und gegen 200 Fuß hoch. Peabody erhält seine Zustellungen. Denver, 17. Juni. Gouverneur Peabody und Generaladjutant Bell wurden heute die von Richter Thayer in St. Louis erlassenen Habeas CorpusBefehle zur Vorführung des ArbeiterFührers Moyer am 5. Juli zugestellt. In dem Befehl befindet sich ein Zusatz, der die Verhandlung auch ohne Moyer's Anwesenheit zuläßt, falls diese für unzuträglich befunden wird. Dem Gouverneur wurde heute die Klageschrift in Sachen der 8100,000 Ersatzklage seitens der Portland GoldGrube zugestellt. Die Beute der MontanaBahnräuber. St. Paul, Minn., 17. Juni. Nach einer Depesche aus Butte, Mont., erbeuteten die Zugräuber $65,000 aus dem gesprengten Expreßschranke. Kid Curry, der frühere Desperado MontanaS, steht an der Spitze eines verfolgenden Aufgebotes. Andere Aufge böte verfolgen mit Bluthunden. Helena, Mont., 17. Juni. Die Bahngesellschaft bietet 32000 für Gefangennahme und Ueberführung jeden Räubers; auch der Staat giebt $500 Belohnung. Stadtmarfchall erschossen. P i t k i n, Col., 17. Juni. StadtMarschall W. E. Harmonzkwurde von Tim Sullivan, den er wegen Bedrohung seiner Frau verhaften wollte, erschossen. Der Thäter wird verfolgt. Knox scheidet vor 1. Juli. W a s h i n g t o n, 17. Juni. Das Cabinet hielt heute eine kurze Sitzung, in der nur Departements-Angelegenhei-ten zur Sprache kamen. Wie Generalanwalt Knax erklärt, wird er im Laufe dieses Monats vom Amt zurücktreten. D a s e r st e B e g r ä b n i ß. New York, N. Y., 17. Juni. Handels-Sekretär Cortleyou wird im Namen der Regierung die Untersuchung anläßlich des Unglücks persönlich führen; die Gehilfen von Distrikts-Anwalt Jerome arbeiten mit Eifer an dem Fall und die Beamten im Coroners-Bureau haben mit dem Sammeln von BeweisMaterial schon beträchtliche Fortschritte gemacht. 539 Leichen sind jetzt gefunden, von denen etwa 50 unidentificirt bleiben. Es sind 273 Kinder, 243 Frauen und 23 Männer. 13 Beamte der Markus. Gemeinde sind unter den Todten, darunter eine Frau. Das erste Begräbniß wurde heute abgehalten, ein junges Mädchen, das anscheinend aus Furcht einem Herzschlage erlag. Kein Todeszeichen durch Brandwunden oder Ertrinken ließ sich entdecken. Tausende Persanen von der Ostseite, wo die meisten der Todten gelebt, folgten dem Leichenzuge. Morgen finden 300 oder mehr Beerdigungen statt; 32 nicht erkennbare Leichen werden auf dem lutherischen Friedhofe zu Middevillage. L. I., bestattet. Lafollette geschlagen. Chicago, 17. Juni. Das republikanische National - Comite beschloß heute Zulassung jener Delegaten at large aus Wisconsin, die unter Führung der Senatoren Spooner und Quarles zur sogen. Stalwart" - Faktion gehören und den Republikanern unter Gouv. Lafollette feindlich gegenüberstehen. Die Lafollette Leute wollen indessen bis zum Aeußersten kämpfen und wahrscheinlich kommt der Streit, ungeachtet der Entscheidung des Comites, vor das Beglaubigungs-Co-mite der National-Convention. Kansas City, Kans. L. Gregory, ein Negerjunge, der im April den weißen Hochschüler Roy Martin erschoß und mit knapper Noth dem Lynchen entging, wurde des Mordes schuldig befunden. Lebenslängliche Haft ist die Strafe.

Zum Perdicans-Falr. Tas energische Cnrrjcfjeu der Ver. Staaten gcgenuOer Marokko.

dmiral Chadwicks jüngste Mission Seine verdienstvolle srühere Lausbahn bdul ttziz' fortsrittliche Gesinnung und illuso rische Macht. ' ' Das energische Vorgehen der Ver. Staaten in demPerdicaris-Falle dürfte dem Befehlshaber des in Tanger, Marokko. weilenden amerikanischen Geschwaders, Rear-Admiral French E. Chadwick, von Neuem Gelegenheit bieten, sich auszuzeichnen. Chadwick ist seit Kurzem Kommandeur der südatlantischen Station. Chadwick wurde 1844 in Morgantown, W. Va., geboren; er graduirte 1864 an der Marineakademie zu Annapolis und nahm noch an den letzten Aktionen des Bürgerkrieges Theil. Chadwick verrichtete Seedienste in fast allen Theilen der Erde, unter Anderem 1869 in Westindien, als Unterhandlungen wegen der proponirten Annekiirung San Domingos durch die Ver. Staaten geführt wurden. Nachdem Chadwick sich sodann eine Zeitlang mit der Ausbildung von Marlnerekruten im Schiffsbauhofe zu Brooklyn beschäftigt hatte, bereiste er im Auftrage der Regierung in den Jahren 1878 'und 1882 Europa, um das System der Ausbildung von Rekruten, sowie das Leuchtthurm- und Lebensrettungswesen in England, Frankreich und Deutschland zu studi-Rear-Admiral French E. Chadwick. ren und darüber zu berichten. Von 1882 bis 1889 war Chadwick Marineattache bei der amerikanischen Gesandtschaft in London. Des Weiteren betbätigte er sich als Lehrer an der Marmeatademie, als Chef des Ausrüstungsbureaus, sowie als Inspekteur für Schiffsbau im Brooklyner Schiffsbauhofe. Er gehörte 1891 der Behörde an, welche die Arbeiter-Organisation der Schiffsbauhöfe auf ihre jetzige Bais des Civildienstgesetzes stellte. Im 'panischen Kriege befehligte Chadwick die New York," das Flaggschiff Samp, sons, und war Sampfons Stabschef. Im Jahre 1900 erfolgte seine Ernennung zum Präsidenten des Kriegs-Col-lege zu Newport, R. I. Rear-Admiral ist Chadwick seit Dezember 1903. Der gegenwärtige Sultan von Ma-. rokko, Abdul Aziz. zählt 26 Jahre und wird als ein fortschrittlich gesinnter Mann gerühmt. Behufs Einführung von Reformen berief er eine Anzahl Europäer zu seinen Rathgebern, die aber im vorigen Jahre infolge von inneren Unruhen und Intriguen, welche Abdul Aziz nicht bemeistern konnte, meist fluchtartig das Land wieder verließen. Die Macht des Sultans den wien Bergstämmen und Briganten gegenüber ist eine fast illusorische. Abdul Aziz ist ein ausgezeichneter Reiter und unerschrockener Jäger. Seine Liebhaberei ist das Studium der Geschichte. Er spricht geläufig französisch, fährt Bicycle, ist Amateur-Photograph und spielt mit großer Vorliebe Billard. Als sein Vater, Sultan Muley Hassan, vor 10 Jahren starb, war er über dessen Tod Sultan Abdul Aztz. so erschüttert, daß er die Jnsignien der kaiserlichen Macht, den berühmten Son nenschirm und das weiße Pferd, erst nach dem Begräbniß Muley Hassa'.s annahm. Verhangnißvolle Verwechslung. In Canzoi an der tirolisch-italienischen Grenze sind letzthin fünf Bauern durch Genuß von Scheidewasser gestorben; sie vermeinten. Schnaps zu trinken.

PrcukZkns Armcciustschiffcr. LZescheisene nfänge und jetziger Stand deS LuftschifferdataiUonS. Neulich waren 20 Jahre vergangen, seitdem durch kriegsministerielle Verfügung für die preußische Armee ein Vallondetachement zur Anstellung von Versuchen mit Captivballons" errichtet wurde. Aus den bescheidenen Anfängen ist das heutige Luftschifferbataillon in Berlin hervorgegangen. Im Mai 1884 stand das soeben mit einem Etat von' 50,000 Mark für's erste Jahr in's Leben gerufene Detachement, zusammengesetzt aus 4 Offizieren, 4 Unteroffizieren und 25 Mann, vor einer Aufgabe, für die es an irgend einem Vorbild fehlte. Alles hatte es selbst zu schaffen und zu erproben: geeignete Größe und Hülle des Fesselballons, verwendbarste Gasart, Fesselung ,des Ballons, Art der Verständigung zwischen Korbinfassen und Erd-

Station. - Bezeichnend für den damallgen Zustand der Mllltarluftschifffahrt war, daß ein Civilluftschiffer als Lehrmeister beigegeben wurde und daß anfänglich Versuche mit dem Fesselballon eines Privatunternehmers angestellt wurden. Erst nach so erlangter ungefährer Vertrautheit mit dem Dienst wurde an den Bau des ersten, nur auf 100 Kubikyards Leuchtgas berechneten eigenen Modellballons gegan- , frr Sty im Yrtrtr Vv t -r 1 r f arf ns rt& Vii2 V)tl W r Uil V 14-14 V VlV Hochlassen eines zweiten, zum ersten Mal aus gefirnißtem Stoff Hergestellten Ballons von bereits 500 Kubikyards Inhalt. Der nächste auch für Leuchtgas bestimmte Ballon zeigte den Fortschritt zu 1400 Kubikyards.' Zur Luftschiffer - Abtheilung" war die Truppe bereits 1887 avancirt unter gleichzeitiger Erhöhung ihres Etats auf 1 Major, 1 Hauptmann, 3 Leutnants, 50 Unteroffiziere und Mannschaften. In dieser Zeit begann man auch damit, die großen Festungen mit Luftschiffergeräth auszurüsten und Lehrkommandos zu bilden zur Ausbildung von Mannschaften für den Ballondienst. Der 1. Oktober 1893 brachte eine abermalige Erhöhung des Etats auf 140 Mannschaften und die zunächst probeweise Einrichtung eines Ballondienstlehrkursus für Offiziere aller Waffen. Durch Kabinettsordre vom 30. März 1895 wurde die Luftschifferabtheilung zu einem selbstständigen Truppentheil gemacht und unmittelbar der neugebildeten Eisenbahnbrigade unterstellt. Die Kopfbedeckung ist seit 1895 der Gardejägertschacko, die Bewaffnung das Gewehr und der Säbel der Infanterie. Endlich wurde durch Kabinettsordre vom 28. . Mär-, 1901 die Umwandlung der Luftschferabtheilung in ein Luftschifferbataillon vollzogen. Ein IVVjährigcr Kalender. . In der Volksmeinung spielt noch immer der 100jährige Kalender mit den obligaten Wetterprophezeiungen eine große Rolle, obgleich man vergeblich fragt, wo sich' denn dieser Kalender eigentlich befindet und worauf er beruht. Denn 100jährige Wetterbeobachtungen an einem und demselben Orte sind höchst selten, abgesehen natürlich davon, daß daraus nichts über die kommende Witterung eines Jahres, eines Monats oder selbst nur eines Tages mit Sicherheit geschlossen werden kann. Neuerdings hat sich nun der einzig dastehende Fall ereignet, daß in einer und derselben Stadt (Calw in Württemberg) ein Vater und zwei feiner Söhne, größtentheils in demselben Hause 103 Jahre hindurch ohne Unterbrechung meteorologische Aufzeichnungen angestellt haben. Es war der Hofmedikus Dr. Georg H. Müller, der in Calw 1798 seine Wetteraufzeichnungen begann und sie bis 1832 fortsetzte. Ihm folgte sein zweiter Sohn, Medizinalrath Dr. K. Müller, und beobachtete von 1832 bis 1876 und diesem der Rektor Dr. H. Müller, der von 1876 bis zur Gegenwart die Aufzeichnungen fortsetzte und die Ergebnisse daraus jetzt veröffentlicht hat. Was folgt aber aus diesen? Vor allem, daß das Wetter nicht in 100jähriger Periode wiederkehrt, daß es also mit Wetterprophezeiungen nach dem 100jährigen Kalender nichts ist. An- r derseits ergab sich aber, daß die durch-r schnittliche Temperatur sich während des Jahrhunderts von 1801 bis 1900 nicht verändert hat, denn sie betrug in der. ersten Hälfte desselben 8.2 Grad Celsius, in der zweiten 8.1 Grad Celsius. Dagegen ist die Durchschnittswärme des Januars im letzten halbt Jahrhundert zu Calw beinahe 1 Grad höher gewesen und die des Mais u'n ebenso viel niedriger als während der 50 Jahre von 1801 bis 1850. Die Arisaka-Geschütze. ' Das Arisaka-Geschütz der Japaner, das sich in den Kämpfen am Yalu so außerordentlich bewährt und sich so-, wohl an Tragweite als auch an Durchschlagskraft den russischen Geschützen bei Weitem überlegen gezeigt hat, ist ein 2Izölliges Schnellfeuergeschütz mit hydraulischer Bremse, das in allen seinen Theilen von japanischen Offizieren und Ingenieuren konstrrnrt ist. Die ersten Geschütze des Systems Arisaka, Modell 1898, wurden von Krupp fabrizirt, seit einigen Jahren aber werden die Arisaka-Kanonen ebenso wie ale anderen japanischen Geschütze au?schließlich im Arsenal von Osaka aus dem aus Deutschland," Frankreich und England importirten Eisenmaterial erzeugt. Auch das rauchschwache Pulver ist japamcher Provenienz; es stammt aus den ärarischen Pulverfabriken in Jtobafchi und Jwashani.

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