Indiana Tribüne, Volume 27, Number 256, Indianapolis, Marion County, 18 June 1904 — Page 1

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.j Erscheint seden Nachmittag. Jahrgang 27. Indianapolis, Ind., Samstag, 18'. Juni 1904 No. 256. MMM,lMM,M,,,MMtaMMMaMMaMMBWMMMMBMMMMiWj31MMWMMMM . , , : : : : i mm

Russen verlieren 2000 Mann bei Vafangow.

St. Petersburg, 13. Juni. Annähernd 1100 Verwundete aus der Schlacht bei Vafangow, einschließlich 55 Offiziere sind in Liao Yang eingetroffen. Die Gesammt-Verluste der Russen belaufen sich auf annähernd 2000. General Stakelberg's Armee marschirt nördlich; die Eisenbahn ift nicht in der Lage mehr wie ein paar Tausend Mann zu befördern. Spe zialdepeschen sagen, die Russen hatten hei Vafangow 42 Battallione gegen 46 japanische. Die Japaner mit über 200 Kanonen hatten das Uebergewicht in Artillerie. Polizeiliches Allerlei. E a r l L e e r e Y aus Rridgeport berichtete dem DetektivBureau, daß ihm heute Morgen vor dem Majeftic Gebäude aus seinem Buggy ein Anzug gestohlen wurde. D. S. B r a y von 606 Oft Wal nut Straße meldete den Verlust zweier Fahrräder. Die Detektivs haben die Aufspürung beider Fälle übernommen. Die Polizei wurde heute Nachmittag benachrichtigt, daß an der Vermont und Capitol Ave. ein Fuhr werk stehe,' welches schon seit gestern Abend dort gestanden habe und welches unbedingt in Obhut genommen werden müsse. Dasselbe wird in einem Leih stall untergebracht werden, bis sich der Besitzer findet. Unfall. A. M. Johnson von 680 Oft 24. Straße, ein Arbeiter in Diensten der Wasserwerk-Gesellschaft, wurde heute Morgen an der Ecke der Raymond und Shelby Straße erheblich verletzt, indem einstürzende Erde und Cement auf ihn fielen. Dr. Heinrichs vom Dispensarium leistete die erste Hülfe. Die Ambulanz brachte den Verunglückten nach seiner Wohnung. Neue Klagen. Mazie Jsabel Lee verklagte Charles Lee, den sie im Jahre 1892 in Marion, Iowa, heirathete, auf Scheidung. Der selbe soll sie, ihren Angaben nach, mit Schlägen und Schimpfworten tractirt haben; außerdem soll er auch dem Trunke ergeben sein, so daß sie auch die Obhut über die Kinder verlangt, sowie $5 wöchentlich zum Unterhalte der selben. Henrietta Johnston will von Wm. Johnston geschieden sein, weil er sie angeblich mit Flüchen tractirt, sie ge schlagen und gewürgt haben soll, so daß sie sich genöthigt sah, bei Nachbarn Zuflucht zu suchen; auch soll er, wie sie sagt, ein Trunkenbold sein. Die United States Electro Galva nizing Co. verklagt die Indianapolis Foundry Co. auf Zahlung von $584, welche ihr Verklagte für eine derselben gelieferte elektrische Galvanisirungs Anlage schulden soll. Indianapolis Sommer - Schnle. Für die Jndpls. SommerSchule haben sich gestern, als am ersten Tage, - bereits zahlreiche Schüler angemeldet. Weitere Anmeldungen werden heute Vormittag von 912 Uhr entgegengenommen. Die Schule wird am Montag eröffnet. Gab seinen rechten Namen und wurde verhastet. Frank Voung, von den Bundesbe hörden gesucht, wurde am Donnerstag von Deputy Ver. Staaten Marshall Alonzo Boyd aus Richmond, Ind., nach hier gebracht. Von hieraus wird er höchstwahrscheinlich nach Ohio trans portirt werden, da er dort seit dem im Jahre 1900 begangenen PostofficeEinbruch in Washington, Ohio, ge sucht wird. Er wurde in Richmond wegen Trunkenheit eingesteckt und gab in diesem Zustande seinen rechten Na men an. Verschiedentlich seit dem Kinhrnfa? herhattet, soll et ßetS durck Angabe falscher Namen sich den Augen , der 'Behörden zu entziehen verstanden haben.

Noch weitere Leichen gefunden.

New York, 18. Juni. Die Suche nach Leichen wurde heute Mor gen mit Energie fortgesetzt. Ein tiefes Loch im Flußbette wurde mit Leichen angefüllt gefüllt gefunden. Nur acht derselben wurden an die Oberfläche ge bracht; der Taucher, welcher seine Ar beit der reißenden Strömung wegen unterbrechen mutzte, sagt, daß sich hier noch annähernd 40 Leichen befänden. Sobald die Ebbe eintritt, werden die Bergearbeiten wieder aufgenommen. Bis heute Morgen um 10 Uhr waren 563 Leichen soweit aufgefunden. Kleine Stadtnachrichten. D e r W e st I n d p l s. Commer cial Club wird in Zukunft seine Ver sammlungen im Basement der Morris Straße Christlichen Kirche abhalten. Dieselben finden jeden Freitag Abend statt. Stadt-Anwalt Henry War rum hat gestern eine Reise nach Europa angetreten. Während seinrr Abwesen heit wird Hülfs-Stadt-Anwalt E. B. Raub die Geschäfte der Office leiten. . Unfreiwillige Reise. Der sechsjährige Walter Bolinger, dessen Eltern 1842 Gant Avenue woh nen, spielte gestern in leeren FrachtWaggons, die hinter den Eeraline Wer ken standen, als dieselben , sich plötzlich in Bewegung setzten. Nahe Carters Farm ,6ei Clermont, gelang es dem Jungen abzusteigen. Er wurde von Herrn Carter, der ihn nach seiner Farm nahm, in einem Felde aufgefunden. Begnadigung für Hinshaw verlangt. Der Bcgnadigungs-Behörde, welche am 23. Juni in Sitzung tritt, wird ein Gesuch unterbreitet werden. Red. Wm. E. Hinshaw zu begnadigen. Derselbe war in Folge von Umstandsbeweisen schuldig befunden worden, seine Frau ermordet zu haben, und er wurde zu lebenslänglicher Zuchthaus strafe verurtheilt. Schlagfertiger Eisenbahn - Condukteur bestraft. I. W. Beck bestieg einen Pullman Waggon, um nach Indianapolis zu reisen und bezahlte angeblich seine Fahrt dem Condukteur Michael Madigan bei der Abfahrt von Terre Haute. Hier angekommen, verlangte der Cnnducteur nach Aussagen von Beck noch einmal Bezahlung und als ihm solche verweigert wurde entstand ein Wortwechsel, der schließlich in Thätigleiten ausartete. Becks Gesicht war stark geschwollen und sckwarz angelaufen, da ihn der Conducteur zweimal direct in's Gesicht schlug. Polizeirichter Whallon diktirte dem schlagfertigenConducteur Madigan $10 und Kosten zu. Farmer Shirmer will nicht zahlen. Corydon R. Shirmer, der im Su-perior-Gerichte wegen Bruch eines Heirathsversprechens zur Zahlung von $3000 an Mary A. Young verurtheilt wurde, reichte gegen dieses Urtheil eine Berufung ein. Diese Berufung, in der 110 Seiten allein mit den zwischen den beiden gewechselten Briefen auöge füllt sind,war natürlicherWeise ein um fangreiches Dokument. Interessant find die sich allmählich steigernden und mehr und mehr liebeduftendenAnreden, bis er zuletzt sich zu der Aussage ver steigt, sie. müsse entweder kommen oder ein neuer Patient werde für das Irren Haus reif sein. Dem Neger Bob " Underwood, der als gefangener Patient im ftädti fchen Hospital war, gelang es gestern, seine Flucht zu bewerkstelligen. Liederkranz. Waldfest Sonntag, den 19. Juni, im Germania Park.

Mord.

Neger erschießt seine Frau. Der Mörder in Haft. Gestern Abend 8 Uhr brachte der Ne ger Penfield Pope seiner Frau Bertha vier Schußwunden bei, denen die Frau bald darauf im städtischen Hospital erlag. Eifersucht war das Motiv. Pope, der mit seinrr Frau im Hause 1103 Nard Sheffield Str, wohnte, hatte seiner Frau schon seit längerer Zeit den Umgang mit ihrer Tante verboten, die, wie er glaubte, ihr Liebhaber zuführte. Die Frau kehrte sich nicht daran. Ge stern Abend hatte Pope Wind davon erhalten, daß seine Frau ein Schäferstündchen mit einem schwarzen Don Juan habe. Er legte sich, Wuth im Herzen, auf die Lauer. Nach längerem Warten sah er seine Bertha mit einem Neger aus dem Schlafzimmer kommen. Er forderte keine Erklärung, sondern gab einfach vier Schüsse, die wie er nun behauptet, dem Neger galten, aber sämmtlich die Frau trafen. Die durch die Schüsse alarmirten Nachbarn riefen eine Ambulanz herbei, welche die Frau in's städtische Hospital brachte. Dort starb sie in wenigen Minuten. Ein Schuß der den Unterleib durchbohrte und beim Rücken herauskam erwies sich als tödtlich. Polizist Wilson nahm den Mörder in Haft, der schon mit seiner früheren Frau in Tennessee Krakehl gehabt hatte. Die Criminal statistik unserer Stadt weist in den letzten 7 Tagen zwei durch Neger' begangene Morde auf. Es ist wahrlich Zeit, daß der Galgen in Thätigkeit tritt. In Polizeigewahrsam befinden sich nun 4 Mörder. Hale der den Tod eines Menschen durch einen Faustschlag herbeiführte, Frau Hicks, die ihren Liebhaber erschoß, Bill Williams, der Tom Howard erstach und Pope. Noch gut abgelaufen. Gestern Nachmittag um 5 Uhr collidirte an der Washington, nahe Ala bama-Straße, ein Ablieferungswagen der HibbeN'HoUweg Co. mit einem. Clinton Hare, No. 1525 Nord Meri dian Str., gehörenden Buggy, in Yeti chem sich der Genannte nebst sein.'r Familie befand. Glücklicherweise wurde außer einem zerbrochenen Rade am Buggy weiter kein Schaden angerichtet. An der Delaware und Washington Straße collidirte ein Frachtwagen der Central Chair Co., dessen vorgespannte Pferde übermüthig geworden waren, mit einem Fuhrwerk der Jnterior Hardware Co. Der angerichtete Schaden ist gering. Gegen Mitternacht gerieth der 718 Nord New Jersey Straße wohnhafte I. Sloane Kittle an der Illinois und Washington Str. zwischen zwei Straßenbahnwagen. Er kam mit leichten Verletzungen davon. Mahor McClellan's Antwort. George B. McClellan, Mayor von New York, hat gestern dem Mayor Holtzman auf seine Sympathie-Depesche folgende Antwort geschickt: Ich danke Ihnen im Namen der Bevölkerung von New York für Ihre freundliche Sympathie Kundgebung, welche wir sehr zu schätzen wissen." Den projectirten Oftseite - Park betreffend. Eine Delegation von Bewohnern der Oftseite wird heute dem Gouverneur ihre Aufwartung machen, um womög lich zu ermitteln, zu welcher Summe das nördlich von der Taubstummen Anstalt befindliche große Staats-Feld abgeschätzt worden ift. Die Bewohner dieses Stadtteiles wollen alles Mög liche-aufbieten, damit das Areal der Stadt für einen Park erhalten bleibt. Sie gehen bereits mit dem Plane um, eine Actiengesellschaft zu gründen, welche das Land aufkaufen und später der Stadt wieder verkaufen soll.

Ans den Gerichtshöfen.

Die verkrachten Bankiers Alfred und Thomas M c C o y v e r k l a g t. Im Bundesgericht reichte Abner T. Bowen von New York gegen Alfred und Thomas McCoy aus Rensselair ein. Bowen, der Chef der Bankfirma A. T. Bowen & Co., Wall Street, versucht den Betrag von zwei ihm von den beiden McCoy ausgestellten Noten im Betrage von je $5000 nebst Zinsen. im Gesammtbetrage von '$12,000, ein zuklagen. Unter öer Anklage der Bigamie an die GroßGeschworenen überwiesen. Der Fall von Joseph Broderick, dem Schankkellner in der Bates Jnn, wurde von Richter Whallon an die Grandjury verwiesen. Am 9. Juni reichte seine Frau eine Klage wegen Zusammenwohnens mit einer Anderen gegen ihn ein und am 15. Juni herathete er in Greenfield eine an der Südwest-Straße wohnhafte Jndianapöliserin. Seitdem hat seine erste Frau eine Klage wegen Bigamie gegen ihn eingereicht. Ihren Aussagen nach heirathete sie Broderick in Green Bay, Wisc., in 1891, wußte sich aber nicht des Namens des Friedensrichters, der die Trauung vorgenommen, zu entsinnen. Als Beweis ihrer Aussage zeigte' sie einen Brief vom Stadt-Clerk in Green Bay, welcher besagt, daß dort keine Liste der Trauungen in 1891, dem Jahre, ihrer Heirath, geführt wurde, ausgenommen, sie fände dieselbe in Händen des Frie densrichters. Broderick wurde nicht verhört. $10,000 Schadenersatz ver langt. Michael Hurley verklagt idie Jndla napolis Traction 6s Terminal Compa nie auf $10,000 Schadenersatz. Hurley giebt an, daß er sich am 5. Juni 1904 auf einem vom Riverside Park nach der Stadt zu fahrenden Straßenbahnwagen befand, der von er nem nördlich fahrenden angerannt wur de u. daß er sich bei diesem Zusammen stoße, der durch das zu schnelle Fahren des Wagens herbeigeführt wurde, ernst lich verletzte, so daß er sich seit der Zeit beständig in Behandlung von Aerzten befunden habe. Der Wagen vom Süden, welcher in den hinein fuhr, in welchem er sich befand, nach Hurleh's Aussagen, fuhr mit einer Geschwindigkeit von 25 Meilen in der Stunde, hätte aber trotzdem gut angehalten werden, falls der Motornier solches zur rechten Zeit versucht hätte. Hurley zog sich bei dem Zusammenstoße außer einer tiefen Kopfwunde auch Rückgradsverletzungen zu. Criminalgericht. Allen Taylor, 20 Jahre alt, deö Kleindiebstahls und des Empfangs gestohlener Waaren angeklagt, bekannte sich der letzten Anklage schuldig und wurde mit suspendirtem Urtheil während guten Betragens entlassen. Die erste Anklage gegen ihn wurde fallen gelassen. Schiffbruch auf dem Ocean der Ehe. Evan Phelps will von Amelie Phelps, die er am 25. Oktober 1900 heirathete und die ihn am 9. Januar 2902 ver ließ, geschieden sein. Richard N. Sleigh verlangt Schei dung von Elizabeth C. Sleigh und giebt schlechte Behandlung als Schei dungsgrund an. Sie soll ihn nämlich mit unfläthigen Redensarten traktirt haben und soll außerdem ihm gegen über öfter den frommen Wunsch ge äußert haben, daß sie es gerne sehen würde, wenn man ihn er ift ein Bahnangeftellter eines schönen Ta ges gerädert in's Haus bringen würde. Auch soll sie am Zahltage sich immer zu seinen Arbeitgebern begeben haben, mit dem Verlangen, seinen Lohn an sie auszuzahlen. SleighZ sagt, daß er auS' diesem Grunde verschiedene Stellen verloren habe. Auch vor seinen Mitarbeitern soll sie ihn beschimpft und schlecht ge

macht haben. Er verlangt Obhut über die 16-jährige Tochter nebst seiner Scheidung.

Probatgericht. Als Executor des Nachlasses von Wm. H. Schmidt wurde Edward H. Schmidt mit einer Bürgschaft von $50,000 qualificirt. Wegen Mißachtung eines richterlichen Befehls bestraft. Weil er mit seinen ihm vom Gerichte zudiktirten Zahlungen an seine von ihm geschiedene Frau mit $52 im Rückstände war, wurde Elliott H. Cor man von Richter LeatherS im Superior Gerichte mit einer Gefängnißftra'e wegen Mißachtung eines Gerichtsbefeh les bedacht. Corman ließ sich vor einigen Mona ten von seiner Frau scheiden und es wurde ihm "damals auferlegt, zum Unterhalte des der Ehe entsprossenen Kindes beizusteuern. Da er sich in zwischen wieder verheirathet hatte. glaubte er, daß er von weiteren Zahlungen entbunden sei. Leone Drape r's Appel l a t i on. $1000 Schadenersatz verlangt Leone Draper, weil sie in Carlisle, Ind., im rauhen Märzwetter habe stehen müssen, um die Ankunft eines um 3 Stunden verspäteten Zuges zu erwarten. In derselben Klage im Kreisgerichte wurde gegen sie entschieden, jetzt wendet sie sich an den Appellations-Gerichtshof. Sie sagt, daß sie um 1:30 Uhr Morgens auf dem Bahnhofe angekommen sei, um die Ankunft des um 2:30 Uhr fäl ligen Zuges abzuwarten, daß aber das Wartezimmer geschlossen war und daß sie draußen in der Kälte bis um 5:30 Uhr Morgens habe stehen müssen, bis der Zug mit 3 Stunden Verspätung eintraf. Der Meyberg-Fall Im Meyberg-Falle wurde das Zeug niß von James D. Finley, des früheren Baggagemannesi der Big' FourBahn, durch den Vertheidiger Spaan in ein recht fragwürdiges Licht gestellt, indem Spaan die Geschäftskarte Finley's, der jetzt No. 1419 Hillstde Ave. eine Wirthschaft betreibt, vorzeigte. Auf der einen Seite ist seine GeschäftsNotiz, während sich auf der anderen Seite eine Serie zweideutiger Bilder befindet. Allen Grant, ein Pinkerton-Detectiv. bezeugte seinerzeit unter Eid,, daß er sah, wie Finley ein Packet Card Tickets" an Meyberg übergab. Dieses soll am 13. Mai um 11 Uhr 5 Min. im Hinterzimmer der Spencer Hotel Wirthschaft geschehen sein. Geo. I. Marrott und verschiedene andere Herren bezeugten aber, daß sich Meyberg an diesem Tage in einer Sitzung der United States Metal Mfg. Co. be fand und daß diese Sitzung von 10 Uhr Morgens bis 1 Uhr Nachmittags dauerte. Gilbert Layman und Lewy Rose, zwei Nicht-Unionisten, Arbeiter der Indianapolis Chair Co., veranlaßten die Verhaftung des Hugh Tapp unter der Anklage des Bedrohens mit tödtlichen Waffen. Tapp, ein Mitglied einer Union, war als Vorposten oder Wächter während des Streikes der Union'Angestellten der Compagnie benutzt und soll bei dieser Gelegenheit die Kläger mit einem Messer bedroht ha haben. Ehe sein Fall jedoch im Poli zeigericht zur Verhandlung kam, wurde er wegen Angriffs auf einen andern Nicht-Unionarbeiter unter einen Groß geschworenen Verhaftsbefehl festgenom men. Geschieden undgleichwie der verheirathet. Jesse M. Ackley erlangte gestern kurz vor 5 Uhr einen Heiraths-Erlaub-nißschein mit Elmer D. Smith, nachdem sie nur wenige Minuten vorher im Superior Gerichte von Richter Leathers von ihrem früheren Manne Melvin HodgeS geschieden war und ihren Mädchennamen wieder erlangt hatte. gjST" Die beste 5 Cent Cigarre in der Stadt, Mucho's Longfellow".

Nachrichten aus Jndiana.

Geldschranksprenger an der Arbeit. F r a n k l i n, 17. Juni. Der Geldschrank in der Office der Firma Pinnell 6z Engkr wurde heute Morgen gegen 3 Uhr von Einbrechern gesprengt und seines Inhalts von $20 beiaubt. Hier auf annectirten sie aus dsm Stalle des Edward Flannigan ein Fuhrwerk und fuhren nach Greenwood, wo es später gefunden wurde. In Greenwood be stiegen sie einen nach Indianapolis fahrenden Jnterurban-Car und bezahl ten bis zur Stadtgrenze. Die Polizei hofft der Burschen bald habhaft zu werden, da der Condukteur eine sehr gute Beschreibung derselben geliefert hat. Aus Gram zur Verzmeifl u n g getrieben. Lawrenceburg, 17. Juni. Josevh Vaughan, ein 50-jähriger wohl habender Contractor von Lockland, O.,' machte heute den Versuch, seinem Da sein in den Fluthen des Ohio ein frei williges Ende zu bereiten. Er hatte Edw. C. McCullough von der Mc Cullough Drug Co. verschiedene wich tige Papiere und andere Werthsachen' mit, dem Bemerken übergeben, daß er des Lebens müde sei. Hierauf hatte er sich nach dem Werftboote begeben. McCullough folgte ihm und kam in dem Augenblick an, als er gerade im Begriff war, sich in's Wasser zu stür zen. Mit verzweifelter Anstrengung gelang es ihm und dem Werftmeister Charles Wolf den Selbstmords Can. didaten in seinem Vorhaben zu hindern. Vaughan's Sohn ist in Cincinnati unter der Anklage, seine Frau vergiftet zu haben, verhaftet worden. Der Gedanke, daß derselbe, schuldig befunden und zum Tode verurtheilt werden, könne, hat den a lten Wann zur Verzweiflung gebracht. Blutvergiftung. ' P rinceton, 17. Juni. Hier liegt Rob. M. Morton an Blutvergif tung schwer krank darnieder und sein Arm muß jedenfalls abgenommen wer den, wodurch vielleicht das Leben ; des ManneS gerettet werden kann. Morton, der Kirchendiener an der Cumberland Presb. Kirche in Prince ton ist, hatte sich dei'm Läuten der Kirchenglocke an einer Stecknadel, die , Jemand in das Glockenseil gesteckt hatte, eine kleine Wunde an der Hand zugezogen, der er weiter keine Beach tung schenkte, bis sich schließlich Blut Vergiftung einstellte. Jetzt ift der Zustand des Mannes ein sehr bedenklicher. Ein imposantes Leichenb e g ä n g n i ß. Jeffersonville, 17. Juni. Jeffersonville hat nie zwar ein imposanteres Begräbniß gesehen, als wie das von Ex-Mayor T. B. Rader. Die Straßen waren voll von Menschen, und die Stadt hatte ein feiertägigen Ansehen. Während der Begräbnißzeit wurde kein Geschäft gethan, und alle öffentlichen Gebäude blieben geschlossen. Reich wie Arm leisteten dem Abgeschiedenen den letzten Tribut, und während die Leiche in der Mayors-Office aufge bahrt war, strömte ununterbrochen eine Menge daran vorbei. Eine Abtheilung der Compagnie No. 9 der uniformirten Pythias-Ritter hielt die Ehrenwache am Sarge. Die Leiche war in der Uniform der Pythias-Ritter gekleidet. Um 2 Uhr wurde der Sarg geschlos sen, und der Marsch nach dem Morton Chapel in folgender Ordnung ang'etreten: Berittene Polizei, unter Com mando von Capt. Clegg; Trommler Corps der Pythias-Ritter, Compagnie No. 9 der uniformirten Ritter, Hope Loge der Pythias-Ritter, Odd Fellows, Mobern Woodmen, Töchter der Re bekka, Rathbone Sisters, Clark Com thurei vom Goldenen Kreuze, Ehrenritter und Damen, Elks-L ogeZ jetzige und frühere Stadtbeamten, County Beamten, Ehrenbahrtuchträger und der Leichenwagen, nebem dem die activen Bahrtuchträger schritten. Während der Conduct sich nach dem Kirchhofe be wegte, schlugen die Feuerglocken an.