Indiana Tribüne, Volume 27, Number 255, Indianapolis, Marion County, 17 June 1904 — Page 6

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Europäische Nachrichten. ScHn?eiz. B e r Der kürzlich verstorbene Handelsmann, Streifs - Sigrist vr.i Diesbach (Glarus), wohnhaft hier, hat für gemeinnützige Zwecke 18.000 Franken testirt. darunter verschiedene Legate für Institute im Kanton Glarus. Basel. Der sozialdemokratische Nationalrath Stephan Gschwind ist nach langer Krankheit 50 Jahre alt in Oberwil (Basel - Land) gestorben. Er war ein Förderer des GenossenschaftsWesens und der Gründer der Birseckschen Produktions- und Consumgenossenschaft. Verunglückt ist auf dem Güterbahnhof Wolf ein Zollbeamter Namens Roth, indem er von einem Eisenbahnwagen erfaßt und umgeworfen wurde. Es wurde ihm der eine Fuß und am anderen eine Zehe abgefahren. In einem Eisenbahnwagen , führte man ihn nach dem provisorischen Bahnhof. Dort wurde ihm ein Nothverband angelegt, dann transportirte man ihn in das Spital. Genf. Der frühere hiesige englische Consul Barton schenkte der Stadt die Viktoria-Halle, einen großen Concertsaal, der nahezu zwei Millionen gekostet hat. Am Saleve stürzte der hier wohnhafte 19jährigeElsässer WilHelm Klein todt, vermuthlich infolge Steinschlags. L u z e r n. Der in Hochdorf ver haftete Raubmörder Hochstetter steht nun auch unter dem schweren Verdacht, den Doppelmord an den Eheleuten Lu stenberger in Malters begangen zu ha ben. Hochstetter legte angeblich ein Geständmß ab. will aber .im Affekte gehandelt, also Todtschlag, nicht Mord begangen haben. Nyon (Waadt). Eine Frau Getaz de la Flecherc hat der hiesigenStadt zur Gründung einer wohlthätigen Anstatt 50,000 Francs geschenkt; doch muß ihr die Stadt eine lebenslängliche Jahresrente von 2000 Francs auszahlen. gesterrerctz''Ilngarn. Wien. Hof- und Ministerialrath i. P. des Ministeriums des Aeußeren Josef Ritter v. Pelz feierte in voller körperlicher und geistiger Frische seinen achtzigsten Geburtstag. Hofrath Ritter v. Pelz, der über vierzig Jahre im Auswärtigen Amte hervorragend thätig war. erfreut sich allgemeiner Sympathien. Der 26jähge Geschäftsdiener Karl Burgiak, Vorgartenstraße No. 203, war zu demDienstmädcben Josefine Waldl, Ennsgasse No. 18, in Liebe entbrannt, die aber von dem Mädchen verschmäht wurde. Letztens lauerte Burgiak dem Mädchen, das bei seiner Schwester in der Vorlaufstraße No. 199 auf Besuch sich befand, im Flur des Hauses auf und feuerte aus einem Revolver vier Schüsse auf dasselbe ab. Weitere zwei Schüsse jagte er sich selbst in den Kopf und brach bewußtlos zusammen. Er starb unmittelbar nach seinem Eintreffen im Spital der Barmherzigen Brüder. Josefine Waldl ist nur leicht verletzt worden. ' AflenzbeiLeibnitz. Brauer Mathias Zettl wurde hier miti.zerschmettertem Schädel todt aufgefundert. Das Zimmer war überall blutbefleckt. Die Mordinstrumente, zwei Hacken, wurden im Zimmer aufgefun den. Die Gendarmerie verhaftete zwei Bauernsöhne als der That verdächtig. B o z e n. Der seit dem 28. Januar abgängige ehemalige Brauereidirektor Eduard Hanek aus Schönpriesen hat sich hier aus Furcht vor Wahnsinn erschössen. B u d a p e st. Das MagnatenhausMitglied Baron Ladislaus Solymossy ist hier im 72. Lebensjahre gestorben. Baron Solymossy hat sich von kleinen Anfängen zu einem der größten Grundbesitzer des Landes emporgeschwungen. Gries. Hier erregt der Selbstmord eines Kurgastes, des Studenten der Philosophie Eberhard v. Schmid aus Petersburg, großes Aufsehen. Der That soll eine Duellangelegenheit vorangegangen sein. T e t s ch e n. Der 57 Jahre alte Schiffer Julius Heinze aus Smilka stürzte, als er aus einem Gasthause auf seinen am Umschlagplatze Rosawetz vor Anker liegenden Kahn zurückkehren wollte, vom Stege ab in die Elbe und ertrank. In der Nähe von Losdorf wurde der herumreisende Franz John aus Türmitz von dem Vaganten Wenzel Bina aus Trebetin, Bezirk Ledetsch, erstochen. Luxemvurg. Luxemburg. Der Kassirer

Georg Ziegler hat Unterschlagungen in Höhe von etwa 30,000 Mark verübt. D i e k i r ch. Ein Schüler des hiesigen Gymnasiums, Karl Saurer mit Namen, ist in der Our ertrunken. Esch. Der Erzarbeiter Victor Mannschein ist dadurch verunglückt, daß ihm eine Schicht Erz auf den Kopf fiel. Er war sofort eine Leiche. Enfantterrible. Onkel, wie viel Haare hast Du denn auf dem Kopfe?" Das kann ich doch nicht wissen, Maxi." Doch, Papa sagt ja. Du hättest so viel Schulden als Haare auf dem Kopfe." Eingegangen. Ach, hast du nicht zufällig fünf Mark bei dir? Bedaure. Nicht einen Pfennig. Das thut mir leid. Ich wollte dir nämlich die fünfzehn Mark wiedergeben, die ich dirschuldig'bin, und habe nur ein Zwanzigmarkstllck. Also ein andermal. Adieu.

Nuy eine Auffassung. Es giebt auch außerhalb der IrrenHäuser Leute, welche die verschrobensten Ansichten haben. So lange sie Nicht gemeingefährlich werden, läßt man diese Menschen als unschädlich in Freiheit. Man, sperrt sie gewöhnlich erst dann ein, wenn man von ihnen Gewaltthätisskeiten fürchtet. Zu den sonderbarsten Zeitgenossen gehören unsere Anarchisten, von welchen ja viele das nach ihrer Ansicht Beste erstreben, die aber doch großentbeils das öffentliche Wohl gefährden. Sie meinen, daß die Abschaffung aller Gesetze und Behörden sowie des Privatbesitzes die Menschheit frei und glücklich machen würde. Denn," sagen sie, grade die Gesetze und Behörden sind es, welche einen Zwang ausüben, dadurch einen Gegendruck hervorrufen und so die Verbrechen und die Verbrecher schaffen. Würde man die Gesetze und die Behörden sowie das. Privateigenthum beseitigen, so könnte Jedermann sich frei und ungehindert nach seinem Gefallen aus'leben und es würde dadurch ein Zustand allgemeiner Glückseligkeit erzeugt werden." Daß Verbrechen erst durch den Erlaß von Gesetzen hervorgebracht wurden ist, wie Jedermann einsehen sollte, eine ganz thörichte Annahme. Denn wie sollte die Menschheit auf den Einfall gekommen sein ,Gesetze zu schaffen. welche beispielsweise Mord. Nothzucht und Brandstiftung bestrafen, wenn solche Unthaten ganz unbekannt waren? Man verbietet doch nicht 'zu schnelles Fahren auf einer Eisenbahn nach dem Monde und würde ein solches Verbot erst erlassen, wenn eine solche Bahn gebaut und wenn auf derselben durch zu schnelles Fahren Unheil entstanden wäre. Die Gesellschaft hat offenbar Bestimmungen zur Bestrafung von Verbrechen erst dann erlassen, nachdem letztere wiederhat begangen waren und als es nothwendig erschien, gewaltthätige Leute durch Strafen einzuschüchtern oder unschädlich zu machen. Allerdings wird trotzdem immer noch gemordet, genothzüchtigt, Feuer angelegt u. s. w.; aber die Annahme ist berechtigt. daß solche Missethaten noch viel häufiger vorkommen würden, wollte man alle die Bestimmungen aufheben, welche derartige Verbrechen mit schweren Strafen belegen. Auch die Beseitigung des Privateigenthums würde durchaus nicht alle Unthaten aus der Welt schaffen; denn aus Streitsucht, verschmähter Liebe und aus anderen Gründen, welche mit dem Besitz einer todten Sache gar nichts zu thun haben, würden zu Gewaltthäten geneigte Leute 'zu Verbrechen hinreißen. Die Gesetze haben also nicht die Missethaten hervorgerufen, sie wurden vielmehr erst zur Verhinderung, beziehungsweise Verminderung der letzteren erlassen und es werden dahzr die Menschen nicht veranlaßt werden können, die Strafbestimmungen und die Behörde zu beseitigen, welche zum Schutze der Schwachen gegen gewalt thätige Starke in das Leben gerufen wurden. Die Anarchisten haben großentheils die Aussichtslosigkeit ihrer Bestrebungen erkannt und viele von ihnen entschlössen sich deshalb, die menschliche Gesellschaft durch Mord und Brand einzuschüchtern und so unier ihrenWillen zu bringen. Sie nennen dieses verbrecherische Treiben die Propaganda der That". Die That" bedeutet in diesem Falle natürlich eine Unthat. Werden die Anarchisten nach Begehung eines Mordes abgefaßt, so benehmen sie sich im Allgemeinen trotzig und sie bemühen sich, ihr Thun von ihrem Standpunkte" aus zu rechtfertigen. Dabei kommen denn die wirrsäligsten Redensarten zum Vorschein. Bei dem vor einem Schwurgericht zu Lüttich gegen die Anarchisten Lambin, Gudefin und Vouiet verhandelten Prozesse wegen eines Dynamit-Attentats leugnete der Erstgenannte jede Therlnähme an dem Verbrechen; während sein Genosse Gudefin ihn als Anstiftcr bezeichnete. Er (Lambin) gehöre keiner Verbindung an. Nur der Wissenschaft wegen habe er sich mit der Herstellung von Sprengstoffen befaßt und er sei allerdings der Ansicht, daß man der Bourgeoisie nur durch Gewaltthaten Herr werden könne. Es wurde Herrn Lambin nachgewiesen. daß er einen Diebstahl begangen habe, was er mit der Ausrede beschönigte, daß der Diebstahl nur eine Zurücknahme des Eigenthums sei. Also wenn so ein Ehrenmann einem Handwerker, der sich von seinem Lohne etliche hundert Dollar gespart hat, diese stiehlt, dann nimmt er sein" Eigenthum zurück! Kennzeichnend für diese Sorte von Anarchisten war auch die Antwort Lambin's auf die Frage: weshalb er nicht, wie andere Leute, arbeite: Weil ich nicht für Banditen und Diebe arbeiten mag." Das ist also der erhabene StandPunkt dieser Anarchisten. Sie lassen Andere arbeiten und leben auf Kosten dieser Anderen ein Faullenzerund Verbrecher-Dasein. Mit einer solchen Auffassung läßt sich natürlich gar nicht rechten. Es bleibt der menschlichen Gesellschaft nichts übrig, als diese Menschen unschädlich zu machen.

Nichts läßt so in Hitze gerathen, als Kälte des Gegners.

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Inland H-H'M"!"!"! I 1 l 1 M M-M-H-M-M-Be st r a f ! e r Uebermuth. Der Univttsitätsstudent R. Hermann aus Göttingen, Provinz Hannover, kehrte unlängst auf der Gartethalbahn (Kleinbahn GLttingen - Rittmarshausen) mit seinen Kommilitonen von einem Ausflug zurück und verulkte den Betrieb der Bahn wie das die Göttinger Studenten in Bierlaune öfters, zu thun pflegen dadurch, daß er während der Fahrt vom Zuge auf- und absprang. In der Nahe der Haltestelle Diemarden kam der junge Mann so unglücklich unter die Räder, daß ihm beide Beine abgefahren wurden. B l i l a u n e. Als der 80jährige Farmer Grades in North Branch, Mich., bei seinem Nachbar Williams war und sie sich, an einem Tisch sitzend, unterhielten, während die übrigen Mitglder der Familie ebenfalls in der Stube waren, schlug der Blitz ein und tödtete Graves.' Sonderbarer Weise wurde sonst Niemand verletzt. Beim Gebet vom Tode ereilt. In DubuqueJa., wurde während der Messe in der St. Patrickskirche der 80jährige Hugh S. Smith, als er in seinem Kirchenstuhle knieend betete, plötzlich vom Schlag getroffen; er fiel vorne über und war bereits eine Leiche, als man ihn aufhob. Der Gottesdienst wurde unterbrochen.. Aufgespießt. Der Zimmermann Quevado in Brooklyn, N. I., fiel vom Dache eines Neubaues auf einen Staketenzaun, wovon einer der haarscharf zugespitzten Pflöcke in seine Brust drang und ihn thatsächlich aufspießte. Der Unglückliche gab bald, nachdem man ihn aus seiner schrecklichen Lage befreit hatte, seinen Geist auf. Von einer Höllenmaschine zerrissen. Vier Weiße sind in Oklahoma auf die Anklage verhaftet worden, bei Broken Arrow einen Neger, Robert Suddeth, der dort eine Farm besaß, ermordet zu haben, indem sie eine Höllenmaschine aufstellten, die sich m dem Augenblick entlud, als Suddeth eines seiner Grundstücke pflügte. Der Neger wurde in Stücke zerrissen. Milch als Feuerlöschmittel. Der chinesische Prinz Pu Lun und sein Gefolge machten von Indianapolis, Ind., aus eine Automobilfahrt nach Lafayette; 30 Maschinen nahmen daran Theil. Kurz bevor die Maschine, mit welcher der Prinz sahren wollte, abging, gerieth sie in Brand. Das Feuer wurde mit Milch gelöscht, die man einem porbeifahrenden Milchwagen entnahm. Schreckensthat eines Irrsinnigen. In einem plotzlichen Anfall von Irrsinn erstach Terrell Thomas von Pasadena, Kai., seinen achtjährigen, durch einen Schlaganfall gelähmten Sohn, während derselbe im Schlafe lag, mit einem Jagdmesser und erschoß sich hierauf. Thomas beging die schaurige That, kurz nachdem seine Frau sich auf einen Ausgang begeben hatte. Durchgepeitschte Delinq u e n t e n. Im .Arbeitshause zu New Castle, Del., sind neun Neger und ein Weißer wegen Diebstahls und anderen Verbrechen ausgepeitscht worden. Einer der Neger, der einem schlaftnden Knaben ein Kruzifix gestohlen hatte, erhielt 40 Peitschenhiebe und hat noch fünf. Jahre Gefängniß abzusitzen. Die übrigen Missethäter kamen mit 10 bis 30 Streichen davon. Etwa 500 Personen sahen der Vollstreckung der Delawarer Justiz zu. Im Flugsand umgekomm e n. Laura Walton und Lena Hilliard, zwei 15 beziehungsweise 16 Jährte alte Schülerinnen des' IndustrieInstituts und Collegs von Columbus, Miss., befanden sich mit ihren Mitschülerinnen auf einem Picknick am Tombigbee River, als eine Frau Holmes in Flugsand gerieth und laut um Hilfe schrie. Genannte Mädchen eilten zu ihrem Beistand herbei, wateten in den Fluß und retteten die Frau, wurden aber gleich darauf das Opfer des Flugsandes und verloren das Leben. UnersetzlicherJerlust. Der Staat Louisiana hat einem neuen Portier im Staats-Kapitol zu Baton Rouge den Verlust eines werthvollen Oelaemäldes von Andrew Jackson zu danken, das nicht ersetzt werden kann. Das Porträt hing seit Jahren im Kapitol. Als der neue Portier mit der Reinigung begann, fand er, daß das Gesicht des Bildes mit Staub bedeckt war, und er glaubte etwas recht Kluges zu thun, indem er das alte Bild aus der Thür warf und zerschnitt. Als die Sache entdeckt wurde, mußte der kluge" Mann zu seinem Schrecken hören, daß das Bild $6000 werth war. Dankbarer Patient. Fraulein Katie Bisfix, eine ehemalige Krankenwärterin im Samaritan-Ho-spitale zu Philadelphia, hat sich neulich mit einem reichen Geschäftsmanne Namens Ayjian vermahlt. Ayjian hatte als Patient in dem Hospital Aufnahme gefunden und hatte der treuen Pflege von Fräulein Vissix sein Leben zu verdanken. Nach Verlauf von zehn Wochen befand sich der Patient außer Ge fahr, die Wärterin selbst wär jedoch infolge allzugroßer Erschöpfung erkrankt. Ayjian stellte zu dieser Zeit seiner Pflegerin, die er lieben und schätzen gelernt hatte, einen Heirathsantrag, der angenommen wurde.

HJurJl mwer Willst.

Von S. ?ufj. Die Honoratioren eines kleinen Städtchens gelten jedem Nichtkasinofähigen für Wesen höherer Art, namentlich steht der Herr Amtsrichter oder der Herr Amtmann, wie es in Kurhessen heißt, so hoch, daß ein Widerspruch oder gar em direktes Zuwiderhandeln gegen dessen Autorität etwas schier Unglaubliches ist. Und doch hatte in der Mitte des vorigen Jahrhunderts sich zwischen dem Herrn Amtmann und dem Kaufmann Jsaak Stern (wir wollen ihn so nennen) ein gespanntes Verhältniß gebildet, das zu fortwährenden persönlichen Reibereien führte. .Da Jsaak Stern mit allem Möglichen und Unmöglichen handelte, hatte er auch oft in Klagesachen am Amtsgericht zu thun, so daß es an Gelegenheiten zu Reibungen nicht fehlte. Eines Morgens, eine halbe Swnde nach Beginn der Dienststunden, erschien Jsaak Stern im Vorzimmer des kurfürstlichen Amtsgerichts und sagte dem Herrn Aktuar, der im Vorraum des heiligen Sitzes der Gerechtigkeit die Regie führte, daß er den Hexrn Amtmann zu sprechen begehre. Da sich aber der Herr Amtmann häufig ein doppeltes oder dreifaches akademisches Viertel gestattete, wurde dem p. Stern der Bescheid, daß der Herr Amtmann noch nicht zu sprechen sei. Jsaak Stern erklärte sofort, daß er keine Zeit habe, zu warten, und daß er sich über die Nichteinhaltung der Dienststunden an geeigneter Stelle beschweren werde. Ter Aktuar hielt es daher für das Beste, dem Herrn Amtmann einen Boten w der Person eines seiner Untergebenen zu senden, und da die Wohnung des Amtsrichters ganz in der Nähe war, war dieser nach wenigen Minuten zur Stelle; aber begreiflicher Weise war seine Stimmung gegen den Störer seiner Gemüthlichkeit, der sich schon im Allgemeinen seiner besonderen Abneigung erfreute, nicht gerade rosiger geworden. Kaum stand Jsaak Stern vor der Schranke, die den Sitz des Herrn Amtmann umgab, so maß ihn der R i ch -ter mit strengem Blick von rDen bis unten: Warum erscheinen Sie nicht in angemessener Kleidung vor Gericht?" Herr Amtmann, ich bin anständig gekleidet." Was? In diesem Rock Hantiren Sie auch in Ihren schmutzigen Magazinen." Herr Amtmann, in diesem Rock gehe ich Werktags immer aus." Vor Gericht haben Sie in Ihrem Schabbes-Rock, zu erscheinen." Adieu, Herr Amtmann!" Damit schlüpfte Jsaak Stern aus der Thür und erschien nach zehn Minuten wieder, angethan mit dem Schab-bes-Rock" und bedeckt mit dem Cylmderhut, der nur an hohen Feiertagen und bei Leichenbegängnissen in den Straßen des Städtchens zu sehen war. Es war deshalb natürlich, daß sich viele Bekannte des Herrn Jsaak Stern in das Gerichtszimmer drängten, um zu erfahren, was diesen zu so feierlicher Ausstaffirung veranlaßt haben könnte. Jsaak Stern trat, den Cylinder in der Hand, an die Schranke und sogleich fragte der Richter: Was wollen Sie?" Ich will den Herrn Amtmann sprechen." Der Amtsrichter wüthend: Zum Kuckuck, sagen Sie doch endlich, was Sie wollen." Ich will den Herrn Amtmann sprechen." Ja, Sie sehen doch, daß ich d a bin." Ich kenne Sie nicht, und will nur mit dem Herrn Amtmann sprechen." Ei, Sie kennen mich doch." Nein, ich kenne Sie nicht, ich erkenne den Herrn Amtmann nur an seinem bellblauen Frack mit goldenen Knöpfen, und da Sie keinen solchen Frack anhaben, kann ich auch nicht glauben, daß S i e der Her? Amtmann sind." Es blieb dem Richter nichts anderes übrig, als nach Hause zu gehen und die damalige vorschriftsmäßige Amtstracht, die aus Bequemlichkeit nie im Dienste, sondern nur bei feierlichen Gelegenheiten, Kurfürsts Geburtstag und dergleichen getragen wurde, anzulegen und nachher von Herrn Stern im Schabbes-Rock die wichtige Klage über zwei Thaler sechs Silbergroschen gegen Caspar Müller in Jxdorf entgegenzunehmen. Unschuld aus Sachsen. . Anna, das häusliche Mädchen für alles, hat gekündigt, um. wie jxt sagt, sich nach Breslau zu verbessern. Scherzend spricht die Hausfrau: Ach. Anna. Du willst doch nur wissen, wie die preußischen Soldaten tanzen." Aufrichtig fragt Annchen ganz verwundert: Nu Heeren Se mal. gibt sie's denn in Breißen ooch Milidehr?" NergnüoungsMclitig. Chef: So! Ihre Schwiegermutter möchten's beerdigen? Letzte Woch' war's 'ne Gebirgspartie. Ich glaub', Sie haben rein nichts im Kopf alsrinr Ihr Vergnügen." Meberzeugt. Junger Ehemann (als er die erste Hutrechnung" für seine Frau bekommt): Armer Vater, nun begreffe ich es. warum Du manchmal so schlecht gelaunt warst!" '

t Haus, Huf und Kind h :!' i-i-i-:";":":-:--:-!-!";-!-!-:-:--!-:- i-h Tomatensuppe. Vier oder fünf Tomaten werden gewaschen, mit wenig Wasser weich gedämpft und durch ein Sieb gerührt. In einem andern Topfe wird Reis mit Bouillon und Gewürz gekocht; die Tomaten fügt man bei und kocht nochmals alles einige Minuten. . Dann wird ein Ei mit etwas Rahm verklopft und die Suppe darüber angerichtet. Schweinefleisch mit Aepfeln auf amerikanische Art. Nicht zu fettes Schweinefleisch schneidet man in ziemlich dünne runde Scheiben, ebenso große säuerliche Aepfel, ohne sie zu schälen, in Schnitten von ähnlicher Größe, brät das Fleifch und die Aepfelscheiden zusammen in Butter auf beiden Seiten goldgelb und richtet sie' in Abwechselung auf einer Schüssel an. Gegen Verbrühungen der Haut. Ein noch wenig bekanntes aber vorzügliches Mittel besteht darin, daß man mittelst eines Stückchens Leinwand einen Brei auflegt, der aus Hafermehl und ungesalzenem Schweinefett hergestellt ist.' Die Blasenbildung wird dadurch verhindert, der Schmerz beseitigt oder wenigstens gelindert und die Heilung befördert. K a r t o f f e l - S ch n e e. Mehlige Kartoffeln werden geschält, gewaschen. mit Wasser und etwas Salz zugesetzt und langsam ziemlich weich gekocht; dann gießt man das Wasser ab und läßt die Kartoffeln noch so lange im Ofen stehen, bis sie in Stücke zerfallen. Man reibt sie nun durch ein Drahtsieb in. eine gewärmte Schüssel, so daß sie eine ganz leichte, flockige Masse bilden, berührt sie nicht weiter, sondern bringt sie sogleich zu Tisch; als Beigabe zu Braten und allerlei Saucengerichten sind sie vortrefflich. Das Wundwerden der Füße wird am besten durch Aufstreichen einer Salbe aus gleichen Theilen Kampfer, Olivenöl und Wachs, welche Stoffe erwärmt werden, geheilt. Vor dem Schlafengehen wasche man die Füße, trockne sie gut ab, reibe sie mit obiger Salbe ein und ziehe frische Strümpfe an. die man während - der . Nacht am Fuße behält. Am folgenden Tage werden die Füße den so brennenden Fußschweiß verloren haben, und es kann darauf der anstrengendste Marsch unternommen werden. Kirs chen -Marmelade. Recht reife Weichselkirschen kernt man aus, verstößt die Kerne in einem Mörser und' kocht sie in Wasser und filtrirt diese nachher in einen reinen Topf. Gleichzeitig kocht man die ausgekernten Kirschen unter stetem Umrühren in einem kupfernen oder irdenen Gefäß ohne Wasser weich, treibt sie durch ein Haarsieb, setzt das gleiche Gewichtsquantum Zucker bei, sowie das Wasser, in welchem man das feine Aroma der Kirschkerne entzog, hinzu, kocht die Masse unter fortwährendem Umrühren so lange ein, bis sie hinter dem Rührlöffel nicht gleich, wieder zusammenfließt, drückt sie so fest in Gläser ein, daß keine Luftblasen entstehen, legt ein Rumpapier auf und verbindet sie luftdicht nach dem Erkalten. H a l t b a r k e i t d e r F l e i s charten. Ueber die Haltbarkeit verschiedener Fleischgattungen lassen wir hier eine Versuchsliste folgen: Rindund Schweinefleisch im Sommer 3, im Winter 6 Tage; Hammelfleisch 2, bzw. 3 Tage; Kalbfleisch 2, bzw. 4 Tage; Hirsch- und Rothwild 4, bzw. 8 Tage; Schwarzwild 6, bzw. 10 Tage; Hasen 3, bzw. 6 Tage. Kann man es nicht vermeiden, das Fleisch hinzulegen, so geschehe es wenigstens nicht auf eine Unterlage von Holz, welche den Saft aufnehmen würde, sondern auf glasirten Gefäßen, die täglich gereinigl und wobei die Fleischstücke gewendet werden müssen. Hierbei empfiehlt sich auch das Aus- oder Ablösen der Knochen, weil sich dann das Fleisch viel länger hätt. Unsere Leserinnen werden aus eigener Erfahrung wissen, daß sich die für den Geruch und das Gesicht verdächtigen Stellen, z. B. beim Kalbfleisch, immer zuerst in der Nähe der Knochen zeigen. In abgerahmter Milch, die taglich erneuert wird, kann man jede Fleischart selbst im heißen Sommer 8 bis 10 Tage gut. erhalten. Die Gurkenpomade wird als ein , Konservationsmittel der Eesichtshaut besonders bei Neigung zu Hitzblattern und dergleichen gerühmt. Zur Anwendung derselben wäscht man sich vor dem Schlafengehen erst mit rei-' nem, lauem oder kaltem Wasser, nimmt dann ein wenig der Pomade in die Hand und fährt damit einige Male über das GesichV. Zur Bereitung reibt man weiße Gurken, vermischt diese mit einer ganz gleichen Quantität feinen Olivenöls in einem porzellanenen oder silbernen Gefäß und stellt dieses Gefäß m ein anderes mit Wasser gefülltes, welches man unter beständigem Umrühren der Mischung so- lange am Feuer erhitzt, bis das Wasser im Begriff ist zu kochen; dann nimmt man das Gefäß heraus, gibt die Mischung durch ein Haarsieb, fügt frisch geriebene Gurken zu dem durchgegangenen. Oele. verfährt hiermit auf gleiche Weise wie das erste Mal uud wiederholt dann noch fünf Mal diese Operation immer wieder mit frischen Gurken. San erhält auf diese Weise eine ölige, glänzendweiße Pomade, welche außerordentlich wohlthätig auf die Haut wirkt.' .

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