Indiana Tribüne, Volume 27, Number 254, Indianapolis, Marion County, 16 June 1904 — Page 6
G
Jndtana Trtbunc, RG. Juni
immmikmi 11 jtfl -SWj-aS ür
New und Ja. vkein, nicht eil e warn, und angrnekm ist, ist man von Schmerzen der Muskeln, g Glieder ud Knochens befreit. Sie kommen in Tausenden von Formen. tssT Mbet ja, sie können sicber und schnell in jeder Form ' gekeilt werden durch den 5 Gebrauch vu C5s St. Jakobs Oe! dem besten Heilmittel. Preis 25c und 50c. Warum nicht (j (3j 2? 5 - D W H5 V sparen beim Einkaufe ihrer Möbel und Teppiche sowie. . . . Gturla.xi.cl Oefen und ,.Ranges bei WILLIG'S 141 West Washington Str. M2 Nord Pennsylvania Straße. Hauptquartier für GriUen ud Operngläser ilAHCc Az ''f8 r-m 3a1 A.JFII! tQA - Brillen werden ach den besten Methoden d uugen angepaßt. Künstliche Augen tocrden schinerzlos eingesetzt. Die M Bist." Etablirt 1863, nimmt jederzeit Engagr, mentS entgegen. Irgendwelche Orchefter Wust! und irgend eme.nzayi von Muiuen. wird geliefert. Neue Ausstattung und neue Uniformen. dL A. Miller, Director. enry Sprengpfeil, Geschäftsführer. ' 301 Kentucky Abernte. , Telephon Alt, roth 3311. Neu 4598. Grosse Auswahl von XIo. 449 Ost Washington 5tr Neues Telephon 2525.
wwmmmtm
PMMß
M' 2 Wa--' j 'IS- 2 ÄuTöiener,
Europäische Nachrichten.
Wyetnxfcrrz. Speyer. Der 63 Jahre alte Tagner Michael Leithncr von Berghausen, welcher an Falliucht litt, wurde tut Speyerer Rheinwald in der Nähe des Kugelfangcs, wohin er sich zum Zwecke des Holzsammelns begeben hatte, todt aufgefunden. Nachdem das Gericht die örtliche Besichtigung vorgenommen, wurde die Leiche nach Berghausen derbracht. Leithner scheint in einem epilettischen Anfall zu Boden gefallen und, da er auf dem Gesicht liegend gefunden wurde, hilflos erstickt zu sein. Fell. Die hiesige Famuie Johann Wagner wurde in große Trauer dersetzt. Ihr jüngster Sohn Philipp. 12 Jahre alt, wurde beim Sandgraben verschüttet, und ein Stein, welcher sich löste, schlug ihm die Hirnschale ein, so daß er sofort todt war. Em Bruder und ein Onkel, die mit ihm arbeiteten, kamen mit dem Schrecken davon. Frankenholz. Auf hiesiger Grube am Schacht 3 verunglückte der Hauer Carl Hettrich von AltenkirchM durch niedergehendes Gestem derart, daß er nur als Leiche geborgen werden konnte. Hettrich war 29 Jahre alt und verheirathet. Hornigen. Seine zwei Sohne fanden den Ackerer Christof Graf von hier auf dem Felde mit zwei tödtlichen Stichen in der Brust aus. Er lebte noch und bat um der That willen um Verzeihung. Das Messer stak noch in der Brust. Auf dem Transport starb der Mann. Es liegt zweifellos Selbstmord vor. Graf lebte in guten VerHältnissen, war 75 Jahre alt Und soll in der letzten Zeit geistig nicht mehr normal gewesen sein. L a n d st u y l. Verunglückt ist der 22 Jahre alte Tagner Jacob Jeny von Frutsweiler' beim-Sandgraben, indem ihm in der Grube durch herabfallende Erdmassen beide Beine gebrachen wurden. Gaß-Lothringen. Straßburg. Ein schweres Unglück ereignete sich während der Vorstellung im Cirkus Variete Maus. Der 24 Jahre alte Gymnastiker Paul Breton aus Landsberg an der Warthe stürzte bei einer Evolution am Mastbäume infolge Bruches des letzteren aus beträchtlicher Hohe, und zwar so unglücklich auf einige Stühle, daß er das Genick brach und kurze Zeit darauf starb. K o l m a r. Der zum Proviantamt in Mülhausen commandirte Sergeant und Zahlmeisteraspirant Schindler vom Infanterieregiment No. 170 hat sich erschossen. Schindler hatte ein Verhältniß mit einer Mülhauser Wittwe, die aber noch mit einem andern ern Verhältniß unterhielt. Als Schindler davon Kenntniß erhielt, kam es zu einer erregten Scene, in deren Verlauf er die Frau mit dem Seitengewehr bedrohte. Darauf erstattete die Wittwe Anzeige beim Truppentheil Schindlers, der in seiner Verzweiflung dann zum Revolver griff. L o g e l b a ch. Fabrikant Emil Herzog, dre Inhaber des großen hiesigen Etablissements Herzog, ist im Alter von 77 Jaliren gestorben. Sankt - Johann. Hier hat sich in einem Hotel der Einjährig-Frei-willige Wiedstetter von dem Chevaux-legers-Regiment in Saargemünd mittels Cyankali vergiftet. Die Beweggründe sind unbekannt. Meckkenvurg. Schwerin. An den Folgen Mhrerer Schluck Natronlauge starb der hiesige Arbeiter Hünemörder. Derselbe hatte die Flüssigkeit aus der Fabrik. in der er thätig war, mit nach Hause genommen und trank dieselbe spater in demGlauben, die Flasche ent halte Branntwein. F r i e d l a n d. In Gehlsheim bei Rostock verstarb die Wittwe des hier vor 22 Jahren verstorbenen Veterinär arztes Haase. Dadurch ist der Stadt Friedland ein Vermachtniß des Erblassers Haase im Betrage von 36,000 Mark zutheil geworden, welches nach dem letzten Willen der Verstorbenen zu einem wohlthätigen Zwecke Verwendung finden soll. Der Magistrat hat die Summe dem hiesigen Krankenhause Johannis - Stift überwiesen. ' G ü st r o w. Nach kurzem Krankenlager starb hier der Oberlehrer am hiesigen Realgymnasium, Professor Dr. Bergholter, im 62. Lebensjahre. Er war seit Ostern 1878 am hiesigenRealaymnasium thätig. L u d w i g s l u st. Bei dem zwei Meilen von hier entferntenOrte Krenzlin rannte nn mit vier Personen besetztes Automobil, welches sich auf der Rückfahrt von Hamburg "nach Berlin befand, infolge des schlüpfrigen Weges in einen theilweise mit Wasser gefüllten Chausseegraoen. Sämmtliche In fassen stürzten heraus. Der Besitzer und Leiter des Gefährtes, Ledermann, ein Kaufmann aus Hamburg, wurde in hoffnungslosem Zustande nach dem hiesigen Bethlehemstift gebracht. Seine Frau erlitt leichte Abschürfungen im Gesicht, ein Herr Lachmann mehrere Rippenbrüche, der Chauffeur eine Schulterquetschung. Hrdonöurg. Oldenburg. Ein vielfaches Fest konnten Gastwirth 'Anton Rüter und Frau (Johannisstraße) feiern. Silberne Hochzeit, 25jährige Thätigkeit im Wirthschaftsgewerbe, Verlobung eines Sohnes undGeburtstag der
Jubllarm.
, ,
' 'y
' 1 jfäfyt' . , WS ' y&m& !J Ü j&W' wl VJ
- ' " - r " '.? f ' ' ' S ' - ' ' " -' ' 'V f ' , ' ' IC Jk -. f - V-' V;' - " P fiÄf: ' ' 'SiM:"y h
a 'jjrjJwjrr 'im y' , , y -'wwl :' 'fMMM?"Y' - f ' S? H, , , ) WsF n S- wM:. V'MW -7 .. T ' . j." r I " J '-ii'i" 'J!f- 11 " ,y - 4fi i ' ! ' I ijt ' t-i - . - ''Aä 1 ' a , , U - ; - - ' -. ' 1 ' . - 1 ' t " s?.. ' i i' , Ä ; pr 3,.' I? i - y 'Xx'""' -i'' ' ' -i"-.''V5'i 9t z. - ? ? . ... . 4 - xfb : "'xä i jß, if" ' ' s 11 tlll 5 'l lw "J ' si'ji 1 A fyif '- k x" ' 4" Ä P , - , tut -M 5, S- M f Vi W O - n im '--- , yA . i. hit I " . ' J ? 1 ' -"V t : " ;-' t-f 1 wht1 Ä - m Wlt li im k W ( 'sszmZ'-i i t 5w i5 ij?-f j;'f!? - --X V&i ?J i7 j I Z?& 7& . (T-f YZ t4wk . ,r4 SKi,..ch, ,,. ? ,j,ZWö ?,.,,, ArnmiiM
t SSf V "SS X VA
"'S, XÄv
Cardinal Francis Satolli. Cardina! Satolli wird in kurzer Zeit die Welt-Ausftellung in St. Louis
besuchen. Er vertritt als Cardinal den berufen wurde. Elssleth. Wittwe Äteta Mgen vollendete ihr 100. Lebensjahr. Es hatte sich ein Comite gebildet, das Gaben zu emer Spende sur die unvermogende Greisin sammelte. Hunds mühlen. Durch einen Unglücksfall wurde die Familie des Pächters Eben plötzlich in Trauer versetzt. Während man mit dem Füttern des Viehes beschäftigt war, fiel der kleine 3y2 Jahre alte Sohn beimSpiel in eine mit kochendem Wasser angefüllte Balje und wurde derart verbrüht, daß trotz sofort herbeigeeilter ärztlicher Silfe an keine Rettuna mebr zu denken war. tach kurzer eit staro der Kleine. Klein - Neudorf. Das mit Stroh gedeckte Burmeister'sche Altentheilshaus brannte nieder. N o r d e n h a m. Als von dem Eisschiff Union" der hiesigen Hochseefischerei - Gesellschaft Nordsee", das über die Toppen geflaggt hatte, die Flaggen herunter geholt wurden, stürzte der Leichtmatrose Hermann von der Bramsaling auf Deck, wobei neben einem Beinbruch er mehrere schwere Verletzungen am Kopfe davontrug. Aerztliche Äilfe wurde sofort berbeiaeholt. Ob der bedauernswerthe junge Mann mit dem Leben davonkommen wird, erscheint zweifelhaft. Ireie Ktcidte. Hamburg. Der Ehemann Gaygel hat in seiner Wohnung Süderkaistraße 1, wohin er erst kürzlich gezogen war, seine Frau erschossen und darauf sich selbst erhängt. Was den Mann zu der schrecklichen That bewogen hat, ist nicht festgestellt.. Der wegen Ermordung des Lotterie - Collekteurs David Levy in der Fruchtallee und wegen versuchten Todtschlags vom hiesigen Schwurgerichts zum Tode und zu &y2 Jahren Zuchthaus verurtheilte Lumpenhändler Weiglin ist vom Senat zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt worden. Oberingenieur der Straßeneisenbahn - Gesellschaft G. A. A. Culin, Sohn des verstorbenen früheren Direktors der Straßenbahn, beging sein 28jähriges Jubiläum. Die Wittwe Lindemann tödtete ihren vier jährigen Neffen und sich durch Kohlengase, weil ihre Schwester den bei der Wittwe lebenden, von ihr abgöttisch geliebten Knaben zurückhaben wollte und sie die Trennung nicht zu überleben glaubte. Bremen. Der heftige Nordweststürm, welcher kürzlich eine Sturmfluth zur Folge , hatte,- kostete in der Wesermündung drei Fischern das Leben. Ein mit Garneelenfang beschäftigtes Fahrzeug des FischersLanghorst aus Lehe wurde auf Eversand geworfen und kenterte. Die drei Mann starke Besatzung ist ertrunken. Ein seltenes Jubiläum konnte der langjährige Führer des Bremer Vollschiffes D. H. Wätien", Capitän Carl Wicke feiern. Ein halbes Jahrhundert ist vergangen, seit er sich dem gefahrvollen Seemannsberufe widmete. Der Capitän eines hiesigen Schleppdampfers, I. Grube (Woltmershausen), erlitt unlängst beim Steuern durch Einschneiden des Traurings eine, geringe Verletzung an der rechten Hand, die er nicht weiter beachtete. Bald darauf war der Arm schon stark angeschwollen und es wurde ärztlicherseits Blutver giftung constatirt. Dieser ist der erst im Anfang der 40er Jahre siehende Mann, der Frau und vier unmündige Kinder hinterläßt, erlegen. Lübeck. Das Mitglied unseres Stadttheater - Ensembles, Frl. Gerda Sallatz, ist schwer verunglückt. Beim Waschen von Glacehandschuhen mit Benzin bei offenem Licht explodirte die feuergefährliche Flüssigkeit, und die Künstlerin erlitt schwere Brandwunden im Gesicht und am Oberkörper, so daß ihre Aufnahme ins Krankenhaus , erfolgen mußtö
m-a - 'tssfax,. s;
'W wmmmmm ÄWiiÄ; Kreis von Baltimore, zu dem er 1896 Die Dntsllir-., ;iii ir l5rde. In dem von Dr. F. Paulsen herausgegebenen Handbuch der Deutschen in Auslande" wird die Zahl der Deutschen auf der Erde wie folgt zusammengestellt: Deutsches Reich .53.000.000 Oesterreich 9.400.000 Ungarn 2,150,000 Rußland : 2,000,000 Bosnien 30,000 Rumänien .... '. 50,000 Serbien 7,000 Bulgarien 4,000 Grieechnland 1,000 Schweiz 2,320,000 Italien 50,000 Spanien 3,000 Portugal 1,000 Frankreich . 100,000 Belgien 100,000 Holland 50,000 Luxemburg 225,000 Großbritannien 100,000 Dänemark 50,000 Schweden 5,000 Norwegen 2,000 Europa 69,648,000 Asien 100,000 Afrika 100,000 Nord-Amerika . . 11,000,000 Mittel- und Süd-Amerika 600.000 Australien und Ozeanien. . 100.000 Insgesammt in. runder Summe 82.000.0nn Die RadstaÄter Herzogin." In Salzburg, Oesterreich, starb vor Kurzem das 73jährige Fräulein Katharina Scheidreiter, eine geborene Radstadterin. Als 12jähriges Mädchen trat sie in einer Familie als Magd e'n, verließ ihre Heimath und bereiste mit ihren Herrschaften alle fünf Erdtheile, sich dabei die Kenntniß der englischen, französischen, italienischm, arabischen, neugriechischen und türkischen Sprache aneignend. Das Verständniß der letzteren machte sie im russisch-türkischen Krieg den französischen Krankenschwestern willkommen, denen sie als Dolmetsch dienen konnte. Mehrere Jahre war sie in Amerika, noch länger -in Konstantinopel; sie hat der Eröffnung des Suezkanals beigewohnt, zweimal Schiffbruch gelitten ud einmal bei einem Brand alle ihre Habseligkeiten verloren. Bei dem im August 1886 gelegentlich des 600jährigen Stadtwbiläums von Radstadt abgehaltenen historischen Festzug stellte Katharina Scheidreiter die Margaretbe Maultasch dar, eine markante Energie verrathende Gestalt," wie ein damaliger Berichterstatter konstatirte. Vielen Fremden und Besuchern der Salzburger Domkirche wurde die Radstadter Herzogin" als Besitzerin der Tabaktrafik unter dem Dombogen bekannt. Walfische wachsen sehr schnell, so daß es sich kaum lohnt, die jungen Thiere zu erlegen. Vor 25 Jahren wurden übrigens jährlich gegen 400,000 Faß Walfischthran gewonnen, jetzt ist die Jahresausbeute auf 60,000 Faß (etwa 2,500,000 Gallonen) heraöge. funken. Förderung der Arbit r a t i o n. William Randall Cremer, der Sekretär der internationalen Arbitrationsliga und Mitglied des britischen Parlaments für Haggerfton hat den ihm zuerkannten Nobel'schen Friedenspreis im Betrage von $39,150 zu garantirten Zinsen von 5 Prozent angelegt. Der Zinsertrag wird seitens der internationalen Arbitrationsliga zur Förderung der Arbitration verwenbet werden. f Für den Fall, daß die Existenz der" Liga ein Ende nehmen sollte, werden die Kuratoren die Vollmacht erhalten, die Fonds zur. Förderung der Arbitration nach ihrem eigewn Ermessen zu verwenden.
Cyaulaugua.
Die hervorragendste und erfolgreichste Volkshochschule" der Welt. Univerfity Extension" Geschichte und Lage Ehatauqas Das Lese - Kranzch,." Lehrfächer, Schüler und Dozenten de Chautauqua Summer Schools." Vor etwa 70 Jahren entstand in England eine Bewegung für bessere Volkserziehung. Es wurden Einrichtungen getroffen, die man mit Unidersity Extension" bezeichnete, ein Ausdruck, der mit dem deutschen Worte Volkshochschule" etwa gleichbedeutend ist.' Durch die University Extension" sollte den bildungsfähigen breiteren Volksschichten die gewünschte Gelegenheit zur Beförderung ihres Wissens zugeführt werden. Die Bewegung hat mit überraschender Schnelligkeit um sich gegriffen. ?ie Hervorragendsie und erfolgreichste unter den Anstalten, die sich mit der erwähnten Aufgabe befassen, ist Chautauqua im Staate New Jork. Sie besteht schon über ein Vierteljahrhundert, hat eine kontinuirliche Entwicklung aufzuweisen, ist über viele Länder in organischer Verzweigung ausgebreitet und zählt ihre Zöglinge nach Tausenden. Ursprünglich war Chautauqua nichts weiter als eine jährliche Zusammenkunft zur Abhaltung von Andachtsübungen, ein Camp Meeting"; fast gleich zu Anfang trat $n dieser religiösen Tendenz die weltlichpädagogische, und Vorträge über Literatur, Kunst und Wissenschaft führten in kurzer Zeit wie von selbst zur Aufnähme geschlossener Lehrkurse in das Programm der Assembly." Nebenher ging ein riesenhaft anschwellender Lesezirkel. Für die Bewältigung des vorgezeichneten Lesestoffes wurde von dem leitenden Centrum früh ein vierjähriger Lehrgang ausgearbeitet, und vermöge einer glücklichen Organisation konnten die vielen weit zerstreuten Ortsgruppen in der Lektüre ungefähr dasselbe Tempo einhalten. Daß -sie auch nach Absolvirung des Kurses in Fühlung mit einander blieben, dafür sorgte die ceremonielle Aufnahme in den Alumnen-Bund, zu welcher die Abiturienten," Männer und Frauen jeglichen Alters, alljährlich am Recognition Day" in großer Zahl nach der Ferienansiedelung Chautauqua herbeiströmten. Die angedeuteten drei Richtungen spielen auch in der heutigen Wirksamkeit der -Chautauqua Institution" ewe wesentliche Rolle. Natürlich sind sie infolge der stetig zunehmenden Frequenz in das Stadium modernen Großbetriebs übergegangen. Als Beispiel für den Umfang des Lese-Kränzchens" sei nur angeführt, daß der Chautauqua Literary and Scientific Circle" eine eigene Druckerei unterhält für die Herstellung der wichtigsten Lehrbücher, einer illusrnrten Monatsschrift und anderweitiger Lektüre. Die Assembly" tritt jedes Jahr mit Anfang Juli für die Dauer von neun Wochen zusammen, und zwar, kann man getrost sagen, in einer eigens dazu gebauten Stadt. Das Wort Chautauqua ist indianischen Ursprungs 'und soll einen in der- Mitte zusammengeschnürten Sack bedeuten; der Name trifft auf die Form des 18 englische Meilen langen und 2 bis 5 Meilen breiten Landsees im äußersten südwestlichen Winkel des Staates New Aork gut zu. An diesem von sanft ansteigendem Gelände anmuthig eingefaßten Wasser liegt das gleichnamige Städtchen. Die Bevölkerungsziffer Chautauquas läßt sich bei dem unablässigen Hin- und Herwogen der Gästeschaar sehr schwer feststellen. In der Hochsaison, von Mitte Juli bis Mitte August, dürfte der tägliche Durchschnitt 12,000 bis 15,000 betragen. Der Lehrplan der Chautauqua Summer Schools" umfaßt außer den auf mittleren und höheren Schulen übliehen Fächern, wie englische Sprache und Literatur, Latein, Griechisch, neuere Sprachen, auch Volkswirthschaftslehre, Soziologie, Psychologie und andere akademische Disziplinen, die seit Kurzem für ein größeres Publikum besonderes Interesse erlangt haben: man ahmt den Lehrplan seit Iahren in Frankreich, neuerdings auch in Deutschland nach. Die Schüler stehen mit geringen Ausnahmen im Alter der geistigen Reife. Aus diesem Grunde wird der Lehrkörper fast durchgängig aus Professoren und sonstigen Dozirenden der Colleges und Universitäten zusammengestellt. Neben dem systematisch gegliederten College" besteht in Chautauqua eine Reihe loser organisirter Unterrichtsabtheilungen für Vortragskunft, Gefang, Klavier, Violine und andere munkalrsche Fächer. Oelund Aquarellmalerei. Das gesammte Lehrerkollegmm zahlt etwa 150 Kräfte. Dampfpfeife als Witterungskünder. Die von der Regierungs-Signalstation in Topeka, Kas., täglich ausgegebenen WitterungS, Muthmaßungen werden seit Kurzem nicht nur durcb gedruckte Voraussaau. gen, sondern auch durch die Töne ein lauten Dampfpfeife bekannt gema. und zwar zeden 2corgen um 10 Uhr. Zuerst erschallt ein Warnungspfiff von 15 Sekunden, um die Aufmerksam kert des Publikums zu erregen. Darauf ertönen die Ankündigungen. Ein langer Ton bedeutet angenehmes Wetter; zwei lanae Töne Reaen oder Sbnee: ein kurzer Ton niedrigere Temperatur ; zZrei kurze ont hoyere Temperatur; din eine teilt Sturmwoge. .
Der Johannistag. Verschiedene Veier des TageS und aber glaubisch Vorstellungen. Der 24. Juni, der Tag Johannes des Täufers, wird noch jetzt in vielen Ländern festlich begangen, nicht ohne die üppigsten Auswüchse phantastischer Gebilde und abergläubischer Einbildüngen. So gilt bei vielen der Vorabend dieses Festes, der 23. Juni, gleich dem L Mai, als ein Hexenfabbath, an dem die Zauberkräuter von menschlichen Unholden, dagegen aber, auch manches Heil und Hilfskraut, wie die sogenannte Johanneshand," gepflückt werden müssen. So behauptet ferner der Aberglaube, daß eine anhaltende, für die Naturerzeugnisse verderbliche Nässe eintrete, sobald es am Johannistage regne. Ein ' ursprünglich heidnischer Gebrauch, der, wie so viele andere, in das Christenthum übergegangen ist, sind die Johannisfeuer." Die alten Germanen erzeugten das Feuer durch das Reiben trockener Hölzer und übten dabei verschiedene abergläubische Gebräuche. Derartige Feuer wurden namentlich um Johannis angezündet, in welche Zeit das große, von allen germanischen Völkern gefeierte Naturfest der Sommersonnenwende fiel. Man tanzte singend um die Feuer herum, sprang durch's Feuer, um sich von allen bösen, kranken Stoffen zu reinigen, und warf nicht nur Blumen und Kräuter in die Flammen, damit gleich ihnen alles Unglück in Rauch aufgehe, sondern auch Pferdeköpfe, Knochen und selbst lebende Thiere, welche einst als Opfergabe dienen sollten. Im hohen Norden ist der Johannistag ein großes Volksfest. Feuer werden auf den Bergen angezündet, um die man im Kreise scherzt und schäkert; finnische Männer werfen Wachholdersträuche in die Flammen, während die Mädchen und Frauen sich bemühen, die funken sprühenden Gebüsche wieder herauszu ziehen. Die volkstümlichen Johannisfeuer in Bayern haben eine gewisse Berühmtheit erlangt. Die Chronik vom Jahre 1401 berichtet, wie selbst der Herzog Stephan, ein 72jähriger Greis, mit der Wittwe Reinhold von Ravenfteins, seiner Braut und spätern neuew Frauen," sich gar rüstig über das lodernde Johannisfeuer auf dem Münchener Marktplatz geschwungen. Wer diesen Sprung vollbrachte, sollte im Laufe des Jahres vom Fieber verschont bleiben. Aber auch die Kraft einer gesegneten Flachsernte schrieb man dem Sprunge zu, wenn der Betreffende dabei ausrief: Flachs, Flachs, Flachs! Daß der Flachs dies Jahr sieben Ellen lang wachs'!" In Frankreich wird der Tag Johannes des Täufers nicht minder seltsam begangen. Versetzen wir uns im Geiste auf den Platz vor der St. Johanniskirche ' in Toulon. Vom Rthhause her nähern sich mit Sonnenuntergang die städtischen Behörden, begleitet von einer bunten Schaar junger, Fackeln tragender Burschen. Kaum ist der. Zug angelangt, so öffnen sich die Kirchenthüren, und die Priester ziehen heraus, um das Fest einzuweihen. Dann ergreift der Bürgermeister eine Fackel, schleudert sie in die aufgestapelten Hölzer, und unter dem Schmettern der Trompeten entfernen sich die Behörden, den Platz der Menge überlassend. Eine Abtheilung der Feuerwehr hält nunmehr die Flammen in Schranken, bis sie mit 'chrer letzten Gluth das Meer geröthet. Die Katzen in Port Arthur. Eine Dame, die aus Port Arthur nach Petersburg zurückgekehrt ist, erzahlte dort in einer Gesellschaft, welch' sonderbare Wirkung das Bombarde ment der Stadt auf die Katzen ausüöte: Ich stand bei jedem Bombardement an meinem Fenster," sagte sie, natürlich nur bei Tag, denn bei Nacht wagte ich mich nicht aus em Bette. Vor mir befand sich ein kleines, niedriges Dach, auf dem sich vier oder fünf Katzen aus der Nachbarschaft zu versammeln pflegten. So oft bombardirt wurde, erschienen die Katzen. Bei jedem Kanonenschuß richteten sich die Katzen hoch auf und schienen weniger entsetzt, als wüthend zu sein. Wenn dann die Bombe pfeifend durch die Luft sauste, entspann sich zwischen den Katzen eine furchtbare Schlacht. Sie stürzten aufeinander los, sprangen fauchend und schreiend umher wie kleine Tiger und schienen einander für die Schießerei da draußen, verantwortlich zu machen. Das alles war so komisch, daß wir lachen mußten, obwohl das Bombardement sonst durchaus keinen Grund zur Heiterkeit gab. Nachdem sie sich geschlagen hatten, zogen sie sich für einen Augenblick wie betäubt zurück; sobald aber das Schießen wieder begann, begann auch ihr ampf von Neuem." Der Toreador aks Bes ch ü tz e r. Als sich König Alfonso XIII. von Spanien vor Kurzem in Cadiz aufhielt, wo es viele Anarchisten gibt, sah man ständig eine riesige Athletengeftalt am rechten Wagenschlag des Königs. Alle Welt kannte sie. es war der berühmte Torero Mazsantini. Als ein Pokizist ihn aufforderte, sich zurückzuziehen, sagte er: Laßt mich nur. ich bin die beste Polizei." Und so folgte er dem Wagen durch alle Siraßen. Da die Sonne heftig brannte, forderte ihn der König auf. sich zu bedecken, doch Mazzanttni antwortete: Sennor, die Sonne kennt mich genau und belästigt mich nicht. Wieviel Stiere habe ich nicht auf der Sonnenseite ge-tödtet."
