Indiana Tribüne, Volume 27, Number 253, Indianapolis, Marion County, 15 June 1904 — Page 6

Jndiana Tribüne, RS Juni 190U.

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Europäische TIachrichten. Sachsen. Dresden. Ein recht beklagenswerther Unglllcksfall ereignete sich auf der Pillnitzer Flur. Der in Tolkewitz wohnhafte, bei der Straßenbahngescllschaft hier beschäftigte Arbeiter Friedrich Henker war beauftragt, einen ?.ur elektrischen Lichtleitung gehörigen eifernen Mast zu streichen, wobei er sich einer Leiter bediente. Plötzlich stürzte Henker ob infolge eines elektrischen Schlages oder eines plötzlichen Ohnmachtsanfalles, ist nicht festgestellt von der Leiter und war nach kurzer Zeit todt, da er sich das Genick gebrochen hatte. Der zuletzt in Laubegast wohnhafte 24jährige Fleischer Oskar Gerber ließ sich durch einen von Arnsdorf nach hier verkehrenden Personenzug in der Nähe von Klotzsche in selbstmörderischer Absicht überfahren. Der Tod trat sofort ein. V o r n a bei Chemnitz. Im Mühlengraben - ertrank der siebenjährige Sckulknabe Müller.

Dohna bei Dresden. Unweit der Haltestelle Frankenstein ließ sich der Theaterbesitzer Clauß von hier von einem vielmendacher (öttauterzuae überfahren. Er war sofort todt. Frerberg. Der wegen Bettelns aufgegriffene Buchbinder Erler aus Oelsnitz erhängte sich in der hiesigen Stadtfronfeste. Goldbach bei Bischosswer d a. Durch Brandstiftung wurde eine mit Stroh gefüllte Scheune des Gemeindevorstandes Roch eingeäschert. Die Wohngebäude des Anwesens tonnten gerettet werden. H e r r n u t. Todtnch verunglückt st im Forsthaufe zu Strahwalde der 26 Jahre alte Wirthschafter Ullnch. Es traf ihn die Wagendeichsel so unglücklich an den Kopf, daß er besinnungslos liegen blieb und bald daraus starb. , L e r p z r g. In ihrer Wohnung in Großschocher hat der 27jährige, aus Chemmtz geburtige Arbeiter Richard Haarfeld seine Geliebte, eine Arbeiterin Dathe, mittelst Revolvers zu erschießen versucht, sie aber nur an emer Hand verletzt. Er war nach der That geflüchtet, wurde aber in Großzschocher festgenommen. Letztens vollendeten sich 25 Jahre, seit Pianofortetischler August Boigt bei der Firma Julius Feurich, Hof - Pianofortefabnk, hier, m Beschäftigung trat. Der Jubilar wurde von seinem Prinzipal, sowie von seinen Mitarbeitern auf das herzlichste beglückwünscht und durch reiche Geschenke geehrt. Neustadtel. Beim Spielen am Wasser fiel das dreijährige Söhnchen des Handarbeiters Heinrich Harte! m den Werkgraben des Bergknappener Pochwerkes und ertrank. V l o h n. Im Flaschenspulraum der Bierbrauerei gerieth kürzlich die verehelichte etwa 50 Jahre alte Frau Seitz mit dem Kopfhaar in das Getriebe. Dabei wurde der Unglücklichen die Kopfhaut bis zum Hinterkopf abgerissen, so daß sie förmlich fkalpirt wurde. Auch ein Ohr wurde zur Hälfte Mit losgerissen. Würzen. Wayricheinlich aus Furcht, wahnsinnig zu werden, hat der Kartonnagenarbeiter Friedrich Robert Schaal den Tod in der Mulde gesucht und gefunden. Der Leichnam Schaals wurde in der Nahe der stad tischen Badeanstalt aufgehoben. Keflen.Aarmstadt. D a r m st a d t. Zum Fall Schade verlautet, daß bei der Gerichtsschreiöerei des Concursgenchts bisher Forderungen im Gesamtbeträge von rund 600,000 Mark zur Anmeldung gelangt sind. Mit Rücksicht auf noch laufende Verbindlichkeiten dürfte sich die Summe der unbevorzugten Förderungen nahezu auf eine Million stellen. .25 Jahre sind jetzt verflossen, seitdem der derzeitige Vertreter der Stadt Vingen im hessischen Landtage. Abgeordneter Jakob , Pennrich, in die Zweite Kammer als Neugewählter eintrat. Seit diesem Tage hat derselbe seine Vaterstadt ununterbrochen im Darmstadter Parlament vertreten. A l z e y. Der Krankenpflegerin des Alice - Frauen-Vereins für Krankenpflege im Großherzogthum Hessen Ellsabethe Hering hier wurde das Dienstauszeichnungskreuz für Kranlenpslege in Silber verliehen. V i e r n h e i m. Ein beklagenswerther Unglücksfall ereignete sich in der Rathhausstraße in der Nähe des Schützenhofs". Das vierjährige Töchterchen des Maurers Johann Hofmann, wohnhaft m der Bismarck straße, lief beim Spielen von die Rä der eines gerade vorbeifahrenden Fuhrwerks und gerieth unter dassel be. Das arme Kind erlitt hierbei einen doppelten Schädelbruch; obwohl die Verletzungen sehr schwer sind, ist Hoffnung vorhanden, es dem Leben, zu erhalten. Zwingender g. Das 25jährige Amtsjubiläum des Bürgermeisters Zerweck wurde unter zahlreicher Betheiligung gefeiert. Ein Festessen fand in dem Hotel Löwen statt. Wcryer. München. Generalmaior a. T Fr. Pfeufer ist verstorben. Er war ei ner der wenigen noch lebenden Ossiciere, die Bayerns Heer schon in den 40er Jahren des vorigen Jayrhun derts angehörten. Gräfin Therese v. Durckheim. die lanackbriae ver dienstvolle Oberhofmeisterin der Frau

Prinzessin Ludwig, feierte .ihr , 50jäh-

riges Dienshuoüaum. Aus diesem Anlaß statteten der Prinz - Regent, Prinz und Frau Prinzessin Ludwig sowie sämmtliche Ätttgneder der Familie der Gräfin einen Gratulationsbesuch ab und überreichten gemeinsam ein prachtvolles Diamantdiadem. Schreiner Stuhler aus Leipzig erschoß hier seine dritte Ehefrau in einem heftigen Streit wegen des Versuchs eines Sittlichkeitsvergehens an semer 14jährigen Stieftochter und darauf sich lelbjt. Aus Liebesgram brachte sich der 23jähr:ge Spengler Carl Hartmannsgruber in der im zweiten Stockwerk des Hauses No. 1 an der Mond Straße gelegenen Wohnung seiner Geliebten eine lebensgefährliche Stichwunde mit einem Stilett an der linken Brustseite bei. Die Rettungsgesellschaft verbrachte den Verletzten "in das Krankenhaus rechts der Jsar. Hartmannsgruber, der Kreittmayer Straße 10 wohnte, ist sehr schwer verletzt, so daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Hofoffiziant Glas an der Allerheüigenkirche feierte fern 60jähriges Dienstjubiläum. Der Jubilar, der vor einiger Zeit schwer krank darmeix'rlaa, ist wieder vollständig hergestellt, so daß er seinem Berufe vollaufobliegen kann. Augsburg. Im benachbarten Pfersee erschoß sich in der Wohnung ihres Geliebten die 24 Jahre alte Therese Volksmanner von Schrobenhaulen durch einen Revolverschun m die Brust. A m b e r g. DaS Todesurtheil über den 35 Jahre alten Mörder Johann Stadi, verheirathetcn Spengler von Heilinghausen, ist von dem Prinz-Re-genten bestätigt worden. Von der 24stündigen Gnadenfrist hat er Gebrauch gemacht. Die Hinrichtung Stadis erfolgte darauf ohne Zwifchenfall. Bad T o l z. Der Gemeindediener Wacker in Lengqries war seit kurzer Zeit abgängig. Nun wurde er im Hohenourgerwalde erhangt ausgefunden. B a m b e r g. In der Brauerei Schuberth stürzte der Vrauknecht Georg Bürkner in den mit siedender Flüssigkeit gefüllten Maischbottich und starb bald darauf an den erlittenen Verletzungen. Erst vor Kurzem waren in der nämlichen Brauerei zwei Brauburschen durch Gasvergiftung umgekommen. Württemberg. Stuttgart. Die Persönlichkeit eines auf dem Schloßplatz erschossen aufgefundenen Unbekannten ist festgestellt worden. Es ist ein Vraugehilfe aus Bayern Namens Michael Staudner, der vordem in München beschäftiat war. Den Tod durch eine Ace-tylengas-öxplosion fand der 40 Jahre alte Wirth Wilhelm Gienger zur Bei levue in der Schurwaldstraße zu Gaisburg. Ludwigsburg. Der vor kur zem von Berlin hierher gezogene, in emer hiesigen Fabrik beschäftigte, 23 jährige Dreher Julius Thronicke hat sich nach durchknttpter Nacht vergis ttt. Oberböblingen. Der verwittwete Bauer Kaspar Stegmaier fiel vom Oberling seiner Scheuer herab und war sofort todt. Acht Kinder trauern um ihren Ernährer. P l o ch i n g e n. Nach längerem Leiden starb hier im 65. Lebensjahre Oberlehrer a. D. C. Bauer, der einen' großen Theil semes Lebens m tun-gart-Heslach verbracht hat und vor etwa vier Jahren hierher gezogen ist, um em reicheres Arbeitsfeld als eifn ges Mitglied der Michael Hahnschen Gemeinschaft zu haben. Schramberg. In Anerkennung ihrer 50mhrigen Thätigkeit in der hie stgen Strohmanufaktur von I. P. Haas & Co. wurden die Arbeiter Nikolaus Fehrenbacher und Ferdinand Schuhmacher seitens ihrer Prinzipale beglückwünscht und durch ansehnliche Geldgeschenke erfreut. S a l a ch. In der hiesigen, Papierfabrik explodirte ein Lumpenkocher, was leider den Verlust eines Menschenlebens zur Folge hatte. Eine Vetriebsstörung fand nicht statt; der Schaden am Gebäude und den Maschincn beträgt ca. 10,000 Mark, der durch Versicherung gedeckt ist. Ulm. Nach vorausgegangenen Streitigkeiten wurde der 30 Jahre alte Anstreicher I. Schröfl aus Steinenkirch von dem Taglöhner Joh. Eckstein aus !1cereshelm erstochen. Waden. Karlsruhe. Letztens waren es 100 Jahre, daß die kath. Gemeinde Hierselbst durch den Markgrafen Carl Friedrich m eine Stadtpfarrel umge wandelt wurde. Diese Centennarfeier erhielt durch ein vom Weihblschor Dr, Justus Knecht abgehaltenes feierliches Pontifikalamt eine besondere Weihe. Ein seltenes Jubiläum feierte Schloßgarten - Auffeher Gustav Raupp. Es waren 60 Jahre verflossen, daß er das Haüs im Schloßgarten bezog und das Amt übernahm, über die herrlichen Anlagen des Schloßgav tens zu wachen. B r ee t t e n. Rangirer Klein wurde von einer Rangirabtheilung übersahren; der Kopf wurde ihm vollständig vom Rumpfe getrennt. Der Verunglückte hinterläßt eine Frau mit fünf unmündigen Kindern; die Frau soll einem weiteren Familienereigniß ent gegensehen. Dürr heim (Villingen). Beim Salinenhotel scheute das Pferd des Landwirths Zeller; dieser und sein

Wohn wurden aus dem Fuhrwerk geschleudert und erlitten schwere Verle-

tzungen. Der Wagen wurde zertrum mert. Das Pferd ging durch' und wurde später in der Mufel noch lebend aufgefunden. Engen. Der 27iahrige Eugen Stocker, ältester Sohn des Sparkassen - Buchhalters Stocker, stürzte sich in einem Anfall von Geistesstörung zum Fenster seines Schlafzimmers hinaus etwa zwölf Meter tief auf die Straße. Ein Arbeiter, der zur Arbeit ging, fand ihn auf. Der Unglückliche hatte beim Sturz das Genick gebrochen und war sofort todt. Frei bürg. Em schwerer Unglücksfall ereignete sich zwischen Endingen und Kenzingen. Apotheker Müller (ein Sohn des früheren Landtagsabgeordneten für Radolfzell) subr mit seinem Rad nach Kenzingen und gerieth durch Ausglitschen des Rades unter ein Holzfuhrwerk, dessen Räder ihm über die Füße gingen, wodurch Müller schwere Verletzungen davontrug. H e u o a ch. Hier brannte das An Wesen des Landwirths Bächle nieder. Zwei junge Schweine fielen dem Feuer zum Opfer. Der Gesammtschaden beträgt etwa 9000 Mark, er ist durch Berstcherung gedeckt. Es wird Brand siiftung vermuthet. Dienstknecht A. Snegele wurde als der That dringend verdächtig festgenommen. Mannheim. Im nahen Rheinau verbrannten drei Kinder, zwei Mädchen von neun und drei und ein Knabe von zwei Jahren. In der Wohnung des Fabrikarbeiters Joh. Schmitt er wohnte im Hinterbau des Gasthauses zum Prinz Carl" war ein Zimmerbrand ausgebrochen, als" eines der Kinder, jedenfalls das älteste, Petroleum auf den Herd gegössen oder damit Feüer im Ofen gemacht hatte; die Petroleumflasche explodirte und setzte die drei Kinder und ein Bett in Brand. Ein weiteres Mädchen von fünf Jahren flüchtete, als es die Flasche planen sah. Die Eltern waren auf Arbeit abwesend. Die drei Kinder wurden fürchterlich verbrannt; das eine Kind starb, als es aus dem Wagen in das Diakonissenhaus getragen werden sollte die anderen beiden Kinder gaben bald darauf ihren Geist auf. Einrechteigenthümlicher Konflikt hat die Mitte Mai in Hannover erfolgt Hinrichtung des Füsiliers Jakubowsbi wegen Mordes in einer für den Delinquenten höchst martervollen Art verzögert. Schon seit dem 5. Mai war dem Mörder mitgetheilt, daß er dem Tode verfallen sei. Gewöhnlich geht die Hinrichtung gleich am nächsten Tage vor sich, um dem Delinquenten die furchtbaren Seelenqualen zu ersparen. Deshalb erregte es peinliches Aufsehen, daß schon mehr als eine Woche verflossen war, ehe der traurige Akt vorgenommen wurde. Jedesmal, wenn die Thür aufging, schreckte der Todescandidat zusammen, da er glaubte, man hole ihn. Die Mi litär - Justizverwaltung erklärte näm lich, nichts mehr mit dem Verurtheilten zu thun zu haben, sie hatte ihm so gar die Nahrung verweigern wollen. Andererseits behauptete die Staatsanwaltschaft, die Militärverwaltung habe die Hinrichtung zu erledigen, und so ist infolge des Competenzstreites der schreckliche Akt, der durch den Scharfrichter Engelhardt aus Magdebung stattfand, derart verzögert worden. Ein krasser Fall von Soldatenmißhandlung wurde vor dem Kriegsgericht der 17.. Division in Al tona verhandelt. Dem auf der Unteroffizierschule ausgebildeten, kaum 20jährigen Unterofficier Ruß vom 76.' Jnfantene-Regiment m Hamburg wurden 23 Fälle von Mißhandlung, 11 Falle von vorschristswirdnger Behandlung und 4 Fälle von Beleidi gung zur Last gelegt. Der Unteros ficier hatte ein sehr loses Handgelenk und war zu Ohrfeigen schnell bereit. Außerdem leistete er sich noch andere sogenannte Scherze". Bei der Ausgäbe des Brotes ivnglirte er mit den Broten und warm sie den Leuten durch die Luft zu, wobei ein Brot einmal in den Spucknapf, ein anderes Mal in emen Eimer mit Seifenwasser siel. Die Musketiere erhielten diese Brote trotzdem zum Essen. Dem Musketier S., dessen Schnurrbart ihm nicht gefiel, bepinselte er den Bart mit Gummi ararncum, Pater bearbeitete er den Schnurrbart mit Gewehröl, während der Musketier stramm stehen mußte. Anderen Musketieren versetzte er Tritte in'Z Gesäß und Schlage in's Genick. Wörtliche Beleidigungen der gemeinsten Art, die nicht Wiederzugeben sind, gebrauchte er häufig uns zwang seine Untergebenen, diese Schimpfwörter mit Bezug auf ihre eigene Person zu wiederholen. Emen Musketier ließ er zur Strafe zwanzig Mal die ganze Treppe der Kaserne hinauf- und hinablaufen, und ahnliche Scherze" wie er dies bezeich nete, mehr. Der Unteroffizier wurde zu vier Monaten Gefängniß und Degradatron verürtheut, Spekulativ. Herr (beim Heirathsvermittler): Wird sich der junge Mann nxQt an oem roioen aar 7ner Tockter stoßen?" HeirathSver mittler: Er liebt das sogar, wie u mir anvertraut bat!" Serr: So, da könnte ich ja ewige tausend Mark von der Mtgift abziehen !"

Sprachliche Entgleisungen. Won I. Cassirer. Verzeihung, anädiae ??rau. Sie

sitzen aber auf meinem Hute," bemerkte einst ein Herr. O, ich bitte vielmals um Entschuldigung, ich glaubte aber, es wäre der meines Gatten," war die unerwartete Antwort, die ihm zu theil wuzoc. me rau erzählte ihrem Gatten: Ich habe Frau Lehmann heute früh gesprochen und sie beklagte sich bei mir, daß du bei ihrem letzten Besuche so unliebenswürdig zu ihr waru; te furchtet, daß sie dich irgendwie beleidigt haben mag." O, keinesWegs," antwortete der Mann. Im Gegentheil, ich habe sie sogar sehr gern, es war aber damals schon ziemlich sinIler, uno ich hatte sie bei meinem Emtritt in das Zimmer irrthümlich für dich gehalten." Der arme Karl er war ein so guter und geduldiger Mann," feufzte feine Wittwe, als sie vom Begräbniß zurückkehrte. Ja," stimmte ihr ein theilnehmender Nachbar bei, aber so ist s schließlich doch noch das Beste, Sie müssen sich mit dem Gedanken zu trösten suchen, meine Liebe, daß Ihr Mann nun endlich seinen Frieden gefunden hat." Ein Herr hatte einen Freund zu Tisch eingeladen, und als man Platz genommen hatte, bemerkte die Wirthin: Ich bin leider gezwungen, Ihre gütige Nachsicht in Anspruch nehmen zu müssen, Herr Müller. Mein Mädchen ist plötzlich krank geworden, und ich mußte daher das Essen selber zubereiten." Aber ich bitte, gnädige Frau," antwartete der Gast, das hat durchaus weiter nichts zu sagen. Ich bin gewohnt, mit allem vorlieb zu nehmen." Ein ländlches Zweckessen hatte einen sehr schönen Verlauf genommen, und fchon näherte sich die Tafel ihrem Ende, als ein alter Herr sich erhob, um einen Toast auszubringen. Er sprach sehr fließend, fagte aber doch das Gegentheil von dem, was er sagen wollte. Ich weiß sehr gut." begann er, daß, wenn ein biederer Kleinstädter, wie ich es bin, es wagt, diese illustre Verfammlung anzureden, es dasselbe ist, als wenn man Perlen vor die Säue wirft." Es dauerte lange, ehe er weiter sprechen konnte, denn tosender Beifall folgte seinen Worten, und es dürfte wohl kaum ftmals eine Rede gehalten worden sein, der so stark und lebhaft applaudirt wurde, wie dieser. Mein verehrtes, gnädiges Fräulein, würden Sie nicht die Liebenswürdigkeit haben, uns etwas auf dem Klavier zum Besten zu geben? .bat m emer Gesellschaft ein Herr eine junge Dame. Nein, danke sehr," antwortete diese, mir wäre es viel lieber, wenn ich Herrn Schulze hören könnte." Worauf der Herr entgegnete: Mir gewiß auch, aber " Der Ausdruck, der sich aus' dem Gesicht der iunaen Dame malte, ließ ihn mitten in seiner Rede abbrechen, und nachdem die Dame sich voller Empörung von ihm weggewandt hatte, dauerte es noch eine ganze Weile, ehe ihm der Grund ihres Unwillens klar wurde. Jemand, der vor kurzem vor Gericht geladen worden war, um über die Richtigkeit einer ärztlichen Liquidation sein Zeugniß abzulegen, wurde ge fragt, ob der Arzt nicht noch mehrere Besuch gemacht habe, nachdem der Patient bereits außer Gefahr war. Nem, erklärte er, ich hielt den Pa tienten fo lange in Gefahr, so lange die arztlichen Besuche andauerten. Ein Arzt, der mit einem Freunde spazieren ging, bemerkte zu diesem: Dieser hübschen, kleinen Frau, die dort links steht, wollen wir .aus dem Wege gehen. Sie kennt mich und wirft mir immer solch' wüthende Blicke zu. Ich hab nämlich ihren Mann be handelt." Aha, ich verstehe, Sie hat ten das Unglück, ihn in's Jenseits zu befördern." Im Gegentheil," antwartete der Arzt, ich habe ihn durch gebracht" . In einem Gasthaus auf dem Lande rief ein Gast dem Wirthe zu: Ihr Essen ist noch schlechter, als es im vergangenen Jahre war." Aber das ist ja ganz unmöglich, lautete die zweiveutige Antwort des Wirths. Weswegen sind Sie so bestimmt in Ihren Aussagen? fragte der Staats anwalt einen Zeugen, fürchten Sie sich, eme Unwahrheit zu sagen? Durchaus nicht, Herr Staatsanwalt," lautete die rasche Erwiderung des Zeugen. An der Zurechnungsfähigkeit eines jungen Mannes, der ein großes Vermögen besaß, waren Zweifel entstanden, und er sollte entmündigt werden. In dem zu diesem Behufe eingeleiteten Verfahren waren verschiedene Zeugen geladen worden, unter anderen auch em früherer Lehrer des zu Entmundi genden. Ich kann bestätigen, daß er nicht bei vollem Verstände Vt." sagte dieser aus, er war nämlich emer mei ner Lieblingsschüler." Ein Staatsanwalt führte in seinem Plaidoyer zur Belastung des Angeklagten aus: Ich selber bm dem An geklagten schon an vielen Orten beaea net, wo ich mich sehen zu lassen schämen würde." Als Gerichtshof , und Geschworene bei diesen Worten ihr Lachen nicht unterdrücken konnten, hielt der Staatsanwalt verwundert inne. und wir wollen hoffen, daß ihm der Grund der Heiterkeit des Gerichtshofes wohl zum Bewußtsein gekommen sein mag. In einem der westlichen Staaten der Union wurde im Congreß ein Gesetz-

entwurf. der die Reaeluna der Steuer-

erhebung zum Gegenstand hatte, bera tben. Ein ebrenwertbes Mitalied er hob sich und erklärte: Herr Präsident, ? r y r cw v c . r . sri . icy om icyr für A,nnayme vieles Ge fenes. denn unsere Steuererbeber sind ausnahmslos Hallunken und Schurlen. Icy mutz oas wiyen. venn icy lelder bin zebn Tiahxe lana Steuererbeber gewesen." Der Gesetzentwurf wurde angenommen. Wie gefällt es Ihnen in Ihrer neuen Stellung?" fragte eine Dame ein Mädchen, das sie empfohlen hatte. Danke, lehr gut. Aas freut mich in bören." entaeanete die Dame. ..Sie haben eine sehr nette Frau, und Sie dürfen Sie keineswegs ärgern. Das thue ich auch gern, war die un chuldige Antwort. In dem Prospekt emer Wochen scbrift beikt es: ..Unser Redaktionsstab, mit Ausnahme des Verlegers, ist aus das sorgfaltigste ausgewayu worden und aibt Garantien für Erfolcr und Gedeihen unseres Blattes." Eine califormsche Zeitung fou wegen Verleumdung von einer Wittwe belanat worden sein, weil sie von ihrem Manne geschrieben hatte, er sei in das bessere ' Heim hmuvergegangen. Geehrter Herr," schrieb ein Land Wirth an den Sekretär eines landwirthschaftlichen Vereins, wollen Sie die, Güte baben und mick auf Ihre Liste des Rindviehs mit einem Kalbe setzen. Auf einem ?cabrmarkt scbloß ein Ausrufer, nachdem er den Umstehenden Wunderdinge von dem, was m seiner Bude alles zu sehen wäre, erzählt hatte, mit den Worten: Treten Sie nur em, meme Herrscyafien, ireten Sie nur ein! Ich gebe Ihnen mein Wort, Sie werden sehr froh sein, wenn Sie wieder herauskommen." Gestatten Sie mir, gnädige Frau, daß ich Sie ' zu Ihrer Bekanntschaft mit dieser entzückenden Dame beglückwiinsie " meinte ein aalanter Ungar, sie ist jung, schön und dabei auch sehr verständig." Gewiß," bestätigte die Dame, aber finden feie denn mcyi, daß sie ein bischen eingebildet ist?" Aber ich bitte Sie, gnädige Frau, setzen Sie sich doch mal an ihre Stelle und sagen Sie selber, ob Sie dann nicht auch eingebildet sein würden," war die nicht sehr galanteAntwort des Ungarn. Schlimmer noch ist folgende Entgleisung: Ein angesehener Kaufmann beklagte sich einem Freunde gegenüber über seinen Sohn, der großen Hang zu leichtsinnigen Streichen zeigte. Sie sollten ihm in's Gewissen reden und ihm mit ernsten Worten seine Pflichten vorhalten,- rieth der Freund. Dem, was ich ihm sage, schenkt er nicht die geringste Beachtung, er Hort nur auf das, was ihm Narren und Dummköpse zuflüstern. Ich wär Jhnen daher sehr dankbar, r-xt Sie mal mit ihm sprechen wollten.' . aw-- " ' Strickbrücken. Im nordwestlichen Theile von Kaschmir liegt die Landschaft Gilgit. die im -wesentlichen das Thal zu beiden Seiten des Gilgitflusses umfaßt, der zahlreiche Nebenflüsse hat und in den Indus mündet. Zur Ermöglichung des Verkehrs zwischen den einzelnen, durch die Wasserläufe getrennten Landestheilen sind die Flüsse dort vielfach von Brücken eigenthümlicher Art überspannt, nämlich von sögenannten Tau- oder Strickbrücken. Die einzelnen Taue, einheimische Machwerke, bestehen aus zusammengedrehten und miteinander verflochtenen Birkenzweigen und sind derart untereinander verbunden, daß sie eine Art Brücke bliden. Die Brücken dienen lediglich dem Fußgängerverkehr, sie bieten dem Wanderer einen genügen den Halt, um den Fuß fest aufzusetzen, und verhindern durch ihr aus gleichem Stoff hergestelltes Geländer ein Hinabfallen des Passanten. Die Geländer sind dabei einander fo nahe gestellt, daß der Wanderer ' beim lieberschreiten, der Brücke sie bequem mit beiden' Händen fassen kann. Die Herstellung der Brücken soll durchweg so geschickt und fest sein, daß sie ziemlich beträchtliche Lasten tragen und ein Dutzend Menschen sie gleichzeitig ohne Gefahr passiren können. EinDenkmardesWelnPatrons ist in Stuttgart enthüllt worden, dem Schutzhaupt der schwäbischen Winzer, dem Pater Urban gewidmet. Pater Urban stand in entfernten Be Ziehungen zu Ekkehard, denn auch er war ein Angehöriger des Klosters vom heiligen Gallus am Bodensee. Von diesem Kloster entsendet, war Pater Urban im Lande um den Neckar nicht blos ein Claubensbote, sondern auch derjenige, der die Bewohner im Wein-, bau und in derBehandlung der Trau ben unterwies. Sie waren ihm dafür nicht wenig dankbar und erbau ten ihm zu Ehren sogar eine Kirche. Nun ist ihm auch ein Denkmal errichtet worden, ein echtes Weindenkmal: auf einem Untergrunde von ausgehauenen Steinen erhebt sich die mar kige Gestalt eines Weiugärtners im Janker, grobem Hemd, Kniehosen und derben Stiefeln. Er trägt eine mit Trauben gefüllte Butte auf dem Rückenund lehnt sich, wie ausruhend, leicht an einen Felsblock, in der recb ten Hand eine Haue, in der linken et nen gefüllten Becher. Modellirt hat das Denkmal Professor Freund.