Indiana Tribüne, Volume 27, Number 251, Indianapolis, Marion County, 13 June 1904 — Page 7
Jndiana Tribüne, 13. Juni RSV.
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Däs u CWSch! f?on (Fortsetzung.) Wenn's beliebt," sagte er süßsauer und faßte mit zwei Fingern die Nase seines Opfers. Halten Sie ein bißchen den Odem, fönst verletze ich S'e noch. Sehen Sie" und dabei schabte er schon Sie sind doch ein gescheiter Mann, ein intelligenter Mann, ein praktischer Mann. Für wen hänge ich die Fahnen raus? Für die Kunden! Ich bin ein ehrlicher Mann, wahrhaftig Gott! Und' für die Polen gehe ich durch's Feuer. Sie sind unterdrückt w i r sind unterdrückt. Wir müssen zusammenhalten. Und als ich für den großmächtigen König Soöieski illuminirt habe, hat's die ganze Stadt gesehen, wo das Herz vom süßen Strich steht." Rasch ging das Messer um's Kinn; Pan Woytun hielt noch immer den Odem an. Aber als der Barbier dann, zurücktrat, rieb er sich achselzuckend das Gesicht mit der Serviette ab Lassen Sie man, Strichelchen! Jetzt reden Sie so, weil ich hier sitze. Kommt irgendein deutscher Schulmeister, dann singen Sie ,Heil Dir im Siegerkranz!' Geschäft ist Geschäft! Aber was soll i ch fagen? Kein Buch mehr zum Binden vom Gymnasium, kein Auftrag, psia krew! Und seit die deutschen Schüler sehen, was oben für ein Wind weht, tragen sie ihre Groschen auch an meinem Laden vorbei. Alles der neue Direktor! Und bin ich's etwa allein, der klagt? Hören Sie den alten Modlibowski! Er-lebt von den Pensionären. Nun ja, ja, die Bude ist schlimm. Jedoch: es ging bis jetzt, ist noch keiner drin gestoroen! Und mit einem Mal heißt es: entweder Du läßt die Bude in einen besseren Zustand bringen, oder die Pensionäre werden Dir entzogen. Aber wovon soll der alte Kerl dann leben? ' . Haarkünstler, ich sage Ihnen: der Direktor muß weg, weg, weg! Ein? Wuth ist gegen ihn, wohin man ljör!! Und das Neueste: er verbietet den Kindern, polnisch zu reden! Die Mutterspräche! Dieser Unmensch, dieser Bandit! Aber wenn's mir an den Kragen geht: ich geb's ihm! Zu verlieren habe ich nichts mehr. Mit der Arbeit für's Gymnasium ist's alle" Lassen Sie Vorsicht walten, Herr Nachbar, rennen Sie sich nicht m s Un glück! Gott meiner Väter, leicht ist es nicht, h:er m Frieden zu leben!" Haben Sie schon wieder Angst wegen Ihres Robertchen?" rief der Papierhandler. Aber in diesem Augenblick spuckte er: Psia krew, schmieren Sie doch den Leuten nicht das Mehl in's Maul!" Die Puderquaste war ihm über den Mund gefahren. Sie sehen, wie ich zittere," jammerte Samuel Strich, Sie sehen meine Aus regung, Sie werden entschuldigen. Wenn's gefällig ist!" Und seufzend faltete er die .Serviette, Robertchen, was reden Sie von Robertchen? Er hat Frenchule schon! Soll ich noch Schulgeld bezahlen obendrein? Wo jeder andere ein reicher Mann gegen mich ist? Und was soll ich Angst haben? Ich möchte nur wünschen, Fronleichnam ist vorbei. Pan Woytun hatte sich inzwischen Mvieaelt. Warum?" fragte er rasch und wandte sich. Wenn Sie die ProFefflon nicht sehen wouen, vleiven äie trn Zim merl" Ich?" rief der Barbier. Habe ich nicht jedesmal Kalmus an's Fenster gestellt? Habe ich nicht jedesmal vor der Thur gestanden und den Hut aogenom men? Aber der Äerr' Nackibar denk schon wieder: die Zeiten sind schlecht, macht ein Späßchen! Er weiß ganz gut: ich meme nicht die Prozession! cck) mein was anderes." Den Handwerkerverein so! Was ist da zu reden: brave emei Äver was kommt, kommt!" Der siifce Stricki zuckte nur die Achseln. Lächelnd und dienernd begleitete er den Papierhanoler oann zur Tfiirr. Sein Gesicht war mißmuthig, als er zurückkehrte. Er machte die Laoentyur soaar zu. Es wurde immer schwieriger, mit beiden Parteien gut zu stehm. Man wollt's mit keiner verderben und verdarb's mit jeder! Seit der neue Direktor regierte, war der Teufel gar los. Mit icdem Tag frflieben ficki die beiden Lager mehr. Es konnte einmal nöthig werden, daß jeder sich für eins entscheiden muyie: Aergerlich kratzte sich Samuel Strich hen Kovf. Aber im Nu lieft er die Hand sinken, sprang auf, hatte das süße Lächeln um die Kippen: oenn eoen that sich die .yur aus. Dock, es war nur sein Sohn Ro heri der ftc& mit leisem Guten Tag" ' hereindrückte, die Bücher, die für die winzige Gestalt fast zu schwer waren, unterm Arm. Mit dem schiefen, etwas nach links geneigten Köpfchen wollte er an der Wand lang nach dem Hinterzimmer. Aber sein Erzeuger hielt ihn an.tf möckite Dick nur ersuchen, mn Deine Hefte zu geben. Söhnchen. Ich
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om Doch neugierig, wann Du mal der
Beste sein wirst!" Das sprach em ganz anderer MensS. Spurlos war das Lächeln vom Gesicht verschwunden; ernst, streng, verkniffen zeigte sich der Mund. Mit Zittern und Zagen gab Robert Strich seine Hefte hin. Der Barbier blätterte, prüfte die letzte Zensur und agte: Befriedigend was heißt beriedigend? Gut ist es nicht, schlecht ist es nicht, gar nichts ist es." Mit verächtlichem Achselzucken warf er die Hefte hin. Es war sem Prinzip, streng gegen den Sohn zu sein, wie er streng gegen eme Frau war. Das süße Lächeln galt nur den Kunden, nur denen, die Geld brachten. Es stellte sich schon ganz von selbst ein, wie das böse Gesicht vor denen, die Geld kosteten. Em Leben lang hatte Samuel Strich gespart. Pfennig hatte er auf Pfennig gelegt, Groschen auf Grosche.i. Niemand m der ganzen Stadt wuß.e, ein wie wohlhabender Mann der ewig lagende Barbier war, der sich mchts .gönnte. Er batte spät geheirathet; er hatte von dem Vermögen seiner Frau nichts angerührt. Sein Stolz, sein Traum war: rne Zukunft seines Sohns. Er sollte reich,gelehrt, berühmt sein vor allen Mannern seines Volks. Deshalb geizte, klagte, knickerte er. Und deshalb forderte er von dem Sohn die besten Leistungen. Keine Zensur war ihm gut genug. Er schalt, stöhnte. drohte, um das Kind immer mehr, zu immer höheren Leistungen anzuspornen. Ob er dabei alle Freude in dem Kind erstickte, seine ganze Jugend zertrat, war ihm gleichgiltig. Heute mochte der Knabe ihn hassen und fürchten. Einst kam der Tag, wo ihm die Binde von den Augen fallen würde. Und das war die Stelle, wo der süße Strich weich war. Er konnte sich vorstellen, daß er felbst schon im Nasenquetscher lag, wenn sein Sohn, sein Robert, erst die höheren Zwecke, die ihn zu seiner Strenge veranlaßt, verstehen und würdigen lernte. Auf dem Gipfel der Macht, inmitten eines sich ständig mehrenden Reichthums, im sicheren Be sitz früh erworbener Gelehrsamkeit, ge ehrt und bewundert von Glaubensgenossen und Andersgläubigen, würde dann sein Sohn weinend des Vaters gedenken, der hier in Lengowo ein einFächer Bartkratzer gewesen war, und der doch das meiste dazu gethan hatte, um sein Kind zu dieser Stellung in der Welt zu fuhren. In dieser Aussicht lächelte der süße Strich und war süß," wenn auch kein Kunde sich zeigte. Bald darauf wurde Georg Rüdiger von Schulern gefragt, ob er erlaube. daß sie das Fest des Handwerkerverems Mitmachten. Es war eine Form: die Erlaubniß war noch me verweigert worden, es sei denn einem einzelnen Schüler, der so gestraft werden sollte. Der Bescheid machte die tanzlustigen Herren stutzig: der Ches wolle sich erst informiren. Brummig zogen sie ab. Der Nächste, mit dem der Direktor gerade zu thun hatte, war Doktor Holst. Sie haben Verwandte wer, nicht? Deutsche natürlich? Erkundigen Sie sich doch, bitte, mal bei ihnen, was es mit dem Handwerkerverein für eine Bewandtmß hat. Schon Tags daraus kam der Hufslehrer mit bedenklichem Gesicht an. Die Vereinigung, berichtete er. btr, folge äußerlich gesellige und in gewisi sem Sinn auch soziale Ziele. Alle pol nischen Kleinbürgerfamilien, die e sellen und Lehrlinge der Handwerker gehörten dazu. Daneben jedoch auch als Ehrenmitglieder, die tüchtig spende ten, die polnischen Akademiker, der polnische Adel. Diese Herren hätten dem Berem allmalig eine schone Bibnothe gestiftet, durch die die national-polni fchen Traditionen wach erhalten wür den, und betheiligten sich auch an dem Sommer- und Winterfest des Vereins Nicht so aus Vorliebe für den kleinen Mann, als vor allem deshalb, um die ihnen sonst ganz fernstehende Meng in der Hand zu behalten. Man behauptete sogar, sie hatten es sich gegen seitig zur Pflicht gemacht, niemals bei den Festen zu fehlen. So scheine die Sache zwar äußerst harmlos, wes wegen die Regierung auch nicht ein schreiten könne, in Wirklichkeit aber sei jedes dieser Feste nur eine Heerschau des Polenthums, und oft genug fei es bereits zu Reibereien gekommen. Georg Rüdiger zuckte die Achseln, Daraufhin konnte er nicht verbieten, was seme Vorgänger erlaubt hatten. Doktor Holst sah dies Achselzucken, Und noch eins, Herr Direktor: im Vorjahr sollen Gymnasiasten da Ex zesse begangen haben und in Prügeleien verwickelt worden sein. Darüber könnte vielleicht Herr Rektor Brodnicki Aus kunft geben. Und der Kleine konnte es. So lange ich lebe," fagte er, haben sich Gymnasiasten und Klippschuler, Gymnasiasten und Lehrlinge mcht ver tragen. Auf das Fest der Handwerker kommen viele Familien mit ihren Töchtern. Die Madchen tanzen natur lich lieber mit den Sekundanern und Primanern, als mit dem Schusters söhn, der ihnen die Stiefeletten an mißt. Da gibt's Neid, Zorn, Schim psereien, Prügel. ,Das ist uns c Fest denken die Lehrlinge. Na. und
da setzte es voriges Jahr rechts und
inks Knüffe." Das rothe Schnupftuch fuhr wie em Signal durch die Luft. Aber trotzdem, setzte. Monsieur Jambon hinzu, ist es Tradition, daß die Gymnasiasten dabei sind." Der Direktor klopfte ihm auf die Schulter. Dann ist die Tradition schlecht, lieber Herr Rektor. Und was macht man mit einer schlechten Tradition?" Ach, Du ueber Gott laufen lassen. immer laufen!" Nein brechen!" erwiderte Georg Rüdiger. Schon am nächsten Tage wurde in den Klassen eine Verfügung des Direkors verlesen, wonach auf Grund der im Vorjahr passirten bedauerlichen Unzutraglichkeiten die Betheiligung am bevorstehenden Fest des .HandwerkerVereins allen Schülern der Anstalt treng untersagt wurde. Blitzschnell verbreitete sich die Nachricht in der Stadt. Ueberall rief sie Empörung hervor. An's Brot darf man dem Volk noch eher gehen, als an ein Fest. Verwünchungen wurden selbst auf der Straße aut. Haben Sie schon gehört?" schrie der Papierhändler und stürzte in den Barbrerladen. Kem Gymnasiast alles verboten man sperrt die Jugend von uns ab! Weshalb? Weil wir gute Poen sind!" Der süße Strich wackelte mit dem Kopf. .Erlauben Sie, Herr Nachbar mein Robertchen sagt, weil's das vorige Mal gegeben, hat Unzutraglichkeiten. Ich will gewiß den neuen Direktor nicht m Schutz nehmen warum? Nicht mal rasiren laßt er sich bei mir! Aber wenn's gegeben hat Unzuträglichkeiten" ,Weil sich zwei Bengel geprügelt ha ben?" schrie Pan Woytun. Da lache ich nur da lache ich! Und er drehte sich auf dem Absatz und lachte wirklich: bitterböse, in Wuth und Hohn. 7. K a p i t e l. 7V eilige Tage darauf traf DokSJ&J tor Holst Gertrud Rüdiger V Alts Wr (CCrrf0 (Stct nxrtrr j vw v i u Dv nvw v i i rasch und tapfer ganz Fräulein Blücher. Darf ich den Sturmlauf mitmachen, gnadiges Fraulem? Sie mckte ernsthaft. Ich habe mich grenzenlos verspätet, und Papa wird warten. Es ist nur gut " Da brach sie ab, sah ihn von der Seite an und faßte nach dem Hut, als Ware es windig. Es ist wohl ietzt viel zu thun? fragte sie. Gibt es im Gymnasium Aerger?" Sie wollte hinzusetzen, daß ihr Vater jetzt oft so ernst und abwesend sei, daß er kaum merken wurde, wenn sie au7 einmal über die Zeit fortbliebe. Aber sie ließ es und hörte auch nur halb zu. als ihr Begleiter sagte: Nicht, daß ich wußte. Bei uns weht frische Luft, nur in der Stadt ist Spannung und Schwule. Haben Sie sich denn nun etwas mehr eingelebt? Sie mäßigte ihren raschen Schritt aar nicht. Danke! Zuerst graulte ich mich. Aber so la la geht es jetzt. Ich komme eben von Pastors. Sie sind Feuer und Flamme. Sie wissen ja: wir ger manisiren!" So drollig kam das heraus, daß er laut lachte. Auch Sie? Na, dann kann es irich fehlen. Natürlich handelt es sich um den Verein oder die Ressource? Deshalb wollte ich Sie eben fragen. , Lieb Vaterland, magst ruhrg sem! Und Po len zittert." Sie dämpfen schon wieder Begeisterungen, Herr Doktor," sagte sie halb ärgerlich. Das scheint Ihr Lebensberuf zu sein. Alles Große muß doch mal klein anfangen. Herrje! Gewiß viel können wir nicht machen! Aber es ist ein Anfang. Das mit dem Germanisiren ist natürlich Unsinn. Die Hauptsache bleibt: wir schaffen für alle Deutschen einen Mittelpunkt. Wir amüsiren uns. Man kommt sich näher. Sie sollten mal sehen, wie dankbar die Leute sind. Das ist hier eine schwerfällige Gesellschaft gewesen. Nun sind sie ganz begeistert. Im Sommer machen wir ein Waldfest und eine italienische Nacht. Im Winter gibt's einen Ball und Theatervorstellungen. Fein was?" Er nickte. Vielleicht haben Sie recht. Es muß ganz hübsch sein. Ich habe wenig dergleichen mitgemacht." v&ie dachte an seine traurige Jugend, die er ihr andeutungsweise einst verrathen hatte.. Und wärmer als vorhin sprach sie rasch: Wir rechnen auch auf Sie nicht wahr, Sie treten doch ein?" Da wurde er ganz roth. Wenn das Fräulein Chef es wünscht! Aber es ist kein Staat mit mir zu machen, lassen Sie mich lieber aus." Und er fügte hinzu: Möglicher Weise ist es nicht die schlechteste Politik, die Sie treiben. Der Herr Direktor greift fest zu. Wenn er nichts weiter erreicht, erreicht er das eine, daß er volle Klarheit über die beiden verschiedenen Lager schafft. Die Leute müssen Farbe bekennen. Und den Deutschen wird das Rückgrat gestärkt, was sie brauchen können. Wenn jetzt wirklich noch ein geselliger Mittelpunkt zu Stande kommt, kann auch das ewig zerfallene Deutsch thum als Einheit wirken."
Sie blieb überrascht stehen. Mit einem Mal erkennen Sie das?"
sagte sie. Das ist hübsch von Ihnen." i? hatte ihn ordentlich neb. Er zuckte die Achseln. Wir Provmzkinder sind nicht so gläubig, wir haben zu viel Schwankungen erlebt. Jetzt gibt es wieder mal Kampf schön, kämpfen wir! Was dabei bcrausschaun wird, ist eine andere Sache." Jwei Bürger gingen plaudernd an ihnen vorbei. Der eine flüsterte dem anderen etwas zu. Das Mädchen lachte. Vor drei Wochen hat der Herr rechts noch tief den Hut gezogen." So, so. Und heute grüßt er nicht mehr? Na, wenn Sie nichts Schlimmeres erleben das werden Sie verschmerzen. Aber es ist ein Zeichen der herrschenden Stimmung. Die Spannung ist stark. Es wetterleuchtet." Wetterleuchten ist ungefährlich." Kündigt aber ein Gewitter an." Glauben Sie. daß es heraufkommen wird?" Ja, nein wer will das wissen! Gefaßt müssen Sie darauf sein." Die trappn wäre dunkler wor den. Eine leise Angst überlief das Mädchen. Sie war froh, als sie an der Pforte des Gymnasiums standen. Dann müssen wir fest zusammenhalten," sprach sie und streckte ihm die Hand hin. Wir Deutschen." ,Jch glaubte: wir beide, erwiderte er. Worauf er rasch den Hut zog und ging. Ja, es wetterleuchtete! Nicht nur m der Stadt, auch draußen, auf dem Land, den Gütern, sahen sie's. Das Gerücht, daß der neue Direktor den Besuch des Festes seinen Gymnasiasten verboten habe, drang durch die ganze Umgegend. Und eines Vormittags fuhr em eleganter, leichter Jagdwagen vor der Anstalt vor. Ein ein?'lner Herr entstieg ihm und sandte durch den Pedell seine Karte in's Dirertorenzimmer: Thaddäus von Osonski. Georg Rüdiger stutzte. Er hatte den Namen einmal nennen hören. Verzeihung, Herr Direktor." begann der Fremde und nahm dankend den ihm gewiesenen Stuhl ich will gewiß nicht lange stören.' Aber es kommen so viele und sich widersprechende Gerüchte in meine Einsamkeit, daß ich neugierig ward. Und weil ich heute gerade in Lengowo zu thun habe, dachte ich mir: fahre selbst mal ran, stelle dich vor und frage. Damit kommt man am weitesten!" Er sprach das Deutsche ganz fließend und hatte die verbindliche Liebenswürdigkeit des feineren Polen. Um was handelt es sich, wenn ich fragen darf?" Der Chef nahm seine zurückhaltendste Miene an. . Aber das störte Herr von Osonski gar nicht. O, das ist ein langes Kapitel. Doch es läßt sich in die Worte zusammenfafsen: es haben mir manche meiner Landsleute schon vorgejammert, daß Sie nicht ruhig schlafen können, wenn Sie am Tag vorher nicht mindestens einen guten Polen abgeschlachtet und verspeist haben. Und nicht wahr, so schlimm sind Sie gar nicht?" Wunderliche Unterhaltung, dachte der Direktor. Er mußte aber lächeln. Er antwortete auch nicht, sondern wollte erst weiter hören: seine Augen warteten. Es hat, wie ich nicht leugnen kann, Erstaunen und Bitterkeit geweckt, daß Sie den Schülern die Theilnahme am Fest des Handwerkervereins verboten haben. Das ist doch der Fall, nicht?" Allerdings." Und das geht mich insofern an. als ich zum Ehrenvorstand des Vereins gehöre. Sehen Sie, Herr Direktor wozu leugnen, daß ein Gegensatz zwischen Deutschen und Polen hur besteht Jcy bedaure das nicht als ob ich ein schlechter Bole wäre. Aber ich habe genug gesehen und genug gelernt, um zu wissen, daß es politische Ziele für uns nicht mehr gibt, und daß es deshalb vernünftig ist, wenn wir uns mit u.nferen deutschen Mitbürgern gut stellen. Der Handwerkerverein hat rein Wirthschaftliche und gesellige Zwecke.. Der kleine Mittelmann soll gestärkt und vor sozialdemokratischen Tendenzen bewahrt werden. Deshalb gehen auch wir Adeligen mit ihm. damit er nicht gegen uns marschirt. Wir feiern ein Fest "das ist öffentlich. Jeder kann uns kontrolliren. Warum schließen Sie die Gymnasiasten vor uns ab? Das hat doch keiner Jbrer Herren Vorgänger gethan." ' ' Der Direktor besah seine Nägel. ..?rck, will 5!bnen antworten." sprach er und schlug den Blick groß auf, weil ie gleichsam im vcamtn oes ereins um eine Erklärung bitten. Ich habe genaue Erkundigungen eingezogen es ist voriges Jahr zu jcharsen Hakeleien zwischen Gymnasiasten und den Lehrlingen und Gesellen gekommen. Desbalb das Verbot. Wer mit seinen Eltern das Fest besucht der hat eine Aufsicht eben bei sich. Die anderen Schüler bleiben zu Hause." Das ist Ihr letztes Wort?" -Es war auch mein erstes." Herr von Osonski zupfte an seiner Weste. (Fortsetzung folgt.) Das Areal Koreas umfaßt 82,000 Quadratmeilen. Die arone Brücke über die Themse in London kreuzen täglich 220,000 Personen.
Mst in der Noth. llerlei unschädliche uns wirksame Mittel , Blutstiilung bei Verwundungen. Das erste und dringendste Verlangen eines jeden, der sich verwundet hat, ist die Stillung der Blutung. Unzählig sind daher die Mittel, welche zu diesem Zwecke von jeher verwandt wurden. Unter den früher und noch jetzt gebräuchlichen Volksmitieln gibt es aber viele, welche direkt gefährlich sind. So manche schwere Eiterung, so manche Blutvergiftung ist die natürliche Folge eines schädlichen Blutstillungsmittels. Es gibt jedoch genügend unschädliche und wirksame Mittel, von denen einige immer zur Hand sind, wenn im täglichen Leben, draußen oder in der Häuslichkeit, eine Verwundung vorkommt. Eine Reihe von Mitteln rufen dadurch Blutstillung hervor, daß sie eine Zufammenziebung der verletzten Blutgefäße und eine Gerinnung des austretenden Blutes bewirken. Hierher gehören verdünnte Säuren und Alaun. Das letztere ist namentlich bei Barbieren beliebt. Eine andere Klasse von Mitteln bilden mit ' dem Blute eine teigige, klebrigo, kittartige Masse und trocknen dann zu einem Schorfe ein. Dazu gehört z. B. Stärkemehl, Kreide. Gips und vor allem Kolophonium, welches sich stets ganz gut bewährt. Man streut diese Stoffe am zweckmäßigsten dick auf ein Wattebäufchchen und bindet sie auf der blutenden Stelle fest. Aehnlich wirken poröse Körper, welche das Blut in sich aufsaugen, an ihrer Oberfläche trocknen und mit der
Wunde verkleben. Derartige Mittel sind: lose Scharpie, welche, aber mit! Vorsicht anzuwenden ist, da durch dieselbe sehr leicht eine Infektion der Wunde eintritt. Ihr am nächsten stehend und unbedingt vorzuziehen ist die Watte; auch Feuerschwamm oder trockenes reines Löschpapier kann im Nothfalle von Nutzen sein. Ebenfalls blutstillend wirken recqt kalte Einflüsse. Die Kälte beschleunigt einerseits die Blutgerinnung und reizt anderseits die Gefäße, so daß sie sich zusammenziehen. In der Häuslichkeit ist es daher das einfachste, eine Wunde sogleich unter die Wasserleitung zu halten und längere Zeit hindurch emen energischen kalten Wasserstrahl darüber rieseln zu lassen. Nachher muß man natürlich noch, je nach der Größe der Wunde, ein Pflaster oder einen kleinen Schutzverband auflegen. Hat man sich zur Winterszeit im Freien eme Verwundung zugezogen, zum Beispiel beim Schlittschuhlaufen, so kann man, die in dieser Beziehung günstige Wirkung der Kälte in noch intensiverem Maße ausnutzen. Man legt dann reine Eisstückchen auf die Wunde oder bedeckt dieselbe mit dem (reinen) in einen Schneebeutel verwandelten Taschentuche. Es können jedoch auch schwerere Verwundungen vorkommen, besonders Verletzungen der großen Gefäße, bei denen die Stillungskraft aller dieser Mittel im Stich läßt. Und hier gerade ist schnelle Hilfe sehr nothwendig, weil bis zur Ankunft des Arztes meist schon eine Verblutung " stattgefunden hat. Wenn bei einer solchen schweren Verletzung kein Sachverständiger zur Stelle ist, so wende man als ein sehr gutes augenblickliches Hilfsmittel den Fingerdruck an. Er wird so ausgeführt, daß man das blutende Gefäß durch starken Druck gegen seine Unterlage, womöglich gegen den Knochen, verschließt. Bei Lappenwunden, bei Wunden an 'Lippen, Wangen. Ohren, preßt man das verletzte Gefäß zwischen Daumen und Zeigefinger fest zusammen. Der Fingerdruc! muß natürlich ununterbrochen ausgeübt werden, bis der Arzt kommt. Bei Verletzungen der Extremitäten müssen diese auch noch hoch gelagert werden. Durch schnelle, energische AusÜbung dieser Maßnahmen kann man verhängnißvolle Blutverluste verhüten und sogar Menschenleben retten. Die älteste Blocke Am r i k a s - ist auf der St. Louiser Welt ausstellung im Gebäude von Neumexiko ausgestellt. Die Glocke wurde im Jahre 1353 gegossen und von dem Missionar Juan de Padillo, einem Franziskaner, der Coronado nach Neumexiko begleitete. aus Svanien berüberaebracht. Die G e s a m m r b e w i I l i - g u n g e n der letzten Kongreßsession beziffern sich auf 5781,000,000 und die eingegangenen Zahlungsverbindlichkeiten auf weitere 24.000,000, im Ganzen mehr als 5800,000,000, nicht eingerechnet die Bewilligung sur den Vanama-Kanal. Kaltblütig. Also zwei Stunden hat der wildgewordene Ochs unter dem Weiden bäum gewartet, auf den Sie sich geflüchtet hatten; was haben Sie Aermster nun wahrend der Zeit gemacht? - Dorfschullehrer: O, ich kam gerade aus der Schule, und da habe ich die Muße benutzt und oben meine Hefte nachgesehen! Ein Farmer in Ballina, Neusüdwales, hatte eine schwarze Katze ganz wie einen Apportirhund abgerichtet. Das Thier tauchte auch mit Vorliebe in's Meer und brachte einmal eine zweipfündige Seebarbe aus dem Wafser. Ihrer nützlichen Thätigkeit ist durch einen Haifisch leider zu früh ein Ziel gesetzt worden.
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i Pennsylv K7& MarkeZ i English's Opern-HauS 4 Eastund N'w Dork f Noble und Michigan ? N. Jerjey u. Miss Ave i Pine und North ? Market und Pine 1 ennont nahe Saft No.. 8 Spritzenhaus Mass. Ave nahe Nobk 299 Park S AKd ! lii Capital Are und xl 213 Pennsylv. u. Michiao 214 JllinoiS und 20. 216 Senate Ave und 21. 16 Pennsvlvania und 22. 7 Meridian und 16. 218 Capital Ave und 26, 219 Broadway und 10. 231 Illinois und McLea 234 No. 14 Spritzenhaus Kenwood und 30. 35 Illinois und 83. 6 Annetta und 3 237 No. 9. Spritzen? Udell und Raser 235 Udell Ladder Work 239 Jsabel und 27. 241 Meridian und 24. 242 Illinois u St.Elatk. 243 Eldridge und 23. 312 West uud Wainut 13 West und 12. - 814 Howard und 16. 16 Torbet und Paea 16 Capital Ave un Id. 17 Northwestern Aot A 318 Gent und 13. 819 Canal und 10. - 824 Eerealine WorkS 24 Vermont und Lynn 825 BisinarckuGrandvietk 26 No. 20 EpntzenhauS Hauahville. 27 Michigan u. HslmeS, 28 Michigan u. Crntcin 841 West und McJntyre 412 Missouri u. 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Mas und EornellAve Ä?h m,d II. Straße Park Ave und 12 Str .8 Columbia undHAfid . Hiahland Aö u. Pratt 1 Illinois und St. I ,S Pennsylv. und Pratt A Meridian und 11. Str '5 Nv. 5 Spritzenhaus IS nahe Jllino : Senate Ave .StSlair Illinois und Michigan :s Petsylvania und 14. .? Senate Ave. und 13 il No. 1 Spritzenhaus Ins ÄvenaheMichiga ;ä Meridian und Walnut California u Vermont is Blake und New Dort ft Ind. Av. u. St, Elark 17 City Hospital :s Blake und North Michigan und LgneS No. Spritzenhaus Washington nahe We & Gsendorf u Wash. 3 Missouri u New Dork 5 Meridian u Wash S6 JllinoiS und Ohio .7 Cspitol Av. u Wash 49 Kmgan's PorkhauS 4 Straßenbahn Ställe W Washington SU ii No. 10 Spritzenhaus JllinoiS u Merrill 58 JllinoiS Louiftan ii Wen und South 54 West und McCarty !S Senate Ave. u Henry s? Meridian und Rat) -e No. 4 Spritzenhau Madiso Bv. u MorriS Ä Madison Av.u Dunlop Vh No S Haken Leiterhau South nahe Delawar 55 Penn, u Merrill 3 Delawar u. 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