Indiana Tribüne, Volume 27, Number 251, Indianapolis, Marion County, 13 June 1904 — Page 6
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Jüdinn Tribüuc, RS Juni 1905U
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Europäische Nachrichten.
Vrovinz Schreswig-Kokstein. Kiel. Einer der ältesten Einwohner unserer Stadt, der Rentier, frühere Schneidermeister Timm Steinkops ist gestorben. Der Verstorbene war bis zu seinem Ende verhältnißmäßig rüstig; bettlägerig ist er kaum gewesen. Steinkopf stand im 94. Lebensjahre. A l t-H e t t e n d o r f. Das Schul rollegium ertheilte für das zu bauende Lehrerwohnhaus unter zehn Angeboten dem Bauunternehmer Zimmermeister Karl Steffen von bier den Zuschlag für 34.596 Mark. Apenrade. Ms Direktor der hiesigen Realschule ist Oberlehrer Dr. Herting, der seit 20 Jahren an der Oberreal- und Landwirthschaftsschule in Flensburg thätig ist, 'berufen worden. Flensburg. Der Einbrecher Grund, welcher im Verdacht steht, eine Anzahl Diebstähle in Flensburg und Angeln verübt zu ha?en, ist aus seiner Zelle im hiesigen Gerichtsgefängniß entwichen. Glückstadt. Infolge Erkrankung zahlreicher Kinder an Masern ist die Schule zu Neuenkirchen bereits seit Ostern geschlossen. Auch aus der Wisch mußte aus demselben Grund Schulschluß eintreten. ' Plön. Dr. Otto Zacharias von hier, der sich zu Studienzwecken in Italien aufhält, ist gleich in den ersten Tagen seines dortigen Aufenthalts beraubt worden. In Neapel entriß ihm am hellen Tage ein Spitzbube die goldene Uhr sammt der Kette. Schönberg. Im benachbarten Dorfe Krummbek hat sich in der Nacht der Arbeiter Schümann auf der Straße erschossen. Nach einem hinterlassenen Briefe ist Liebesverschmähung die Todesursache des ca. 70jährigen Greises. T ö n n i n g. Der Bankier August David hat seinem Leben dürch Erschießen ein Ende gemacht. T o n d e r n. Zur Wahrnehmung der Geschäfte des komm. Amtsvorstehers auf Sylt ist der Kreissekretär Hagelstein bis auf weiteres aus seinem gegenwärtigen Amt beurlaubt worden. Frovinz Sctzresien. V r e s l a u. Die hiesige Handschuhfabrik von Tschätzschel (Rosenthalerstraße 4a) feierte ihr LFjähriges Geschäftsjubiläum. Die Firma Minsa post & Prauser, Fabrik für CentralHeizung, hier, beging ebenfalls die Feier ihres 25jährigen Bestehens. Das Geschäft wurde im Jahre 1879 von den beiden jetzigen Inhabern Robert Minsapost und August Prauser gegründet. B u n z l a u. Das 150jährige Bestehen des hiesigenWaisenhauses wurde in der Woche vom 30. Mai bis 4. Juni cr. gefeiert. Chropaczow. Als die Ehefrau des Bergmanns Sussek einen Augenblick vom Stubenscheuern fortgehen mußte, stürzte ihr Kind in den Bottich mit heißem Wasser. Das Kind batte sich dabei derart verbrannt, daß es starb. Krappitz. Die dem Mühlenbesitzer Drost in Vunkow gehörige Mühle brannte total nieder. Der Besitzer wäre sammt seiner Familie um's Leben gekommen, wenn nicht das Gesinde im letzten Augenblick durch das tobende Vieh aufgeweckt worden wäre. Zweifellos liegt Brandstiftung vor. Königshütte. Unter vergiftungsähnlichen Erscheinungen verstarb in der Wohnung ihrer Mutter die 15jährige Anna Lefchczorz. Das Mädchen war, nachdem es ein Stückchen Rauchfleisch gegessen hatte, plötzlich erkrankt und, bevor der Arzt hinzugeholt werden konnte, verstorben. Der Arzt stellte als Todesursache Vergiftung infolge Genusses von vergorbenen Nahrungsmitteln fest. Neusalz a. Q. Der schon mehrmals mit Zuchthaus vorbestrafte Uhrmacher und Mechaniker Gustav Knoll aus Neustädte! hiesigen Kreises , wurde wiederum wegen wiederholter Fahrradschwindeleien steckbrieflich verfolgt. Bei seiner nach verschiedenen weiteren Schwindeleien hierorts erfolgten VHaftung wurde ihm noch ein kupferner Kessel abgenommen. Da ihm nun wieder ein paar Jahre Zuchthaus winkten, zog er es vor, sich der Strafe der irdischen Gerechtigkeit zu entziehen. Er wurde in seiner Zelle erhängt todt aufgefunden. Tepliwod a. Der Knecht Hippauf überfiel aus Eifersucht im benachbarten Parchwitz den Arbeiter Axmann und verletzte ihn durch viele Messerstiche so erheblich, daß er kaum mit dem Leben davonkommen wird. Der Schwerverletzte wurde, nachdem ihm ein Nothverband angelegt worden war. in das Kreiskrankenhaus transportirt. Der Thäter wurde verhafte!. Ziegenhals. In dem benachbarten Niklasdorf hat der Arbeiter Hermann Bleicher im Jähzorn und trunkenem Zustande seine Frau mit dem Brotmesser in den Leib gestochen, sodaß die . Weichtheile heraustraten. Der herbeigerufene Arzt nähte die große Wunde wieder zu, doch ist Lebensgefahr vorhanden. Als man den Aufschlitzer" verhaften wollte, bat die Frau für ihn mit dem Bemerken, es to'äf nicht so bös' gemeint gewesen. Frovinz S'sfen. Posen. Die Aktiengesellschaft Posener polnisches Theater kaufte aus deutschen Händen für eine Viertelmil-
lion Mark Vorortterrain an ' behufs Erbauung eines polnischen Sommertheaters. C z a r n i k a u. Bei einem Acker bürger hier verunglückte der 16jährige Knecht Oleiczak auf dem Felde dadurch, daß er sich einen Knöchelbruch am Fuß zuzog. Trotzdem blieb er im Dienst und ging dann zum Arzt. Doch zu spät; inzwischen war der Brand hinzugetreten, und der junge Mann starb im Krankenhause. I a n o w i tz. Es war von jeher bekannt, daß auf der Feldmark Wloschanow vorgeschichtliche Gräber vorHanden sind, ab und zu wurden solche auch entdeckt und lieferten bemerkenswerthe Funde. Beim Verlegen bezw. Neuanlegen eines Weges nach Brudzyn wurden nun Massengräber entdeckt, aus denen eine Menge Urnen an's Tageslicht befördert wurden. Die Urnen bestehen aus Näpfchen mit Henkel und sind mit Schalen bedeckt. In den Urnen wurden unter menschlichen GebeinenZähne von Hausthieren, Bronzeschmuck und ein eiserner Ring gefunden. O st r o w o. Aufsehen erregte hier die Verhaftung seit vielen Jahren in der Kirchstraße wohnenden Frau Bäckermeister Kapuszczynski wegen Verdachts der Wechselfälschung. Der Ehemann der verhafteten Frau ist seit kurzem flüchtig und vermuthlich nach Amerika entkommen. Er hat eine Schuldenlast von 15,000 bis 18,000 Mark hinterlassen. Wie sich nunmehr zeigt, hat Kapuzczyns die Schulden auf Grund gefälschter Wechsel gemacht, wenigstens bestreikn die Giranten zum großen Theil die Echtheit ihrer Unterschriften; diese rühren anscheinend von der Hand der Frau her. R a w i i s ch. Der circa 70 Jahre alte Rollkutscher Gottlieö Mertin von hier fiel auf der Wallstraße dadurch, daß die scheuenden Pferde scharf anzogen, vom beladenen Gefährt und kam unter die Räder, die dem Unglücklichen über den Oberkörper gingen. Der Vedauernswerthe trug Rippenbrüche und schwere innere Verletzungen davon. S ch l a w e. Zimmermann Paul Scheil von hier hat sich in dem BrunNen eines hiesigen Grundstücks ertränkt. Scheil war ein Trunkenbold; seine Frau ertränkte sich vor kurzem im Mühlenkanal. Schneidemüh l. Verhaftet wurde der Bahnmeister 1. Klasse Voehlke von hier, der im Verdacht steht, die Eisenbahn - Verwaltung um größere Summen geschädigt zu haben. Z ü l l ch o w. Der weithin rühmlichst bekannte Dirigent des hiesigen Anstaltchores, Kiesow, beging sein 25jähriges Amtsjubiläum, während welcher Zeit er ununterbrochen an den Züllchower Anstalten als Lehrer thätig gewesen ist. 'Nrovinz &adtfet Altenburg. Im benachbarten Zschernitzsch im Mehlhorn'schen Gute brach ein Schadenfeuer aus, dem Scheunen und Wirthschaftsgebäude zum Opfer fielen. Es wird Brandstiftung vermuthet. B a d e l e b e n. Musikergehilfe Bode warf mit einem Messer nach dem Lehrling Zerse. Das Messer traf den letzteren so unglücklich, daß es vom Halse durch den Unterkiefer drang und mit der Spitze noch die Wange durchschnitt. Obwohl ärztliche Hilfe aus Völpke zur Stelle war, hatte der Unglückliche einen derartigen Blutverlust erlitten, daß er schleunigst nach Heldstadt in's Krankenhaus geschafft werden mußte. Erfurt. Die 42 Jahre alte Jtalienerin Machetti, geb. Caproni, begoß sich in einem Wahnsinnsanfalle mit Spiritus und zündete diesen an. Man löschte zwar bald die Flammen, allein Hals, Brust und Arme sind derartig verkohlt, daß an einem Wiederaufkommen der Italienerin wohl nicht zu denken ist. Halber st adt. Dem 34jährigen Kinde des Arbeiters Strümpel wurden beide Beine abgefahren; es lebte nach dem Unfall noch, ist jedoch bald darauf gestorben. Den Wagenführer von der Straßenbahn soll keine Schuld an dem traurigen Vorkommniß treffen.
,V.V, Halle. Hier wurde in der Nähe der Stadt der Soldat Wolfgang vom 27. Regiment in Halberstadt festgenommen, der unlängst von seinem Truppentheil fahnenflüchtig geworden war und in Gröbzig im Anhaltischen eine schwere Blutthat verübt hat. Er war dort vor seinem .Diensteintritt beim Abdeckereibesitzer Winter in Stellung gewesen und versuchte nächtlicher Weise m dessen Gehöft einen Einbruchsdiebstahl. Der Besitzer überraschte den Einbrecher, wurde aber sofort von seinem ehemaligen Gehilfen angegriffen und so schwer verletzt, daß er starb. Hötensleben. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich hier bei den Reinigungsarbeiten eines Brunnens. Wegen seines geringen Wasserstandes batte man den Brunnen vertieft und wollte nun das darin befindliche trübe Wasser durch Kies klären. Auf noch nicht aufgeklärte Weise sauste ein mit Kies gefüllter Kübel von oben auf die im Grunde des Brunnens beschäftig, ten Arbeiter herunter und traf den Bauunternehmer Wilhelm Gödecke direkt auf den Kopf. Mit klaffender Kopfwunde wurde der Bewußtlose an das Tageslicht befördert.
Nachspici zur HüZsener'Affäre. Unter starkem Andränge des Publikums fand vor der Strafkammer des Landgerichts zu Essen die Verhandlung des Beleidigungsprozesses- statt, den die Mitglieder des Kieler Offizierkorps und desKielerOberkriegsgerichts gegen den Redakteur der Essener Volkszeitung" Gustav Kappert, angestrengt hatten. Dem Antrage der Vertheidigung des angeklagten Redakteurs Kappert, den Fähnrich z. S. Hüssener, der auf der Festung Ehrenbreiistein seine Strafe verbüßt, persönlich zu laden, wurde mit Rücksicht auf die ge fährdete Sicherheit Hüssener's von der Vertheidigung zurückgezogen. Hüssener ist daher kommissarisch vernommen worden Die Klage gegen Kappert ist auf Grund eines Artikels erhoben, den dieser verfaßt und unter dem Titel Ein Besuch bei Hüssener" in Nr. 155 der Ess. Volkszeitung" vom 11. Juli vorigen Jahres veröffentlicht hatte. Der Artikel war unmittelbar im Anfchlusse an die Verhandlung des Kieler Oberkriegsgerichts gegen Hüssener, das bekanntlich das auf vi:r Jahre Gefängniß lautende erstinstanzliche Urtheil gegen Hüssener aufhob und in zwei Jahre Festung umwandelte, ge schrieben worden und enthält eine Verhöhnung nicht nur der Mitglieder des Oberkriegsgerichts, sondern des Kieler Offizierskorps überhaupt. Der Verfasser schildert darin eine Reise, die er eigens von Essen nach Kiel unternommen habe, um den Fähnrich zur See Hüssener zu dem milden Urtheil zu beglückwünschen. Als er in Kiel ankam, habe er alles in festlichemSchmuck vorgefunden auf den öffentlichen Plätzen spielten Militärkapellen, und wo sich ein paar Offiziere begegneten, schüttelten sie sich die Hände, schnarrten: Aeh, Kamerad, feine Sache, was?" und sahen mit glänzenden Augen gen Himmel. Das Militärarrestgebäude war prächtig ausstaffirt, liebende Hände hatten es in ein Kleid von grünem Laub gehüllt. Von der Erde bis zum Dach war alles in Kränze eingewickelt. Am gründlichsten eingewickelt war die Statue der Gerechtigkeit, die über dem Portal in einer Nische haust. Am Portal ging es zu wie in einemTaubenschlag: Sektkörbe und Austernschüsseln, schneidige Fähnriche und freudig gestimmte Leutnants, Boten mit Glückwunschtelegrammen und Vlumenspenden verschwanden im Inneren. In demselben Tone schildert derVerfasser sodann seine Unterredung mit Hüssener. AIs er eintrat, habe man ihm gesagt, Hüssener werde gleich erscheinen, er sei nebenan im Kriegsgerichtssaal bei einem Liebesmahl mit gratulirenden Offizieren. Als Hüssener dann kam, habe er gewackelt wie ein Kreuzer bei leichter Brise und habe seinen Dolch auf seiner Nase balancirt. Auf die Frage, ob er keine Furcht habe, wieder nach Essen zu kommen, habe Hüssener geantwortet: Furcht? Wofür halten Sie mich? Bande in Essen wird übngens vernünftig geworden sein. Sieht ja am Urtheil vom Oberkriegsgericht, det ick recht hatte." Der Artikel schließt: Während ich die Treppe hinunterschritt, vernahm ich ein kräftiges Hoch! Die Offiziere gratulirten ihrem Kameraden." Das Urtheil lautete auf 200 Mark Geldstrafe, eventuell 20 Tage Gefängnift, da der. Wahrheitsbeweis nicht in vollem Umfange gelungen fei.
Tie Arisaka-Gkschütze. Das Arisaka-Geschütz der Japaner, das sich so außerordentlich bewährt und sich sowohl an Tragweite als auch an Durchschlagskraft den russischen Geschützen bei weitem überlegen zeigt, ist ein 7,5 Centimeter-Schnellfeuerge-schütz mit hydraulischer Bremse, das in allen seinen Theilen von japanischen Offizieren und Ingenieuren konstruirt ist. Die ersten Geschütze des Systems Arisaka, Modell 1898. wurden von Krupp fabrizirt, seit einigen Jahren aber werden, die Arisaka-Kanonen ebenso wie alle anderen japanischen Geschütze ausschließlich imArsenal von Osaka aus dem aus Deutschland, Frankreich und England importirten Eisenmaterial erzeugt. Auch das rauchschwache Pulver ist japanischer Provenienz; es stammt aus den ärarischen Pulverfabriken in Jtobaschi und Jwashani. Der ö st e r r e i ch i s ch u n g a rische Kriegsminister hat der Anti-duell-Liga für Oesterreich eröffnet, daß nunmehr den nichtaktiven Offizie ren und Kadetten der Veitritt zur Li ga freigestellt würde. Der russische IngenieurMechaniker Blinow hat sich bei den Kämpfen von Port Arthur in folgender Weise ausgezeichnet: Eine feindliche Kugel fiel in den Maschinenraum eines Schiffes und beschädigte ein Dampfrohr. Der Dampf begann aus der beschädigten Stelle auszuströmen, da griff Blinow ganz energisch ein, indem er die Oeffnungen mit feinen beiden Handflächen zudeckte und so lange geschlossen hielt, bis Hilfe nahte und ein Pflaster auf die schadhafte Stelle gelegt werden konnte. Obgleich die beiden Handflächen Blinows total verbrüht waren, so blieb er bis zum Schluß des Gefechts af seine Posten und bediente die Maschinen. Nur dazwischen ging er an Deck, um die ihm wie Feuer brennenden Handflächen an der frischen Luft zu, küblen
Ein otSwendiges Uebel". Es ist ja ganz natürlich, daß jedes Volk, ja jeder Stamm an seiner Muttersprache fest hält. Das thun ja auch die besseren Deutschen in den Vereinigten Staaten; aber sie sind deshalb nicht so thöricht, sich gegen die Erlernung der eigentlichen Landessprache zu sträuben.' Denn diese zu bemeistern, ist die Pflicht jedes Bewohners eines Staates. Die deutschen Polen begehen mithin nicht nur ein Unrecht als Staatsbürger, wenn sie kein Deutsch lernen wollen; sie schädigen auch sich selbst und ihre Kinder durch solchen Widerstand. Selbst wenn sie von der Wiederaufrichtung eines Polenreiches träumen und nach dieser Richtung hin politisch thätig sein wollen, sokönnen sie deshalb doch das Deutsche bemeistern. Schaden kann ihnen das keinenfalls, sondern nur nutzen. Aber sie wollen das nicht einsehen und so ist es Dank der Nachlässigkeit preußischer Beamten und Lehrer Thatsache, daß nach der letzten Volkszählung sich in Preußen 3.328.751 Menschen befanden, welche nur polnisch sprachen und kein deutsch verstanden. Wie sehr diese Unkenntniß ver Landessprache die heranwachsende polnische Jugend in ihrem Fortkammen schädiat, liegt auf der Hand. Weder die polnische, noch die ungarische, noch die tschechische Sprache werden von anderen Völkern gesprochen, oder verstanden. Wenn diese neben ihrer Muttersprache eine andere erlernen, so wählen sie je nach ihrem Wohnsitze das Englische. Französische, Russische oder Italienische. Ja der Pole, der Magyar, der Tscheche und die Angehörigen kleinerer slavischer Völkerschaften erlernen, wenn sie eine zweite Sprache studiren wollen, aus Gründen der Nützlichkeit nicht die ihrer sogenannten Stammverwandten"; sondern deutsch. Das geschieht vielleicht sehr oft mit innerem Widerstreben; aber es geschieht. Denn jene Völker leben großentheils von den Errungenschaften deutscher Bildung und' deutschen wirthschaftlichen Strebens. Einen fast lächerlichen Eindruck macht es, wenn die Magyaren, Tschechen und Polen einmalVerbrüderungsfeste feiern und sich da unter einander verständlich machen wollen. Diese guten Leute möchten in den Gebieten, welche sie beherrschen (wie zum Beispiel die Polen in Galizien, die Tschechen in Theilen Böhmens und die Magyaren in Ungarn) die Deutschen an der Erlernung ihrer Muttersprache hindern; aber wenn sie zusammen kommen und mit einander reden wollen, sind sie auf das deutsche Sprak" als auf ein nothwendiges Uebel angewiesen. Denn obschon viele von ihnen das Deutsche nicht bemeistert haben, so verstehen sie es noch eher als das Idiom der verehrten Stammesbrüder. So war - wieder einmal für Ende Mai nach Prag ein panslavistischer Studentenkongreß berufen worden, für den eifrig gewühlt wurde, um eine möglichst große Betheiligung zu erzielen. Man wollte eben darüber berathen, wie das verhaßte Deutsche endlich aus der Welt geschafft werden könnte. Russen, Polen, Slovenen. Tschechen, Kroaten und Serben, alle Söhne slavischer Mütter, sollten zusammen kommen und sich zu einander bekennen. Die Welt" sollte sehen, wie mächtig das Slaventhum gegenüber den Deutschen sei. Nun entstand aber alsbald eine Schwierigkeit. Eine panslavistische Sprache ist, trotz des angeblich schreienden Bedüfnisses, noch immer nicht erfunden worden. Die Russen verstehen das Slavonische nicht, die Polen nicht das Serbische, die Tschechen nicht das Kroatische u. s. w. u. s. w. Die alte Sorge tauchte also wieder auf, welcher Sprache die slavischen Brüder sich bedienen sollten bei der Fällung des Todesurtheils über das Deutsche! Da kam man denn wieder nothgedrungen zu dem Schluß, den die Einladung zu dem Kongreß etwas verschämt in folgenden Worten kund giebt: An dem offiziellen Festabend sind alle slawischen Idiome zugelassen: bei den übrigen Veranstaltungen sollen als Verständigungssprache, lediglich die französische und die deutsche Sprache gelten, da es leider Thatsache ist. daß man zum Theil auch zur deutschen Sprache, zum Zweck der gegenseitigen Verständigung, wird Zuflucht nehmen müssen". Alfo französisch und deutsch! Das Französische bildet aber nur so zu sagen ein Feigenblatt, mit welchem man das . verhaßte Deutsch einigermaßen verdecken will; denn französisch sprechen. nur sehr wenige der slavischen Brüder, deutsch verstehen und sprechen die meisten. Diese von den Slaven geplante Verdammung des Deutschen in deutscher Sprache ist eine Leistung auf dem Gebiet unfreiwilliger Komik, welche die ganze Hinfälligkeit dieser lächerlichen Anfeindung deutscher Bildung und Gesittung veranschaulicht.
Wie jetzt bekannt wird, ist die alte Berliner Firma C. H. Röhll durch ihren flüchtigen Mitinhaber Alphons Röhll in weit größerem Maßstab geschädigt worden, als anfangs angenommen wurde. Soweit bisher sich herausgestellt hat, sind Wechsel über eine Million Mark von Alphons Röhll auf die Firma gezogen worden. Die Papiere sollen sich sämmtlich in den Händen von Wucherern befinden.
Zarte Kritik.
Nicht wahr, Männchen, das Essen hat Dir gemundet? Ich habe es aber auch mit Liebe gekocht!" Hm hab's mir doch gleich gedacht, daß etwas drin ist, was nicht hineingehört!" Entgegenkommend. Und heut' gehe ich nicht weg, ehe ich Ihnen nicht einen Kuß gegeben habe, Fräulein Kathi. Ach. gehen Sie doch recht bald weg. Entschuldigt. -$StAX&&$$ "v. to.HSt . . .Als das Weib ins Wasser stürzte, sind Sie davongelaufen wie ein Dieb, statt zu helfen, was für Sie doch eine Leichtigkeit gewesen wäre!. . . Pfui über diese Feigheit!" Sie haben leicht reden auf die Art hab' ich meine Alte selig kennen gelernt!" Aus der Schule. Und jetzt, Jsaak, sag' mer, was ist gescheh'n nach'm Brand von Rom? Was wero gescheh'n sein? DeVsrsicherungsgesellschaften ham gekracht. NatürlichesZeichen. Wie kommen Sie zu der Behauptung, daß dieses Stillleben" von einem alten Meister herrührt?" Wegen der zwei Würste im Vordergrunde!. . So groß werden sie nämlich schon lange nimmer gemacht! Beweis. Hatte Ihr Drama Erfolg?" Allerdings jetzt mahnen mich meine Gläubiger fogar wieder, was sie schon längst als zwecklos aufgegeben hatten. . .!" Einzige Hoffnung. . . . Ach, eine heimliche Liebe, Tante es gibt nichts Sebgeres!" Nein, heimlich geliebt werde ich vielleicht auch!" - st Ebemann (der eben mit seiner holden Gattin in unzarte Berührung gekommen, zum Hausherrn, der infolge des Lärms herbeieilte): .Jetzt machen S', daß S' 'nauskommen sonst verklag' ich Sie wegen Hausfriedensbruch"!" ,
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