Indiana Tribüne, Volume 27, Number 251, Indianapolis, Marion County, 13 June 1904 — Page 3

Jndlans Tribüne, 13. Juni 1901.

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toft In nächster Mhc Port Arthur's. Jedoch die Vercimgung ist mißglückt. , Gerüchte über cm See-Gefecht. Entsatz-Verfuche sind aufgegeben. Togo's ' Operationen. 2 japanische Bataillone vernichtet. Fahrt der Manchuria. Kricgs-Contrebande.

Ost'Afien. Skrydloff vor Port Arthur. L o n d o n, 13. Juni. Dem StandardCorrespondenten in St. Petersburg zufolge sagt eine Depesche des Vice Admirals Skrydloff, er sei am 7. Juni mit dem Vladivostock Geschwader bis 30 Meilen vor Port Arthur gekommen und dann habe sich Nebel eingestellt. Er fand verschiedene japanische Tor pedoboote und 2 Schlachtschiffe, die ihn heftig angriffen und einigen Schaden verursachten. Die Russen erwiderten das Feuer, da aber keines der Port Arthur Schiffe erschien, so kehrte Skrydloff nach Vladivostock zurück, wo r Freitag früh anlangte. Nach der Daily Mail- haben vier starke japanische Abtheilungen Suenchow, Saimatza, Liao Waling und Siu Ven besetzt. Suenchow liegt 85 Meilen, östlich von Mulden, Liao Waling 5 Meilen nordwestlich von Siu Yen. Greuel des Schlachtfelds. Liao Yang, 12. Juni. Fähnrich Mariloff, der vom Gefecht bei Saimatza, am 7., zurückgekehrt ist, sagt, die Japaner hätten etwa 300 Mann verloren. Er lobt die Thätigkeit der Aerzte des rothen Kreuzes ausnehmend. Nach der Schlacht fand man einen verwundeten Russen mit ausgerissener Zunge und abgeschnittenen Fingern. Man glaubt, daß chinesische Banditen die Schandthat verübten. Bei Siuyen, 8. Juni, verloren die Japaner 100 Leute, die Russen einen und 21 Verwundete. 2 japanische Bataillone aufgerieben. Hai C h e n g , Mandschurei, 11. Juni (verspätet). Eine Flankenbewegung der Japaner um den linken ruffischen Flügel von Feng Wang Cheng aus wurde am 9. mit dem Verluste von zwei ganzen Bataillonen zurückgeschlagen. Eine starke japanische Streitmacht marschirte Morgens der Feng Wang Cheng- und Hai ChengStraße entlang. Die Russen hatten eine starke Truppe in einer Schlucht 30 Meilen südwestlich von Hai Cheng postirt. Den Japanern marschirten 2 Bataillone voran, die in den russischen Hinterhalt fielen. Sie wurden mit mörderischem Gewehrund Artillerie-Feuer empfangen und völlig aufgerieben; nur einer oder 2 entkamen. Das japanische Gros, das den Russen bedeutend überlegen war, suchte dieRussen zu umgehen; aber diese zogen ohne Verlust eines einzigen Mannes ab. Als die Japaner in die Schlucht .rückten, fanden sie nur ihre eigenen Todten vor. Seeschlacht vor Port Arthur. St. Petersburg, 12. Juni. Es sind Gerüchte imUmlauf, wonach vor Port Arthur e i i ; e große S e eschlacht geschlagenworden sei, bei der4japnische und 2 russische Schlachtschiffe sanken. Bestätigung des Gerüchts ist nicht erhältlich. 704 gefallene Russen bestattet. Tokio. 12. Juni. Die MilitärCommission zur Bestattung der rusfischen Gefallenen in der Schlacht am Nan Shan Berge bei Kin Chou, 26. Mai, unterbreitete ihren Schlußbericht. Wie sich fanb, wurden 10 in der Schlacht gefallene Offiziere und 664 Mnnn sorgfältig bestattet, 30 Mann bei den Vorposten, so daß die Zahl der von den Russen zurückgelassenen Todten 704 ausmacht. Togo 's Operationen. T o k i o, 12. Juni. Vice-Admiral Togo meldet, daß am Donnerstag ein Theil der Flotte die West-Küfte der Liao Tung Halbinsel bei Kai Chan beschoß und einen sich in südlicher Richtung näbernden Militär-Zug zurücktrieb. Seither ließen sich keine Züge mehr blicken.

Der Feind brachte Truppen ein und führte Befestigungen auf, offenbarZeine japanische Landung an jenem Punkt fürchtend und alle Vorbereitungen zur Verhinderung treffend. Kleine Kanonenboote, die Togo dicht heran sandte, beschossen die Russen bei ihrer Thätigkeit und richteten, wie man glaubt, beträchtlichen Schaden an. Kein Entsatz-Versuch. St. Petersburg. 12. Juni. In Militär-Kreisen fühlt man Erleichterung über das Ende der MeinungsVerschiedenheit bei Kriegsräthen. Die ganze Verantwortung ruht jetzt auf Kuropatkin und es soll kein ernster Versuch zum Entsatze Port Arthur's gemacht werden. Das Vladivostock Geschwader besteht jetzt aus 3 Kreuzern und 4 Schlachtschiffen. In Liao Yang treffen täglich 12 Züge mit Verstärkungen ein. Alles rxhig. New Chwang, 12. Juni. Während der verflossenen Nacht hat sich hier nichts Neues ereignet. Nahrungsmittel als K r i e g s-C o n t r e-B a n d e. St. Petersburg, 12. Juni. Die russische Regierung hat auf die Proteste des englischen Botschafters gegegen die russische Erklärung, welche Reis und andere Nahrungsmittel als Kriezs-Contre-Bande bezeichnet, noch keine Antwort ertheilt. Wie indessen verlautet, hegt die Regierung nicht die Absicht, der britischen Ansicht Zugeständnisse zu machen. Die Regierung stützt fich auf Großbritannien's Haltung im Burenkrieg, wonach Nahrungsmittel nach einem feindlichen Lande als Contre-Bande angesehen werden, falls sie für die feindlichen Truppen bestimmt find. 'Ein hoher Beamter wies heute darauf hin. dß beim KriegS-Ausbruch Rußland sich genöthigt sah, in San Francisco eine große für Vladivostock bestimmte Fleichsendung zurückzuhalten, da die Japaner erklärt hatten, sie würden die Sendung als Contre-Bande betrachten. , Reis ist ein wichtiges Nahrungsmittel, sagte der Beamte, für die japanische Armee und bei Aufstellung der Kriegs-Regeln wurde die Frage, ob man es als Coatre-Bande erklären solle, reiflich erwogen. Die britische Regierung betrachtet die Frage alt akademische, wenn aber als Hilfskreuzer ausgerüstete Dampfer im Stillen Ocean Vorräthe-Schiffe kapern, so können leicht Verwicklungen entstehen. Diplomatische Kreise erwarten mit Spannung die Haltung der Ver. Staaten in der Angelegenheit. Abreise des japanischen Gesandten. Söul. 12. Juni. Der japanische Gesandte bei Korea, Hayashi, reiste heute ab; am Bahnhof fanden sich Mitglieder des diplomatischen Corps und der koreanischen Regierung zum Abschied ein. Wahrscheinlich kehrt der Gesandte in einem Monat oder 6 Wochen nach Söul zurück. Die College deS Gesandten preisen einstimmig seinen Takt bei Klärung der schwierigen Lage, welche in den letzten vier Monaten herrschte. Er dürfte bei seiner Rückkehr Instruktionen mitbringen, um die Beziehungen zwischen Korea und Japan entgiltig zu regeln.' D i e F a h r t der Manch u r i a". T o k i o, 12. Juni. Der Dampfer der sibirischen Bahn Manchuria" den die Japaner kaperten, fuhr heute mit 60 Gästen des Flotten - Departements nach der Yokosuka Marine-Station. Die Fahrt des Schiffes wird im Interesse der auswärtigen Marine-Atta-ches, hervorragender Mitglieder des Parlaments und von 20 auswärtigen Correspondenten unternommen. Die Reise geht nach der Kure Marine-Sta tion, der Sasebo Marine-Station, nach Chemulpo, Chinampho, den Sir Jas. Hall -und den Elliott Jnsel-Gruppen, Talien Bay, Port Arthur, den vorgeschobenen Marine-Basen an der Mündung des Yalu und den ArmeeBaseu auf der Liao Tung Halbinsel.

Fünf ertrunken. Untergang eines PassagierDampfers in Folge eines Zusammenstoßes.

Montreal, 12. Juni. Der Dampfer Canada" stieß heute 6 Meilen unterhalb Sorel mit dem Kohlenschiff Cap Breton" zusammen. 20 Minuten nachher ging die Canada" in die Tiefe. Fünf Mann ertranken, die übrigen wurden gerettet. Die Erschütterung des Zusammenstoßes erweckte die schlafenden Passagiere. Die Canada" begann sofort zu sinien, und da die Cap Breton" nicht ernstlich beschädigt schien, so wurden die Passagiere eiligst nach jenem Schiffe gebracht. Einige sprangen in der Aufregung über Bord, wurden aber durch Boote aufgefischt. Deutschland. Ein theurer Ratenkrieg. Berlin, 12. Juni. Die hiesigen Blätter berechnen, daß, wenn der Ra-ten-Kampf gegen die Cunard"-Linie nur einen Monat dauert, die betheilig ten Gesellschaften acht Millionen Mark verlieren, da im vorigen Jahre 880,000 Personen zum Durchschnittspreise von 140 Mark befördert wurden, während jetzt der Passage-Preis auf 40 Mark herabgesetzt sei. Internationale Schwindler. Berlin. 12. Juni. Auf Erfuchen der Budapester Polizei hat die Berliner Criminalpolizei ein Ehepaar verhaftet, das feit einigen Wochen hier sein Unwesen trieb. Das Paar trat als Herr und Frau Josef Bethlen aus Ungarn auf und sammelte bei wohlhabenden Familien Gelder zu Erziehung in Budapest geborener deutscher Kinder. Da das Paar viele Empfehlungsbriefe von hohen Persönlichkeiten vorlegen konnte, gelang es ihm, in kurzer Zeit etwa 4000 Mark zu dem an geblich guten Zweck zu erhalten. Die eingeleiteten Ermittlungen haben nun ergeben, daß Bethlen eigentlich Grünfeld heißt, undZseine Frau, die als eine geborene Baronin v. Wimpffen figurirte, ein früherer Stern dritten Ranges des Varietes war. Als den Beiden der Boden in BudaPest zu heiß wurde, verließen sie die ungarifche Hauptstadt. Die Budapester Polizei hat lange vergebens auf das Paar gefahndet. Jetzt gelang es endlich festzustellen, daß es erst in München seinen Wohnsitz genommen hatte, wo es eine ältere Dame, Antonie Greif, schwer schädigte. Frau Bethlen stellte näm lich ihren hübschen Gatten der alten Dame als Gutsbesitzer vor, und dieser machte Frl. Greif den Hof. Bald wurde das Verhältniß zwischen ihnen inniger, und Frl. Greif brachte dem als Bräutigam auftretenden Grünfeld, der augenblicklich in GeldVerlegenheit" war, reichliche Opfer. Als sie 20,000 Mark los war, verschwand auch der Bräutigam" mit seiner' Schwester". Sie nahmen ihren Weg nach Amerika, wo sie, den Angaden der hiesigen Polizei zufolge, reiche ungarische Partieen zu vermitteln versprachen. Als es ihnen drüben nicht mehr gefiel, kehrten sie nach Deutschland zurück, um hier nunmehr mit Empfehlungsbriefen" zu manipuliren. Jetzt ist dem Ehepaar das Handwerk gelegt, da die Gerichte von Budapest, Berlin und München ein Wörtchen mit den beiden freundlichen Helfern reden werden. Großbritannien. Die neuenFahrpreise nach Amerika. London, 12. Juni. Nach Ankündigung der. Cunard Linie treten morgen folgende Preis-Ermaßigungen in Kraft : Fahrgeld 3. Classe von Liverpool nach New tyoxl oder Boston mit der Campania oder Lucania S25; mit der Umbria. Etruria, Jvernia oder Saxonia $13.75; Carpathia oder Aurania $12.50; von Rotterdam, Hambürg, Bremen oder Antwerpen nach New York oder Boston $15. Fahrgeld 2. Classe von Paris und 1. Classe von Paris, Hamburg, Bremen, Antwerpen oder Rotterdam nach New York oder Boston ist bei allen Schiffen der LinieZ das Gleiche wie von London. Panama. Endederfranzösischen Zeitung. P a n"a m a, 12. Juni. L'Etoile de Panama, die französische Zeitung, welche hier seit Gründung der alten Panama-Gesellschaft bestand, ist heute früh das letzte Mal erschienen. '

Bei Naisnli.

Commissar Langermsn im Lager des berühmten, Banditen. Tanger, 12. Juni. I. W. S. Langerman, der hiesige Vertreter der St. Loniser Ausstellung, traf heute aus dem Lager des Banditen Raisuli hierein. Er sagte: Mit einem Freunde und 3 Marokkanern fuhr ich per Dampfer nach Arzili, um Raisuli zu sehen und eine Beilegung der Schwierigkeiten zu versuchen. Ich traf Raisuli und seine Band?, vollständig bewaffnet und mißtrauisch über den Besuch. Einige Augenblicke war die Lage gefährlich, aber eS lief alles gut ab. Ion Perdicaris, den Raisuli gefangen hält, befindet sich bedeutend besser und ist angefichts der Ausficht auf baldige Freilassung in gehobener Stimmung. Baldige Freilassung. London, 13. Juni. Nach der Daily Mail" ist Raisuli jetzt im Besitze des Briefs vom Sultan. Falls der Bandit nicht neue Forderungen stellt, steht Perdicaris Freilassung am Mittwoch zu erwarten. Chile. . D ie A n d e n B a h n. Santiago d e Chile, 12. Juni. Das Dekret der Regierung bezüglich der Annahme der Angebote für die Herstellung der Transanden-Bahn ist unterzeichnet. Die öffentliche Meinung denkt von dem Projekte günstig, da das Unternehmen sich in den Händen amerikanischer Capitalisten befindet, welche den Bau möglichst beschleunigen werden. Der Contrakt für den Bau der Gebirgsbahn wurde nicht einer amerikani schen Firma allein übergeben, sondern von der chilenischen Regierung zwischen den Firmen William R. Grace & Co. von New York und Clark & Co. und Pearson & Son von London getheilt. Der ursprüngliche Contrakt ist S6, 750,000 werth, doch beabsichtigt die Regierung, die Bahnstrecke später um das Doppelte bis Dreifache zu verlängern. Kurze Depeschen. 12. Juni. Nnland. Washington. Marine-Se-kretär Moody ist auf 2 Wochen nach Boston gereist. Silke st o.n, Mo. M. Blakely erschoß Anna Cliston und beging dann Selbstmord. Eifersucht gilt als Grund. , Washington. Sen. Cockrell, Mo., der gestern überfahren und schmerzhaft verletzt wurde, .befindet sich wesentlich besser. Baltimore. Cardinal Satolli ist von dem Besuche bei Cardinal Gibbons nach New York zurückgekehrt. Er celebrirte in der Cathedrale die FrühMesse. Zum Schuhe des Maulwurfs. Mit Rücksicht darauf, daß dem Maulwurf durch die neuerdings aufgetauchte Mode, Maulwurfspelzwerk zu tragen, eine erhebliche Gefahr entstanden ist, hat das deutsche Gesundheitsamt ein Flugblatt Der Maulwurf" herausgegeben. Darin werden Lebensweise, Nahrung, Nutzen und Schaden dieses unterirdischen Wühlers erörtert. Zum Schlüsse wird ausführlich auf diejenigen Mittel eingegangen, die zur Verfügung stehen, um den Maulwurf dort, wo er schädlich werden kann, zu vertreiben. Eine Tödtung des Thieres wird nur in Ausnahmefällen nöthig sein, z. B. wenn er in Dämmen und Deichen, die zum Schutze gegen HochWasser errichtet sind, sich eingefunden hat; im Allgemeinen thut man gut, ihn am Leben zu lassen, da er zu jenen Thieren gehört, die dem Landwirth am nützlichsten sind. QEin S5rknkfester. Das Anstoßen mit den Gläsern halte ich für höchst überflüssig man bedenke nur, wie diel Zeit dadurch beim Trinken verloren geht!" gvedj Junge, Du bist doch 'ein richtiger Affe." Sage das nicht, Papa, das wrrft ja auch ein schlechtes Licht auf den Sohn meines Großvaters." NntersteUung. Haben Sie schön gehört: der Heldendarsteller Tamtamowski hat den Arm gebrochen!" Was der nicht alles thut, um von sich reden zu machen!" nldvUnxsU. Professor (in einem ethnographischen Vortrage): Eigenihümliche Züge weist die Jugenderziehung der WUdwest-Jndianer auf. Körperliche Züchtigungen sind ganz unbekannt und die schwerste Strafe für Ungehorsam besteht darin, daß dem Kinde eine Handvoll Wasser in's Gesicht geworfen wird." V e t t e l e s : Gott der Gerechte, was for 'ne Barbarei!"

Daö Gefecht bei Owilokorero. Im Militärwochenblatt veröffentlicht Major v. Barsewisch, Kommandeur des ersten Seebataillons in Kiel, einen ihm zugegangenen Gefechtsbericht des Hauptmanns Fischel, dem wir eine Schilderung des Gefechts bei Owikokorero entnehmen. Der Hauptmann Fischel schreibt: Am nächsten Tage ritt der Major v. Glasenapp mit dreißig Reitern, ein Maschinengewehr mit Bedienung und neun Offizieren, ein Medizinwagen dieser Svur nach auf Owikokorero. Bor dieser Wasserstelle fand man viel Vieh, ohne Bedeckung, was den Schluß zuließ, daß die Herero in größerer Anzahl in der Nähe sein müßten. Bald fielen die ersten Schüsse aus den Büschen, man saß ab und nahm das Feuergefecht auf, die Offiziere ebenso wie die gemeinen Reiter, denn der Wegner verstärkte sich und suchte nach sei ner Gewohnheit die Flanken zu umfassen. Die Pferde standen dicht hinter den Schützen, das Mischinengewehr auf 50 bis 60 Schritt dem Gegner gegenüber. Nun hatten die Unseren erhebliche Verluste, fast jeder Schuß der Herero saß. Die Bedienungsmannschaft wurde am Maschinengewehr zweimal erschossen, ein Offizier nach dem anderen wurde verwundet. Dziobek erhielt einen Schuß durch dieBeine, was ihn aber nicht abhielt, aufs muthigste mit seinem Karabiner weiter zu feuern, indem er sich zu jedem Schuß zum Knien erhob. Die Verluste wurden nun aber so groß, und der Gegner erschien in solcher Ueberlegenheit, daß v. Glasenapp Befehl gab, auf den Medizinwagen zurückzugehen. Jetzt bekamen die Herero e r st recht Muth' sie drängten sofort nach und die Verluste steigerten sich noch mehr. Dziobek ging noch mit zurück, äußerte dann zu Schläfer, er könne nicht weiter; schrie dann plötzlich auf, stürzte zur Erde und blieb liegen. An ein Fortschaffen der Verwundeten - und Todten war nicht zu denken, v. Glasenapp fand glücklicherweise mit Schäfer und Hermann den Medizinmagen, lud diese beiden wie noch, einige andere Verwundete auf und fuhr unter dem lebhaften Feuer der Herero zurück, wie durch ein Wunder gerettet! Ein Geschoß hatte seinen Mund, eines den Hinterkopf gestreift. Ihm voraus ritt Oberleutnant zur See Masholt (der jetzt am Typhus in Otjihaenena gestorbene Offizier), derum 9 Uhr Abends bei mir im Lager eintraf und mir die Meldung von dem furchtbaren Verlust brachte, den Sie in der Zeitung schon gelesen haben werden. Einen solchen Verlust hatte es überHaupt hier noch nicht gegeben. Von v. Glasenapp glaubte Mansholt bestimmt, daß er gefallen sei, und es war an mir, einen Entschluß zu fassen, denn ich war der Aelteste. Nachdem mir Mansholt auf meine Frage gemeldet, daß er die Herero etwa auf 400 schätze, und daß die Artillerie in dem dortigen Gelände zu verwenden sei, befahl ich sofort den Vormarsch des gesammten Detachements auf 11 Uhr, um die Herero mit Tagesgrauen an Ort und Stelle anzugreifen. Aber Major v. Glasenapp traf nun kurz vor 11 Uhr im Lager ein und hob meinen Befehl auf, weil wir zu schwach seien; wir bezogen ein befestigtes Lager (Onjatu), in dem wir jetzt noch (am 25. März, das Gefecht bei Owikokorero fand am 14.März statt. D. Red.) liegen, und warten anscheinend, bis die Hauptabtheilung in Okahandja fertig ist. Sie werden sich denken können, daß wir uns in keiner gehobenen Stimmung befinden. , Das Maschinengewehr mit Munition, viele Gewehre, Pferde etc. sind in die Hände der Herero gefallen. Es bleibt uns nur zu hoffen, daß wir Gelegenheit finden, die Schande -wieder auszu-gleichen."

Preisgekrönte L:edcrksmpontstn. Das Preisausschreiben, das der Ausschuß zur Vorbereitung des Bertiner Sängerwettstreites 1904 zur Erlangung zweier Preischöre, und zwar eines Kunstgesanges und eines Volksliebes, erlassen hatte, hat über 400 Bewerbungen gefunden. Das aus den Herren Musikdirektor Professor Cebrian, Musikdirektor Professor Gebhardt, Musikdirektor Handwerg, Pro fessor Felix Schmidt, Musitdirektor Richard Schmidt, Professor Hermann Schröder und Musikdirektor Edwin Schultz bestehende Preisrichterkollegium hat mit den beiden ersten Preisen von je 200 Mark das Kunstlied St. Michel, falda nos", Komponist königlicher Musitdirektor M. Koch inStutlgart, und das Volkslied Steht ein Häuschen am Walde", Komponist Edmund Parlow, Frankfurt amMain, und mit den beiden zweiten Preis? von je 100 Mark das Kunstlied Das Mädchen von Jnistore". Komponist Paul Umlauft, Leipzig, und das Volkslied Einen Brief soll ich schreiden", Komponist Professor königlicher Musikdirektor Schwalm, Königsberg, prämiirt. Die am Wettstreite theilnehmenden Vereine haben nach frei?r Wahl einen der mit dem ersten Preise gekrönten Chöre, der in vier Wochen einzuüben ist, zu wählen. Der Wettstreit findet bekanntlich Sonntag, der 5. Juni, statt. Der Notar Hennemann in Bern hat als staatlicher Administrator der Gemeinde Develier im Kanton Bern 60.000 Frank unterschlagen. Der Defraudant, der Mitglied des Berner Kantonsrathes ist. wurde verhaftet.

Aerzte.

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