Indiana Tribüne, Volume 27, Number 250, Indianapolis, Marion County, 11 June 1904 — Page 7

Jndiana Tribüne, II. Juni 1904

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Das Gymnasium zu Leng ums (Ein SchuZroman auZ dc? Ostmark Vn Karl, Dufse (Forisetzung.) Zwei Kinder wurden geboren. Der Junge starb; das Mädchen blieb. Es hatte die Anlagen der Mutter. wie es ihre kleine, rundliche Figur hatte. Aber ihr Gesicht war feiner und schöner, Und der Vater griff früh ein, damit es nicht nur ein Küchenlämpchen wurde. Er theilte ihr etwas mit von seiner Begeisterung, von höherem Streben. Jmmer enger zoZ er das Kind an sich heran, als er fah, daß es auch etwas von ihm mitbekommen hatte. So wurden sie beide unzertrennlich. Als nach achtzehnjähriger ruhiger und zufriedener Ehe Pinchen die Augen schloß, rückten Vater und Tochter noch näher. Pinchen hatte sich in der Waschküche erkältet, hatte nicht recht achtgegeben, starkes Fieber hatte sich eingestellt, und schließlich hatte der Arzt Typhus konstatirt, dem sie erlag. Nie war ihr in ihrer Ehe der Gedanke gekommen, daß das Verhältniß zwischen Mann und Frau noch schöner sein könne. Sie war glücklich und machte glücklich davon war sie bis zuletzt überzeugt, Und die Hinterbliebenen hielten ihr An denken in Ehren. Niemals hatte Georg Rüdiger ihr von Marie-Anna Leutholdt erzählt. Sie hätte ihn nicht verstanden, und ein Schatten wäre über ihr zufriedenes Herz gefallen. Er selbst wußte nur aus einer Zeitung, daß sich die Tochter des Kreisschulinspektors Leutholdt mit einem Regierungsassessor vermählt hatte. Als er es gelesen hatte er war da schon zwei Jahre verheirathet schloß er sich ein. Regierungsassessor das war wohl mehr und besser als Schulmeister! - Der neue Direktor, des Lengowoer Gymnasiums streckte die Hand aus, als müsse er jemand wehren Er schraubte die Lampe hoher; er saß wieder m seinem Zimmer vor seinen Buchern. Nur die? eine blieb noch wahr, daß in dieser Stadt jetzt die Frau lebte, die einst Marie-Anna Leutholdt gewesen war. Und daß er seitdem etwas allein trug, das gleichsam als etwas Fremd:s zwischen ihm und seinem Kind stand. ; 6. Kapitel. s war einige Wochen später. In diesen Wochen hatte Georg Rüdiger sich mit einer wahren Wuth an die Arbeit gesetzt, als ob er alles andere vergessen, alles Persönliche zurückdrängen wollte. Er ging wieder im Sturm vor, mit einem mächtigen Anlauf. So bewältigte er die große Arbeitslast, die am Anfang des Schuljahrs auf ihm lastete. bald. Vieles war ihm neu: in manches mußte er sich erst einarbeiten. Da kam ihm. das. Wohlwollen Monsieur Jambons zu . Statten. Der alie Lehrer, der fünfzig Jahre beinahe am Ort gelebt hatte, konnte ihm die beste Auskunft ceben. Und eines Tages sagte sich Georg Rudiger, daß die Karre glatt lief, und daß in der Hauptsache alles erledigt sei. Wäre er Direktor eines der üblichen Gymnasien gewesen, so hätte er jetzt nur noch zu bearbeiten gehabt, was der Tag brachte. Aber nicht deshalb hatte man ihn hergeschickt. Jetzt erst konnte er sich umsehen. Jetzt erst, wo das Allgemeine erledigt -war, sich seiner speziellen Aufgäbe zuwenden. Es galt zunächst, über die Stärke der beiden Nationalitäten und ihr Verhaltniß zueinander Klarheit zu gewinnen, Dann erst ließ sich entscheiden, was er in feinen Grenzen schaffen, und wo er den Hebel ansetzen konnte. iDen UeverbUck verschaffte er sich bald. Das polnische Element in Lengowo war nicht eigentlich größer als das deutsche. Es drängte sich nur st'ärker auf, es beherrschte die Straße mehr, Die Gastwirthe, Kleinhandwerker. Arbeiter, Dienstboten das war alles polnisch. Und das Polenthum der Stadt hatte durch das des flachen Landes einen festen, natürlichen Hinterhalt. Wenn die Bauern und Kossäten der Umgegend Sonntags in die Kirche strömten, borte man auf den Straßen fast kein deutsches Wort. Diese Masse stand hinter wenigen, das bessere Bürgerthum darstellenden Führern. Da waren die Pröpste, zwei Rechtsanwälte, ebensoviel Aerzte, ein paar bankerott gewordene und nun in der Stadt ansässige Gutsbesitzer. Durch sie ward die Verbindung mit dem umwohnenden polnischen Adel aufrechterhalten. &3 waren me gesayrnaen und unabhängigen Elemente, di aktiv und vassiv. durch Einfluß und Beispiel, alle Germanisirungsbestrebungen veri i tTl i au UAfvsAM O a& . neuen, ic wcuiycu faumu;ta rer und Beamten zählten nicht mit und mußten sich ja auch mindestens .neutral verhalten. Schmerzlicher, war es dem Direktor. daß er immer mehr erkennen mußte, wie richtig Doktor Holst die Verhaltnisse in Betreff des deutschen Bürgerthums geschildert hatte. Sah man von allem, was irgendwie Veamtencharakter trug, ab,o blieb eine Reihe meist jüdi-

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scher Kaufleute übrig, die zwar für sich selbst treu zum Deutschthum standen, aber es aus geschäftlichen Rücksichten mit den Polen nicht verderben durften. Die Staatsbeamten der verschiedenen Grade schwammen da wie Fettaugen auf der Suppe; sie blieben oben allein, sie konnten nicht nach unten. Der Direktor wanderte, als er das alles überlegte, wieder ruhelos auf und ab. Er batte auck iefei den ..Fernblick "

Was konnte geschehen?, Was war seine nächste Aufgabe? Und immer von Neuem mußte er Doktor Holst zustimmen. Schritt für Schritt nur konnte hier vorgegangen werden. Geduld und Ausdauer war mehr werth als große Begeisterung, Mit dem Kleinen mußte begonnen werden. Hatten es bisher nur die Lehrer gemerkt, so empfand es bald auch die Stadt, daß im Gymnasium ein neuer Wind wehte. Georg Rüdiger hatte die Lehrer- und Schülerbibliothek revidirt und die Ausleih- und Rechnungsbücher durchgesehen. Für Buchbinderarbeiten wurde monatlich aus der Gymnasialkasse eine größere Summe gezahlt, die zur Hälfte einem Deutschen, zur anderen einem Polen Zufloß. Er erkannte darin die Politik seiner Vorgänger im Amt. Sie hatten alle nach zwei Seiten gesetzt. Es hatte ihnen nichts geholfen, das fah man. Er aber war von vornherein entschlossen, nur nach einer Seite zu setzen. Als er durch vorsichtige Erkundigungen erfuhr, daß der polnische Buchbinder sich nach Kräften an allen polnischen Gegenaktionen betheiligte, strich er den Namen und ordnete an, daß fortan alle in Betracht kommenden Arbeiten dem deutschen Meister übermittelt würden. Dabei blieb es, -ob der Abgehalfterte ihm auch zuerst das Haus einstürmte, Als es nichts nutzte, klagte er zornig der ganzen Stadt sein Leid, Bald darauf erfolgte zu allgemeinster Ueberraschung eine Revision jener Pensionen, in denen auswärtige Schüler untergebracht waren, Ich muß wissen, wie die Kinder wohnen." In drei Fällen schritt der neue Chef ein. Die betreffenden Pensionsinhaber wurden davon verständigt, daß sie bis zum Beginn des zweiten Quartals den ret.tynen logirenden Gymnasiasten ein besseres Gelaß einzuräumen hätten, widrigenfalls die Anstalt in Verbindung mit den Eltern für ein anderweitiges Unterkommen der Schüler sorgen würde, Eine deutsche und zwei polnische Famitten wurden davon betroffen. Aber die polnische Bevölkerung war felsenfest davon überzeugt, daß der neue Direktor nur sie habe kranken wollen. iDie Unzufriedenheit wuchs, delonders unter den kleinen Leuten. Es sprach sich herum, datz von polnischen Händlern nichts gekauft ward. Die in der Nähe des Gymnasiums wohnenden Kaufleute und Handwerker grollten, Denn verdienen wollten sie schließlich alle. Georg Rüdiger merkte das an Klei niakeiten. Es focht ihn nicht an. Er ging unbekümmert seinen Weg weiter. Einst verließ er im dichten Schwärm der auf den Turnplatz strömenden Schuler Das Gymnasium. Vor ihm cin ganzes Rudel von Jungen, die sich laut polm m unteryeuen Sie redeten eine Sprache, die er nicht verstand. Fernand konnte kontroUi ren. was sie sich erzählten. Den Tag darauf nahm der Direktor das Nationale der die Anstalt besuchenden Schüler auf. Eine genaue Zusammenpeuung mußte er vem Provinzmi schulrath einreichen, Er ging von Klasse zu Klasse. Immer, wenn er festgestellt hatte, wieviel Deutsche, wieviel Polen darin saßen, sagte er: Ich habe die Wahrnehmung gemacht, daß in den Räumen der Anstatt von Schülern untereinander Polnisch gesprochen wird. Jchmußdringend ersuchen, das zu lassen. Nicht nur im Interesse der von Euren Lehrern zu übenden Kontrolle, die dadurch einfach unterbunden wird. Denn nur ein ge ringer Bruchtheil von uns versteht Pol nisch. Sondern vor allem auch, weil wir hier in einer deutschen Anstalt sind, in deren Bereich es nur eine Unterrichtsund Verkehrssprache gibt. Außerhalb des Gymnasiums ist es natürlich jedem unbenommen, zu reden, was und wie er will. Ich bitte, das zu merken." Die Schüler hörten das an, ohne sich zu rühren. Nur in der Obersekunda gab es einen Zwischenfall. In den hinteren Banken verzog ein Junge böse das Gesicht. Georg Rüdiger sah es. Haben Sie etwas dagegen einzuwenden, Kaczmarek?" Der Aufgerufene vertrug die klaren, festen Augen nicht. N ein!" stotterte er. So ... es sah mir fast so aus!" Und als er noch einmal die Klasse überblickte, ehe er siewieder dem unterrichtenden Lehrer überließ, suhlte er. daß sich von drüben, aus der Mitte. zwei, leuchtende Augen auf ihn gerichtet s 11 rr . r 1 l irr ort . v .C yailen. cr wuyie: oorl 1Z meinyoio Wächter. Dem brannte jetzt das Herz, Ein Herz, das er, der Direktor, für alle Zeiten gewonnen hatte. Draußen mußte Georg Rüdiger über den unversteckten Enthusiasmus des Knaben lächeln. Aber wenigstens wußte er dockwas. er war und wollte, ob er wohl auch mal über die Stränge schlug. Er mußte besonders darandenken. als er in der

Tertia etwas erlebte. wasM zornH

machte. Er ließ die Deutschen aufstehen. Zogernd erhob sich auch ein Pausback, setzte sich wieder, erhob sich von Neuem. Nanu? Was soll das? Wie hecht Du?" Meyer." ..Also Du bist Deutscher-?" Ja-a!" Er zählte und ließ die polnischen Schüler sich erheben. . Der dicke Meyer stand wieder aus. Ja. in aller Welt, bist Du denn mit einem Mal wieder Pole?" Der Junge war dumm und gutmüthig. Ja, Herr Direktor, gab er zur Antwort. Georg Rüdiger wollte erst lachen. Besinne Dich!" sagte er. Hilflos sah der Knabe umher. Da nickte ihm ein polnischer Kamerad ermunternd zu. Welches ist Deine Muttersprache? Ich meine: was sprecht Ihr denn m der Familie?" Beides. Polnisch und Deutsch!" Man kam hier nicht weiter. Aber als er noch einmal fragte, blieb der Pausback dabei, daß er Pole sei. Er weiß selbst nicht, was er ist," sagte der Direktor in der Pause unmuthig zum Rektor Thomas Brodmm. Man kann sich das gar nicht vorstellen." Ihm fiel der polnische Name ein, den Monsieur Jambon führte. Ich weiß nicht, wie Sie im Herzen denken. Aber diese Halben können schließlich nirgends erfreuen." Ich?" erwiderte der Kleine. Ich bin ein nationales Tohuwabohu.. Der Vater Pole, die Mutter Deutsche, die mau f?ranzolln. alte iü einen Sohn: er sollte ganz Deutscher und nur Deutscher sein. Wozu solch Kind in Konflikte treiben? Ich selbst spreche noch polnisch, hange auch wohl em biß chen mit dem Polenthum noch zufam men, lebe aber ganz mit und in deut scher Kultur. Und was den Meyer betrifft sein Großvater hat um Wort polnisch ver standen. Sein Vater ist hier aufgewachsen 'und hat eme Polin qeheirathet, Sie hat ihre Kinder mit polnischen Wiegenliedern in Schlaf gesungen. Der Mann ist Backer. Er muß mit -links und rechts gut stehen. Nationale Sem meln gibt's nicht. So wissen die Kinder selbst nicht, was sie sind. Verpflanzen Sie sie nach dem Westen: sie werden gute Deutsche. Aber da sie hier bleiben, so werden sie langsam, aber sicher polonisirt. Und ihre Kinder wieder werden nicht mehr zweifeln. Nur der Name wird da noch von deutschem Ursprung erzählen. Er zuckte die Achseln. Aber das ist schrecklich." sagte der Chef. Gibt es denn kein Mittel, solche Leute bei ihrem Volk zu erhalten?" Monsieur Jambon zog das roth karirte Taschentuch und hieb es durch d:e !ust. Welche?" fragte er nur. Wenn ich mir ein Wort erlauben darf die Stadt beklagt sich sowieso bereits, daß Sie den Polen überall an den Wagen fahren. Man spricht hier und da vom neuen Kurs. Der frühere unter Ihren Vorgängern war minder scharf, versohmicher. Und was hat er genützt? Haben die Streitigkeiten aufgehört? Hat sich der Ruf des Gymnasiums gebessert?" Der Kieme schüttelte den Kopf. Ich versteh ja. Herr Direktor. Und vielleicht haben Sie recht. Ich berichte nur, was man allgemein glaubt und redet. Das laisser faire, laisser aller hat mcht weitergebracht." Wenigstens nur insofern, als es m den Sumpf geführt hat. Ich will aber keine Versumpfung. Ich will- heraus, ich will vorwärts! Entweder ich komme , auf den geraden, guten Weg, oder ich komme zu Fall. Eine Klarheit ist dann immer geschaffen." Und warmer: 'Aber ich will wich Huten, ungerecht zu werden. Man ne-.g hier leichter dazu das ist erklarl'ch. Und wenn ich mich verrenne wir sind alle nur Menschen dann sagen Sie mir ehrlich Ihre Meinung, lieber Herr Rektor." - Thomas Brodnicki hätte ihn am lieb sten umarmt. Sie sind ein Mensch," sagte er gerührt nicht nur ein Direktor. Das ist so selten, das freut mich fo. Und ich werde ja bestimmt noch erleben, was Sie schaffen werden! Bei Ihrer Rüstigkeit'" erwiderte der Chef lächelnd, ist das doch selbstver ständlich. Sie sind ja lebendiger als die Jungen! Da zappelte Monsieur Jambon mi Händen und Füßen. Er hatte immer Furcht vor dem Pensiomrtwerden. Taufendmal Dank für das Wort Ja, unberufen noch bin ich frisch wie em Fisch im Wasser! Mancher warte wohl, daß ich geh. Aber ich lach nur Ich hoffe, an meinem neunzigsten Ge burtstag die Herren noch um mich zu sehen bis dahin sind noch neunzehn Jahre! Nun, man wird sie hinbringen wie die andern m Muhe und Arbeit Und wenn dann der liebe Gott kommt .Jambon, es ist genug!' wenn er nur sachte die Feder aus der Hand nimmt, mit der ich eben so emem unverbesser lichen Benge! das Komma vor dem französischen Relativsatz weggestrichen habe nun. wenn es dann sein soll, ich orn bereit! Vorher nicht da bm ich noch zu neugierig, noch nicht müde ge nug. Ich vertrage das Liegen mch Herr Direktor! Und wenn ich dann

Tag und Nacht, Jahr um Jahr ruhig

legen soll im Sarg kein schöner Ge danke. Ich brauche Bewegung, das Amt, die Schule, Schüler, fleißige und auze, gute uno ichlechte. wie xt fallen. Empfehle mich!" Weg war er. Das war auch eine einer Eigenheiten: urplötzlich verbeugte er sich und verschwand. Man war auf den Abschied gar nicht vorbereitet. Das Gespräch mit ihm hatte das Herz Georg Rüdigers wieder hell gemacht. Neunzehn Jahre wollte Thomas Brodnicki noch leben und im Schuldienst bleiben. Dann, war der Alte glücklich neunzig und er, der Direktor, auch schon fcin Greis. Dann war alles vorüber, waZ ihn jetzt bedrängte. Er wurde unruhig, denn wieder chob sich in seine Gedanken das Bild Marie-Anna Leutholdts. Es war aus dem Schlummer geweckt, die Staubchicht, mit der viele Jahre es überzogen hatten, war von frischen Lebenswmden fortgeblasen worden. Nun hatte es den früheren Leuchtglanz, an den er nicht erinnert sein wollte. Um die Gedanken und Traume loszuwerden, hatte er sich mit diesem Anaus m die Arbeit gestürzt. Aber so wie er ruhte, stand das Bild von Neuem da, ganz ruhig, gleichsam wie etwas Selbstverständliches. Ich muß die verwittwete Frau Landrath Wächter sehen, dachte er chuetzlicy. Nur sie kann Mich von der Sehnsucht nach Marie-Anna Leutholdt heilen! Denn im Grund: war alles nicht nur eine thörichte Sehnsucht nach der versunkenen Jugend, nach der verlörenen Hoch-Zeit des Lebens? Und im weißen, herzförmig ausgechnittenen Kleid, den bunten Reifen über die Schulter gehängt, das Haupt eicht geoeugt unter der Last des Haars fo stand Marie-Anna als Symbol dieser Zeit vor ihm! - Wenn er iie letzt wiedersah, dann würde die Frau, die Mutter, die Wittwe jenes andere Bild des blühenden Mädch:ns todtschlagen. Dann wurde seine Jugend gleicham leibhaftig auf ihn zukommen, und er würde erkennen, daß sie müde geworden, gealtert, unwiderbringlich verloren war. Damit mußten die thörichen Traume von selbit sterben. Uno ruyig wie Visher würde er den Weg der Pflicht gehen, ohne nach wärm:ren Leuchten auszuschauen. (öieorg Rudiger, der Direktor, seufzte. Immer reicher und voller hatte draußen derweil der Frühling eingesetzt. Das Wehen und Brausen der Jugend kam über alles Land. Die Bache wurden jung und schäumten und sangen. als Ware das gewohnte Bett zu klein und schmal für sie. Die Aecker trieben herben Ruch und frischen Wuchs. In den Gärten blühte es empor an allen Ecken und Enden. So wagen sie Träume und Wünsche, die verschollen schienen und vergessen waren, wieder hervor, wenn ein warmer Hauch von früher sie trifft Und die Schmetterlinge hingen sich gleich lebendigen Blüthen an die Straucher. nur erschreckt auffahrend, wenn eines Vogels leichte Schwinge zu nahe an ihnen vorüberstreifte. Worüber die Vogelschwingen waren, war auch ein immerwährend Piepsen, Zirpen und Singen.' Es störte fast den .lnierricht, fo lärmte auf dem Schul:of das gefiederte J.'olklein. Die ganze Aelt war rebellisch. Die Sonne schien ):rwegener auf die Hauser, Gassen und Kinkel, lachte übermüthiger in die Fen:er des Gymnasiums von Lengowo und brachte den Schülern das Blut .in Aufruhr. Sie saßen unruhiger in ihren Bänken, sie blickten sehnsüchtiger als sonst nach draußen, sie tobten wiljtr auf dem Schulhos herum. Ein Rebell und Aufrührer war der Frühling von je. Und sein Wind, seine Sonne, fein Blühen sie grüßten und weckten die alten Rebellen. Mit dem Saft in den Bäumen stieg ein alte? Freiheitswunich m den Herzen empor, Trokiaer und kübner blickten die A gen. zitternder und sehnsüchtiger klangen die alten polnischen Heldenlieber. Es war ungefährlich gewiß! Aber wenn d:r Trübung seine grünen ftag nen flattern ließ, lebten Erinnerungen an Frühlingskämpfe in den Alten, ein unrukia Sebnen m den jungen aus. Und öfter als fönst kam es um diese Ätu zu Reibereien. Es war so warm, daß die Thür zum Varbierladen des süßen Strich fast den ganzen Taa offen stand. Der Süße seifte gerade das Kinn des Herrn Woytun em, deflen Buch- und Papierhandlung nachbarlich neben dem Barbieraefchaft lag. Das Einseifen ließ sich machen, das Rasiren mußte schwieriger werden, denn der Pan Woytun jchrie sich m immer größere Aufregung hinein. Strichelchen, Barbutz und Haarkünstler, Sie gehören zum auserwählten Volk. Was aber würden Sie sagen, wenn ich jetzt in der ganzen Stadt rumliefe: .Bruder, wer zum süßen Strich geht, ist ein Verräther!' ? Und Sie würden die ganze volniscbe Kundschaft verlieren?" Was reden Sie da, Pan Woytun? Warum wollen Sie lausen? Warum schreien? Was beint Verratber? Got der Gerechte, der Schreck fährt mir in alle Glieder!" Er lieft das Messer, das er eben am Lederriemen gewetzt hatte, sinken. Aber

sofort spielte wieder das süße Lächeln um seinen Mund: Der Herr Woytun macht ein Späßchen! ! Ein großartiges Späßchen! Ein geistreiches Späßchen! Weil's ihm so beliebt. Im Ernst hat er ein viel zu gut Herz, um einen armen Barbutz zu rujeniren. Bin ich Ihr Konkurrent? Was haben Sie davon, wenn ich Pleite mache?" Das Messer war scharf. Und," flüsterte der süße Strich, indem er sich geheimnißvoll zum Ohr des Papierhändlers beugte, wer hat illuminirt, als Sie die Feier für den großmächtigen König Johann Sobieski Haiten? Sechs Lichter an jedem Fenster, Stück für Stück einen halben Groschen? Nu?" Pan Woytun lachte nur. Und wer," rief er, hängt die Fahne raus, wenn Sedan kommt? Wer stellt die Lichter an's Fenster, wenn der Deutsche Kaiser Geburtstag hat?" Der Barbier wand sich. . (Fortsetzung folgt.)

Die Ssnddävcr. LkZchichte, Anwendungsarten und wohltha tige Wirkungen der Kur. Das Baden des Körpers im Sande war schon im Alterthum bekannt und als Heil- und Kräftigungsmittel geschätzt. Die Neuzeit beginnt es wieder zu Ehren zu bringen, nachdem es durch Jahrhunderte hindurch in breiten Kreisen in Vergessenheit gerathen war. Die belebende Kraft des Sandbades hat wohl schon Jeder zu verspüren vermöcht, der sich nach einem Fluß- oder Seebade in den Ufersand streckte und darin eingrub. Es ist, als ob Lebenselektrizität aus diesen feinsten Erdentheilchen in unser Körperinneres dringe. Die Erde strömt geheimnisvolle Kräfte aus; gerade in den Sandbädern lernen wir dies verstehen. Der von der Sonne beschienene oder kunstlich erwärmte und dann in Badewannen gefüllte Sand gibt Rheumatikern, Gichtikern und vielen anderen Kranken Herrliche Heilmittel ab. Der Wiener Kliniker Winternitz erklärt als einen Hauptvorzug der warmen respektive heißen Sandbaoer.vor den Wasserbadern, daß jene den Körper weniger als diese angreifen, die Gesammttemperatur in geringerem Maße erhöhen, dabei aber mehr Kohlensaure zur Aus eherdung bringen und hingegen dem Körper eine reichere Zufuhr von Sauerstoff ermöglichen. Diese Vorzuge kommen m glänzender Weise nicht nur bei der Behandlung qichtischer und rheumatischer Leiden zur Gelwng, sondern auch bei manchen Vluterkrankungen, Nieren-, Unterleibs- und ähnlichen Leiden. Früher begnügte man sich, den heitzgemachten Sand in Lemensackchen auszulegen, heute verabfolgt man ihn in Ganzbädern, indem man Badewannen damit anfüllt und den Kranken hineinbettet. Diejenigen Kranken, die sich das Sandbad am sonnigen Flußuser oder wtt resstrand leisten können, sind besser da ran. denn sie haben zu der Sandwir kung noch die Luftkur. Natürlich müssen sie dabei den Kops vor den Sonnen strahlen schützen und dürfen auch nur vornchtig die Zeitdauer des Sandvades ausdehnen, zum Beispiel mit zehn Minuten beginnen und allgemach auf eine halbe, eine ganze Stunde und bei zunehmender Kräftigung selbst auf zwei Stunden übergehen. Auch Herz- und ähnliche innere Krankheiten können mit Sandbadern vortheilhast beHandel werden, doch ist dabei größere Vorsicht von Nöthen. Ein glänzendes Geschüft machte jüngst die Stadt Berlin mit dem Verkauf eines ihr gehörigen Terrains in Friedenau. Es handelte sich um den Verkauf des Geländes, auf dem sich der Sportpark befand. Seit dem Jahre 1897 war dieses Grundstück für eine Jahresmiethe von 4000 Mark an die Berliner Sport parkgesellschaft vermiethet. Jetzt ifl von dem Bankier Fränkel-Berlin der Stadt für das Terrain die Summe von 2,500,000 Mark, das heißt etwa 31 Mark pro Quadratmeter, baar be zahlt worden. Im Jahre 1877 hatte die Stadt Berlin einen Theil des Ge ländes an die Gemeinde Friedenau zum Bau eines Gymnasiums für 258,631 Mark verkauft, das heißt, es wurde damals ein Preis von etwa 18 Mark pro Quadratmeter erzielt. Gefährliches Heilmit t e l. Die 42jährige Gertrud Stadler m Palterndorf, Niederosterreich, schmt sich beim Vrotabschneiden in die Hand Einem alten Brauche gemäß legte sie auf die Wunde einige Lagen Spinnenqewebe. um das Blut zu stillen, und zog sich durch Verunreinigung der Wunde eme Blutvergiftung zu. Der Arm schwoll an und hatte amputn werden sollen. Es war aber bereits zu spät, das Uebel war schon zu wei vorgeschritten und kürzlich erlag die Frau der Blutvergiftung, deren Ausqanqspunkt eine minimale Schnitt wunde bildete, die durch einfaches Verbinden Mit einem klemen Leinwand stückchen in einigen Tagen geheilt werden konnte. Französischen Champ a g n e r importirten im Jahre 1903 die Ver. Staaten die kolossale Quantität von 4.351.116 Flaschen. Hieran betheiligten sich die hervorragendsten Firmen m folgender Reihenfolge: Mumm mit 1,458,336 Flaschen, Chandon mit 1,225.176. Pomery mit 462.026, Veuve Clicquot mit 230.604. Röderer mit 135,312 und Heidsieck mit 46.404 Flaschen.

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i Pennsbl nd Market S Englist'S Oper-Hau! East und Nw z)ork ? Noble und Michigan ? N. Jersey u. Maff Ave 3 Pine und Norch 139 Park W vab l. 212 Capital Ave und 213 Pennsyls. & Michiaa 214 JllmoiS und 20. 215 Senate Ave und 21 216 Pennsvlvania und 29. 17 Merinan und 16. 218 Capital Av und 20. 219 Broadway und 10. 231 Illinois und McL 234 No. 14 Spritzenhaus Kenwood und 30 235 Illinois und 33. 23 Annetta und 30 37 No. 9. Spritzenha - Udell und Rad 233 Ndeil Ladd Wor 269 Aabel und 27. 241 Meridian und 24. 242 Illinois u St. CUtffc 243 Eldridge und 23. 812 West uud Walnut 13 Weft und 12. 314 Howard und 16 15 Torbet und Paca 16 Capital Ave und fb, 817 Northwestern Ave UA 18 Gent und 13. 81 Canal und 10. 24 Cerealine WorkS 24 Vennont und Lvnn 25 Bismarcku Grandvietk 26 No. 2 Spritzenhaus Haughville. 827 Michigan u. HolmeS, 28 Michigan . Concor 41 West und McJntvr 412 Missouri u. Maryland 41 Missouri und sZhio 415 Capital AveLeorgia 416 Missouri KentuckyS. 417 Senate Ave u. 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Lincoln 14 Esst und Beecher si5 Wright und Sanoert 17 McCarty und Beaty 13 New Jersey u te A 712 Spru und Prospekt 713 English Ave. u LaureZ 714 State Ave u. Bett R 5 715 SheAY und Beecher ?16 State Ave uno Oranqx ns Orange und Lau! ?19 Shelby u. Cl,.tagW 721 Lexington A. u Lmch 72 Fletcher Ave. Spru 724 State Ave. Pleasanö 7i5 Prospekt und leasanZ 72 Orange und Harte? 728 Liberty und- We 729 Nobls und Ecuth 31 No. 15 Spritzenhaus Ost Washington k öl Market und Noble L14 Ohio u. Highland Avi 315 Milbigan u. Highla Sl Market Arsenal A 817 Ost . Clair und Union Bahn Geleise. 621 Pan Handle Shops L23 Vermont und Wakott 24 Wash. und Stte Slfc. 825 Madden'S Lounge Fsb--82 Tucker und DorZey 327 Wash. und Beville SV, 829 No. 18 Spritzenhaus Beville nahe Michiga SSI Eoutheastern Ave 5 Woodside. SZ Wash. und Dearvcrd 814 Southeafiern Arsenal LlveS. 8X5 New Dork nd TempÄ 12 JllinoiS und Maryl. 9(3 JllinoiS und Eiartefc 914 Penn, nd Wash, 15 Dtlawan ch GgS a Market und Pine l Vermont nahe East i Nz. 8 Spritzenhaus Maff. Ave nah NcSK 3 Dnatvareund Walnut U . Jersey u Central A. 15 Mass, und Eornell Av Ach ud II. Straße Park Ave und 12 Etr .3 Columbia undHillfid, i9 Higbland Ave u. Pratt X Illinois und St. Joe Pennsylv. und Pratt ,4 Meridian und 11. St? No. S Spritzenhaus 15. nahe JllinoiS iS Senate Aveu. StElair 17 Illinois und Michigan 16 Pe sylvania und l. '. Senat Ave. und 13. 1 No. 1 Spritzenhaus . In AvenaheMichiga Meridian und Walnut 4 California u Lermont 6 Blake und New Fork ,s Ind. Av. u. Lt, Clate 37 City Hospital 8 Blake und Norch Michigan und LAneS a No. 6 Spritzenhaus Washington nahe Weft ü Gsendorf u Wash. Missouri u New Fork 6 Meridian u Wash JllmoiS und Ohw -? Capitol Av. u Wash Kmgan'S PorkhauS Straßenbahn StSll W. 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Alab. 96 Hauptquartier. 97 Grand Hotel. 93 Capital Ave und )hi 23 No. 16 Spritzenhau 16. und Ash. i24 Alabama und 18. i26 Central Ave und ii, 126 JandeS und 15. 127 Brookside und Jupiter '.23 Central Ave und 17 129 Delaware und 19. .3i Alabama und 11. (32 Bellefontaine und d. 134 College Ave und 89. 135 Delaware und 13. 136 Alabama und North 137 Newmann und 19. 138 College Ave und 14. 139 Cornell Ave und 13. ui Jandes und 19. (42 Highland Ave und 10. 43 Tecumseh und 10. 145 New Jersey und 2, ,46 Alvord und 17. 4? No. 2 Spritzenhaus Hil'side Ave und 16. 48 College Ave und 2. 49 College Ave und 7. (52 Park Ave und 2. 5 L E u. W Bahn u. SS. lS4 Ramsey Ave und 10. 156 Etoughton u Newman 57 AtlaS und Pike. 153 Bloyd und Pawpaw. (59 No. 21 Spritzenhaus Brightwood i Arven und Depot 63 Brightwood und 25, 564 Rural und Bloyd .65 St. Clair u. Keystone i6? Arsenal Ave und 23. SS Bellefontaine und . Spezial Signale. krsten 2 EchlSge, zweiter Alarm, Zweiten 2 Schläge, dritter Alarm, Dritte 2 Schlüge, vierter Alarm. 1-2-1, Feuer aus und Schlauch ausgersS Schlage, Wasserdruck ab. 1 Schläge, 1 Uhr Mittag. D( p bezeichnete Signal werde nur v,n Thun Pächter angegeben da an den betreffenden Etraß, Keuzunge keine AlarmköKen angebracht find. Chicago und der grotze Nordwefte via IMlIÜffl . . ..1' .'iVKF .-PBO txkxcmmiaMmi3aaBsmtSMSSemaSK VWllB.WS54ZW!N - llaSka-Sawait-PHUipdtne Insel. Vier tägliche Schnellzüge nach Chicago. Bon der Monon 47. Str. Station, Chicago, find 8 nur 5 Minuten mittelst elektrischer Ear nach den Union Biehböfen French liiek Springs, Indem Orange Eounty Hochland. Familien-Hote unter neuer Geschäftsleitung. Pluto, Proserpine ind Bowle Quellen. Bestes Mineralwasser dn Welt. Zwei Züge täglich via Greencaftle. Ticket-Offieen : Union Station, Massachusetts Htf und SS Weft Washington Straße. R. P. A l g t , Distrikt Pass. Agent, Indianapolis, Ind. .H.MeDoel, E. H. 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