Indiana Tribüne, Volume 27, Number 249, Indianapolis, Marion County, 10 June 1904 — Page 5
Jndiema Tribüne, 10. Juni 190a.
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Das vcrwrcnc $ & - -K t 4c -fthlifcrtpfli?11finft MvH,ÖVMWM.,f Z r t Erzählung von S elix Sillrt Ct a l; n einem schönen Herbstnachmittag. des Jahres 1865 kam mti dem Scunellzuq von Suden ein Herr in Edinburg an, der sich sogleich dem Bahnhof nach der Hochstraße begab und dort in ein stattItches, alterthümkches Haus trat. Er traf im Varlor oder Empfangszimmer eine schwarzgekleidete ältliche Dame und emen ebenfalls schwarzgekleideten, ernstblmenden Herrn. Mas wünschen Sie, Sir?" fragte letzterer und zeigte auf emen Stuhl. Bitte, setzen Sie sich! Der Ankömmling entsprach der höf lichen Aufforderung und sagte dann: Mem Vlamt t untern; Q am em Geschäftsmann aus London. Ich möchte Herrn Robert Clarke, den ich persönlich gut kenne, gern in einer für mich sehr wichtigen Angelegenheit sprechen. Vor etlichen Tagen erfuhr ich, daß der alte Herr höchst bedenklich er krankt sein solle, aber dennoch hoffe ich, - WM ss . i. M Vl A X A M. Cm 7 f M I daß er im Stande fein wird, meinen Besuch zu empfangen." Das ist leider unmöglich, Sir!" Ist er so leidend?" Er hat bereits ausgelitten. Heute Vormittag ist er zur letzten Ruhe bestattet worden." Mein Gott! Todt also schon? Wie sehr bedaure ich das! Dann bin ich also leider zu spät gekommen." Ich bin sein Testamentsvollstrecker," sagte der ernste Herr. Er hinterläßt keine Verwandten, wenigstens keine direkten Erben. Diese Dame ist seine langjährige Haushälterin, die er, wie auch einige andere Personen, entsprechend bedacht hat." Möge ihm die Erde leicht sein, möge er sanft darin ruhen und der Auferstehung entgegenschlummern!" . Amen!" flüsterte die ältliche Dame. Standen Sie vielleicht mit ihm in Geschäftsverbindung?" fragte der Testamentsvollstrecker. .Seit langer als zwanzig Jahren, versetzte Webster. Aber in letzterer , " f I m J U I V)a i tvld Tflnsl 4uin sShintti I o iuv3i. v- fwi arniel gar mqt meyr. . , lc"1' we uulbcycücu uuu rfnitfi fctrtp Tpt)!Tr tntr ttnm nerrrts I (Yl - - U .11a 3 4iUm I verkaufte feine letzten, nur noch gerin gen Vorräthe fertiger Waare vor reichlich einem halben Jahre." ...... An mich, Sir. Leider konnte ich nicht mehr davon von ihm erlangen. Hm, wie steht's denn eigentlich nun Mit seinem Geheimniß? Vor . vier Jahren noch bot ich ihm dreitausend Pfund dafür; er lehnte das ab. Jetzt kam ich, um ihm fünftausend Pfund dafür zu bieten. Zu spät, bester Sir!" rief der Te stamentsvollstrecker. Doch selbst wenn rM im. würde 3' sich h lum"uk das Geschäft eingelassen haben." Warum nicht, da er doch selbst keinen Nutzen mehr davon ziehen wollte?" Er hatte bestimmte Gründe für seine .Weigerung, sowohl Ihnen wie (mit ..utiys.iu.tiy, iuvi tvr. i auch anderen Interessenten gegenüber, 7 - II . I Es band ihn ein Versprechen, das er seinem Vater einst hat geben müssen. Sein Urgroßvater hat vor etwa achtzig Jahren bestimmt, daß das bewußte Geheimniß streng gewahrt und in der Familie bleiben solle, und danach hat man sich stets verhalten." .Der Erfinder vermuthete also einst wohl 'nicht, daß seine Familie einmal gänzlich aussterben könnte, wie es ja nun doch geschehen ist. Das ist wahrscheinlich. Aber trotzdem ist die Verpflichtung getreulich gehalten worden, auch von dem Urenkel, dem letzten Sprossen der Familie. Er nahm das Geheimmß Mit sich m s Grab. Uebrigens würde man wohl gar nichts davon wissen, daß es em solches Kunstgeheimniß überhaupt gibt oder, wie man nun sagen muß, gegeben hat wenn Nicht vor reichlich hundert Jahren durch einen sonderbaren Kriminalprozeß die Aufmerk samkeit der Leute darauf gelenkt worden Ware. S:c richtig," sagte Webster köpfnickend. Konnte ich dann nicht wenig stens eine gewisse Räucherkammer, auf die man ebenfalls aufmerksam wurde. einmal zu sehen bekommen? Die Raucherkammer Mit ihren besonderen Einrichtungen existirt nicht mehr." erwiderte der Testamentsvoll strecker. Es gibt da Mt nichts mehr ?.u sehen als vier kahle Wände. Oer onooner vseicyasismann oegriff, daß die Sache hoffnungslos fei. Er stand auf und verabschiedete sich. Zunächst gmg er m em Kalthaus, um zu speisen. Dort geneth er mit einiaen Gästen in's Gesprach, die ihm sagten, was er schon wußte, daß näm- ' v , v--w c . rn. t: lick moverr liiane, oen 01c vütnauract 525 S.." S "" ' !u.. ii ... ..4. .t ""ZT!, lu . hWFipr -.ferr. aber au ein alter uuu nu schrullenhafter Junggeselle und eigenthümlicher Sonderling gewesen sei. Mr. Webster erfuhr dabei aber auch etwas, was er noch nicht wußte, nämlich die Geschichte des nunmehr strotz sg mancker anderweitiger Nachahmunqen unwiederbringlich verlorenen Fa2 :krs vrilgcyeilllinisl. Im Jahre 1754 war eine dumpfe
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Währung unter den zahlreichen erg-
leuten der großen Kohlengruben m der schottischen Grafschaft Midlothian entpanden. ;w- iÄttmioylenpreiie waren nämlich bedeutend gefallen, aus wel chem Grunde die Bescher der Gruben die Löhne erheblich herabzusetzen sich gezwungen sahen. Dies erregte die Erbitterung der in dem beschwerlichen und gefährlichen Berufe thätigen Bergleute, und es kam bald zu allerlei Ausschreitungen, die von der Obrigkeit gewaltsam unterdrückt werden mußten. Der verhaßteste un:?r den Grubenbeschern war Jonathan Cummmgs, berüchtigt durch Hartherzigkeit, Geiz und Strenge denjenigen gegenüber, die so unglücklich waren, ihm dienstbar zu sein. Er drückte die Löhne am ärgsten und war vernünftigen Vorstellungen ganz unzugänglich, als eine ArbeiterDeputation bei ihm erschien, um ihm solche zu machen. Grob und höhnisch wies er das Begehren der Leute ab, indem er zornig schrie: Wenn Ihr nicht für den von mir jetzt festgesetzten Tagelohn arbeiten wollt, so laßt es eben bleiben!" Das konnte er leichfsagen, bcnn touftte daß die Bergleute. um nicht dem schlimmsten Hungerelend anheimzufallen, ihm gegenüber würden klein beigeben müssen, wie es dann auch wirklich geschah. Diesen Triumph aber überlebte er nur drei Wochen. Am 21. Oktober 1754 jam cr Abends nicht nach Haufe, ' und am folgenden Morgen, als seine geängstigten Angehörigen nach ihm suchen ließen, fand man ihn an einer abgelegenen Stelle mit durchschossenem Kopfe, todt und beraubt, wie sich herausstellte, als man die leeren Taschen seiner Kleidung genauer untersuchte. Es konnte sich also m diesem Falle um einen gewöhnlichen Raubmord handeln, aber auch ebensogut um einen Racheakt. Vielleicht hatte einer von Cummings eigenen Arbeitern ihm aufs gelauert und ihn niedergeschossen. Letzteres nahm vx Anbetracht aller obwaltenden Umstände die KriminalPolizei nicht ohne Grund an und verhaftete kurz darauf drei Bergleute, weil ermittelt wurde, daß gerade diese drei die Wort- und Rädelsführer in den Versammlungen der unzufriedenen Grubenarbeiter gewesen waren und dort die erbittertsten Reden gegen Cummings gehalten hatten. Besonders einer von ihnen, ein gewisser John Turnbull, war schwer verdachtig, denn wZ- or nM w WMV '' V r v IM m v. vmv ' .. - einmal in einer Zller ammluna aanz wütbend aesckirieen: ..Verdammt sei der ' ' ' . alte Schuft! Hätte ich ihn nur unter ? ' ,. . .. meinen Fingern: Zu seinem Glück konnte aber Turn bull unanfechtbar sein Alibi nachwei sen, und auch den anderen beiden Ar bettern gelang es, die gegen sie vor liegenden Verdachtsmomente zu entkräften. Man mußte sie mangels genügender Beweise aus der Untersuchungshaft entlassen Reichlich drei Jahre vergingen, und die Blutthat war schon einigermaßen in Vergessenheit gerathen. Da fand ein Ä'Ä ÄSSi'S1 achtmb d nschen zurückrief. In einer Schenke zu Edmburg zechten eines Abends mehrere junge Man ner und bildeten eine fröhliche Tafeln runde. Einer von ihnen, der Gärtner yri,; CV-i,;- V r;;t .so cn "seph. Jrving der früher als Berg mnnn in rion (Iitmnnn2'frtin (ttatn. mann in den Cummings'schen Stein kohlengruben gearbeitet hatte, zeigte prahlend eine aus Schüdkrot schon ge arbeitete kleine Dose von der Art, wie solche damals bei den reichen und vornehmen Leuten, die Tabak schnupften. in Mode waren, und reichte sie :m Kreise herum. Seit wann schnupfst Du denn, Joseph? fragte einer der jungen Leute, indem er in die Dose griff und sich zu einer Prise verhalf. Sen ich die Dose habe, erwiderte Jrving. Als ich sie fand, war noch Tabak darin, und fo gewöhnte ich mich daran. Wenn der Verlierer den Verlust seiner Dose anzeigen oder sick sonstwie melden sollte, kann er sie wieder bekommen. Den Tabak habe ich dann als Finderlohn verschnupft, und er wird mir's nicht übel nehmen. Vielleicht ist s aber ein reicher Fremder gewesen, der sich gar nicht mehr um die Dose bekümmert. Wo hast Du die Dose denn gefunden?" Auf dem Rennplatze, nicht weit von meiner Gärtnerei. " Wann?" Einige Tage nach dem letzten großen Wettrennen." Ich glaube, solche Dosen sind rech theuer." Das kann wohl sein." Schade, daß sie eine kleine Schramme auf deu Deckel hat." meinte der Freund und gab die Dose zurück. Ein Herr, der abseits an einem an deren Tische saß, wurde plötzlich sehr aufmerksam auf das Gesprach. Es war der Barbier Gardiner, der eimge von den jungen Männern kannte, Er erhob sich von seinem Sitz, trat zu c niuiueien liDeieuiman unu man der munteren Gesellschaft und sagt, mit atitem Lächeln M Jrdmg .Dürfte ich vielleicht um eine eine mr. tjii.-n. o;. rk. JA UIUIUS .ClVCl lUCÜ IU HIVIIH. eigene Dose zu Hause vergessen. Sehr gern, versetzte der junge Mann. Bitte. Sir, greifen Sie zu! Und er überreichte die Dose, welche der Barbier, nachdem er eine Prise genom men und sich dafür bedankt hatte, seh genau betrachtete und. dann zurückgab ; Darauf setzte sich Eardiner wieder hin und schien eme Weüe in Nachnn
nen vertieft. Endlich trank er den letzten Rest aus dem Porterglase, nahm seinen Hut und entfernte sich. Geradeswegs ging er nach der
Georgsstraße und trat in das stattliche Cummings'fche Haus, wo er den Herrn Henry Cummmgs, den nunmehrigen Hauptbesitzer des großen Steinkohlenbergwerks, zu sprechen begehrte, r war dort sehr bekannt, denn seit vielen Jahren kam er täglich als Barbier berufsmäßig in dies Haus. ,Was wünschen Sie, Ueber (Lardiner?" fragte der junge Hausherr. Bitte, nehmen Sie Platz!" Sir, Sie haben vor reichlich dr Jahren durch die Kriminalpolizei eine Belohnung von zweihundert Pfund Sterling ausgesetzt für die Entdeckung des Mörders Ihres unglücklichen Herrn Vaters." Jawohl." Diese Belohnung konnte aber bisher nicht ausbezahlt werden?" ,Nem, denn es ist nicht möglich geWesen, den schändlichen Menschen zu ermitteln." Würde die Belohnung jetzt noch demjenigen gezahlt werden, der den Thäter nachweist?" Ganz gewiß!" Dann erhebe ich Anspruch darauf, denn ich weiß, wer den Mord verübte." Wirklich? rief erregt Henry Cummings. Vor einer klemm Stunde ermittelte ich es ganz zufällig," sagte der Barbier. Gegen wen erheben Sie' die furchtbare Beschuldigung? ' Gegen emen gewissen Joseph Jrving." ,Der Name ist mir mcht unbekannt. ,Frllher war er Bergmann, später heirathete er eine junge Gärtnerswittwe und kam aus solche Art in gute VerHältnisse." .Aber was veranlaßt Sie zu der Behauptung, daß gerade er der Thäter gewesen sei? .Ihr Herr Vater war ein starker Schnupfer und trug deshalb beständig in der Westentasche eine zierliche und kostbare Schildlrotdoje, die m jener Mordnacht mit noch anderen Werth fachen ihm geraubt wurde." Das ist richtig. Nun, Joseph Jrving ist im Besitze der Tabaksdose Ihres Herrn Vaters. Er behauptet freilich, daß er sie nach dem letzten großen Wettrennen auf dem Rennplätze gefunden habe, was abe jedenfalls erlogen ist." und Sie sind fest überzeugt, - daß es wirklich dieselbe Dose ist?" fragte immer erregter der Sohn des Ermordeten. Daran ist ga? nicht zu zweifeln! Ich erkannte sie sogleich an einer kleinen Schramme aus dem Deckel, die :ch oft gesehen hatte, denn Ihr Herr Vater hat Mir ja so manches liebe Mal, nach dem ich ihn rasirt hatte, eine Prise daraus angeboten. ' Ich danke Ihnen für Ihren Eifer. bester Herr Gardiner," sprach der junge Cummmgs. Alles Erforderliche soll schnellstens bewirkt werden. Sobald das Gericht in dieser Sache entschieden hat und Jrving als Verüber jener grausen That verurtheilt ist, empfangen Sie die ausgefetzte Belohnung. Ver lassen Sie sich darauf!" Joseph Jrving wurde noch am selden Abend m seiner Wohnung verhaftet, und gründliche Haussuchung bei ihm abgehalten. Außer der verhängmßvollen Schudkrottabaksdose ent deckte man nichts von den damals geraubten Werthsachen bet ihm. Doch verdächtig erschien es, daß er im Besitze emes Gewehrs und auch einer alten Pistole war, die man ebenfalls bejchlag nahmte. Seine Frau gerieth in Todes schrecken; er sagte aber, bevor er abgefuhrt wurde, gefaßten Muthes zu ihr Beruhige Wich, nebe Jane, weine nicht; die Sache muß sich bald aufklären und meine Unschuld an den Tag kommen, denn ich habe jene Schreckensthat Nicht auf dem Gewissen!" Die gegen ihn eingeleitete Vorunter suchung ergab jedoch mancherlei Mo mente, die gegen ihn zu zeugen schienen. Es wurde festgestellt, daß er bei jenen Arbeiterunruhen, wenn auch gcrade kein Rädelsführer, so doch einer der eifrigsten Redner gewesen war. Auch ermittelte man. daß er Mi Schießwafftn geschickt ' umzugehen wisse, als ganz junger Mensch hatte er figar einmal wegen Wilderns einige Monate im Gefängniß gesessen. Haupt belastungsbeweis gegen ihn blieb jedoch die bei ihm gefundene Schnupftabaksdose, welche er angeblich gefunden haben wollte. Behördlich wurde seine Aussage in den Zeitungen bekannt ge macht. Aber Niemand meldete sich als Verlierer, und so hielt man also Jr vings Behauptung für unwahr. Die Dose, welche eine kleine Schramme auf dem Deckel hatte, zeigt auf ihrer unteren Seite eine Fabrik marke, nämlich ein winziges Viereck mit dem Buchstaben C darin. Dies war die Marke des Verfertigers, eines intelligenten und geschickten Künstlers in Edinburg, Namens Thomas Clarke, damals fünfundvierzig Jahre alt, der allerlei Kunstarbeiten von vorzüglicher Schönheit und Güte aus Schildkrot, Perlmutter und aus anderem kostbaren Material anfertigte, besonders aber Schnupftabaksdosen,, die viel gekauft wvrden, auch von auswärtigen Händlern in Lonvsn und anderswo. Mit den bisher erwachsenen Untersuchungsakten über die Angelegenheit befand zur Zeit die Dose sich bei dem Oberrich-
er-, den: Präsidenten des Schwurge-
richtshofs. Am Abend vor dem Tage, an welchem die Gerichtsverhandlung stattfinden sollte, wurde auf geheimmßvolle Art dem Oberrichter ein kleines Päckchen auf den Hausflur geworfen. Man and es zufallig. Nachdem die Umhüllung davon entfernt worden war, am eme fchone Schildkrotdose zum Vorschein, wobei ein zusammengefaleter, offenbar mit verstellter Handchrift beschriebener Zettel lag mit der Mittheilung: Joseph Jrving ist unchuldig. Das meldet Ihnen derjenige, der's gethan hat, und zum Beweise übersendet er hierbei die richtige Dose." Erstaunt betrachtete der Oberrichter die Schnupftabaksdose, welche, wie die Begleichung ergab, fast genau so ausah wie die andere, auch an derselben Stelle eine ähnliche kleine Schramme zeigte auf dem Deckel, sowie auf der unteren Vodenseite dieselbe Fabrikmarke. Auffällig war nur der Umstand, daß sie fast doppelt so schwer war wie die andere. Nach reiflicher Ueberlegung kam der gewiegte alte Jurist zu der Meinung, daß die Sendung von emem Mitwisser oder Theunehmer an dem Verbrechen herrühre, der sich bemuhe, den Hauptschuldigen der gesetzlichen Strafe zu entziehen, zu solchem Behufe sich die Dose irgendwo verschasst und sie dann mit emer Schramme versehen habe, um auf solche Art die Richter und Geschworenen irre zu führen. In diesem Sinne beschloß der alte Herr, dem ähnliche Verbrecherkniffe aus seiner langjährigen Berufsthätigkeit gut bekannt waren, den anonymen Brief zur Kenntniß des Gerichtshofes und der Geschworenen zu bringen. Um aber durchaus nichts zu versäumen, was irgendwie zur Aufhellung des Sachverhalts dienlich sein könnte, ordnete er auch noch unverweilt an, daß Herr Thomas Clarke, der Verfertiger der beiden Dosen, als Sachverständiger zu der. Gerichtsverhandlung berufen werden solle. Im großen Schwurgerichtss aale zu Edinburg fand die Gerichtsverhandlung statt. Der Angeklagte, befragt, ob er sich schuldig bekennen wolle, antwortete mit fester Stimme: Nein!" Es wurden nun die Belastungsbeweise gegen ihn vorgebracht, und die Zeugen verhört. Der Barbier Gardiner blieb bei seiner Behauptung, daß die leichtere Dose mit der Schramme die des Ermordeten sei, aber er wurde doch ersichtlich stutzig : ' c . . . r? v . : v v l uno unncyer, als man iym aucy oie andere zeigte. Henry Cummings und dessen Mutter, die Wittwe des Todten, erklärten, daß sie zwar anfänglich geglaubt hätten, die leicytere Dofe fei die richtige; nunmehr aber, nachdem sie auch die an dere gesehen, könnten sie es nicht mehr mit absoluter Bestimmtheit behaupten. Die Aehnlichkeit, abgesehen .von dem verschiedenen Gewicht, sei eine gar zu auffallende und könne deshalb nrefuh rend fein. Darauf wurde der Sachverständige vernommen. Thomas Clarke war ein Mann mit einer redlichen und zugleich klugen Erfinderphysiognomie, dessen gefurchte Stirne von vieler Denkarbeit Zeugniß gab. Sie haben diese beiden mit Ihrer Fabrikmarke versehenen Dosen verser tigt?" wurde er gefragt. Ja, Sir," antwortete er. Haben Sie eine davon vor etwa zehn oder elf Jahren selbst an Herrn Jonathan Cummmgs verkaust? Nein; er mutz die Dose von irgend einem Händler, dem ich sie geliefert, gekauft haben." Dann können Sie also nicht ange ben, welche von beiden es gewesen ist?" Das kann ich wohl, aber ich thue es ungern." Warum?" Weil ich in solchem Falle, um Ihnen befriedigende und beweiskräftige Auskunft zu geben, ein Fabrikgeheimniß wenigstens theilweise enthüllen müßte." Es handelt sich hier um eine sehr ernste Sache!" sprach ermahnend der Gerichtspräsident. Nun denn, so will ich Auskunft geben," antwortete Thomas Clarke. Die Tabaksdose, welche Herr Jonathan Cummings vor zehn oder elf Jahren gekauft hat, ist die, welche schwerer ist als die andere." Wenn Sie das beweisen , können, würde die Hauptbelastung gegen den Angeklagten hinfällig!" rief der Oberrichtet. Das kann ich sehr leicht beweisen," versetzte lächelnd der Künstler. : Wie denn?" Die schwere Dose ist aus echtem Schildkrot verfertigt." Und die leichtere?" . Aus künstlichem Schildkrot Davon habe ich noch niemals gehört. Gibt es denn überhaupt künstliches?" Gewiß. Da das echte Material fortwährend im Preise stieg, zuletzt über fünfundneunzig Schillinge per Pfund kostete, sann ich nach über ein Surrogat, und es gelang mir, eines ausfindig zu machen, oder vielmehr zu erfinden." Aber die Schrammen auf beiden Dosen?" Diese klemen Beschädigungen sind jedenfalls nur zufällig so Lbereinstimmend." Warum soll die leichtere Dose nicht dem Herrn Jonathan Cummings gehört haben?" .Weil das ganz unmöglich ist. Sir.
Jonathan Cummmgs wurde am 21.
Oktober 1754 getödtet?" cy " It-O Die ersten künstlichen Schildkrotdosen habe ich im März 1756 verfertigt, denn erst zu jener Zeit machte ich die Erfindung. Dann kann allerdings der Angeklagte dem Todten die Dose nicht geraubt haben. Nem; aber es erscheint wohl möglich, daß es wahrheitsgetreu ist, wenn er behauptet, daß er sie kürzlich nach dem großen Wettrennen auf oder bei dem Rennplatze gefunden habe." Der Vorsitzende berieth leise Mit den andere ' Richtern und Geschworenen. Dann sprach er: Durch die glaubwürdige und unanfechtbare Aufklärung des Herrn Sachverstandigen gewinnt die Angelegenheit eine ganz unerwartete Wendung. Der scheinbare Hauptbelastungsbeweis ist hinfällig geworden und damit fallen auch die nur nebensächlichen Verdachtsmomente. Die Anklage kann unter solchen Umstanden nicht aufrecht erhalten werden. Ich verfuge die sofortige Freilassung des Angeklagten!" Der habgierige Barbier Gardmer er hielt also nicht die ausgesetzte Belohnung, denn der Thäter jedenfalls der Unbekannte der den anonvmen Brief geschrieben und die richtige Dose eingesandt hatte, wußte sein blutiges Geheimniß zu bewahren und blieb unentdeckt. Erst durch diesen Kriminalprozeß, über welchen die Zeitungen weitläufig berichteten, wurde es in Interessentenkreisen bekannt, daß es möglich sei, künstliches Schildkrot, dem echten tauschend ähnlich, zu verfertigen. Das erregte viel Aufsehen. Einige Fabrikanten in London und Birmingham wünschten Thomas Clarkes Kunstgeheimniß zu kaufen, und sie boten ihm ansehnliche Summen. Er lehnte aber alle bezüglichen Anträge rundweg ab. Da versuchten jene Fabrikanten auf eigene Faust das Geheimniß zu ergründen, und mühten sich mit dem Forschen nach demselben ab; doch ihr eifriges Streben blieb ganz erfolglos, bis im Jahre 1776 das Buch eines deutschen Gelehrten etwas Licht in das Dunkel dieser Angelegenheit zu 'bringen schien. Dieser Gelehrte war der kaiserlich russische Staatsrath und Professor Peter Simon Pallas, ein Berliner von Geburt, der im Auftrage und auf Kosten der Kaiferin Katharina II. eine fünfjährige Forschungsreise durch Südrußland und Sibirien unternahm und darüber ein gehaltvolles Werk in drei Quartbänden - veröffentlichte, das verdientermaßen in der Wissenschaftlichen Welt viel Beachtung fand, auch in England, wo große Abschnitte daraus, in's Englische übersetzt, in den Zeitschriften erschienen. Der rege Forschungseifer dieses wackeren Gelehrten war ein erstaunlich vielseitiger und bethätigte sich umfassend aus den verschiedensten Gebieten Er beobachtete, untersuchte und bemerkte so manches, woran vordem an dere Gelehrte ahnungslos und gleichgiltig vorbeigegangen waren. Auch in dem Lande der. Kalmücken war er geWesen, und in seinem Buche berichtete er von diesen Nomaden, daß sie die Kunst verständen, vorsichtig getrocknete und anhaltend geräucherte Pferdehäute so zuzurichten, daß sie hart, durchscheinend, hornartig würden. Daraus verfertigten sie dann Schalen und sonstige Gefäße, sowohl für kalte wie für heiße Getränke geeignet, besonders auch Theebecher. Der heiße Thee , nehme nicht den geringsten Beigeschmack an von diesen sonderbaren hornharten und durchscheinenden Ledergefaßen. Diese Mittheilungen erregten das spekulative Interesse einiger Fabrikanten in England. Nun glaubten sie es endlich herauszuhaben, .wie künstliches Schildkrot. gemacht werden könne. Sie versuchten es, dörrten und räucherten Pferdehaute, machten . sie nach Kal mllcken Weise auch richtig hornhart und etwas durchscheinend, so daß sich allerdings Schnupftabaksdosen und andere Sachelchen daraus anfertigen ließen. Aber nur ganz billige Sachen, nicht solche schöne und theure Dosen, wie der Edinburger Künstler sie seit langer Zeit auf den Markt brachte, denn solche Aehnlichkeit mit dem echten Schildkrot vermochte man weder in London noch in Birmingham zu erzielen. Thomas Clarke brauchte jedenfalls auch für feinen Zweck Pferdehäute, die er dörrte und räucherte, denn er hatte eine ängstlich verschlossen gehaltene Räucherkammer in seinem Hinterhause, das wußte man. Unabhängig von den Kalmücken, deren Verfahren er damals nicht gekannt, hatte er felbstständig seine Erfindung gemacht, und es waren dann auch wohl noch besondere Kniffe dabei; gewiß ist, daß er sein Geschäft viel besser verstand als jene halbwilden asiatischen Nomaden. Nur mit seinen Familienangehörigen arbeitete er in seiner Werkstatt und der oben erwähnten Räucherkammer; nie beschäftigten er und spater seme Sohne fremde Ar Leiter. Das Fabrikgeheimniß wurde von ihm und seinen Nachkommen, welche dadurch, so wie er selbst schon. zu sehr ansehnlichem Wohlstande ge langten, auf's Sorgsamste gehütet, bis es mit dem Ableben des letzten Spros sen der Familie verloren ging und auch von dem neugierigen Herrn Webster nicht erworben werden konnte, da er leider um drei Tage zu spät gekommen war. .
1 0ros.,
enze No. 1 W. Washington Str (lerOkants National Bank.) Em europäisches Department. Wechsel, Creditbriefe und Postanweisungen aus alle Städte Europas. Schiffsscheine nach und vs-, Europa. und Verkauf ausländischen Geldes. 9i ...Der kluge Investor... 'teckt fein Geld nicht in iraend ein Unternehmen das ihm angeboten wird und das hohe Zinsrate verspricht; er ist lieber zuMieden mit einer mäßigen'Zinsrate und Sicherheit des Capitals o wie diese Gesellschaft seinen Depositoren offerirt. Studiren Sie die Tabelle unten und sehen Sie was mit der verhältnißmäßigen kleinen Summe von tz10.00.per Monat, 33 Cents per Tag, gethan werden kann, zu 3 Prozent Zinsen halbjährlich verrechnet. 1 Jahr $ 121.93: 2 Jahre.. 247.55 3 Jahre 376.07 4 Jahre 510.31 5 Jahre 647.68 6 Jahre.. 789.19 7 Jahre 935.00 8 Jahre 1,085.21 9 Jahre 1,239.95 10 Jahre 1.399.32 THEIndiaiia Trust Co. Capital Ueberschutz. . .81,000,000 . 225,000 Grundeigenthums Uebertragungen Jonas F. Johnson an W. S. Budd u. A., Lot 45, Meadland Grandview, südlich von 13. Str., östlich vom Creek. $4000. Susanna M. Voight an Mary Lavelle u. And., Theil von Lot 39, Butlers Add., College Corner, Ashland Ave., nahe 16. $5000. Wirt S. Smith an James B. Nelson, Lot 28, Bruces Add., nördlich von 23., östlich von Central Ave. $2100. Asa L. Muzzy, an Frank B. Stewart, Lots 11 und 12, Block 15, Lincoln Park, westlich von Alabama, zwischen 24. und 25. $2400. Horace E. Smith an Walter E. Twiname, Lots 31 und 32, Block 13, Bruce-Baker Add., noröstlich der Atlas Werke. $1000. Martha L. Morris an Nathan H. Caruthers, Lot 67, Trotters Brookfide Park Add., nahe Olney und 16. $1500. ' Katherine A. Church an Bolney T. Malott. Theil vom südöstlichen Biertel. Section 5, Township 16, Range 4. Washington Township. $1800. Louise S. Erzinger an Thomas A. Dally, Lot 9, Downys Arsenal Heights Add., östlich von Woodruff Ptace. $1500. Thomas A. Dally an John E. Erzinger, dieselbe. $1500. Neue Inkorporationen. Die International Brotherhood of Blackirniths & Blacksmiths' Helpers". Dle Directoren sind: Theodor Greene, Dillam Connel, Avelbert M. Trimble. George W. Arbuckles und O. WileS. Die Colnmbia Clay Co.", Connersville. Capital $10.000; Directoren: Roy C. McKennan, A. Harry McFarlan und Clinton M. Stone. Die Substantial Oil & Gas Co.", Muncie, Capital $40,000; Directoren: I. A. Gallivan, James L. Jones, H. R. Speckerman, S. N. Smith, A. E. Binton und C. F. Heckenhauer. Die Boone Township Telephone Co.", Summitville, Capital $1000; Directoren: William Sullivan, Robert E. Vall, Joseph A. Kenton und Scott W. Thurston. Die Waldron Oil Co.", Waldron, Capital $5000; Directoren: - Thomas I. McClain, John T. Peek, Everett .siakmond. Tkerame Svarks und ?kobn V " w J"" T ' , I. Haymond. , Die Marion Hardware Co." von Marion hat ihr Capital von $12,000 auf $50,000 erhöht und die Hoosier Cheese Cutter Co." von Anderson vsn $12,000 auf $25,000.
