Indiana Tribüne, Volume 27, Number 248, Indianapolis, Marion County, 9 June 1904 — Page 3
Jndians Tribüne, 9. Juni 1904
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Bürger-Krieg tobt.
Milizen und Unionisten , förmliche
Zahlreiche Bergleute gefangen und deportirt. Standrecht von neuem prokla-
mirt. Amerikanische Truppen landen aus afrikanischem Boden. . Demokraten von Kentucky. Frecher Bahn-Rauö.
Blutige Kämpfe. CripPle Creek, Col., 8. Juni. In Tunnville, 12 Meilen nördlich von Victor, kam es heute Nachmit tag zwischen 200 Hilfs-Sheriffs und Milizen unter General Bell sowie etwa 150 Bergleuten aus dem Cripple Creek Distrikt zu einem Kampf. Die Bergleute waren auf den umgebenden Hügeln verschanzt. 15 Arbeiter sind gefangen und sechs getödtet. Als der Specialzug mit den Hülfssheriffs in Dunnville einfuhr, eröffneten die Gewerkschaftler, in der Umgebung verschanzt, Feuer. Gen. Bell ließ seine Leute aussteigen und stürmte die verschanzte Stellung, 15 Leute mit Wasfen und Munition gefangennehmend. . In dem heftigen Kampfe fielen 6 Arbeiter. Die Unionisten fochten verzweifelt "und benutzten aus ihren gut verschanzten Stellungen jede SchußGelegenheit auf die Soldaten und Wachen. Victor, Col., 8. Juni. Gen. Bell sandte heute Nachmittag eine Soldatentruppe mit Zug nach Dunnville, einem neuen von den Unionisten eröffneten Camp. Die Soldaten erhielten Befehl zur Verhaftung eines jeden Unionisten. Dunnville wurde letzte Woche bekannt, als große Gold-Funde daselbst gemeldet wurden und zahlreiche Unionisten hinströmten. Sonst wurde Niemand zugelassen. Allein die Tausende neuer Ankömmlinge verliefen sich wieder zu hundert per Tag und Bell war der Ansicht, daß die Unionisten das Camp einfach als Operationsbasis benützen wollen. Dunnville soll in Fremont County liegen, das nicht vom Gouverneur als im Rebellionszuftand befindlich erklärt ist. Noch ein Gefecht. V Ut o r ,Col.. 8. Juni. Eine zweite Schlacht hat soeben stattgefunden. Sieben berittene Soldaten kamen nach Big Hill, zwei Meilen östlich, um verschanzte Unionisten zu verhaften. Die Leute weigerten sich, sich zu ergeben, und die Soldaten eröffneten Feuer. Ueber 200 Schüsse wurden gewechselt. Niemand jedoch verletzt. Sieben Unionisten sind gefangen und nach Cripple Creek gebracht. Ungeheure Aufregung herrscht hier wieder. Späteren Nachrichten zufolge kam bei dem ersten Gefechte bei Dünn ville nur ein Mann, I. Carley. um's Leben. Erneuerung der MilitärHerrschaft. Cripple Creek, Colorado, 8. Juni. Teller County steht wieder unter Standrecht und das Militär hat die Herrschaft. General-Adjutant Bell traf heute nebst Stab ein und ließ sofort die Standrechts-Proclamation des stellvertretenden Gouverneurs Haggett an der Armory anschlagen, wo zahlreiche Ge'.verkschaftler und Anhänger von ihnen gefangen gesetzt sind. Zwei Compagnien Infanterie besorgen den Dienst. Die Erklärung des Standrechts hatte bereits eine heilsame Wirkung. Alle Parteien sind des langen Haders müde und planen eine Schlichtung. Drei andere städtische Beamte find in Victor zum Rücktritt gezwungen worden. Polizei-Magistrat Gibbons, der sich weigerte zu gehen, wurde im MilitärGefängniß eingesteckt. Im Ganzen find etwa 300 Unionisten und Angreifer seit Montag verhaftet worden. D e p o r t i r t e Unionisten.. Denver. 8. Juni. Die 24 aus dem Cripple Creek Distrikt deportirten Union-Bergleute kamen heute auf einem Sonderzuge unter Bewachung an. Fast alle waren mittellos und wurden von Delegaten zur Convention der Westlichen Gruben-Arbeiter nach einem Restaurant gebracht. Sie erklären, der Tripple Creek-Di-' strikt sei länger kein sicherer Aufenthalt für Mitglieder der Gewerkschaft." '
Colorado's liefern sich
Gefechte. Victor, Col., 8. Juni. Der Record.das officielle Organ der westl. Grubenarbeiter, räth heute den Berg leuten zur Aberklärung des Streiks. Processirung der Gef a n g e n e n. Cripp le Creek, Col., 8. Juni. Gen. Bell ernannte heute eine ComMission zur Processirung aller Gesangenen. Sie besteht ans Moyor French von Victor, Miliz-Capitän Gail Hoag und Richter M. Gray. MoyerbleibtPräsident. Denver, Col., 8. Juni. Die Jahres-Convention der westlichen Grubenarbeiter vollendete heute die Wahl ihrer Beamten mit Ernennung einer Executiv-Behörde. In Abwesenheit von Charles Moyer fand keine Präsidentenwahl statt. Hier durch behält Moyer den Vorsitz. Truppenlandung in Mar o c c o. Washington, 8, Juni. Ame rikanische Marine - Truppen sind in Afrika gelandet. Admiral Chadwick telegraphirte heute dem Marine -De-partement aus Tanger: Ich habe eine Wache in die belgische Gesandtschaft gelegt, nachdem mich unser General-Con-sul hierzu aufgefordert hat." Sultan fügt sich den Banditen. Tanger, Marocco, 8. Juni. Der Brief des Sultans in Antwort auf die diplomatischen Vorstellungen über die Entführung von Perdicaris & Varley traf heute ein. Wie verlautet, hat der Sultan befohlen, zur Beschleunigung der Befreiung der Gefangenen alle Forderungen des Räuber-HauptmannS Raisuli zu bewilligen. In seinem Briefe ernennt der Sultan Herid El Barrada zum Gouverneur von Tanger, eine Maßregel,, die zu Raisuli's Förderungen gehört. Aus dem Versteck der Räuber kommt die Kunde, daß die beiden Gefangenen ärztliche Hilfe bedürfen. Der amerikanische Consul wird einen Arzt senden. Ankunft der Freih eit sGlocke. St. Louis, Mo., Weltausstellungsplatz, 8. Juni. In der heutigen Sitzung o?s Verbandes der Polizeichefs wurden verschiedene interessante Vorträge gehalten. Die historische Freiheitsglocke traf heute aus Philadelphia ein, um bis zum Schlüsse der Ausstellung im Pennsylvania Gebäude zu weilen. Die Glocke wurde feierlich vom Bahnhof abgeholt und auf dem AusstellungsPlatze von über 50,000 Schulkindern begrüßt. Freilassung abgelehnt. New York, 8. Juni. Das Ober-Gericht lehnte heute ein Habeas-Corpus-Gesuch zur Freilassung von Frau Nan Patterson ab, die wegen der geheimnißvollen Erschießung des Buchmachers Cäsar Young gefangen gehalten wird. Sie wurde nach dem TombsGefängnisse gesandt. Geriebener Fälscher. New York, 8. Juni. Ph. F. Kennedy, alias Warren, nach Angabe der Polizei Mitglied der berüchtigten Knox-Whitman-Fälscherbande, wurde heute unter einer Fälschungs-Anklage verhaftet. ,Er soll eine Note von $10 auf $10,000 erhöht haben. Der Gefangene verzichtete auf eine Untersuchung und wurde nach den Tombs verwiesen. Kennedy kam im Oktober nach Busfalo und deponirte, nachdem er sich Einführungsbriefe an die Beamten der Deutsch-Amer. Bank verschafft, einen Wechsel von $10,000, ausgestellt von der DeutschAmer. Bank in Sydney. O., auf eine New'York Bank. Nach der Klage zog Kennedys bevor der Wechsel durch das Clearing-Haus ging, $800. Bald darauf kam das Papier als schlecht" zurück ' und es stellte sich heraus, daß die ursprüngliche Zahl auf S10 lautete.
Kurzer Friede.
Seinem Anschluss in sau Domingo folgt eine neue Revolution. Washington, 8. Juni. Vor 3 Tagen hatte Admiral Sigsbee den Friedensschluß in San Domingo ge meldet und bereits ist wieder eine neue Revolution im Gang. Gesandter Powell depeschirte heute aus Port an Prince. Hahti, der britische Kreuzer Jndefatigable" sei gestern von dort abgefahren, da General Jiminez in Macoris gelandet ist.. Telegraphische Verbindung unterbrochen." Blutthat in einem Hotel. A l b a n y, N. Ä.. 8. Juni. R. E. Preußer, ein hiesiger Geschäfts mann, erschoß heute im Tenick Hotel den Geschäftsreisenden McDonnell aus Boston. Der Thäter ist verhaftet und soll früher mit seinem Opfer befreundet gewesen sein. McDonnell hatte 1900 in New York S. Prier bei einem Streite erschossen, wurde aber unter Annahme von Nothwehr freigesprochen. Barrett außer Verfolg u n g. Washington, 3. Juni. Der Distriktsanwalt stellte heute das Versahren bei den zwei letzten Anklagen gegen den früheren Rechtsclerk des Postdepartemenes H. I. Barrett ein. Es handelt sich um Annahme einer Be stechungssumme von einer Bond Investment Co. Die Conventions-Redner f ü r R o o s e v e l t. Washington, 8. Juni. Wie heute officiell verlautet, werden folgende Herren in Chicago Reden zu Gunsten von Präs. Roosevelt's Nomi nation halten: Senator Beveridge, Jndiana; George A. Knight, Califor nia; Harry Stillwell Edwards, Geov gia; Joseph B. Cotton, Minnesota; Harry S. Cummings, Maryland. Stierkämpfer erschossen. St. Louis, 8. Juni. Manuel Cervera, ein Spanier, der bei dem ver botenen Stierkampfe am Sonntag als Lieblingsmatador des Königs von Spa nien angekündigt war, wurde heute während eines Streites von dem amerikanischen Matador" C. Baß erschof sen. Der Thäter ist nebst fünf Ande ren in Haft. , Unter Mordanklage. Chicago. 8. Mai. Eine Coroners Jury entlastete heute Frau Jennie Bailay, die Brat des reichen Wirthes L. Miller, welche in Verbindung mit dessen Tod festgehalten war. Sie wurde jedoch sofort unter einem Haftbefehl wegen Mordes, den ein Bruder des Todten erwirkt, wieder festgenommen. Miller wollte Frau Bailey nächste Woche heirathen und wurde am Sonntag in der Wohnung der Braut mit einer tödtlichen Wunde vorgefunden. Kurz bevor er starb, sagte er aus, Frau Bailey habe auf ihn geschossen. Die Frau behauptet Selbstmord. Sieg der Maschine". L o u i s v i l l e , Ky., 8. Juni. In der heute zusammengetretenen demokratischen Convention kam ein bitterer Kampf um die Herrschaft über die Staatsorganisation zum Ausdruck. Das Ergebniß des Gefechtes, die Wahl des zeitweiligen Vorfitzenden, war ein entschiedener Sieg für die von Gouver neur Beckham geführten Anhänger der Regierung. Beckham wurde mit 817 gegen 322 Stimmen-über Richter Peake gewählt. Den Kampf gegen die Regicrung leitete Senator Blackburn, unter Beihilfe des Senators McCreary und des Congreßabgeordneten Smith. Blackburn hielt, als er für Richter Peake eintrat, eine bemerkenswerthe Ansprache gegen die Maschine". Die Distrikts-Versammlungen in jedem der elf Distrikte fanden zur Ernennung von Delegaten für die NationalConvention statt. Nur ein Distrikt erklärte fich für Parker. Von den 20 anderen Delegaten gelten 3 als ParkerAnhänger, 6 für Hearst und 11 lehnten Stellungnahme ab. Bezüglich der Platform wurde im Beschlutz-Comite, wo 5 Mitglieder Bestätigung der Kansas City Platform forderten, eine Compromiß-Clausel angenommen. Das Verhalten des Gouverneurs Durbin von Jndiana der fich weigert, die Justizflüchtlinge W. S. Taylor und Ch. Finley, der Ermordung Wm. j Goebel's beschuldigt, auszuliefern", i wird als Verfassungs-Bruch charakte-
Wackere Jungen.
Rasche That zweier Knaben verhütet schweren Batza-Unfall. GreatBarrington, Mass., 8. Juni. Die Entgleisung des Pittsfield N. Y., Schnellzugs mit fast sicherem großen Verluste an Leben hinderte heute Abend die Geistesgegenwart von 2 Jungen, I. Perbizat und St. McCue. Ein starker Regen hatte die Bahnge leise unterwaschen und 25 Fuß des Bahnbetts losgelöst. Die gefährliche Stelle entdeckten die Knaben kurz bevor der Schnellzug auf der Station fällig war. Sie rannten in ihre Wohnung, holten eine rothe Jacke und brächten den Zug durch Signale zum Stehen. Die zahlreichen Passagiere belohnten die Jungen durch eine Geldsammlung. Vereitelter Lynch-Versuch. C a r m i, Jll.. 8. Juni. Ein Mob umringte heute früh das Haus von I. Robinson in Maunie, sein Leben verlangend, aber Sheriff und 36 bewaffnete Gehülfen hielten die Menge in Schach. Robinson hatte am Montag seine Frau und seinen Schwager erschossen und bei einem Selbstmord-Versuch beide Augen verloren., Ueber fall eines Passag i e r - Z u g e s. Denver, Col., 8. Juni. Ein westlich fahrender Passagierzug der Denver & Rio Grande - Bahn wurde heute bei der kleinen Station Parachute von fünf Maskirten überfallen. Aus dem mit Dynamit gesprengten Expreß-Schrank wurde ein versiegeltes Packet genommen. Der Expreß-Wagen wurde zertrümmert, die Banditen mußten aber fliehen, bevor sie die Werth-Gegenstände sammeln konnten. Sheriffs, Farmer und andere Aufgebote verfolgten die Räu ber. Als sich der Zug noch 3 Meilen von Parachute befand, erschienen 2 Mas kirte auf .dem Tender der Lokomotive und verlangten vom Lokomotivführer und Heizer unter vorgehaltenem Revolver, der Zug solle zum Halten gebracht werden. 3 andere Räuber eilten, nach dem das geschehen war, zurück, kuppel ten Expreß- und Gepäckwagen las, sie nebst der Lokomotive 2 Meilen weiter westlich fahrend. Dann erfolgte die Sprengung des Expreßwagens, während die Beamten durch Revolver in Schach gehalten wurden. Ein Bremser, der mit einer Laterne vorbeieilte, erhielt einen Beinschuß. Der Schauplatz des Ueberfalls war nur 100 Fuß vom Rio Grande entfernt; wahrscheinlich entkamen die Räuber auf einem bereit gehaltenen Boote über den Fluß. Sensationelle Schadenersatzklage gegen ei- " nen Geistlichen. M u n c i e, 8. Juni. Edward C. Hilligoß von Anderson hat im hiesigen Kreisgericht den Rev. Martin E. Bartlett auf $5000 Schadenersatz verklagt, weil derselbe ihm die Liebe seiner Frau abspenstig gemacht hat. Der Kläger und seine Frau waren Mitglieder der Kirche in Fairmount, dessen Seelsorger Rev. Bartlett noch immer ist. Derselbe besuchte sie hänfig in der Wobnung des Klägers, daß dessen Argwohn rege wurde. Emes Tages überraschte er seine Frau und den Geistucheu. wie sie sich küßten. Hllllgoß reichte eine Scheidungsklage ein und er erhielt auch die Scheidung bewilligt. Günstig für Anderson. Anderson, 8. Juni. Die Beamten der Big Four Bahn haben angekündigt, daß Anderson zum Verthei-lungs-Punkt für die Louisville & Southern Ausdehung auserkoren ist. Die nächste Folge wird . sein, daß 25 Big Four - Arbeiter von Greensburg nach Anderson zu überfiedeln haben. RuffisÄer Marinebeld. Bei einem der Kämpfe vor Port Arthur fiel eine japanische Kugel in den Maschinenraum eines russischen Schisfes und beschädigte ein Dampfrohr. Der Dampf begann aus der beschädigten Stelle auszuströmen. Unverwent deckte der Jngenieurmechaniker Blinow die Oeffnung mit seinen beiden Handflächen zu und hielt sie so lange geschlössen, bis Hilfe nahte und ein Pflaster auf, dte' schadhafte Stelle gelegt werden konnte. Obgleich die beiden Handflächen Vlinows iowl verbrüht waren, so blieb er bis zum Schluß des Gefechtes auf seinem Posten und bediente die Maschinen. Nur dazwischen mng er an Deck, um rne ihm w:e Feuer brennenden Handflächen an der frischen Luft zu kühlen.
Japans zweite Armee.
3 Sieger vsn Nanshan, General Ctu, nd seine Truppen. Zu den vielen Ueberraschungen und Seltsamkeiten, welche der russisch-japa-nische Krieg bisher zeitigte, gehört auch die geschickte Art, mit welcher es die Japaner verstehen, die Bewegungen ihrer Truppen zu verschleiern. So erGeneral Oku. fuhr man erst nach der Erstürmung des Nanshan-Hügels und der damit vollzogenen vollständigen Einschließung von Port Arthur mit voller Bestimmtheit, daß dort die zweite japanische Armee vollzählig im Felde stand und diesmal der Siegeslorbeer deren BefehlsHaber, General Z). Oku, zufiel. Diese zweite Armee des Mikado wurde vier Wochen nach dem ersten Korps des Generals Kuroki mobilisirt und über ihre Bestimmung kurstrten meist unkontrollirbare Gerüchte. Sie besteht aus der ersten Division unter Generalleutnant Prinz Foushimi, der dritten Division unter Generalleutnant Baron F. Oshima und der vierten Division unter Generalleutnant Baron M. Ogawa. General Oku wird eine, ausgezeichnete militärische Schulung und viel fachmännisches Können nachgerühmt. Vor Ausbruch des Krieges kommandirte er den östlichen Armeebezirk. In Japan kennt man nämlich im Frieden keinen Armeekorpsverband. Bislang war im Frieden immer etwa ein Drittel der Division zu einem Armeebezirk vereinigt. Man unterschied einen Westlichen, östlichen und mittleren Armeebezirk, die man bei der Mobilmachung aufgelöst hat, um ihre Stäbe für die Kriegsgliederung des Heeres verfügbar 'zu machen. Durch Reisen im Auslande hat General Oku seine Kenntnisse vielfach erweitert; so weilte er erst vor Ztvei ?kabren länaere 5Zeit in Deutsch r kj " f J - " ' i , land. Frankreichs Kulturkampf. Premierminister Combes und die Erbschaft des Kabinetts Waldeck-Rousseau. Die kirchenpolitischen Kämpfe in Frankreich, die letzthin, infolge einer Protestnote des Vatikans gegen den Besuch des Präsidenten Loubet in Rom, zur Abberufung des französischen Botschafters beim Heiligen Stuhle, F. A. A. Nisard.führten, lenken die öffentliche Aufmersamkeit immer wieder auf die Person des Chefs der französischen Regierung, Justin Louis Emile Combes, der gleichzeitig die Portefeu i l l e s des Innern und ,des Kultus in v'i Premier Dr. Combes. seinen Händen hat. Combes übernahm un Juni 1902 als Nachfolger WaldeckRousseaus von diesem die nicht gerade angenehme Erbschaft der Durchführung der antiklerikalen Gesetze, als deren UrHeber er vielfach irrthümlich angesehen wird; sein Ministerium ist das 41. seit dem Bestände der Republik. Der viel angefeindete Premierminister wurde am 6. September 1835 zu Roquecourbe in Südfrankreich geboren. Sein Vater, em armer Mann von englifcher Abkunft, bestimmte ihn für den Priesterberuf, der junge Combes vertauschte jedoch die theologische Wissenschaft mit dem Studium der Medizin und wurde Arzt in Pons. Mehrere Jahre war er Bürgermeister dieser Stadt, dann wurde er im Jahre 1885 zum erstenmal in den Senat gewählt, wo er sich der Parte: der fortschrittlichen Republikaner anschloß. Bon 1893 bis 1894 war er Vizepräsident des Senats, von 189Z bis 1896 im Ministerium Bourgeois ' Minister des öffentlichen Unterrichts und der fchönen Künste. In Erziehungsfragen gilt er als Autorität. Trotz seines hohen Alters ist Dr. Combes von ungewöhnlicher geistiger Regsamkeit und körperlicher Frische. Neben seinen Amtsgeschäften betreibt er zur Zeit das Studium der russischen Sprache, nachdem er sich 'früher ohne Hilfe eines Lehrers die Kenntniß der deutschen und englischen Sprache angeeignet hatte. Mit Präsident Loubet verknüpfen ihn die Bande einer innigen Meunocyast. In Portugal liegen zur Zeit etwa 150,000,000 Gallonen Wein aufgespeichert, so daß für den Ertrag des letzten Jahres kaum noch Platz zum Aufbewahren vorhanden ist.
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