Indiana Tribüne, Volume 27, Number 247, Indianapolis, Marion County, 8 June 1904 — Page 5

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Ein Wiederseyen.

Von Aöhler-HorbS. Ich. stand wie einstens wieder ihr zur . , Seite, ' Wie einst vor lange Jahr'n bei Sang und Spiel, Die Herzen voll von Wiedersehensfreude, Aufs neue nur ein Sehnen, ein Gefühl. Und all' die süßen, frohen Melodien, Die unsre Wünsche einst so oft vereint. Ich hört' sie kommen, leise auch ent fliehen. So wie die Thräne, die die Freude weint. Leis' sang sie alle jene schönen Lieder, Und trüber ward ihr lebensfroher Blick, Und eine Thräne tropfte leis' hernieder, Die sang auch mit von längstentschwund'- . : , . nein Glück. Und leis' verklang dann endlich Spiel und Singen, In Thränen lächelnd sah sie weich mich V an; Des Herzens Toben konnt' ich kaum bezwingen. Und: Bravo! rief vom nächsten Tisch ihr Mann.

CW versunkener Stern. Skizze von Karl Kern. Der Primaner Hermann Harnisch hatte sich heute Abend nur nach einem gewaltigen Kampfe gegen das in ihm nach der Oberherrschaft ringende Pflichtgefühl vom Arbeitstische losgerissen. Er haderte noch mit sich selbst, als er schon Unten auf der Straße war. Man ist doch ein entsetzlicher Weichling!" Unter man" verstand er 'sich. . Anstatt sein bißchen Strammheit und Energie zusammenzunehmen schmachtet man stundenlang in dunklen ' Straßenecken und hinter Gärtenzaunen herum, um schließlich dadurch für seine Geduld belohnt zu.werden, daß man an rothen Lippen naschen kann." Während er zu seiner vollen Schlankheit hoch aufgerichtet, mit marmorblassen und wie er es liebte in stolzer Würde getragenem Antlitz durch die Straßen schritt, schoß ein Gedanke durch seinen Kopf. Hermann war das gewöhnt, und es befremdete ihn weiter nicht. Es fiel ihm nämlich ein, daß es doch wieder einmal an der Zeit sei, ein Blumensträußchen zu seinem Rendezvous mitzunehmen, denn er hatte Frieda lange keins gebracht. Er zählte seine Kapitalien durch, die er lose in der Westen tasche trug, und brachte einen Tresor von einer Mark und zwanzig Pfennigen zusammen. : ;x ) z,Hermann trat in einen Blumenladen und erstand eini Veilchenbündel, ' ' das ein Kranz von Reseda umgabfür fünfundsiebzig Pfennige. Mehr durfte er nicht . anlegen, denn für morgen Nachmittag hatte die Prima einen ,großen Exbummel geplant und da mußte er doch , wenigstens für drei Schoppen zur Verfügung haben. , Trinkgeld ersetzte er ohnehin für gewöhnlich durch , stramme Haltung. . Die Laternen hörten schließlich auf, ; Hermann's Weg zu beleuchten, denn er , kam weit in die Vorstadt hinaus, und nur die Sterne oder hiev und da ein , Lichtschein aus den immer spärlicher . werdenden Häusern beleuchtete seinen einsamen Pfad. Endlich war er am Ziele angelangt. Aus grünen Baumkrönen ragte die elegante Villa des Apothekers Schrader gegen den Sternenhimmel empor. Oft war Hermann diesen Weg gewandelt und, hatte dann , stets ein Weilchen' in einiger Entfernung gestanden, um den imposanten Eindruck dieses Hauses mit. seiner vornehmen Umgebung zu genießen. Auch heute blieb er am Wege stehen und schaute hinüber. Mehrere Fenster der oberen Etage waren erleuchtet; die Familie schien also vollzählig oder doch größtentheils zu Hause zu sein. Da brauchte er nicht zu bezweifeln, daß Frieda wie gewöhnliche wenn nichts dazwischen kam, Punkt dreiviertel neun Uhr auf den Balkon treten und nachsehen würde, ob er an der vereinKarten Stelle am Gartenzaun, ihrer harre. Hermann zog seine Uhr und dirigirte das Zifferblatt in den Lichterschein aus Schraders FensternFünf Minuten fehlten noch an dreiviertel Neun. Hermann träumte von der Zukunft. Ein Stern, der sich in einer kleinen Regenlache vor ihm spiegelte, hatte ihn träumerisch gestimmt. Er fand es zwar schimpflich und in keiner Weise eines deutschen Mannes würdig, hier in solcher Heimlichkeit zu lauern, doch es ging nun einmal nicht anders. Er hatte versucht, auf der Grundlage seiner Tanzstundenbekanntschaft mit Frieda einen Verkehr im Hause des Apothekers anzubahnen, doch hatte man sich ein paar Besuche von ihm nur eben höflich gefallen lassen; das gänzliche Ausbl:iden von Einladungen zwang ihn endlich, sein lebhaftes Interesse . für das Ergehen der Familie etwas einzuschränken. So war er. denn genöthigt, wenn er den Verkehr mit Frieda nicht ganz aufgeben wollte, woran natürlich nicht zu denken war, unter dem Schutze der Dunkelheit und der Gartenbäume auf flüchtige Minuten mit ihr zusaminen zu kommen. Das zerknirschte ihn oft auf's tiefste, und nur der Gedanke vermochte ihm einigermaßn den Mannesmuth und den Stolz aufrecht zu erhalten, daß er dereinst noch ein gern gesehener Freier im Schrader'schen Hause sein werde. Wenn er nur nur erst den Bauführer gemacht haben würde, dann konnte man sich wenigstens verloben; aber einem Primaner

gror ja lerver nur jenen zemano lerne Tochter zur Braut. Daß Frieda auf ihn warten würde, war über allen Zweifel! erhaben. Sie hatte ihm eines Mittwoch Nachmittags bestimmt versprochen, ihm ewig treu bleiben zu wollen. Dieses Gelübde hatte sich unauslöschlich in tötx mann's .Herz geprägt', und jedesTnat, wenn er daran zurückdachte, tauchte gleichzeitig das reizende Bildniß vor seinem Geiste, auf, wie Frieda dabei den Rest der Schlagsahne von ihrem Löffel ableckte, mit dem sie soeben drei Portionen Apfelkuchen verzehrt hatte. Selbstverständlich hatte er diese hocherfreut bezahlt. Seine Konpennäler liebten es, ihn mit Frieda zu necken, denn sie waren längst hinter sein Geheimniß gekommen. Aber Hermann hatte nur ein verächtliches Achselzucken für ihre profanen Redensarten; sie wußten ja nicht, was sie ihm war, wie viel Edles und Erhabenes sie in ihm geweckt hatte, wie sie sein oft umdüstertes Gemüth erleuchtete und ihm auf seinem LebensPfade voranleuchtete wie ein Stern in dunkler Nacht. Wieder fiel ihm der Stern in dem kleinen Regentümpel, in die Augen. Unwillkürlich verglich . er den Stern mit Frieda, während er sich als den Tümpel dachte. Plötzlich dröhnten aus der Stadt herüber Glockenschläge durch die Abendstille.- Dreiviertel Neun! Hermann schreckte aus seinem Sinnen empor und sprang hastig über die Straße zu dem verabredeten Rendezvousplatz. Sein Adlerblick nahm den Balkon auf's Korn und ließ ihn nicht mehr los. Eine Weile spähte er vergebens. Endlich glitt eine Frauengestalt über den Balkon und verweilte einen Augenblick an der Balustrade. Das mußte Frieda sein. Hermann's Herz klopfte lebhafter. Er zog sein Taschentuch und ließ es in dem unge wissen Lichtschimmer flattern. Die holde Gestalt verschwand, wie vorher lag der. Balkon still . und verödet da. Jetzt mußte Frieda schon beginnen, einen Augenblick zu erspähen, wo sie unbemerkt entschlüpfen konnte, um in seine Arme zu eilen. Hermann harrte geduldig, er war das ja längst gewohnt. . ," Eine geraume Weile verging, ohne daß sich etwas ereignete. Endlich dernahm Hermann in der Nähe ein Knir schen im Kies des Gartenweges; leichte Tritte kamen auf ihn zu. Er bohrte den Blick gespannt in das Dunkle, aus dem sich jetzt die Gestalt von Frieda'Z zwölfjährigem Bruder, Ernst abhob. Der Junge sprang ihm vergnügt entgegen und reichte ihm über den niedrigen Zaun hinweg die Hand. Guten Abend, Herr Harnisch! Das ist hübsch, daß Sie, gekommen sind. Frieda hat sich sehr darüber gefreut." So?" unterbrach ihn Hermann. Aber warum kommt sie nicht selbst?" Sie kann heute nicht," versetzte Ernst, weil sie sich soeben verlobt hat." Was hat sie?" fragte Hermann entsetzt. Er glaubte, nicht recht gehört zu haben. Verlobt hat sie sich mit dem Doktor Feder." (Dieser war Hermann's Pauker" für Französisch und Englisch.) Die Geschichte ist ja schon längst im Gange, denn er ist seit einem Vierteljähr fast täglich bei uns." Hermann stand einige Augenblicke starr;' doch bald faßte er sich, verbiß sein erschütterndes Weh und sagte: ' Nun, da wünsche ich von Herzen Glück! Ich habe das längst geahnt, und da von der heute bevorstehenden Verlobung bereits gemunkelt wurde Deine Schwester hat sich ja mit dem Doktor Feder furchtbar in's Gerede gebracht so habe ich zur Feier des Tages diese Blumen für sie bestimmt. Sei so freundlich und gib sie ihr. Adieu, Ernst!" Herr Harnisch, halten Sie doch 'mal einen Augenblick." Hermann wandte sich um und hemmte den eilenden Fuß. Ein Hoffnungsstrahl erleuchtete seine umdüsterte Seele. Vielleicht hatte ihn der.Junge nur foppen wollen. Nun?" fragte er. Haben Sie nicht eine Cigarette da?" kam es bittend von den Lippen des Kleinen. ' Der Alte gibt mir doch keine und mir räuchert so." Aergerlich machte Hermann linksum Kehrt und verschwand ohne Gruß im Dunkel. Er kam an der Regenlache vorüber, an der er vorhin gestanden hatte. Der Stern darin war derschwunden. Eine neidische Wolke hatte ihn verhüllt. Der nächste Morgen brach mit unge.wohnlicher Klarheit an. Hermann, der beim Erwachen sich diese beliebte Romanphrase in's Gedächtniß rief, betrachtete lange in tiefem Sinnen den blauen Himmel, der zum Fenster hereingrüßte. Dann zog er sich an, frühstückte und ging nach der Penne". Es war eben erst dreiviertel auf Acht vorbei, als er dort ankam, die Prima war jedoch gegen alle Gewöhnheit schon voll besetzt. Hermann begriff sofort, daß das Gerücht von der Verlobung seinen Mitschülern bereits bekannt geworden sei und diese eine Ovation gegen ihn im Schilde führten. .Er hatte seinen Platz noch nicht erreicht, da erhob sich der Primus, gab mit dem rechten Arm ein Zeichen und schon erklang von achtzehn mehr oder

weniger tiefen Vierbässen in wehmüthigem Pianissimo der tadellose Sang: Das ist im Leben häßlich eingerichtet. . ." Hermann Harnisch wollte zuerst auffahren und sich die Pöbelei verlntten, doch beherrschte '! er sich, setzte sich stillschweigend auf seinen Platz und vertiefte sich in die Bücher. Wenigstens gab er sich den Anschein, als sei er sehr vertieft. So ließ er geduldig die erste Strophe des Liedes über sich ergehen. Als der Primus den zweiten Vers steigen ließ, war Hermann nahe daran, einige Tintenfässer gegen die Kövfe der Sänger zu schleudern. Dock war er sich wohl bewußt, wie wenig rn plomatisch es sei, Aerger zu zeigen, und er verbiß diesen immer mehr. Den dritten Vers sang er mit. Als endlich das letzte Behüt' Dich Gott, es hat nicht sollen sein!" verklungen war, trat der Primus, mit feierlichem Schritt auf Hermann zu , und schickte sich an, eine Rede zu schwingen. Hermann hinderte ihn daran mit der Aufforderung: Ich bitte Dich, Mensch, halte jetzt nicht den Speech, den Du beabsichtigt hast, sondern dafür lieber den Mund! Und Ihr anderen Pöbelknoten haltet ihn ebenfalls!" setzte er hinzu, als einige Stimmen laut wurden, die darauf dringen wollten, daß die Rede des Primus vom Stapel laufe. Der Zufall wollte es, daß Dr. Feder gerade die erste Stunde, von acht bis neun, in der Prima hatte. Es wurde beschlossen, daß die' Klasse ihm ihre Glückwünsch zu seiner Verlobung aussprechen solle, und der Primus, der mit dem Munde sehr gern thätig war, erbot sich, die Sache zu übernehmen. Dagegen schien sich nichts einwenden zu lassen, und es herrschte deshalb einige Sekunden Schweigen nach dieser Erklärung. Da erhob sich langsam Hermann Harnisch und verkündete mit ernster, fester Stimme: Ich werde ihm gratuliren!" Der Primus wollte zwar Einspruch erheben, doch pflichtete die gesammte übrige Klasse Hermanns Vorschlag bei, und er war somit zum Sprecher ge wählt. Gleich darauf öffnete sich die Thür, und Dr. Feder betrat die Klasse. Er sah heute noch jugendlicher aus als sonst, denn ein rosiger Schimmer offenbar die Folge freudiger Erregung in Folge des gestrigen Ereignisses war über sein feistes Antlitz ausgegossen. Das blonde Schnurrbärtchen erschien heute kecker als je: jedes Härchen darin schien vor Vergnügen zu jucken, und die blauen Augen leuchteten noch feuriger als sonst. Hermann,, der seinen Platz am Ende einer Bank hatte, fing den Doctor ab, als er an ihm vor tiberschritt, stellte er ihn und legte ihm in wohlgesetzter Rebe das lebhafte -In teresse dar, das er und seine Mitschüler an dem freudigen Ereigniß nähmen. Er betonte besonders, daß des Herrn Doctors Fräulein Braut seit ihrer ersten Tanzstunde sich ein Denkmal gesetzt habe im Herzen eines jeden Primaners. Dies" sollte eine Malice gegen den jungen Doctor sein und ihn daran erinnern, daß Frieda's Herz auch schon für andere Jünglinge Raum geboten habe. Aber Feder hatte nur ein leichtes Spottlächeln für diese unzarte Andeutung, schloß den Abgesandten der Prima einen Moment lang in seine Arme und drückte ihm warm die biedere Rechte. Bei der Umarmung kam Hermanns Nase mit einem kleinen Blumensträußchen in Berührung, das Feder im Knopfloch trug. Es waren Veilchen und Reseda aus dem Bouquet, das Hermann gestern Abend Frieda's Bruder übergeben hatte. Hermann mußte dabei unwillkürlich an den Stern in der Negenlache von gestern Abend denken, der nachher derschwunden war. Er bereute es tief, daß jene Pfütze geworfen hatte, nachdem er schon einmal so dumm gewesen war, sich durch dieses Blumenarrangement er die Blumen nicht zum Stern in ganze fünf Schoppen zu entziehen. Schwerer Fall, Liebhaber (der von dem Vater seiner Ängebetenen zur Thür hinausgeworfen wird): Wollen, Sie 'damit sagen, daß ich auf die Hand Ihrer Tochter nicht rechnen soll? Enfant terrible. Alte Jungfer (wichtig): Denken Sie, auf der gestrigen Soiröe sollte ich beim Pfänderspiel sogar von einem Leutnant geküßt werden. Der kleine Willy: Tante, das war wohl der Soldat, dem auf einmal so schlecht wurde? Grund. Zuchthausdirektor: Nun, sind Sie schon wieder da? Sie versprachen mir doch letzthin, das unehrliche Gewerbe an, den Nagel zu hängen. Sträfling: Aber ich hatte kein Geld, mir den Nagel zu kaufen, und als ich ihn stehlen wollte, erwischten sie micb. .

Kleine Stadtnachrichten.

Feiger ich Hg. So lange Lizzie mit ihrem Bräutigam verlobt "war, behandelte sie ihn, als ob er ihr Schoßhündchen wäre. Und jetzt? Jetzt, wo sie verheirathet sind, führt er ein Leben wie ein Hund. Völkerkunde. Papa, fragt Toto seinen Vater, wovon leben denn die Menschenfresser, wenn sie zu uns herüber kommen? Wovon werden sie leben? Sie bringen sich'sFleisch in Conservenbüchsen mit.

Raucht die Tish I Mingo.

Frau A y r e s, 33 Denny Str., meldet' den Verlust von $102, kann jedoch die genaue Zeit des Diebstahls nicht angeben, da sie das Geld, welches sie zuletzt am Montage gesehen, erst heute Morgen vermißte. Detectivs Hauser und Larsch sind auf der Suche nach den Dieben. In der Versammlung der Bör senbehörde wurde ein Schreiben von der National Gram Dealers Ass'n" derlesen, in welchem nachgesucht wird, die Bewegung der Ass'n. daß kein profesfioneller Politiker das Amt eines Ge treide-Jnspectors bekleiden darf, zu unterstützen. Depeschen aus NewYork zufolge wird wahrscheinlich die C. H. & D. Bahn in den nächsten Tagen in den Besitz der Penn. Marquette übergehen. Die von ExMayor Charles Bookwalter ausgesetzte Belohnung von $25 hat bis dahin noch nicht das Kleid seiner Tochter zum Vorscheine gebracht, so daß Frl.Bookwalter höchstwahrschein lich in einem anderen Kleide die SchlußCeremonien ihrer Schule wird mitzu machen haben.

Einsturz einer Maner. Ein Theil der nördlichen Mauer des 3-ftöckigen im Bau begriffenen Gebüu des 137 und 139 N. Delaware Str., welches Contractor Henry Dollman zur Zeit für Chauncy Turner aufführen läßt, stürzte gestern ein. Es ist als ein wahres Wunder anzusehen, daß Nie mand verletzt wurde. ßCT Die größte und pas sendsteAuswahl von Schnittblumen und Blumenstücken für alle freudigen und traurigen Ereignisse. Wir find jederzeit gern bereit bei der Auswahl behülftich zu sein. Wertermann Bros. Co. 241 Mass. Ave. Tel. 840. Türkische Lustradschi. tit Gilde dcr Schuhputzer im Orient und in den Mittelmeerländern. ..Einen eigenen Stand unter der Bevölkerung der großen türkischen Städte bilden die Schuhputzer, die Lustradschi, "wie sie' dort allgemein genannt werden Und deren es in Konstantinopel mindestens ebensoviele gibt, als in irgend einer amerikanischen Großstadt. , Da es im Orient, für unschicklich gilt, ein Zimmer auch nur mit dem geringsten Makel am Schuhzeug zu betreten, so läßt man sich bei' ungünstiger Witterung manchmal zköei-'dder dreimal am Tage die Stiefel putzen. Die Lustradschi machen daher recht gute Geschäfte. Meistens sind es halbwüchsige Burschen, selten ältere Männer; alle Nationalitäten sind unter ihnen vertreten, Türken und Griechen, Armenier und Juden, wozu in Saloniki noch Zahlreiche Zigeuner kommen. Wie sehr sie Bedürfniß sind, sieht man am besten daran, daß sich selbst auf allen Bosporusdampfern regelmäßig ein oder zwei Lustradschi befinden. Ihr Geschäft besorgen sie in ähnlicher Weise, wie ihre Berufskollegen in den Ver. Staaten. Nach der Einreibung des Schuhzeugs mit Wichsmasse greift der gewissenhafte Künstler zu einem Stückchen Wachs schwarzem für ge

wöhnliche und Lacksnesel, gelbem für farbiges Schuhzeug, womit er alle Theile überfährt; dann verleiht er mit einer Bürste der gebahnten" Fußbekleidung den erforderlichen Glanz und erhöht ihn schließlich erst durch eine kräftige Abreibung mit einem Sammetlappen oder häufiger noch mit einem Stück Seidenstoff, das in , besseren Tagen einem Regenschirm angehörte. Den Schluß bildet die entsprechende Färbung des Absatzes und der Seitenpartien der Sohle durch Bepinselung mit flüssiger Wichse. Die ganze Manipulation dauert, gewissenhaft ausgeführt, mindestens volle fünf Minuten, dafür dauert der Glanz aber auch, wenn er nicht durch Regen beeinträchtigt wird, mehrere Tage. . Den Namen nach zu urtheilen, sollte man glauben, daß die Lustradschi von Lustrare," gleich Poliren, putzen, mit dem türkischen Anhängsel, das die Person andeutet aus Italien gekommen wären. Stiefelputzer als Prosession gab es jedoch schon unter den Arabern, und von ihnen übernahmen die Türken die Gewohnheit, sich besondere StiefelPutzer zu halten; es wurden dazu die noch nicht waffenfähigen Christenkinder verwendet, die später der Janitscharentruppe zugeführt wurden; durch sie, unter denen es viele von Venezianer und Genueser Abstammung gab, kam die Bezeichnung auf und verpflanzte sich mit den Schuhputzern 'nach allen Ländern des Orients .und Mittelmeeres. : Ertrunkener Luftschiff e r. Bei Van Buren, Ark., ließ sich der professionelle Luftschiffer Limbecker in einem Falls. i aus einem Luftballon nieder. -Er ,.e! in den ArkansasFluß und ertrank. -

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