Indiana Tribüne, Volume 27, Number 246, Indianapolis, Marion County, 7 June 1904 — Page 7

Jndiana Tribüne, 7. Juni 1904

Das Gymnasium zu Lcnguwo Ein Schulroman aus der Ostmark y&n Karl Hufso

(Fortsetzung.) Und "wie kleinlich doch dabei. Un angenehm war er ihr fast. Er sprach wieder mit Begeisterung gegen die Ve geisterung. Vielleicht hatte er recht. Aber es wäre traurig, wenn er recht hätte. Man kann doch beides verbinden. Großes und Kleines. Das wird dann wohl das Beste sein nicht?" Ja, ja, ja nur mit dem Klemen anfangen. Die Fische vom Deutschen kaufen. Und nicht sich ausreden, daß es die eine Mark nicht macht. Wenn Tausend einig sind, werden das tausend Mark. Das ist praktische Arbeit. Denn Großes was kann unsereiner da thun? Sollen wir die Polen mit Feuer und Schwert vertilgen? Da lachen Sie selbst! Glauben Sie, daß schwungvolle Reden kulturfördernd wirken? Ich möchte den Herren immer zurufen: .Seid doch nüchtern!' Aber alles starrt wie fanatisirt auf die Polen. Die sollen gekirrt werden heute Zuckerbrot, morgen Perikche! Unsinn! Dummheit! Helst den Deutschen, oder vor allem: thut alles für die Provinz. Universität, Gymnasien. Schulen, Garnisonen, Eisenbahnen immer nur zu! So lange es eine Geschichte gibt, hat noch nie ein Volk das andere überwunden. Besiegt ja! Ueberwunden nein! Aber immer überwindet die höhere Kultur die niedere Die höhere das ist in diefern 5?all die deutscke. Dock, immer, wenn em vernunfttger lseoanie anstaucht, heißt es: damit würde vor allem den Polen genützt! Ja, mein Gott laßt doch! Laßt es doch zehnmal so sein! Den Vortheil haben w i r doch, denn es ist ja deutsche Kultur. die wir vermitteln!" Doktor Holst athmete heftig. Dann wurde er brennend roth. Verzeihung, gnädiges Fräulein. Lei dem Thema galoppir ich immer. Da vergeß ich auch zu leicht, daß es eine Dame nicht sonderlich interessiren kann." Gertrud Rüdiger überhörte die letzten Worte absichtlich. Ich bin schon zufrieden," erwiderte sie, daß Sie schließlich doch noch andere Wasfen kennen, als das Groschenstück. Daß Sie dem da auch eine Mission zuweisen." Sie zeigte auf das Gymnasium. Es lag vor ihnen; es lag im Mittagsschlaf. Kein Gesicht an den Scheiben. Und wie sie Beide so darauf hinsahen, fagte das Mädchen: Wollen Sie glauben, daß ich es noch nicht kenne? Ich hab noch nie eins von innen gesehen." Gleichsam erklärend, fügte sie hinzu: Wir wohnten auch noch nie so nebenan. Papa ist ja erst seit Kurzem Direktor." Er lächelte. Fast das erste Mal heute. Es ist nicht viel dahinter. Eine schone naturwissenschaftliche Sammlung soll drin sein. Doch die ist jetzt verschlossen. Aber wenn ich führen dürfte" Jetzt?" fragte sie überrascht. Allerdings zu thun war- nichts mehr; das Essen war fertig; das Mädchen kam eben zurück. Und ihr Vater würde schwerlich vor ein Uhr herüberkommen. Nehmen Sie mich mit!" sagte sie . rasch und befühlte ihr Haar, ob es auch noch recht und richtig saß. Aber kaum hatte sie die Worte gesprochen, als sie sie schon bereute. Weshalb eigentlich? Sie hatte nur ein dunkles Gefühl, als hätte sie wieder einmal vorschnell gehandelt ganz als Fräulein Blücher." - Der Vater hätte ihr das Gymnasium, sein Gymnasium zeigen müssen. Und vielleicht war es nicht einmal das allein, was ihr Fühlen, bestimmte. Aber mit einem Mal zurückstehen? Nein, das war nicht ihre Art. Es hätte jetzt auch den harmlosen Menschen beleidigen können. Ein Seitenblick, flüchtig messend und prüfend. Ja, den harmlosen Menschen! So gingen sie nebeneinander. Er war viel größer als sie. Und ob sie das auch von ihrem Vater hätte gewohnt sein müssen das bezog sie viel weniger auf sich. Jetzt aber, neben dem Fremden, fiel es ihr auf. Unangenehm auf. Bei ihrem Vater freute sie 'sich und dachte: wie groß er ist! Hier kränkte sie sich, daß sie so klein war. . Figur wie eine kleine-dicke Wurst, dachte sie ärgerlich. Was nützt da das Gesicht! Sie ward das leise Mißbehagen auch nicht los, als sie die Steintreppen emporschritten. Aber sie hob etwas den Kopf: sie hatte gemerkt, wie ihr Begleiter leicht zögerte, als müsse er sick überlegen, fcn man die Treppe vor der Dame emporsteige. Er war aus kleinen Verhältnissen gewiß! Das berührte sie beinahe wie ein Trost. Durch viele Klassen gmgen sie. In jeder war es so still und leer. Da stay-

den die Bänke, in die Schülerhände nnt dem Messer zierliche Namen gekerbt. In der Sexta waren es die Jnitialen des eigenen Namens, in der Prima die des Namens einer Flamme. Das war der ganze Unterschied. Ob wohl einer auch ihren Namer, einmal in das Holz geschnitten? Nicht hier, aber drüben in der märkischen Heimath? Sie klappte ein paar offenstehende Tintenfaßdeckel zu. Es ist wirklich nicht viel zu sehen." nickte sie auf eine Bemerkung von ihm. Und doch überkam sie die Stimmung. Diese leeren Bänke,, auf denen so viele angstvolle Minuten verbracht waren da das Katheder, steif, würbig, selbstbewußt, davor die schwarze Tafel und der Schwamm. Auf der Tafel waren noch Aufgaben lesbar Spuren davon, daß hier vor Kurzem unterrichtet war. , Und jctzt stand sie, das Mädchen, in dieser Klasse, in, der sonst nur Männer und Knaben athmeten. Sie ergriff den Schwamm. Sie machen sich ja ganz kreidig," sagte ihr Begleiter. Aber sie löschte die Aufgaben erst fort. Gerade das, was noch übriggeblieben war, sprach besonders deutlich davon, wie leer, still, verlassen die Stube jetzt 'oar. Und sie war hier allein mit einem Lehrer für sie war's ein junger Mann wie viele. Es wollte sie bedrängen, daß sie Beide so mutterseelenallein hier standen. Und fast gleichzeitig schon zürnte sie sich selbst wegen dieser Empfindung. Verstärkt kam -das Mißbehagen von vorhin wieder. Da ging sie an eine Bank, setzte sich halb darauf und sagte: So nun fehlt nur noch der Unterricht. Wollen Sie sich nicht mal in voller Lehrthätigkeit zeigen, Herr Doktor? Wie machen Sie das?" Ein wenig erstaunt blickte er sie an. Er empfand, daß sie in diesem Augenblick etwas gegen ihn hatte, daß in ihrem Ton eine leichte Schärfe lag. , Das machte ihn unfrei. Er fand kein passendes Wort. Und als müsse sie den Eindruck ihrer Worte noch verstärken, fuhr sie fort: Wie kommt es, daß gerade viele Lehrer so komisch sind?" Da wich die Unfreiheit. Er wurde roth, er wurde beinah zornig. Gnädiges Fräulein sind doch selbst eine Lehrerstochter." . Aufzuwarten. Aber braucht man deshalb die Augen zuzumachen?" Sie war gleich fröhlicher und der vorigen Empfindung ledig, als sie seinen Zorn bemerkte. Jeder Beruf hat seine Eigenheiten. Von unserm kann doppelter Segen und Unsegen ausgehen." . Er schien mit sich zu kämpfen, ob er weitersprechen sollte. Jetzt ergriff er den Schwamm. Mechanisch wischte er über die Tafel. . Wissen Sie, weshalb i ch Lehrer geworden bin? Weil ich auch einen Lehrer hatte, der komisch war. Eminent komisch. Sie hätten sich halb krank über ihn gelacht. Denken Sie sich: er war klein, schäbig angezogen, hatte ganz verwuscheltes Haar, durch das er sich stets mit den Fingern fuhr. Außerdem war er leberleidend. Sein Gesicht war braungelb, dickschwammig. Auf der Stirn hatte er eine mächtige Warze. Und da er etwas kurzathmig war, konnte er die Hexameter nur in Absätzen lesen. Seltsanier Weife liebte er sie sehr und deklamirte sie uns vor. Die Seiten konnte man sich halten: ein begeisterter Kurzathmiger, der Homer mit Ausdruck vorträgt. Urkomisch!" Gertrud Rüdiger saß noch immer halb auf der Bank. Was wollte er? Und der rieth Ihnen zur Philologie?" Die Schilderung war noch nicht zu Ende," antwortete Dr. Holst. Der Mann war auch sonst kurios. Es gab in seiner Klasse zwei sehr arme Schüler. Einer war der Sohn einer Waschfrau, der manchmal mit hungrigem Magen in die Schule kam und immer geflicktes Zeug tragen mußte. Da hat der komische Kauz von Lehrer noch immer von seinem dürftigen Gehalt ein paar. Thaler übrig gehabt für den ärmeren Schüler. Ohne ihn hätte der das Gymnasium, nicht durchlaufen können." Das ist schön." sagte sie rasch. Roth und ein wenig beschämt. Aber in einer plötzlichen Gedankenverbindung: Wußten denn das alle?" Nein, nein, keiner! Nur der Junge selbst." Jetzt ward sie tiefroth. Das verwirrte den Dr. Holst. Er wurde wieder unsicher. Wenigstens, so viel ich weiß. Alles still, selbstverständlich. Gar keine großen Phrasen. Und später in der Prima, begriffen es auch die andern. Wir lasen Sophokles. Die Chöre kamen. Es kam: .Eros, Allsieger im Kampf.' ' Da stand der häßliche' Mensch mit dem kurzen , Athem. Seine Brust spannte sich wohl zu sehr, er brachte kaum so viel heraus wie sonst. Aber wie er das sagte: .Eros. Allsieger im Kampf' wie man daß Herz zittern hörte wie ihm beinah vor der Macht und Herrlichkeit der Worte die Thränen in's Auge kamen seiner hat gelacht. Alles war mäuschenstill. Nicht Sophokles wirkte auf uns. Ms etwas gewaltiges em-

pfänden wir nur die Wirkung, die es auf den Lehrer harte. Von ihm kam die Wirkung zu uns. Wir hatten zum erstenmal in der Schule Ehrfurcht. Nicht Respekt Ehrfurcht! Und wenn es nur eine Minute dauert: da wird alles Gute und. Große wach. - Hören Sie, gnädiges Fräulein, der häßliche, komische Lehrer war schön in diesem Augenblick!" ' Er schwieg. y . Wie von einem Leuchten war er angestrahlt," setzte er nach einer Pause hinzu. Gertrud Rüdiger war zuletzt ganz leise aufgestanden. Das Schweigen jetzt war groß und voll Reinheit., Als ob sie nicht in der Schule wären, sondern in der Kirche. Sie dachte an den häßlichen Lehrer, der schön-geworden. Sie sah den Dr. Holst an, der noch immer an der Tafel stand, den ungesäuberten, kreidigen Schwamm in Händen, und dachte, daß auch er mit einem Mal gar nicht mehr häßlich war, fondern schön. Ich danke Ihnen," sprach sie in ihrer plötzlichen Art und streckte ihm die Hand hin. Er stotterte etwas, aber man merkte, daß die drei Worte ihn wärmten. Dann gingen sie zurück durch die hallenden Korridore. Also deshalb ist er Lehrer geworden, dachte sie. Wieder blickte sie ihn von der Seite an. Er war gewiß ein richtiger Lehrer. Er hatte ihr heute gleich zwei Lektionen gegeben. Vorhin mit den Fischen und jetzt im Klassenzimmer. Unten klang eine Thür, ein Schritt ertönte: mit seinen Büchern eilte ein Gymnasiast dem Ausgang zu. Er wandte sich, als er Geräusch , hörte. Und als er den neuen Lehrer erkannte, zog er die weiße Mühe. Ist denn jetzt noch Unterricht?" Der Ton war wieder gewöhnlich, der Anblick des Schülers hatte sie aus der seltsamen und schönen Feiertagsstimmung hinausgeführt. Nein er kommt aus dem Direktorzimmer. Vielleicht das erste hochnothpeinliche Verhör." So, so," erwiderte sie mit halbem Lachen. Da wird Papa jetzt wohl fertig sein. Ist dies hier sein Zimmer?" Er wies es ihr, aber als sie Miene machte, darauf zuzugehen, sagte er: Ich möchte den Herrn Direktor nicht stören." Etwas unschlüssig, wie er sich am besten empfehlen könne, zog er den Hut. Dann werde ich allein in die Löwenhöhle steigen. Aufgefressen wird man nicht werden. Nochmals vielen Dank, Herr Doktor!" Und während sie ihm die Hand reichte und sich verabschiedete, hatte sie ganz das Gefühl dafür, daß sie die Tochter des Direktors, seines Chefs, war. Aber erst dies: daß sie sich plötzlich jetzt groß und gewissermaßen überlegen fühlte, zeigte ihr deutlich, wie klein sie sich vorhin ihm gegenüber vorgekommen war: Sie stand einen Augenblick vor dem Amtszimmer ihres Vaters still. Nein es war Niemand bei ihm. Sie hörte ihn auf- und abgehen. Das war seine Gewohnheit, wenn ihn etwas stark beschäftigte. Stundenlang konnte er so wandern. Sie wußte auch, daß er sich dann nicht gern stören ließ. Am allerwenigsten hier im Amtszimmer. Hier war er nicht ihr Vater, sondern der Direktor. Wahrscheinlich hätte sie auch nie daran gedacht, ihn jetzt zu überfallen. Aber es prickelte sie gleichsam vor Dr. Holst, es zu thun. Deshalb mochte sie jetzt nicht umkehren. Fräulein Blücher, dachte sie und da klopfte sie. Du?" sägte Georg Rüdiger erstaunt und hatte eine Falte auf der Stirn. Das Essen ist fertig, Papa. Wenn Du nichts Dringendes mehr vorhast Ich kam nämlich gerade hier vor bei! Dr. Holst hat mich hier mal durchgeführt." Was er wohl sagen würde? Aber er sagte nur: So, so," nahm seinen Hut und trat mit ihr auf den Korridor. Das Zimmer schloß er hinter sich cib. Es mußte ihn Wichtiges beschäftigen. Auch während der Mahlzeit sprach er nicht. Er aß hastig. Hatte Gertrud erst mit leiser Scheu daran gedacht, wie er es wohl aufnehmen würde, daß sie sich von Dr. Holst sein Gymnasium hatte zeigen lassen jetzt kränkte es sie beinah, daß er so darüber hinwegging. Sie wollte noch einmal anfangen, aber unterließ es dann doch. Er war mit seinen Gedanken das spürte sie so unendlich weit von ihr. Und sie fühlte deutlich und mit Bangen, daß es Reiche gab für ihn, in die er sie nicht mitnahm, nicht mitnehmen konnte. Es war ihr nie so jäh zum Bewußtsein gekommen, wie jetzt bei diesem schweigsamen Mahl. Gerade jetzt war ihr Herz voll. Sie hatte sprechen mögen. Hätte sie alles gesagt? Nein! Und eigentlich es war doch nichts zu verschweigen! Auch sie hatte ihr Reich für sich. So ließ sie jetzt darin ihre Gedanken spazieren. Sie kam immer wieder zu dem Schluß, daß dieser Dr. Holst ein interessanter Mensch sei.

Angenehm? Unangenehm? Beides eigentlich. . Man konnte ihn'gern haben und sich gegen ihn empören. Eigentlich war sie auf das Urtheil ihres Vaters brennend neugierig. Sie ließ die Gabel sinken und sah ihn an. Da schob er den Teller beiseite und griff nach der Klingel, die von der altmodischen Hängelampe herabhing. Was fehlt denn?" Nichts, Kind. Nur eine Vestellung." Und als das Dienstmädchen eintrat: Gehen Sie sofort zum Pedell, geben Sie ihm diesen Schlüssel, und sagen Sie ihm. er soll aus dem Dokumentenschrank sofort die Aufnahmepapiere des jetzigen Obersekundaners Reinhold Wächter heraussuchen. Was sollen Sie bestellen?" Das Mädchen wiederholte. Gut. Und die Papiere sollen gleich in mein Amtszimmer!" 4. K a p i t e l.

eorg Rüdiger trank den Kaffee, den er nach dem Essen zu nehmen Pflegte, nur halb aus. Als triebe ihn eine aebeime Unruhe, ging er sofort wieder nach dem Gymnasium hinüber. Die Dokumente waren noch nicht da. So schritt er auf und ab. Es hatte ihn vorhin etwas aufgeregt. Da wollte er Gewißheit haben, ob er nur phantasirte. Und während er-so unermüdlich wanderte, von einer Wand zur andern, erlebte er die Szene, die sich nach dem heutigen Vormittagsunterricht hier in diesem Zimmer abgespielt hatte, noch einmal. Es hatte geklopft. Herein! aha: Reinhold Wächter. Die Bücher unterm Arm, die weiße Mütze in der Hand. Er hatte sie schon draußen abgenommen. Ich sollte mich beim Herrn Dirttwr melden!" Ja Wächter, es handelt sich um ein paar Fragen. Ich stand in der großen Pause hier am Fenster. Die Schüler ich glaube, es waren Tertianer vergnügten sich damit, ein paar Kameraden überzulegen. Darunter auch einen kleineren ich denke, er heißt Strich. Stimmt das?" Ja," erwiderte der Sekundaner zögernd. Und dann, der rechte Schüler: Ich hab mich aber nicht daran betheiligt." Nein, nein so war das auch nicht gemeint. Und als der Strich dann seine Prügel bekam, ' sprang Jemand dazwischen. Waren Sie das?" Ja, Herr Direktor." Hm. Sind Sie ein Freund dieses Strich? Aber legen Sie mal die Bücher fort. Der Arm muß Ihnen ja lahm werden." Der Junge gehorchte. Ich kenn ihn nur vom Sehen." Da sind Sie also dazwischengesprungen, weil Sie nicht leiden wollten, daß er schlecht behandelt wurde?" Reinhold Wächter hatte rathlose, erstaunte Augen. Bei den schwachen, hellen Brauen bekam das Gesicht dadurch etwas Geistloses. Was. wollte der Direktor von ihm? Ich " habe mich nur reingemengt, weil er nicht schlimmer getauft werden sollte, wie die andern." .Getauft?" Ja. Das ist so üblich. Ms zur Obertertia. Wenn man in eine neue Klasse versetzt ist, wird man von denen, die schon, drin sind, die sitzen geblieben sind, erst getauft also übergelegt. Dann ist man aufgenommen." Er erzählte das beinah mit Ueberzeugung, als sei es etwas Nothwendiges und Ueberliefertes, was heilig zu halten sei. Eine liebliche Sitte. Und der Strich wurde zu stark .getauft?' " Es kann ihn keiner leiden. Er wehrt sich nicht. Deshalb ward er länger geprügelt." So, so. Und das war ungerecht. Ich verstehe." Es hatte doch keinen Zweck. Wer sich nicht wehren kann " Georg Rüdiger hatte aus dem Jenster gesehen. Jetzt drehte er den Kopf. Wer waren die Hauptanführer, Wächter? Ein vierschrötiger Bursche fiel mir auf." Langsam überzog das Gesicht des Schülers eine helle Röthe. Er sah zu Boden, ohne zu antworte: Nun?" Die Uhr tickte.' Es gab dazwischen einen leisen Schall, wenn der Direktor den Bleistift, den er in der Hand hielt, spielend zwischen den Fingern auf den Schreibtisch fallen ließ. - Sonst immer die Stille. ' Er hatte nichts anderes erwartet. Lügen wollte Reinhold Wächter nicht. Petzen" erst recht nicht. Es waren mehrere," sagte der Chef alfo. Und .lächelnd: Darunter verschiedene. die Ihnen Ihr Rettungswerk am liebsten selbst angestrichen hätten." Da warf der Sekundaner hastig den Kopf hoch. ' Die Polen," sprach er schnell und stolz. Die hassen mich alle!" Mit einem Mal war der Direktor unruhig. Dieses hastige Emporwerfen des Kopfes, dieser stolze Blick - Das kannte er doch. Das hatte er doch schon gesehen! Er hatte so viele hundert Schüler schon unterrichtet war's einer von ihnen, an den er gemahnt ward? Oder? (Fortsetzung folgt.) ,

-I I-I I I M I M ? I I ; M 'M-I"

Haus, Hof und Land ; j i ; i i m-h-h-' Kirschen-Kompott. Die Kirschen, am besten saure, werden ausgesteint oder unausgesteint, mit etwas Wasser, Zucker, Zimmet und Citronenschale aufgesetzt, und sind sie weich, mit etwas Kartoffelmehl oder Mondamin abgerührt. Ein sehr gutes Kompott ist eine Mischung von Kirschen, Johannisbeeren und Himbeeren. Zur Entfernung des Holzwurmes aus Möbeln wird empfohlen, Teller mit frischen Eicheln auszulegen, welche von den Schalen be-. freit werden. Die Würmer stellen sich dort bald ein und können beseitigt werden. Stellt man bei größeren Möbelstücken mehrere Teller auf, so werden alle Holzwürmer hervorkommen. Russischer Creme. Drei Eier werden mit fünf Eßlöffeln Zucker dick gerührt, dazu drei Eßlöffel Arrak und j Quart Schlagsahne. Um dem Creme Haltbarkeit zu geben, löst man zwei bis drei Blätter Gelatine in Wasfer auf, milcht das -Ganze recht durcheinander, füllt es in eine Schale und gibt zur Verzierung kleine Baifers dazu. Vorsichtbeim Gebrauch des Fächers! Ein heißes Gesicht, immer mit dem Fächer gekühlt, kann seinen schönen Teint nicht behalten. Es muß die Haut durch diese größere Verdunstungskälte leiden, und manche Dame hat sich hierdurch unbewußt den Teint verdorben; dann sind alle Schönheitswasser unnütz-des-halb Vorsicht mit der Handhabung dieses graziösen Toilettegegenstandes! Tauben sind die geeignetste Kost für Kranke und Genesende, die jungen Thiere liefern einen zarten Braten, die alten eine sehr gute - Krankensuppe. Junge Thiere haben einen schwachen Schnabel, spitze Krallen und weißes Fleisch, zwischen den Federn am Kopfe und Halse zeigen sie kleine gelbe Fasern; hell befiederte Thiere sind zarter als dunkle. Tauben sind fast das ganze Jahr zu haben, ihre Hauptzeit ist Juni und Juli, Geräucherte Ochsenz u n g e. Man kauft eine Zunge ohne Schlund, pökelt sie zwei bis drei Wochen ein und hängt sie dann einige Tage in die Luft. Um dies zu können, durchsticht man die Zungenspitze mit einer Spicknadel und führt eine Schlinge von Bindfaden hindurch. Darauf hängt man sie einige Tage in Rauch. Vor dem Gebrauche legt man sie eine Nacht in Wasser, kocht sie weich, zieht, so lange sie noch warm ist, die Haut ab, preßt sie zwischen zwei Brettern und schneidct sie erkaltet, in Scheiben. Der Honig ist als Genußmittel sehr zu empfehlen. ' Im Allgemeinen wird die Wirkung des Honigs als eine gelind eröffnende angesehen. In früheren Zeiten war dem Honig im Haushalte eine weit wichtigere Rolle eingeräumt, als in unseren Tagen. Die Kinder wurden fast nur mit Milch, Butter und Honig ernährt und entwickelten sich hierbei so gesund und kräftig, daz kaum die Hälfte unserer jetzigen Kinderkrankheiten bekannt war. Für Erwachsene empfiehlt es sich sehr, bei Hals- und Brustleiden, bei Heiserkeit und Athembeschwerden ein Glas gekochten Wein mit Honig zu nehmen., Essen und Trinken. Die meisten Menschen pflegen, während sie ihre Mahlzeit zu sich nehmen, häufig kalte Flüssigkeiten zu trinken, kaltes Wasser oder was noch öfter vorkammen soll kaltes Vier. ' Nun besitzt aber der Magen eine Wärme von ungefähr 115 Grad Fahrenheit, und wer das bedenkt, der wird sofort einsehen, daß eine plötzliche Zufuhr von Flüssigleit, die nur eine Temperatur von 40 bis 45 Grad besitzt, der Verdauung nicht förderlich sein kann. Die Nerden werden mehr oder weniger gelähmt, die Absonderung des zur Verdauung nöthigen Magensaftes gehemmt, dieser selbst auch zu sehr derdünnt. Wein wird in der Regel nur in geringen Quantitäten getrunken, auch meist nicht so kalt, weshalb er nur selten ,'chädlich wirkt. Beim Genuß von Nasser oder Bier während des Essens sollte man jedoch sehr mäßig sein, und am besten wäre es, den Durst etwa eine halbe Stunde vor der Mahlzeit zu löschen, und dann erst eine Stunde nach beendigter Mahlzeit wieder zu trinken. Eigroße Stachelbeeren zu erhalten. Man wählt einen Stachelbeer'' rauch mit großen Früchten: nachdem die Beeren die Größe eines Nußkerns erlangt haben, umwickelt man einzelne Zweige mit Moos mittelst dicker wollener Fäden, stellt ein flaches Gefäß mit Wasser unter den Strauch und läßt die angefeuchteten Faden in das Wasser hineinhängen. Vermöge der Capillarität zieht sich nun immer Wasser in die Höhe an den Zweig. Es muß natürlich dafür geforgt werden, daß fortwährend Wasser in dem Gefäß ist. Nach Verlauf einiger Wochen werden die Beeren an den betreffenden Zweigen eine enorme Größe erreicht haben. D ie B l üt h en der Zwe r go b st b ä u m t bei den Hochstämmen wird dieses Verfahren zu umständlich schützt man durch Ueberhangen von Matten gegen das Erfrieren und bei trockenem Wetter durch ausaiebiges Begießen gegen das Abfallen.

.euer - Signale.

1 Pennsylv nd Market S Engliff'S Openc-Hau 3 East und 33-to York 7 Noble und Michigan 9 91. Jersey u. Mag Ave 9 Pine und North 10 Market und Pine "l Vermont nahe East 12 No.. 8 Spritzenhaus Maff. Ave nahe Noble 13 Deawar und Walnut 11 .Jersey Central. 15 Mass. und CornellAv 16 Ash uud 11. traf t? Park Ave und 12 Str .8 Columbia nd HiUfld 19 Highland Ave u.Ptt 11 Jllinoi und Et. Jo Pennfylv. und Pratt 34 Meridian und 11. Str 25 5. Spritzenhaus 15. nahe Illinois 16 Senate Ave u. StElair Jllinoii und Michigan 28 Pesvlvania und 14. 9 Senate Ave. und 13. 31 Ro. 1 Spritzenhaus ' Ins Av nabeMichiga 82 Meridian und Walnut 34 California u nmont ss Blake und New gork IS Ind. As. u. Si Clair 37 City Hospital 38 Blake und North S9 Michigan und SgneS 41 91. 6 Spritzenhaus Washington nah West 4 Gcksendorf u ash. 4 Missouri New Dork 4K Meridian u Wash 6 Illinois und Ohio 47 Capitol Av. u Wash 49 mgan'S Porkhau 49 Straßenbahn StSll 58. Washington SU 31 No. 10 Spritzenhaus Illinois u Merrill JllmoiS u lbouistana 63 West und South 64 Weft und McCarty M Senat Av. u Henry 87 Meridian und Ray SS Slo. 4 Spritzenhau MadisonAv.uMorriS S9 Madison Av.u Tunlop fll No 2 Haken Leiterhau South nah Delatoari 2 Penn, u Merrill LZ Dklaware u. McEartS M ast und Wrarty New Jersey u. MerrÄ 7 Birg. Av. u Lradsha Gast und Prospekt 9 Bicking und High n SW. 11 Spritzenhaus Lir Ave. nahe Huro 7 East und Georgia 73 Ceda, und Elm 74 Davidson u Georgia 7 EnglishAv.uPine 76 Ehelby und BateS 'S No. 3 Spritzenhaus Prospekt nah Shelby 79 Fletcher Av. u Shelby 1 Market u. New Jersey 62 Delaware und Waff. SS East u Washington S4 New Dork u. Davids 5 Taubstummen Ansta 86 er. Staaten Arsenal 87 Orient! und Wafh. 89 Frauen-Reformat. l No. 13 Spritzenhaus Marhland nahe Mer. 92 Meridian u. Teorqia. 03 Meridian und South 4 Pennsylv u. Louistana 5 Virgmi Ave u. Alab. 9 Hauptquartier. 67 Grand Hotel. 98 Capital Ave und fchi 63 No. 16 Spritzenhaus 16. und Ash. 124 Alabama und 16. 125 Central Av und IS. 126 DandeS und 15. 127 Brooksid und Juptt 128 Central Av und 17 129 Delaware und 19. 131 Alabama und 11. 13 Bellefontaine und &7. 134 College Ave und 9. 135 Delaware und 13. 136 Alabama und North 137 Newmann und 19. 133 Colleg: Ave und 14. 139 Cornell Ave und 13. 141 DandeS und 19. 142 Highland Ave und 19. U3 Tecumseh und 10. 146 New Jersey und 22. 146 Nlvord und 17. 147 No. 2 Spritzenhaus Hillside Ave und 16. 448 College Ave und 2. U9 College Ave und 7. 152 Park Ave und 22. 153 L E u. W Bahn u. 22. 154 Ramsey Ave und 10. iss Etoughton u Newman 157 AtlaS und Pike. 158 Blohd und Pawpaw. 159 No. 21 Spritzenhau Lrightwood UZ Arden und Depot 163 Brigytwood und 25. 154 Rural und Bloyd 155 St. Clair u. eystone 167 Arsenal Ave und 23. 168 Bellefontawe und t. 9 Park Av und l. 212 Capital Av und 17. 213 Pennsylv. u. Michiaa 214 Jllinoi und M. 215 Senate Ave und 21. kl 6 Pennsvlvania und 23. 217 Meridian und 16. " 218 Capital Av und 2. 219 Broadway und 10. 231 Illinois und McLea 234 No. 14 Spritzenhau Kenwood und 30. 35 Illinois und 33. 36 Annetta und 80 237 No. 9. Spritzenhm Udell und Rader ,33 Udell Ladder Wor 2S9Jfabel und 7. 241 Meridian und 24. 242 JllmoiS u St.Clae 243 Eldridge und 23. 312 Weft uud Watnut 13 West und 12. 314 Howard und 1. 15 Torbet und Paca 16 Capital Ave und , 817 Northwestern Ave u IS Gent und 18. 19 Canal und 10. 24 Serealin Work 24 Vermont und Ltzn 25 Bismaick u Grsndvietk 2 No. 2 Spritzenhaus ' Haughville. ; 27 Michigan u. Holme. 2 Michigan u. Conror 41 West und MeJntvre 412 Missouri u. Marhland 413 Missouri und Ohio 415 Capital Avei. Georgia 416 Missouri u entuckyA. 417 Senat Av u. Wash. 421 P und E ftunfeJwii W. Washington. 423 Irren-Hospital. 424 Miley Aveu.JDS 425 Wash. and Harr 428 No. 18 Spritzenhmch W. Washington 427 Oliv und Birch 428 Olwer und OSgsod 429 Rordyke und ZZork 431 Hadley Av u. Morri 432 SNV Av u. Morrtt 4 Rwer Av und Rah 435 Harding u. Big 4 91 9 436 Harding und Oltvei 437 No. 19 eprttzenh? MorriS und Sardwa, SS HVH chSMaz 439 toädarfc 451 ReiSn und XKS 62 Howard ad Sa 45 MorriS und CappH 56 Lambert und Btbue? 457 Rordyke Ave . Wiest 0 Work 612 West uud RY 13 enwöy Av u. err 4 Meridian und MorrS bi Jllinoi und ansät 617 Morris und Dakota 518 MorriS und Church 519 Capital A. u MrCar 521 Meridian und Palm 523 Pin und Lord 524 Madison Avu Linl YS Meridian und elt RA 527 Carlo und Ray 2S Meridian und Arizona 29 Meridian u. Raymond 31 Meridian u. MSat, 53 No. 17 öpritzenk MorriS nahe Weft 1 McAeraanand Domch, 1 Saft u. Lincoln imt 614 East und Beech 1 Wright und Santo 617 McCarty und Baty 61 Rew Jersey uBdcRv 71 Epruce und Prospekt 71 Snglish Ave. u. Launk 714 Sta Ave u. Sielt R TiS, Shelby uud Beech 716 State Ave und OranF 718 Orange und Laurel 719 Shelby u. Cctaae 721 Lexington A. Luch 72 Fletcher Ave. Spru 724 State Ave u. PleasmS 7 Prospckt und ?leasanl 726 Orange und Hla 728 Liberty und Mea 729 Noble und South 81 No. 15 Spritzenhau Oft Washington 313 Market und Noble ' 14 Ohio u. Highland Av 815 Michigan u. Highka 16 Market u Arsenal Zlvi 17 Oft 8 Clair und Union Bahn Geleise. Si Pan Handle Shop 2 Vermont und WakoL 24 Wash. und Stete Atz. 25 Madd' Lounge Fad 2 Duck und Dorsey 827 Wash. und Beville Av, 29 No. lt Spritzenhau Beville nah Miehiga 831 Southeafter Ave und Woodfid. 3 Wash. und Dearbo 4 Southeafter wto Arsenal Ave. '835 New Dork und Tempk 913 JllinoiS und Maryl. 13 JllinoiS und Aarkt, 14 Penn, nb 5SafZ i5D,law, ntz PSk Spezial Signale. Ersten SchlSge, zweit Alarm, Lweitm Schläge, dritter Alarm, Dritten 2 Schlag, vierter Alarm. l--l, Feuer aus und Schlauch aufgeroS. Schläge, Wasserdruck ab. I Schläge, 12 Uhr Mittag. Die so bezeichnete Signale werde nur vom Xhuran Vächt angegeben da an den betreffend' Straß kreuzunge keine AlannkSSe angebracht find. Chicago und der große Nordweft, vi )) HuksWWStkMZku Bassg (G llaSka-Hawali-PHUtvpine Jvfel. Vier tägliche Schnellzüge nach Chicago.' Bon der Mono 47. Str. Station, Chicago, find nur 5 Minuten mittelst elektrischer Car nach e Union Biehböfen k'reued Lick. Spring, indem Orange Eounty Hochland. ffamIIien-Hotei unter neuer Geschäftsleitung. Pluto, Proferpine xnb Bowle Quellen. - Beste Mineralwasser der elt. Zwei Züge täglich via Greracaftle. Ticket-Officen : Union Station, Massachusetts ve nd LS Weft Washington Straße. R. P. A I g e 0, Distrikt Paff. Agent, Indianapolis, Ind. .H.MeDoel, E.H. Rockwell, s. und Gen. Mgr. - Betrieb!, FrankJ. Reed. ea.Paff. Agent. Chicago, Jll.

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