Indiana Tribüne, Volume 27, Number 246, Indianapolis, Marion County, 7 June 1904 — Page 5
Jndiana Tribune, 7. Juni ISVÄ. S
.Wer hetzt und säet Zwietracht? Es aescheben ÄeiHm und Wunder:
'Der Pariser Figaro" nimmt Deutschland -gegen den Vorwurf in Schutz. gnnlchen Frankreich und Spanien Unfrieden säen, zu wollen. Das große Boulevardblatt gibt sogar eine Aeußerung des früheren spanischen Ministerprajidenten Süvela wieder, derzufolge Deutschland ein spanisch-französisches Bündniß wahrscheinlich willkommen heißen würde. . . Das Verhältniß zwischen Frankreich und Spanien war seit langer Zeit nichts weniger als freundnachbarlich und es ist ganz naturlich, daß das englisch-französische Abkommen über Marokko die Spanier tief verstimmen mußte. Sie waren gewohnt. Marokko als ihr natürliches Erbe" $1 betrachten, und wurden aus diesem schönen Traum plötzlich rauh zur nüchternen ' Wirklichkeit erweckt. Sie wissen jetzt, daß sie in Marokko nichts mehr zu suchen haben. Die in breiten Volksschichten Spaniens herrschende Stimmung spiegelt sich trefflich in einem Leitartikel des Pais" wieder, eines , Blattes, das bisher für Frankreich durch dick und dünn ging. In dem Aufsatze, der Unsere Brüder, die Franzosen' überschrieben ist. erinnert das Blatt zunächst an die Geschichte von dem Mitglied einer frommen Bruderschaft, das mitten in einerPredigt, in welcher der Herr Pfarrer wie derholt betonte, daß wir alle Brüder" seien, sich anschickte, die 5Nrche zu ver lassen. Weshalb willst du fortgehen?" fragte ihn an der Thüre leise der Vorsitzende der Gesellschaft. Ich gehe weg, weil mir einer dieser Brüder soeben die Uhr gestohlen hat." Diese Art, die Brüderschaft aufzufassen, gleiche der, welche Frankreich Spanien gegenüber übe. Wir sind Brüder, sagt man sich sehr freundlich diesseits und jenseits der Pyrenäen, aber nirgends kommt diese Brüderschaft zum Vorschein. Jawohl, wir sind Brüder, wie es Kain und Abel waren, und das Beklagenswerthe an der Sache ist, daß Spanien, wenn man die Ereignisse der letzten hundert Jahre in's Auge faßt, die Rolle, des Abel übernommen hat.
, Viele Wertyen französischen Brüder trugen 1805 in Trafalger dazu bei, daß unsere Seemacht für immer in die Brüche ging.' 1808 fielen sie in Spanien ein und vergossen Ströme Blutes, um uns zu unterwerfen. 1823 überfielen sie uns von neuem, um den Absolirtismus wiederherzustellen und
uniere scenen seuer zu icymieden. 1833 schürten sie den Bürgerkrieg und unterstützten die Karlisten gegen die Liberalen. 1848 schleppten sie irns . mit, nach Rom,, um die weltliche Herrschaft des Papstes wieder aufzurichten. 1864 gelang es ihnen, uns zu dem j. .nutzlosen Feldzuz in Mexiko zu üher- ' reden, wie wir ihnen vorher schon 'gehalfen hatten, Kochinchina zu .erobern. 1873 leisteten unsere Brüder dem in Waffen gegen die Republik stehenden Karlismus wieder mächtige Hülfe. 1898 ließen sie uns im Kriege mit Amerika im Stich. Das ist nur ein kurzer Ueberblick über die liberalen Dienste, die uns unsere guten Brüder, die Franzosen, während emes JahrHunderts geleistet haben. Ihnen ver-
danken wir den Absolutismus, die Bürgerkriege und den noch grausameren Krieg des Franken gegen die Peseta, der der Ruin unserer Finanzen ist. Und jetzt, wo Spanien von sozialen Schicksalsschlägen niedergedrückt ist. wo unsere unglückliche Nation ihreHoffnungen auf eine fünf tige Ausdehnung auf der mit unserem Blut gedüngten afrikanischen Erde beschränkt schließen die französischen Brüder hinter dem Rücken ihrer spanischen Brüder einen Vertrag ab, der Spanien aus Marokka ausschließt." Das Bild von Kam und Abel ist nicht übel gewählt und zeigt jedenfalls in recht bestimmter Form die Gefühle, welche heute die ehemaligen Freunde Frankreichs in Spanien beseelen. Wo der Zwiespalt so üppig in's Kraut schießt, kann keine dritte Macht am wenigsten das friedliebende Deutschland Beruf oder Neigung in sich fühlen, zwecklos den Störenfried 'zu spielen. Wenn absr in letzter Zeit eine Macht neben England Hetzerei und Ränkespiel trieb, so war es gerade Frankreich. Man denke nur daran, wie es sich seit Monaten abplagt. Deutschland zu vereinsamen", welche Mühe es vergeblich aufwandte, England und Rußland davon zu überzeugen, daß sie im Herzen doch eigentlich gute Freunde seien, und daß ja gar kein Grund zu Meinungsverschiedenheiten, Nebenbuhlerschaft oder gar Feindschaft vorhanden sei. Hinter diesem Treiben steckte der offenkundige Wunsch, ein russisch-engNsch-französisches Bündniß zu schaffen, das die Welt beherrschen und dem bösen Deutschland seine Sünde von 1870 1871 heimzahlen könnte. Dem deutschen Reiche scheint man zur Zeit in Spanien recht freundlich gesinnt zu sein. Der demokratische Globo" in Madrid nimmt Deutschland in einer Besprechung der politischen Lage ' warm in Schutz und 'zeichnet Frankreichs Bestrebungen folgendermaßen: Uns Reich" Republik klingt den Franzosen schon nicht mehr bedeutend genug und das englische verfügen zusammen über ein Drittel der Erde. Rußland ist in Ostasien gebunden, Deutschland ist vereinsamt. Oesterreich zählt nicht mehr mit, Spanien gehört zu den Todten, Italien hangt jetzt von uns ab. die Türkei. Griechenland. Hol- : land Belgien, die Schweiz haben nur
noch nach unserer Pfeife zu tanzen, folglich gehört die Welt uns! - Doch bei dieser schönen Rechnung sind kleine Irrthümer nicht ausgescklossen. Was im Besonderen Deutschland anbelangt, so ist es keineswegs, mit England verfeindet. Selbst vereinsamt bedeutet .es noch etwas". Wie nun aber, wenn sich alle diese angeblich vereinsamten, todten, vergessenen und minderwerihigen Staaten eines schönen Tages z.usammenthät:n? Dann stellen sie eine Macht dar. die Frankreich Achtung einflößen muß. Und alles in der Welt ist möglich." An einen festen Zusammenschluß aller dieser Mächte erster, zweiter und dritter Größe, wie er dem Globo" vorschwebt, ist aus naheliegenden praktischen Gründen in absehbarer Zeit wohl kaum zu denken; Thatsache aber ist es, daß Frankreich vor etwaJahresfrist so vereinsamt" dastand, wie es Deutschland heute gerne hinstellen möchte, und was damerls war, kann sich vielleicht sehr bald wieder einmal ereignen. Die französisch - englische Freundschaft ist ein sehr unsicheres Verhältniß, und Fafchoda ist noch lange nicht vergessen. Ein sbrief aus Windhuk. Die Braunschweiger . N. Nachr." veröffentlichten einen am 24. März in Windhuk aufgegebenen Brief, dessen Schreiber, wie das Blatt behauptet, auf einer dem Gouverneur Leutwein sehr nahe stehenden Seite zu suchen ist. In dem Einaang des Briefes wendet sich der Schreiber zunächst gegen einen Artikel der Hamburger Nachrichten", welcher die unglaubliche Nachricht brachte, der Bezirkshauptmann v. Bugdorf hätte dem HottentottenStürmann Gewehre geliefert. Er bezeichnet das als unwahr.. Dann fährt der Briefschreiber fort:' Der Sinn einer Rede des Gouverneurs, welche der Verfasser des Artikels in den Hamburger Nachrichten" unter Verletzung seiner Dienstpflicht als Soldat in die Zeitung gebracht hat, ist ungefähr richtig wiedergegeben. Der Leutnant Jobst hatte auch Unrecht.. . Er wie beinahe, sämmtliche Wße des Schutzgebietes hatten vergessen, daß wir zu den Eingeborenen in einem Vertragsverhältnisse standen und nicht in dem Verhältnisse des Eroberers zu Besiegten. Bevor wir zur Politik des Unterdrückens der Eingeborenen schreiten, müssen wir die Eingeborenen unterwerfen. Aber hierzu bedurfte es nicht 700 Soldaten, wie sie vom Kunene , bis zum Oranjefluß zur Verfügung stehen.' Und nun soll Jemand den Beweis liefern, daß der Reichstag ohne jene Katastrophe fiir eine solche Politik zu haben gewesen wäre! Wird doch seit den Tagen Leists und Genossen allseits nur Humanität -gegen die Eingeborenen ge-predigt-' 'Schließlich' haben sowohl die Hamburger Nachrichten" wie der Verfasser vergessen, daß im Bondezwartskriege eine Masse unserer Streikkräfte aus Eingeborenen bestanden hatte und zwar unter 400 Köpfen über 200. da die Schutztruppe allein zu schwach geWesen sein würde. Statt von dieser Thasache mit Befriedigung erfüllt zu sein und den politischen Rücksichten, welche aus ihr für die Kriegsführung erwachsen miußten.Rechnung zu tragen, zeigt die weiße Bevölkerung Mißstimmung und fragt nicht danach, ob die Sckuktruvpe für sich allein zur Unter-
werfung der Bondelzwarts stark genug sein würden Letzteres war sie nur. wenn es gelang, die Eingeborenen plitisch zu spalten und zum Theil gegen ihre Stammesgenossen zu unserem Diensie zu bewegen. Von den Weißen des Schutzgebietes denkt eben zeder nur an sein eigenes Interesse, nicht an das Interesse der Heimath. Sie hetzen alle zum Kriege gegen die Eingeborenen, aber selten will einer die daraus hervorgehenden Unbequemlichkeiten tragen. Auch der HereroAufstand findet seine inneren Ursachen lediglich in unserer UnterdruckungsPolitik, bevor wir die Hereros unterworfen hatten. Letzteres müssen wir nun nachträglich! thun." Dazu bemerkt das Berliner Tageblatt": ' Der Leutnant Jobst, auf welchen in dem Briefe angespielt wird, wurde bei Warmbad im Streite mit Bonzelwarts erschossen, und dies Ereigniß bildete den Beginn des Aufstandes der Bondelzwarts. Wenn der.Briesschreiber im übrigen die Auffassung des Obersten Leutwein richtig wiedergiebt, so muß man allerdings zugeben, daß die dem Gouverneur vor dem Aufstand zur Verfügung stehenden Streitkräfte nicht ausreichten, um eineEroberungs Politik durchzuführen, und daß man daher mit den Eingeborenen Paktiren mußte.Es fragt sich nur, ob er sich über die Vertrauenswürdigkeit dieses Vertragsverhältnisses" mit den Eingeborenen keiner Täuschng hingegeben hat. Wäre man frühzeitiger zu der nun unvermeidlichen Eroberungspolitik übergegangen, würden viele Opfer an Blut und Geld erspart worden sein. Aus Sachsen - A l t e n b u r g wird der Dorfzeitung" geschrieben: In Windischleuba war im verflossenen Jahre ein Kaufmann als Bolksschullehrer thätig. Der Herr hat jetzt die Lehrerstelle aufgeben müssen, da es ihm zu Ostern nicht gelungen war, durch eine Prüfung am La.ldesseminac die Qualifikation zum Lehrer zu erwerben. . Jetzt ist als Nachfolger des Kaufmanns ein Dragoner-Unteroffi-zier als Schulverweser berufen worden.
U 'i-iii ifajjf. "i verschiedene Gefützformen und ihr Einstuft aus das Behagen. Gestalt. Möße und Material des Trinkgefäßes scheinen einen ganz bestimmten Einfluß auf das Behagen auszuüben, mit dem man ein Getränk zu sich nimmt. Beispielsweise wird kaum Jemand Bier aus einer Theetasse oder Thee aus einem Bierglase mit Genuß zu sich nehmen. Manche Leute beHäupten, daß das Bier seine volle Schmackhaftigkeit nur dann zur Wirkung bringen könne, wenn es aus einem silbernen oder allenfalls auch aus einem zinnernen Krug getrunken wird; andere geben wieder vtm Thonkrug den Vor zug. Silber und Zinn scheinen über Haupt eine psychologische Beziehung zu schäumenden Getränken zu haben, denn manche lieben es auch über alles, Cham pagner aus silbernen Schalen zu sich zu nehmen. Eine beachtenswerthe Gewohnheit ist die Rucksicht aus die großere oder geringere Dicke der Gefäßwände. Die Lippen haben ein ungewöhnliches Feingefühl, und deswegen haben viele Leute eme Abneigung gegen dickwandige Trinkgefäße, indem sie erklaren, daß em guter Wein ur aus dünnen Gläsern richtig genossen werden kann. Ein Kenner trinkt" überhaupt nicht, wenn er etwas Außerordentliches vor sich hat, sondern er schlürft," und das Schlürfen würde nicht möglich sein, wenn die , Art des Trinkgefäßes ein ziemlich weites Oeffnen des Mundes verlangte. Auch die Gestalt des Trinkglases thut manches dazu,' seinen Inhalt mehr oder weniger verlockend zu machen. Da gibt es Spitzgläser, Bechergläser, Trichtergläser, geschliffene und glatte Gläser, die alle für besondere Weine bestimmt sind. Schließlich unterscheidet man auch zwischen weiten und engen Gläsern, besonders dünnen und dickeren. Manche dieser Unterschiede kommen uns schon ohne Weiteres in Erinnerung bei den einzelnen Begriffen eines Rothweinglases, eines Rheinweinglases, eines Römers, eines Champagnerglases, eines Portweingloses. Der schmale. Champagnerkelch unterscheidet sich weit von allen anderen Trinkgläsern. Möglicherweise soll das enge Glas die Schaumentwickelung begünstigen, und aus demselben Grund werden manche Champagnergläser mit einem hohlen Fuß hergestellt. Wenn man ein solches Glas am Fuß zwischen den Fingern hält, so theilt sich dem Wein eine gewisse Wärme mit, und dadurch wird die Gasausscheidung, also die Schaumbildung, befördert. Eine berechtigte Abneigung besteht bei Weinkennern gegen die farbigen Glaser, weil sie die fchöne Farbe des Weins verdecken. - Starke Bevölkerungsbewegung. : Die Zusammensetzung der Bevölke-' rung von Metz, Elsaß-Lothringen, hat feit 1870 Verschiebungen erfahren, die tn der Geschichte der deutschen Städte wohl einzig dastehen dürften. Zunächst hat mehr als die Hälfte der alteinheimischen Bevölkerung in den 70er Iahren das Land verlassen, um meist nach Frankreich überzusiedeln. Auch heute noch geht das alte französische Element stetig zurück; es weist im Vergleich zum deutschen nur einen bescheidenen Geburtenüberfchuß auf und erleidet außerdem dadurch Verluste, daß ein Theil der sich zurückziehenden Geschäftsleute es vorzieht, den Lebensabend in Frankreich zu verbringen. Ausgefüllt wurden die Lücken durch annähernd gleich starke Einwanderung aus Altdeutschland. Daraus erklärt es sich, daß Metz eine wahre Musterkarte von Einwohnern aus sämmtlichen altdeutschen Staaten aufweist. Auch auf Oesterreicher und Luxemburger hat die alte Moselstadt eine besondere Anziehungskraft "ausgeübt. Die kroatische Kolonie ist so angewachsen, ' daß kürzlich ein Gottesdienst in ihrer Landessprache abqehalten wurde. Allen fremden Nationalitäten haben aber in den letzten Jahren die Italiener den Rang abgelaufen, namentlich in Folge der Entwicklung der lothringischen Eisenindustrie und der mit Abtragung der innern Umwallung zusammenhängenden großen Bauthätigkeit. Die Italiener haben nicht nur einen eigenen Geistlichen, der regelmäßig Gottesdienst abhält, sondern auch eine eigene Zeitung, den Corriere Jtaliano." . Bankette in Japan. Bei Banketten oder GesellschaftsMahlzeiten in Japan erhält jeder Gast seinen besonderen lackirten Tisch und 4 bis 12 Näpfe oder Schüsseln mit Speisen. Die saubere ' und zierliche Weise, wie dieselben aufgetragen werden, ist ebenso beachtenswerth wie die Gewandtheit, Reinlichkeit und Sparsamkeit der Japaner beim Kochen. Jedes Kochgeschirr ist von besonderer Schönheit und Zweckmäßigkeit, und die Leute legen großen Werth auf die Sauberkeit und Alterthümlichkeit dieser Gegenstände. In vielen Wirthshauskllchen findet man Artikel aus Bronze oder Eisen, die an Werth allen geschmacklosen Kram der Kurzwaarenläden in Iakohama aufwiegen, namentlich eiserne und bronzene Kessel von antiker und kunstreicher Arbeit. Fa ist etwa anderes. Köchin (zur Frau): Mich entlassen Sie, weil ich zuviel rede, und das Zimmermädchen darf da bleiben, obwohl sie wegen ihres Klatsches bekannt ist." F r a u : Sie reden eben bei anderen Leuten über m i ch , die Zofe aber bei mir über andere."
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Kriegssviel. ' Der' Großfürst Sergei Alexandrowitsch. Oberbefehlshaber des MilitärBezirks Moskau, hatte seit einigen Jahren Kriegsspisle größeren Stiles eingeführt, deren Schauplatz stets die russische Westgrenze war. Nun aber hatten sich die Verhältnisse geändert. Die russisch - österreichisch - preußischen Spielpläne wurden beiseite gestellt, und an deren Stelle traten die Mandschurei und Korea. Dieses in seiner Durchfllhrung wie in den Ergebnissen wichtige Spiel dauerte . volle sechs Wochen, während deren es täglich fortgesetzt wurde, und fand in so großartigem Maßstabe ' mit einer derartigen Zahl von Offizieren aller Grade statt, wie es wohl noch nirgends dagewesen. Daß man Moskau wählte, hatte wohl darin seinen Grund, weil, wie bekannt, Truppen von dort nach dem Kriegsschauplatze bestimmt waren, deren Beförderung inzwischen im Gangeist. Die Oberleitung führte der Großfürst, dem als Gehilfen zwei kriegserprobte Ossi ziere beigegeben waren, die Generäle der Infanterie Malachow und Ssobolew. Schiedsrichter für das russische Heer war der General-Leuinant Stepanow, ein ausgezeichneter General-stabs-Offiziere; für Japan der General - Leutnant Gaponow, DivisionsKommandeur in Moskau.' Das russische Heer befehligte der General-Leut-nant Pawloski, das japanische der General - Major Jakowlew, Befehlshaber einer Kriegsschule, ein sehr gekehrter Herr, dem Generalstabe angehörend. Die beiderseitigen Flotten wurden durch aus St. Petersburg befehligte Marineoffiziere geführt die russische durch den Kaiserlichen Flügel-Adjutan-ten Kapitän 1. Ranges Tschagin, die japanische durch den Kapitän 2. Ranges Fürsten Putjatin. Das Spiel nahm seinen Anfang bald nach Beginn des Krieges, genau in der damaligen Kriegslage, soweit sie bekannt war; so fanden zum Beispiel die anfänglichen schweren Verluste der russischen Flotte bereits Berücksichtigung. Der Aufmarsch der Heere, bis zu Beginn der Lage, wie sie etwa augenblicklich auf dem Kriegsschauplatze ist, wurde streng geheim gehalten. Ganz besondere Aufmerksamkeit wurde den rückwärtigen Verbindungen gewidmet unter Zugrundelegung aller der dortigen Schwierigleiten. Es ist jedenfalls ein eigenartiger Gedanke, den bereits begonnenen Krieg ganz und gar im Kriegsspiel durchzufechten, nicht vergleichbar den Friedensvorübungen der Generalstäbe aller Länder. Das Endergebniß wird natürlich geheim gehalten. In St. Petersburg verlautet, den japanischen Herren sei der Faluübergang sowie die Landung in der Mandschurei geglückt;
sie seien jedoch schließlich geschlagen und über den Dalu zurückgeworfen worden. Hiermit soll das ' Kriegsspiel geendet haben.Eine ?s r o n z e oll st e Mokier e's, die zur Erinnerung an einen zeitweiligen Aufenthalt -des Dichters im Schloß Grange - deö - Pres bei Pezenas aufgestellt worden war, wurde gestohlen. Die Ortspolizei und die Gendarmerie sind eifrig bemüht, den Spitzbuben auf die Spur zu kommen. König Alfons, dem geschäftige Zungen bereits allerhand Heirathspläne andichteten, wird sich jedenfalls in diesem Jahre nicht, mehr ver mählen. AlS er nämlich kürzlich in Granada beim Besuch der Alhambra den berühmten Torre de la Vela bestieg, um die herrliche Aussicht zu bewundern, macht ihn das Gefolge auf die alte Sage aufmerksam, wonach je der, der die Glocke oben anschlägt, sich noch im selben Jahr verheirathen wird. Als der König nun oben ankam, betrachtete er die Glocke zwar mit lächelnder Miene sehr aufmerksam, schritt dann aber weiter ohne zu läuten! Oder traute er dem alten Zauber nicht recht? Die französische Colonie Australien so lautet der offi zielle Titel für Neukaledonien und die davon abhängigen Gebiete wird in nächster Zeit neue Briefmarken erhalten, die durch ihre ausgesprochene Lokalfarbe interessant sind. Für die niedrigen Briefmarkenwerthe wurde ein kaledonischer Vogel, der Stelzen läufer, als Bild bestimmt. Die Briefmarken in mittlerem Werth sollen als Bild einen Blick auf die Bucht und die Stadt Noumea erhalten, die theuersten. falls der Senat keinen Anstoß daran nimmt, mit einem Alligator geschmückt werden. Auf den Steuermarken wird ein auf den Dreizack gestützter Kanakin abgebildet werden. Alarmnachrichten über die Sphinx von Gizeh verbreiten Pariser Blätter. Danach soll es um das bekannte Bauwerk aus der Zeit des ägyptischen Königs Cheops sehr schlimm stehen. Die schweren Wüstenstürme mit ihrem trockenen, heißen Athem sollen bereits große Verwüstungen an der Sphinx angerichtet haben. Man will berechnet haben, daß die Winde 10 Zoll vom Kopf abgebröckelt haben. ' Diese Behauptung wirklich zugegeben, braucht man wohl augenblicklich Befürchtungen über die Erhaltung dieser gewaltigen ägyptischen Reliquie nicht zu hegen. , Denn das Haupt der Sphinz mißt 30 Füß und '.die Gesammtlänae beträgt ' 190 ftnfi. Gottlteb L eukhardt, . Die gemüthliche Ecke," Ecke Noble und Market Str
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