Indiana Tribüne, Volume 27, Number 245, Indianapolis, Marion County, 6 June 1904 — Page 7

Jndiana Tribüne, Z. Juni 1904U

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x Das Gymnasium i ? zu Lcug um 0 ? 9 Ein Schulroman ans der Ostmark y X Z?sn Karl. gttfle 6 V

(Fortsetzung.) . Und dann war t der Direktor, der noch etwas zu fragen hatte: Weiße Mützen welche Klasse trägt die?" Der Alte segelte schon über den Korridor. Die Sekunda!" rief er zurück, daß der Schall das ganze Gebäude durchlief. Wünsche ergebenst guten Morgen!" Georg Rüdiger blickte ihm vom Fenster noch nach, ehe er sich in die ernt lichen Eingänge vertiefte. Und beim Mtttagejse sagte er: jvu hast schon einen Freund gewonnen, Gertrud. Den alten Rektor wann hat er sich Dir in aller Welt denn vorgestellt?"' Sie lachte. Ich habe dem Gärtner zugesehen vorn im Garten. Da preschte er an: ,Jch habe wohl die Ehre ' Und den Hut hat er so- im Bogen geschwenkt, Papa. Großartig! Ich bitte ihn nachstens um sein Bild!" Du ! Alte Leute verspottet man nicht!" Aber er ist doch einzig. Hast Du seinen Rock gesehen? Er geht nicht zu: da hat er eine Schleife vom Knopfloch zum Knopf gezogen! Und der große Kopf mit der mächtigen Nase auf der kleinen Figur! Sind noch mehr solche Lehrer da?" Weibsvolk!" sagte ihr Vater. Was Ihr gleich alles seht! Er war doch freundlich zu Dir. Ihr habt Euch gewiß gut unterhalten." Einseitig," nickte sie. Denn eigentlich biü ich nie zu Worte gekommen." Er stutzte. Dann zuckte es in feinem Gesicht. Tröste Dich, Kind. Ich auch nicht!" Am nächsten Tage hatte er von neun bis zehn eine Stunde in der Prima zu geben die erste in Lengowo. Nach der großen Pause sollte er die Obersekunda kennen lernen er hatte sich auch dafür den deutschen Unterricht vorbehalten. Sein Amtszimmer lag so, daß er sowohl den Haupteingang mit dem eisernen Gitterthor als auch durch ein Seitenfenster den großen Schulhof und Turnplatz, den eine Barriere einzäunte, überblicken konnte. In der großen Pause stand er am Fenster und verzehrte sein Frühstücksbrot. Ununterbrochen strömten die Schüler nach dem Turnplatz hinüber die der unteren Klassen in lustigen Sprüngen, die der oberen schon würdiger und gemessen in einzelnen Gruppen. Der inspizirende Lehrer es war der Eisenbahner" schritt auf und ab, die Hände auf dem Rücken, den Kopf geneigt, wie es schien, in tiefen Gedanken. Vielleicht reiste er gerade wieder nach Paris. Sieh, sieh!" brummte der Chef an seinem Fenster plötzlich und trat ein wenig zurück, aber nur, um schärfer zu spähen. Denn kaum hatte der Eisenbahner" den Rücken gewandt, als eine ganze Rotte von Schülern sich zusammenthat, einen vorher wohl ' schon bestimmten Jungen ergriff, ihn triumphirend zur' Barriere schleppte und ihn dort überlegte. Hosen strammziehen und hauen das war eins! Man sah nur einen dichten Menschenknäuel und erhobene Arme, die kräftig zuschlagen wollten und schlugen. Im nächsten Moment war die Pro zedur beendigt, der Uebergelegte schüttelte sich wie ein Pudel, der aus dem Wasser kommt, und half gleich darauf mit, einen andern in die horizontale Lage zu bringen und zu verprügeln. Ehe der Eisenbahner" den langen Turnplatz ausgemessen hatte und umdrehte, war die Kehrseite dreier hoffnungsvoller Jünglinge also bearbeitet. Andere Opfer drückten sich noch in der Nähe herum. Der Direktor hatte erst das Fenster öffnen und dreinfahren wollen, aber die Sache ging mit allzugroßer Fixigkeit vor sich. Und die Hauptsache war: es wehrte iick, keiner der zum Opfer Erkorenen Knapp, daß sie mit den Beinen stramvelten. Wunderlich! Ein paar weiße und blaue Mützen, die in die Oberklassen gebörten. sahen schmunzelnd zu. Und jetzt drehte sich alles um. Man kiörte stärkeres Lachen unv vtusen. Da drückte sich scheu in eine Ecke ein unae war das man ? Natürlich, der von gestern von dem der Rektor sprach das velmcyen: Es mochte sich im Winkel nicht mehr sicher fühlen. Instinktiv kam das Bürsckcken vor , und hielt sich in der Nähe des Eisenbahners," der den Kopf immer mehr nacy vorn geoeugi gerne. Gerade drehte er um. Und mit einem Mal hatte ein schein bar harmlos lustwandelnder. Bengel das Heimchen beim Kragen und schleppte es im Trlumpy nacy oer ar riere. Der Eisenbahner hörte den Schrei nicht oder hielt ihn für, nebensachlW

Er hob nur'kurz den Kopf: er war zu

tief in dem größten Tintenklecks Paris versunken. Das Heimchen doch war im Nu von zehn, zwanzig Händen gehoben es gab einen Sturm auf die Barriere. Jeder wollte zuerst hauen. D:e Beine halten! brüllte em ungeschlachter Tertianer. Psia krew, er stößt !" Das Jungchen hatte in Furcht und Verzweiflung gestrampelt. - Mit dem Absatz hatte er einen polnischen Mitschüler gestreift. Haut ihn! Feste. Zu! Zu!" -Da riß der Chef das Fenster doch auf. Keiner sah und hörte ihn. Doch in dem Augenblick rief eine helle Stimme: Genug, Jungens! Der braucht nicht mehr als die andern!" L i r i : rr .. j iX.Ua lull iiayxigcn sauucu viuuyic sich ein Weißmiitziger'in den Knäuel. ' cm w ii.:- m.iri. . isin yjtuticn uuu jcijtucaeh!. Nur der ungeschlachte Tertianer ließ sich nicht stören. Er "hob gerade wied die Hand. Da wurde sie festgehalten, daß sie nicht fallen und schlagen konnte. Halt! Latz den armen Kerl laufen. Hat genug gekriegt." Was gebt Dtch Das an? Er ttt m unserer Klasse. Laß los!" Damit wollte er fernen Arm von dem Griff freimachen. Aber der Weißmutzlge rnelt so lange. bis das Heimchen wieder auf den Füßen stand. Lauf und laß Dich nicht kriegen." Und zu dem Tertianer: Na, Baranowski, eine Heldenthat ist das nicht, den Dreikäsehoch zu verwamsen!" Meinst Du? Ich suche mir bald auch andere aus!" Seine Fäuste ballten sich. Du hast Deinen Zimmt schon mal abbekommen, Freundchen memiaes.' Aber muthig bist Du nur gegen den Jammerkerl, den Strich." Es schien, als wollte sich Baranowski auf seinen Gegner stürzen. Da drängten die andern dazwischen: Pst der Eisenbahner!" Das wirkte. Der Weißmutzige ging langsam davon. Der Tertianer fluchte bose hinter ihm drern. Aber das verstanden nur die Nächsten: Verwünschter Deutscher warte!" Das Heimchen hatte sich iedenfalls schon in Sicherheit gebracht. . - Georg Rudiger hatte vom Fenster aus nur das Wenigste deutlich gehört; aber er reimte sich aues leidlich zusammen. Und den Weißmützigen merkte er sich. Ihm war, als hätte er ihn schon einmal gesehen, und es wäre etwas Gutes mit ihm verknüpft gewesen. Das Lied klang in ihm auf: Deutschland, Deutschland über alles." Ein nebliger Abend, er -einsam vor der Pforte des Gymnasiums da hatte es ihn gewärmt. Und der Laternenschein fiel über ein offenes Knabengesicht. Aber solche Gesichter saßen wohl viele unter weißen Mützen. Der Pedell zog die Glocke. Die Pause war vorüber. Wenige Minuten spater betrat der Direktor die Obersekunda, an deren Thür das weiße Porzellanschild mit der Ila hing. Die Schüler schössen nur so auf aus den Bänken. Als sie sich gesetzt hatten, übersah der neue Chef die Klasse. Er wußte von früher, die zwanzig Augenpaare, die sich jetzt auf ihn richteten, waren gefährliche Prüfer. Manche Lehrer verspielen in der ersten Stunde schon. Jeder nimmt sein Diarium vorl" Es geschah ohne viel Geräusch. Knicken Sie eine freie Seite, und trennen Sie die Hälfte ab. - Auf diese Hälfte schreibt jeder seinen Vor- und Zunamen. Der Primus sammelt die Zettel ein und bringt sie mir." , , Das scharfe Reißen des Papiers war im nächsten Moment hörbar. Tief beugten sich dann die Kopfe. Georg Rüdiger mußte an seinen alten Lehrer denken und an die ersten Jahre seines eigenen Schulmeisterthums. ' Der Alte hatte ihm den Rath gegeben, die Namen von den Schülern selbst niederschreiben zu lassen. Man bekam gleich ein Bild. Und währenddem sich an's Fenster zu stellen und hinauszusehen. Der Klasse den Rücken zu kehren. Bleibt alles still, hieß -das Rezept des Alten, ist viel gewönne.- Man hat den Bengels von vornherein einen ge wissen Respekt abaezwunaen. Flüstern sie sofort strammer Zügelgriss! Als Direktor hatte man diese Scherze mcht mehr nothig. Da war der Re spekt von vornherein da. Die Köpfe hoben sich wieder. Der Primus sammelte ein. Georg Rüdiger legte die Zettel vor sich hin. Ich lese nun vor.' Jeder, den ich aufrufe, erhebt sich. Spreche ich einen Namen unrichtig aus, so verbessert mich der Betreffende aleich." Er prüfte das Schriftbild, das auf dem obersten Papierstreifen stand. nannte den Namen und ließ die klaren, festen Augen auf dem Gesicht des sich erhebenden Knaben ein paar Sekunden ruhen. So ging es weiter. Reinhold Wächter!" Eine etwas schwere Schrift. Wie eines, der nicht gern und nicht viel mit der Feder zu schaffen hat, aber wenn es schon sein muß, es nachdrücklich thut. Die meisten andern hatten gewandtere Züge.

Fast wäre dem Chef ew Ah !" entschlüpft, als er aufblickte. Das war er, der vorhin in der großen Pause das Heimchen" beschützt 1 hatte. ' Gewiß das ' übliche Knabengesicht, etwas heller und hübscher und offener vielleicht als viele übrige.

Kein besonders hervorstechender -Zug der Intelligenz darin nur einer der Ehrlichkeit. Und beinah weich und zart war das Gesicht, die Brauen beinah zu hell und blond, daß man sie zu wenia sah. Das verstärkte den mn druck der Weichheit und des Zahmen. Doch merkwürdig hart und energisch war das Kinn. Das übliche KnabengeNckt ja, ja. Er glaubte immer, es schon gesehen zu haben. ' Es gab eine. Aehnlichkeit darin mit mit Mit wem? Mit dem des Jungen, der so trotzig Deutschland. Deutschland über alles" gepfiffen? Das Kinn sprach für solchen Trotz und. Glauben die Augen nicht. Oder? Es war seltsam. Menschen, die man zum erstenmal erblickt man möchte drauf schwören, daß man sie schon einmal irgendwo gesehen. Mauschenstill war die Klasse. Aber merkwürdig gespannt. Warum ging der Namensrus mcht weiter? Doch"erst nach ein paar weiteren Augenblicken sagte Georg Rüdiger: Setzen!" und nannte den nächsten Namen, bis die Reihe herum war. Dann überzeugte er sich oberflächlich, wie es mit den Kenntnissen der Schüler stand, und wo er am besten einhaken konnte. Reinhold Wächter rief er nicht auf. Aber als die Glocke des Pedells das Ende der Stunde anzeigte, sagte er: Nach Schluß des Unterrichts also um zwölf kommen Sie einmal in mein Zimmer, Wächter." Der Junge wurde blutroth. Ja, Herr Direktor. M i t den Büchern?" Gewiß. Die können Sie mitbrmgen." Er ging und ließ die Ila in gewaltiger Aufregung zurück. Alles stand um 'Reinhold Wächter herum, der zu jeder Frage nur die Achseln zuckte. Zn's Zrmmer vom Direx na, prost Mahlzeit. Da kriegt man nur ein Stipendium oder das Consilium abeimdi. Ein Stipendium hast Du nicht zu erwarten?" Nee!" Faul faul! Man hat hier was ausgefressen und weiß nicht mal was!" Der Junge reckte sich. Na, noch dies eine Jahr dies eine Jahr! Kinder, wenn das erst vorbei ist!" Sein ganzes Gesicht glänzte wieder, und er führte einen wuchtigen Lufthieb. 3. K a p i t e l. ber , beste Frau, können Sie denn gar kein Deutsch?" Gertrud Rüdiger war in gelinder Verzweiflung. Sie nahm der Frau zum drittenmal ein paar Fische aus dem Korb und wog die schimmernden in der Hand. Wie viel sollen sie kosten? Ich möcht auch zum Dienstag nächster Woche welche haben verstanden? Wenn sie preiswerth sind!" Und halb lachend, halb ärgerlich zu sich selbst: .Aber warum red ich denn? Ebenso gut könnte ich zu einem Zuaven sprechen." Als müsse das Fischweib diese Ansicht bestätigen, nickte es energisch unter einem ungeheuren Schwall polnischer Worte, den Gertrud Rüdiger resignirt über sich ergehen ließ. . Gar zu dumm, daß das Dienfimadchen auch gerade fort war. Wer half hier? Einen Augenblick stand sie unschlüssig. Dann rieb sie die Hände an der Küchenschürze ab, die sie vorgebunden, warf die Schürze selbst beiseite und öffnete die kleine Hofpforte. Auch sie führte in. den Vorgarten, an dem vorüber täglich Lehrer und Schüler strömten. vielleicht." dachte Gertrud Jftiibt ger, erwische ich einen bildungslieflis senen Pollacken " Es war ja noch nicht lange zwölf Uhr vorder. Aber nur ein paar Primaner waren noch in der Nähe und traten eben durch die Gitterthur auf die Straße. Mit einem Mal sah sie Doktor Holst kommen. Soll ich? Soll ich nicht? Sie blickte rasch an sich herunter. Das Hauskleid war wirklich nicht mehr hervorragend. Pah, sie , wollte keine Eroberungen machen. Und resolut blieb 'sie stehen und rief ihn. als er grüßte, an.' Gnädiges Fräulein " Er kam mit Storchenschritten. Pardon Sie sind doch in der Provmz geboren. Wollen Sie mir helfen? Und sie wies auf das Fischweib, das in der offenen Hofpforte stand. Ich sprech nicht Polnisch sie nicht Deutsch. Die Verständigung ist also schwierig. Und Sie reden gewiß flietzend." Auch die Frau mit den Fischen nahm das wohl an. Wenn lachend und gesti kulirend kam sie näher und sprach auf ihn ein. Um seinen häßlichen Mund legten sich ein paar Faltchen. Thut mir aufrichtig leid ich hab die Fakultas für Französisch und Geschichte, Latem und Griechisch bis .Tertia inklusive aber Polnisch verstehe ic nicht." . '

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.Und sind hier geboren?" Gewin. Das Weniae. das ick, wfi.

will ich der ??rau aleick beibringen. He, pani, nie popolsko kann nicht Pouiiich. Ah." Ein enttäuschtes Gesicht. Ja. was macbe ick, denn da?" saate Gertrud Rüdiaer. Vava int atm Fische. Es braucht zwar nicht, gerade jetzt zu sein!" Er sah sie groß an. Darf ick eine ??raae tbun. anädiaes Fräulein? Warum kaufen Sie überHaupt von Leuten, die nicht Deutsch sprechen?" Sie stutzte. Dann ward sie ein wenig roth. Mein Gott wer aerade kommt ! Vielleicht kriege ich überhaupt keine Micye lonst." j Das ist mckt anzunebmen. Es wird hier auch einen Deutschen geben. ber sie beschafft. Und wenn Sie wün-i schen ich erkundige mich gern." I Warum nicht gar, Herr Doktor, rief sie halb belustigt, halb erschrocken. Ich brauche ja nur das Madchen m der Stadt rumzuschicken." Und als das Zvischweib. das bislang ruhig gewartet, von Neuem die ,,pani" auf Polnisch zu beschwören begann, sagte sie schnell: Nein, nein gehen Sie nur!" Eine Handbewegung machte das verständlich. In dem Moment ärgerte sie sich. Als wäre sie damit diesem Doktor Holst entgegengekommen. " Aber keine Miene verzog sich in seinem Gesicht. Er schien nur nachzusinnen, als suche er nach Worten. " ' Sehen Sie," begann er stockend, das ist immer das Schlimme. Das kränkt mich so. Sie wollen hier alles mögliche sein. - Mit himmelhoher Begeisterung kommen Sie her, Kultürträger, Vorkämpfer des Deutschthums ach, ich kenne die großen Worte! Nun erzählen Sie mal der Frau davon. Sie versteht nicht. Sie lacht Sie aus. Und mit dem Geld, wofür Sie ihre Waare abkaufen, holt sie sich für ihre Kinder eine vierzipflige Konsederatka vom polnischen Kaufmann. Aber wenn Sie sagen: ,Bedaure, lernen Sie erst Deutsch, und bieten Sie mir dann Fische an,' dann fühlt das die Frau. Wenn alle Deutschen hier so sprechen würden ei. wie fix die Leute mit einem Mal Deutsch können würden! Glauben Sie das? Ich hab mich schon als Gymnasiast daran gewöhnt, selbst das Zehnpfennigstück zum Deutschen zu tragen. Lieber Himmel, das sind doch hier wie überall Kaufleute. Sie wollen durchkommen, leben, verdienen! Ist ja so menschlich und natürlich. Da war ick kürzlich in Posen, in der Altstadt. Ick kenne da einen Kaufmann, einen braven Mann. Er handelt mit allem Möglichen. Ich sehe sein Schild und will meinen Augen nicht trauen. Verschiedene Artikel sind aufgezählt rechts deutsch, links polnisch. Wo früher nur Vier' stand, steht jetzt auch ,piwo.' Da hab ich ihn wüthend zur Rede gestellt. ,Was wollen Sie?' sagt er achselzuckend ich muß!' Und setzt mir auseinander, daß es hier die Groschen der polnischen Arbeiter bringen müßten. Denn die Deutschen? ,Jecku sagt er, ,die Herren Offiziere haben den Offi-ziers-, die Beamten den Beamten-, die andern den Konsumverein. Man kauft bei mir gerade das Nöthigste. Und ist ein polnischer Laden näher, holt man es da, wasinan braucht. Man kann nicht jede Minute im Alltags- und Erwerbsleben an nationale Pflichten denken. National bin ich Sonntags, wen ich ein freier Mann bin. Am Wochentag bm ich ein Kaufmann, der leider von den Polen abhängig ist. Und wenn ich die polnischen Aufschriften entferne, kommt keiner zu mir. Was hab ich dann? Schön, vier Wochen fagen sich alle Deutschen: wir müssen den Mann unterstützen. Aber man ist auch nur ein Mensch: das Dienstmädchen hat's gern bequem nahe; im Konsumverein ist's billiger und mit all meinem Patriotismus kann ich die Bude zumachen.' Gnädiges Fräulein was sollte ich dem Mann sagen? Er hatte ganz recht." Das versieh ich," antwortete sie zögernd. Aber das ist so klein. Ich hatte immer gedacht " Sie kam nicht gleich weiter. Ich weiß schon," nickte er. An etwas Großes. Schönes. An Vaterlandstreue, nationale Begeiferung,' kämpfenden Idealismus. Und nun spielt das Fünfzigpfennigstück eine Rolle. . Das ist die Enttäuschung aller, die hierherkommen, Pioniere des Deutschthums jede Brust schwillt da. man fühlt sich fast als historische Größe. Ach. der JdealiZi.'us, der Idealismus! Den hasse ich!" Wie häßlich er ist. dachte sie. Gerade, wenn sich sein Mund so zufammenpreßte! . (Fortsetzung folgt.) Sin Kennrr. Ich möchte wohl wissen, wie viel: Leute d im ?beater mit Freikarten sitzen." Das werden wir gleich sehen. wenn applaudirt wird. Das RerhtsanVattsKind. Mama, gib mir ein Stück Kuchen!" Nur. wenn Du mir versprichst, gnz brav zu sein." Aber Mama! Das ist ja Ausbeutung meiner Nothlage."

Ueber einen Millionär als Steuern - Drückeberger wird auö Omaha, Nebr., berichtet: Ein sonderbarer Kauz ist George 21." Joslyn, ein vielfacher Millionär und Präsident der Northwestern Newspaper Union. Er betrachtete die Steuereinschätzung auf seinen Palast und seine Parkanlagen als zu hoch; der Bau hatte mehrere hunderttausend Dollars gekostet, und die Parkanlagen waren von englischen Gärtnern ausgelegt worden. Jetzt hat er den Wohnsitz aufgegeben, Fenster und Thüren zugenagelt und läßt das Vieh in den herrlichen Anlagen weiden. So sind aber unsere Millionäre; sie schwören ihre Steuern ab oder ver suchen alles Mögliche, sich um ihre ge-

rechten Abgaben zu drucken. DieBundesregierung setzt ihren Kampf gegen die Landschwind-, ler, welche die für freie kleine Ansiedler bestimmten Ländereien zu eraaun?rn suchen, rüstig fort. Es schweben im Westen noch immer zahlreiche Prozesse gegen solche Spekulanten und Landdiebe, und jetzt hat in Oregon der Schafheerdenkönig" Saling mit dreien seiner Hintermänner sich des Landschwindels schuldig bekannt; jeder zahlte $5000 Geldbuße. ES ist ein wunder Punkt in den Gesetzen ge gen die Landhaie, daß sie nicht zugleich zu Gefängnißstrafen verurtheilt werden können. Etwas mehr Gefahr lau fen gewissenlose Landamtsbeamte, von denen unlängst eine Anzahl schleunigst das Ämt niedergelegt hat aus bösem Gewissen. Durch daS jammervolle Heulen einer schwarzen Katze wurde kürzlich in New York Frau Rose Col lins darauf aufmerksam gemacht, daß bei ihrem Zimmerherrn Henry Ahlers etwas nicht . in Ordnung fein müsse, und die Thür öffnend fand sie ihn als Leiche auf seinem Bette liegen. Die Katze saß neben seinem Kopfe und verließ diesen Platz auch nicht, als ein Polizist bei der Leiche postirt wurde. Der herbeigerufene Ambulanzarzt erklärte, daß Ahlers eines natürlichen Todes gestorben sei. Er war 60 Jahre alt, ein Exempt Fireman" und hatte den Bürgerkrieg mitgemacht. Seit über zehn Jahren lebte er von seiner Gattin getrennt und die Katze Jerry" war seine einzige Lebensgefährtin. Seit langer Zeit hatte er nicht mehr gearbeitet und lebte von. seiner Pen sion. Das seltene Schauspiel, daß drei Frauen als Leidtragende an dem Vegrübniß eines von allen Dreien als Ehegemahl beanspruchten Mannes theilnahmen. bot sich in Des Moines, Ja. Als dort die Leiche des Contraktors E. L. Dubois beerdigt wurde, standen drei Frauen am Grabe, von welchen jede die gesetzliche Gattin sein will. Die eine kam von Denver und hatte Dubois dort in 1880 geheirathet; die zweite kam von New Orleans, verhielt sich aber im übrigen schweigsam; die dritte endlich hatte er sich in West Union, Ja., zugelegt und längere Jahre mit ihr gelebt. Die Frauen wollen keinen Skandal machen und den Todten ruhen lassen. Dubois war in 187071 Offizier in der französischen Armee und später als Ingenieur in allen Ländern der Welt thätig. Nach Des Moines kam er vor neun Jahren und hat als Conkaktor ein großes Vermögen hinterlassen. Die Hausfrauen Groß-New Forks stehen, wie von dort berichtet wird, vor einer neuen Plage. In einem Hause in Brooklyn nahe dem Prospect Park wurde dieser Tage ein Schwärm fliegenartiger Insekten be-merkt.-Derselbe verzog sich wieder und man dachte nicht weiter an ihn. Wenige Tage später wurde in demselben Hause ein Teppich ganz mit weißen Ameisen bedeckt gefunden. Es ist dies ein Thier, das besonders in den Tropen zu den schttmmsten Plagen der Menschenheit gehört. Die Thiere wurden mit heißem Wasser begosen, zusammengekehrt und entfernt. Wo sie hergekommen waren, blieb ein Räthsel, bis am zweiten Tage danach die Hausfrau, als sie ein Fenster des Eßzimmers in die Höhe schob, auf dem Fensterbrett eine ganze Anzahl sowohl von den Ameisen als von, den vorher beobachteten vermeintlichenFliegen sah. Im Augenblick war die ganze Gesellschaft verschwunden. Bei näherem Zuschauen zeigten sich auf dem Fensterbrett feine Löcher, in deren Nähe Spuren von ganz feinem Sägemehl waren. Das Holzwerk wurde auseinandergcrissen und nun zeigte sich, daß dasselbe völlig unterminirt und zerfressen war. Die Gänge und Tunnels, die die Ameisen angelegt hatten, gingen nach dem Keller hinunter. In demselben wurden die weißen Arbeitsameisen, die rothköpfigen Soldaten, die schwarzen Männchen und Weibchen und zuletzt die angeblichen Fliegen gefunden Auch Haufen von Flügeln wurden gefunden, denn die beflügelten Ameisen, nämlich die die Fortpflanzung besorgenden' Männchen und Weibchen, beißen sich dieselben - ab, wenn sie ihrer nicht mehr bedürfen. Dagegen wurde die Königin, deren Vernichtung beim Kampfe gegen die gefährlichen Insekten das Wichtigste ist, nicht gefunden. Diese weißen Ameisen oder Termiten können irgend ein lebendes oder todtes Holz völlig vernichten und sollten daher, wo sie sich zeigen, sofort ausgerottet werden. Im Centralpark haben sie zn verschiedenen Zeiten vier Bäume an der Wurzel ganz durchfressen, obwohl dort sehr aufgepaßt wird.

Feuer - Signale.

i PennshI trnk Market S English' Opk-Hau S Eastund N'w Dork 7 Noble und Michiga H N. Jersey u. Mass SU 5 Pine und North 10 Market und Pine "1 Vermont nahe Säst '18 N.. 8 Spritzenhaus Mass. Ave nahe Noble lS Deuiware und Walnut ,4 N. Jersey u Central A. 15 Mass, und Eornell Av, AN, w,d 11. Straße i-7 Park Ave und 12 Stk -8 Columbia undHillfide i9 Highland Ave u.P,att l Jllinoi und St. Joe ia Pennsylv. und Pratt 44 Median und 11. St 'S 51. 5 SprizenhauS 15. nahe JllinoiS Senate Ave u. StElair n Illinois und Michigan i9 Peeshlvania und 14. t Senate Ave. und 13. 1 No. 1 Spritzchau5 Ins ÄvenaheMichiga 6 Meridia und Walnut 4 California u mumt 36 Blake und New gort s Ind. Av. u. St. Elair 37 City Hospital 1 8 Blake und Norty 39 Mchigan und Lgnet 41 No. 6 Spritzenbau Washington nahe Weft 4 Gsndorf u Wash. 45 Missouri n New Aork 45 Meridian u Wash JllinoiS und Ohw S7 Eapitol Av. u Wash 48 wgan'S Porkhau 4 Straßenbahn StäUi W. Washington Stk 51 No. 10 Spritzenhaus JllinoiS u Merrill 52 Jllinoi u Louifiana U West und South 54 West und McCarty 5 Senat, Ave. u Henry 67 Meridian und Ray öS No. 4 Spritzenhaus MadifonAv. Morri 6 Madisoa Av. u Dunlop 1 No Haken Leiterhau South nah Delawar Penn. Merrill 63 Delawar u. McEart 4 ast und MrSarty 5 New Jersey u. MerrM 7 Lirg. V. u Bradsha 68 Ea5 und Prospekt I Bicking und High 1 9to. 11 Spritzenhaus Lir Ave. mch Huro 7 Cast und Georgia 73 Ced und EIm 74 Davidson u Georgia 75 Cnglish Av. Pin 1 Shelby und Bäte "S No. s Spritzenhaus Prospect nahe Shelby 19 Fletcher Av. u Shelby öl Market u. New Jersey 82 Delawar und Wash. 55 East u Washington 54 New Dork u. Davids 5 Taubstummen Anstalt 55 er. Staaten Arsenal 87 Orient l und Wash. 39 Frauen-Reforinat. 01 No. 13 Spritzenhaus Maryland nahe Mer. L Meridian u. Seoraia. s Meridian und South 4 Pennsylv u. Louifiana 5 Lirgwi Ave u. Alab. 5 Hauptquartier. 7 Grand Hotel, gg Capital Ave und Ohi 23 No. 16 Spritzenhau 16. und Ash. i24 Alabama und 16. t26 Central Av und l. .26 IandeS und 15. 127 Brookside und Jupiter 128 Central Ave und 17. s2g Delawar und 1. i.3i Alabama und 11. i 32 Bellefontaine und S. ;S4 College Av und 20. :S5 Delawar und 13. 136 Alabama und North 137 Newmann und 1. i3S College Ade und 14. ,3S Csrnell Ave und 13. Ul DandeS und 19. U2 Highland Ave und 10. .43 Tecumsey und 10. (45 New Jersey und 2. 46 Alvord und 17. i47 No. 2 Spritzenhau Hilside Ave und 16. U8 College Ave und 2. U9 College Av und 7. i.52 Park Ave und 22.' 155 6 u. SB Sohn u. 12. 154 Ramsey Ave und 10. 156 Stoughton u Newman 157 Atlas und Pike. 153 Blohd und Pawpaw. 159 No. 21 Spritzenhaus Brightwood isk Arden und Depot 163 Brightwood und 25. 164 Rural und Bloyd i5 St. Clair u. Keystone i7 Arsenal Ave und 23. 168 Bellefontaine und 2. 199 Park imd l 212 Capital Ave und ?, 213 Pennsylv. u. Wichia, 214 Jllinoi und 28. 215 Senate Ave und kl. 216 Pennsvtvania und SX 17 Meridian und 1. 213 Capital Av und L6 219 Broadway und 16. 231 JllinoiS und MeLee 234 No. 14 Spritzenhau Kenwood und 30. 35 JllinoiS und 33. 6 Annetta und 3k 237 No. 9. SpritzenhZuO Udell und 'Rader 238 Udell Ladder Wor 239 Aabel und 27. 41 Meridian und 24. 242 JllinoiS St.Clatk. 243 Eldridge und 23. 312 West uud Walnut 13 West und 12. 14 Howard und 16. i Torbet und Paca 16 Capital Ave und I 817 Northwestern Ave 18 Gent und 18. ' ( 19 Canal und 10. 24 Cerealine Wor 24 Vermont und Lyn 25 BiSmarcku Grandvtets 2 No. 2 Spritzenhaus Haughville. 27 Mtchiga u. H,uS, 28 Michigan u. Eonrorv 41 West und MeJntyn 412 Missouri u. Marylaud 41 Missouri und Ohi 41 Capital Av' Georgia 41 Missouri entmky. 417 Senate Ave u. Wash. 421 P und 6 runWaul W. Washington. 42 Jrnn-Hofpital. 424 Miley Ave u. I D u 425 Wash. und Hare 26 No. 18 Spritzachtkch W. Washington 427 Oliver und Birch ' 428 Oliver und OSgood 42g Nordyk und Iork 431 Hadley Av u. Morr 32 Rtver Ave u. smrr 434 River Av und Ray 435 Harbin u. Big St T 436 Harding und DOMS 37 No. 1 priyenhI MorriS und Hardvu, M vx&EOÜttß 43 toeky 61 Stin und WLM 5 Howard und Letz 5 MorriS und appS 5 Lambert und Beksot 57 Nordyk t . Vtcv nun Berns 612 West und Ray Bl entucky Av. 614 Meridian und Morrz bl JllinoiS und ans VI7 MorriS und Dakota 18 MorriS und Shurch 19 Capital A. u McCar 21 Meridian und Pakna 623 Pw und Lord 624 MadisonAveuLincik SS Meridian und Belt RA 627 Carlo und Ray 628 Meridian und nzsna S29 Meridian. Rayuumd 631 Meridian u. MeSaÄ,i 632 No. 17 Spritzenbau MorriS nah West 1 McKernanund DoualZ. 1 East u. Lincoln 614 East und Brecher 1 Wright und Sander! 617 McCartY und Beaiy 18 New Jersey u !c A 71 Lpruce und Prospect 713 nglish Av. . Laurel 714 State Ave u. 9ctt R 9 716 Shelby und eech 71 State Av und Oransf 718 Orange und Laurel 71 yey u. yr 721 LexingtonA. Lauch 72 Fletch Ave. Spru 724 State Ave. PleasanS 7Äi Prospekt und Aeasant 726 Orange und Hla 723 Liberty und Mea 729 Noble und South Li No. l Spritzenhaus Oft Washington fc 81 Market und Noble 814 Ohio . Highland tu 816 Mchigan. Htghla 81 Market Arsenal 817 Ost S. Clair nd Union Bahn Seleist. , 821 Pan Handle hop 823 Vermont und Wakott 824 Wash. und Etat Atz. 820 USBIW'W0' 826 Tucker und Dorseh 27 Wash. und evill v, 29 No. 1 Spritzenhaus evill nah Michig 831 Southeafter Ave uud Zkoodside. 3 Wash. und Dtarbon, 84 Southeafter nd Arsenal VS. SU New Dork und Tempk 12 JllinoiS und Martzl. i JllinoiS nd Market, it Penn, nd SssS. SIS Dtlatsa mtW Spezial Signale. Ersten Schläge, zweiter Alarm, Zwkiten Schläge, dritter Alarm, Dritten 2 Schläge, vierter Alarm. 1-2-1, Feuer aus und Schlauch aufgerollt. Schlag, Wasserdruck ab. 1 Schlag, 1 Uhr Mittag. Die so bezeichneten Signale werden nur vom Thu Wächter angegeben da an den betreffend Straß? keuzung ketne Marmköfte anaebraeht find. Chicago und der große Nordweft, via )) MKlWZKtzM?ui jww f" laSka-Hatvatt-PbUWPWe Insel. Vier tägliche Schnellzüge nach Chicago. on der Monon 47. Str. Station, Chicago, sind nur 5 Minuten mittelst elektrischer Car nach den Union Biehböfen Frendti liick Spring, in dem Oranat Conntb fioc&Ianb. ffamilikN-Sotel antet neuer Geschäftsleitung. Pluto, Proserpin ,d Bowle Quellen. Beste Mineralwasser on elt. Zwei Züge täglich via Greeneastle. Ticket-Officen : Union Station, Massachusett vt nd LS West Washington Straße. R. P. A l g e , Distrikt Pass. Agent, Indianapolis, Ind. . W.H.McDvel. C.H. Rockwell, ras. und Gen. SZigr. nrieo' , Frank I. Reed, Vn.Pzss. Agent. Chicago. Jll.