Indiana Tribüne, Volume 27, Number 245, Indianapolis, Marion County, 6 June 1904 — Page 5

Jnd i an a Tribüne, 6. Juni IS 04. .

Aus dem Bohnenfefi.

?!ussische Novellette von M. von Ekenstern. : Beim Bohnenfest hat Wladimir Pe. dronow die schöne Nadeschda in Moskau kennen gelernt. Als der Geistreichste im ganzen Bekanntenkreise Iwan Smirnows, der mit Glanz und Pomp als erwählter Bohnenkönig die Festlichkeit inscenirt hat, ist er als Hofnarr erschienen, und Nandeschda hat die Rolle der Hofmuse übernommen. Unter Witz, Scherz und Tanz haben sich ihre gleichgearteten Seelen schnell gefunden, und wie die riesige Bohne mit den Looftn zur Hauslotterie und den neckischen Prophezeiungen herumgereicht wird, finden sich ihre Blicke mit freudigem Aufleuchten; als Wla dimir laut die Prophezeiung der Hofmuse vorliest, und dann feine eigene, bricht die fröhliche Gesellschaft in helles Gelächter aus: das Orakel verkün dete Nadeschda, daß ein Narr ihr Schicksal entscheiden würde, und dem Schriftsteller Pedronow wurde die Huld der Musen verheißen. Sie machten dem Corriger I Fortune" Zugeständnisse!" drohte lachend die Bohnenkönigin dem Ceremoriienmeister; dieser aber, seine Rolle mit vielem Aplomb spielend, meinte mit einer devoten Berneigung: Passen die beiden nicht herrlich zusammen? Und gefunden" haben sie sich ohne mein Dazuthun; es war nur Nächstenliebe, wenn ich dem Zufall ein wenig nachhalf!" Und der Vormund, der sie mit Ar-gus-augen bewacht? Der sich sein Mä del selber sichern möchte?" Oh! Pas de crainte! Jugend und Liebe sind siegende Kräfte!" ..... Es war in der tiefen, eisigkalten Dunkelheit der Mitternachtsstunde, als Wladimir mit einem beredten Blick und festem Händedruck von Nadcschda Abschi nahm. In warme Pelze gehüllt, fuhr sie an der Seite des Bormundes von der Tscherkaskaja über die hochbeschneiten Boulevards ihrer Wohnung zu; 'Wladimir starrte dem Schlitten mit den silbernen Gloden vom Hausportal Smirnows noch eine Weile in tiefen, sinnenden Gedanken nach, und der übermüthige Possenreißer, der den ganzen Abend mit seinen Einfällen und Witzen die Gesellschaft unterhalten, hatte, machte ein so ernstes nachdenkliches Gesicht, als ob er über eine weltbewegende Idee zu entscheiden hätte. . Da legte sich, aus dem Hause kommend, cine Hand schwer auf seine Schulter: - Hei! Heckst du einen neuen Roman aus? Komm', fahr mit, Pedronow!" Es war Wladimirs Freund Alexei Gargonowski,, der bei dem Fest als chinesischer Gesandter figurirt hatte, 4ind der, wie Pedronow auch, in einem billigen, entlegenen Stadttheil, nahe dem Uspeniena Mogizach, dem Kirch Hof, wohnte. Bereitwillig folgte er der Aufforderung, und bald saßen sie, warm in ihre, Pelze gewickelt, die Fellmützen tief über die Ohren gezogen, dicht bei einander, und der Kutfcher hieb fest auf das krausmc.hnige Pferd ein, daß die Messingglöckchen am glänzenden Geschirr hell klirrten und klangen. Die schöne Nadeschda hast du im Fluge erobert, alter Junge!" sagte Alexei und blies dicke Rauchwolken aus seiner Cigarette. Pedronow that, als hätte er die Worte des Freundes gar nicht gehört und meinte: Wie weit bist du mit deinem Volksbilde?" Nun, bis auf einen Hallunkentypus, zu dem ich mir erst das Modell noch suchen muß, bin ich so ziemlich fertig mit dem Entwurf. Aber um auf heute Abend zurückzukommen, du haft wirklich Glück, Pedronow! Nadeschda ist nicht nur fchön und vornehm, sondern auch unermeßlich reich, und den Vormund abgerechnet ' frei und selbständig." Hm!" Jetzt war es Pedronow, der mit starken, hastigen Zügen rauchte; nach einer Weile sagte er: Hattest du nicht den Bettler von der Uspenskij - Kathedrale als Modell?" . Ja, ja! aber der war zu sehr Bettler . und nicht genug Strolch! Doch, was ich sagen wollte: man munkelt, der angejahrte Vormund trüge sich selbst mit Hoffnungen." Hell auflachend rief Pedronow: Was bedeuten einseitige Hoffnungen?" Nun, ich meinte ja nur, du solltest nicht so offen deine Bewundcrung zeigen! Der Alte sah dich heute wiederholt mit wilden Blicken an und na, du wirst es ja selber wissen, er hat eine einflußreich Stellung und Freunde, die ich mir nicht als Feinde wünschen möchte!" "Trn hast recht, mein Lieber, aber dir sei's vertraut: Nadeschda ist mir gut, und mein Streben gilt nur noch dem Glück, sie zu erringen!" Der Schlitten hielt in Mertkoi Verejulok, wo Gargonowski wohnte. Fest dem Freund die Hand drückend, stieg er aus und fragte: Gehst du vielleicht einmal mit mir auf Modellsuche?" Gern! hole mich nur ab, vielleicht kann ich dabei auch Studien machen!" .... Nadeschda barg erglühend das Gesicht in ein Bukett bunter Hyazin then, Krokus und Veilchen und

träumte, Wladimirs begleitende Visi'tenkarte betrachtend, froh und felig der Zukunft entgegen. Es war acht Tage nach dem Bohnenfest und die ganze Stadt lag im Banne der Matzlinitza; Alexei und Wladimir hatten dem Vormund, Herrn Orchenka, ihren Besuch gemacht, waren iedoch nicht angenommen worden," Wladimir Ueß licy dadurch die Laune und frohe Hoffnung nicht trüben und sandte in klei nen Zwischenräumen einen huldigenden Blumenstrauß an die Ausewählte seines Herzens; Nadeschda aber hat te nur einmal die duftenden Grüße erhalten; Herr Orchenka hatte feine Die ner inftruirt und zweifelhafte Perfönlichkeiten gedungen, die dem Verehrer seines Mündels auf Schritt und Tritt nachspürten. Eines Abends gingen Alexei und Wladimir in alte, abgerissene Pelze gehüllt und Lammfellmützen auf dem Kopfe, dem Chitrow rinok zu. In einer dumpfen, schmutzigen Schänkstube saßer. sie bei Likör und übelriechenden Cigaretten und suchten nach Modellen. Dort saßen einige verdächtige Gesellen bei Aorsch, aber die widerlich duftende Kohlbrühe hatte gewiß weder Rindfleisch noch Tomaten gesehen, und die zweifelhafte Farbe rührte von rothen Rüben und reichlich Paprikafcheiben her; andere ließen sich ihre braunen Piroschki, Fleischkrapfen, schmecken, die meisten aber die zeitgemaßen BlinniS, die so beliebten Pfannekuchen, und tranken Fusel in ziemlichen Mengen dazn. Alexei hatte mit Kohle und Pinsel die Gesichter der Situation entsprechend behandelt und saß nun über ein Skizzenbuch gebeugt um mit dem Stift einzelne besonders markante Gesichter zu skizziren, als ein Mann vom Nebentisch aufstand und dicht vor sie hintrctend nach ihren Papieren fragte, indem et sich als ein Aufsichtsorgan der Polizei legitimirte. Die beiden c lachten belustigt und harmlos auf; an eine polizeiliche Kontrolle hatten sie nicht gedacht, aber Alereis Pinsel hat, solche Verwüstung in ihren Gesichtern angerichtet, daß man ihnen auf Wort" nicht Glauben schenkte und da man zwei gefährliche Einbrecher . suchte, deren Signalement einigermaßen mit ihrer Maskerade stimmte, mußten sie sich wohl oder übel dazu bequemen, dem Sicherheitsorgan die Begleitungen in ihre Wohnungen und eine eventuelle Haussuchung zu gestatten. Der Mertroi Perejulok lag zunächst auf dem Wege; da Alexei außer einigen angefangenen Gemälden nichts ls Wäsche und Kleider sein eigen nannte und im Schreibtisch nur Farbcntuben, Pinsel und einige Liebesbriefe lagen, empfahl sich der Mann des Gesetzes höflich, aber Wladimir schmeichelte sich vergeblich mit der Hofftning; daß die ganze Geschichte nun auch für ihn erledigt sei. Der verkappte Polizist begleitete ihn ruhig bis zum. vierten Stock seiner Stube beim Uspeniena Mogizach, durchwühlte seine Bücher, Briefe und Manuskripte, fand in einem abgerissenen Notizbuch einige Notizen über die polnische Insurrektion und beistimmende Bemerkungen über die Handlungen des Warschauer RevolutionsComites, nahm sie stillschweigend an sich und empfahl sich, cachdem er schmunzelnd em Glas' Rum geleert, das ihm Wladimir zur Erleichterung der Arbeit geboten hatte. ,Am anderen Morgen wurde in dämmernder Frühe an Wladimirs Stube gepocht und er aus dem Bette heraus verhaftet und ins Gefängniß gebracht. Ohne spezielles Verhör fand eine Verhandlung statt, und schließlich wurde er wegen politischer Umtriebe zur Zwangsarbeit und Deportation nach Sibirien verurtheilt. Seine Freunde erfuhren die Thatsache erst, als er mit einer Anzahl anderer unglücklicher Verbannter, zu Fuß und mit Ketten belastet, die Reise auf der großen sibirischen Straße vom Ural nach Jrkutsk hinter sich hatte und in den Salzbergwerken am Baikalfee als Strafgefangener lebte und litt. Wieder war das Bohnenfest herangekommen, und der Zufall führte Alexei mit Nadeschda im Hause des Militärarztes Godarski zusammen. Welche Wandlung war mit dem schönen Mädchen vorgegangen; kaum konnte Alexei sie erkennen. Bleich, abgemagert, die umrandeten Augen tief in den Höhlen, sah sie in ihrer luxuriösen Toilette wie ein Schatten aus. Ohne Hehl, mit einer fast krankhaft fieberhaften Hast gestand sie Alexei, das sie nur gekommen sei, in der schwachen Hoffnung,, einen Freund Wladimirs zu treffen; ob er keinerlei Nachricht von ihm hätte? Das wenige, was Alezei wußte, seine Ahnungen und die Trostlosigkeit der Aussichten schilderte er ihr treu und schmerzbewegt, und ' mit flimmernden' Augen unterbrach sie ihn: So weiß ich mehr und Schrecklicheres als Sie! V?ein Vormund hatte gemerkt, daß unsete Herzen siö gefunden hatten, und ich verhehlte ihm nicht, daß ich Wladimir Pedronow liebte und keines anderen Mannes Weib je werden würde! Heimlich ließ er ihm nachspüren, ihn zu verderben und nun hat er mich vor die Alternative gestellt: entweder ich werde sein Weib, und dann soll PedrownoS gräßliches Los auf dem Gnadenwege in einfache Verbannung verwandelt werden, öder Wladimir bleibt lebenslänglich der

brutalen Gewalt seiner rohen Wächter überlassen!" Und wozu entschlossen Sie sich?" fragte Alexei düster. Giebt es da eine Wahl? Er leidet Folterqualen, soll es mir besser gehen, als ihm? Soll ich ihm nicht Rettung bringen, da es in meiner Macht steht? Ich habe Orchenka gestern mein Wort gegeben, sonst hätte er mir wohl kaum erlaubt, zu diesem Fest zu gehen!" . Schweigend drückte Alexei ihr die Hand; ihm erschien ihr Gesicht noch fahler und schmerzverzogener, als sie leife sagte: Und wenn sein Los erleichtert ist. wollen Sie nach ihm forschen, ihm Trost, Erleichterung uno meine Grüße bringen? Alles, was ich an Mitteln besitze, stelle ich zu Ihrer Verfügung, aber Vorsicht! Sie ahnen ja nicht Orchenkas Mißtrauen und seine eifersüchtige Wuth." Wer bürgt Ihnen überhaupt für seine Ehrlichkeit?" Ich werde erst dann sein Weib, wenn er mir die Beweise brmgt, daß Pedronow keinem anderen Zwang mehr untersteht, als der Aufsicht in der Verbannung!" Nahe Ust Kutsk, am wildzerklüfteten Oberlauf der Lena, liegen ein paar Häuschen und kleine Hütten an die Felswand angelehnt, und auf den Grosflächen nach der Poststation hm zerstreut. Einsam und düster 'ist die nebelverhllllte Gegend, nur die aufgehende Sonne lugt bleich zwischen zwei Bergrücken am gegenüberliegenden Flußufer ein Stündchen herein. Hinter den Hütten rauschen im Sturmwind, der sich im Felsenspalt verfängt, die dunklen Nadelwälder. Die Felsrücken sind mit Lärchen bepflanzt, graue Eichhörnchen hasten durch das Laubholz, und Füchse bellen in kalten Nächten. Jäger durchstreifen gern die Gegend nach Hermelin und Zobelthier. An manchen Hütten hängt Fischergeräth, denn die Lena bringt vielen und erträglichen Fang. In den Häuschen und Hütten i,st's so düster und traurig wie in der Gegend ringsum. Nur Akim Simkows Hütte trägt hellen Schmuck von aufgeklebten Bildern aus Zeitschriften, und über dem Bett hängt m grellen Farben ein Christusbild. Den Schmuck besorgt ein Jäger, der bei Akim wohnt. Er sitzt an einem rohgezimmerten Tisch in der FensterVertiefung; das gelbe Licht seiner kleinen Lampe streitet mit dem heraufziehenden Tag. Er ist groß, schlank und jung; die Züge seines Gesichtes sind edel, und die blaugraue Farbentönung seiner Haut, wie die tiefen Furchen, reden deutlicher von den ausgestandenen Qualen der Zwangsarbeit, als die Papierblätter, auf denen er mit hastender Hand und scheu nach außen spähendem Blick die Geschichte seines Elendes niederschreibt. Wenn Jäger oder Fischer die einsame Straße heraufkommen, oder das rollende Gestein hinter der Hütte einen nahenden Schritt andeutet, vetbirgt er eilig unter einer losen Diele, die ein Fell bedeckt, die Blätter und schreibt dann an harmlosen Erzählungen, die in den Tageszeitungen in seiner Heimath über der Grenze erscheinen. Die Blätter unter den .Dielen aber hofft ' er einmal in eine ehrliche Hand legen zu können, damit seine Brüder es erfahren' wie Sibiriens Hölle aussieht. Er löscht das Licht aus und fährt zu schreiben fort: ' Di: Lederpeitsche mit der Bleikugel zermalmte ihm die Knochen und zerfleischte ihm den Körper; aber selbst die Wohlthat der Ohnmacht gönnten ihm die brutalen Henker nicht! Nie werde ich den Schmerzensschrei vergessen, der sich dem Opfer entriß, als man mit Ammoniak die ersterbenden Kräfte weckte, und die blutendenWunden mit salziger Lauge beträufelte! Nie werde ich den Anblick verwinden, den ein von Insekten zernagter Körper in den Gruben der Bergwerke mir bot." Schaudernd strich der Schreiber über seine Stirn und blickte durch das Fenster in die Weite; jetzt sah sein scharfes Auge am Flußufer Gestalten zwischen den zerrissenen, immer ra scher verziehenden Morgennebeln; hinter diesen hoben stch die düstern Felsen und Klüfte schattenhaft vonl graublauen Himmel ab; die dunklen Wogen der grollenden, strudelnden Lena rauschten laut bis in 'das Stübchen, aber was der einfame Mann sah, war so seltsam, daß er alles um sich her vergaß, selbst die Vorsicht. Den Stift in Händen, weit über die engbeschriebenen Blätter vorgebeugt, starrte er hinaus, als ob Geister durch die Felsenfchlucht kämen. Und je mehr die Gestalten sich n'ä herten, desto höher richtete er sich auf; es war kein Zweifel; sie schritten Simkows Hütte zu, ein Mann und ein Weib, geführt vom Stallknecht der nahen Station. Jetzt stand er in der offenen Thür auf der niedrigen Treppe; mit einem einzigen Blick umfaßte er daS Wunder der groß aufsteigenden Sonne, die die gegenüberliegenden Felfengipfel wie mit Gold umfäumte, die Lärchen und Zirbelkiefern mit ihren ersten Strahlen liebkoste und die grauen Nebelschatten zerriß. Mitten :n einem breiten Sonnenstrahl kamen die Gestalten auf ihn zu. Da gellte ein Schrei von .seinen Lippen und schluchzend schlug er die Hände vor das Gesicht. , Narrte ihn ein Fieber, war es ein Wahngebilde k .

Sie, deren Bild ihm allein di Qualen versüßt hatte, sie, von der ihm ein Brief des Freundes die heroische That gesagt und Grüße gebracht hatte, sie das Weib eines anderen Mannes, und der geliebte Freund?! . Blitzartig durchzuckten ihn diese Gedanken, als sich zwei feste Arme um ihn schlössen und des Freundes Stim. me rief: Wladimir, lieber, alter Junge!" weiche Hände die feinen umschlangen, und eine Stimme, die er wachend und träumend immer gehört hatte, in zitternder Bewegung hauch te: Ich bin gekommen, um bei dir zu bleiben, dich nie zu verlassen!" Und der große Mann weinte wie ein Kind. ' In der kleinen Hütte am zerklüfteten Lenaufer prasselte ein munteres Feuer; Nadeschda lehnte den Kopf an Wladimirs Brust und lauschte, was Vlexei aus den Erinnerungsblättern im Dielenversteck las. Mit verweinten Allgen und blaß bis in die Lippen warf sie dann die Blätter in die pras, selnde Gluth: Wozu diese Erinnerungen?" sagte sie, die bleiche Stirne des Geliebten küssend. Diese Blätter in unrechten Händen könnten dich zur Hölle zurückführen! Laß uns fortan nur der Gegenwart, der Zukunft und unserem stillen Glück leben!" Als der Priester den Bund Wladimir Pedronows und der Wittwe Nadeschda Orchenkas eingesegnet hatte, reiste Alexei nach Moskau zurück, aber er hatte versprochen, von Zeit zu Zeit die Verbannten in Jrkutsk zu besuchen, speziell einmal zum Bohnenfest; sie wollten die Erinnerung an die Prophezeiung feiern. Die ' Memoiren Wladimir Pedronows blieben aber ungeschrieben. Furchtbare Leiden auf einer Forschungsreise.

Schreckliche Entbehrungen hatte eine Gesellschaft von Forschern zu erdulden, die unter Leitung von Mr.Knowling in das Innere der Insel Neufundland von St. George Bay nach Glenwood unternahmen. Ihre Leiden sind denen der Labradorforfcher vergleichbar, .Wallace und Hubbard, die der Forscher Hubbard in seinem Tagebuche schilderte, das man, wie un längst berichtet, nach seinem Hungertobe vorfand. Die Mitglieder, der Knowling - Ezpedition mußten von Anfang der Reise an durch Berge von Schnee wandern, und' trotzdem alle Schneeschuhe trugen, sanken sie bei jedem Schritt tief ein. Auf diese Art wanderten sie wochenlang.' Nach den ersten zehn Tagen bereits wurden "die Nahrungsmittel knapp; selten gab es etwas zu schießen, wovon die hungrigen Menschen und Thiere sich hätte ernähren können. Infolge der ständigen Schneestürme wollten die Führe umkehren, ' aber Knowling weigerte sich, das' zu thun. Dann kamen die ersien verhängnißvollenZeichen nahenden Hungertodes. Die indianischen Führer tödteten in ihrer Verzweiflung die Hunde und aßen gierig das Fleisch. Nach dreiwöchentlichen schrecklichen Entbehrungen entdeckte McWhirter, der Knowling begleitete, daß sie sich am Gander River befanden. Die Mitglieder der Gesellschaft waren inzwischen so verhungert, daß sie ihre Ausrüstung im Stich liefen ' und nach Glenwood stürzten. Zu ihrem Glück trafen sie vorher noch einige Holzfäller, die sie unterstützten und ihnen Nah, rungsmittel gaben. Nach ihrer Ankunft in Glenwood erholten sie sich dann bald von ihren Entbehrungen. Lcnbachs einzige Schülerin". Einem Mitarbeiter des GauloiS" erzählte Vilma Parlaghi, wie sie Lenbachs Schülerin wurde: Ich hatte meine ersten Malstudien in Budapest gemacht. Man schickte mich ganz jung zur weiteren Ausbildung nach München, und eines Tages stellte ich mich bei Lenbach vor und sagte ihm, daß ich gern seine Schülerin werden würde. Er war wohlwollend, aber doch kurz angebunden und lächelte nur mitleidig. Du willst meine Schülerin werden, Kind?" sagte er. Ja, Meister, ich träume nur davon. Sie sind für mich der größte Künstler der Welt." Du weißt also nicht, daß ich niemals Schüler gehabt habe, und auch keine haben will! Was kannst Du thun, um eine solche Bitte zu rechtfertigen?" Mir kamen die Thränen in die Augen und ich fagter Versuchen Sie es mit mir, Meister." Gut, hier ist ein Portrat, das ich soeben gemacht habe. Copire es und bringe es mir mit' der Copie zurück." Ich copirte es mit dem größten Eifers Ich sehe es heute noch vor mir. Ich hatte meinen ganzen Fleiß darangesetzt, bis in die geringsten Einzelheiten hinein. Als ich Lenbach sein Porträt und meine Copie zurückbrachte, sah er beide Bilder aufmerksam an. Wo ist Deine Copie?" Hier, Herr von Lenbach. Sie sehen es ja!" Lenbach schlug sich auf den Schenkel, und ich hatte Furcht, 'ich glaubte, er würde böse werden. Du hast das gemacht?" Ja, Herr von Lenbach. Ich habe gethan, - was ich konnte." Du, ein Kind! Gut also, von .heute an bist Du meine Schülerin, aber unter einer Bedingung, Du wirst keinen anderen Lehrer außer mir haben, ebenso wie ich niemals eine andere Schüle rin als Dich haben werde." Ich verspreche es." Und von diesem Tage an gab er mir trotz seines barschen 23k sens mit . unendlicher Güte Unter richt

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