Indiana Tribüne, Volume 27, Number 244, Indianapolis, Marion County, 4 June 1904 — Page 5

Jndkana Tribüne, l. Juni 19 0Ä,

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Ter MnNah wieder thät'g. Trotz aller großen 'Worte sind , die Enjänder mit der Bekämpfung des 'Mullah immer noch nicht.-zu Ende ge kommen. ' Man hatte zwar die Hoffnung ausgesprochen, sich pekuniär ' in dem Feldzuge gegen diesen' einst . als verrückt" bezeichneten - Mann einschränken zu können, weil dieser angeblich in dem ; letzten Feldzuge so , schwkre Verluste erlitten haben sollte, , dasz ein weiterer Widerstand seinerseits v r ir l r c w .

unrnoslucn einer vkeis yinitcni roai offenbar irrig. Nac!) den letzten Meldungen aus dem Somaliland hat der Mullah statt von , den englandfreundliehen Eingeborenen des Stammes der Midjertin überwältigt zu werden, wie bisher behauptet worden, bliese besiegt, ihnen schwere Verluste beigebracht und eine Menge Gewehre abgenommene die wahrscheinlich von den Engländern geliefert waren. Ein Bericht Neuters besagt: . Es scheint sicher, daß man in England die Lage des Mullah durchaus mißversteht . Es ist nicht zu bezweiftln, daß er schwer gelitten hat, aber ist. St.&.P AVnasAn Y7t O ci ll vuiuyuu jjtiuittji, uj Macht keineswegs gebrochen , worden ist. Nach vertrauenswürdigen Mittheilungen besitzt er immer noch drei Maximgeschutze, zahlreiche Lee-Met-fords.und einige französische Geschütze sowie Gewehre. Außerdem gehen dem Mullah beständig WaffentransPorte ' durch italienisches Gebiet zu. Das Schlimmste ist, daß man nicht weiß,' - wo der Mullah sich eigentlich aufhält. Man .sagt, er wäre in der nordöstlichen Ecke von Afrika, aber der Begriff Ecke" ist natürlich, auf einen, Kontinent angewendet, sehr gedehnt und dehnbar. Die englischen Truppen drängten' ihn nach der Schlacht von x Djidballi nach Norden, weil man ihn in das Land der Midjertin treiben wollte, um ihn zu vernichten. Statt dessen vernichtete der Mullah dieLNidjertin. Die Regenperiode, die jetzt eingebrochen ist, macht s den Engländern unmöglich, die Herden des Mullah in unfruchtbare Gegenden zu treiben Dazu kommt, daß das Zusammenbrechen des englischen Transportwesens ein weiteres Halten, der Truppen im Inneren des Somalilandes einfach unmöglich machit, und das englische Militär wird deshalb abtheilungsweise nach der Küste zurückgezogen." So ist der Mullah auch dieses Mal wieder als der Beherrscher der von ihm beanspruchten Wüste aus dem Kampfe . . rtxö . ' r t m v hervorgegangen, jjjas engnicye Parlament wird sich zu weiteren Kämpfen die nöthigen Geldmittel zu bewilligen in nicht zu ferner Zeit veranlaßt sehen. ' Tie Farben des Rttchslandes. 1T m St OrnSSf rtT$)rru hnn P?Tf $-: 41 VIW 'VUilWJ lVlt W 41 i-lUl) Lothringen ist ein lebhafter Streit entbrannt. .Der Kreisdirektor von Hagenau ''hatte ' die Bürgermeister darauf aufmerksam gemacht, daß bei den Umzügen der ausgelosten Rekruten , nur Fahnen in den reichsländischen Farben schwarz-weiß-roth zuzulassen seien. Gewisse reichsländische Blätter sehen in diesem Erlasse ein Verbot der weiß-rothen elsässischen' Landesfahne" und heben mit Entrüstung hervor, daß. während in allen anderen deutschen Staaten Fahnen in den Landesfarben ungehindert entfaltet werden dürfen, in Elsaß-Lothringen nur die deutsche schwarz-weiß-rothe Reichssahne gestattet sein solle! Dazu bemerkt die i . r iyl onrxM. rri . r... re i- rt . . siraZv. -pui :, vieler nirunungseifer ist nach Lage Ter thatsächlichen und 'gesetzlichen Verhältnisse unbegründet. Es giebt nämlich keine weiß-rothe elsässische Landesfahne", sondern seit 1871 sind die Landesfzrben des Reichslandes , dieselben, wie die des deutschen Reiches: schwarz-weiß-roth. Ferner ist im Jahre 1891 durch kaiserliche Verordnung das Landeswappen für Elsaß-Lothringen festgestellt worden unter gleichzeitiger genauerBezeichinung der Farben schwarz-weiß-roth. Eine elsässische weiß-rothe Landesfahne giebt es also gar. nicht und ,hat es auch nie gegeben. Der Kreisdirektor von Hagenau handelte somit gesetzlich korrekä, indem er ausschließlich die elsaß-lothringischz Landesfahne, nämlich die schwarz-weiß-rothe Fahne, zuließ. . Schwarz-weiß-roth sind eben die Landesfarben von Elsäß-Lothringen, damit wird man sich wohl oder übel abfinden, müssen!" - Die Töicke des Teeplions. Folgende hübsche Telephongeschichte erzählt der Gaulois": Vor einigen Jahren war ein Herr in offizieller Stellung, der etwas reizbar ist. im Be-. griff, auszugehen, als sein Telephon plötzlich heftig klingelte. Er stellte also den Stock hin, nahm der Hörer-ab und meldete sich, aber Niemand antwortete. Vergebens nimmt er seine Zuflucht zu Ausrufen, aller ,Art, er kann nicht verstehen, was der 'Anrufende ihm sagt. Schließlich ruft er wüthend: Zum Donnerwetter! Welcher Esel telephonirt denn mit mir!", worauf es mit ruhiger Stimme zurücktönt: Hier, ist der Marineminister, Admiral Besnard, in Person..." Bleich und zitternd nimmt darauf der Herr ehrerbietigst seinen Hut ab, verbeugt sich mehrmals und stammelt: O. Herr Minister, Herr Minister, ich bitte tausendmal um Entschuldigung Von diesem Tage an war er am Telephon von unendlicher Geduld. . . : wTt hpntsAett fficntrstl iv. w.-, ' " - cytnfmfstnnftfia und von Ditfurtb-Va-scha haben ihren Kontrakt mit der türkiscken Regierung erneuert.

Tas Wlutvao von EleSv. . Aus dem jctzt vorliegenden Berichte erne'ö in Arad' erscheinenden BlatteZ ! geht hervor, daß die nationale Erbit. terung bei dem blutigen Krawall in Elesd eine Lrößere Rolle gespielt hat, als aus den bisherigen Mittheilungen der ungarischen' Blätter zu ersehen war. Letzteres ist insofern erklärlich, als die magyarische Presse ein wesentliches Interesse daran hat' ''über die Unzufriedenheit der Nationalitäten, die durch die magyarische Herrschsucht genährt wird, möglichst mit Still schweigen hinwegzugehen.' Das Ära der Blatt Tribuna", schreibt nun: Das Niederschießen von 53 rumä nischm Bauern durch die, magyarische Gendarmerie hat wieder einmal die tiefe Kluft offenbart, welche zwischen den Vertretern , des ' magyarischen Staatsgedankens, und der eingebore nen Bevölkerung des Vanats und Siebenbürgens - besteht. Für jeden magyarischen Polizisten ist der rumä nische Bauer ein Staatsfeind", der bei jeder sich dJrbietendm Gelegenheit über den Haufen geschossen 'werden darf. Das, Blutbads welches am sZrei. tag in Elesd verübt wurde ist daher für uns nichts Ungewöhnliches, und wir sind auch, nicht darüber verwun dert. daß die amtlichen Berichte den Vorgang vor der , öffentlichen Mei nung Europas durch wissentliche Lü gen entstelleit. Unwahr ist, daß es rumänische Sozialisten" gewesen seien, welche den, Zusammenstoß veranlaßt hätten. , Bis heute giebt es unter den rumänischen Vaüern inner halb . des Königreichs Ungarn, noch keine Sozialisten; aber die ungari icken Blätter schreien uns vor Europa als Sozialdemokraten ans, um uns dadurch ins Unrecht zu setzen. Die Thatsache ist, daß die sogenannte Un abhängigkeitspartei die rumänische Landbevölkerung eingeladen . hatte, sich unter der.Maske einer kossuthisti schen Oppositionsgruppe dem magya rischen Parteigetriebe anzuschließen. Auf diese., Lockungen werden jedoch die Rumänen niemals eingehen, und sie kamen nach Elesd, um zu erklären, daß sie Rumänen sind und bleiben, und daß sie das kossuihistische Magya rentrjum in jeder Form zurückweisen. Deshalb ? versuchten die Gendarmen durch Herausforderungen, einen An laß zu schaffen, um gegen die Rumä nen mit ihren Waffen vorgehen zu können. Der eigentliche Anstifter des Blutbades war der Husaren-Rittmei' ster Ncdeczky, welcher sich als wüthen der Kossuthist , geberdete und die Nu mäncn beschiinpfte. Schließlich er. griff ein Rumäne einen Stein, um nach dem Beleidiger zu werfen. Sogleich stürzten zwei Gendarmen über den Rumänen her und hieben auf ihn

mit ihren Säbeln ein. Der rumänische Notable Akis versuchte es, deil Un. glücklichen zu schützen, indem er den Arm des einen Gendarmen zurück, hielt. Wegen dieses schweren Ver brechcns schoß d erGendarm erie-Wacht meister Resch Herrn Akis mit seinem Revolver nieder. Erst diese That em Porte einen der Unserigen derart, daß auch er den Revolver zog und Herrn Resch niederschoß. Die Antwort war, daß sämmtliche Gendarinen mit ibren 8-Millimcter.Gcwehren unter die wehrlose. Menge, schössen und 53 Rumänen todtcten oder schwer verwunde tcn. Nun, der Kriegszustand zwischen Rumänen und Magyaren dauert b reits seit 1818 an, und diese Ailsbrü che des magyarischen Hasses fordern alljährlich Dutzende von blutigen' Op fern Das ' Andenken an unfere na tionalen Märtyrer aber wird dem Rumancnthum heilig bleiben." ' Englanv verliert den Albert Eduard See., : ' Die Reutersche Agentur erfährt, daß eines der bedeutendsten Resultate ocr Grenzrcgulirung, die während der letzten 18 Monate an den englisch, deutschen Kongogreuzen westlich deö Viktoria Nyanza vorgenommen wurde, die Entdeckung ist, daß der ganze Albert Eduard Nyanza zum Kongofreistaat gehört. Dies ist dadurch zu erklären, dan iick die Grenze zwischen dem Uganda-Protektorat und dem Kongofreistaat bedeutend weiter ou Vuh befindet, als bisher angenommen wurde. Durch diese Ungenauigkeit in den bisherigen Karten' verliert England ein wichtiges Gebieth in dem sich u. a. werthvolle Salzlager am Nordende des Albert Eduard-Secs bcfinden. Die wicktiaste Aenderuna der deutsch-englischen Grenze, die jetzt fest. gelegt wordm yt, besteht öarm, vau die Münduna des Kaaeraflufses. des .Hcnlptwasserweges vom Westen zum See Vntona, in englisches Gebiet fallt und ebenso crn großer Bogen des. $ms ses weiter westlich, von dem man bis lier annabm. dafc pr auf deutickem Ge biete liege. Einige behaupten, ' daß der Kagera die wirkliche Quelle des Nils sei. Die Grenzregulirung. kostete der englischen Commission nur ein Menschenleben. Der Natursor scher Doggett ertrank im Kagera. ' Aus Altenburg wird ge schrieben: Der Herzog , hat das Gnadengesuch des wegen Biersteuerhinterziehuna zu 69,765 Mark Geldstrafe oder 1 Jahr Gefängniß verurtheilten Bierverlegers Albert Börner erücksichtrgt und die, Strafe auf 3000 Mark oder 90 Tage Gefängniß herabgemindert. Das lobnt sieb! '

' Cm zvcttritt. . Aus dem österreichischen Militärleben. Auf dem Steinfelde bei WienerNeustadt wat es, als ich eines Abends beim Befehlausgeben die Kunde er hielt, daß ich den -folgenden Morgen die Befehle unseres "Divisionscommand anten einzuholen habe, der in dem unserem Bequartirungsorte ' Sollenau gegenüberliegenden Ebenfurth residirte. . , ' Solche Qrdonnanzritte waren mir stets angenehm, denn ich kam dabei unserem Hauptmann, der mich, weiß Gott warum, immer im Verdachte hatte, bei allen übermüthigen Streichen, die eine Meile in der Runde verübt wurden, der Rädelsführer zu sein und mich daher stark auf der Weste" hatte, eine Zeitlang aus den Augen. Auch hat ein Ritt auf munterem, flinken . Rößlein, so einsam und alleine,

ohne beaufsichtigende, nörgelnde Vorgesetzte, semen besonderen Reiz. Es war ein kühler, etwas nebliger Morgen, als ich auf des Batterietrompeters flinkem Pascha" eine Cigarette schmauchend und beneidet von den zurückbleibenden Unterofficieren, von Sollenau abritt. ' . , Langsam, Schritt für Schritt reitend, zog ich dahin. Pascha" blähte seine Nüstern weit auf und wieherte fröhlich hinaus in den frischen Morgen, ungeduldig schäumte er . in das Gebiß, daß die weißen Schaumflocken spritzten, und, thatenlustig tänzelte er dahin über, das weiße, mit faustgroßen Steinen besäete Gerölle. ' Ein leichter Zungenschlag, ein kurzes Anlegen der Schenkel und Pascha" setzte sich in Trab. Wie seine schönen Füßchen ausriss en ! Kaum konnte ich das etwas hartmäulige Thier zügeln. Zur anberaumten Stunde hielt ich vor dem Thore jenes schloßähnlichen Gebäudes, in dem unser Major bequartirt war. . Wenige , Augenblicke nach mir trafen auch die Ordonnanzen der beiden anderen zu unserer DiVision gehörigen Batterien ein; wir saßen ab, nahmen die Zügel über den Arm und erwarteten mit geöffneten Brieftaschen und in Bereitschaft gehaltenen Bleistiften den Divisionsadjutanten. ' Eben als der Ordonnanzcorporal der Batterie X mitten , in. einer lustigen Geschichte war, die. er uns zum Zeitvertreib erzählte, erschien Leutnant Rindisch, der schon so sehnlich Erwartete, und theilte jedem seine Gaben aus. t Wir saßen auf, salutirten stramm und wendeten heimwärts. Daß mir unterwegs . nicht gejuckt wird!" rief uns Leutnant Kindisch nach'D.md verschwand dann wieder im Gebäude. . ' . Wir Ordonnanz . - Unterofficiere nahmen Abschied voneinander, und schlugen dann, jeder eine andere ' Richtung nehmend, einen kurzen Trab ein. Die Sonne war inzwischen vollends aufgegangen, hatte den Nebel verjagt und brannte in einer ganz niederträchtigen Weise hernieder. Da es. mir zum Traben einfach zu heiß war, setzte ich den Weg in ruhigem Schritt fort und überließ es zum Spaße , Pascha" den richtigen Heimweg zu finden. Das Pferd hielt einige Mal an, horchte mit gespitzten Ohren, schnupperte in den Lüften, knusperte an einigen Gräsern, wieherte und setzte dann seinen Weg in der Richtung gegen Sollenau fort. Alk wir an Haschendorf vorüberritten, trieb eben der Hirt unter dem üblichen Getute die vereinigten RindViehherden auf die Weide. An der Spitze dieses Zuges schritt majestätisch ein großer, rothbrauner, kurzhörniger Stier, der hin Und nieder mit einzelnen Mitgliedern seines Harems schmachtende Blicke wechselte. Ich nahm die Zügel meines Pferdes! auf und wich der Gesellschaft m weitem Bogen aus. Doch zu spät. Der Stier hatte uns bemerkt, und ich weiß nicht, was dem Herrn Jodl an'uns nicht behagte, kurz, er senkte feinen dicken kurzen Kopf, stieß ein heiseres Gebrüll aus und stampfte, wild den Boden mit den Füßen. Rasch gab ich meinem Rößlein die Schenkel und dahin flogen wir über die sonnige Haide. ' Der "angstvolle Ruf: Hansl, Hansl!" und das Knallen einer Peitsche. veranlaßte 'mich, einen kurzen Blick nach rückwärts zu thun. Du lieber Gott! Hansl, so hieß offenbar der Stier,' rannte im wüthenben Galopp hinter uns drein, gefolgt vom Halter, der theils .durch Schimpfworte und Flüche, theils durch allerlei phantasievolle Koseworte das wild gewordene Beest von. seinem Vorhaben, einen kaiserlichen ArtillerieOrdonnanz - Unterofficier zu attacki'ren, abzubringen versuchte. Der Jodl aber beharrte bei seinem Vorhaben und sauste wuthschnaubend, schäumend und seine Flanken mit dem Schweife peitschend, uns nach. ' Ich hatte sehr viel von den spani schen Stiergefechten gelesen und besaß in meinen Wnz jungen Jahren den Ehrgeiz, nach Spanien, auszuwandern, um ein von der schaulustigen spanischen Bevölkerung bejubelter Matador zu werden, der dem durch die Pikadores gereizten . Rindvieh mtt' leichtem. Degen und dem Dolch entgegentritt , und ihm unter Beifallsstürmen den. Gnadenstoß versetzt. . Nun, da ich wider Willen auf der mfit im mindesten svaniscben Stein

selber Haide Gelegenheit fand mich m einem Stierkampf zu versuchen, bemerkte ich zu meiner Schande,, daß ich gar kein Talent zum Matador-besaß und ganz froh war, daß sich unter mir ein Rößlein befand, das geeignet war, mich vor einem Rencontre mit dem Saschendorfer 5odl zu bewahren. Wir stürmten vorwärts. Paicya schien die Gefahr, die uns v drohte, ebenso gut zu begreifen wie ich, denn ich kam gar nicht in die Lage, Schenkel, Reitgerthe oder Sporen ' zu gebrauchen; instinktiv sauste der brave Fuchs mit mir davon. Hinter uns dröhnten die Hufschläge des Stieres,' der sich's, wie es schien, in den dicken Kopf gesetzt hatte, uns in den Grund zu bohren. . . - ' Ganz vorwärts gebeugt auf den Hals des Pferdes, warf ich manchmal scheue Blicke nach dem Verfolger und bemerkte zu meinem Entsetzen, daß der plumpe Stier uns allgemach näher rückte. Noch' lag Sollenau weit, weit von uns, der Halter hatte ermüdet das Rennen aufgegeben, ' . und die Haschendorfer Kübe blickten melancholisch ihrem entschwundenen Galan nach. . Weiter ging die wilde Jagd. Pascha" begann zu keuchen, sein , goldglänzendes Haar bedeckte sich mit Schweißtropfen und schäumte, wo das Sattelzeug und. . Kopfgestell auflag. Und der Stier jagte in tollen Sätzen, dumpf gröhlend, noch immer hinterdrein. , Da ich fühlte,' daß meinem Pferde die Kraft versagen würde, dieses. Rennen auszuhalten, begann ich allerlei Hecken und . geschnorkelte Linien zu reiten. Unser Verfolger schoß blindwüthig weiter, doch als er meine List gewahr wurde, hatte er uns bald tote der ' eingeholt. Noch einige hundert Schritte trennten uns. Ich . ver'etzte dem armen Pascha" ein paar o kräftige Sporenstiche, daß er sich vild aufbäumte und dann in mahnsinnigen Sprüngen über die Haide forthopste. . . ' Endlich tauchte die kleine Schanze nahe bei Sollenau auf und wenn Pascha", der bereits des Oefteren stolperte, nur noch fünf Minuten aushielt, waren wir gerettet, denn schon bemerkte ich, wie sich unsere Satterie vor den Thoren Sollenaus sammelte. ' . Rasch warf ich einen Blick nach rückwärts, in diesem Augenblick aber strauchelte Pascha" neuerdings, fiel in die Knie, und ich kollerte über den Hals auf das Steingerölle. Kaum fühlte das' Pferd feinen Rücken frei, als es, wie ein Ballon, der vom Balwste befreit, davonschoß. .. Rasch 'raffte ich mich auf, nahm den Säbel unter den Arm und rannte, wie von Furien gefolgt, der. Schanze zu und hinauf auf die Krone der Brustwehr. Der Stier war sehr erstaunt, an jener'. Stelle, wo er das gehaßte und 'verfolgte Doppelgeschöpf auf dem Boden gesehen, nichts zu finden, als Steine und dürres Gras, er blickte einige Male mit seinen blutunterlaufenen Augen gen Himmel, als wollte er sagen: Nun sind sie gar .davongeflogen! Wo fliegen sie denn?" ' Ich hütete mich wohl, das, dumme Rindvieh über feinen Irrthum aufzuklären, sondern blickte erwartungsvoll

von meinem Standpunkte hinüber auf den ärgerlich gewordenen Stier, der um seine schönsten Hoffnungen betrogen war. Einige Augenblicke noch stand mein Verfolger still, dann stampfte er den Boden, machte Kehrt .und trabte hinaus in die Haide. Wenige Minuten' später trabte auch ich gegen Sollenau, ws man Pascha" einaefangen und alles um das schweißbedeckte Thier . versammelt war. Ich meldete dem Hauptmann kurz unser Rencontre.' Er hörte mir sehr aufmerksam zu und sagte dann: El ne sehr hübsche Geschichte, die Sie mir da erzählen. StV sollten Roman schriftsteller werden." Ich betheuerte, daß ich die Wahr heit gesprochen, doch Hauptmann Fingal meinte m emer Vorahmung mn nes künftigen Berufes, ich lüge wie gedruckt, es sei ganz sicher kein Wort davon wahr und ich möge sagen, was ich wolle, er glaube ' es einfach nicht. Wer von euch glaubt die Geschich te?" wandte er sich an die Umstehenden. " ' , Es ist ganz natürlich, daß sowohl Kanoniere, Unterofficiere wie Officiere anmuthig ihr Haupt schüttelten Feuerwerker Gindra fügte hinzu, ich werde kaum einen solchen Ochsen sm den, der die Geschichte vom Stier für wahr halt. . 'Sie haben einfach wieder gejuckt", erklärte Fingal, und das arme, gequälte Thier hat Sie mit Recht an die Luft gesetzt. So ist die . Sache." Da ich Pascha" durch nichts bewegen konnte, meine Angaben zu bestätigen, so blieb die Sache so, wie sie Fingal erklärt hatte, und ich büßte die Antipathie des Haschendorfer Jodls gegen Ordonnanz -Unteroffi-ciere mit vierzehn Tagen Kasernenar rest.' , r - ' E t n K e n n e ZH mocyie wohl wissen, wie viele Leute . da im Theater mit Freikarten sitzen." ' Das werden wir gleich sehen, wenn applaudirt wird." . :

tSS" Raucht die B0NANZA.

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Cleveland, Cincinnati, Chicago & St onis Railway.

St. LouiS worlde - ' " Abgang St Louis Mail. ...... 7 20Bm Southweftern Lim täi d & s 11 45Vm St LouiS Lim täglich p d s. 3 25Nm Tcne Haute se Mat'n Acc.. ö 00Nm N A St. LouiS Exp tägl.. 7 O5Nrn St Unulö Expreß tägl .. ..12 06Vm Cleveland New Sork Expreß tägl 4 40Vrn Muncie & FtWayne Exp p. 7 v0Vm N A K B Lim täglich s d. . . 8 00Nm Muncie Ft Wayne nur Son 8 00Vm &leviao Expreß .11 OOJörn N A B Lim, tägl d s. . .. 2 S5Vm. Union City Aec tägl .. ... 4 4N' mckerbocker Sp täglich d & s 6 2Söcrn

Cincinnati Division.

Ein &, LouS Nachtexpreß tgl 3 4SVm St Louö & Ein Rachttrp tg 8 4 3035 Cincinnati Exp Sonnt auög. 7 45Vm Emernnan F Expreß, tägl p 2 Sö?cm LouiS F Expreß ..... .... 2 S5Nm Cincinnati Accom . 4 OONm (linc & Wash F Ltg dsä:p S 20Nm

Chicago Division. Kankakee Accom . . 7 OOBm Sine Nacht;preß, tägl . 3 Chicago Fast Expreß tgl d p 11 50Vm Kankakee Accom. 10 White City Svecial sd&p, 3 30Nm Cine Fast Expreß tagl p d. . 2 LaFayette Accom ......... 6 löNm La Fayette Accom. . . . ; . . . . 5 Chicago Nachtezpreß tägl . .12 lOBm Eine & Wash g L., d & p.. 6 Mich ig an Division. . " t Benton Harbor Expreß. . . . . 7 OOBm Elkhart Accom nur Sonntags 9 Michigan Mail Expreß p. . .11 30Vm Elkhart Expreß 10 Elkhart Ace täglich ........ 4 4LNm Benton Harbor Expreß p .. .'. 2 , Michigan Ex?eh ..... . 8 Peoria Division weülichZ Peoria Expreß täglich s .'..12 lOVm ColumbuS & s:ne Exp tgl s 3 Peoria Expreß ic Mail. . 7 2535m' Charnpaign Accom .......10 Western Expreß täglich p d. .11 SOBm N g & Ohio Speeial . . . . 2 Champaign Accom ......... 4 10Nm Peoria Expreß taglich p & d 6 Peoria Division östlich. " ColumbuS Expreß tägl. 4 25Vm Lynu Accom.. 10 Ohio Special tägl d p.. .. . 3 00Nm ColumbuS Erpreß tägl äp..ll Lynn Accom ........ ßlSNm ColumbuS Expreß tägl ....12

pittsburgh, Cincinnati,

Indianapolis Division.

Abgang Pittsburg Special, tägl s . . 3 30Vm ColumbuS Accom tägl 7 30Vm New Jork Expreß täg s d . . . . 8 lOVm ColumbuS Accom ........ 1 40N Keystsne Expreß tägl ä & s b 3 05Nm Atlantic Expreß täglich ... 5 OONm N N Lim täglich s A h 6 60Nm Ohio u Vira Erpreß, tägl sä 7 OSNm

Chicago Division. Chicago Special, tglpb .. 113SVm Southern Expr täglich 3 15 Vm Lou & Chi F Expr täglich s 11 SOVm Chic & Lou Expr täglich pb 3 40Nw LouiSville Division.

Southern Expreß tägl 8. . . . PittsLouF Ltägls.... Mad Ace nur Sonnt. Louisv & Madifon Accom.. Chicago k Lou F L täglich p d Madifon Accom tägl...,. .. LouiSville Accom tägl. . . . Madifon Acc.,nurSonntags 3 35Vm 7 OOVm 7 30Vm 5 06Vm 8 55Nm 3 65Nm 6 46Nm

6 45Nm vandalia line.

Abgang World'S Fair Spcl., tägl s.12 05Vm Terre Haute Accom., tägl. . . 6 OOVm, St Louis Lim tägUey s 6c d b 6 60Vm Capital Expreß tägl sä.. : . 7 0 Vm St Louis Expreß tägl d s b 12 20Nm St Louis Expreß täglich d s.. 3 2SNm T H 8c Effingham Acc täglich 4 OONm St L Fast Mail, täglich:.. 8 3öNm Indianapolis Cairo öi'Vineen Expr täglich 7 20Vm VincenneS Expreß tägl 3 60Nm Spencer & Bedford Ar, tägl. 4 45Nm

Chicago, Indianapolis & (omsviNt R'y. (Alonon Abgang Chic Night Expreß täglich s . . 12 SöVm Cincinnati Vefi täglich ...... Fast Mail täglich p.. .. .. 7 00Vm Fast Mail täglich s. -..... Chi Expreß, täglich. . . .p d.ll 50Vm Mono Accom, täglich.. Chi 8c Mich City Vefi dp.. 3 35Nm Cincinnati Veft täglich d p..

Mono Accom, täglich . 4 OONm Take Grie weftern R. R. . Abgang Anknaf Mich City Spcl., Sonntags. 6 30Vm Indianapolis Expreß täglich 10 26V Matt und Expreß ...7 1533m Mail & Expreß.. . .3 25Nm T Detd M C Ex täglich .. 12 20Nm Toledo Expreß. . ......10 Peru Accom nurSsnntagö... 12 20Nm Jndianapls Spcl., Sonntagsll 55Nm Mich City Spcl., Sonntags. 6 OONm ' Chicago Expreß........... 7 20Nm ' Cincinnati, Hamilton öc Dayton R. R. ' . :- ' Oft. , : " Abgang ' ',- ' '.' Ankunft Cincinnati Best täglich s 8c c 4 00Vm Cincinnati Beftibule täglich s 12 46Bm Fast Mail täglich s ... ... 8 05Vm Fa Mail täglich s . 6 40Bm Cincinnati & Det Trvr .. ,.10 40Vm Cin Chi d St L Ex tgl p..ll 46Bm Ein . 8c Dayton Best. Exp p 3 OONm Cincinnati Vefi d 8c p . . 3 25Nrn Cincinnati Vefi täglich d p 6 OONm Cine 8c 3nb Accom .7 24R Cm 8c Detroit Expreß täglich 7 02Nm Cin Änd St Ld Peo Ex tg &cl0 35N

Weft. Abgang

Springsield Mail... St Louis Expreß p ä Tuöeola Accom.. 7 30Vm .11 50Vm 3 30Nm St Louis Expreß täglich ..11 lONm

Bia C., H. ck D. Ry. (West) und Noachdale. Chicago Expreß ..U1 60Vm Cincinnati Expreß p... ?45 ' , btdnittt S Sleeper. P. Prlot Cat. -C Cfcii Ci, B Bcffc r. D. Dinlaf Car

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