Indiana Tribüne, Volume 27, Number 244, Indianapolis, Marion County, 4 June 1904 — Page 4
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Judlana Tribüne, a. Juni 1904.
Indiana Tribüne. Herausgegeben von der utnbg Es. Indianapolis, Ind.
Harry O. Thudium Präsident. GeschäftSlocalt 9lo, 31 Süd Delaware Straße TELEPHONE SV. rntered at the Post Office of Indianapoli as second dass matter. Russische Corruptton und der Krieg. Der Verlauf des Krieges in Oftasien hat deutlich erkennen laffen, , daß in erster Linie mit die bodenlose russische (T u..tl!.U (Am V j A fMAWAM - 07 I rt V - Viunuyuyii ui uic iyiuiis jiuuu lagen der Heere des Zaren verantwort lichift. Nichts ist in Rußland kriegsbereit gewesen; , noch weniger, als in Frank reiche beim Ausbruch des Krieges von 1Q7st Xrt's JHr fciu CSiriSnii8rfifhirtrt . A. i J 9 AVUV I4 yvuip-! hpmmmte iMpiB manoerie in Die unergründllchen Taschen von hohen Beamttn, Veneraien uno vinneeiieyeranien. Der Zar wurde von den korrupten . Cliquen beständig getäuscht und hinter. gangen. Es stellt sich nun heraus, "daß der größere Theil des russischen "Heeres nur auf dem Papier stand. Es fehlt dermaßen an Soldaten, daß man bereits die Reserven aufbieten muß und einen Aufruf für Anmeldung von Frei willigen erläßt. . Die Vorrathshäuser der Militärverwaltung stehen leer; es fehlt an Waffen und Munition; die Soldaten hungern und die Kriegsschiffe erweisen sich vielfach als , unterwerthig. Die Unlust von Militärpflichtigen, in den Krieg zu ziehen, ist so groß, daß 'sie in Massen über die Grenzen u flüchten suchen. Am entschiedensten' weigern sich die von der Regierung mißhandelten und verrathenen Finn'länder, in den Krieg zu ziehen. Wer will es ihnen verdenken ? Man schreibt aus Petersburg: Bemerkenswerth find die Entdeckungen über Corruption und 'Mißwirthschaft in der Heeresleitung. Das Kriegs-Ministerium hatte bei einem Odeffaer Händler 1009 Säcke Getreibe für die Soldaten im Felde bestellt. Es stellte sich heraus, daß 950 dieser 1000 Säcke fast ganz mit wertlosem Zeug gefüllt waren und nur, eine Schicht Getreide oben aufgeschüttet war. In der gleichen Weise hatten andere Getreidehändler, die mit den Offizieren des Proviantamtes unter einer Decke staken, das Reich betrogen. Bei der Lieferung anderer Lebensmittel war das Verbältnlk das alelcke. Tausend. Paar SchuheZfür die Soldaten waren aus Pappdeckel verfertigt. Entlang der transsibirischen Bahn- ' ' m r m I, , Imie, über welche aue eri:arkungen befördert werden müssen, ist die Verpflegung der Truppen unter aller Kri tik. Die unglücklichen Soldaten erhalten während der langen Reise nur solche geringe Rationen, daß sie nahezu verhungern. Infolge dessen find sie bei ihrer Ankunft in der Mandschurei vollständig entkräftet und für den Felddienst nicht verwendbar. In den Städten, wo die nach Osten führenden Züge Halt machen, stürzen die ausgehungerten Soldaten aus den Wagen und plündern ie Läden, in denen etwas Eßbares zu finden ist. Drese Krceffe rn vermnoern. vermanen ' X5 rffiitpri iifit. (58 Mtefi tfrnirn " vfcv j f ' kein anderer Ausweg, als die Ankunft Mx Militärzüge vorher ' telegraphisch anzukündigen und den Ladenbesitzern zu rathen, ihre Geschäfte zu der- , barrikadiren. In solchen Fällen begllven (IU ülc ouiuutui uuuy ucu txu1 fernter liegenden Ortschaften und plünderten dort. In Sassowa, Gouvernement Tambvw,' stahlen die Soldaten ebenfalls alles. Die Bauern widersetzten sich und eS kam zu einem Kampfe, wobei es auf beiden Seiten Todte und Vermundete gab. 7 , General Kuropatkin's erste That nach seiner Ankunft in Ostafien war eine Entlassung der beiden Obersten Tschirch und Monajew. Beide commandirten Infanterie Regimenter, waren aber vollständig unfähig.' Bei dem ersten Bombardement Wladiwostock's durch die japanische Flotte ließen die rusfi- . -1 . .. n x. vi. ii(y(. t 1 schen Batterien das feindliche Feuer unbeantwortet. Anfangs hieß es in den amtlichen Depeschen, die Japaner hätten fick v außer Schußweite der Strandbatterien gehalten. Der wahre Grund war aber ein ganz anderer. Die für die Geschütze bestimmten Geschosse waren nämlich um etliche Millimeter zu
dick für die Kanonenrohre. Es mutzte deshalb von Moskau und St. Petersbürg Munition nachgeschafft werden. Kurz nach dem' Kriegs Ausöruch machte man die Entdeckung, daß eine beträchtliche Anzahl Geschütze, welche schon ein Jahr vorher bestellt worden waren, nicht fertig waren. Der Gen.Inspektor der Artillerie, General Altvater, informirte den'Czaren, die Geschütze würden in wenigen Wochen abgeliefert. Als, der Czar sich kurz nachher erkundigte, wie es sich mit den neuen Kanonen verhalte, erfuhr er, daß deren Ablieferung mindestens 12 Monate in Anspruch nehmen werde. General Altvater wurde zur Strafe aus dem Heeresdienst entlassen und in ein kleines Dorf im Kaukasus verbannt. Als vor ungefähr zwei Monaten die Meldung verbreitet wurde, es seien 1000 Mann auf dem Transport erfroren, ward dies offiziell dementirt. Nachträglich stellte sich die Nachricht doch als richtig heraus. Diese Unglücklichen waren schlecht gekleidet und sollten die 5000 Meilen lange Strecke in ungeheizten Wagen zurücklegen. , Das Thermometer stand oft 40 bis 50 Grad unter Null und solche Leiden konnten die armen Soldaten natürlich nicht ertragen. Die Prophezeiungen Jener, welche gesagt hatten, daß die transsibirische Bahn den gehegten Erwartungen nicht entsprechen werde, behielten Recht. Die Schienen find' zu schwach und Entgleisungen sind an der Tagesordnung. Die Züge fahren äußerst langsam. Statt der vorgeschriebenen Zeit von drei Wochen brauchen Transportzüge sechs bis. sieben Wochen. Alexiew hat zwar etliche Bahnbeamte entlassen, aber dadurch ist das Transportwesen nicht besser geworden. Ein weiteres Hinderniß für die militärischen Operationen bildet der Mangel einer einheitlichen obersten Heeresleitung. Zu viele Köche verderben den Brei; das trifft auch bei diesem Feldzug zu. Nominell ruht die Oberleitung der Armee in den Händen des Kriegsministers und jene der Marine in den Händen des Marineministers. Aber die Rathgeber des Czaren reden überall hinein und Großfürst Wladimir, der Höchstcommandirende der ruf fischen Armee, wirft General Kuropatkin beständig Knüppel zwischen die Beine, ebenso wie Großfürst Alexis Alexandrowitsch, der Höchcommandirende der Marine, dies in Marineangelegenheiten thut. Und schließlich glaubt der Czar, der vom Heer- und Marinewesen noch weniger als die beiden Großfürsten versteht, ebenfalls überall'hineinreden zu müssen.
Grundeigenthums - Uebertragungen. A. C. Kies an Minnie Herring, Lot 15, Block 28 in Foreft Park Addition, südöstlich von Pennsylvania Railroad Shops. $1500. George Matson an Juliet Zimmer, Lot 152 in Morton Place, Alabama, nahe 20. ,$6700. Martin Hugg an Frederick Brandt, ein Theil der Lots 11 und .12. Square 23, Massachusetts Ave., nahe Alabama. $17,000. Elizabeth Linder ttd Frank Steward. Lot 2 in Klingensmith's Subd. von Außenlot 123, West Straße nahe Ray. $1500. Alvin Clark an Benjamin Dun, Lot 37 in Douglaß Park Addition, Oftseite von Talbott Ave., nördlich der 25. Str. $3500. Thomas Finn an Albert Uhl, L ot 50 in ClarkS 3. Add. zu West Jndianapolis. $3000. Charles Albrecht an Jeremiah M. O'Mara,- Lot 49 in Wiley's Subd. der Autzenlot 162, nördlich vom Military Park.. 32000. William Paine an Russell Brattain, Lot 49 in Maguire's Subd. der Außenlot 151, Ecke Bright und West New York Str. $5000. Beyjamzn Branson an Jesse Tin dall, Lot 131 in Wacker's 3. Additiv zu Hvi.ghville, südlich von 10. Str. $1800. Charles Ryse. an Mary Scanlin, Lot 5, Block 2 in Tuxedo Park, weftlich von Jrvington und nördlich von Washington Str. $235. . Charles Gilman an Laura Whitherspoon, Lot 7 in Metzger's Park Place Addition, Capital Avenue, nahe Creek. $3250. , ' ?, ' . 'Sophia Aichhorn an Louis Aichhorn, Lot 69 ' in Martindale und Stilz's Add., nahe Orange Ave. und Shelby Str. $650. v ' ' m ,, Gottlieb L euthardt, ' Die gemüthliche Ecke," Ecke Noble und Market Str
Die Verbefferung des Fall Creek.
Die Jngenieur-Mitglieder der Brü cken- und Strom-Commission, C. C. Brown, I. Clyde Power, Stadt - Ingenieur Jeup und CountyGeometer Klausmann hielten gestern eine Conferenz ab, in welcher über die von dem städtischen Ingenieur ausgearbeiteten Pläne betreffs der projectirten Verbesserung des Fall Creek berathen wurde. Die Herren werden der Brücken-Com-Mission innerhalb einer Woche oder 10 Tagen Bericht erstatten. ; ' Hl MI ' ? Bürgerversammlung an der Oftseite. Die Bürger der Ostseite werden sich am Donnerstag in Little's Halle, an der Washington Straße und Southeastern Ave., versammeln, um wie wir vor einigen Tagen berichteten, Beschlüsse zur Förderung des Planes, den Landcomplex der Taubstummenanstalt zu Parkzwecken anzukaufen, zu fassen. Preisturnen der hiesigen Turnvereine, Sonntag, 5. Juni, im Turnerpark. Eintritt frei. Neue Jncorporationen. ' Folgende neue Gesellschaften erwirk ten ihre Jncorporationspapiere: - Die Panecast Oil Company" von Eaton; Capital $50,000; Directoren: Lee Panecast, David ,W. Jounce, Benjamin O. Clevenger, Albert Wilson, John W. Wilson, Dennis O' Meara und Charles A. Clevenger. Die Leathers Jndependent Union" von Terre Haute. ' Die Beamten sind; Präsident, I. A. Miller ; Vice-Präf., A. C. Smith ; Secretär und Schatzmeister, F. L. Shallenburg. Die Sylvan Oil Company" von Gas City. Capital $100.000. Direktoren : John L. Thompson, Richard E. Breed,. Emmett Frazee, Richard A. Brashear und Oscar S. Thompson Die Georgia Oil & Gas Compyny" von Muncie, Capital S15,000. Direktoren : A. E. Vinton, William G. Alrey, I. P. Chamnes. Charles O. Fowler und George W. Brooks. Die Osgoodby & Holt Co.". Muncie; Capital S10.000. Dnectoren: Leddra W. , Hold, Russell. H. ' Osgoodby, Byron B. Holt und Jesse M. Osgoodby. ' ; . Die Donner Lumber Co.", von Greencastle; Capital $10,000; Directoren: Albert A. Daggy, E. W. Perkins und Frank Donner. Der Cottage Boat Club" von Fort Wayne; Capital 810,000. Directoren: Michael Creigh, Stephen Creigh und Allen Martin. Die Norcroß Molding Maschine Co." von Terre Haute; Capital $10,000; Directoren: Lewis I. Cox, William C. Norcroß und Harry I. Baker. Da d'ie K 0 h l e n p r 0 d u k t i on in diesem Jahre bis jetzt sehr bedeutend gewesen ist, hat der Staats-Ar-beitscommissär von Michigan ein Extrabulletin als Anhang zu feinem Jahresbericht veröffentlicht. Die meisten Kohlen wurden in den Counties Saginaw, Vay, Huron,, Shiawassee, Jackson und Eaton gefördert und zwar wie folgt: im December 154,690 Tonnen, im Januar 143,594, im Februar 133,965, im März 143,981, zusammen 576,230 Tonnen. Die Ges ammtproduktionskosten beliefen , sich auf 933.307.27 oder durchschnittlich $1.62 per Tonne. Auf die Counties vertheilt produzirte Saginaw 110,366 Tonnen Kohlen in den genannten vier Monaten, Vay County 163.967 Tonnen, Huron , County 2221, Shiawassee ' County 503, Jackson CountI 8675 und Eaton County 3327 Tonnen. Im ganzen Staate wurden im Laufe des letzten Jahres 1,581,346 Tonnen Kohlen gefördert. Der lange Streit darüber, was mit Fraunces Tavern. einem der wenigen Gebäude der Stadt New Fork, an welche sich noch Erinnerungen aus der Zeit des Unabhängigkeitskrieges knüpfen, geschehen soll, ist glücklich zu Ende. Die Gesellschaft der Söhne der Revolution kündigt nämlich an, daß sie das Gebäudin welchem einst George Washington nach Beend!gung des Krieges von seinen Offizieren den letzten Abschied genommen, käuflich erworben hat. Fraunces Tavern wurde im Jahre 171O von Etienne De Lancey als Wohnhaus gebaut und ging später in den Besitz seines Enkels Oliver De Lancey über, welcher es zu einem Gafthause umwandelte. Im 1. 1762 kaufte eS Samuel Fraunces, welcher eine Herberge unter dem Namen Queens Head" daraus machte. Die New Aorker Handels kammer wurde in diesem Hause im Jahre 1763 gegründet. Dqnn war es der Sammelplatz der Söhne der Freiheit. Fraunces, der sich den amerikanischen Patrioten angeschlossen, hatte, mußte fliehen, alS' die Briten New Fork einnahmen; er diente dann in der amerikanischen Armee und kehrte nach Räumung der Stadt v? Seiten der Rotbröcke dorthin zurück.
Hundedcvatte". Bei den vielen wichtigen Fragen, die jetzt die Parlamente beschäfigen, bildete die ergötzliche Hundedebatte, die dieser Tage im englischen Oberhause stattfand,' eine angenehme Abwechselung. Auf dem Tisch des Hauses waren Hundegeschirre ausgestellt, die diePairs mit großem Interesse besichtigten. Die Veranlassung zu der Debatte bildete die Maßregel des landwirthschaftlichen Ministeriums, Hunde, die vom Kontinent kommen, wegen der Gefahr der Tollwuth fechS Monate inVerwahrung zu behalten. In düsteren , Farben schilderte Lord Lytton die Grausamkett, 'die Thiere von ihren Herren und besonders von ihren Herrinnen zu trennen; er wüßte nicht, welchem von beiden Theilen diese Grausamkeit empfindlicher fühlbar würde. Er wünschte, daß die Hundebesitzer auf ihrem eigenen Grundstück die Hunde in Quarantäne halten sollten. Lord Onslow, der Präsident des landwirthschaftlichen Ministeriums, drückte den leidenden Hundebesitzern sein volles Mitgefühl aus. aber die Wohlfahrt der ganzen Hundewelt , und auch der Menschen müßte doch an erster Stelle stehen;. die Strenge der jetzigen VerOrdnung und die Maukorbverordnung hätten bewirkt, daß sich kein Fall von Hundswuth seit Jahren in England ereignet habe. Interesse erregte die Mittheilung des Lord Onslow über die ungleichenMittel, durch die HundeHerrinnen ihre Lieblinge einzuschmuggeln'und vor der Quarantäne zu bewahren suchen. Einige Damen ziehen den Hunden Kinderkleider an und bringen sie so ans Land. Die Thiere werden jetzt wie früher zu einem Thierarzt zur Besichjtigung gebracht, aber um die Empfindungen, der Hundebesitzer nicht zu verletzen, hat sich' nun das land wirthschaftliche Ministerium in England zu folgender Konzession bereit finden lassen: Die Besitzer dürfen die Thiere dann mitnehmen, wenn sie sich feierlich verpflichten, die Hunde sechs Monate lang ein Geschirr mit der Aufschrift Wegen Tollwuth in Quarantäne" tragen zu lassen. Aber, um die zärtlichen Hundeherrinnen daran zu verhindern, ihre Lieblinge dennoch von der unbequemen Last zu befreien, sollen die Hundegeschirre versiegelt werden, und bei strenger Strafe darf nur ein Beamter des landwirthschaftlichen Ministeriums dasSiegel brechen. Das Hundegeschirr ist ein sinnreiches Gefüge aus Bändern und Schnallen, das den Hunden wahrscheinlich, recht wenig Vergnügen bereiten wird. '
KricgcrdellkutalssvntyüLung. Auf dem Holzmarkt der alten und schönen Stadt Danzig ist am Sonntag, den 8. Mai, in Gegenwart der Spitzen der Zivil' und Attlitärbehördcn ein schmuckes Kriegerdenkmal feierlich tnU hüllt . worden. Der Bürgermeister Trampe hielt die Weiherede, welche mit dem üblichen Hoch auf den Kaiser schloß. An den Kaiser wurde folgendes Telegramm abgesandt: Die aus Anlaß, der Einweihung des ' Kriegerdenkmals auf dem Holzmarkt zu vielen Tausenden Versammelten senden Euer Majestät ehrerbietige HuldigungsZrütze und erneuern das Gelöbniß unverbrück)-. licher Treue." Ueber das Denkmal selbst wird folgendes berichtet: Vor mehr als sieben Jahren, im Januar 1897, trat eine Anzahl angesehener Männer der Stadt Danzig und der beiden Danziger Landkreise mit einem Aufruf hervor: Zum Gedächtniß für die in den glorreichen Kriegen 1864. 1866 und 1870 Gefallenen ein Kriegerdenkmal zu errichten. Das neue Denkmal ist von Professor Ch. Behrens in Vreslau angefertigt und in Würzburger Kalkstein ausgeführt worden. Aus einem Wasserbecken erhebt sich ein ungleichmäßig sechsseitig gegliederter Sockel, an dessen drei breiten Seiten mit ernsten Kriegergestalten geschmückte Schneckengebilde stark hervorspringen, zwischen denen an den schmalen Stellen Muschelbecken das Wasser aufnehmen, um es weiter in dasBassin zu ergießen. Ueber den Kriegergcstalten erheben sich Eichenbäume, an denen Rüstungen und Trophäen hängen. Aus diesem vielgestaltigen und lebendig gehaltenen Sockelgebilde steigt ein einfacher, glatter Schaft von ebenfalls dreiseitigem, mit abgestumpften Ecken versehenenGrundriß bis zu einer Höhe von etwa 18 Meter empor. Das Widmungsband des Denkmals ziert folgende Inschrift: Der Stadtkreis Danzig und dieLandkreise Danziger Höhe und Danziger Niederung dem Andenken ihrer für das Vaterland gefallenen Söhne." Die Inschrift auf der vorderen Seite des Shaftes deutet in kurzen Worten den Sicgeszug der deutschen Heere an: 187071 Weißenburg, Wörth-Spichern, Colombey, Mars-la-Tour. Gravlotte, Beaumont. Sedan. Straßburg, Metz. Paris. Der deutschet) st markenverein ist von 26.000 Mitgliedern im Februar 1903 auf 34,000 im April 1904 angewachsen. Der Verein fordert, die Regierung solle darauf halten, daß in allen LffentlichenVersammhingen nur deutsch gesprochen werde. Sehr richtig sagte - der Reichskanzler von Bülow in VeantWartung einer Bebel'schen Rede, daß die . großen Verluste, welche das. deutsche Offizierscorps in den südwestafrikanischen Kämpfen erlitt, die beste Widerlegung der generalisirenden Vorwürfe wäre, welche neuerdings gegen das deutsche Offiziercorps erleben würden..' ' . i-
D i e b e k a n n t e B a r o n i n von Rahden, deren Lebensschicksale vor mehreren Jahren so viel Aufsehen erregten, wird wie aus Paris gemeldet wird, als Sängerin auf einer Pariser Bühne auftreten. Da Leben der Varonin von Rahden ist reich an tragischen Schicksalsschlägen. Eines Mor gens in Nizza erwachte die Baronin .und , war erblindet. In ihrer . Verzweiflung wollte, sie im Sattel, beim Glanz der Kronleuchter und vor ihrem Publikum sterben. An demselben Abend bestieg .sie ihr Lieblingspferd, und nach einem wilden Ritt nahm man sie mit zerschmettertem Kopf auf. Man fürchtete damals, daß sie die Folgen dieser Verzweiflungsthat nickt über leben würde. Ueber ein drolliges Mißverständniß wird aus Meißen Serichtet: Die Redaktion des Meißner Tageblatts" hatte ihren Nekrolog für den eben verstorbenen ungarischen Dichter Maurus Jokai mit einemPorträt des berühmten Todten schmücken wollen und sich deshalb an einen Agenten in Berlin, gewendet. Die Bedienung erfolgts postwendend. Als die Redaktion aber das Clichee auspackte, grüßten sie von der Platte nicht die greisen, geistvollen Züge des Poeten, sondern die halbenglischen Linien des Gesichts eines Jockei, der am 21. April in .Hoppegarten in Berlin gestürzt und gestorben war. Tableau! Einen Berufsreiter für einen ungarischen Dich ter ausgeben, ging natürlich nicht 'gut, und so mußten sich die Leser der illu strirten Beilage des Meißner Tageblatts" bis zur nächsten Nummer gedulden. Es soll aber auch schon vorgekommen sein, daß solche falsche Clichees ruhig benützt warben sind un-' ter der Devise: Lieber den Kopf irgend eines obskuren Kerls, als gar keinen! Seit dem Abschluß deS englisch-französischen Vertrages ist das Projekt eines Tunnels zwischen Frankreich und England wieder aufgetaucht. Die französische Händelskammer in London hat sich von.neuem der Sache angenommen, und auch der französische Botschafter in Londonchat neuerdings verschiedentlich ' erklärt, daß er der Sache das größt- Interesse entgegenbringe Der Tunnel, ist bekanntlich von beiden Seiten bereits begonnen und etwa 1000 Meter an der französischen ebenso wie an der englischen Küste ausgegraben worden. Damals wurde aber die Arbeit plötzlich unterbrochen, weil die englische Regierung ihre Politik änderte. Eine englische Zeitung . hat sich die Mühe' genommen, eine Anzahl einflußreicher und bedeutender Leute in der französischen Republik über ihre Meinung befragen zu lassen, und alle haben natürlich erklärt, daß die Vortheile für den Handel beider, Nationen außerordentlich groß Wären. Englische Stimmen fehlen dabei allerdings gänzlich, obwohl es im Allgemeinen scheint, als ob man jetzt dem Projekt wieder freundlicher gesinnt sei, als in den letzten Jahren. Zuerst meinte man bekanntlich daß ein solcher Tunnel über zehn Millionen Pfund Sterling kosten würde, aber jetzt glaubt man, daß nicht einmal vier Millionen Pfund erforderlich wären. Eine recht merkwürd ige Bestechungsgeschichte kam vor dem Kriegsgericht der 3. Division in Dresden zur Verhandlung. Zu verantworten hatte sich der Feldwebel Paul Ullmann aus Krottendorf bei Annäburg, der als Brigadeschreiber der 64. Jnfanteriebrigade . des Aushebungsbezirkes Dippoldiswalde' die Vorstellungslisten zu führen hatte. Ullmann befand sich wegen Alimentenzahlung in mißlichen Vermögensverhältnissen. Der Sohn eines reichen Gutsbesitzers Bellmann in Sayda bei Freiberg trat im Sommer 1902 an den Feldwebel mit dem Ersuchen heran, .ihn anstatt zum 12. Infanterieregiment No. 177, für das er ausgehoben war, zum zweijährigen Train" zu bringen. Als der junge Rekrut dem Feldwebel nun ein Zwanzigmarkstück in die Hand drückte, war der Bund geschlossen. Bellmann kam zum zweijährigen Train. Der Feldwebel fälschte die Signirungs.listen, und als bald darauf der Trainsoldat Bellmann denWunsch äußerte, der Feldwebel möge ihn doch zum einjährigen Train überschreiben, geschah auch das. Der Feldwebel erhielt abermals eine Doppelkrone. Weitere Belohnungen wurden ihm inAussicht gestellt, und in der That erhielt er bald von dem Vater des jungen Mannes ein unverzinsliches Darlehen von 400 Mark bis zum Jahre 1907 " Die Geschichte gelangte indessen zur Kenntniß des sclchsischenKriegsministeriums. das nun von der 64. Jnfanteriebrigade Aufklärung verlangte. Um sich aus der Schlinge zu ziehen, un terschlug der Feldwebel das Schreiben des Kriegsministeriums und fälschte alle möglichen Einträge und Briefabgangsbücher.' Erst als das, Ministerium der Sache näher auf den Grund ging, erhielt man Kenntniß von dem verwerflichen Treiben der Compagniemutter". Wegen schwerer und einfachet, Urkundenfälschung, Bestechung, Ungehorsams, Anmaßung der Befehlsgewalt erkannte das Kriegsgericht auf eine Gefängnißstrafe von 1 Jahr 10 Monaten, ferner auf Degradation und Versetzung des Feldwebels, der der 2. Compagnie 'des Schützenregi ments No. 108 zu Dresden angehörte, in die 2. Klasse des Soldatenstan des.
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