Indiana Tribüne, Volume 27, Number 243, Indianapolis, Marion County, 3 June 1904 — Page 6

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Europäische ZZachrichten.

Wyetnpfarz. Grünstadt. Die Gründerin der hiesigen höheren - Mädchenschule, Frl. Pistor, verschied im 84. Lebensjochre. Sie war eine Nichte des Advokaten Schüler in Zweibrücken, eines besannten Achtundvierzigers, der auch Mit glied des Frankfurter Parlaments war. Im Hause ihres Onkels trat sie in Beziehungen zu vielen bedeutenden Männern, mit denen sie auch noch später in brieflichem Verkehr blieb. L a n d a u. Eine harte aber gerechte Strafe wurde von der hiesigen Strafkammer dem 54 Jahre alten Schuhmacher Nikolaus Jost von Albersweiler zudictirt. Jost hatte zum Nachtheile von zwel Albersweiler Bürgern, mit denen er in Feindschaft lebt, 79 Rebstöcke abgeschnitten. Wegen Sachbeschädigung wurde er zu einem Jahr Gefängniß verurtheilt. Lam brecht. Der in der Saar gelandete Soldat Born aus Lindenberg verübte nicht Selbstmord, sondern fiel einem Raubmord zum Opfer. Born kam kürzlich mit ca. 72 Mark aus Urlaub in seine Garnison Saargemünd zurück und begab sich in ein Tanzlocal. Spaier fand mair die Leiche beraubt in der Saar. Zwei Dirnen und deren Zuhälter sind verhaftet. Sanct-Jngbert. Bei einem Feste kam es zu schweren Messerstechereien, deren Hergang noch nicht genau ermittelt ist. Der 20jährige Glasbläser Schicke! verletzte eine größere Anzahl Personen durch Messerstiche. Der Glasbläser Max Zang erhielt einen Stich in Brust und Hals; hierbei wurde die Schlagader durchschnitten, so daß der Tod sofort eintrat. Der Bruder des Getödteten, Oskar Zang, wurde gleichfalls schwer verletzt, ebenso weitere sechs Personen. Der Thäter ist verhaftet. Zweikirchen. Dem am Neubau des Landgestüts beschäftigten BauAufseher Heinrich Koch aus Jxheim fiel ein schwerer Stein auf den Kopf. Der schwer Verletzte wurde von Mitgliedern der Sanitätscolonne nach dem burgernchen Krankenhause verbracht, wo er starb. Klfaß-Lothringen. Straßburg. Ein furchtbarer Zwischenfall spielte sich in der bekannten Irrenanstalt zu Stephansfelde ab. Der Direktor der Anstalt, Sanrtatsrath Dr. Vorster, wurde von einem in der Anstalt lntermrten Irren angefallen und lebensgefährlich verletzt. Hier starb ein ehemaliger Achtundvierziger, Professor Albert Grün, im Alter von 82 Jahren. K l i m b a ch. Der Jagdhuter Werly kam in einer Wirthschaft mit dem Waldarbeiter Tuchscherer in Streit, der sich nach Verlassen der Wirthschaft auf der Straße fortsetzte. Hier ger:eth Werly so in Wuth, daßr einen Schuß auf Tuchscherer abfeuerte, der ihm den Oberschenkel völlig durchbohrte. Kolmar. Au 5 Eifersucht hatte der Zahlmeister Aspirant Schindler in Kolmar eine Wittwe mit seinem Seitengewehr bedroht. Die Wittwe erstattete Anzeige, die sie trotz der Bitten Schmdler s mch: zurücknahm. Schindler erschoß sich infolge dessen. Mühlhausen. Hier starb der hervorragende elsässische Industrielle Paul Heilmann, war Chef der Maschinenwerkstatte Ducommun und der Fabrik Heilmann, Köchlin, Schmidt & Cie. R o d t. In unserem Dorfe ist dessen ältester Bewohner, der Ackerer Pic, im Alter von 102 Jahren gestorben. In seinem langen Leben ist der Verstorbene nie krank gewesen. Meckkenburg. V ü tz o w. Der mecklenburgische Feuerwehr - Verband verlieh das Diplom für 25jährige Dienstzeit an folgende Mitglieder der hiesigen freiwilligen Feuerwehr: Ehrencommandeur Rentier Engel, Commandeur Herbst, Wollspinner Lübs, Schneidermeister Bastian sr., Schlossermeister Roß, Schlachtermeister A. Behrens, Schmiedemeister Fr. Wiechert, Böttchermeister Groth und die Schuhmachermeister H. Behrens, Schäfer, Wildfang und Ziehm. Karft. Am Ufer der Schilde, nur theilweife im Wasser liegend, wurde der Arbeitsmann Rehbein ertrunken aufgefunden. Ob ein Unglücksfall oder Selbstmord vorliegt, wird durch die Untersuchung festgestellt werden. M a l l t ß. In den Kalisser Tannen wurde die Leiche des Weichenwärters Schnldt aus Malliß aufgefunden. Derselbe hatte sich aus Verzweiflung über feine Entlassung aus dem Eisenoayndtenst erhängt. Warne m ünd e. , Beim Spielen aus der Eisfläche des hiesigen MoorgrabenS ertrank der 12jährige Schüler Martin Eckhardt, Sohn des Arbeiters Eckhardt yler. Hkdenöurg. Oldenburg.' Todt aufaefun den wurde auf dem 5)eiliaenaeistwall ein älterer Mann Namens Tittel. Wie die Untersuchung ergeben hat. ist oer erstorvene unterwegs vom Schlage getroffen worden und gleich todt gewesen. Et in. Das umfangreiche Gewese für Fuhrgeschäft und Landwirthschaft des Besitzers O. Mofer brannte ms auf die Umfassungsmauern me-

der. Der herrschende Frost erschwerte die Löscharbeiten erheblich, trotzdem

Wasser in genügender Menge in unmittelbarer Nähe der Brandstätte vorhanden war. Feldhausen Itx SchortensJeverland. Das Wohnhaus des Landaebräuchers Buhrmann brannte bis auf den Grund nieder. Das Mobiliar ' ist fast sämmtlich verbrannt; von dem Viehbestande ist nur ein Pferd gerettet worden, alles übrige Vieh ist m den Flammen umgekommen. 'F'rsvinz SchkelZen. Ares lau. Verliehen wurden: dem Eisenbahnstationsvorsteher zweiter Klasse a. D. August Braungart zu Görlitz der Kronenorden vierter Klafse; dem emeritirten Hauptlehrer Paul Schwarz zu Alt - Tschau, Kreis Freystadt, der Adler der Inhaber des Hausordensvon Hohenzollern; dem Provinziak - Chausseeaufseher August Winzens zu Schweidnitz das Kreuz des allgemeinen Ehrenzeichens; dem Baugewerkss chüler Paul Rosenblatt zu Kattowi'tz die Rettungsmedaille am Bande; dem Schlossermeister Eduard Grundier zu Schwe:dn:tz und dem bisherigen Vorarbeiter Wilhelm Reichelt zu Kreuzburg O.-S. das Allgememe. Ehrenzeichen. Großschonau. Ein großer Brand vernichtete den mittleren Websaal der mechanischen Weberei von Eichler mit zwölf Webstühlen. Der 66 Jahre alte' Weber Roack wurde erstickt aufgefunden. Der angerichtete Schaden ist bedeutend. Kattowrtz. Ber dem Rancnrdienst auf dem hiesigen PersoncnbahnHofe wurde der Rangirer Johann Mrozik überfahren und schwer verletzt. Der Unglückliche, welchem beide Beine abgefahren worden waren und der au ßerdem einen doppelten Armbruch erlitten hatte, starb später im Elisabethstift. L a n o e ck. Der etwa 26 Jahre alte Arbeiter Franz Langer aus Nieder Thalheim war n der Lehmgrube einer hiesigen Ziegelei beschäftigt, als plötzuch eine Schicht Lehm auf den Arbeitenden stürzte und ihn begrub. Zwar gelang es, ihn schnell zu befreien, doch war nach den arztlichen z?eststellunoen bereits der Tod eingetreten. Landeshut. In der Stallung des Gasthofbesitzers Scholz in Dittersbach brach auf unerklärliche Weise Feuer aus. Trotzdem die Feuerwehr hald zur Stelle war. brannten zwei Stallungen und das Wohnhaus total nieder. Der Schaden ist sehr groß. Warmbrunn. Im nabenGiersdorf verunglückte der Kutscher Seeligs tödtlich. Beim Besteigen eines beladenen Waggons glitt er aus und erlitt mehrere Rippenbrüche. Nach Hause gebracht, verstarb er alsbald an den erlittenen Verletzungen. Freie Stcidte. Hamburg. Adolph Traugott Söllner, seit mehr als 50 Jahren Mitinhaber der bekannten hiesigen Tabakfirma Traugott Söllner & Co., ist in Wiesbaden, wohin er sich feines leidenden Zustandes wegen begeben hatte, im 71. Lebensjahre verschieden. Die Firma selbst besteht seit dem Jahre 1828. Ein recht bebäuerlicher Unfall ereignete sich in der Kampstraße zu Wandsbeck. Nahe der Ecke Kamp- und Neue Bahnhofstraße stürzte der hier wohnende Arbeiter Wilhelm Falk von dem Bock eines auf der Fahrt von Ahrensburg nach hier befindlichen Möbelwagens. Der Arbeiter stürzte mit dem Kopfe so unglücklich gegen einen Kantstein, daß ihm der Schädel zertrümmert wurde. Der Bedauernswerthe war auf der Stelle todt. Ziegelarbeiter Jensen, der im Elbpark einen Matrosen überfiel und beraubte, wurde nach längerer Verfolgung durch den Beraubten und durch acht Polizeibeamte verhaftet. Man glaubt, in seiner Person einen gefährlichen Straßenräuber, der noch viele andere Strafthaten verübt hat, gefaßt zu haben. Bremen. Das 25jährige Stiftungsfest des Waller Kriegervereins, das in den festlich geschmückten Sälen Benndorf und Strcckfuß veranstaltet wurde, nahm bei außerordentlich zahlreicher Betheiligung einen vorzüglichen Verlauf. Gestorben an bin Folgen der Verletzungen, die er sich durch Sturz von einem Gerüst vor einem Neubau in Hastedt zugezogen hat, ist der 42 Jahre alte Zimmermann Conrad Wagschal aus Ellen. Der Verstorbene war aus einer Höhe von acht Metern auf das StraßenPflaster - gestürzt. Die Liedertafel Bremen von 1879 beging ihr 25jähriges Stiftungsfest in den festlich gesckmückten Räumen der Union". Umsonst. Ein kleiner Fabrikant ist mit seinem Nachtwächter von der Schule her per Du", was ihm schon bei mancher Gelegenheit unangenehm war. Deßhalb ladet er ihn einmal Abends in die Wohnung und bei einigen Flaschen Wein, erledigt er im Guten, daß ihn fortan der Stacht Wächter mit Sie" anzusprechen hat Am andern Tag spricht ihn wieder der Nachtwachter mit Du" an, Was soll das?" meint der Fabrikant. Kannst Dich net erinnern", antwortet der Nachtwächter, .erst hast Du m alles erklärt, daß ich Sie" sagen soll, und bei der neunten Flasche Wein haben wir wieder Bruderschaft getrunken! ; ..

Das Mädchen aus Sachsen.

j j Humoreske von Max Wundtke. Frau Adelheid Schreckhuhn war zu der Ueberzeugung gekommen, daß es so nicht weiter gehen könne. Auf keinen Fall! Ihre Kraft und ihr Muth.zerschellten an der Dienstmädchenfrage ! Steine hätte es erweichen können. wenn sie ihr Jammerlieo von den Dienstboten s ang. Während die Jette mit störrischer Beharrlichkeit das Essen verdarb, kroch die Guste permanent trotz allesWeckens eine Stunde später aus den Federn, als es ihre Pflicht erfordert hätte. Die Karoune wieder besaß nne derartige Schwärmerei für's Militär, daß die Küche wie unter militärischem Schutze stand, und vielleicht war es reine' Humamtat ihrerseits, daß sie daraus hielt, keinen Marsjünger länger als nöthig zu strapeziren. Die Minna hatte, Gott sei Dank, diese Eigenthümnchkeit nicht; aber sie hegte dafür eine ausgesprochene Abneigung gegen Staubtuch und Teppichbesen, wogegen es zu ihren unumgänglichen Bedurfmssen zu gehören schien, wöchentlich ein halbes Dutzend Teller, ein viertel Dutzend Tassen und ein drittelDutzend Glaser zu zerbrechen.' Eine Paula hielt es für absolut nothwendig,' täglich um die Zeit, da Hausfrauen gewohnlich das Mittagsgefchirr abwaschen zu lassen pflegen, eine zweistündige Tour auf dem Stahlroß zu .unternehmen und zweifellos war Paula im Recht, wenn sie behauptete, daß diese Tagesstunden für Spazierfahrten am allerbesten geeignet seien. Anna dagegen hatt solche noble Passionen nicht, aber sie schrieb in ihren Mußestunden und sie zählte dgj sämmtliche Stunden, die sie nicht schlief fleißig Lieder eines Mädchens aus dem Volke", und das vornehme Publikum, daß sich an Goethe, Schiller, Byron und Heine längst übersättigt hat, las sie mit eimm wahren Raptus des Entzückens. Es war doch einmal etwas anderes! Man wird begreifen, daß Frau Schreckhuhn, wie sie oft gestand, eine der unglücklichsten Frauen war, zumal jetzt, in ihrer Wittwenschaft, da sie keinen Mann mehr zur Verfügung hatte, der den Prellbock für all die kleinen und großen internen Widerwärtig!ten abgab. Die wohlconservirte Wittwe sie selbst pflegte sich stets als unglückliche junge" Wittwe zu bezeichnen war von Natur aus schon nervös und reizbar, wovon ja die kaleidoscopartige Dienstbotenverwandlung beredtester Zeuge war. Sie hingegen war wieder anderer Meinung; sie sah in den schrecklichen Dienstmädchen - Ersahrungen nicht eine Folge, sondern eine Ursache ihrer Reizbarkeit. Gleichviel, man wird nicht behaupten wollen, daß das Faktum geeignet gewesen wäre, ihren nervösen Zustand zu bessern. Die Schutzlosigkeit, in die sie infolge ihrer Wittwenschaft gerathen war der Selige" hatte bei Lebzeiten allerdings nur sehr bescheidene Ansprüche an eine Schutzherrschast machen dürfen erhöhte das Bejammernswerthe ihrer Lage, ganz besonders, da sie eine nahezu lächerliche Furcht vor Raub, Diebstahl, Ucberfall, Mord und dergleichen romantischen Dingen besaß. Mußte sie da nicht doppelt hohe Ansprüche an ihr Dienstpersonal stellen? Und gerade sie mußte die schlimmsten Ersahrungen machen! Aber, Gott sei Dank, sie hatte jetzt ein Dienstmädchen, 'das sie für ein wahres Juwel erklärte. Sie log nicht, betrog nicht, poufsirte nicht, war sauber, fleißig, freundlich kurz, das Ideal eines Dienstmädchens. Aus dem schönen Sachsenland stammte die Perle, die aber trotzdem, wie alle irdischen Dinge, nicht ganz ohne Mangel war. Paulinens Fehler brachten ihre Herrin geradezu zur Verzweiflung, und wenig fehlte, so wäre fixem Schreckhuhn einmal das beklagenswerthe Opfer dieses kleinen Fehlers geworden. Wie das möglich ist? Lassen wir Frau Schreckhuhn ihre tragikomische Episode mit der Pauline selbst erzählen: Ich war," berichtete sie mir ihr unendlich lächerliches Abenteuer, mit meiner Pauline soweit ganz zufrieden, aber' ich konnte ihr das melodische" Sächseln nicht abgewöhnen. Sie kennen ja die Peinlichkeit, mit der, ich auf reine Aussprache halte. Stamme ich doch aus einer Gegend, in der man schon über das übliche schprechen, schpielen, schtehn"'und so weiter 'die Nase rümpft; sie können sich also denken, daß mich diese wunderliche Ausspräche der Konsonanten und Vokale, die mir just so verworren und räthselhaft vorkommt, wie die Form derBuchstaben auf den modernen sezefsionistischen Plakaten, fast zur Verzweiflung brachte. Es war , mir einfach nicht möglich, ihr den Unterschied zwischen dem harten P und dem weichen V beizubringen. Na. denk' ich, es muß ertragen werden, wenn das Mädel nur sonst gut ist. Und doch hätte mich die Aussprache meiner Bauline aus Bärne" bald das Leben gekostet. Jawohl, das Leben! Sie lachen? Ach Gott, jetzt lach' ich ja auch, damals glaubt' ich, mein letztes Stündlern hätte geschlagen!" ' Also, lassen Sie sich erzählen: Ich war nämlich umgezogen, und so weit gefiel's mir in der neuen Wohnung auch ganz gut; aber mich ärgerte ein Haus, dessen Garten dicht an die

Hinterseite des Grundstückes stieß, auf dem ich wohnte. Dieses Haus sah so eigenthümlich aus, wie ein Gefängniß, und hatte ei ferne Gitter vor den Fenstern. Ich frage am nächsten Tage meine Hauswirtbin: Sagen Sie 'mal, was ist denn das hinter uns für ein Gebäude?" Das ist eine Privatheilanstalt für Geisteskranke." Ich denke, ich soll auf den Rücken fallen! Also Verdrehte wohnen da? Mein Gott, denk' ich, wenn nun 'mal so einer ausbricht .... es kann ja das größte Unheil daraus entstehen! Und mir geht die Geschichte nicht mehr aus dem Kopf. Ich bin von Natur fchon sehr nervös und schreckhaft, und da können Sie sich denken, mit welchen Gefühlen ich den Tag über das Haus anguckte. Nein, sag' ich mir, hier in dem Hause bleibst du keine Stunde länger, als der Contrakt lautet. Das ist ja eine ewige Angst. Wie leicht konnte ein Verrückter 'mal über die Gartenmauer steigen und in unser Haus dringen! Bei jedem Lärm, der sich im Hause erhob, zitterte ich wie Espenlaub. Ich war mehr todt als lebendig. So vergingen ein paar Tage, und ich fing schon an, mich ein wenig zu beruhigen. Aber da kam's! Ich sitze da, ruhig und nichts Böses

ahnend, :n meinem Zimmer und arbeite an einer Häkelei, als plötzlich heftig an der Klingel gerissen- wird. Ich fage Ihnen, mir fuhr gleich ein Schreck durch sämmtliche Glieder. Ich sprang auf und stand zitternd am Nähtischchett, denn ich hatte das unerklärliche Gefühl, daß nun etwas Schreckliches kommen mußte. Und richtig! Ich höre meine gute Pauline den Vorsaal entlang schlürfen und die Thür öffnen. Dann hörte ich einen gedämpften Schrei aus ihrem Munde, einen dumpfen Stoß gegen den Thürflügel ... ich springe fast besinnungslos vor Aufregung hin, öffne ein ganz klein wenig, lehne mich aber trotzdem mit aller Wucht dagegen, als wollte ich einen Eindringling zurückhalten und frage angstvoll hinaus: Wer ist da. Pauline?" Da steckt meine Pauline den Kopf vor den Thürspalt, und wie ich den rothen, aufgeregten Kopf mit der verschobenen Frisur sehe, fangen mir ordentlich die Beine an zu zittern. Gnädige. Frau ... ein Verdrehter." Um Gotteswillen! Mehr brauche ich nicht zu hören. Ein Verdrehter!! Von meinem Schrecken kann sich ja Niemand eine Vorstellung machen. Ich schlage die Thür zu, schiebe den Riegel vor und renne dann fassungslos durch das Zimmer. Ich glaube, ich war damals thatsächlich auch wahnsinnig. ' Da klopfte es ziemlich heftig an meine Stubenthür. WaS wollen Sie? Bleiben Sie mir vom Halse! Ich rufe um Hilfe!" schrie ich in meiner Verzweiflung. Der unheimliche Mensch aber klopft weiter und sagt: Oeffnen Sie doch! Sie haben mich ja herbestellt! Ich bin ein Verdrehter ..." Ja, ja, das weiß ich, daß ich mit einem Verrückten zu thun habe. Aber jetzt bildet sich dieser Mensch noch ein, ich hätte ihn herbestellt! Aber wenn der Unhold nun die Thür einbricht?! .Machen Sie, daß Sie fortkommen! Sofort! Ich rufe die Polizei! Hilfe! Hilfe! Hilfe! Man will mich ermorden! Ein Wahnsinniger!" Von meinem angstvollen Herumrennen fällt die Wasserkaraffe mit fürchterlichsm Gekrach zur Erde. Ich stoße einen Schrei aus, als säße mir das Messer schon an der Kehle, denn ich glaubte nichts anderes, als der Mensch habe die Glasscheibe eingeschlagen und dränge nun mit Gewalt in das Zimmer. Da das Pochen gegen die Thür immer heftiger wird, stürze ich an das Fenster, reiße die Flügel auf und fchreie um Hilfe auf die Straße hinaus, so daß 'sich bald ein dichter Menschenhaufe ansammelt. Gott sei Dank, seufze ich erleichtert auf, sie dringen ins Haus, man wird mich von dem unheimlichen Menschen erretten. Jetzt werden Stimmen im Vorsaal laut. Ich höre, wie meine Pauline mit weinerlicher Stimme sagt: Ach Gott, meine kude, knätige Frau! Nun is se gar noch verrückt geworden!" Was, jetzt bin ich verrückt geworden! Das wird ja immer schöner! Aber ich habe nicht Zeit, was zu sagen; eine tiefe Männerstimme spricht gegen die Thür: Machen Sie getrost auf. Frau Schreckhuhn! Ich bin ein Schutzmann." Gott sei Dank! Ich kann , wieder aufathmen! Die bewaffnete Macht ist zu meinem Schutze herbeigeeilt. Ich öffne. Aus der Menschenmenge, die sich auf dem Vorsaal angesammelt hat, löst sich ein junger, elegant gekleideter, sympathischer Mann. Eben läßt er Paulinen's Hand los, verbeugt sich artig gegen mich und sagt: Verzeihen Sie. knätche Frau ein Mißverständniß! Sie hatten an die Rützebütteler Lebensversicherungsgesellschaft geschrieben, daß Sie die Absicht haben, sich einzukaufen! Ich bin Se nu hergeschickt worden als einer ihrer Vertreter ' Als Vertreter ...?!?

Ich weiß nickt, was ich da für ein

Gesicht gemacht haben mag; schlau hat es gewiß nicht ausgesehen. Also Vertreter und nicht Verdrehter! O Bauline aus BSrne. warum hast du mir das gethan? O dieses weeche T!" Aber, Pauline, fuhr ich xxt meiner Verlegenheit das Mädchen an, was schriest du denn vorhin so auf, als der Herr kam? Und dann daS Gebummfe an der Thür und die schiefgedrückte Frisur?" Verzeihen Sie Mir, knätche Frau, stotterte der HerrVer treter: Die Baunne und ich, mir ham uns schon in Värne gegannt und gern gehabt. Ich dachte, sie Ware immer noch in Barne, und da finde ich bletzlich meine Bauline hier .... die Freude, knätche Frau . und da ham mer . . . ei cha . . . nu eben . . . . Seine Rede ging unter in einem verlegenen Lächeln. Ich war einfach baff! O, Bauline, Bauline! So, da haben Sie meine Geschichte und nun lachen Sie mich weidlich aus. Schaden kann's mir ja nicht." Ein gedicgci' . Duscl. Studiosus Süffel hatte nach Beendigung der großen Ferien Abschied von seinen, ihn mit den gediegensten ErMahnungen versehenden Eltern genommen, hatte sich in den Bahnzug gesetzt und fuhr, unter Genehmigung verschiedener Schoppen unterwegs, zurück in die Universitätsstadt. Gleich auf dem Bahnhof der letzteren trifft er einige Kommilitonen, die ihn freudigst begrüßen und das Ereigniß mit. etzlicher Feuchtigkeit an Ort und Stelle begießen. Süffel hat in Folge dessen gerade noch Zeit, per Droschke in seine Bude zu fahren, sein verschlossenes Gepäck dort auf ein paar Stühlen zu bergen und sich die Hände zu waschen, um sogleich, der Antrittskneipe wegen, dem trauten Stammlokale zuzueilen. Süffel hat im Hause der gestrengen Eltern in puncto bibendi natürlich viel versäumt, darum nahm er die Veranlassung des Wiedersehens mit seinen Verbindungsbrüdern wahr und trank und trank bis er zu Boden sank. Von treuen Freundesarmen nach Hause geschafft und zu Bette gebracht, verfiel er in einen Bierleichenschlaf sondergleichen. Aber auch aus diesem gibt es ein Erwachen, wenn auch ein ziemlich beschränktes. Süffels Gehirn war in derartigen Dusel und Nebel gehüllt, daß von einem klarm Gedanken keine Rede sein konnte. Mechanisch wusch er sich, und dann dachte er nach, um sich zu orientiren, wie er zu diesem Kanonenraufch gekommen sei. Aber es wollte ihm trotz der Erfrischung, die ihm das kalte Wasser geschaffen hatte, absolut nicht einfallen. Da fiel sein Auge auf das ordnungsgemäß aufgeschichtete Gepäck und nun ging etwas wie Erleuchtung durch seinen gequälten Schädel. Er zog sich, so rasch es ihm möglich war, an er hatte vorher seine Uhr zu Rathe gezogen und suchte in der Wohnung nach Hilfe. Die Hausfrau und ihr dienstbarer Geist waren aber ausgegangen und so nahm er sein Gepäck selbst, wenn es ihm auch Mühe verursachte. auf, schwankte die Stiege hinab, pfiff einer Droschke, fuhr zum Bahnhof und verstaute sich in dem Eilzuge, der seinem Heimarhorte zueilte denn er hatte in seiner Sinnesverwirrung leider angenommen, er habe sich besagten äußerst großartigen Rausch auf der Semester-Abschieds-Kneipe geholt, denn in solchem Falle Pflegte er vorsichtshalber Tags zuvor zu packen. Erst unter der gewaltigen Dusche des väterlichen Grimmes ward ihm klar, daß er doch nur einer Antrittskneipe beigewohnt hatte! verliebte Jungen. Der 18jährige Wilkie Cawkins, ein Schüler der Wheatridge-Hochschule in Denver,. Col., nahm sich in Gegenwart der 16 Jahre alten Lizzie Workmann das Leben, und vor einigen Wochen tödtete sich Walter Dale. 13 Jahre alt, ein -Freund Cawkins'. Beide liebten unglücklich. Geriethen unter die Egge. Als der 14jährige August Marquardt , von Groton, S. D.. im Felde eggte, wurden die Pferde scheu, und er gerieth unter die Zähne der Egge; er wurde mit schrecklichen Wun- ' den als Leiche gefunden. Auf ahnliche Weise kam ein Sohn des Farmers Bonner bei Pierpont um's Leben. Belohn, l n g für Lebensr e t t u n g. Der Fleischer Röber in Ehester, Pa., erhielt eine Bankanweisung zum Betrage von $25,000, welche Summe ihm von der verstorbenen Frau Martha Dvbbs in Pirtsburg vermacht wurde. Röber hatte der Frau vor 15 Jahren, als ihr auf einer Spazierfahrt die Pferde durchgingen, das Leben gerettet. Die Anthracit-Kohlen-Produktion im Jahre 1903 stellte sich in den Ver. Staaten um 6,000,000 Tonnen höher als in irgend einem früheren Jahre. Trotz der während des großen Kyhlenstrikes gehegten Befürchtung, daß die damalige temPoräre Benutzung von Weichkohlen anstatt Anthracit den Konsum von Anthracit dauernd verringern würde, hat der Konsum um mehrere Millionen Tonnen zugenommen. Die Totalproduktion stellte sich auf 66.351,713 ' Tonnen im Werthe von $152.036.448; der Durchschnittspreis stellte sich auf $2.50 pro Tonne.

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