Indiana Tribüne, Volume 27, Number 243, Indianapolis, Marion County, 3 June 1904 — Page 4
Judiana Tribüne, S Juni 1903.
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Indiana! Tribüne. Herausgegeben von der Stnb , , Indianapolis, Ind. ,- ''",J",'rijTX'L''1"L1 Harry O. Thudium Präsident. GeschSftSloealt No. 31 Süd Delaware Straße
TELEPHONE S6S. ntered at the Post Office of Indianapoli as second dass matter. Eine Epoche in der Geschichte unseres Deutschthums. Die bevorstehende Jubelfeier des Männerchor darf nicht als interne Angelegenheit eines Vereins, .sondern muß uls ein das ganzeDeutschthum der Stadt innig berührendes Ereigniß betrachtet werden. ' Aus dem Kern unserer deutschen Bürger hervorgegangen, hat der Män nerchor unermüdlich das Höchste erstrebt. Er legte den Grundstein,, auf den sich das Ansehen dessen sich unser Deutschthum im Lande erfreut, aufget v i 7s' cvnxi. v . x..u oaur yai. jüic tfiiuy u juycii Ausdauer der Mitglieder des Männerchors kamen den gefammten Deutschen zu Nutze. Der Mufikverein giebt ein zu beherzigendes Beispiel seiner Theilnahme an der Feier des Männerchor durch die r cwi ' ' Cv . n Zusage seiner 'irtiiroinung am üqicon cert. Sein Beispiel besagt, daß sonst existireyde Differenzen vor dem Glänze eines solchen Festes zurückstehen müssen. Auch er betrachtet das Fest nicht als Privatsache eines rivalisirenden Vereins, sondern als eine Feier, bei der die gesammte Bürgerschaft der Stadt interesfirt ist. Mögen unsere Deutschen auch in der Routine des täglichen Lebens getrennt marschiren, aber in großen Tagen zum Ruhme des Deutschthums schlagen sie vereint. Aus allen Theilen des Landes vom alten Vaterlande überall wo Begeisterung für das Schöne lebt, jubelt man dem großen Ereigniß entgegen. Die deutsche Zeitung, die unver oroiien mugewlrn uno aucy oie mancymal zu erschlaffen drohendeBegeisterung immer wieder anfachte, die der Mittel Punkt deutscher Bestrebungen von jeher gewesen, fordert Alle, denen die deutsche Zunge lieb, denen das deutsche Lied werth ist, auf, einmüthig zum Gelingen des hehren Festes beizutragen. Es ist keiner so reich an Erinnerungen, daß er der schönsten eine entbehren kann. Jeder Deutsche sollte nach dem Feste mit Stolz verkünden können, auch ich war dabei, auch ich habe mitgeholfen, diese große Epoche in der Geschichte des Deutschthums unserer Stadt würdig zu gestalten. Tesla arbeitet an einer Erfindung, durch welche in lZukunft augenscheinlich , Kriege unmöglich gemacht oder ' doch so stark beeinflußt würden, daß sie mit ganz andern technischen .Mitteln, als bisher geführt werden müßten. Er hofft, 'Sprengstoffe aus größern Entfernungen mit Hilfe von drahtloser elektrischer Leitung zur Explosion zu bringen. Was das für eine Freude sein müßte, bei der Artillerie zu dienen. wenn es Tesla gelingen sollte, seine Erfindung zu vervollständigen ! M. P. ffliii tätlen ttrttitrrtltfir0tt Rikvnsr . .. I f.Dv hat Onkel Sam schon viele schlimme Erfahrungen gemacht, d. h. nur mit jener Sorte, die hierher kommt, das Bürgerrecht erwirbt und dann wieder in ihre Heimath zurückkehrt, um dort tV4 1t TTdfÖT ItTtX Ittttd XsttT V 4t VtfcW Q VVVW V Schutze des Sternenbanners manchmal recht zweifelhafte Transactionen zu be"treiben. Jetzt entstehen den Ver. Staaten Schwierigkeiten mit Marokko, da ein amerikanischer Bürger dieser Körte aus seinem Landhause bei Tau ger von Banditen entführt wurde und nur gegen ein großes Lösegeld wieder frei gegeben werden soll. Natürlich muß Onkel Sam für seinen Bürger einstehen, was er aber bezwecken kann. ist bei der vollständigen Ohnmacht der marokkanischen Regierung dem Räuber gefindel gegenüber schwer einzusehen Unsere Administration geräth bei solchen Anlässen ' immer in eine unan genehme Lage und es wäre zu wünschen, daß ihre Bemühungen Erfolg hätten, die darauf hinzielen, mit den fremden Mächten Abkommen zu treffen. nach denen solche Bürger'allen Anspruch auf den Schutz der Ver. Staaten ver Iieren sollen, wenn sie eine gewisse Reihe von Jahren permanent wieder im Aus land gelebt haben. Die Sorte von
Bürgern, von denen hier die Rede ist,
erinnert sich ihres amerikanischen Bür gerrechtes doch immer nur dann, wenn sie . in irgend welche Schwulitäten geräth. .
Das Seminar für orientalische Sprachen in Berlin wird in diesem Sommerhalbjahr von 214 Studirenden benützt. Von den verschiedenen Klassen werden besucht: die Vorlesung gen über Realien von 129 Seminar!sten, Englisch von 77, Französisch von 47, Russisch von 42,' Spanisch, Chinefisch. Arabisch von je 27, Suaheli von 23, Türkisch von 19, Neugriechisch von 9, Japanisch von 8, Herero von 7, Haussa von 5, .Persisch, Batu-Laut-lehre. Duala von je 4. Ephe von 2 Seminaristen. Die nicht-amtlichen Lehrkurse für Kaufleute, Bankbeamte und Techniker besuchen 237 Personen. Außerdem nehmen 15 Hospitantinnen am Seminar-Unterricht Theil. Das Semiuar wird insgesammt von 466 Personen besucht (25 weniger als im Vorjahre). . Der Lehrkörper umfaßt 33 Kräfte. Die französische Regierung hat am 11. Mai den Wortlaut der Convention franco-italienne du travail im Journal Officiell" veröffentlicht. , Damit ist der erste Schritt geschehen, um durch internationale Abmachungen den gesetzlichen Schutz von" Arbeitern auch im Auslande zu regeln. Der Vertrag ist auf fünf Jahre gültig und besteht aus vier Artikeln. Der erste betrifft die Spareinlagen der im Auslande beschäftigten Arbeiter in den Sparkassen ihres Heimathlandes. Bis zur Höhe von 1500 Frcs. können italienische Arbeiter in Frankreich und französische Arbeiter in Italien kostenlos die Guthaben abgeben, die sie in der italienischen Postsparkasse oder in der französischen Nationalsparkasse haben. Infolgedessen ist eine monatliche Abrechnung zwischen den Sparkassen beider Länder nöthig geworden. Zweitens haben von jetzt an bei Unfällen italienische Arbeiter in Frankreich und französische in Italien das gleiche Recht auf Entschädigung durch die Unfallsbersichexungskassen wie die einheimischen Arbeiter. Der drite Artikel sieht vor, daß mit der Einführung der bis jetzt noch fehlenden Altersversorgung und Invalidenversicherung in beiden Ländern : französische und italienische Arbeiter gleichmäßig ver sorgt werden sollen, ob sie nun in dem eigenen oder in dem Nachbarlande residieren. ' Endlich hat diese freundschaftliche Abmachung auch die Folge gehabt, daß die italienische Regierung sich verpflichtet, die ; bis jetzt noch fehlende Fabrikinspektion durch staatlich angestellte Inspektoren in einer der französischen Gesetzgebung entsprechsnden Ausdehnung zu regeln. ' Den Frauen und Kindern in Italien Schutz vor Nachtarbeit, Ueberanstrengung und Verkürzung , der Ruhezeit zu sichern. giebt die italienische Regierung als das dringendste Bedürfniß zu. Beider großen Zahl von italienlschen Arbeitern, die in den südfranzöfischen Hafenstädten, beim Wegebau in den Bergen und in der französischen Colonie Algiet Verwendung finden, erscheint diese Convention von größerer Bedeutung für die Italiener, als für die Franzosen, die außer Landes arbeiten. Aber Frankreich hat es sich ja auch sonst angelegen sein lassen, den Ideen, die internationale Vereinigungen angeregt haben, in staatsrechtlichen Verträgen Anerkennung zu verschaffen. Wie den Bestrebungen für internationale Schiedsgerichte durch das englischfranzösische Abkommen, so begegnet die französische Regierung durch diese fran-ko-italienische Arbeits-Convention den Wünschen der in Basel conftituirten internationalen Vereinigung für gesetz lichen Arbeiterfchutz. UnheilvolleVallonl a n d u n g. In Paris wurde unlängst ein Ballon des bekannten Luftschiffers Kapitän Surcouf, als er auf der Place D'Aumesnil zur Erde niederstieg, von dem Winde gegen den engen Eingang einer Straße getrieben. Im nächsten Moment kam das Luftschiff mit der Mauer eines Hauses in Jerilhrung und im selben Augenblick schoß eine Flamme aus der Hülle hervor. der alsbald eine heftige Explosion folgte. Die Flammen züngelten durch die offenen Fenster in das Haus hinein, wobei acht Insassen des Gebäudes verbrannt oder auf andere Weise mehr odcr minder schwer verletzt wurden. Die Aeronauten kamen unversehrt davon. Die Explosion verursachte eine Panik unter der Menschenmenge, welche den Abstieg beo achtete und mehrere Personen erlitten unerhebliche Verletzungen. , .
Allzu schars macht schartig. Es unterliegt wohl kaum einem Zweifel, daß die Stimmen (mehr als drei Millionen), welche bei den letzten allgemeinen Reichstagswahlen in Deutschland ' für die Kandidaten der sozialdemokratischen Partei abgegeben wurden, nicht sämmtlich von Leuten kamen, welche für die von den Sozialisten befürwortete Gütergemeinschaft schwärmen. Es giebt im Reiche viele Bürger, welche mit den herrschenden Zuständen mehr oder weniger unzufrievcn sind und meinen, daß sie ihrer Stimmung am besten Ausdruck geben, wenn sie für die entschiedensten Oppo-sitions-Kandidaten stimmen. Dies erklärt theilweise das riesige Anwachsen des sozialistischen Votums. Letzteres hat Ldrigens nicht immer eine Zunahme erfahren. Es ist auch gelegentlich zurückgegangen; ebenso wie die Zahl der erwählten Abgeordneten. Im Jahre 1867 wurden 5 Sozialdemokraten in den Reichstag gewählt. Später stellte sich das Ergebniß nach Zahl der abgegebenen Stimmen (in runden Tausenden) und der gewählten Abgeordneten folgendermaßen: Stimmenzahl. Abgeordnete. 1371 . . . 124.000 1 1874 . . . 352.000 - 10 1877 ... 493.000 - 12 1878 . . . 437.000 9
1881 . . . 312.000 12 1884 ... 550.000 24 1887 . . . 763.000 11 1890 . . 1,427,000 35 1893 . . 1.787.000 - 56 1898 . . 2,107,000 58 X 1903 . . 3,025,000 81 Trotz zeitweiliger Rückschläge (namentlich in Folge von Mordanfällen) hat das Votum der Sozialdemokraten doch im Wesentlichen beständig zugeuommen; ja es erscheint im Jahre 1903 größer als das der beiden nächststarken Parteien zusammen genommen. Denn das Zentrum erlangte bei den letzten Reichstagswahlen nur 1.856.000, die Nationalliberalen aber brachten es nur auf 1.264.000 Stimmen. . Die gewaltige Stimmenmacht der Sozialisten wird zum Teil dadurch erklärt, daß sie in allen Wahlkreisen Kandidaten aufstellten; auch in solchen, wo sie gar keine Aussicht hatten, ihren Mann" zu erwählen. .Sie" wollten eben die große Zahl ihrer Anhänger zeigen und sowohl den anderen Parteien wie auch den verbündeten Regierungen dadurch imponiren. Bis , zu einem gewissen Gradr ist ihnen das ja auch gelungen. t, Dieses Aufstellen sogenannter Zählkandidaten ist übrigens ein theures Vergnügen, welches die meisten . Parteien sich aus Mangel an reichlichen Geldmitteln nicht leisten können. .-Daß grade die Sozialdemokraten diesen leigentlich unnützen Luxus treiben, da' sie doch behaupten, das hungernde Proletariat" zu vertreten, ist eigentlich ein komischer Widerspruch. Aber daß die Sozmlisten m Stande waren, auch in ur sie ganz aussichtslosen Wahlkreisen Zählkandidaten aufzustellen tfnd ur diese einen Feldzug zu fuhren, pricht sowohl für die OpferwilligZeit hrer Anhänger wie auch für die Rücksichslosigkeit. mit welcher die Führer über die Arbeitergroschen" verfügen. Es scheint indeß, als ob die Herren Bebel, Singer und die anderen Parteifllhrer durch die errungenen Erfolge übermüthig wurden und dadurch , sowohl sich selbst wie ihrer Partei geschadet haben. Während diese Herren beständig versichern, daß die Sozialdemokratie die einzige waschechte Vorkämpferin der Freiheit sei. wurden auf dem letzten Parteitage in Dresden alle diejenigen wie Verbrecher behandelt, welche es gewagt hatten, gegen die Pareileitung zu mucksen". Es waren das namentlich die sogenannten Akademiker, d. h. jene vielen Studirten", welche Universitäten besucht, keine lohnenden! Anstellungen gefunden und sich schließlich der. Sozialdemokratie angeschlössen hatten. Hier hatten sie theilweise Anstellung als Redakteure. Redner. Berichterstatter u. s. w. gefunden. Sie bildeten sich ein., daß sie in Wort und Schrift ihre Ansichten frei aussp'rechen dürften, so lange sie die Grundsätze der Partei vertreten. Sie sahen sich enttäuscht. Die Parteidiktatoren behandelten sie in einer Weise, von der Graf Blllow im Reichstage sagte, er würde sich einem Kanzleidiener gegenüber nicht in so grober Weise benehmen. Der Widersprach so um der' Partei verdienter Männer, wie Vollmar wurde niedergebrüllt und mit dem Motto: wer nicht . gehorcht, fliegt hinaus" auf den Akademikern in brutalster Weise herumgetrampelt. Es war ein ekelhaftes Schauspiel, zu sehen, wie die angeblichen Freiheitskämpfer sich als rücksichtslose Tyrannen geberb'eten und es hat das offenbar manchem Spießbürger die Augen darüber geöffnet, was man von dem sozialistischen Zukunftsstaake erwarten darf. Thatfsche ist, daß in drei Kreisen, in welchen Nachwahlen stattfanden, die Sozialiften Niederlagen erlitten, nachdem sie dort 1903 gesiegt hatten. Und das geschah, trotzdem Bebel. Singer und andere Parteigrößen für die unterlegenen Kandidaten Wahlreden gehalten. Die Zahl der sozialistischen ReichStaaSabgeordneten ist von 81 auf 78 zurück gegangen und wenn die Diktatoren nicht einlenken, so werden sie
wahrscheinlich noch mehr. Niederlagen erleben. Allzu scharf machf schartig.
ffunston's Ruhm. Immerhin ein merkwürdiger Mann ist der jetzt erst nchtunddreißigjährige Fred Funston von Kansas. Mit einer höheren Schulbildung ausgestattet, schloß er sich schon einige Zeit vor dem spanischen Kriege der Ver. Staaten, den Aufständischen auf Cuba an, in deren Reihen er tapfer gegen die Spanier focht. Später bewies er an der Spitze eines Freiwilligenregimentes von Kansas Tapferkeit und kriegensche Anstelligkcit auf den Philippinen und seine muthige Schwimmleist u n g'beim Rio Grande-Flusse der dortigen Insel Luzon verschaffte ihm die Stelle eines Brigadegenerals der Freiwilligen. Kürzlich nun begann in Funston's Heimathsstaat Kansas eine Agitation gegen die in einem dortigen Schulbuch enthaltene Schilderug jener Schwimmthat, weil darin einseitig nur Funston gerühmt sei. Darum erläßt nun von Portland in Oregon aus, wo er gegenwärtig als Befehlshaber eines Militärkreises der Ver. Staaten stationirt ist, Funston folgende geschichtliche Erklärung'. Schon seit geraumer Zeit hatte eine Abtheilung von etwa 4000 oder mehr feindlichen Philippinern, die eine starke Stellug auf dem anderen Ufer des Rio Grande einnahm, die amenkanischen Truppen belästigt. Am 25. April 1899 beschloß ich gegen den Feind vorzugehen. - Zuerst durchschwamm ich. begleitet von einer Re-kognoszirungs-Patrouille, den VagVag. einen Nebenfluß des Rio Grande von etwa 100 Fuß Breite. Am nächsten Tage, 26. April, erfolgte unser gewaltsamer Ueberganq über den Rio Grande. Die Vravour zweier Soldaten vom Kansas-Regiment brachte dies zu Stande. Diese beiden durchschwammen nämlich den reißenden, etwa eine halbe Meile breiten .Rio Grande, wobei sie eine starke Schnur nach sich zogen. Auf der anderen, Seite angelangt, zogen sie mittelst dieser Schnur ein Seil hinüber und mittelst dieses Seiles gelang es, ein Floß nach der anderen Seite des Rio Grande zu schaffen. Auf diesem Flosse setzte ich mit einem Theil meiner Mannschaften über, und der muthigen Schaar, die nicht mehr als 45 Mann zählte, gelang es, den Feind, dessen Stärke sich auf 4000 Mann bekief. in die Flucht zu schlagen. Es freut mich, den ganzen Thatbestand richtig stellen zu können." Funston beansprucht also keineswegs den Rühm vom Bravourstück am Rio Grande für sich allein. Während ihm dieses den oben erwähnten Rang eines Brigadegenerals der Freiwilligen eintrug, erlangte er bekanntlich ' später durch die schlaue Gefangennahme Aguinaldo's den Rang eines BrigadeGenerals des regulären Heeres und eben damit eine gute lebenslängliche Versorgung mit vergnüglichem Ruhestand vom vierundsechzigsten Jahre an. Jedenfalls gereicht ihm aber die That , im Rio Grande zu größerem Ruhm als die Gefangennahme Aguinaldo's; denn diese wurde ja durch sehr zweifelhafte, wenn auch zumTheil verwegene Mittel. Verkleidung Fun ston's und seiner Leute als Philippiner und sonstiges falsches Spiel zur Vethörung und Ueberrumpelung Aguinaldo's bewerkstelligt. Freilich imponirte der gelungene Streich den amerikanischen Massen durch seine Keckheit und durch die Gefangennahme eines gefährlichen Gegners, der aber allerdings seither von Uncle Sam recht anständig behandelt wird. Unglücks - Prophezeikiungcn über den Aaren. Die Astrologen haben jetzt in der Kriegszeit wieder reiche Gelegenheit, ihre Unkenrufe ertönen zu lassen. Sie lassen es denn auch nicht daran fehlen, und besonders über das Geschick Rußlands und des Zaren werden trübe Prophezeiungen laut. So ist z. B. dem Zaren von einem Astrologen kürzlich, folgendes schreckenerregende Horoskop gestellt worden: Nikolaus V. selbst ist ein humaner und friedliebender Herrscher, aber er ist in den Klauen des Schicksals und hat wenig Gelegenheit, seinen eigenen freien Willen durchzusetzen Er ist einem unheilvollen Schicksal verfallen, da die Sonne sich in die Opposition des Saturn wendet, nachdem sie den Meridian zum ersten Mal überschritten hat. Die Hindernisse auf seinem Wge sind unüberwindlich wie ein Studium der Nativität des Zaren deutlich zeigen wird. Dieser Krieg ist der Anfang des Endes" für den Zaren: es ist nur noch eine offene Frage, ob er das Ende des Krieges noch erleben wird, denn die Sonne wendet sich zuerst zum Geviertschein Jupiters und dann zu dem des Mondes, beide im achten Himmelshaus. dem Hause des Todes. Vom Anfang des Krieges an deutet jeder Einfluß der Gestirne auf ein schnelles Ende des physischen Daseins für diesen dem Schicksal verfallenen Kaiser. Es ist zweifelhaft, ob der Zar noch dieses Jahr überleben wird, und selbst wenn das der Fall wäre, so ist sein Land von einer inneren Revolution bedroht, die sein Ende beschleunigen wird . . Dienstboten betreiben auch ein Frauen studium: ihre jeweilige Herrin.
Der flppeii. Die Geschichte vom - ParadicSgarten und ihr modernes Gegenstück.
Adam kann ihn, leid thun -Politik und AP felkur Ter gute, liebe John Fürchter liche Folgen Gegengifte Kameradschaftliches Opfer. . M i st e r E d i t e r ! Rimembern Sie noch, Mister Editer. de Paradiesgarte un was da gehäppent Hot? Ich meen nit aus pörsonell Expirienz, sonnern wie , Sie. es in der Schul gelernt hawwe. Selwigesmal war aach e Fraunzimmer dra Schuld. Un so is es immer. Mir thut der alte Adam leid, daß er als erster Mensch aach schun so Expirienz mit seiner Alti Hot mache müsse. - Er kann sich awwer dermit tröste, daß es heint noch grad so is. Also for Instenz thu Ich heint viel elender fühle wie der Adam grad nach dem Disposseßprosiding, wo ihn aus dem Paradies g e t r i e b e Hot. Nämlich Ich glaab nit. daß so Kopfschmerze, w i e Ich sie heint hen, , selwigesmal ü w w e rHaupt schun inwented war'n. Un wer is derfor ze blamirn? Kee a n n e r e r yjitaq wie e Also ich sitz gestern Morche beim des Fonnige derbei is, daß es sich aach desmal um en Appel oder vielmehr um Aeppels handelt. , , Also Ich setz gestern Morche beim Breckfescht un denk an nix Dummes, trotzdem die Alti grad oppesitt Mir gesotze .Hot. ; Die Alti Hot in eme Mägasinn gelese. In so eme dumme, eefältige Lädiesmägassin, wo allerhand dummes un nixnutziges Zeug for Weibsleit drei'n steht. ' Uff eemol gebt Mir die , Alti des Blatt erüwwer und deut uff e Stell un segt: Da, les emol." - Ich hen gelefe. Es Hot da gestanne. daß der Senätter Cockrell vun Missouri gesagt hätt, Aeppel thäte de Tähst for Liquor un die Lust for geistige Gedränk üwwerhaupt vertreibe un er tbät jede Tag Aeppel eße. Well," sag Ich, der werd's nöthig, hawwe." - , - Die Alti wär in der Zwischezeit enaus in die Kitschen gegange un kimmt glei druff erei mit eme Teller voll vun die schönste Aeppel. - Was soll, Ich da dermit?" frag Ich. Versuch sie emol. John! Sie sein excellent, lieber John. Du .kannst sie alle uffeße, guter lieber John, ich hen plente mehr dervo. Eß doch dervo. mei süßer, theurer Engels-John." Dann Hot sie Mir sogar een vun die Aeppels geschält un in Stückchen geschnitte un sie mit eme verführerische Lächle Mir geoffert. Well, es is fonny. Mister Editer. trotzdem daß Ich posentiv weiß, daß Ich nit agebiße hab uff die eifältige. dumme, langweilige Aeppel, hen Ich doch, wie Ich zum Tschalli gekimme bin, so en gewisse Appeltähst im Mund gehatt und Ich hen. for den ze vertreibe, erst en ornliche Whiskey trinke müße, eh - daß Ich nor en Troppe Wei oder Bier hätt enunner bringe könne. Un der verfluchtige Aeppelgeschmack Hot Mich verfolgt de ganze Tag. Well, was hen Ich mache wolle? Könnte Sie Wei un Selzer oder Milch oder e leichtes Bier oder Soda oder Kaffee oder Thee oder e. Limonäd oder sunschtige leichtere Fävoritdrinks nemme, wann Sie grad vorher Aeppel gegeße hawwe un de Tähst dervo noch uff der Zung hawwe? Ich gueß awwer no! Well, trotzdem daß Ich alle mögliche Drinks genomme. Mir sogar als Gegegift un Antidot Kersche un Peinäppels un Alivs un Oränschschnitte hen in die Cocktails gewwe loße, Hot es verschiedene Stunne genomme, bis Ich feinelli den gottverdoppeste Aeppeltähst los war. Ich sein dann in die Lobby vun eme, feine uptown Hotel (in Manhäiten), wo Ich als emol amörikän Dan-kee-Frents tref. Des sein meistens Politischens. Ich sein also mit zwee dervo am Siggar-Counter gestanne un hen (weil Ich aus Gründ, wo Mir am beste bekannt war'n, nix mehr hen trinke wolle) die Deis for die Siggarn geschält Inzidentelli hen Ich die Tschentelmänner die Story vun dem Senätter Cockrell seiner Aeppelkjur un der Nutzanwendung for Mich verzählt. Uff eemol segt Eener vun die amörikän Mnkie-Politischens: There. jetz krieg Ich aach den Appeltähst." Mer sein of course an die Bar gegange un hawwe schnell en Whiskey getrunke. for Mei'm Frent sein Tähst ze vertreibe. Dann sein mer wieder an de Siggarn Caunter.- , Es dauert nit lang, da kriegt der annere 'AankieFrent de Aeppel-Tähst un mer hawwe wieder an die Bar gehn müsse. Un dann sein 'annere Frents gekimme, dene die Geschicht verzählt worn is, un die hawwe aach uff emol die Aeppeltähst gekriegt un an sich vertreib; müsse un trotz alledem, wie Ich feinelli heimgekimme bin. da war Ich de Aeppeltähst immer noch nit los un hen schreckliche Träum gehatt, daß Mir e Appelbaum
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Atlantic City Ausflug. Medical Affociation Spezielle Bedienung über Pennsylvania Linien. Durchlaufende Spezial-Waggcns für Dele aaten und Freunde, zu der jährlichen Wer sammlung der American Medical Association in Atlantic Eitn werden in Jndiana von allen Pennsylvania Linien gestellt. Abfahrt von Indianapolis am Sonntag, 5. Juni 3.V5Uhr Nachmittags ; Ankunft in Atlantic City, am folgenden Abend. Schlafstellen in durchlaufenden Schlafwaggons werden der Reihe folgend entgegengenommen und sollten Personen die solche wünschen, sich prompt mit Dr. F. C. Heath, Sekretär, 427 Newton Claypool Gebäude, Indianapolis, Verbindung setzen. Excursions Tickets nach Atlantic City werden ebenfalls für alle regulären Züge der Pennsylvania Linien, vom 31. Mai bis incl. 5. Juni verkauft, und zwar zu einem Dollar mehr als die Fahrt für emen Weg kostet ; dieses bringt die Rundfahrt von Jndianapolis auf Z19.75 mit verhöltniHmäßigen Reduk tionen von anderen Stationen. Der Fahrpreis für Kinder über 5 Jahren und unter 12 Jahren ist die Hälfte. Auf Wunsch werden Fahrkarten für die gleiche Reduktion ausgestellt, lautend via Washington, mit Aufenthalts-Privilegien in der Bundes Hauptstadt ; ebenso Baltimore und Philadelphia, AufenthaltsBewilligung in Philadelphia an Fahrkarten über die direkte Linie nach Atlantic City. Für weitere Information wende, man sich an die Ticket Agenten der Pennsylvania Linien oder schreibe an W. W. Richardson, Assistent General Passagier Agent, Indianapolis, Ind.
