Indiana Tribüne, Volume 27, Number 243, Indianapolis, Marion County, 3 June 1904 — Page 1
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" ' i Wrficixeint jeden Nachmittag. . Jahrgang 27. Indianapolis, Ind., Freitag, 3. Juni 1904 No. 243.
Japaner siegreich. Kosacken erleiden eine Schlappe. i. Tokio. 3. Juni. Die Japaner hatten nahe Michato am 30. Mai ein Gefecht mit einer zur Entsatzung von Port Arthur anrückenden Truppen macht zumeist aus Kosacken bestehende Es gelang den Japanern den Feind mit großem Verlust zurückzutreiben.
Die Stadt scheint vom Gesinde! gesäubert. Nur wenige Verhaftungen. Gestern war in der Polizeistation ein ausnahmsweise ruhiger Tag, kein halbes Dutzend Verhaftungen wurden im Ganzen vorgenommen und kein einziger dieser Fälle ist von irgend welcher Wichtigkiit. Unter der Anklage des thätlichen Angriffes sowie auch unter der An klage, Personen auf der Straße belä stigt zu haben wurde Albert Morgan, 1541 Pleasant Str. vom Polizisten Streit verhaftet. Morgan foll eine ihm fremde junge Dame auf der Straße angeredet und beim Arm er griffen haben und auf ihre Anklage hin wurde er verhaftet. Die neue städtische Licens. Sämmtliche Apotheker und Groce risten der Stadt sind bezüglich der neuen 8100 Licens benachrichtigt und die Polizisten haben ihre Jnstructionen erhalten, so daß Verhaftungen für Uebertretungen des Gesetzes bald zu erwarten sind. Verschiedene Licensen wurden unter Protest Herausgenom men, man hört täglich von Absichten, die neue Ordlnanz in den Gerichten zur Entscheidung zu bringen. Nach dem Pesthause gebracht. In dem Hause No. 234 Cora Str. wurde George Jamison, ein farbiger. mit Smallpox behaftet vorgefunden. In demselben Gebäude befanden sich eine Anzahl anderer Farbiger und die selben werden, falls nothwendig, nach dem Pesthause geschickt werden. Zwei derselben wurden sofort mit Jamison zusammen dorthin gebracht. Sein Fall wird als ein sehr milder Ausbruch bezeichnet. Die neuen Brücken. Der Stadtrath passirte vor Wochen frist die Vorlage, welche die zum Baue neuer Brücken nöthigen Gelder bewil ligt. Der mit dem Ausarbeiten der nöthigen Pläne beauftragte Ausschuß der BrückeN'Commission hat inzwischen 'rüstig an den Plänen und Entwürfen für dieselben gearbeitet, so daß, nach dem dieselben vervollständigt und Pas firt sind in allernächster Zeit mit den Bauarbeiten begonnen "werden kann. Die Ausstellung der M. T. ö. S. Heute ist Empfangstag in der Hand fertigkeits'Schule. Ausstellungen der verschiedenen Departements werden den Besuchern offenstehen, auch werden zur Bequemlichkeit derselben Führer in allen Theilen des Gebäudes stationirt sein, um den Besuchern auf ihre Fra gen Rede und Antwort zu stehen. Alle Departements der Hochschule liefern ibre Beiträge, so daß die Ausstellung eine im höchsten Grade interessante sein wird. Schöne Feier.' Die SchlußCeremonien im Blinden Asyl .waren - ohne Zweifel ein Genutz seltener Art und daß das Publikum denselben stets mit Interesse entge. gensieht zeigte der außergewöhnlich große Besuch deutlich an, die Aula des Jnfti" tutes war bis auf den letzten Platz ge füllt und viele der Zuhörer standen in den Außenhallen. , W-Raucht die Tish I Mingo.
Einweihung unseres Staatsgebäudes
Auf der St. L o u i S, 3. Juni. Heute Nachmittag um 2 Uhr wird die feierliche Ceremonie der Einweihung des Jndiana Staatsgedäudes auf der Welt ausstellung zu St. Louis vor sich ge hen und find alle Bürger des Staates dazu eingeladen. Gouverneur Durbin, Vice-Gouverneur Newton V. Gilbert, Henry W. Marshall, Sprecher des Re präsentantenhauses von' Jndiana und Ex-Gouverneur David R. : Francis, Polizeiliches Allerlei. Bernhard Megel. ein Wirth in der Sciota Straße, zwischen Meri diau und Pennsylvania Straße, wurde heute wegen Veeletzung des Nicholson Gesetzes unter Anklage gestellt. Die Anklage lautet auf Betrieb einer Wirthschaft in einer Alley und Verkauf ohne Licens (da ja das Gesetz die Erlangung von Licensen In Alleysaloons für gesetzwidrig erklärt, wurde die letztere Anklage mit der ersteren verbunden, in Wirklichkeit ist die Megel ertheilte Licens noch bis zum September gültig.) Megel stellte $300 Bürgschaft für sein Erscheinen vor . den Geschworenen. Dieses ist der erste derartige Fall in unserer Stadt und wird als Testfall betrachtet. Gestern wurden im Polizeigericht die Fälle der an Senate Avenue und 13. Straße verhafteten Farbigen zur VerHandlung gebracht. In den meisten dieser Fälle wurden . die Verhafteten entlassen, jedoch wurden die der Polizei als unmoralisch bekannten Charaktere mit entsprechenden Strafen belegt. Im Ganzen wurden heute Vormit tag 27 Anklagen gegen 22 verschiedene Personen verhandelt. Unter diesen befinden sich auch die Anklagen gegen die Uebertreter der AutomobileOrdi nanzen. Carl Fischer, weil sein Auto keine Namenszüge zeigte, zahlte S10 und Kosten. Die Anklagen gegen die Jndiana Automobile Comp. wur.de niederge schlagen. Geo. M. Hurley wegen zu schnellen um die Ecke Biegens mit feinem Auto, sowie auch wegen thätlichen Angriffs lUeberfahrens $25 und Kosten und $10 und Kosten. Gegen beide Urtheile wurde Berufung eingelegt. Charles McDonald wegen Verkaufes von Spiritussen an Minderjährige wurde entlassen. Chas. E, Pierson wegen Verkaufs am Sonntage zahlte S10 und 'Kosten. E. Farrell und Chas. Pollard von No. 423 West Pearl Straße, geriethen sich heute Vormittag in dem als Jockey Alley bekannten Theile der Pearl Str. in die Haare, hatten sich jedoch beim Eintreffen der Polizei verduftet. Ver Haftsbefehle gegen beide wegen Ruhe störung wurde erlassen. ' Im Ganzen wurden bis heute Nach
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Welt - Ausftellttttg in St. Louis.
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Präsident der Ausstellung, werden Reden halten. Zahlreiche Truppen werden bei den Dedications-Feierlichkeiten mitmirken, und es werden ausgedehnte Vorbereitungen getroffen, die Besuchermenge aus Jndiana in jeder Beziehung stolz auf den Hoosier-Staat zu machen. Das Staatsgebäude ist eines der schönsten auf dem Ausstellungsplatze und liegt in nächster Nähe des berühmten Jnside Jnn." Es ist im französischen mittag um 2 Uhr nur sechs Verhaftn gen vorgenommen. ' Lewis ,E Farm er, 912 Jndiana Ave. berichtete der, Polizei, daß sein Sohn John Farmer, 14 Jahre alt, am Montag, den 30. Mai die elterliche Wohnung verließ und daß seither von dem Knaben nichts gesehen wurde. Die Polizei ist auf der Suche nach ihm. Aus den Gerichtshöfen. Neue Scheidungsklagen. Mattie Swecney verklagte James C, Sweeney auf Scheidung und wünscht ihren Mädchennamen wieder anzunehmen. Sweeney wurde seinerzeit des Einbruchs überführt. Anna Gilbert will von James Gilbert geschieden werden sein und verlangt auch die Obhut über das der Ehe entsprossene Kind. Sie klagt, daß er sich nicht um seine Familie bekümmerte und nicht für dieselbe sorge. Kein k l i n g e n d e s Pflaster. Der Sheriff von Caß County beschlagnahmte vor einiger Zeit die zum Zahlen der Angestellten in Händen des Zahlmeisters der Bahn befindlichen Gelder, um eine Georg Lichtheiser vom Gerichte zugesprochene Summe von $6500 für denselben zu sichern. Der Zahlmeister erwirkte seinerseits einen Sinhaltsbefehl gegen den Sheriff, diesen am Auszahlen des beschlagnahmten Geldes zu verhindern und in der Zwischenzeit appellirte die Bahn den Fall. Das Obergericht hat jetzt die Entscheidung des unteren Gerichtes um .gestoßen, so daß Lichthesser jetzt leer ausgeht. Können nicht verjähren. Das Appellationsgericht bestätigte gestern das in unterer Instanz zu Gun sten der kleinen Mary Hazel Himes abgegebene Urtheil zum Betrage von $1640. Die Großmutter des Kindes hatte an den Onkel desselben eine Farm mit der Bedingung übertragen, daß die Enkelin zu $1640 vom Werthe der Farm berechtigt sei. Nun aber verweigert der Onkel die Auszahlung der Summe mit der Be gründung, daß die Schenkung verjährt sei. Der Appellhof aber hielt die Ent scheidung dar unteren Instanz, daß die Rechte eines Säuglings nicht verjährt, aufrecht. :
Renaissance-Style erbaut und soll einen Rendezvous-Platz für die Besucher ab geben und zu musikalischen und gesell!gen Unterhaltungen dienen. Das Gebäude ist auf das Herrlichste ausgestattet und enthält viele Räum lichkeiten, die jeden Comfort und weit gehende Bequemlichkeit bieten. Besucher aus Jndiana werden, wenn sie die Market oderLaclede-Straßenbahnwagen benutzen, bis innerhalb zwei Blocks von dem Stationsgebäude gebracht. Schadenersahklagen in Hülle und Fülle. $3000 Schadenersatz ver langt. Francis M. Kirsch verklagte die Pope Manufacturing Co.", Fabrikanten von Automobilen, auf $3000 Schadenersatz für in den Diensten der Compagnie erhaltene Verletzungen. Kirsch arbeitete an einer Maschine mit schnell sich drehenden Messern und wurde durch eines derselben, welches sich losgearbeitet hatte, am 24. März 1904 am Kopfe verletzt. In seiner Anklageschrift sagt er, daß er den Vormann auf die Defektheit der Maschine aufmerksam machte, ehe er an derselben arbeitete. Ebenso wegen erhaltener Verletzungen verklagte John B. Clepp die Pope Manufacturing Co." auf $2000 Scha denersatz. Clepp sagt, daß er ' am 9. Februar an einer sogenannten Univer sal Woodwork Maschine arbeitete, daß die Messer in dieser Maschine jedoch stumpf gewesen seien und daß das Stück Holz, an welchem er beschäftigt war, durch diese stumpfen Messer erfaßt und ihm die Hand gegen dieselben gestoßen habe, so daß zwei Finger theilweise abgeschnitten wurden. Auch er will die Verklagten auf die Defekte seiner Maschine aufmerksam gemacht haben. Marcellus Gustus verklagte Mary A. und Jacob B. Henry aus Besitz titeln von Grundeigenthum. Ebenso wurde von Payton Blackwell die Klage gegen Benjamin Lee, dem farbigen Polizisten, eingereicht, über welchen Fall wir vor wenigen Tagen berichteten. Eine $6500 Hypotheken- und Noten klage wurde von Wellington C. Can non, Mintern B. , Cannon, Crayton W. Cannon, Ludlow D. Cannon, Ca roline R. Zile, Elizabeth M. Boyer und N. V. Lovett gegen die Jndiana Conferenz der Adventisten des 7. Tages und gegen die Truftees der Plymouth Congregational Kirche eingereicht.' Deutscher Club und Mnsikderein. Der Deutsche Club und Mufikverein hält am nächsten Montag seine JahresVersammlung ab. In derselben wer den die neuen Beanzten erwählt wer den.
Personal-Notizen. Die Freunde des Herrn Otto Jsen thal, 901 Süd Meridian Straße, werden mit Bedauern vernehmen, daß er sich im Fahrstuhle der Indianapolis Leather, Hide & Belting Co. an der Süd Meridian Straße den , Fuß zer quetschte, indem er mit demselben zwischen Fahrstuhl und Fußboden gerieth.
Germania. Park. Sonntag Nachmittag Konzert unter Leitung von Herrn Riegner. Waldfest des Badischen Unterstützungs - Verein unter den Auspizien der Park - Gesellschaft. . Blinde Churr. Die Entwicklung der Augl Scheinbare n wirkliche Blindheit. Wenn von blinden Thieren die Rede ist, denkt so ziemlich Jedermann zunächst an solche Geschöpfe, deren Namen auf angebliche Blindheit hindeutet, wie die Blindschleiche. Dieses Thierchen hat aber wirklich zwei hübsche Augen mit goldgelber Regenbogenhaut und dunklen Sternen, und unter seinen Sinnen steht zweifellos der des Gesichtes obenan. Die Blindschleiche ist ebensowenig blind, wie der Ohrwurm ein Wurm oder der Walfisch ein Fisch ist. Die Klasse der Kriechthiere weist weiter eine Familie der Vlindschlangen auf, zu denen die Blindschleiche aber nicht gehört. Hier hat die Bezeichnung schon eher einen Sinn, denn die kleinen Augen schimmern als kaum sichtbare Punkte durch die Haut, von der sie auch häufig ganz überzogen sind. Der bekanntestc Vertreter dieser Sippe ist das Vlödauge, das in Vorderasien zu Hause ist. Die Blindwühlen endlich, ebenfalls zu den Kriechthieren gehörig, scheinen ihren Namen völlig zu rechtfertigen; Brehm berichtet von ihnen, die Augen fehlten entweder gänzlich oder wären von der Haut des Kopfes so bedeckt, daß sie zum Sehen durchaus unbrauchbar sind. Neuere Forscher haben jedoch festgestellt, daß auch diesen Thieren das Sehvermögen nicht fehlt, wenn es auch bei ihrer unterirdischen Lebensweise stark verkümmert erscheint. Es gibt aber auch wirklich blinde Thiere, die in ewiger Nacht leben; sie haben keine Augen und würden sie auch nicht brauchen können. Es sind die sogenannten Höhlenthiere. Die ThierWelt der Höhlen gliedert sich in drei Gruppen: nahe dem Eingang leben Formen, die man auch sonst an feuchten. kühlen Orten, in Kellern oder unter Steinen antrifft. In der zweiten, tiefern Region, die bisweilen noch e'n Dämmerlicht erhellt, finden wir Thiere, die bereits durch die Rückbildung ihrer Augen ihren Aufenthalt im Dunkem verrathen. Die dritte Gruppe endlich lebt im tiefen Innern der Höhlen; der völlige Mangel an Licht macht die Sehorgane überflüssig hier treffen wir die wirklich blinden Thiere. In der Mammuthhöhle Kentuckys fand man in den unteriirdischen Gewässern einen augenlosen Fisch, den sog. Gröttenfifch; der in etwa 40 Höhlen Krains, Jsiriens und Dalmatiens angetroffene Olm oder Proteus, zu den Schwanzlurchen gehörig, hat Punktgroße, völlig unter der Haut liegende Augen, die aber auf einer gewissen Stufe der Entwicklung stehen bleiben und sich sogar wieder rückbilden. Eine ganze Reihe anderer Troglobien, den Käfern, Spinnen, Asseln u. s. w. angehörig, entbehren ebenfalls durchaus der Fähigkeit, zu sehen, da sie eben ke'ie Augen haben. Als Ersatz haben sie ein wunderbares Sinneswerkzeug erhalten, welches die Gelehrten statisches Organ nennen. Auf dem letzten Berliner internationalen Zoologenkongreß berichtete P? fessor Abs,?!on-Prag über seine Beobachtungen darüber. In einer weitverzweigten Höhle Mährens machte er einen Weg von 17 Meilen; dort fand er eine merkwürdige Assel, die statt der Augen jenes Organ besaß; eine sehr große 'Anzahl von Höckern, die auf die gesammte Oberfläche des Körpers vertheilt sind, und mit deren Hilfe sich das Thier zurecht zu finden vermag es unterscheidet oben und unten, vorn und hinten, rechts und links. Ueberhaupt sind bei allen blinden Höhlenbewohnern die Tastorgane außerordentlich entwickelt. Die Tasthaare gerathen bei der geringsten Luftbewegung in Schwingung, wodurch den Thieren nicht nur das Vorhandensein aus d:r Entfernung nahender Gegenstände, sondern auch das plötzliche Auftauchen v 'N Licht fühlbar wird der Tastsinn, die ganze Oberhaut ist an die Stelle der fehlenden Augen getreten. ,
Vom Jnlande. N Die Wälderverwüstung nimmt auch im Süden überHand. Aus dortigen Häfen, ohne Einschluß von New Orleans und Galveston, sind im letzten Jahre 803,733,304 Fuß Bau finsj tvrfcmto nrtrSor iVfuji Vi? Ck'Affl
70 w.Mtv. UVl l Kl IV eyu. V mehr als im Jahre 1902. Rechnet man dazu noch die Sendungen, die von den Sägemühlen in Alabama, Mississippi und Louisiana nach dem Norden und Osten gehen, so kann man sich einen Begriff davon machen, wie die Waldungen jener Staaten ausgeraubt werden. Und auch da wird -nicht für den geeigneten Nachwuchs gesorgt. An B o r d b es T r a n s p o r tschiffts Kilpatrick", welches kürzlich aus Manila im New Yorker Hafen einlief, befand sich auch H. R. Richter, früher Gemeiner in Batterie C vom 6. Artillerie - Regt., der aber kürzlich als Oberstleutnant in der Insurgenten-
rmee diente. Richter kommt aus Baltimore, ist 26 Jahre alt und wurde nach seiner Gefangennahme wegen Desertirens auf 99 Jahre eingesperrt. Diese Strafe ist jedoch durch Für-., . spräche seiner Mutter auf 212 Jahre heruntergesetzt worden. Nächsten Dec6mber wird er sie voll abgesessen ha ben. Richter gab eine ganz andere Version von seiner Ueberläuferei als diejenige, welche bisher bekannt war. . Er sagte, niemals hätte er ein Offizierspatent von der Filipino - Regierung angenommen, würde man ihn nicht vor die Alternative' gestellt haben, dies zu thun oder sich zollweise in Stücke ' schneiden lassen. UntrdenKajüten-Pas-s a g i e r e n des dieser Tage in Baltimore eingetroffenen Dampfers Brandenburg" befand sich auch ein Russe, Namens David Tabakow der angeblich, wie es sich nach seiner Re gistration herausstellte, dem Schicksal, in Rußland nach Sibirien gesandt zu, werden, durch schleunige Flucht entging. Tabakow war angeblich in ein nihilistisches Complott verwickelt und? ' die Häscher des Zaren waren, wie eS ; heißt, bereits hinter ihm her, als er noch zur letzten Stunde Nachricht be-: kam und sich, all sein Hab und Gut im ' Stiche lassend, über die Grenze nach Holland rettete. Von Vlissingen aus fuhr er nach Liverpool, und als er' fand, daß er dort, wie es schien, von russischenSpitzeln verfolgt wurde, fuhr er nach Bremen zurück und schiffte sich dort auf dem Brandenburg" nach,,,.. Baltimore ein. Von dort aus fuhr er nack Cbicaao weiter.
Das OberbundesVericht hat die Klage von Ferdinand Holzendorf abgewiesen, nach welcher der Staatsminister Hay angehalten werden sollte, mit der größten Energie" einen Anspruch des Klägers gegen den deutschen Kaiser von Z500,000 geltend zu Machen. Holzendorf stützte sich darauf, daß er, der deutscher Herkunft, aber naturalisirter amerikanischerBürger ist, in Deutschland eme Zeitlang in einer Irrenanstalt festgehalten worden, was bei seiner Freilassung von einem deutschen Gericht für ungesetzlich erklärt worden sei. Richter - White, welcher die Entscheidung des Oberbundesgerichts abgab, erklärte: Dieser Gerichtshof sei zwar in Sachen zuständig, in denen es sich um eine Streitfumme von 500,000 handelt, vi. r l r. r?jc uuci uic vuuyciiti,uunuuc luuuc iu in diesem Falle unter keinen Umständen auf einen solchen Betrag belaufen und das Gericht könne 'sich deshalb nicht mit der Sache beschäftigen. Vierhundertmalden Ocean gekreuzt hat der Oberkoch H. Friedrich Zwanzig vom Dampfer Palatia", der 20 Jahre lang im Dienste der Adlerlinie und der Hamburg - Amerika Linie stand und kürzlich die 200. Rundreise über den Ocean zurückgelegt hat. Geboren am 16. August 1849 in Hettstadt, Prov. Sachsen, erlernte Herr Zwanzig die Conditorei und " Kochkunst, in welcher er später in mehreren größeren Städten Deutschlands als Conditor und Koch thätig war, " worauf .er' ein Anerbieten der Adlerlinie acceptirte. Er waltete seines Amtes auf den Dampfern Herder," Klopstock," Wieland", Lessing," Schiller", Allemania", Cimbria", Rhaetia", Suevia", Columbia", Hammonia", Auguste Victoria", Normannia", Phönicia", Graf Waldersee", Patricia" und schließlich auf der Palatia." Als die Cim- , bria" ihre unglückliche Reise antrat, nn insAor st. til tm.Viprf otirptt fnYTI W. VVV. tV 4tV rtvw.vvvt V..V, wurde Herr Zwanzig, der ihr Koch irr Cnfft !nr fHfkVr0r.tt rcmff.it
IVlAfc, t.t VWVV WV.V VVVV...4V.. feines Sohnes von dieser Fahrt beurlaubt. Ehe der Dampfer Schiller", -der bekanntlich ebenfalls unterging, inSee stach, wurde Herr Zwanzig in Folge Krankheit transferirt und entging dadurch auch hier dem sicheren Tode. .
