Indiana Tribüne, Volume 27, Number 242, Indianapolis, Marion County, 2 June 1904 — Page 3
Jndiana Tribüne, 2. Juni 1904U
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eine Anhänger auf 3 dcmokr. Conventionen cntscheidend geschlagen.
Strcik-Unrnhcn in Ohio. Schieds-G erichts-Confcrenz. Tornado-Wüthen. Fall Perdicaris. Unter Mordanklage. Kampf mit Raub- , gesellen. Von der Welt-Ausstellung.
Hearst-Anhänger geschlagen. Detroit,!. Juni. Die Anti-Hearst-Elemente der Michigan Demokratie unter Führung von D. I. Campau triumphirten auf der heutigen Staats Convention völlig über die Hearst-Anhänger. Eine nicht-instruirte Delegation wird nach St. Louis gesandt und sie ist angewiesen geschloffen zustimmen. I. Campau wurde als Mitglied des National-Comites wieder gewählt und unter den 4 Delegaten at large befindet sich nicht ein einziger AnHänger von iHearst. Atlanta, Ga., 1. Juni. Die demokratische Staats-Convention instruirte ihre DelegateN zur NationalConvention für die PräsidentschaftCandidatur Richter Parker's zu stimmen. Anadarko, Q. T., 1. Juni. Die heutige Convention war vom Bryan-Flügel beherrscht und die Dele gaten für St. Louis wurden instruirt, gemeinsam mit Jenen zu handeln, welche die Partei bei den beiden letzten Präsidenten-Wahlen unterstützt haben." Die Hearst Leute gaben bald die Hoffnung auf Instruktionen für ihren Candidaten auf und die Palmer-Anhänger wurden entscheidend geschlagen. Bestätigung der Kansas City P l a t f o r m. Omaha, Nebr., 1. Juni. Die demokratische Staats-Convention erwählte heute einstimmig W. I. Bryan an der Spitze der Delegation für die National-Versammlung in St. Louis. Die Platform bestätigt die Kansas City Platform von 1900; sie wurde von Bryan selbst als Vorsitzendem des Be-schluß-Comites verfaßt. Die VerHand lungen waren durch ihre Einmüthigkeit bemerken-werth. Bryan, Cochran und Andere sprachen. Wieder resultatlos. Spring fiel d, Jll., 1. Juni. Die repubikanische Staats-Convention nahm heute 5 weitere Abstimmungen vor, ohne daß ein Resultat bei den Gouverneurs - Candidaturen erzielt worden wäre. S t r e i k-U n r u h e n. I r o n t o n, O., 1. Juni. Die Verhaftung des Streikers Füller, unter dem Verdachte den Superintendenten N. Jeffries von der Hanging Rock Jron Co. geschossen zu haben, führte heute zu ernsten Unruhen. Die Streiker nahmen eine drohende Haltung an und auf Bitte des Sheriffs sandte der Gouverneur, das 3. Bataillon von hier ab. Nach Ankunft der Truppen wurde Hangig Rock unter Standrecht, gestellt. 2 Streiker sind inöaftirt. Schied sgerichts-Con-f e r e n z. Mohonk Lake, N. ?)., 1. Juni. Die 10. Jahres-Conferenz für internation. Schiedsgericht wurde heute mit nahezu 300 Anwesenden eröffnet. Nach den üblichen Willkomm-Anspra-chen hielt Richter Gray von Delaware, der den Vorsitz führt, eine Ansprache; andere Redner waren Dr. Hale, H. N. Leipziger u. A. Die Delegaten-Lifte zeigt 3 Mitglieder des Haager Tribunals, 10 Bundesund Staats-Richter, 15 College Prüftdenten, 45 namhafte Geschäftsleute und viele bekannte Geistliche. Abends hielt Richte? Penfield, der damalige Anwalt Amerika's, einen Vorirag über den Venezucla-Fall und das Haager Tribunal. . Lynchmnrd. A r l i n g t o n . Ga., 1. Juni. Der Neger Thompson erschoß gestern Abend den Weißen Dudley. Heute murde der Neger gefangen und gelyncht, die Leiche mit Kugeln durchbohrt. D e r j a p a n. P a v i l l o n. S t. Lo u i s, 1. Juni, Weitausstellungsplatz. , Der schöne japan. Pavillon wurde heute eingeweiht; Abends schloß sich an die Feier ein Diner, das Präs. Francis zu Ehren des japan. Gesandten Takahira und der japan: Commissare gab. .
Der gefangene Amerik a n e r. Washington, I.Juni. Die Sekretäre Hay und Moody conferirten heute mit dem Präsidenten über den Fall Perdicaris. Consul Gummere
wurde angewiesen, der marokk. Regierung zu eröffnen, die amerikanische Regierung bestehe darauf, daß der Bandit Raisouli für die Sicherheit des Gefangenen persönlich haftbar sei. Falls ihm irgend ein Leid geschieht, wird die Gefangennahme und Hinrichtung des Banditen verlangt. Damit die Botschaft sicher an's Ziel kommt, wurde sie auch an den Botschafter in London telegraphirt. Tanger, 1. Juni. Der amer. Kreuzer Olympia, Aömiral Jewel, und die Kreuzer Baltimore und Cleveland (europäisches Geschwader) trafen heute ein. Es heißt, dem Sultan sei 8 Tage Zeit gegeben, um die Gefangenen herbeizubringen; dann solle Tanger beschössen werden. Bestätigt ist dies jedoch nicht. Paris, 1. Juni. Die Bitte Amerikas an Frankreich zur Mitwirkung bei der Befreiung der beiden Gefangenen hat im auswärtigen Amt einen sehr günstigen Eindruck gemacht. Man sieht hierin die erste entschiedene Anerkennung von Frankreich's ausschlaggebendem Einflüsse in Marocco. Botschafter Porter conferirte heute mit Minister Delcasse über die Angelegenheit. ' Unter Mord-Verdacht. Portsmouth, O., 1. Juni. I. Herrel, 25, wurde heute unter der Beschuldigung verhaftet, seinen Oheim W. Herrel ermordet zu haben. Der Mord fand gestern statt. K a m p f m i t Räubern. D u b o i s, Pa., 1. Juni. Post' meister Lahey in Falls Creek wurde heute von einem Räuber voraussichtlich tödtlich verletzt; nachher wurde einer der Räuber von Pastor Chisholm, als er in dessen Wohnung eindringen wollte, geschossen und gefangen. Der andere Räuber nebst einem Gefährten entkam. ' Der Präsident. Washington, I.Juni. Präfident Roosevelt stattete heute der Congreß - Bibliothek seinen ersten Besuch ab. Später frühstückte er mit Frau Roosevelt bei Bibliothekar Putnam. Sekretäv Loeb, der heute nach dem Fellowstone-Park abreiste, wird durch Hilfs-Sekretär Barnes vertreten. In den Fluthen umgekommen. G r e e n v i l l e, Wyo., 1. Juni. Die Fluth im Green Flusse und seinen Zuflüssen hat wenigstens 2 Leben gekostet und viel Eigenthum zerstört. Nach einem aus dem Ueberschwemmungsgebiet eingetroffenen Boten wird sich die Todtenliste sogar noch erhöhen. Seltsamer SelbstmordGrund. Cleveland, 1. Juni. W. F. Curtis, ein Park-Polizift, hat sich heute erschossen. Er wurde kürzlich der Rad-ler-Abtheilung zugetheilt, konnte nicht Rad fahren und man nimmt an, daß ihn Furcht vor Entlassung zum Selbst-mo-d trieb. Regierungs-E Annahmen und Auslagen. Washington, 1. Juni. Die Gesammt-Einnahmen im Mai betrugen $41,688,059, Auslagen K96,418,472. Eingerechnet - find hierbei $49,000,000 für den Panama-Canal-kauf un ein Darlehen von $600,000 an die Louifiana-Ausstellungs-Gesell-schaft. Die Einnahmen zerfallen in: Zölle, $18,851,421, eine Abnahme gegen 1903 von $1,600,000; InlandSteuern, $18,657,132, ein Abnahme von $500,000; Vermischtes, $4,179,505, eine Abnahme von $302,000. Pensionen stiegen von $12,749,735 auf $13.944,848; die Einnahmen für die elf Monate des laufenden FiScaljahres überschritten die Auslagen um $3,526,973.
Maffen-Entlaffttng Von Angestellten der Pennsylvania Bahn westlich von Pittsburg.
Pittsburg, I. Juni. Die Pennsylvania Linien westlich schränken ihre Betriebsausgaben ein. - - Heute wurden 1,100 Leute von der Pan Handle Bahn entlassen und auch noch weitere Entlassungen stehen bevor. Die Gesellschaft wird zu dem Schritt durch den Rückgang in den Einnahmen genöthigt, den die späte Eröffnung der Schiffahrt auf den Seen verursacht. Neue Bahnlinie. M e m p h i s, Tenn., 1. Juni. Memphis und das große Mississippi Thal erhielten heute . eine neue direkte Bahn - Verbindung nach St. Louis, als die San Francisco Linie ihren ersten Passagierzug nach der Ausfiellungsstadt abließ. Die neue Linie ist die kürzeste. Neues Geld. Washington, 1. Juni. Die in der Münze im Mai geprägten Stücke betragen $44,551.565 wie folgt: Gold, $44.109.000; Silber $380.. 000; Scheide - Münzen, $62.565. Außerdem wurden 660.000 Pesos und 2.500.000 Centavos für die Philippinen geprägt. Tornado-Wüthen. Norton, Kas., 1. Juni. Die kleine Stadt Selben an der Rck Jsland-Bahn wurde durch einen Tornado verheert. Eine Kirche, 5 WohnHäuser und viel Farm-Eigenthum sind zerstört. In der Kirche befanden sich bei einer Leichenfeier 300 Leute. Ein dutzend Personen sind leicht verletzt. S i o u x City, Ja..' 1. Juni. Ein Tornado zerstörte heute in Takamak. Neb., das Operhaus. Ein Professor und verschiedene Hochschüler, bei daselbst übten, wurden unbedeutend verletzt. Kurze Depeschen. I.Juni. Inland. San Juan, P. R. Die Legislatur vertagte sich ohne die AnleiheGesetzgebung zu beendigen. Nett York. S. R. Callaway, der ehemalige Präsident der New York Central.Bahn, ist 54 Jahre alt ge. storben. New Port, R. I. Unterseeboot Fulton legte in Gegenwart einer Ma rine-Commission eine erfolgreiche Probefahrt ab. Washington. Der Contrakt für das neue Bundesaebäude in Richmond, Ind., wurde an W. I. Spears, Toledo, O., verliehen. C h a m b e r s b u r g, Pa. Bei einem Zusammenstoß von 2 Frachtzügen wurden ein Zugbeamter getödtet und 5 verletzt, einer tödtlich. Die Lokomotive und 14 Wagen find zertrümmert. F a i r p o n t, O. F. Sima, früher Mitglied des ungarischen Reichstags und im politischen Leben jenes Landes hervorragend, ist gestorben. Seit 1900 war er in Amerika als Journalist thätig. Ausland. Berlin. Henrik ' Sinkiwicz, der polnische Novellist, geht nach der Mandschurei, um literarischen Stoff zu sammeln. , - Lissabon. Schlachtschiff Keasarge, Admiral Barker, und die Schlachtschiffe Alabama und Maine sind angekommen. Schiffsnachrichten. Angekommen: Queenstown: Saxonia" von Boston. Cherbourg: Patricia" von New Vork. Hong Kong: Ching Wo" von Portland, Ore. Liverpool: Majestic" von New York via Queenstown. Queenstown: Marion" von Phila- ' delphia nach Liverpool. Abgefahren. New York: Oceania" nach Liverpool. Antwerpen: Switzerland" nach Philadelphia. Queenstown: .Carpathia" nach LiverPool. Southampton: Kaiser Wilhelm II." nach New York. London: Nicaria" nach Hamburg. Liverpool: Cedric" nach New York via Queenstown; Noordland" nach Philadelphia via Queenstown. ' :
Essnl.Iksscn-Icsson. Der Kommandeur desWladiwostok-Geschwa drS von deutscher 'U0 stammung. Der kühne Führer des russischen Wladiwostok-Geschwaders, der in den Meldungen tiom ostasiatischen Kriegsschauplatz bald Kontre-Admiral Essen, bald'Jessen oder auch Yeszen genannt wurde, heißt nach der Kölnischen Zei-
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Kontrk'Admiral v. Jesson. tung" in Wahrheit Nikolai Ottonowitsch v. Jesson und ist als Enkel eines holsteinischen Pfarrers deutscher Abstammung. Sein Oheim, Kommerzienrath Ludwig Ottens, wohnt in Kiel. Der Vater des Admirals ging injungen Jahren als Thierarzt nach Petersbürg,, wo der damalige dänische Gesandte Graf Vlohme sich seiner annahm. In Südrußland bekämpfte er die Rinderpest mit solchem Erfolge, daß der Zar ihm den erblichen Adel verlieh, ihn zum Maatsrath ernannte und ihm eine Professur an der Universität Dorpat verlieh. Dort wurde der Admiral geboren. Der Vater starb in Dorpat als Universitäts-Kurator. Die verschiedenartige Schreibweise des Namens des Admirals mit ihren daraus hervorgegangenen Irrthümern ist hauptsächlich auf den Umstand zurückzuführen, daß Kontre-Admiral v. Jesson vielfach mit Kapitän v. Essen, dem Befehlshaber des Kreuzers Nowik" und Flaggenkapitän des Port Ar-thur-Geschwaders, verwechselt wurde. Diese Verwechslung war um so leichter möglich, als im Russischen das E als Anfangsbuchstabe wie Je" gesprochen wird. König Pctcrs Salbung. Optimistische Ausblicke auf die Entwicklung deS unglücklichen Landes. In der alten Krönungskirche der serbischen Könige zu Kraljevo, in welcher auch der ermordete König Alexander gesalbt, aber nicht gekrönt wurde, wird Mitte Juni die feierliche Salbung des ;rn r König Peter von Serbien. Königs Peter von Serbien unter entsprechenden Festlichkeiten stattfinden. Eine Art Präludium "dazu bildete die auf die persönliche Intervention des Monarchen hin' bereits erfolgte Rückkehr der ausländischen Diplomaten, unter denen auch der Ver. StaatenGesandte Jackson seine BeglaubigungsPapiere überreichte, nach Belgrad, nachdem Peter ' die durch den Königsmord kompromittirten Offiziere aus seiner Umgebung entfernt hatte. Ebenso wird die auf ein besseres Einverständniß mit Bulgarien hinzielende kürzliche Begegnung des Königs mit Fürst Ferdinand in Nisch als eine verheißungsvolle Einleitung der Salbungsfestlichkeiten angesehen. Ob damit auch gleichzeitig eine neue Epoche für das schwer geprüfte Land anbrechen wird, muß die Zeit lehrend Dem im Alter von 68 Jahre:', stehenden König scheint es an gutem Willen nicht zu fehlen und er ist ein kluger, besonnener, staatsmännischer Kopf, dabei ein tapferer Soldat. Im deutschfranzösischen Krieg focht er in der französischen Armee, und fünf Jahre später befehligte er während des bosNischen Aufstands eine FreiwilligenAbtheilung. Er hatte damals ungefähr 150 Mann bei sich, Leute aller .Nationen. Es war strenger Winter, die Soldaten lagen auf Stroh gebettet und die Menage war für alle gleich, doch Peter, von dem kaum einer seiner Freiwilligen wußte, - daß er Thronprätendönt sei, theilte alle Strapazen. ' Das verschaffte ihm einen Namen unter den Insurgenten; und als er in zwei Ge fechten gegen die türkische Uebermacht gesiegt hatte, war sein Ruf, begründet.
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Soziale Hygien?. Deutschlands Arbeitcrvcrsicherung als Ausstellungsobjekt.
PariS und St. Louis Riesige Summen e genseitigkeitsvrinzip und Verwaltung, rankenkaffe, Unfall' und JnvaliditätS Versicherung Borbeugend Maßnahmen. Zu . den interessantesten und belehrendsten Objekten der St. Louiser Weltausstellung zählt unstreitig das Gesammtbild, das Deutschland von dem Wesen und Wirken seiner ArbeiterVersicherung bietet. Schon auf der Pariser Weltausstellung des Jahres 1900 erregte ein Obelisk, der die Leistungen dieser umfassendsten Versicherungen der Welt während der Jahre 1885 bis 1899 veranschaulichen sollte, Aufsehen, denn er repräfentirte die Summe von 2,500.000,000 Mark. In den inzwisehen verflossenen, vier Jahren ist die Summe, die der deutschen Arbeiterschaft durch die Versicherung zugeflossen ist. von 2,500,000,000 auf 4,000,000,000 Mark gestiegen. Die Versicherung umfaßt Invalidität, Krankheit und Unfall, und die Zahl der Versicherten hat die Höhe von 20.000,000 erreicht. Die Versicherung beruht auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit, soweit die Versicherten in Betracht kommen, und wenigstens beschränkter Selbstverwaltung; sie umfaßt, ohne Unterschied d?r Nationalität, alle Personen, die in Deutschland ihre Arbeitskraft gegen Lohn verwerthen. Von den drei Zwevgen der Arbeiterversicherung sind nach den letzten statistischen Ermittelungen bis Ende 1902 mehr als 4,018.000,000 Mark den Versicherten zugekommen. Von dieser Riefensumme haben die Arbeitgeber 1,886,000,000 Mark, also 46.9 Prozent, die Versicherten 1.838,000,000 Mark, also 45.8 Prozent, aufgebracht und der Staat einen Zuschuß von 294,000,000 Mark, gleich 7.3 Prozent geleistet. Was zunächst die Krankenkassen anlangt, so gewähren diese , in Erkrankungsfällen freie ärztliche Behandlung, Arzneien, Heilmittel aller Art, Krankenhauspflege, Rekonvaleszentenpflege, Badekuren, Landaufenthalt, Erholung im Wald, Milchkuren, Stärkungsmittel. Da, im Gegensatze zur Armenpflege, dem Versicherten ein Rechtsanspruch auf alle diese Leistungen zusteht, so braucht er sich in Erkrankungsfällen nicht mehr zu besinnen, ob er auch die Mittel hat, den Arzt und die Arznei zu bezahlen. Die Heilbehandlung stritt jetzt bei Erkrankungsfällen dieser Volksschichten möglichst früh ein, die Krankheiten werden nicht meh: verschleppt,' und wenn daher inDeutschland die Sterblichkeit stetig abnimmt, so ist dies auch zum erheblichen Theil auf das Konto der Krankenversicheruna zu setzen. Die Krankenkassen kümmern sich im eigenen Interesse um die Lebensverhältnisse der Mitglieder, um ihre Wohnung, um ihre Ernährung. Eine Anzahl Krankenkassen, in Belin, in Straßburg i. E., veranstalteten Wohnungsenqueten. Berliner Krankenkassen schließen mit Milchpächtern Verträge ab, um ihren Mitgliedern gute und preiswerthe Milch zu verschaffen. Die Träger der Unfallversicherung, die Verufsgenossenschaften, haben von dem ihnen zustehenden Rechte, die He,'behandlung schon vor Ablauf der 13. Woche zu übernehmen, immer ausgedehnteren Gebrauch gemacht, was zur Folge, hat, daß die Heilung rascher und gründlicher erfolgt, daß in vielen Fällen die dauernde Verkrüppelung vermieden und die Arbeitsfähigkeit erhalten bleibt. Die hervorragendste Thätigkeit auf dem Gebiete der sozialen Hygiene entfalten die Träger - der Jnvalidenversicherung. Diejenige Krankheit, welche am häufigsten zur Invalidität führt, ist die Tuberkulose, und am Kampfe gegen dieselbe haben, sich die Versickerungsanstalten in ganz hervorragender Weise betheiligt. Wenn z. B. die Tubertulose in Preußen derart abgenommen hat, daß, während im -Jahre 18"6 31 auf 1000 Lebende starben, im Jahre 1901 aber blos 19, so darf man der Thätigkeit der Versicherungsanstalten einen guten Theil dieses Erfolges zu- ' f (fn-eifieTt Ze verwenden einen bträchtlichen Theil ihrer Kapitalien zur Errichtung sozialhygienischer Werk?, sei es, daß sie selbst diese errichten oder Archivs llntprneknkiinnen finanziell un terstützen. Selbsterrichtet hatten die Jnvaliditätsanstalten bis zum Jahe 1901 Krankenhäuser, Heilanstalten, Lungenheilanstalten, Erholungs- und Genesungshäuscr, Jnvalidenhauser im Werthe von 24,000,000 Mark. Mit 127M0.000 Mark hatten sie die Errichtung von Volksheilstätten, Volksbädern, Blindenheimen, ' ; Wasserlei-tungs-und Kanalisationsanlagen unterstützt. Für die Zwecke des ArbeiterWohnungswesens hatten die Jnvaliditätsanstalten bis zum Jahre 1001 103.000,000 Mark zur Verfüguz gestellt. Schadenfeu e r gab es in Lonvon im letzten Jahre im Ganzen 3400. Diese Feuer haben 369 Menschenleben gefährdet, aber nur 86 wirklich zerstört, gegen 116 im Vorjahre und 97 1901. Die Zahl der ernsten" Feuer ist zurückgegangen von 99 1901 auf 76 1902 und 61 1903. Die häufigsten Todes Ursachen waren Kleider in Berührung mit offenem Feuer" (13). Kinder mit Feuer oder Zündhölzern spielend" (19). Petroleumlampen (6).
