Indiana Tribüne, Volume 27, Number 241, Indianapolis, Marion County, 1 June 1904 — Page 7
fJ T , " . M J V V
-l&ija&.4aM
yrühttttg
; Von Walther SchotteliuS. Vom Sturme laß ich mir daZ.Haar Auf meinem Berg zerwühlen. Er überbraust mich wie ein Meer Bon wogenden Gefühlen, Mein Herze fprengt mit hellem Klang Die winterlichen Bande: Der Frühling hat sich aufgemacht Und ziehet durch die Lande!. Ob all der warmen Himmelsluft Berauschendem Verschwenden, , Reiß ich mir weit den Mantel auf Mit frohgemuthen Händen, Die Arme breit 'ich sehnend aus Nach sonnbeglänzten Höhen: O füher Frühling! Habe Dank Für solch ein Wiedersehen! Mie man seinen Gatten ans Haus ftsselt. Won Rosa Neisch., Autorisierte Uebersetzung von Anna Wille. Nun. was gibt's?" Die Feder in der Hand,, sah Jim Purcells Gattin ungeduldig zu ihm auf. Warum fragst Du Was gibt's?" in diesem unfreundlichen Tone, Nell? Ich denke doch, ich kann die Beantwortung einer einfachen Frage zu jeder Zeit von Dir erwarten." Sie zuckte die Achseln, und eine tiefe Falte zeigte sich auf ihrer schönen Stirn. Es ist nun ungefähr d zwanzigste einfache Frage, die Du seit dem Diner an mich richtest," erwiderte sie sarkastisch. Sie warf plötzlich heftig die Feder hin, Nein, es ist unmöglich, zu schreiben, ganz unmöglich!" Bei Gott, ich wünschte, Du möchtest das greuliche Schriftstellern überHaupt lassen," gab der Gatte ärgerlich zur Antwort. Unser Leben wird völlig unerträglich, seit Du Dich damit befassest. Es ist außerdem ganz unnütz, daß Du es thust. Wir haben reichlich zu leben ohne diese Einnahme; ich gebe Dir doch auch für Deine Garderobe stets so viel Geld, wie Du willst. Aber trotzdem bist Du immer beim Schreiben, immer beschäftigt", wenn ich Dich brauche. Ich wiederhole Dir noch einmal. Deine Schriftstellerei ist ganz unnöthig." Gestatte gütigst, daß ich selber entscheide, was für mich nöthig oder nicht nöthig ist," erwiderte die Gattin eisig. Ich kann doch wohl meinen Neigungen nachhängen, wenn sie mir Freude, machen. Du hast ja auch die Jagd, den Club, das Golfspiel und " Ja und wahrhaftig, von nun ab werde ich das Alles in vollen Zügen genießen," rief Jim Purcell wüthend. Es wäre doch auch verteufelt dumm von mir, wenn ich bei einer Frau zu Hause bliebe, die nichts thut als schreiben! und schmollen." Während er nun erregt im Zimmer auf und ab schritt, nahm seine Gattin eine Zeitung in die Hand, sich anscheinend ganz in deren Inhalt vertiefend. Da er sah, daß sie keine Notiz von ihm nahm, verließ er ärgerlich das Zimmer und, nachdem er die Treppe hinuntergepoltert, warf er auch noch die Hausthür krachend hinter sich zu. Als Nell Purcell allein war, legte sie die Zeitung beiseite. Ihre vorher so gleichgiltige Miene drückte nun tiefste Besorgniß aus. Ich weiß gar nicht, wieso es kommt, daß Jim und ich uns jetzt immer streiten," fragte sie sich tief unglücklich. Wir sind erst ein Jahr verheirathet, und doch vergeht feit Kurzem fast kein Tag, ohne daß wir in Wortwechsel miteinander gerathen. Ich bin überzeugt, daß die Schuld nicht an mir ligt. Er ist nur so schrecklich selbstsüchtig und ungeduldig und so verdrießlich und hat eine so unvernünftige Abneigung gegen meine Schriftstellerei!" Ein Brief, den ihr das Dienstmädchen brachte, entriß sie ihren Betrachtungen. Er war von der Redacteurin einer wöchentlich erscheinenden Frauenzeitung und enthielt Folgendes: Sehr geehrte gnädige Frau! Ich habe Ihre Arbeit Die Frau im Hause" gelesen und theile Ihnen mit, daß diese mir außerordentlich gefallen hat. Ich würde ' mich sehr freuen, wenn Sie uns einen Artikel schrieben über das Thema: Wie man seinen Gatten an's Haus fesselt." Unsere Bedingungen sind: Shillings per 1000 Worte. Hochachtungsvoll Die Redaction der ... . Zeitung. Alle trüben Gedanken Nells waren im Nu verflogen. , Es ist doch, viel hübscher, Aufträge zu erhalten, als darum zu bitten," dachte sie entzückt. Natürlich muß ich den Auftrag ausführen." Sie fah noch einmal den Titel an. , Seltsam, daß ich gerade über ein derartigesThema schreiben soll," dachte sie dann bitter, wenn ich in Erwägung ziehe, daß mein Mann jetzt fast nie zu Hause ist, und wenn, dann in unliebens würdigster Stimmung. Nun, ich muß eben meine Phantasie walten lassen und , von dem Grundgedanken ausgehen, daß der Mann liebenswürdig ist und sich gern in seiner Häuslichkeit aufhält. Und übrigens wünschte ich, Jim wäre heute Abend nicht ausgeaangen, und noch dazu in dieser schlechten Stimmung. Ich fühle mich unglücklich ohne ihn, tief unglücklich!" j Und ihren Auftrag und den Triumph j darüber vollständig vergessend, legte sie ibren hübschen Kops aus den Schreib-
tisch und brach in bitterliches Weinen
aus. Nell nahm bei Lorna Barrow, ihrer intimsten Freundin, den Thee ein. Du siehst abgespannt aus, meine liebe Nell. Was ist die Ursache, die Ehe, die Arbeit, oder gar beides?" Nell lachte. - O, ich bin nur wegen eines Artikels besorgt den ich schreiben soll. Ich dachte, das Thema wäre so leicht, aber ich kann es , nicht ausführen, ich kann einfach nicht, Lorna." Worüber sollst ,Du denn schreiben?" Wie man seinen Gatten an's Haus fesselt." Mrs. Barrow blickte sie voll Jnteresse an. Ich möchte den Auftrag so gern ausführen," fuhr Nell fort. Aber es fällt mir gar nichts ein. Das mag wohl daher kommen, weil ich nicht aus eigenem Antriebe, sondern wie auf Befehl schreiben soll. Verstehst Du, was ich meine?" Die Freundin nickt. , Natürlich verstehe ich, was Du meinst. Aber ich sollte denken, es sollte sehr leicht sein, darüber zu schreiben. Es ist ein höchst anregender Titel." Das findest Du? Mir scheint das Sujet sehr unvernünftig: Wie man seinen Gatten an's Haus fesselt!" Nun, ich verstehe es nicht, das ist gewiß," fügte sie mit einer kleinen Grimasse hinzu. Mein Mann ist fast immer auswärts." Die Freundin lächelte. Mein liebes Kind, willst Du mir, einer erfahrenen Frau, die so viele Jahre älter ist als du" Lorna Barrow zählte genau drei und ein halbes Jahr mehr als Nell Purcell gestatten. Dir zu sagen, daß, wenn er dies thut, es einzig und allein Deine Schuld ist?" Meine Schuld?" Nells Ton drückte aufrichtiges Erstaunen aus. Doch," fuhr Lora zwar lächelnd, qber mit einer gewissen Schüchternheit fort, thut es nach meiner Erfahrung nie gut, jung verheiratheten Frauen Lehren zu ertheilen." Nell erröthete und erwiderte dann ein wenig spöttisch: Du bist ja selbst noch eine jung verheirathete Frau, Lorna. Aber meinetwegen magst Du mir so viele Lehren ertheilen, wie Du willst, es ist mir einerlei! Mir liegt nur eins am Herzen: wieder glücklich zu werden. Du kannst Dir gar nicht denken, wie sehr Jim und ich seit Kurzem auseinander gekommen sind. Er ist jetzt immer übler Laune, immer mürrisch und " Wie?" unterbrach sie Mrs. Barrow. Ich dachte immer. Dein Gatte besäße ein so heiteres Temperament!" Ja, früher war er auch immer vergnügt. Aber seit einiger Zeit ist er schrecklich geworden, einfach schrecklich. Und er hat eine ausgesprochene Abneigung gegen meine Schriftstellerei. - Er wird deshalb ganz unangenehm, wir haben nichts als Wortwechsel miteinander. Abend für Abend." Armes Herz!" sagte Lorna theilnehmend. Aber wie kommt das nur? Du schreibst doch nicht am Abend?" Aber warum denn nicht?" Oh, das scheint mir unrichtig. Es kann wirklich nicht sehr amüsant für Deinen Gatten fein, ganz still zu sitzen und Deinem Kratzen auf dem Papier zu lauschen." Nell sah verdutzt drein. Dieser Gedanke war ihr noch nie gekommen. Mrs. Barrow lachte auf und sagte dann munter: Lassen wir Jim jetzt ganz beiseite und. befassen wir uns lieber mit Deinem Artikel. Die augenblicklich zwischen Dir und Jim herrschende Mißstimmung wird sich schon wieder legen. Du bist ja ein so reizendes, liebenswürdiges Geschöpfchen. Da wird er auf die Dauer nicht widerstehen können. ittuir wollen wir aber nachdenken, welchen Rath wir den unliebenswllrdigen Frauen ertheilen könnten, die nicht verstehen, ihre Gatten an's Haus zu fesseln." Unliebenswürdige Frauen?" rief Nell indignirt. Vermuthlich wolltest Du unliebenswürdige Männer sagen!" Nein, das wollte ich nicht," sagte Mrs. Barrow bestimmt. Alles hängt von der Frau ab. Erkläre das in Deinem Artikel nur recht deutlich! Ja, thue das wirklich," wiederholte sie noch einmal, als Nell eine ungeduldige Geste machte. Du kannst Dir gar nicht vorstellen, wie viel' selbstsüchtige Frauen Du dadurch zum Nachdenken und zur Einsicht bringen wirst. Du könntest viel Gutes damit thun, Nell, denn die Frauen wollen alle gern glücklich sein. Und das eheliche Glück hängt beinahe allein von ihnen ab." . Wie?" fragte Nell. Welch' eine weittragende Behauptung!" Sie ist aber wahr! Wenn eine Frau ihren Mann an's Haus fesseln will, wird ihr dies nur gelingen, wenn sie ihn ganz nach seinem Belieben ausgehen läßt. Dies scheint ein Widerspruch; aber Du kannst diesen StandPunkt ruhig in Deinem Artikel vertreten. Kein Mann wird viel zu Hause bleiben, wenn die Frau ihn jedesmal. wenn er ausgeht, durch Vorwurfe oder adel quält. Der Durchschnittsmann ist ein viel zu eigensinniges Geschöpf, als daß er sich zwingen ließe." Fahre fort," bat Nell erregt. Da sind," sprach Lorna weiter, indem sie ihre Lippen spitzte und weise
mit dem Köpfchen nickte, noch' jdnt Menge Tugenden, die eine Frau üben muß, wenn sie ihren Gatten an's Haus fesseln will. Hier bewahrheitet sich wieder einmal die alte Fabel von der Sonne und dem Wind, die mit einander in Streit geriethen, wer von ihnen beiden im Stande wäre, dem Reisenden den Mantel abzuwerfen. Der Sonnenschine siegte und dieGewalt unterlag. Auch häuslicher Sonnenschein vermag so viel!" fügte sie sinnend hinzu. Natürlich spiele ich nicht auf Deinen speciellen Fall an, ich spreche nur im Allgemeinen. Denn ich bin überzeugt, daß Du es mit Sanftmuth und Liebenswürdigkeit versucht haben wirst." Nell erröthete schuldbewußt, während Mrs. Barrow, die ihre Verlegenheit nicht zu bemerken schien, fortfuhr: 'Die alltägliche Frau denkt, daß ihr Gatte immer zu Hause bleiben und fortfahren werde, sie anzubeten, auch wenn sie selbst schon lange von ihrem Piedestal herabgestiegcn ist, oder mit anderen Worten, wenn sie ihre Bemühungen um sein Wohlgefallen eingestellt hat. Aber sie irrt sich darin."' Es werden also eine Unmeng? von Dingen von den Frauen verlangt, um den Gatten an's Haus zu, fesseln," bemerkte Nell lachend. So ist es auch," entgegnete Mrs. Barrow. Nun, welche Dinge sind es?" Da, ist zuerst die äußere Erscheinung: die Frau muß nett und zierliche ordentlich und sauber gekleidet sein und besonders beim Frühstück entschuldige die Beiwörter, Du kannst sie ja verändern." Nell nickte. Und dann das Essen!" fuhr Lorna Barrow fort. Die Frau muß achtgeben, daß die Mahlzeit gut und nach seinem Geschmack gekocht wird das ist viel wichtiger, als die Meisten ahnen. Die armen Frauen sollten verstehen, selbst gut zu kochen, und die reichen, gute Köchinnen zu engagiren. Ferner die Laune: die Frau, die sanftmüthig und heiter ist, scheint mir ein! vollkommener Schatz. Ich glaube sogar, daß gute Laune die Hauptsache ist. Stelle Dir nur vor, wie angenehm es den Mann berühren muß, wenn er, von seiner Arbeit heimkommend, von einer sanftmüthigen, heiteren Frau empfangen wird, die ihm weder . Vorwürfe macht, noch schmollt oder die Stirn runzelt." Aber die Frauen können doch nicht Engel sein!" erwiderte Nell ziemlich verdrießlich. Nein, mein gutes Kind, das können sie nicht; aber sie können sich bemühen, es zu werden," gab Lorna Barrow zurück. Und wenn Du alle diese Dinge so recht nachdrücklich betonst, und die Frauen erfüllen nur die Hälfte der Regeln, die Du aufstellst, so werden sie glücklich sein." Nell erhob sich und stieß ungeduldig den Stuhl beiseite. Es ist abgeschmackt, so zu sprechen, Lorna. Warum sollten denn die Frauen Alles thun? Warum sollen wir unsere Männer studiren, ihre leisesten Wünsche zu errathen suchen und selbstlos, anziehend und selbst aufopfernd sein? Warum sollen die Männer nicht auch unsereWünsche zu errathen suchen, uns ein wenig mehr studiren und " Nun, ich wußte nicht, daß Du einen Artikel über as Thema: Wie man eine Gattin an's Haus fesselt" schreiben wolltest," entgegnete Lorna Barrow mit mildem Sarkasmus, sonst hätte ich Dir andere Rathschläge ertheilt." Nell starrte sie einen Augenblick verdutzt an, dann brach sie in ein herzliches Lachen aus und sagte:' Entschuldige, ich sehe' mein Unrecht ein. Fahre nur fort was noch weiter?" Wo waren wir doch schon? Laß mich einen Moment nachdenken! Also, um den Gatten an's Haus zu fesseln, muß die Frau sich so anziehend wie möglich kleiden, muß dafür forgen,daß das Essen stets gut und lockend ist, und muß selbstlos, sanftmüthig und heiter sein. Es ist dies der einzige Weg dazu. Du magst es mir glauben oder nicht. Schreibe dies nieder, wiederhol es, lege so recht den Nachdruck darauf, und Dein Artikel wird Dir nicht nur Geld einbringen, sondern auch selbstsüchtigen Frauen zur Einsicht verhelfen. Schließlich," fügte sie sinnend hinzu, ist es ja auch nur eine Form von Egoismus, wenn man den Mann, den man liebt, gut behandelt und die eigenen Wünsche unterdrückt, um die seinigen zu erfüllen; es ist eine Saat, die reiche Ernte bringt. Nun, habe ich Dir einige brauchbare Winke ertheilt?" Nell zog die Handschuhe an und sagte mit etwas spöttischem Lächeln: Danke, eine Menge; ich will nur hoffen, daß ich sie nicht vergesse, Lorna." 5 Eine Woche später überbrachte Nell
Purcell persönlich ihre Arbeit der Redacteurin der Frauenzeitung. Diese überflog sie und sagte dann lächelnd! " ..Meine verehrte Mrs. Vurcell. ick' bin entzückt. Ihr Artikel ist so einfach und wahr, und " hier brach sie plötzuch kurz ab. S:e müssen selbst febr glücklich verheirathet sein, sonst hätten &it nicht so ichreiben können. Nells Antlitz uberfloa Flammenröthe. Qn xa. das bin ich auch." entaeanete sie hastig. Aber als sie dann die
Treppe des BureauZ hinunterging, trug ihr Gesicht einen sehr ernsten, nachdenklichen Ausdruck. Welch' eine Thörin bin ich doch," sagte sie sich. Anderen Frauen ertheile ich gute Lehren und ich selber beachte sie nicht. Ob Lorna wohl recht
hat, daß die, zwischen meinem Gatten uno mix herrschenden Zwistigkeiten wirklich meine Schuld sind? Ich bin zwar überzeugt, daß ich 5ttm aeaenüber nicht egoistisch gewesen bin, und doch nun kann ich ja einmal mit dem in meinem Artikel aufgestellten Recept einen Versuch machen, aber ich fürchte, es wird ein trauriger Mißerfolg werden." Als Jim Purcell an diesem Abend mit seiner Gattin nach dem Diner die Treppe zum Wohnzimmer hinaufstieg, befand er sich in einer sehr guten Stimmung. Das Mittagsmahl war vorzüglich und Nell ungewöhnlich heiter gewesen. Sie hatte ihr früheres Interesse an seinem Berufe gezeigt und sogar die Liebenswürdigkeit gehabt, einige Sarkasmen, die er über ihr Geschlecht machte, zu ignoriren. In Jim, der sich schon daran gewöhnt hatte, jeden Abend seinen Club zu besuchen, stieg ein Bedauern auf, daß er auch heute würde dahin gehen müssen aber nur für einen Moment. Es ist doch zu uninteressant, mben ihr still zu sitzen während sis sich in jene greulichen Papiere vergräbt," dachte er. Aber wenigstens will ich noch ei nige Minuten bleiben." Als sie in dem Salon anlangten, war er sehr überrascht. Nells Schreibtisch, dieser kleine Tisch, den ihr gekauft zu haben er schon so oft bedauert hatte, war geschlossen. Aber dafür stand sein eigener Äiblingsstuhl an den Kamin gerückt und daneben ein kleiner Tisch mit der Abendzeitung und einer Lampe. Er drückte sein Erstaunen über diese gemüthliche Veränderung aus. Wie, Nell, bist Du heute Abend nicht beschäftigt?" ErrLthend und etwas verlegen entgegnete sie: Nein, Jim. Ich habe mich entschlössen, von nun ab nur noch in den Morgenstunden zu arbeiten, und ich hoffte, daß Du vielleicht heute Abend eine Weile bei mir bleiben und mit mir plaudern würdest." Jim Purcell gehörte nicht zu den Männern, die unnütze Vorwürfe machen. Mein lieber Schatz," erwiderte er herzlich, ich werde dies gern thun. Ich fürchte, ich bin in letzter Zeit etwas egoistisch gewesen und habe Dich zu viel allein gelassen," fügte er hinzu, " i " Bitte, bitte, fage es nicht," flehte sie. Obgleich ich es verdiene Du weißt schon, was ich meine, Jim." Der Gatte warf einen zufriedenen Blick über das trauliche Zimmer, dann beugte er sich herab und küßte feine Frau. Das verdienst Du," sagte er ihr. Nells Gesicht strahlte, und ein Aufathmen unaussprechlicher Befriedigung entrang sich ihrer Brust. Du wirst also heute Abend' gar nicht in den Club gehen, Jim?" Möge der Teufel den Club holen," gab er heiter zur Antwort. Latz uns mal fehen, was die Zeitung bringt." Er faltete diese auseinander und ließ sich mit größter Behaglichkeit in den Lehnstuhl fallen. Höre nur zu, Nell." Die Gattin schritt zu ihm hin, kniete an seiner Seite nieder und nahm ihm die Zeitung aus der Hand. Warte eine Minute, Jim." Was gibt's denn, Frauchen?" Ich bin eine Thörin gewesen, Jim, eine vollendete Thörin." Er lachte munter. Nun, wir sind beide eine Zeit lang nicht sehr weise gewesen, meine liebe Nell." Aber ich bin viel schlechter als Du gewesen, weil ich bitte, lache mich nicht aus, Jim lege Deine Arme um mich und versprich mir, daß Du mich nicht auslachen wirst." Sie zog seinen Kopf zu sich herab. Ich habe einen Artikel geschrieben über das Thema: Wie man seinen Gatten an's Haus fesselt"," sagte sie sehr leise, und habe während dieser ganzen Zeit meinen ei-' genen Mann aus dem Hause getrieb??. Aber, Schatz," hier wurde ihre Stimme noch leiser und ihr Antlitz schmiegte sich an seine Brust, ich ich werde es versuchen, ihn wieder an's Haus zu fesseln." - Bescheiden. 'Meine Nickte hat zwar keine besonderen Reize, aber ein selbstständiges Vermögen von 60,000 Mark. Das könnte mich schon allem rnzen! Abgelenkt. Also, meine Nichte wollen Sie heirathen, können Sie sie denn auch ernähren?" Aber liebe Frau Jeschke, wer wird denn immer gleich an's Essen diken!" DerOvdositionsaeist. Junge Frau: Du bist aus Prinzip ein Nörgler, der eben immer, wenn ich rocye, was auszuenen yar. In oem Kochbuch steht hier: Es ist dies ein vorzügliches Gericht." Voritoung. Asrsvaoe? (Abends bei Tisch zum Lehrling): Na. Deinen Käs hast Du ia sebr hübsch abgeschabt... ich glaub', daß 2ju tn nächster Zeit ansangen lernn)! mn 'm Rainen."
Japanische CroSMicchtc.
besondere Diener für den Kleinvienft im fftett deS Mikado. Entgegen früheren Gewohnheiten ist die Zahl der Troßknechte von den Japanern während des gegenwärtigen Feldzuges sehr eingeschränkt worden. Das ist sehr bemerkenswerth, denn der Japaner ist es gewöhnt, sich von Dienern, Kosukai wie sie heißen, bedienen zu lassen. Betritt man ein öffentliches Gebäude, eine militärische Anstalt, ia sogar eine Kaserne, so sieht man eine Menge dieser Kosukai im Alter von 10 bis 60 Jahren geschäftig umherwan deln oder, was noch hauhaer ist. tha tenlos im Dienstzimmer herumlungern. Denn die Zahl der Leute entspricht nicht dem Maße ihrer Arbeit. Bei uns wurde einer genügen, wo dort fünf sind Alle die täglichen Geschäfte, welche bei uns von Soldaten besorgt werden, fal len, ihnen zur Last. Sie bringen in den militärischen Schulen z. B. die Befehle hrtum, sie rufen die Offiziere, Lehrer oder Schüler zuni Direktor, sie besorgen die Post, sie weisen die Frem den zurecht, kurz, zu allem werden sie gebraucht. Den Stalldienern, Betto genannt, liegt die Reinigung des Stalles und der Pferde, das Vorführen derselben wie das Satteln, das Füttern, mit anderen Worten der Kleindienst ob, zu dem man bei uns Gemeine brauchen würde. Der Kavallerieoffizier hat keinen Burschen für fern Pferd, er hat einen Betto. Ebenso natürlich jeder andere berittene Offizier. Diese Pferdeknechte gehören übrigens zur Hefe des Volkes. Sie bilden eine große Gilde, die fremde Elemente nicht zuläßt und , den privaten Pferdebesitzern oft terroristisch entgegentritt. Wollen Sie einen Betto haben," so schreibt ein Berichterstatter, so glauben Sie zu wählen. In Wirklichkeit aber sind Sie gewählt worden. Nicht Ihr Wille, der Wille des Oberbetto entscheidet und verstehen Sie sich nicht mit diesem allen Fremden unbekannten Herrn zu stellen. so kann es vorkommen, daß Ihr Pferd im Stalle verhungert, weil sich für noch so viel Geld Niemand findet, der es füttert." Den Voykott kannte man im Osten schon längst, bevor wir das Wort bildeten, und Strikebrecher sind selten. Ein Soldatcnbricf. Der folgende Brief eines russischen Soldaten an seinen Vater wurde einem Berliner Blatte aus Moskau übermittelt. Das Schreiben ist aus Port Arthur datirt und lautet: Das ist ein heißer Platz. Wir haben drei Kämpfe mit den Makaki" (Spottname für die Japaner) gehabt und haben sie ziemlich schnell bei Seite geschafft. Einige unferer Schiffe wurden beschädigt, aber daran denken wir nicht. Ich wünschte, Du hattest die Gesichter unserer Käme raden sehen können, als sie in Port Artyur ankamen. Sie waren so schwarz wie die Mohren. Di meisten unserer Soldaten brennen darauf, mit den Makaki" zu kämpfen. General Stössel hat mehrere Händler auspeitschen lassen, weil sie versuchten, uns arme Soldaten beim Einkauf von Nahrungsmitteln zu betrügen. Warum hat er uns verboten,' berauschende Getränke zu kaufen? Alle kabaks (Trinklüden) sind geschlossen worden. Wir haben hier drei Japs in unseremGefängniß und bald werden wir mehr haben. Je mehr, desto besser. Einer unserer Soldaten, Namens Ruischkow. mußte neulich vor ihrer Zelle Wache stehen. Alle fünf Minuten hat er sein Bajonett durch das Loch in der Thür gesteckt und hat gerufen: Kommt heraus, Zheltolitsii (Gelbgesichter); aus Rußland werden noch viele Millionen solcher Dinger für Euch Kerle kommen." Die Japs grunzten wie die Schweine. So hat es uns Ruischkow erzählt. Wir erhalten ganz unentgeltlich furchtbar viel Tabak. Es ist ein Geschenk der Moskauer Tabakfabriken. Wir haben allen unseren Kanonen Namen gegeben. Eine unserer Kanonen heißt Togo, weil sie solchen Lärm macht, aber bis jetzt hat sie noch nichts getroffen. Candy"-Läden in Japan. Nirgends in der Welt trifft man so viele Läden für Zuckerwerk und Zuckerbäckereien als in Japan. Sobald der Gast ein Wirthshaus der besseren Klasse betritt, wird ihm gleich mit dem Thee ein Präsentirteller mit Zuckerwerk dargeboten, ebenso geschieht es da, wo man einen Moraenbesuch abstattet. Die feineren Arten Zuckerwerk kommen von Tokio und bestehen m schonen Blumen und Blättern, naturgetreu dargestellt und gefärbt. Fast jeder Flecken hat seine Konditorei, meistens für die Kinder berechnet, worin Männer, Frauen, Kinder, Tempel, Trommeln, Hunde und allerhand andere Dinge aus grodem Zucker gefertigt sind. 'Seltener Patriotism u s. In der Klinik zu Halle, Provinz Sachsen, ließ sich letzthin ein junger Arbeiter, der wegen eines krummen Beines nicht zum' Militärdienst zugelassen wurde, das Bein zweimal brechen in der Hoffnung, daß nach erfolg in Heilung sein sehnlicher Wunsch Soldat zu werden, in Erfüllung gehe. Die Aerzte nahmen die schmerzhafte Operation vor, nachdem sie sich überzeugt hatten, daß alle Aussicht auf glücklichen Erfolg vorhanden war. Zuvor hatte der Mann sich mühsam 45 Mark erspart, um in der Klinik den erforderlichen Verpflegungs-Vorfchuß leisten zu können.
Feuer - Signale.
i Pennsvlö und Market English'S Overx-Haus 4 East und N-tv York ? Noble und Michigan ' 9 N. Jersey. Mag Att 5 Pine und Nortb Mavket und Pine X Vermont nahe Saft 2 Nz. 8 Spritzenhaus Mafs. Ave nahe Tx'clt 3 Delaware und Walnut U N. Jersey Centra! A. 15 Mals, und CornellAv Ast, ui.fc II. Ltretze 17 Park Ave und 12 &tt .8 Columbia ndHillsid 19 Highland Ave u.P,att n Illinois und St. I 3 Pennfylv. und Pratt 4 Meridian und 11. Str 25 Nv. 6 Spritzenhaus 16. nahe Illinois 2S Senate Ave u.StCIatk Illinois und Mchigan 18 Peesylvania und 14. 19 Senate Ave. und 13. n No. 1 SpritznibauS JnvAvenabeMichiga i Meridian und Walnut u California u Vermont 35 Blake und New Dort is Ind. Av. . St. lair 37 City Hospital 58 Blake und Nortk) 39 Michigan und SHnes l No. 6 Spritzenhaus Washington nahe Wek 42 Geisendorf u Wash. 3 Missouri New Dort 5 Meridian u Wash 16 Illinois und Ohlo 47 Capitol Rv.u Wash 48 mga'S Porkhau Straßenbahn Ställe W. Washington SU ZI No. io Spritzenhaus Illinois u Merrill 5 Illinois u Louisiana 53 West und South & West und McCarty 84 Senat Ave. u Henry 7 Meridian und Ray 58 N. 4 Eprtzenhau Madiso Av. u MorriS s Madion Lv. u Dunlop No 3 Haken Leiterhaus Eouth nahe Telawar Penn. Merrill Delavare u. MkCart Sast und MrSartY 5 New Jersey u.rM 7 irg. Zlv. u Bradsha 0 Saft und Prospekt BicZing und High fl No. ii Cpritzenhau ir Ave. nahe Hur, 73 Gast und Seorgia 73 Ceda und El 74 Davidson u Seorgia 75 English A. u Pwe 7 EhelSY und Bäte "3 No. 3 Spritzenhaus Prospect nahe Shelby Fletcher Av. u Shelby Sl Market u. New Jersey 32 Delaware und Wash. 33 East u Washington 54 New Dork u.Davidsoe 8b Taubstummen Ansta S er. Staaten Arsenal 87 Orients! und Wash. 8 Frauen-Reformat. l No. 13 Spritzenhaus Marvland nahe Mer. 2 Meridian u. Georaia. S3 Meridian und South 4 Pennfylv u. Louisiana 35 Virgini Ave u. Alab. 9 HalPtquartier. 97 Grand Hotel. 98 Capital Ave und hl 23 No. 16 Spritzenhaus 16. und Ash. ;24 Alabama und 16. ,2 Central Ave und 15. ;26 DandeS und 15. 127 Brookside und Jupiter '.28 Central Ave und 17, i.29 Delaware und 19. '.31 Alabama und 11. (32 Bellefontaine und '.34 College Ave und 2S. 135 Delaware und 13. ,36 Alabama und Nerth 137 Newmann und 19. 138 College Ave und 14. '3? Cornell Ave und 18. Ui. DandeS unl 19. 442 Highland Ave und 10. ,43 Tecumseh und 10. 146 New Jersey und 23. .46 Alvord und 17. ,47 No. i Spritzenhaus HiKside Ave und 16. 48 College Ave und 2. ! Park SU und 1. 1 Capital s und 213 Pennfylv. u. Michis 214 Illinois und 2. 215 Senate Ave und 2!. ?16 Pennsvlvania und 29. 17 Meridian und 16. 213 Capital Av und 20, 219 Broadway und 10. 231 Illinois und McLea 234 No. 14 Spritzenhaus Kenwood und 30 35 Jilinois und 33. 236 Annetta und 3? 237 No. 9. Spritzend,? Udell und Rader 233 Udell Ladder Wor 2S9 Jfabel und 7. 41 Meridian und 24. 242 JllinoiS u St. CI 243 Eldridge und 23. 312 West uud Watnut 313 West und 12. 314 Holvard und 16. 815 Torbet und Paca 516 Capital Ave und tt 817 Northwestern AveuA 818 Gent und 18. 819 Sanas und 10. 824 Cerealine Wor 824 Vermont und Lynn 25 BiSmaku Gr'.Utnets 826 No. 29 Spntzenhau Haughville. 327 Michigan u. HolmeS, 828 Michigan u. Coneorv 41 West und McJntyr 12 Miffrri u. Maryland 13 Missouri und Ohio 15 Kapital Ave 'Leorgio 16 Missouri u Kentucky'.L. 17 Senat Ave u. Wash. 21 P und E 5dmdkuS W. Washington. 23 Jrren-Hospitzl. 24 Miiey Ave u. I B uS 25 Wash und Harr 26 No. 18 Sptzensautz W. Washington 27 Oliver und Birch 28 Oliver und OSgood SS Rordyke und Dork 31 Hadley Ave u. Morril 32 River Ave u. MorriS 34 River Ave und Ray 35 Harbin u. Big 4 R ? 36 Harding und Oltvei 37 No. l Spritzend,? MorriS und Lardina, S8 HotMrfc gK WWsv 89 6topcM 61 Reisn und ZWd 5 Howard und Set 53 V orris und jfc$bl e SUMbttt und Btlzsi 67 Nordyke EM u. izs, um WorkS 612 West und Ruy 13 enrucky Ave u. Werrv 51 Meridian und MorrS Kl JllinoiS und anfa 517 MorriS und Da Iota Kl MorriS und Church 519 Capital A. u McCar 521 Meridian und Palm 523 Pwe und Lord 52 Wadlsor. Av u Lineol 526 Meridian und Bett RS 27 Carlo und Ray 528 Meridian und Arizon 29 Äer!,dian u. Ravmond 531 Meridian u. MrCal I SS No. 17 Epritzendsu MorriS nahe West Kl WcKernanund Douah, 1 East u. Lincoln brat 614 East und Beech IS Wright und Sandert 17 McCarty und Beary 18 Rew Jersey u Vir 71 Spruce und Prospect 718 English Av. u LamZ 71 State Ave u. Veit R S 716 Shelby und Beech 71 State Av und Orange 71 Orange und Laurel 71g Shelby u. Ct,ctaae AI 721 Lexington A. Lauch 72 Fletcher Aveu. Ovruoi 72 State Aveu. Pleajan) 7i5 Prospekt und '?leasant 72 Orange und HarKm 723 Liberty und Mea 729 Noble und South 812 No. 15 Spritzenhaus Ost Wafbingto v 13 Market und Noble si Ohio.Highland W 15 Michigan u. Highla 1 Market u Arsenal Av. 17 Ost S. Clair utüUnion Bahn Geleise. , fcti Pan Handle Eho? L23 Vermont unv WaKott 824 Wash. und State fc 85 'dden's Loung 8f 02 Tucker und Dorsey 827 Wash. und Beville V4 29 No. 1 Spritzenhaus Beville nahe Michiga 851 Eoutheaftern Dve Woodside. 83 Wash. und Dearboru 834 Southeaftern und Arsen! AdeZ. 835 New Dork und TnvA 12 ? llinoiS und Maryl. si JinoiS und WarKt, 14 Penn, und Walh. 15 Delaware und 49 College Ave und 27. 152 Park Ave und 2. 153 LEu. W Bahn. 22. l4 Ramfey Ave und 1. i56 Stouahton u Newman 157 Atlas und Pike. 168 Blovd und Wawvaw. 59 No. 21 Spritzenhau Brigbtwood i Arden und Depot 163 Brigyttvood und 25. 164 Rural und Blovd 166 St. Clair u. Keystone 167 Arsenal Ave unk 23. 8 Bellefontaine und ts. Spezial.Siguale. Erste Schläge, veiter Alarm. Zweit, Schläge, dritter Alarm, Dritten Schiöge, vierter Alana. H-1, Feuer aus und Schlauch aufgers. Schläge, Wasserdruck ab. 1 Schlüge, I Uhr Mittag. Die so bezeichnete Signale werken nur vom Thur ächter angegeben da an den betreffende Straß keujung kin AlarmköSen ngebracht find. Chicago und der große Nordweft via . m iraij? ?. immwm&ihBmußm(( laka-Sawatt-PHMVPwe Insel. Vier tägliche Schnellzüge nach Chicago. r- Kon der Mono 47. Str. Station. Chicago. ftnd i nur 5 Minuten mittelst elektrischer Car nach den Union Biehböfen I'renok JLlck Springs, indem Orange County Hochland. Familuu-Hotei anter neuer Geschäftsleitung. Pluto, Proserpin tnd BowleS Ouellen. eftes zvtineratwaner oe. elt. Zwei Züge täglich vm Gree7,eaftie. Ticket-Officen : Union Station. Massachusetts v nd SS West Washington Snaße. R.P.Alge, , Distrikt Pass. Agent, Indianapolis, Ind. . .H.MeDoel, --"JV",',."' . Pra. uno en. sgr. . Frank I. Reed, Gen.Piki. Agent. Chicago. Jll.
L: a e9 9 m I R l I cmMIiIUii hl
o
