Indiana Tribüne, Volume 27, Number 241, Indianapolis, Marion County, 1 June 1904 — Page 3

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Wichtige Entscheidungen. i Urtheile des höchsten Gerichtshofs betreffs Philippi ncn und Vnndalia-Proecsscs.

Die Gefangenen in Marocco. Balttmores neues Oberhaupt. Caöincts

Sitzung. Kühner Einbruch. Missouri Budelfälle. Convention in Springsicld, Jll.

BundesVerfassung und Strafrecht auf den Philippinen. Washington, 31. Mai. Das Oberbundesgericht erließ heute Entscheidungen in 3 Processen, welche sich auf die Anwendbarkeit des Strafrechts aus den Philippinen beziehen. Es wurde die Frage erhoben, ob die Regierung in Strafprocessen Berufung einlegen und ob ein Angeklagter Processirung durch Geschworene verlangen könne. In dem ersten Fall war ein Anwalt wegen Unterschlagung in erster In stanz freigesprochen, vom Jnsel-Ober-gericht aber verurtheilt worden. Der Anwalt appellirte an's Oberbundesgericht aus Grund einer Verletzung der Bundes-Verfassung und das vom Rich ter Day erstattete Gutachten pflichtet dieser Auffassung bei, das Urtheil des Philipp. Gerichts umstoßend. Der zweite, ebenso entschiedene Fall, behandelt die gleiche Frage. Im dritten Prozeß verlangten 2 ZeitungSherausgeber in Manila, wegen Verleum dung angeklagt, Processirung durch Gischworene in Ermangelung eines dieses Recht gewährendes Congreß-Ge setzes. Der Gerichtshof war tt Anficht, daß die Verfassung dieses Recht ..ohne gesetzgeberische Maßnahme nicht enthalte. Der Ober-Richter und die Richter Bremer und Pekham schlössen sich dieser Auffassung an. Richter Har lan gab ein stark abweichendes Gutachten ab, da jene Entscheidung mit dem amerik. System im Widerspruch stehe und thatsächlich ein Verfassungs-Amen-dement bedeute. : Staat Jndiana abgemiesen. Washington, 31. Mai. In einem von Richter Holmes erstatteten Gutachten stieß heute das Oberbundesgericht die Entscheidung des Ober-Ge-richts von Jndiana in Sachen der Terre Haute und Indianapolis BahnGesellschaft , gegen den Staat von Indiana um. , Es handelt sich um etwa eine Million Dollars, die der Staat auf Grund des der Bahn-Gesellschaft gewährten Freibriefs verlangte. Der. Freibrief besagt, daß alle Ueberschüsse der Bahn dem Staate zum Besten der öffentlichen Schulen überwiesen werden müssen. Die Entscheidung ' geht von dem Standpunkt aus, daß das LegislaturGesetz von. 1897, auf welches sich die Klage stützt, mit der Contrakt-Clausel der Bundes-Verfassung und dem 14. Amendement in Widerspruch stehe. Der Richter beleuchtete im Einzelnen die Geschichte der Vandalia Bahn. Er machte darauf aufmerksam, der Staat habe niemals die Abgaben und Frachtraten der Bahn, den Bestimmungen des Freibriefs gemäß, geregelt und niemals von der Gesellschaft Verrechnung ihrer Einnahmen und Auslagen derlangt. Ferner hob er hervor, daß die Gesellschaft 1373 ihren Freibrief zurückgab, und damit unter das allgemeine Gesetz gestellt wurde. Im Laufe seiner, Entscheidung bemerkt der Richter zugleich, der Staat habe einen großen Fehler gemacht, indem er den Anspruch so lange schlafen ließ. j VorausflchtUch wird die VandaliaBahn jetzt aus den Händen des Con-curs-Verwalters befreit werden und in das Eigenthum der Pennsylvania Bahn übergehen. DerMarocco Fall. Washington, 31. Mai. Sekretär Hay ließ die franz. Regierung durch Botschafter Porter um Schritte zur Freilassung von Perdicaris. des in Marocco entführten Amerikaners, ersuchen. Die britische Regierung geht zu Gunsten des -Engländers Varley gleichfalls mit Energie vor. Admiral Chadvick landet voraussichtlich keine Marine-Truppen zur Verfolgung der Briganden. Falls jedoch Rasuli die Gefangenen umbringt, wird die amer. Regierung absolut auf der Gefangenahme und Hinrichtung desselben bestehen.

T a n g e r, 31. Mai. Die amer.

Kanonenboote Castine" und Mariette" kamen gestern Nacht hier an, mit den bereits vorher angekommenen Kreuzern Brsoklyn" und Atlanta" das amer. Geschwader vervollständigend. Auf einem der Schiffe fand ein Todes fall statt. Paris, 31. Mai. Minister Del casse wies den französische Gesandten in Tanger an, alles aufzubieten, um die Befreiung der beiden Gefangenen zu erlangen. Es verlautet, daß RaFuli ein Löse geld von $70,000 fordert. Zugleich verlangt Raisuli, daß ihm der Sultan eine untergeordnete Statthalterschaft mit dem Rechte zur Steuer-Erhebunz verleiht. Der Sultan will das Löse geld zahlen, aber sich dem politischen Ehrgeiz Raisulis nicht fügen. Die franz. Behörden sehen die Be schlagnahme eines Hafens oder die Landung von Marine-Truppen nicht günstig an, da ihrer Meinung nach die Monroe-Lehre ihre beiden Seiten hat. Clevelander Straßenb a, h n - F a l l. Washington, 31. Mai. Das Oberbundesgericht bestätigte heute die Entscheidung der unteren Instanz in dem Clevelander )& Straßenbahn Prozesse. Die Entscheidung ist der Ge sellschaft günstig. C l e v e l a n d, 31. Mai. Es handelte sich um einen Versuch des Stadtraths, durch Ordinanz auf den Linien der Electric Rallway Co. vor Erlöschung ihrer Freibriefe ein Fahrgeld von 4 Cents einzuführen. Wiederaufbau des Jroquois Theaters. Washington, 31. Mai. Richter Dunn erließ heute einen Man damus-Befehl, welcher der Stadt Chi cago befiehlt, einen Bau-Erlaubniß Schein zum Wiederaufbau des durch Feuer zerstörten Jroquis-Theaters zu ertheilen. , Den Antrag hatten . die Eigenthümer des Theaters gestellt. Kühner Raubanfall. Portland, Ore., 31. Mai. Zwei Neger drangen heute in das Bu reau der Pullman Co. auf der Union Station ein und nahmen dem bestürzten Cassirer mit vorgehaltenen Revol vern S2500 ab.- Sie entflohen unbelästigt. Der Nachfolger des todten Bürgermeisters. Baltimore, Md., 31. Mai. Der Vorsitzende des zweiten ZweigS vom Stadtrath, Timanus,' trat heute als Nachfolger des gestern durch Selbstmord geendeten R. M. McLane das Amt als Bürgermeister an. Er ver waltet dasselbe die übrigen 3 Jahre. Timanus zählt 41 Jahre und ist Republikaner. Die Stadt hat heute Trauergewand angelegt und alle städtischen Behörden vertagten sich aus Achtnng vor dem ver storbenen Stadtoberhaupt. F r l n. Alice auf der Ausstellung. St. Louis, Weltausstellungs.platz, 31. Mai. Der Attache der französtschen Botschaft Visconte de Chambrin führte heute Frln. Roosevelt in einem Automobil nach dem französi schen Theil des Manufaktur-Gebäudes, wo sie von Gen. La Grave u. A. empfangen wurde. Frln. Roosevelt bewunderte besonders eine MiniaturUhr, worauf ihr La Grave das Schmuckstück schenkte. Verliebte Straßenbahn . Angestellte. New York, 31. Mai. Be schwerden von Anwohnern der Hochbahn haben die Verwaltung zu einer Verfügung veranlaßt, welche den Motorleuten und anderen Angestellten während der Dienstzeit das Flirten" verbietet. , Auch Billet-Verkäufer sollen sich so angelegentlich in den Anblick hübscher weiblicher Passagiere vertieft haben, daß andere ohne Bezahlung vorbeischlüpften. :

Meuternde Truppen.

O?env Auflehnung von Kavallerie gegen einen Befehl. I u n t i o n City. Kan.. 31. Mai. 19 Soldaten des 8. Cavallerie Regiments in Fort Riley rebellirten heute, weil auf Nachmittag eine Be fichtigung angesetzt war. Sie kamen hierher und zogen durch die Straßen, in Verhöhnung der nach ihnen ausge sandten Unteroffiziere. Vom Fort wurden weitere Leute ausgesandt, um bei der Gefangennahme der Meuterer behülflich zu sein und alle bis auf 4 sind jetzt im Gewahrsam. Cabinets-Sitzung. Washington. 31. Mai. Das Cabinet berieth heute über die Gefan gennahme des amer. Bürgers Perdica ris und seines Stiefsohnes Varley, eines britischen Unterthanen. Sekretär Hay unterbreitete die letzten Nachrichten vom Consul in Tanger. Sonst lagen keine Angelegenheiten von Bedeutung vor. Budler kommen frei. JeffersonCity, Mo., 31. Mai. Das OberGericht stieß heute das Ur theil in den Processen gegen T. E. Al bright, I. I. Hannigan und I. A. Sheridan, frühere Mitglieder des St. Louiser Stadtraths, die wegen Be stechung zu je 5 Jahren Zuchthaus verurtheilt wurden, wegen technischer Gesetzes-Verstöße um. Erschoß die Geliebteund sich. P ittsb u rg, Pa., 31. Mai. Irwin Wise erschoß heute Katie Graff und verübte dann Selbstmord. Eifer sucht scheint die Ursache der That zu sein. Wise war verheirathet. Cambridge, O., 31. Mai. A. Messer erschoß seine Frau, sein Kind und dann sich selbst. Das Ehepaar hatte häufigen Streit. Schwere Regengüsse. C i n c i n n a t i, Q., 31. Mai. Gestern hatte die Stadt und Umgebung unter ungewöhnlich heftigen Regengüssen zu leiden, die mancherorts zu Wolkenbrüchen wurden. In Cement County, östlich von hier. wurden die Geleise der Norfolk & We stern Bahn theilweise beschädigt. Bei Batavia stürzte Lokomotive und Gepäckwagen eines Passagierzugs in einen Fluß. Verletzt wurde Niemand. Es wird weiter gestimmt. Springfiel d, Jll., 31. Mai. Die republ. Staats-Convention ver tagte sich nach dreimaliger Abstimmung für Gouverneur bis morgen, ohne etwas erreicht zu haben. - Die Convention war nach elftägiger Ruhepause heute Nachmittag wieder zusammengetreten unter augenschein lichem Nachlassen der Begeisterung. Große Firma fallirt. New York, 31. Mai. Auf der Baumwolle.Börse wurde heute die Sus Pension von S.Mann Sohn & Co. angekündigt. Die Firma gehört zu den ältesten der Stadt. Vor 10 Tagen verschwanden der erste Buchhalter und Cassirer und die Firma glaubt nach Ordnung der Bücher die Geschäfte wieder aufnehmen zu können. Senator Quay's Beer d i g u n g. B e a v e r, Pa., 31. Mai. Die Beerdigung von Senator M. S. Quay fand beute auf dem hiesigen Friedhofe unter einfachen Ceremonien statt. In Beaver hatten sich zahlreiche hervorragende Persönlichkeiten eingefunden, meistens persönliche Bekannte und Freunde des Todten. Durch die AnWesenheit des Executiv-Chefs des Staa es und Vertreter der Bundesregierung erhielt die Leichenfeier trotz der Einfachheit einen Anstrich von Prunk. Begründeter Stre i k. Chicago, 31. Mai. Die 3000 Maschinisten, welche bei den Gesellchaften der Metal Trabes Assoc." beschäftigt sind, gingen heute Abend an den Streik als Protest gegen den 10 Stunden-Tag. Morgen werden ämmtliche 115 Werkstätten des Verbandes so gut wie geschlossen sein. Die Arbeitgeber führten den 10 Stunden-Tag ein, um den Streik zu einer Krisis zu bringen. Washington. Das Oberbun desgericht hat sich bis nächsten Oktober vertagt. New York. Chas. M. Schwab, der ehemalige Präsident der U. S. Steel Corp., fuhr auf dem Lloyd Dampfer .Kronprinz Wilhelm" nach Europa.

Im Dienste der Kirche.

itie EpiSeopal eamen'S Misst" w Witte York nd ihre Thätigkeit. Auf Veranlassung des bekannten New Yorker Bischofs Potter von der protestantischen Episkopalkirche unternimmt die Dampfyacht Sentinel" seit November vorige Jahres fünfmal in der Woche regelmäßige Rundfahrten im Hafen der Hudsonstadt, um die Mannschasten der dort ankernden fremden Schiffe einzuladen, einige Stunden in der Missionshalle der Episccpal Seamen's Mission" m Pike Street zu verbringen. Gleichzeitig werden Traktate unter die Seeleute und Schiffsjungen vertheilt. Die kleine Yacht ist 63 Fuß lang unv drei ihrer fahrten tm Dienste der Mission werden -Samstag und Sonntag zurückgelegt. Ein'.ze Stunden vor Ä0nnenunteraana an ledern Sonn abend lichtet das schmucke Fahrzeug die Anker, um seine erste Rundfahrt anzutreten. D:e Matrosen und Schiffs jungen der Schiffe im Hafen,, welche der Einladung Folge leisten, werden an Bord genommen, und nach der Mlssionshalle gebracht. Dort wird den Theenaaen vorerst ein leckeres Mahl servirt und dann beginnt eine gesellige Abendunterhaltung m:t allerlei musikaiischen und anderen Vortragen. welche zum großen Theile die Seeleute selber zum Besten geben. Bis zum nächsten Tage bleiben die Jünger Neptuns oann Gaste der Mission. Am Sonntag unternimmt die Sen tinel" eine zweite Fahrt, und neuerdings bringt sie eine Anzahl Theertacken nach der Mission, die dann ae meinsam mit den am Vorabend erschienenen Kameraden dem sonntäglichen Gottesdienst beiwohnen. Spat Abends werden die Gäste von der Sentinel" nach ihren Schiffen zurückgebracht. Am Wienstag und Donnerstag macht die Yacht Rundfahrten, um Traktate und eingelaufene Poststücke unter den frem den Schiffsmannschaften zu vertheilen. Die meisten der Seeleute, welche die Gastfreundschaft der Mission in Anspruch nehmen, sind von britischen Fahrzeugen, da diese die Mehrzahl der ausländischen Schiffe im New Yorker Hafen bilden und andererseits keinerlei Schwierigkeiten hinsichtlich der Sprache im Verkehr mit der Mannschaft sich dem verdienstvollen Wirken der Missionsgesellfchaft entgegenstellen. Zur Geschichte der Bowle." In einer amüsanten Vlauderei über den Ursprung des Wortes Bowle" schreibt der bekannte Schriftsteller Hans v. 'Aomtxt: Man darf nicht, wie es heute gewöhnlich geschieht, das Wort einfach für englischen Ursprungs erklaren. Wenn wir es vielleicht auch neuerdings aus England entlehnt haben, so ist der Ursprung des Wortes Bowle" doch zweifellos uraermanisch. Ehe die Briten ihren Claret-Cuv und ihre Porter-Bowle erfanden, trank man sicherlich schon Maiwein am Rbern. Warum sollte es damals nicht auch schon Bowlen aeaeben haben? Die Kunst, Mischgetränke zu brauen, ist ja nicht nur schon bei den Römern zu sinden, sondern ist auch durch das ganze deutsche Mittelalter zu verfolgen. Das Wort Bowle" stammt denn" auch von dem althochdeutschen bolla," Mittelhochdeutsch bolle" und bedeutete Knospe und kugelförmiges Gefäß. Daraus entstand dann erst das angelsächsische bolla" und weiterhin das frühenalische ..bowl" mit der beson deren Bedeutung: Gefäß, Napf, auch Becher, wobei man aber stets noch an die kugelige, die Knospenform zu denken hat. interessant ist. daß das uralte Wort auch im Hochdeutschen heute noch fortlebt. So nennt man heute noch in der Wetterau ein hölzernes bohlrundes Gefäß eine Bolle, und Jakob Grimm meint ausdrücklich, deutscher wäre Punschbolle als Punschvowier ) i e Fruchtbarmachung der Alkali-Wüsten im fernen Westen der Ber. Staaten lafzt sich Ackerbausekretar Wilson sehr angelegen sein. Als Versucysselo hat er einen 40 Acker großen Strich in einer 120 Quadratmeilen umfassenden, ausgetrockneten gänzlich unbefruchtbarten Alkaliwüste bei Salt Lake City, im Staate Utah. gewählt. Im Sommer 1902 , begann man zunächst mit der Anlage einer Wasserleitung und eines Systems von Dramirungsröhren. Die chemische Analyse ergab einen Salzgehalt in der vier Fuß tiefen Oberschicht von 6650 Tonnen. Von dieser riesigen Salzmenge sind nun durch Berieselung und Durchspülung bereits Zweidrittel ausgeschieden worden, und Wilson hofft in diesem Frühjahr mit der Bebauung des Landes beginnen zu können. Das neue Heim des Preußischen Landtags hat nach amtlicher Mittheilung einen Aufwand von 13,034,000 Mark veruracht. Auf das Abgeordnetenhaus entfallen 5,333,000 Mark, auf, das Herrenhaus und die beiden Prasidialgebäude 4.200.000 Mark. Die innere Einrichtung des Abgeordnetenhauses hat 850.000 Mark, die des Herrenhauses und der beiden Wohnhäuser 973,000 Mark erfordert, der Verbindungsoder Ministerbau 363,000 Mark, das Kessel- und Maschinenhaus 402,000 Mark, Nebenanlagen verschiedener Art 814,000 Mark. Mit der Vollendung des Herrenhauses ist eine der größten Hochbauausführungen des preußischen Staates beendet worden.

Ehrlu) ...n.

Was in London im Lauie eines JahreA ver gecn i verloren wir. Einen interessanten Beitrag zur Ge schichte der Vergeklichteit und Unackt samkeit der Mitmenschen liefert das uno-epartement der Londoner Polizei. freilich plaudert es nicht alles aus. was es weiß; in diskreter Weise macht es eine große Rubrik aus diverlen Mgenstanden, und nur wer tiefe? forscht, kommt gelegentlich seltsamen Artikeln auf die Spur, wie z. B. einem künstlichen Gebiß, einem Paar Krücken, a sogar einem Stelzfuß u. s. w.. Ein noch größeres Kontingent aber, als die ..diversen Geaenstände." liefert der in Gedanken siehengebliebene ,- Regen schirm. Nicht weniger als 21.608 Stucke dieser Gattung gaben sich im ftafire 1902 in diesem Londoner ftund bureau ein Stelldichein; ihre Vettern, die Spazierstocke, brachten es nur auf die lächerliche Nummer 977. Eher können sich schon die 3486 Portemonnaies und die 3452 Handtaschen sehen lassen. oesonvers, da manche auch ganz respektable Summen enthielten. Just 2373 Gegenstände zur Männerbekleidung gehörig, und fast die gleiche Anzahl von rauenverieidungsgegenstanden, namlich 2374, wurden als gefunden abgeliefert, aber auch hier ist der amtliche Bericht zu diskret, um Einzelheiten zu verrathen; 1118 Schmucksachen, 845 Operngläser, 231 Taschenuhren, 334 Reisedecken, diverse Zweiräder, lebendige Vögel. Sllbner. Sunde und Kaninchen vervollständigen die gewiß nicht durstige Kollektion des Fundbureaus; im Ganzen wurden rund 47,500 Objekte als gefunden abgeliefert. Nach drei Monaten gehen die nicht reklamirten Sachen in den Besin der Binder über. Aber fast die Hälfte, nämlich ,U4d Gegenstande fanden den Weg zu ihren Besitzern wieder zurück, die freilich erst einen Obolus erlegen mußten. Der beträgt 12j Prozent vom Werthe des gefundenen Gegenstandes. Ueber $16,000 Finderlohn wurden im ?kahre 1902 an Droschkenkutscher und Straßenwagen - Kondukteure ausgezaylt, darunter drei Belohnungen von je $150. HeufchreScnplage in Egypten. Egypten wird wieder von einer Heuschreckenplage heimgesucht, welche die nächste Baumwoll- und Getreideernte zu zerstören droht. Die Regierung sah sich bemüßigt, zu ihrer Bekämpfung die sogenannte Corvee zu dekretiren, welche in temporärer Zwangsarbeit für alle Eingeborenen der bcorohten Distrikte besteht und nur in den seltensten Fallen verfügt wird. Die Heuschrecken dursten aus Poona (Ostindien) her übergeweht worden sein. Zur Vertilgung der Heuschrecken wurden, wie zu letzt auch im Jahre 1890, hastig meilenlange tiefe Gräben quer durch die bedrohten Bezirke hergestellt und vor den Gräben in großen Mengen Stroh angehäuft, das beim ersten Aviso herannahender Heus chreckenschwärme entzündet wird. Gelingt es einzelnen Insekten trotzdem, durch's brennende Stroh durchzukommen, so fallen sie in die Gräben, woselbst sie von den Eingeborenen unter Aussicht englischer Instrultoren vernichtet werden. Feuerwehrmann als Brandstifter. Vor dem Schwurgericht in Liegnitz, Schlesien, hatte sich neulich ein Mitglied der freiwilligen Feuerwehr zu Kotzenau, Otto EnderWitz, wegen Meier Brandstiftungen zu verantworte Enderwitz hatte beide Brandstiftungen, durch die großer Schaden angerichtet wurde, verübt, weil es ihm große Freude machte, wenn die Feuerwehr alarmirt wurde. Aerztliche Sachverständige bekundeten, daß bei Enderwitz ein gewisser Grad von Schwachsinn vorliege. Der Angeklagte wurde unter Annahme mildernder Umstände zu 11 Jahren Gefängniß ver urtheilt. Humanität im Krieae. Die Japaner bemühen sich in jeder Weise, den Krieg modern zu führen. So tritt im russisch-iavanischen Krieae zum ersten Male eine besondere miliiärische Körperschaft, als Bureau für Kriegsgefangene" in Thätigkeit. Die rffcee hierzu ist von der Saaaer Konvention 1899 ausgegangen. Dem Bu? reau fallt dre Arbeit zu. die Namen und Personalien der Gefangenen auf's Peinlichste festzustellen, Angehörigen, welche sich nach ihnen erkundigen. Auskunft zu geben, im Todesfälle die letzten Willen aufzunehmen u. f. w. G a r d e j ä g e r als O b st - züchter. In Werder, Brandenburg, werden für die meistens aus gelernten Förstern bestehenden Mannschaften des Gardemger-Bataillons in Potsdam militärische Jnsiruktionsstunden im Obstbau abgehalten. Abtheilungsweise werden die Leute unter Fuhrung von Offizieren nach den Werder-Obstbergen geführt, wo ihnen em Obstzuchter praktisch die Arbeiten an den Obstbäumen erläutert. Teuflischer Anschlag. Erst durch eine Bekanntmachung der Staatsanwaltschaft in Beuthen, Schesien, erhielt man letzthin Kunde von einem geplanten Eisenbahnattentat. Wie der Staatsanwalt ankündigte, hat die Eisenbahndirektion eine Belohnung von 1000 Mark für die Ermittlung derjenigen Person ausgesetzt, die drei Dynamitpatronen auf die Schienen des Staatsbahngeleis es Laurahütte-Chor-zow gelegt hat.

Aerzte.

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Saloon

wrn. Sfoeffler Saloon.