Indiana Tribüne, Volume 27, Number 240, Indianapolis, Marion County, 31 May 1904 — Page 7
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. .(Schluß.) -..v, cn-i i r oi - ,? Äuiiif , , twiuty ituuy .ceyuyc Widerrede,' ? mit plötzlich erwachender Heftigic..-s'uHr er fort: Nein, ich bin es nicht . Diejenige ist es. die auf den Gedanken gekommen ist, mich zu benachrichtigen, und mir ihren Rath ertheilt hat. Ja, mein Freund,' wohl hätte ich auch für Dich gethan, was in meinen Kräften sieht, für sie aber ist mir, glaube ich, fast'"das Unmögliche gelungen. Danke mir also niemals, danke ihr wm Du es noch kannst!" Wenn ich es noch kann?" wiederholte Vincent entsetzt. , Wie war es nur möglich, daß er nach dem Grund don Lepages Niedergeschlagenheit geforscht und nicht an Estelle gedacht, dem schweren, sie alle bedrohenden Unglück, keinen Platz in seinen Gedanken eingeräumt hatte, keinen Platz hatte einräumen wollen! Und auch jetzt noch wehrte er sich dagegen. Nein, es ist nicht möglich innerhalb drei Tagen!" Lepage hatte soeben das vordere kleine Fenster aufgemacht. Rascher!" rief er dem Kutscher zu. Dann sagte er, indem er sich auf's Polfter zurückfallen ließ,, mit gepreßter Stimme: Ich habe geglaubt, sie werde die Nacht nicht überleben, und weiß nicht, ob' der Abend sie nicht schon todt findet. Kam Dir denn kein Gedanke an diese Gefahr? Ihr war nur noch ein kleines Restchen Lebenskraft geblieben, vielleicht für einige Monate; in diesen letzten Tagen aber hat sie alles vergeudet wie ein Verschwender, der kurze Zeit den Millionär spielt. Deine Verhaftung hat ihr vollends den Todesstoß gegeben. Und ich soll noch Mitleid haben mit der Elenden, die , außer ihren andern Verbrechen auch dieses auf d:m Gewissen hat?" Lepages Züge nahmen einen Augenblick den Ausdruck unbarmherzigen Hasses an, wurden dann aber sofort wieder milder, als er fortfuhr: Sie weiß nur, daß Deine Unschuld erwiesen ist und Du zurückkehren wirst. Wozu hätte man ihr noch mehr sagen sollen? Sie erwartet Dich. Schmälere ihr wenigstens diesen kurzen Augenblick des Glückes nicht. O, mein Gott, ich will Dir ja gewiß keine Vorwürfe machen. Ich glaube fogar, sie fühlt sich erleichtert. seitdem sie , Germaine und Dich glücklich weiß; denn noch nie habe ich sie so ruhig gesehen. Gestern hat sie nach ihrem Beichtvater verlangt als ob diese arme Kleine eine Sünde begehen könnte! Sie scheint nun doch zu wissen, daß sie verloren, ist, obwohl ic nicht glaube, daß sie ahnt, wie nahe das Ende ist. Heute noch wird es kommen, hörst Du? Dies ist ihr letzter Tag. Komm laß uns zu ihr gehen und lustig sein!" Der Glanz und alle Freude dieses Tages waren wie mit einem Schlage für Vincent Gerbault erloschen. Die fi heiß ersehnte Rückkehr in das, liebe alte Haus erschien ihm tausendmal bitterer als sein Fortgehen. Das HauZ schien öde und verlassen zu sein. Auf dem Wege zum Krankenzimmer stellte er sich vor, wie er Estelle verlassen hatte und wie anders sie jetzt aussehen mochte. Er beneidete Lepage um seine stille, heldenmüthige Trauer; dieser litt wohl um sie, aber er hatte ihr doch niemals Kummer be-. reitet! Ehe sie die Schwlle überschritten, blieb der Doktor stehen und horchte. Wir kommen noch nicht zu spät," sagte ertief aufseufzend. Du kannst hineingehen. Ueberrascht wird sie nicht sein, denn ich bin überzeugt, sie hat Dich schon gehört." Und in der That, kaum hatte sich die Thüre halb geöffnet, so rief Estelle: Ah, da ist er ja! Ich habe seinen - Schritt also doch erkannt." Eine überaus schmerzliche Ueberraschung wurde Vincent zu Theil. Man hatte Estelles Bett in die Mitte des Zimmers gerückt, und da, lag sie nun, vom hellen Tageslicht beschienen, in ihre. Kissen gebettet. Ein engelhafter Glanz umstrahlte sie, es war, als habe sie in diesen drei Tagen in aller Eile alles Irdische von sich abgestreift, als verberge die durchsichtige, zerbrechliche Hülle kaum noch die zum Entfliehen bereite Seele. Der Eindruck dieser Hinfälligkeit war es vor allem, der Vincent auf den ersten Blick so tief erschütterte. ' ' , Langsam trat er näher. Er wunderte sich nicht, daß die 'an: Vettrand sitzende Germaine ihn nur mit einem stummen Händedruck willkommen hieß, daß sich Frau Lancelot, das Taschentuch vor den Mund gepreßt, nicht von ihrem Lehnstuhl erheben konnte. Er selbst wagte nur mit, leise? Stimme einige Begrüßungsworte zu stammeln. Allein trotz dieser Schonung regte sich Estelle ein wenig auf, und mit ihrer matten, nur noch wie ein fernes Echo klingenden Stimme sagte sie: Aber ' was habt Ihr denn alle, warum seid Ihr denn nicht vergnügt? Herr Doktor. v schnell, sagen Sie ihnen doch, daß alles jetzt out ist." , . .Ihr früheres Mißtrauen gegen Le-
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i Ixoman von (Sthampol page schien vollständig verschwunden zu sein, und nachdem dieser auf ihren Ruf näher getreten war, wandte sie sich an Vincent: Denken Sie nur, er hat die Frau mit den ,goldenen Blumen' wie. dererkannt. Ich zweifelte nicht daran, und ebenso sicher wußte ich von Anfang an, daß sie Ihnen Unglück bringen würde. Nun wird sie es aber nicht mehr thun. Man kennt sie jetzt. Sie hat gestanden, nicht wahr, Herr Doktor?" Der beste Beweis ist, daß der da sich hier befindet," antwortete Lepage lächelnd, indem er die Hand af seines Freundes Schulter legte. Estelles schöne Augen ruhten auf Vincent, und als wolle sie sich vergewissern, daß er wirklich neben ihr stehe, streiften ihre zarten Finger über feine Aermelstreifen hin, über die schöne, glänzende Stickerei, , die einstens den Begriff von Kraft, Muth und männlichen Schutzes für sie verkörpert haben mochte. Ich bin so froh," murmelte sie mit verklärtem Gesicht, ach so froh! Eines möchte ich aber noch wissen Herr Doktor, diese böse Frau ist es wirklich ganz sicher, daß sie nicht in's Gefängniß kommt?" Mit festem Tone versicherte ihr LePage, daß es nicht geschehen werde, und leichtgläubig wie alle, die nicht mehr selbst prüfen können, ließ sie sich überzeugen. Es ist seltsam," versetzte sie nach kurzer Pause, seitdem ich über das Schicksal des Herrn Hauptmanns beruhigt bin, sorge ich mich um jene arme Frau. Böse Menschen sind Unglücklich. Diese Nacht schlief ich nicht, da habe ich für sie gebetet." Vincent mußte sich abwenden; es war ihm unmöglich, länger seine Fassung zu bewahren. Hatte die reine Seele während der vergangenen Nacht die Qualen jener andern, finsteren, befleckten Seele geahnt? War sie in dem geheimnißvollen Augenblick, wo Fehler, Reue und Fürbitte auf die Wagschale des göttlichen Gerichts gelegt werden, für jene eingetreten? Nach Athem ringend, mit immer schwächer werdender Stimme verfolgte Estelle ihren Gedanken: Ich hoffe, daß der liebe Gott ihr verzeihen wird, und auch wir müssen es thun. Jeder Mensch bedarf der Verzeihung, ich auch. Hört mich an, ich habe noch etwas auf dem Herzen, das ich Euch allen sagen will, da ich gerade daran denke, denn später, wer weiß. Sie lieben Germaine, Herr Hauptmann, und sie er-, widert Ihre Liebe, o, ich wußte es längst! Und als ich sah, daß Ihr Euch nicht verlobtet, dachte ich, ich sei das Hinderniß, weil Ihr mich für schwer krank hieltet, und doch wünsche ich Euer Glück so sehr und konnte Euch nur diesen Wunsch nicht so recht-begreiflich machen. Da hab' ich denn eben gesungen, um den Herrn Hauptmann zu täuschen. 'Freilich der Arzt hatte mir das Singen verboten, und so sang ich immer, wenn Du nicht hier warst, Germaine. und während Tante Lancelot noch schlief. , Ich gehorchte Dir nicht, ich' hinterging Dich. Das war sehr unrecht. Aber ich liebte sie eben auch so sehr, die schönen Lieder! Doch trotzdem, ich werde es nicht wieder thun. Ich glaube, ich könnte es auch nicht mehr!" ' ' Ihre Stimme klang u? f:och wie ein Hauch. Leichte Hustenanfälle, die nicht zum Ausbruch kommen konnten, quälten'sie. Lepage hob ihren Arm und fühlte den Puls. . Da seht nur, wie ich ihm freie Hand lasse," nahm sie lächelnh wieder das Wort. Ich muß ihn doch ein wenig belohnen für seine vielen Bemühungen. Ich erlaube ihm sogar, seine Einspritzungen zu machen, und es ist wahr, sie tbun mir 'aut." Nun, dann wollen wir's nur gleicy wieder vornehmen," rief Lepage, nach seinem ärztlichen Besteck greifend. Gerbault war etwas zur Seite ge-, treten. Aus der Entfernung betrachtete er Germaine. Auchsie hatte sich in diesen drei Tagen verändert, aber sie hrach nicht zusammen. Ihre Liebe stärkte sie mit demselben Heldenmuth wie die Lepages. Wie er würde auch sie standhaft bleiben, handeln und lächeln bis zum letzten Augenblick. Mit heiterer, befriedigter Miene richtete Doktor Lepage sich vom Bett auf, über das er sich gebeugt hatte. So, das ist sehr gut gelungen!" , Dann flüsterte er, während er, die Spritze noch in der Hand, . an dem Hauptmann vorüberging, diesem hastig in's Ohr: Nichts mehr zu machen. Die Aufregung war zu groß. Noch ein paar Hustenanfälle, und es ist vorüber. Ihr Gesicht verändert sich schon." . Beide kehrten on's Bett zurück. In diesen wenigen Minuten hatten Esteles Zuge eme neue Verwandlung erahren. Ihre 'Pupillen weiteten sich, hr Gesicht färbte sich dunkler, und der Athem stockte. Nun mußte ihr, wohl die Wahrheit zum Bewußtsein kommen, und mit dem letzten Ungestüm belebte sich in ihrem ' Herzen noch einmal jene überwundene.
geklärte und vielleicht' unbewußteLieve,
aus der ihr Leben bestanden hatte, Durch die Nähe des Todes von aller kleinlichen, menschlichen Engherzigkeit befreit,- gab sie ohne Bedenken ihrer augenblicklichen Eingebung nach und sagte, auf Germaine deutend, zu dem Hauptmann: Da sie doch Ihre Frau wird, warum küssen Sie sie mcht?' Nachdem Vincent ihren Wunsch erfüllt hatte, hauchte sie, ihm mit, ihrer letzten Kraft die , Stirne darbietend: .Weil ich nun Ihre Schwester bin " Und schluchzend drückte er die Lippen auf die zarte Haut. Meine Schwester, mein süßes, kleines Schwesterchen!" stammelte er. Plötzlich fühlte er, daß Lepage ihn hastig wegschqb.' Als wolle sie mit, diesem Kusse und dem Eindruck dieser Äorte einfchlummcrn, hatte Estelle die Augen geschlossen. Lepage, die Spritze in. der Hand, beugte sich von Neuem mit erschrockenem Gesicht über sie. Als er sich wieder aufrichtete, verzerrte ein unbeschreiblicher Ausdruck seine Züge. Estelles Augen öffneten sich nicht. Auch die erbärmliche Hoffnung, dieses Leben nur eine Stunde, nur emen Augenblick verlängern zu können, wurde ihm nicht erfüllt! Da, in der Raserei seines Schmerzes und seiner Ohnmacht sank er mit einer Art dumpfen Röchelns neben ihr in die Kmee. Estelle horte es. Armer Doktor!" hauchte sie. Ob ihr noch schlagendes Herz durch Die Schatten des Todeskampfes hm durch wohl etwas von einem Schmerze ahnte, der dem ihrigen ähnlich war? Alle umringten sie. "Aber schon vermochten ihr" Augen die Umstehenden nicht mehr zu sehen. Und wohl aus Versehen legte sie das Köpfchen zum Sterben auf Lepages Schulter. Die strahlende Sonne des Südens breitete einen Glorienschein um die geliebte Hülle. Estelles Geschick hatte sich erfüllt: kaum war der feindliche Einfluß vernichtet, fo hatte sie ihren Flug gen Himmel genommen. ; So schwer Hauptmann Gerbault auch unter dem Schlage litt, dessen Spuren sich niemals in ihm verwischen sollten, so richtete er sich doch muthig auf in dem Gedanksn, daß er nicht das Recht habe, sich dadurch erdrücken zu lassen. Im Verein mit Germaine wollte er die Todte beweinen. Noch fchwebte ihre Seele über ihnen sie sollte den Schwur hören, daß er und Germaine sich im Andenken an die geliebte Schwester nur noch inniger und treuer lieben wollten. Aber auch Lepage brach unter dem Schmerze nicht zusammen. Wenn uns kein Band der Liebe und Zärtlichkeit mehr an's Leben knüpft, so bleibt nur noch jene schwere Kette, die manche die bittere Nothwendigkeit nennen, der aber das Christenthum den Namen Pflicht gegeben . hat. Und Lepage war ein Christ, denn er zerbrach die Kette nicht. Gleichwohl mußte am Todtenbette Estelles etwas von seinem früheren Wesen auf immer mit ihr verschwunden sein. Denn nach seiner Rückkehr nach Paris konnte man von seinen Kollegen, Freunden und Neidern im Chor die halb höhnische, halb bewundernde Bemerkung hören: Wißt Ihr schon das Nemsie? Lepage, der bis jetzt immer nur that, als habe er die Fünfzig schon auf dem Rücken nun, jetzt hat er sie wirklich." Ende. Seine Anzanlung. Der Studiosus Sumpfblüthner sitzt, nichts Schlimmes ahnend, in seinem Stammlokale und wartet auf den bestellten Entenbraten. Da tritt plötzlich sein Schneider herein, sieht sich rings um und setzt sich an den Tisch Sumpfblüthners. Minutenlanges peinliches Schweigen. Endlich bricht's der Mann der Elle: Können Sie mir denn die schon längst versprochene Anzahlung immer noch nicht leisten, Herr Doktor?" Ja, liebes Fipschen," erwidert der Studiosus, Geld ist immer noch schwach, aber Kredit hab' ich hier, ich will deshalb gern als Anzahlung Ihre heutige Zeche auf mich nehmen." Romane. Früher mochte unsern Damen Ein Roman nur dann Vergnügen, , Wenn sie cn die Stelle kamen. Wo sich alle glücklich kriegen. Heute sind die Leserinnen Dann erst innerlich zufrieden, ZWenn nach wechselvollem Minnen Alle glücklich sind geschieden. (ßstnixtljlidi. Frau (zur Köchin,' die sie einstellen will): Also nennen Sie mir Ihre Bedingungen!" K ö ch i n : Da muß ich Sie bitten, sich zu setzen!" Allerdings. ... Sie sind Abstinenzler, mein Herr? . Alle Anerkennung! Uebrigens, ich lebe auch nur vom Wasser!" Nur vom Wasser? Das ist ja doch nicht möglich!" , Warum nicht? Ich bin ja Schloimmlehrer!" . Nach s e ch s t ä g i g e r VerHandlung verurtheilte das Schwurgericht zu Lissa in Posen den 26iähria? Förster Valentin Krupa zu lebensläna r i .n r V P ucyer ucyiyaussrrase. nrupa wurde trotz feines Leugnens für schuldig be funden, am Vormittag des 12. Nvvem ver 1903 im Walde von Govurowo den Förster Jarkülski beraubt und erschla gen zu yaven. -
Ln-Ta's Heirath. Eine chinesische Geschichte von Georg Pohl. Ah-Sing war ein einfacher, junger Arbeitsmann, der in einem kleinen Boot in einer schlammigen Bucht des an Kanton vorüberfließenden Stro mes wohnte. Seine Kleider waren aus grobem Stoff des bei den Chinesen unoermeidli.hen Jndigoblau. Sein Gesicht war häßlich wie das aller Chinesen und roth, aber aus dem selben strahlten ein Paar so ehrliche Augen in die Welt, wie man sie bei dem chinesischen Flußvolk nur selten findet. Ah-Sing war zwanzig Jahre alt geworden, ehe er sich verliebte. Wäre er reich gewesen, so hätten seine Verwandten ihm eine Frau ausgesucht und er hätte dieselbe nicht eher zu Gesicht bekommen, als bis die Hochzeitsceremonie vorbei war. Aber beiden ärmeren Klassen ist das nicht Mode, und - die Flußbevölkerung zählt in China zu der allerniedrigsten Klasse, auf die sogar arme Landleute mit Verachtung blicken, weil sie nicht .ein mal ein Häuschen, sondern nur ein Boot als Heim besitzen. Manche junge Mädchen hatten schon begehrliche Blicke auf Ah-Sing geworfen, aber vergebens bis ihn sein
Schicksal ereilte. Sie ging an dem Reisfeld entlang. einen dicken Bambusstock über den Schultern, daran rechts und links je ein Theekessel herabhing. Das Unglück wollte, daß Lu-Ta mcht zu dem Fluß voll gehörte, sondern zu jener vorurtheilsvollen Klasse, die eine Heirath mit einem Mitglied der Flußbevolke rung als Schande betrachten. Noch war kein Wort zwischen ihnen gewechselt worden. Lu-Ta hatte die Bewunderung, die Ah-Sing ihr offenkundig zollte, wohl bemerkt; ab und zu war sie auch darüber errothet. Bevor Lu-Ta das Haus ihres Vaters ChenFoo jetzt verließ, steckte sie sich das Haar sorgfältiger als sonst und befe stigte hier und dort noch eine Blume extra in der unbestimmten Hoffnung, die hellen Augen Ah-Sings möchten es bemerken. Ah-Sing war ein einfacher Bursche, aber durchaus nicht ohne Selbstbewußtsein. Nachdem er Lu-Ta lange genug angeschmachtet, faßte er eines Tages Muth und redete sie an. Guten Morgen, schönste Blume des himmlischen Reiches. Willst Du Dich herablassen, diese beiden Enteneier von Deinem ergebensten Diener anzunehmen?" Das darf ich nicht," stammelte LuTa schüchtern. Mein Vater würde mich schlagen, wenn ich von einem fremden Manne etwas annähme. Aber wenn ich Dir dafür diese Blume aus meinem Haar gebe, wird das genügen? Dann ist es nur ein Tauschgeschäft!" Gewiß genügt es," stieß Ah-Sing in übergroßer Freude hervor. Es ist nur tausendmal zu viel! Aber ich nehme die Blume und danke dir hunderttausendmal." . Am nächsten Morgen wartete AhSing wieder zur gewöhnlichen Zeit auf Lu-Ta und sprach sie wieder an. O, strahlendes Licht des Morgens, ich möchte wieder einen Handel mit dir schließen." Hast du wieder Eier zu verkaufen?" fragte sie, oder hast du die Blume verloren, die ich dir verkaufte?" New, o nein!" Unwillkürlich griff der Bursche in seine blaue Bluse. Die Blume ist gut aufgehoben. Aber ich möchte meinen Namen gegen den deinigen tauschen, damit ich weiß, wie ich dich anreden kann." Verschämt stammelte Lu-Ta ihren Namen, nachdem Ah-Sing den seinen genannt. Von diesem Tage an wußten sie, daß sie sich liebten, obgleich LuTa, welche die Vorurtheile ihres Standes gegen das verachtete FlußVolk kannte, Furcht davor hatte, die Ihren könnten entdecken, daß sie mit dem jungen Manne sprach. Aber der kühne Ah-Sing kehrte sich nicht an die Vorurtheile des Landvolkes und so sagte er eines TageS muthig: . Ach, Königin meines Lebens, du weißt, daß ich dich liebe und dich zum Weibe haben möchte!" Ach." stammelte Lu-Ta. ich weiß es. Aber dein Weib kann ich nicht werden, denn mein Vater hat mich schon lange dem reichen Entenhändler Tas-Shu zur Frau versprochen." Ah-Sing machte ein finsteres Gesicht: Aber du wirst nie seine Frau werden! Versprich es mir du mußt die meine werden denn wir lieben uns ja." Ja, wir lieben uns," versetzte das Mädchen. Aber du weißt, daß ich keinen aus dem Flußwolk heirathen darf. Und TaS-Shu hat ein großes Haus und viele hundert Enten und er wird mir Dienerinnen geben Und ich habe ein ganz neues Boot und das ist baar bezahlt. Außerdem kann ich tüchtig arbeiten und viel Geld verdienen." Ich glaube es. Und ich habe dich lieber als irgend einen anderen Men schen und du bist viel besser als Tas-Shu und viel hübscher." Warum willst du denn nicht meine Frau werden? Denkst du an die vielen hundert Enten und an die Dienerinnen, die du haben kannst?" fragte AhSing bitter, denn sein Herz war ihm schwer. .Nein, ich möchte hundertmal lieber m deinem Boot mit dir wohnen und to Reis essen und Thee trinken.-
Warum willst du mich denn nicht
yeiratken?7 Du weißt, Ah-Sing, ' daß mein Vater und alle meine Verwandten mich verfluchen würden. Mein Vater würde mich lieber erdrosseln, als mich dirzur Frau eben. Und Tas-Sbu würde Fan-She heirathen und ich hasse sie!" Was kümmert's dich, wen er heirathet?" Fan-Se hat behauptet, sie wi- cde eine reichere Heirath machen, als ich und ich glaube, sie ist viel schöner als ich." 'Aber da schwur Ah-Sing bei den tausend Göttern, die er anbetete, Fan She wäre -im Vergleich zu Lu-Ta eine elende, schielende Sklavin, mit einer Haut wie Sackleinwand und mitHaaren wie Strandhafer. Lu-Ta glaubte ihm. Aber sie zögerte noch immer. Endlich gelang es Ah-Sing, sie zu überreden. Sie verabredeten, sobald der alte Chen-Foo wieder einmal verreiste, sich zu treffen und zu heirathen und dann in dem Boot am Flusse zu wohnen. Eines Morgens ergriff das junge Paar auch wirklich die Flucht. AhSing hatte alle Vorbereitungen für die Heirathsceremonie getroffen. Die Priester, welche die heiligen Handlun gen für das chinesische Flußvolk vor nehmen, hatten ihr Kirchenboot mit allerlei Fahnen und Fahnlein ge schmückt, unter denen die glückbrin gende rothe Fahne vorherrschte. Hier wurden die beiden unter vielen geheim nißvollen und sonderbaren Ccremo nien Mann und Frau. Ah-Sing war so glücklich, wie ein Chinese es nur sem kann. Auch LuTa war glücklich, aber nicht ganz so wie ihr Mann. Der alte Chen-Foo hat seine Tochter nicht gefunden; wahrscheinlich gab er sich gar keine Muhe, sie zu finden, denn Töchter sind schrecklich billig in China; auf eine mehr oder weniger kommt es mcht an. Wenn der kleine Singvogel, den Chen-Foo stets in tt nem Bauer mit sich herumtrug, aus seinem Käfig entwischt wäre, würde er ein großes Geschrei erhoben haben; aber bloß eine Tochter nein, er war nicht so dumm, der nachzulaufen. Mit der Zeit fühlte sich Lu-Ta ganz sicher in ihrem Boot, aber zufrieden war sie nicht. Der Gedanke, daß sie unter ihrem Stande geheirathet, nagte an ihr und störte ihren Frieden. Ah-Sing hatte inzwischen erfahren, daß der reiche Tas-Shu die schöne Fan-She wirklich geheirathet hatte. Der Gedanke, daß ihre Rivalin nun triumphiren könnte, schürte das Feuer der Unzufriedenheit in Lu-Tas Her zen, trotzdem Ah-Sing von den Leuten gehört, daß der reiche Mann seine Frau schlage und mißhandle. Der ehrliche, .brave Ah-SinF hatte leider nicht mehr die VJtaqt, die Wolken von der Stirn seiner geliebten LuTa zu verscheuchen, und er grämte sich im Stillen. Dieser 'unerquickliche Zustand hatte eine Weile gedauert. Ah-Sing war eben so unglücklich wie seine Frau. Da passirte etwas, was die Unzufriedenheit Lu-Tas mit einem Schlage vertrieb. Ah-Sing kehrte eines Abends später als gewöhnlich von seiner schweren Arbeit heim. Als Lu-Ta ihm das kleine Mahl, das sie bereitet, hingesetzt, verließ sie ihn und zog sich in die äußerste Ecke des Bootes zurück. Der Mond stand in seiner ganzen Pracht und Herrlichkeit am Himmel und seine Strahlen übergössen das Wasser mit einer Fluth von Silber. Trübe und traurig kauerte Lu-Ta am Boden, starrte auf die silberglänzende Fläche und hing ihren schmerzlichen Gedanken nach, als sie plötzlich einen Gegenstand auf das Boot zutreiben sah. Gespannt blickte sie darauf hin, auch dann noch, als sie sah, daß es ein menschlicher Körper war. Die Chinesen sind nicht besonders gefühlvoll und eine im Wasser dahintreibende Leiche ist in China nichts Seltenes. Als aber der dahintreibende Körper gegen das Boot stieß, wurde er herumgedreht und LuTa erblickte das todte Gesicht FanShes, ihrer einstigen Gespielin und späteren Rivalin. In sprachlosem Entsetzen schaute sie auf die Unglückliche, deren im Tode erstarrtes Gesicht noch Haß und Grauen zeigte. Entsetzt sah sie auf die Schnur, die um Fan-Shes Hals geschlungen war die Aermste war erwürgt worden. Lu-Ta wußte nur zu gut, wie weit ein heftiger und jähzorniger Gat te seine Macht treiben durfte. Und als sie in die Knie sank, das Gesicht ver hüllend vor dem furchtbaren Anblick, da erkannte sie, vor welch fürchterlichem Geschick sie bewahrt worden war. In , dem jähen Umschwung ihrer Gefühle erkannte sie blitzschnell AhSings wirklichen Werth und das klei ne Boot dünkte ihr ein goldener Hafen der Sicherheit. Nachdem sie sich ein wenig von ihrem Entsetzen erholt, taumelte sie in die kleine Kajüte, wo ihr geduldiger Mann wartete, und kniete vor ihm nieder, während eine heiße Thränenfluth ihren Augen entstürzte. Der arme Ah-Sing wußte zwar nicht, was das zu bedeuten hatte, aber er ertrug es ebenso geduldig, wie er so pieles andere geduldig ertragen. Von diesem Tage an begann eine Zeit unendlichen Glücks . für .-beide. Und Lu-Ta hat eS nie mehr bereut, ei nen vom Flußvolk geheirathet zu ho ben. t
Feuer-Signale.
i PmnshlL ur& Market English'S Opr-HauK 5 East und Rw Dork ? Noble und Michigan 4 N. Jerey u. Mag Ab i Pine und North ) Market und Pine l Vermont nahe Easl ' No.. S Spritzenhaus Maff. Ave nahe Nobi ,s Oeuiware und Walnut ti . Jersey u Central A. !5 Iltass, und Eornell Av 6 Ash ,d II. Straße 7 Park Ave und 12 Stt .3 Columbia undHillstd 9 Highland Ave u.Pratt JllinoiZ und St. Joe .4 Pennsvlv. und Pratt ii Meridian und 11. St 15 Nv.b SprizenhauS lS. nahe JllinoB Senate Ave u. StEIaik tt JllinoiZ und Michigan 18 Pe tsylvania und 14. i Senate Ave. und 13. il No. 1 Spritzenhaus Ins ÄvenabeMichiga Meridian und Walnut t California u ermont 16 Blake und New Dorf 16 Ind. Av. u. St, Clair 37 Eity Hospital s Blake und Nortl) a Wichigan und Lgne No. Spritzenhau Washington nahe eft Gcksendorf u Wash. Missouri u New Dort 6 Meridian u Wash Jllino und Ohis 4? Capitol Nv.u Waff t? ingan'S Porkhaul Straßenbahn StSll - SB. Washington Et, n No. 10 Spritzenhaus Illinois u Merrill 8 Jllino u Louisiana 63 Weg und South L4 West und MeEart? 56 Senat Ave. u Henry 57 Meridian und Rah SS No. 4 Spritzenhau Madison Av. n WorriS 60 Madison v. u Duniop No Haken Leiterhau Eouth nah Delawar, (2 Penn, u Merrill SS Delawar u. McEartv 4 rafiundMkarty New Jersey tt.rM 7 irg. Av. u radsha 6S Saft und Prospekt Bicking und High n No. 11 Cpritzenhau ir Ave. nah Huro 7 Saft und Georgia 73 Ceda und El 74 Davidson u Georgia 75 English Av.u Pin 76 EhelSd und Bäte , "S No. S Spritzenhau Prospekt nahe Shelbtz 7 Fletcher Av. u Sbelbt) öl Market u. New Zersetz 82 Delaware und Wasy. SS East u Washington 34 New Dork u. Davids S Taubstummen Ansta S Ver. Staaten Arsenal 87 Orient! und Wash. S Frauen-Reformat. n No. 13 Spritzenhaus Marbland nahe Mer. 2 Meridian u. Beoraia. 33 Meridian und South 4 Pennfhlv u. Louisiana 5 Virginia Ave u. Alab. 96 Hailptquarti. 97 Grand Hoiel. 98 Capital Ave und 0hl 23 No. 16 Spritzenhau 16. und Ash. vZi Alabama und 16. 125 Central Ave und 16. 126 AandeS und 15. 27 Brookside und Juptt .LS Central Ave und 17. ;29 Delaware und 19. '.31 Alabama und 11. .32 Bellefontaine und S. 184 College Ave und st. 156 Delaware und 13. 136 Alabama und North 137 Newmann und 19. 138 College Ave und 14. '39 Cornell Ave und IS. Hl JandeS und 19. U2 HiMand Ave und 10. US Tecumseh und 10. US New Jersey und 2. 46 Nlvord und 17. 47 No. 2 Spritzenhau HiKside Ave und :6. 43 College Ave und 22. U9 College Ave und 7. '.52 Park Ave und 2. tSS L E u. W Bahn u. 22. (54 Ramsey Ave und 10. 166 Stoughton u Newman 157 Atlas und Pike. 158 Blovd und Pawpaw. 9 No. 21 Spritzenhau ' Brightwood i Arden und Depot 16 Brightwood und 25. 164 Rural und Blovd 165 St. Clair u. Kehston 167 Arsenal Av unk 2Z. ' öS Bellefontait! und . 29 Park L ud l 212 Capital Ave und i?. 813 Pennsvlv. u. Michia 214 JllinoiS und 20. 15 Senate Ave und N. H6 Pennsvlvania und 23. 17 Meridian und 16. , 218 Capital Ave und 6 219 Broadway und 10. 231 Illinois und McLean 234 No. 14 Spritzenhaus Kenwood Und 30 35 JllinoiS und 83. 36 Annetta und 3C 237 No. s. Spritzen? lu? Ndell und Rader 38 Ndeil'dadder Wor 239 Jsabel und 7. 241 Meridian und 24. . 242 JllinoiS u St. QXeäf: 243 Eldridge und 23. 812 West uud Walnut 13 West und 12. - 814 Howard und 16 816 Torbet und Paca 316 Capital Ave und rb. 317 Northwestern Ave u Ä 313 Gent und 18. 319 Canal und 10. 24 Eerealine Work 24 Vermont und Lynn 25 BismareZ u Grandviets 26 No. 2 Lpntzenhau HaughviUe. 27 Michigan u. Holme, 28 Wichigan u. Concord 41 West und McJntv 412 Missouri u. Marvlanb 413 Missouri und Ohio 415 Capital Avseorgia 41 Missouri entuckyS. 417 Senate Ave u. Wash. 421 P und E kwnddau W. Washington 423 Jrren-Hospital. 424 Mileh Ave u. I D u 425 Wash. and Ha 428 No. 18 Sptzenhau, W. Washington 427 Olwer und Birch 428 Oliver und Osgooe 429 Nordyke und Dork 431 Hadley Ave u. Morri 432 River Ave u. Morri 434 River Ave und Ratz 43Hardingu.Big4RU 436 Harding und Olivei 437 No. 1 Spriftentej Morri und Sardimk Hotoarb tmkSLZls 4 Stockvar 451 ReUn und EK8 45 Howard und See 453 Morri und appo 5 Lambert und Sc&emtl 457 NordhSe Sltx k. We& um Wor SIS West uud Rech 13 entucky Ave u. WenV 14 Meridian und Morrtz bi JllinoiS und anfat 17 Morris und Dakota 1 Morri und hurch 51 Capital A. u McCar, 21 Meridian und Pal 23 Pine und Lord 24 MadisokAveuAneol ?ö Meridian und BeltRV 2? Carlo und Ratz 28 Meridian und Ärizon 529 Skendimi u. Ravuumd 631 Meridian u. McCal'., 3 No. 17 EpritzenbLu Morri nahe West 1 McÄernanund Douah. 613 Last u. Lincoln &nt 614 East und Beecher 1 Wright und Saicherk 617 McCarty und Beaiy 1 Rew Jersey u ir Av, 71 Spruce und Prospekt 713 English Av. u. Laurel 714 State Ave .Belt R S 716 Ehelby und Beecher 716 State Ave un Orani 718 Orange und Laurel 71 Shelby u. Gutag M 7l Lexington A. LauH 723 Fletcher Ave u. Sprua 724 State Ave u. PleasanZ 7 Prospekt und ?leasani 726 Orange und Harla 728 Liberty und Mea 729 Noöle und South 81 No. 16 Spritzenhau Oft Washington vir 813 Market und Noble 814 Ohio u. Highland V S15 Michigan u. Higyla 616 Market u Arsenal 817 Ost t. Clair und Union Bahn Geleis. 821 Pan Handle Shop 23 Vermont und Wakotk 824 Wash. und State AU, 26 Madden'SLounge Fad , Tmk und Dorsey i.27 Wash. und ville Av, 829 No. 1 Spritzenhau eville nahe Michig. 31 Eoutheafter Ave und Woodside. 3 Wash. und Dearbo 34 Southeastern und . , Arsenal Ave. New Dork und Tempk 12 JllinoiS und Maryl, . 13 JllinoiS und Sarkt. 14 Penn, und Wash, 15 Delattar, im VS Spezial, Signale. Ersten Schlage, zweiter Alarm, ' -Zweiten 2 Schlag, dritter Alarm, Dritte Schlüge, vierter Alarm. i--i, Feuer au und Schlauch aufgerafft. 3 Schlag, Wasserdruck ab. 1 Schlag, U Uhr Mittags. Die so b!ichneten Signale werden nur dom Tbur Wächter angegeben da an den betreffende Straße kreuumge keine Alarmköste angebracht find. Chicago und der grotze Nordweft, via . , v' t laska vawali-PHiliHPWe 3n1?la. Vier tägliche Schnellzüge nach Chicego. &BT Bon der Mono 47. Str. Station. Chicago. find nur 5 Minuten mittelst elektrischer ar nach den Union Biehböfen French JLick Springs, indem Orange Eounty Hochland. Familien-Hotel anter neuer Geschäftsleitung. Vluto, Proserpine nv owle Quellen. Bestes ivilneraivaner ver Gelt. Zwei Züge täglich via Greencastle. Ticket-Officen : Union Station. Maffachusett V nd öS West Washington Straße. R. P. l g t , Distrikt Dass. aent. ndlanavolk. 5nd. .H.McDoel, E.H. Rockwell, ras. und Gen. Mgr. errlevsinier Frank I. Rd. VtN.P,ff. Agent, bicago. Jll.
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