Indiana Tribüne, Volume 27, Number 240, Indianapolis, Marion County, 31 May 1904 — Page 5

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Jndiana Tribüne, 31. Mai lOOüi, X".

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I Im RlchtrauchcrKoüjze k 5 i Von Ludwig Gcnnann ; O . i A 8'0fr,8't'',0't'','C',,8",6 tc wünschen Rauchkoupe?" frug der Schaffner einen Herrn, welcher mit Schlapphut und .. . , maomantel angethan . war und eine Cigarre in der Hand die geöffneten Koupethüren, offenbar' Platz suchend, abschritt. Der Gefragte antwortete nicht sogleich, sondern warf zunächst einen prüsenden Blick in das Nichtraucherkoupe, an welchem er gerade vorbeikam. Der Blick bedeutete: Wenn da etwas nettes, weibliches drin sitzt, dann steigst du auch hinein. Er dachte Zch nichts besonderes dabei. Aber es war so verlockend, einer unbekannten Schönen gegenüberzusitzen. Biellercht wurde es e:n Abenteuer, v:elleicht auch nicht: gerade in der Ungewißheit lag das Reizvolle. Und siehe da, es war etwas nettes, weibliches darin. Solche Abenteuerlust erschien zwar recht unpassend für ihn, das sagte er sich selbst, denn er war verlobt. Indeß es lag ihm so im Blute. Wein kitte WxchWnnrher hii Ci garre fiel, der Schaffner lächelte, bekam dafür einige Cigarren, und der Kunstmaler HansBrüning stieg in das Nichtraucherkoupe ein. Er grüßte leicht, wie man beim Betreten eines Eisenbahnkoupes als höflicher Mensch zu thun pflögt und setzte sich der jungen Dame gegenüber, , denn drüben war, , wie er vom Schaffnet soeben ' laut erfragt hatte, Sonnenseite. Kaum war er eingestiegen, so wurden die Thüren zugeschlagen, und der Zug setzte sich in Bewegung. Seine Absicht war, mit seinem' Bis? a-vis möglichst bald in's Gespräch zu kommen. Deshalb that er so, als ob sie ihm vollständig gleichgiltig wäre und sah zum Fenster hinaus. Zahllose Schienenstränge, verräucherte Gepäckschuppen und die kahlen Rückwände hoher Miethhäuser der Borstobt zogen da draußen vorbei. Er wendete sich augenscheinlich gelangweilt wieder in , den Wagen zurück und hielt sich nun für vollberechtigt,, sein Gegenüber genquer zu betrachten. Sie hatte ihn offenbar bereits einer Prüfung unterzogen. Er merkte das mit Befriedigung an -ihrem abschweifenden Blick. Die Äugen des Malers, wurden durch den Anblick ihrer Hände gefesselt. Sie waren klein und von wunderbarer Zartheit; Form und Haltung, aber deuteten auf Energie und Temperament. An der Linken leuckteten vracktvolle Steine. .Er hoffte, daß sich ihre Blicke begegnen würden, dann wäre die Ansprache leichter gewesen, aber sie that ihm nicht den Gefallen, sondern blickte hinaus, wo inzwischen dieAussicht frei geworden war. Jetzt Mtte Brüning keine Ruhe mehr. " Gnädiges Fräulein, verzeihen Sie meine Neugier. Bitte sagen Sie ein Wort. Ich möchte Sie sprechen hören. Ich bin überzeugt, daß Sie Künstlerin sind." Und warum?" frug sie mit leichtem Lächeln. Ich habe das gesehen." Ach, Sie haben richtig erkannt, mein Herr, daß ich einen Beruf habe. Ich bin Sängerin." Wie sie das sprach, erschien an ihrem Mund ein entzückender Ausdruck natürlicher Liebenswürdigkeit, der angeborenen, die so selten ist in der Welt und die der Menschen Herzen gewinnt. Ja, wo hatte ich denn meine Augen? Ich habe Sie doch erst in diesen Tagen gesehen und gehört, als Eva in den Meistersingern und als Margarethe. Aber die blonde Perücke stand mir noch vor Augen, deshalb erkannte ich Sie nicht gleich wieder. Es war herrlich. Das Publikum jubelte ja, es hat Sie liebgewonnen, das kann ich Ihnen dersichern. Darf ich davon sprechen? Aber ich fürchte zu langweilen." Sie lachte. Wenn man uns loben will, niemals. Aber Sie sollen auch tadeln ganz' ehrlich." , Ich habe vielleicht schon geschmeichelt, gnädiges Fräulein, aber niemals in der Kunst. Da kann ich nur ehrlich sein. Ich will nicht von Ihrer Herrliehen Stimme sprechen. Aber das eine mutz ich sagen: Sie singen und spielen so 'natürlich und ergreifend und mit Begeisterung, wie sie ' nur aus einer gottgeliebten Natur entspringen kann. Und das kommt ja so sehr, sehr selten vor. Ich habe es noch niemals so gehört. Wie Sie als Eva den Spruch sangen und dann in der Margarethe, in der Kerkerszene, wo die Walzermelodie wiederkehrt, und was machten Sie da für todttraurige Augen! Da hat es mich gepackt, da habe ich wieder einmal die Schönheit echter Kunst gespürt.", - Sie loben mich zu sehr. Das eine aber ist wahr, daß ich mich für meine Kunst begeistern kann, trotz alles Theaterärgers und trotz aller Gehässigkeiten, die man mir bereite'. Und darum liebe ich meinen Beruf. Aber, wir haben schon zu viel von m.: gesprochen. Nun müssen Sie etwas von sich erzählen. Ich halte Sie für einen Schriftsteller." Sehr schmeichelhaft. Im Dienste der . Kunst stehe auch ich, aber, mein Werkzeug ist der Pinsel, nicht die Fe. der." Er nannte seinen Namen. - : Ach, der berühmte. Landschaftsmaler!" Na, berühmt gerade, nicht, aber es macht sich so einigermaßen." Endlich wieder ein denkender Künstler, 'so las ich neulich in einer Kritik Ihrer: Bilder." .Ich bin kein denkender Künstler,"

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rief Brüning erregt. Der Mann derkennt mich, verkennt mich gründlich. Ich sehe' mw die Delt an, und meine Freude an der Natur, die male ich auf die Leinwand. Ich habe beim Male.n keine Zeit zum Denken." :. Bravos , rief, die Sänoern. Mein Vater wollte freilich, daß ich Jura studiren sollte. Das versuchte ich denn auch. Aber vergeblich. Zch sah zu viel,' Ich hatte zu viel Freude am Schauen, am Beobachten, zu viel Freude an der Gegenwart. Das viele Denken störte mich und die Wissenschaft blieb mir eine traumhafte Welt. So erklärte ich eines Tagest daß ich Maler werden würde. Da hielt man mich für verloren. Gleichalterige Vettern waren bereits Kaufleute, die viel Geld verdienten, oder Referendare, die beim Amtsgericht protokollirten und Bettler und Landstreicher vernahmen. , Ich galt jetzt auch für einen Bummler, das war ausgemacht. Denn ich wollte mich doch nur um die ehrliche Arbeit drücken. Aber ich ließ alle Vorwürfe über mich ergehen, denn ich sage Ihnen, mein gnädiges Fräulein, in mir stak eine solche Arbeitslust, daß ich den Tag nichtierwarten konnte, der mich in mein Reich, in das. Reich der Kunst führen sollte. Und dann habe ich sie oft empfunden, die Freude,, die Begeisterung im Schaffen. Aber etwas Schlimmes ist für mich und meine Kunst dabei," setzte Brüning mit sinkender Stimme hinzu: Ich bin verlobt." Wie es gekommen war? Er hatte als Junggesell von, nunmehr 35 Jahren seine- sentimentalen Stunden gehabt; die Kneipgenossen waren alle verheirathet und neue Freunde mochte er nicht. So war er den Einflüsterungen freundlicher Tanten, die ihn so gern aus dem verwerflichen Zustande des Junggefellendaseins herausreißen wollten, erlegen. Freilich hatte matt dabei weniger im Sinne, ihn zu beglücken, als wie sie. Wer war sie? Es waren fünf. Jede hätte ihn genommen. Nach längerem Schwanken entschloß er sich zu hei rathen und wenn schon, sagte er sich, dann nimmst du Olga Merrwitz. Die war ganz hübsch und vor allem das einzige Kind eines großen Industriellen. Da war, goldene Grundlage. Im Charakter war sie ein Mittelding zwischen Racker und Gänschen und man sagte von ihr, sie ginge wie mit einem un'sichtbaren Geldsack einher. Aber das störte unseren Freund nicht. Er dachte: den Geldsack kannst du ihr ja abnehmen. Das Leben der großen, Welt zog ihn an. Er liebte diese Atmosphäre, wenngleich er sie oft verspottete. Zuweilen kamihck freilich der Gedanke: Wenn dir deine Frau nun langweilig würde und du könntest sie nicht mehr leiden; es wäre zum verzweifeln. t - Wenn aber Olga anderen gefiel, etwa im Ballsaal in einem bis unter die Schultern ausgeschnittenen Empirekostüm, oder wenn man nach ihren reizenden Füßchen herabschielte, die da unten neugierig und kokett in Seidenstrümpfchen hervorlugten, da erschien sie ihm nicht mehr langweilig, sondern gefährlich, und das reizte ihn. " Also, er verlobte sich mit Olga und morgen, an ihrem 22. Geburtstag, sollte die Verlobung veröffentlicht werden. Deshalb, hatte sich Brüning zur Bahn begeben. Es war ihm schwül zu Muthe und als die Sängerin ihm jetzt gratuliren wollte, da rief er abwehrend: Nein, nein! Seit , ich verlobt bin. frage ich mich: Soll denn der Künstler überhaupt heirathen? ' Soll er sich nicht lieber die Freiheit wahren, die er zum Schaffen braucht? Häusliche Sorgen drücken nieder, das Alltagsleben zu Haufe wirkt erschlaffend auf den Geist, womöglich , kommt Aerger oder gar Streit dazu. Auch hat der Punkt der Treue seine Schwierigkeiten. Die Treue ist eine philiströse Eigenschaft, sie ist überhaupt gegen die Natur des Mannes, und ganz -unkünstlerisch, eine quälende Moral, eine mit Mühe 'aufrecht erhaltene Schranke. Jeder verheirathete Künstler ist wie ein Pegasus im 0j jr;. u , oche. - Aber das ist ja eine Revolution, die Sie da predigen.. Jedenfalls die Philosophie eines Don Juan. Und ich begreife nicht " Ja, es war auch die größte Dummheit meines Lebens," unterbrach er ihre letzten - zögernd gesprochenen Worte. Und dann soll eine noch größere folgen, die mit den Sklavenzeichen der Eheringe. Oben im Etui liegt einer. Aber ich mag nicht daran denken. Jetzt nicht. Jetzt ist es so schön. Und sehen Sie dort die Sonn?, diese Stimmung, ich möchte sie festhaken. Ja, könnte ich morgen aufwachen und alles andere wäre ein böser Traum gewesen!" So dürfen Sie nicht sprechen, das sind nicht die Gedanken eines Bräutigams." Erschauderte. Sie wollte ablenken, sah nach der Uhr und sagte: Jetzt werde ich bald am Ziele fein. Ich freue mich kindisch, meinen Mann wiederzusehen." '.;. Enttäust'.t sah er sie an und entdeckte jetzt an ihrer Hand zwischen den Steinen einen Trauring golden durchschimmern. . .., . ., , ! ' - Und ich bin froh, daß ich auch meiner geliebten Kunst weiterleben kann. Mein Mann wird gewiß am Bahnhof sein, wenn ihm seine Patienten Zeit lassen, und hoffentlich unseren Herzigen Buben mitgebracht haben. Denken Sie. drei Tage habe ich meinen Jungen nicht gesehen." . Sie blickte nach ihm hinüber. Er s aß betrübt in seiner Ecke. Sie mutzte ihm noch etwas freundlicheres sagen: Wenn Sie Ihre Braut wiedersehen.

verfliegen die bösen Gedanken von selbst.' Ich werde in den nächsten TageA Jhre Verlobungsanzeige erhalten und ein paar erfreuliche Worte dazu. Nicht wahr? Das versprechen Sie mir?" - Sie reichte ihm ihre Hand, und er berührte sie mit feinen Lippen. Ihm schien es, als müsse er .sich in Ehrfurcht beugen vor ihrem Glück. ' Nun kam aber die Unruhe über sie, die nahende Grotzstadt machte sich bemerklich.' Riesenplakate wurden sichtbar, die Thürme der Stadt tauchten im Abendnebel auf. Bald darauf gina es durch elnen Vorort mit grojzen Fabrikgebäuden und Riesenschornsteinen. Jetzt konnte es nicht mehr lange dauern. Der Zug fing .an langsamer zu fahren. Brüning öffnete ihr das Fenster, der Bahnhof erschien und da fuhr man in die Halle. Sie beugte sich hinaus, überblickte eifrig die Wartenden und ein lautes: Mama" ertönte von einer kräftigen Bubenstimme. Mein Otto!" rief die beglückte Mutter ihm zu. Brüning sah einen, stattlichen Mann mit großem, blondem Schnurrbart, der einen prachtvollen, vierjährigen Buben hoch in die Höhe hielt, und der Junge zappelte vor Vergnügen mit den strammen Beinchen. Jetzt hielt der Zug. . Der Mann eilte mit dem Knaben an das Koupe, ein kurzer Abfchiedsgruß für ihn, die beiden Männer verbeugten sich gegeneinander. Sie sprang leicht vom Trittbrett in seine Arme, küßte den Kleinen ungenirt ab, und der Mann strahlte vor Freude des Wiedersehens. Drei glückliche Menschen. Er sah' ihnen' neidlos nach. Das Glück hatte sich ihm gezeigt, um alsbald wieder zu verschwinden. Es gehörte ihm nicht. Er durfte es nicht halten. Aber, er wußte nun, wie es ausschaute und er wußte, daß es so nicht wiederkommen würde. Acht geben," rief plötzlich eine Stimme draußen und der Schaffner schlug die Koupethür zu. ; Zwei Wochen waren vergangen, da erhielt sie einen Brief von Brüning, in welchem er göttervergnügt seine Entlobung meldete. Er war bei der Ankunft mißvergnügt und einsilbig geWesen. Das nahmen Braut und Schwiegermutter übel. Eine Szene folgte, die von Seiten der 'Braut in Eifersucht getränkt war, denn sie hatte richtige Ahnungen gehabt. Zum Ueberfluß hatte die geärgerte Schmiegermutter angedeutet, , daß er eigentlich sehr froh sein könnte, wenn ihre Tochter ihn nähme, sie brauchte nur zu wählen und mit seiner Kunst wäre es doch nicht so weit her. Das hätte eben erst ihre Kousine gesagt, deren Mann auch Kunstmaler sei und der könnte es doch am besten beurtheilen. Die Braut hatte das mit angehört und der Mutier nicht widersprochen. So war 'die Auflösung nicht fo schwierig gewesen. , Auch waren seine moralischen Bedenken bald vergangen, denn ein neuer, stattlicher BeWerber um Olgas Hand war bereits in naher Sicht. . Der Brief schloß mit -den Worten: Ich freue mich meiner goldenen Freiheit wieder. Die Ehe würde mich Unfrei machen. Meine Kunst aber braucht Freiheit, wie die Blume das Sonnenlicht, sonst muß sie sterben. Und ich muß ineiner Kunst 'die. Treue wahren. Wer ich segne die seltene Stunde, über der mir ein Schein des Glückes liegt. Wer nie solche Stunden besessen,. bleibt ein armer Mensch. Wer si? aber gehabt hat. dem hat die Ewigkeit celeuchtet. Das Leben ist wie ein murrn stichiger Apfel, der Apfel fchmeckt ganz gut, man muß nur nicht dumm hinein??i " - Die Krim'inalstatistik Englands vom Jahre 1902 ist soeben veröffentlicht worden. Ihr zufolge sind 786,676 Fälle verhandelt und 207,000 Individuen auf mehr oder weniger lange Zeit hinter Schloß und Riegel gesetzt worden. Bemerkenswerth ist, daß in England das weibliche Geschlecht den größten Prozentsatz der rückfälligen Verbrecher liefert. Im Uebrigen ist die Zahl der männlichen Verbrecher bedeutend größer, als die der weiblichen. In den Gefängnissen zählt man in der That nur- einen weiblichen Gefangenen auf drei männliche. Aus dieser Statistik erhellt, daß das weibliche Geschlecht im Allgemeinen weniger verbrecherische Neigungen hat als das männliche, daß aber weibliche Personen, die einmal verbrecherische Bahnen beschritten haben, mit zäherer Ausdauer und mit einer gewissen Perversität im Verbrechen beharren. Ueber einen merkwitrdigen Selbstmord berichten Berliner Blätter: Der 23 Jahre alte Student der. Chemie Rudolf Wittgenstein, der Sohn eines Kaufmanns aus Wien, kam neulich Abends in eine Gastwirthschaft und bestellte Milch . mit zwei Gläsern. Nachdem er eine Weile sehr verstört dagesessen war, ließ er dem Klavierspieler eine Flasche Selters und einen Cognac geben und erbat sich dafür sein Lieblingslied Verlassen bin i'". Während der junge Mann dieses Lied spielte, nahm der Student Cyankali und sank röchelnd auf seinem Stuhle zusammen. Der Wirth holte drei Aerzte aus derNachbarschaft; aber sie konnten nicht mehr helfen, der Ver giftete starb unter ihren Händen. Wittgenstein hinterließ zehn AbschiedsBriefe. . Seinen Eltern schrieb , er, daß er sich daö Leben genommen habe, weil' einFreund von ihm gestorben sei. Ohne den wolle er nicht länger auf der Welt sein. '

Einweihung des Jndianaer : Staatsgebändes. Am nächsten Freitag, den 3. Juni, Nachmittags um 2 Uhr, wird die feierliche Ceremonie der Einweihung des Jndianaer Staatsgebäudes vor sich gehen und find alle Bürger deö Staates dazu eingeladen. Gouverneur Durbin, Vice-Gouverneur Newton V. Wildert, Henry W. Marshall, Sprecher des Repräsentantenhauses für Jndiana, und Ex-Gouverneur David R. Francis, President der Ausstellung, werden Reden halten. Zahlreiche Truppen werden bei den Dedications-Feierlichkei-ten mitwirken, und es werden ausgedehnte Vorbereitungen getroffen, die Besuchermenge aus Jndiana in jeder Beziehung stolz auf den Hoofier-Staat zu machen. DaS Ktaatsgebäude ist eines der schönsten auf dem Ausfiellungsplatze und liegt in nächster Nähe des berühmten Jnside Jnn". ' ES ist im' französischen Renaissance-Style erbaut und soll ein RendezvousPlatz für die' Besucher abgeben und zu musikalischen und geselligen Unterhaltungen dienen. Das Gebäude ist auf das Herrlichste ausgestattet und enthält eine Unmasse von Räumlichkeiten, die jeden Comfort und weitgehendste Bequemlichkeit dieten. Besucher ausJndiana- werden, wenn sie den Market- oder LacledeStraßenbahnwagen benutzen, bis innerhalb zwei Blocks von dem Staatsgedäude gebracht. Eine Liste guter Hotels und Unterkunftsplätze wird auf Wunsch geliefert. Alle Postsachen sollten adressirt werden: Jndiana Buildtag, Worlds Fair, . St. Louis, Mo., wodurch sichere Transportirung und Uebermittelung gewährleistet wird. jß aus der Entscheidung eines Richters im Kreisgericht von Newark, N. I., ist das Leben eines Knaben doppelt so viel werth, als das eines Mädchens. Der Richter weigerte sich nämlich, das Verdikt der Jury eines untergeordneten Gerichts bei Seite zu setzen, in welchem Even Eastwood, der bei einer Straßenbahn - Katastrophe einen Sohn verlor, als Kläger gegen die Trolley Co. auftrat. Das Verdikt lautete auf Z6000 Entfchädigung. Derselbe Richter entschied aber, daß das Leben eines anderen Opfers, der Ella Werpupp, deren Vater $5000 zugesprochen worden waren, uni 200 z hoch tarnt worden sei, weshalb ein neuer Prozeß bewilligt wer den müsse. Dieses sind die zwei ersten Entschädigungsklagen, welche aus jener betrübenden Bahnkatastrophe vom 19. Februar 1903 herrühren, und es ist zum mindesten höchst sonderbar, daß em Richter das Leben eines Knaben doppelt so hoch wie das eines Mädchens abschält.. Die Deutschen in New York's Staatshauptstadt Albany bauen sich ihr eigenes deutsches Haus. Die dortige German Hall Association, welche sich die Errichtung eines Gebäudes zum Ziele gesetzt hat, das von allen dortigen deutschen Vereinen und Gesellschaften benutzt werden soll, hielt dieser Tage in derStadthalle Albany's eine Versammlung ab, in welcher die günstigen Berichte von zwei Comites entgegengenommen . wurden. Auf Empfehlung des Aktiencomites wurde beschlossen, der Vereinigung dieselbe Gestalt zu geben, welche ein ähnlicher erfolgreicher Verband in der Stadt Troy im Staat New York gewählt hat. ' Auf Grund des Beriefelungsgesetzes hat der Minister des Innern aus dem für den Zweck bestimmten Fonds $8,100,000 für folgende Berieselungsanlagen ausgeworfen: für die Fuma - Anlage am Colorado, welche zur Berieselung von 85,000 Acres in Arizona und Californien dienen soll, 3.000,000; für die Belleforuche - Anlage in Süd - Dakota, 60.000 Acres, $2,100,000; für die Malheur - Anlage in Oregon, 75,000 Acres, Z2.000.000; für die FortBuford - Anlage am Yellowstone in Nord - Dakota. Z1.200.000. Nach Abzug dieser Summen verbleiben von dem Berieselungsfonds noch sechs Millionen. Im County gefangn: ß zu Galveston, Tex., hat-sich ein Mann, Namens Paul Clarkson, einer unfreiwilligen Magenoperation unterziehen müssen, um einen gestohlenen Diamanten im Werthe von $259, den er verschluckt hatte, wieder Herauszugeden. Clarkson war wegen Diebstahls eines Diamantringes im Werthe von 5250 verhaftet worden und hatte bei der Durchsuchung den aus der Fassung herausgenommenen Diamanten, den er im Munde versteckt hielt, verschluckt. Mit Hülfe von Röntgenstrahlen wurde der Diamant in dem Magen entdeckt, und Clarkson ließ sich gegen die Zusicherung von Straflosigkeit den Magen aufschneiden, um den Diamairten seinem rechtmäßigen Eigenthümer wiederzugeben. Die Operation, deren Kosten von dem Eigenthümer des Diamanten bestritten wurden, hat er gut überstanden und befindet sich jetzt auf dem Wege der Genesuna.

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