Indiana Tribüne, Volume 27, Number 239, Indianapolis, Marion County, 30 May 1904 — Page 7

Jndiana Tribüne, 3. Mai 190H.

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otbene n 33 starten tt n u n n n (Fortsetzung.) Und nun gab sich Sylvie einer seitfernen Arbeit Hin. Aus dem auf der Erde liegenden Haufen nahm sie einen Zweig, eine Blume um die andre heraus und schmückte damit ihr Bett, bis es schließlich einem reizenden Blüthenbeet oder einem frischen Grabe glich. Hierauf ging sie zu dem kleinen, verborgenen Wandschrank, der den Richtern entgangen war, und entnahm ihm das gewürfelte Kleid, das sie im Löwenkäfig getragen, dasselbe, worin sie neulich ihr kühnes nächtliches Unternehmen ausgeführt hatte und an dem man das von Estelle gerissene Loch finden würde. Sie warf ihr Trauerkleid ab und zog das graue an. Sie sollten es nun alle sehen, dieses Kleid, damit sie sich davon überzeugen, konnten, wie sie von ihr hinter's Licht geführt worden waren. Was für erstaunte Sesichter würden sie machen! Der Geruch im Zimmer steigerte sich, bis er allmälig berauschend, betäubend wurde. Sylvie fuhr sich mit der Hand über die Stirne; schon fühlte sie Kopfschmerzen. Zum Glück war jetzt nicht mehr viel zu thun. Sie nahm aus demselben Schrank ein Packet Briefe, von denen manche schon sieben Jahre alt waren und die sie unter Anwendung unerhörter List, die deren Reiz verdoppelte, in Empfang genommen und versteckt gehalten hatte. Diesen Briefen mußte auch jetzt noch etwas von ihrem berauschenden Zauber innewohnen, denn sie sollten die Arbeit der Blumen unterstützen. Auf das Päckchen schrieb sie dieselben Worte, die sie schon bei dem Verhör ausgesprochen hatte und über die ihre Gedanken nicht hinausgingen: Er ist der Schuldige!" Noch einmal besah sie sich im Spiegel und ordnete ihr Haar. Sie war blaß, aber was schadete das? Morgen würde sie es ja noch weit mehr sein. Eines nur bedauerte sie, daß sie die Augen nicht offen behalten konnte. Wie sie funkelten! Noch nie zuvor hatten sich die goldenen Blumen so herrlich entfaltet. Doch einerlei, an Blumen fehlte es ja hier nicht. Sie war nur ein armes, unscheinbares Geschöpf gewesen, dessen Sehnen darin gipfelte, sich mit Glanz und Herrlichkeit zu umgeben. ?Zas sie im Leben nicht hatte, erreichen können, im Tode endlich würde es ihr zu Theil werden. Vorsichtig streckte sie sich auf ihrem Blumenlager aus; hierauf vergewisserte sie sich beim flackernden Scheine der Lampe, ob sie auch nichts in Unordnung gebracht habe. Ach ja, hier waren ja noch die Levkojen. Schon ganz schlaftrunken streute sie die Blumen mit schwerer Hand über sich aus. O, wie stark sie dufteten! Die Lampe ging aus, aber das schadete nichts. Nun brauchte sie nur noch stillzuliegen, denn die letzte kühne, Aufsehen erregende That, die noch in ihrer Macht gelegen hatte, die war ja nun vollbracht! 19. K a p i t e l. 9Ffc uch diese Nacht verging wie alle ji andern, in ihrem Schooße die Ueberraschüngen bergend, die der kommende Morgen enthüllen sollte. Strahlender noch als am Tage zuvor brach dieser Morgen an, und unter dem tiefblauen Himmel erwachte frisch und rosig die fröhliche Stadt. Toulouse. Es war einer jener Tage, wo die Sonne sozusagen aus allen Richtungen kommt, alles durchdringt' und alle Menschen bescheinen möchte. Ein kühner Strahl hatte sogar Mittel und Wege gefunden, sich durch das kleine Schiebfenster in Bincent Gerbaults Zelle zu stehlen und ihn aufzuwecken. . Trotz der Grausamkeit der Gegenwart und der Sorge um die Zukunft hatte der Gefangene diese drei letzten Nächte geschlafen, sogar ruhig und friedlich geschlafen, denn jeden Abend war er von denselben süßen Worten in Schlummer gewiegt worden, die ihn auch heute wieder begrüßten: cent, mein geliebter Bräutigam!" Diese Worte hatten genügt, ihm die langen Stunden der Einsamkeit zu verklären. Er vernahm sie sogar während der peinlichen Verhöre, und sie waren es, die den glücklichen Ausdruck auf fein hübsches Gesicht zauberten, auf dieses offene, ruhige Gesicht, von dem sogar die Richter sagen mußten, daß es das eines rechtschaffenen Mannes sei. Und in der That, Vincent Gerbault hatte sich' während der drei seit seiner VerHaftung verflossenen Tage nicht unglücklich gefühlt, wenigstens war das Gefühl des Glückes stets stärker gewesen, als das des Unglücks. Von Germaine geliebt und auf solche Weise geliebt zu werden welcher Mann konnte sich, eines ähnlichen Vorzugs rühmen? Sein Herz strömte über von Liebe und Zärtlichkeit. Kaum daß er Sylvie verwünschen und den Rich- , tern grollen konnte. Nun da Germaine ihm verziehen hatte, durfte er sich auch selbst seine kurze Verirrung verzeihen.

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i -if SS i i tt . 0 0 u n und er nahm diese Prüfung wie eine Sühne hin, deren Ende er Vertrauensvoll abwartete. Bei der Ankunft im Gerichtsgebäude hatte er sofort den Revolver abgegeben. Sein Leben ebenso wie seine Ehre gehörten nicht ihm, und es mußte ihm gelingen, beides für Germaine ztf erhalten. Dann aber wollte er sie mit dem ganzen Reichthum seiner Liebe und Zärtlichkeit überschütten, ihr ewige Dankbarkeit weihen und sich trotzdem noch immer in ihrer Schuld fühlen. Und jene andre, die nicht minder zuversichtlich an ihn geglaubt, für ihn gekämpft und gelitten und die ihm Germaine zugeführt hatte, als sei sie ihrer Beider Beschützerin gab es denn nichts, womit er ihr das alles lohnen konnte? Sollte er ihr gegenüber zur Undankbarkeit verurtheilt sein? Nein, das durfte nicht sein, denn sonst wäre das Glück, das er ihr verdankte, ja kein reines Glück mehr. Sie, die es in ihrer Seelengröße über sich vermocht hatte, ihm dieses Glück zu schenken, sie würde in ihrer Herzensreinheit nun gewiß auch einen Theil dieses Glückes von ihm annehmen. Ja, ja, , sein geliebtes Schwesterchen mußte sie werden, das er mit Germaine um die Wette verwöhnen und verhätscheln wollte. So hingenommen war Vincent an diesem strahlenden Morgen von den verlockenden Zukunftsbildern, daß er nicht nur die eigene Gefahr vergaß, sondern auch die weit schwerere und unbarmherzige, die ihr, der Schwerkranken, drohte. Das Knarren des Riegels an seiner Gefangnißthür brachte ihn erst wieder in die trübe Wirklichkeit zurück. Die Stunde des Verhörs war also heute früher angesetzt worden, und schon wappnete er sich mit Muth für diesen schwersten Theil des Tages. Allein anstatt des erwarteten Gerichtsdieners sah er denselben Polizeikommissär erscheinen, der wie es Vincent damals geschienen hatte nur widerwillig seine Verhaftung vorgenommen hatte, und auf dessen vor Befriedigung strahlendem Gesicht er jetzt eine gute Nachricht zu lesen glaubte. So fest, so! ganz Herr seiner selbst Vincent Gerbault sich auch seit seiner Verhaftung gezeigt hatte, so gerieth er jetzt doch in Verwirrung. Hat sich etwas Neues ereignet?" stammelte er, vollständig vergessend, daß ihm, als dem eines gefährlichen Verbrechens Angeklagten, das Sprechen 'verboten war. Dieses Mal aber wurde er nicht durch das hartnäckige Schweigen verletzt, das ihm bis jetzt auf jede Frage entgegengebracht worden war. Ich darf nichts fagen, da sich der Herr Untersuchungsrichter selbst das Vergnügen vorbehalten hat, Sie aufzuklären." antwortete der Kommissär, bemüht, durch sein Benehmen das Geheimniß zu verrathen, das feine Lip pen bewahren mußten. Nehmen Sie Ihre Reisetasche nur gleich mit," fügte er hinzu, und vergessen Sie nichts." In diese Zelle so Ute er also nicht mehr zurückkehren. Zr sagte sich, daß er jetzt vielleicht dem Militärgericht überliefert würde; etwas andres wagte er noch nicht zu hoffen, und doch war sein Schritt beim Hinausgehen munter und lebhaft, als wehe seinem Schicksal ein günstiger Wind. Der Volizeikommissär schlug eine andre Richtung ein, als der Gerichtsdiener es zu thun pflegte, indem er fagte: Wir gehen zuerst in das Amtszimmer." Dort trafen sie den Gefängnißdirektor, sowie einige Beamte. Mit all diesen Gesichtern war .eine Verwandlung vor sich gegangen, und selbst das dicke Buch sah weniger unheimlich aus, als man es Vincent reichte, damit er seine Entlassung aus dem Gefängniß unterschreibe. Sicherlich hätte der Direktor nicht so verbindlich dabei gelächelt, wenn es sich nur um eine' Ueberführung in ein andres Gefängniß handelte. Indem Vincent Gerbault den Herren für ihr artiges Entgegenkömmen dankte, reichte er ihnen die Hand, was er bisher unterlassen hatte. Und nun fuhr er an der Seite seines noch immer vergnügt schmunzelnden Kommissärs in einer Droschke, anstatt in dem cntschlichen Gefängnißwagen nach dem Justizpalasi. Die frische Luft berauschte ihn förmlich; die Stadt erschien ihm größer, schöner, und alles strahlte, lachte und funkelte ihm entgegen. Bald durfte er Germaine wiebersehen! Selbst der Justizpalast kam ihm jetzt weniger finster und kalt vor. Brennende Ungeduld ' hatte sich seiner bemächtigt, und er ' lief fast nach der Kanzlei, wo der Untersuchungsrichter ihn erwartete. Dieser trat seinem Besucher lebhaft entgegen und. sagte, seine Verlegenheit hinter dem. früheren kameradschaftlichen Tone verbergend, 'den er während der letzten 'drei Tage so gründlich abgelegt hatte: Herr Hauptmann, auch der rechtschaffenste, und von den besten Absichten beseelte Mensch kann einem Irrthum zum Opfer fallen. Mein Wohlnllenwar Jmmtx auf Jbrer Seite.

Roman von (SLhampoX

aber die äußeren Anzeichen"zwängen mich, so zu handeln, wie ich es that. Aufrichtig bitte ich Sie um Entfchuldigung, zugleich schätze ich mich glücklich, Ihnen den soeben eingelaufenen Befehl zu Ihrer Freilassung verkündigen zu dürfen. Frau Dulaurier hat sich gestern Abend endlich zu einem Geständniß entschlossen, das durch ein inZwischen eingetretenes Ereigniß bekräftigt worden ist. Ich überlasse es denjenigen, die mir freiwillig in j meiner Aufgabe so wirksam zur Seite 'gestanden haben, Ihnen die Einzelheiten mitzutheilen. Wohl einem Menschen, der es verstanden hat. sich wie Sie solch zuverlässige, aufopferungsvolle Freunde zu erwerben!" Ein kräftiger Händedruck beschloß die gefühlvolle Rede. Gern verzieh ihm Vincent, ja er hatte es sogar sehr eilig damit, denn mit aller Macht drängte es ihn fort fort zu ihr. 'Hastig stürzte er durch die langen Gänge. Der schreckliche Traum hatte sein Ende erreicht. Er war nicht nur frei, sondern auch seine Ehre war hergestellt! Betäubt und etwas athemlos wie Jemand, der zu rasch gestiegen ist. langte er auf der Freitreppe an. Hier wartete seiner nun aber eine neue Ueberraschung, und. tief bewegt hemmte er seine Schritte. Ehe er sich's versah, war er von einer lärmenden, laut jubelnden Schaar umringt: seine Freunde, seine Vorgefetzten, feine Kameraden alle, selbst solche, die ihm bis dahin gleichgiltig, ja feindlich gegenüber gestanden hatten, waren es. Im Gefühl der Zusammengehörigkeit hatten sie seine Sache zu der ihrigen gemacht, sie wollten mit ihrem Zeugniß bei Gericht Widerspruch erheben gegen die Maßnahmen der drei letzten Tage und waren nun gerade im rechten Au-

genblick zur Stelle, um ihn zu empfan-, aert 311 fiPrtTiiftiürrfsfipn itnS fiirrri

; ' r u 3 w .... .v Triumph zu theilen. Als er einen um den andern erblickte, drückte er ihnen die Hände und ließ sich von ihnen umarmen. Da plötzlich sah er auch Lepages hohe Gestalt, die sich aus dem Knäuel von Uniformen löste, und von Rührung überwältigt, warf er sich ihm an die Brust. Ich komme mir vor wie ein von den Todten Erstandener!" stammelte er mit thränenerstickter Stimme. . Nun war es ihm also wiedergeschenkt, das schöne von Liebe und Freundschaft verklärte Leben, dem sich jetzt noch ein neuer Reiz hinzugesellte-, das Mitgefühl der großen Menge. Seit drei Tagen hatte der Fall Gerbault die öffentliche Meinung in Aufregung versetzt, und als die Vorübergehenden den auf den Stufen des Jusiizpalastes sich abspielenden Auftritt sahen, wußten sie sofort, um was es sich handelte. Die Begeisterung der Bevölkerung des Südens erwärmt und .äußert sich rasch. Sofort hatte sich ein Auflau' gebildet, aus dem lebhafte Hochrufe q tönten, was Hauptmann Gerbaults Verwirrung und die Vegeisterunz seiner Kameraden noch steigerte. Komm mit uns in den Klub zum Fest- und Ehrenpunsch!" wurde gerufen. Levage mußte sich beruhigend in's Mittel legen. Meine Herren, heute Abend da steht unser Freund zu Ihrer Verfügung; jetzt aber ruft ihn eine andre Pflicht: er hat eine Braut!" Diese Verkündigung machte einen zu großen Eindruck, als daß man nicht sofort die Waffen gestreckt hätte, und rasch führte der Doktor seinen Freund nach dem auf ste wartenden Wagen. Kaum waren. sie allein, so kam auch Vincent wieder zur Besinnung. Kannst Du mir nun endlich sagen, was geschehen ist?" rief er erregt. Erkläre mir, wie ist es gekommen, daß Sylvie sich selbst angezeigt hat?" Gespannt sah er Lepage an, und nun bemerkte er von Neuem etwas in seinem Wesen, was ihm schon vorhin flüchtig aufgefallen war, eine gewisse Steifheit und Gezwungenheit. Er machte den Eindruck, als wolle er heiter erscheinen, bringe es aber nicht fertig. Eine plötzliche Unruhe bemächtigte sich Vincents. Sylvie hat man heute Morgen todt gefunden," antwortete Lepage unvermittelt. Sie lag angekleidet auf ihrem Bette und hatte rings um sich her den ganzen Blumenbestand ihres Gartens angehäuft. Die Thüre war verschlossen, das Fenster dicht verhängt, und im Zimmer herrschte ein betäubender Duft. Gestern Abend bin ich noch mit dem Gericht bei ihr gewesen." Die Unglückliche ihre armen Eltern!" Vincent Gerbault war tief ergriffen, und doch empfand er, trotz der natürlichen Regung des Mitleids und Graufens, ein Gefühl unbeschreiblicher Erleichterung. ' Ob es wohl dieses traurige Ende war, das auf Lepage lastete? Mit seiner gewohnten Unempfindlichkeit aber fuhr dieser fort: Ein todter Hund beißt nicht mehr. Mir thut nur das eine leid, daß ich dieses schädliche Gezücht nicht schon, früher vernichtet habe. Ausnahmsweise hast Du nun auch einmal rechtgehabt, mein Junge, denn sie war wirklich meine Schöne mit den goldenen Blumen." Vincent kümmerte sich nicht um LePages grausame Reden, denn nun wurde ihm allmälig alles klar. Du bist hierher gekommen um sie Dir anzusehen! und hast sie wiedererkannt! Du also bist mein Retter!" Nein, ich bin es nifr1 (Schluß folgt.)

Neue Studcnteunnruhen in Rk land. Aus Charkow wird geschrieben: Einer der hiesigen Privatdozenten, Professor Dr. Jasnopolski, hielt in seinem Auditorium eine Vorlesung über Japan, in welcher es unter anderem hieße Japan sei als dicht bevölkertes Land mit wachsender Industrie auf neue Absatzmärkte angewWen. Dieses sei bei Rußland nicht der Fall. Rußland hätte es daher nicht nöthig gehabt, sich auf das mandschurische Abenteuer einzulassen, noch weniger aber war es nothwendig, sich deswegen in einen 5rieg mit Japan zu stürzen. Dieser Krieg werde, seiner, des Lektors, Anficht nach in keinem Falle Rußland zum Nutzen gereichen, es sei denn, daß sein Ausgang ein ' Signal zur Einleitung von wichtigen Reformen im Inneren werden könnte. Die Vorlesung gefiel den Studenten außerordentlich, und nur eine verschwindende Minderheit, welche zur Partei der Russischen Versammlung" gehörte, war unzufrieden und soll gehörigen Ortes- gegen Professor Jasnopolski eine Denunziation eingereicht haben. Jedenfalls ist Jasnopolski kurz nach gehaltener Vorlesung von seinem Lehramt entfernt worden, was unter den Studirenden der Universität sowohl wie des Polytechnikums große Entrüstung hervorgerufen hat. In einer Studentenversammlung wurde beschlossen, nicht nur die Wiedereinsetzung des entlassenen Professors. sondern auch den Ausschluß der Denunzianten zu fordern. Der Beschluß richtete sich namentlich gegen die beidenSöhne des Redakteurs des Charkower Gouvernementsboten" Ostrumow. die Brüder Chishujakow. den Fürsten Golonistschew-Kutusow und Sakowitsch sämmtlich Mitglieder der Russischen Versammlung". -Wei-tere Beschlüsse sind auf der Studentenversammlung nicht gefaßt worden. Dagegen nahm die Versammlung der Polytechni ker einen so stürmischen Verlauf, daß das Institut geschlossen werden mußte. In dieser Versammlung sind nicht nur die Beschlüsse der Studentenversammlung angenommen worden, es wurden daselbst 'uch noch Forderungen allgemeinen politischen Charakters aufgestellt. Man sagt, daß die Techniker ganz besonders durch die Haltung des Direktors Schiller gereizt wurden, der gleich nach der ersten Zusammenkunft die Polizei auf die Studirenden gehetzt hat. Zur Zeit werden bei den Studirenden Haussuchungen abgehalten und zahlreiche Verhaftungen vorgenommen, wobei die Techniker von der Polizei ganz besonders bevorzugt wurden. Eben im Begriffe, diese Zeilen abzusenden, muß ich als Neuestes noch hinzufügen, daß in Charkow sämmtliche höheren Lehranstalten geschlossen wurden. .. Ter Borfall in Sinyrna. Das Journal de St. Petersburg" schreibt: Der Zwischenfall in Smyrna, wo der Sekretär des griechischen Konsulats von türkischen Soldaten verwundet und verhaftet worden ist, hat das patriotische Gefühl der Griechen auf das peinlichste berührt. Es sind alte Erinnerungen, welche Griechen und Russen durch gleiche Sympathien und Traditionen verbinden, was ebenso zurückzuführen ist auf den gemeinsamen Ursprung unserer Kirche, wie auf Jahrhunderte von Kämpfen für dieselben Hoffnungen und unter denselben Fahnen. Seit der Eröffnung der Feindseligkeiten 'zwischen Rußland undJapan hat das griechische Volk bei mancher Gelegenheit einen einen deutlichen Beweis seiner Sympathien für Rußland gegeben. Das griechische Volk erinnert sich in den Stunden unserer Prüfung, daß Rußland in hohem Maße zu seiner Befreiung beigetragen und das junge Königreich bei seinem ersten Schritt hat. In Athen wurde anläßlich der Kriegserklärung in der russischen Gesandtschaft ein Gottesdienst in Gegenwart der Königin der Hellenen und leitender hoher Persönlichkeiten gefeiert. Aus demselben Anlaß wurde aus Veranlassung der städtischen Behörden von Athen in der Kathedrale durch den Metropoliten vor einer zahlreichen Gemeinde ein Tedeum für den endlichen Erfolg der russischen Waffen abgehalten. Aehnliche Kundgebungen werden uns anderswoher gemeldet. Sammlungen zu Gunsten unsererVerMundeten sind in mehrern griechischen Städten spontan veranstaltet worden. Ferner gehen uns Mittheilungen von Erklärungen wackerer Herzen zu, welche ihre Hilfe anbieten, theils als freiwillige Kämpfer im fernen Osten, tbeils als Militärärzte oder in anderen Stellungen. Wenn man die politischen Faktoren in Betracht zieht, welche auf die weitere Entwicklung unferes Kampfes mit Japan Einfluß haben können, so hat man in Athen recht, an den schließlichen Erfolg unserer Waffen zu glauben, und man trägt dort durchaus der Thatsache Rechnung, daß die zukünftige Gestaltung der Dinge auf der Balkanhalbinsel niemals wird ohne Rücksichtnahme auf den Willen Rußlands geregelt werden können.

In Japan benutzt man jetzt Bahnschwellen aus gebranntem Thon. Kork- werden auf der ganzen Erde jährlich etwa , 20,0Q0 Centner verbraucht. - f ' D i e' e r st e t a g l i ch e Z e i -t u n g wurde in Deutschland im Jahre 1524 gedruckt.

Die Erzählung eines verschütteten. Zu dem Lawinensturz in Grengiols, über den wir wiederholt berichtet haben, veröffentlicht die Basler Ztg." die Schilderung des Bäckermeisters. Lauber, der mit seiner ganzen Familie in seinem Hause vom Schnee begraben war. Seit ein paar Tagen," so beginnt der Bäckermeister, lag meine Frau als Wöchnerin darnieder. Eine Tochter wachte deshalb in unserem Schlafgemach bei der Mutter.. Eine andere Tochter schlief mit dem zweijährigen Brüderchen Peter im Neben zimmer im gleichen Gemach, auf dem Sofa die Magd Jmhof. Gegen 1 Uhr waren wir alle etwas eingeschlafen. Draußen heulte,der Sturm und tobte der Regen. Plötzlich, es war gegen 2 Uhr, ertönte ein furchtbares Geraschel und Windespfeifen. Ich fuhr empor. Meine Frau stieß einen Schreckens.schrei aus. Im gleichen Momente stürzte aus dem Nebengemach die Tochter mit dem Rufe: Die Lawine kommt in unser Schlafzimmer! Sie hatte noch vorher der Magd zugerufen, sie solle flüchten, allein diese un) das Brüderchen lagen in tiefem Schlaf. J.u Momente, als die Nebenthllr zukrachte, wankte auch schon das ganze Haus, das Licht erlosch, wir spürten einen Moment, daß es bergab ging, dann knackte und krachte es über und ncben und unter uns, und einige Zeit glaubte jedes von uns, alles sei todt. Ich fühlte rings um mich Bretter und Balken, die sich sperrten und stürzten, dazwischen lagen freilich Eis und Schnee, Steine und Erde. Sobald ich mich vom erstenSchrecken erholt, rief ich nach den Meinen. Meine Frau gab dicht neben mir Antwort, bald darauf auch zwei Kinder. Ich arbeitete mich vorsichtig, so gut es ging, unter den Trümmern zur Frau heran. Ein Stein hatte sie am Kopf getroffen, und über ihren kranken Körper floß eisiges Wasser. Sie war in bitterböser Lage, verkehrt, in Sperrwerk und Eisblöcken eingeklemmt. Von uns getrennt, hinter Holzwerk j zusammengepreßt, gaben nun auch die beiden Mädchen Kenntniß von ihrer Lage. Sie konnten sich nicht rühren, hatten jcdoch Luft. Das eine blutete stark und hatte Kopfwunden. Ruch etwa einer Stunde meldete eins der Kinder, daß der in seiner Nähe liegende Knabe todt sei. Von der Mcigd wußten sie nichts. In furchtbarer Situation harrte ich nun, mein Weib stützend, auf Rettung von außen. Es hatte sich über mir, wie ich später merkte, eine Art Trichter nach der Oberfläche durch das Sperrholz gebildet, der uns vor dem Ersticken bewahrte. Nach, qualvollen Stunden hörte ich plötzlich! über mir Rufe: Lebt noch jemand?" Es war mein Nachbar, der neben meinem Hause eine Sägerei hatte, die ebenfalls verschwunden war. Er hatte zufällig, als die Lawine niederstürzte, die Flugbahn aus seinem Fenster beobachtet, sah plötzlich unser Licht erlöschen und ahnte die Katastrophe. Er schlug Lärm und war, sobald es möglich war, auf der Stätte unserer ehemaligen Häuser erschienen. Als er auf sein Rufen unsere Antwort aus der Tiefe vernahm, waren alle herbeigekommenen Hilfsmannschasten zu unserer Ret-

tung herbergezogen. Morgens um 5 Uhr waren wir Fünf gerettet, und bald darauf auch die beiden Todten geborgen. Die furchtbar kalte und leidende, dem Eisgrabe entgangen? Frau wickelte ich in ein Tuch und trug sie, barfuß, selber nur im Hemd, hinüber ins Dorf. Sie befindet sich momentan relativ wohl;, was noch wird, ist abzuwarten. Dagegen hat mein siebenjähriges Mädchen derartige Verletzungen, daß ich für ihr Leben fürchte. Es waren fürchterliche Stunden da unten, die ich nie vergesse." Der preußische Staat. berechnet für das nächste Finanzjahr seine Einnahmen und Ausgaben auf 2.800,805,050 Mark. Das Mitglied des Ausführenden Rathes der Kapkolonie, Oberst Schermbrucker, geboren in Schweinfurt am, Main, ist gestorben. Der hessische Gesandte am preußischen Hofe, Dr. v.Neidhardt, feierte sein fünfzigjähriges Dienstjubiläum. Wie jetzt endgültig festgestellt ist, finden die öfterreichischen Kaiiermanöver in Südböhmen bei Strakonitz statt vom 30. August bis 7. September zwischen dem Prager und dem Innsbrucks Armeekorps. Der Kaiser Franz Joseph wohnt während der Zeit im Schloss? Stekna des Fürsten Alfred Windisch gratz. Ein Kaiser - Gedenk st ein wird in der Schorfheide bei Zehdenick an derjenigen Stelle zur Aufstellung gelängen, wo der Kaiser seinen tausendste Hirsch erlegt hat. Der Stein, ein Findlingsblock, im Gewicht von 50 Centnern, trägt folgende Inschrift: Unser durchlauchtigster Markgraff und Herre. Kaiser Wilhelm II., fällt, allhier am 20. IX. a. d. 1898 Allerhöchst Seinen 1000 edel Hirschen vJ.i 20 Enden." . Von je 100. Pfund des auf der Erde erzeugten Papieres finden nur sechs Pfund zu Büchern Verwendung. Das St. Katharinenk l o st e r auf dem Berge Sinai hat seit 1400 Jahren keine einzige Frau be-treten.

Feuer - Signale.

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Grand Hotel. 93 Capital Ave und Chfe 23 No. 16 Spritzenhau 16. und Ash. 124 Alabama und 16. 126 Central Ave und 15. 126 DandeS und 15. 127 Brookside und Jupiter 128 Central Ave und 17. 129 Delaware und 19. '31 Alabama und 11. 132 Bellefontaine ad s, t34 College A und 2. :ss Delaware und 13. 138 Alabama und North 137 Newmann und 19. 133 College Ave und 14. 1.39 Cornell Ave und 13. ui DandeS und 19. 142 Highland Ave und 10. 143 Tecumseh und 10. 145 New Jersey und 22. 146 Alvord und 17. 147 No. 2 Spritzenhaus Hiltside Ave und 16. US College Ave und 22. i49 College Av und 7, 152 Part Ave und 2. 155 L E u. W Bahn u. 22. 154 Ramsey Ave und IS. 156 Stoughton u Newman 157 AtlaS und Pike. 158 Bloyd und Pawpaw. 159 No. 21 Spritzenhau Brightwood m Arden und Depot 163 Brightwood und 28. .64 Rural und Bloyd 165 St. Clair u. Keystm 167 Arsenal Ave unk 23. 168 Bellefontaine und 23. 169 Park 0 und 14. 212 Capital Ave und 17 213 Pennsylv. .Michiaa 214 Jllinoi und 2. 15 Senate Ave und N. 216 Pennfvlvania und 22. 217 Meridian und 16. 13 Capital Av und 26t 219 Broadway und 10. 231 Illinois und McLum 234 9!o. 14 Spritzenhaus Kenwood und 30 35 Illinois und 33. 236 Annetta und 80 237 No. . Spritzend zu Udell und Raoer 233 Udell Ladder Worl 269 Jsabel und 27. 241 Meridian und 24. 242 JllinoiS u St.Cla 243 Eldridge und 23. 812 West uud Walnut ' 313 West und 12. 814 Howard und 16 815 Torbet und Pa 816 Capital Ave und n, 317 Northwestern Ave u 18 Gent und 13. 19 Canal und 10. 824. Cerealine Work 824 Vermont und Lynn 25 BiSmck u Srandvtetk 26 No. 29 Spritzenhaus Haughville. 27 Michigan u. Holme, 28 Michigan u. Concord 41 West und McJntyre 12 Missouri u. Maryland 41 Missouri und fthio 415 Capital Avev. Leorgta 416 Missouri u entuckyA. 417 Senate Ave u. Wash. 421 P und E ?IunddauS 23. 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Die so bezeichneten Signal werden nur vom Thür dächter angegeben da an de betrejsmde Straß keuzung keine AlannkSSen angebracht sind. Chicago zmd der große Nordwefte via laSka-Sawait-PHUiHdtne Insel. Vier tägliche Schnellzüge nach Chicago. Bon der Monon 7. Str. Station, Chicago, sind nur 5 Minuten mittelst elektrischer Car na cd den Union Biehböfen French JLick Sprlngs, indem Orange County Hochland. Jamiliea-Hotei anter neuer Geschäftsleitung. Pluto, Proferpine nd Bowle Quellen. Beste? Mineralwasser der Gelt. Zwei Züge täglich via reencaftle. Ticket-Officen : Union Station, Mafsachusett ve und SS West Washington Straße. R.P.Alge, Distrikt Baff. Agent, Indianapolis, Ind. .H.MeDvel, C.H.Rockwell, Präs. und Gen. Mgr. . , Betriebsleiter FrankJ. Reed, eu.P,sk. Agent. Chicago. 30.

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