Indiana Tribüne, Volume 27, Number 239, Indianapolis, Marion County, 30 May 1904 — Page 6

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Jndiana Tribüne, 3. Mai 190SU

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Europäische Nachrichten.

Provinz Wrandenvurg. Berlin. In der großen Sternallee im Thiergarten wurde die 42 Jahre alte Schlosserfrau MarthaBittner aus der Schwedtersiraße 14 angefallen. Ein unbekannter Mann stürzte sich auf die Wehrlose und brachte ihr mit einem Messer zwölf Stiche in Kopf, Hals, in die Arme und an anderen Körpertheilen bei. Auf das Geschrei ließ der Unhold von der Frau ab und entkam. Die Eltern des am Belle-Alliance - Platz 18 wohnhaften Kaufmanns Carl Kähne, der EhrenObermeister der Fleischer - Innung zu Friesack i. Mark und seine treue Le ensgefährtin Frau Ernestine, geb. Stolle, feierten, nachdem August Kähne sein 60jähriges Meisterjubiläum begangen hatte, die Feier ihrer diamantenen Hochzeit. Durch einen Schuß in den Kopf tödtete sich die Confitürenhändlerin Minna Kramp, die in der KrauseRstraße ein Ladengeschäft betrieb. Da das Geschäft nicht so ging, wie sie gedacht hatte, blieb sie Miethe schuldig, und der Hauswirth Rentner Feilchenfeld ließ ihr daher die Einrichtung versiegeln und sie exmittiren. Als das fünfjährige Töchterchen des Metalldrehers Vogel aus der Swinemünder Straße 12 an der Ecke der Rllgener und SwinemünderStraße den Fahrdamm überschreiten wollte, bog ein mit Waaren beladener Wagen in schnellem Tempo um die Straßenecke. Das Mädchen konnte nicht rasch genug ausweichen, kam so unglücklich zu Fall, daß ihm die Räder über den Kopf hinweggingen und blieb auf der Stelle todt. Der 83 Jahre alte frühere Tischler Wilhelm John aus der Grimmstraße 8, der bei seinem verheiratheten Sohn im Ruhestand lebte, ging ungeachtet der Warnungen seiner Angehörigen allein spazieren. Auf der Admiralbrücke bekam er einen Schwindelanfall, stürzte und zog sich einen Oberschenkelbruch und eine Verletzung am Hinterkopfe zu. Im Krankenhause erlag er seinen Verletzungen. Klempnermeister Rudolf Hering, Pasewalker Straße 8, beging sein 50jähriges Klempner - Jubiläum. Derselbe ist seit 36 Jahren Mitglied der hiesigen Klempner - Innung. Potsdam. Einen Zusammenstoß mit einem Automobil erlitt der 27 Jahre alte Tischler Ludwig Schoeneck aus der Magazinstraße, als er mit seinem Zweirad in Berlin durch die Schönhauser Allee fuhr. Er gerieth unter den Kraftwagen, zog sich einen Bruch des rechten Oberschenkels und andere Verletzungen zu und mußte in ein Krankenhaus gebracht werden. Frieden u. Fabrikbesitzer Robert beging mit seiner Gattin, geb. Pfahl, Handjerystraße 52, das Fest der silbernen Hochzeit. Landsberg a. W. An Leuchtgasvergiftung ist das Dienstmädchen des hiesigen Fleischermeisters Zacher gestorben, während dessen beide Töchter, die im Nebenzimmer schliefen, vom Tode gerettet wurden. Neu - Ruppin. Handelsmann Stöffin wurde auf der Wildberger Feldmark erfroren aufgefunden. Er hatte sich auf dem Nachhausewege verirrt und hielt das Licht des ChausseeHauses bei Wildenberg für den Ort selbst. Hierbei kam er vom Wege ab und gerieth in einen Wassergraben, aus dem er sich mit Mühe wieder herausarbeitete. Der Chausseeaufseher fand den Mann erstarrt vor und veranlaßt seine Ueberführung - in ein Krankenhaus. Er starb ans dem Transport nach dorthin. Pollychen. Der 12jährige Sohn der Schnellschen Eheleute hatte für seine Eltern Butter und Eier an Verwandte nach Lipke gebracht. Auf dem Heimwege lauerte ihm der 16jährige Knecht Fabienke auf der Chaussee auf, lockte ihn durch Versprechungen in den Wald, wo er ihn würgte, zu Boden warf, Hände und Füße band, an einen Baum befestigte und seine Taschen untersuchte. Da er aber nur das Taschenmesser des Kleinen fand, so schnitt er ihm damit tief in den Hals. Nachdem er den Knaben vom Baum losgebunden hatte, ließ er ihn gehen und lief davon. Der Knabe konnte trotz seiner Fesseln noch weiter humpeln, brach aber endlich zusammen. Dies sah der Dienstherr des Knechts. Er eilte herbei und befreite den Knaben von seinen Banden. Der Thäter wurde alsbald in der Wohnung seiner Eltern verhaftet. Der Knabe liegt schwer verletzt im Krankenhause zu Landsberg a. W. R e p p e n. Der in weitesten Kreisen bekannte frühere Tuchfabrikant Rentier Fendius ist im hohen Alter von 87 Jahren gestorben. Wittenberge. In der Pickertsehen Wohnung im Herzschen Stift wollte die Ehefrau das Feuer im Ofen schüren, wo"?i ihre Kleider in Brand geriethen, während der Ehemann, der erblindet ist, davon nichts gewahr wurde. Die Feuerwehr fand dra verkohlten Leichnam t r Frau und. brachte den Ehemann nach Unterdrückung des Brandes in Sicherheit. Vrovinz Hstpreußen. Königsberg. Im nahen Dellgienen hat der Knecht Böhse den Knecht Heinz mit einer Forke erschlagen. Böhse wurde verhaftet. Pfarrer Alexander Dodillet, der am 1. October sein 25jahrigeS Jubiläum als Geistlicher des Löbenichtschen Hospitals begehen konnte, ist infolge eines Herzschlages ' im 63. Lebensjahre 'ge-

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Gräberschmückungstag in einem Soldaten Heim". Gräberschmückungstag ist immer ein großes Ereigniß in einem Soldaten Heim. Das obere Bild stellt eine Jnspection der Truppen dar und das untere Salutirung der Flagge bei Einholung um Sonnen-Untergang.

storben. Er war in Gumbinnen gebex ren. Nach bestandener SwatSprüfung war er zunächst Rektor ud Predig in Saalfeld (Ostpr.), darauf Pfarr in Tiefenfee, Kreis Heiligenbeil, und in Ottenhagen, Kreis KöniAsberg, bis er an das hiesige Löbenichtsche Hospital berufen wurde. Angerburg. DaS Schloßhotel gerieth kürzlich in Brand. Der Feuer wehr gelang es, die Flammen auf ihren Herd zu beschränken. ' Der kaufmännische Laden und zwei Wohnun gen in demselben Hause sind unversehrt geblieben. Drengfurt. Das dreijährige Töchterchen des Lokomotivheizers Jasch verunglückte hier tödtlich. Die Mutter entfernte sich auf wenige Augenblicke, um Milch zu holen, und ließ das Kind unbeaufsichtigt zurück. Dieses benutzte das Kind, stieg aus dem Bett und rührte mit einem Stock in den brennenden Kohlen im Ofen. Hierbei gerieth das Hemdchen des Kindes in Brand, und die Kleine erlitt solch schwere Brandwunden, daß sie starb. G i l g e n a u. Der Gemeindevorsteher Linka von hier ertrank auf dem Heimwege in einem kleinen See. Vermuthlich hat er das dünne und schon sehr mürbe Eis betreten, um einen Umweg zu ersparen, und ist hierbei eingebrochen. Lätzen. Am 15. Juni d. I. stiert das hiesige Progymnasium das Fest seines 25jährigen Bestehens. Auf dem Grunde der ehemaligen Stadtschule ist es jetzt zu einer Vollanstalt ausgebaut worden. Pillk allen. Der Reisende für die hiesige Maschinenfabrik H. Merkel, Namens Josef Patzkautzkus, wurde auf der Chaussee bei Rudszen besin nungslos an einem Haufen Chaussee steine gefunden. Sein Fuhrwerk wurde führerlos aufgehalten. Der Verun glückte, der mehrere Wunden am Kopfe hatte, starb, ohne die Besinnung wiedererlangt zu haben, an Gehirnerschütterung. Als Ursache des Unglücks wird ein Zusammenstoß seines Wagens mit einem entgegenkommenden angenommen, wodurch der Verunglückte gegen den Steinhaufen geworfen wurde. Z i n t e n. Ein harter Schlag traf die Besitzerfrau Wck von hier, als sie mit ihren Kindern eine Besuchsreise zu einer Einsegnungsfeier nach Hussehnen unternahm. Der zwölfjährige Sohn kam dort beim Spielen, an einer im Gange befindlichen Windmühle den Flügeln zu nahe, so daß er schwer getroffen wurde. In den Armen der unglücklichen Mutter hauchte der Knabe sein Leben aus. roVinz Westpreußen. D a n z i g. Oberleutnant Lange vom hiesigen Infanterie - Regiment No. 123 stürzte auf der Brücke am großen .Irrgarten mit seinem Pferde und erlitt schwere Knöchclbrüche an beiden Beinen. Er . wurde nach dem Garnisonlazareth gebracht, wo er bedenklich darniederlicgt. Das Marine - Oberkriegsgericht verurthcilte den Kantinenmaat Unteroffizier Gerschke vom Kreuzer Kormoran" wegen Unterschlaguna bezw. Diebstahls von 1200 Mark Kantinegeldern zu einem Jahr Gefängniß, Degradation, und Versetzung in die zweite Klasse des Soldatenstandes. Barlewitz. Verschwunden ist der hiesig Hofbesitzer Franz .Sprung. Derselbe begab sich mit. Wagen und zwei Pferden in die Gegend von Louisenwalde in der Absicht, dort Kartof feln zu kaufen. Man vermuthet, daß Sprung mit, dem Fuhrwerk verunglückt ist. E lbing. Der Mörder semer

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"4'tmr o-m- ' ' " ' 'r--? " t" i; - 7WlImf-' 1 - ' 4iMi!Wy kURH 3..' , 7V Frau, der Schlosser Mitzlaff, ist nunmehr zur Beobachtung seines GeistesZustandes nach der Irrenanstalt Kon radstein gebracht worden. Graudenz. Hilfsbremser Julius Arnbt verunglückte auf dem hiesigen Rangirbahnhof, indem er von einer Lokomotive erfaßt wurde. Der Bedauernswerthe wurde an beiden Beinen so schwer verletzt, daß er bald nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus starb. Lobau. Das Haus des Bäckermeisters Langmann brannte völlig nieder. 'Infolge des herrschenden Sturmes wurden auch zwei Nachbargebäude von den Flammen erfaßt und vernichtet. Marienburg. Das Fest der goldenen Hochzeit feierte SteueraufseHer a. D. Wagner. Dem Jubelpaare wurde durch Pfarrer Gürtler die Ehejubiläumsmedaille überreicht. S t u h m. Ein Staken des Schuhmachermeisters Reinhold Martins in Baumgrath bei Chrinburg brannte nieder. Kinder, die mit Streichhölzern spielten, sollen das Feuer verursacht haben. . T h o r n. Musketier Kaufmann von der .5. Compagnie des hiesigen Infanterie - Regiments No. 21, der desertirt und nach Rußland Lbergetreten war, wurde von den russischen Behörden nach dem Kriegsschauplatz in Ostasien geschickt, um dort als Soldat eingestellt zu werden. Stiefelwichse zumSchutz gegen N ä s s e. Bei gelindem Feuer werden 3 Gramm Kolophonium, 30 Gramm Wachs und 125 Gramm Rindstalg zusammengeschmolzen, 50 Gramm Leinölfirniß und zuletzt unter Umrühren 30Gramm Beinschwarz zugesetzt. Diese Wichse kann zum Schutz gegen die Nässe auch auf die Sohlen aufgetragen werden. lLtn neuer Garg.antua, wenn auch lange nicht so interessant wie der, welchen einst der große französische Satyriker Rabelais in einem eigenen Buche geschildert hat, ist der dreiundzwanzigjährige Groß - New Yorker John Fasel. In den letzten sieben Jahren hat er allerlei metallische Gegenstände, wie Schlüsselketten, Schlüssel, Hufeisennägel verschluckt und häufig Vorstellungen damit gegeben. Sein Magen schien diese Dingte gut zu vertragen. Als er aber vor -nigen Wochen ein Messer, vier Schlüfselketten, ein halbes Dutzend spitziger Hufeisennägel verschluckte, blieb es ihm im Magen liegen und nach einiger Zeit stellte sich schweres Magendrücken ein. Fasel beschloß, wie er es schon oft gethan hatte, sich einer Operation zu unterwerfen. In der Zwischenzeit beschränkte er sich auf menschliche NährMethoden. An einem der letztenAbende wohnte Fasel einer Abendunterhaltung in einem Wirthslokal bei. Er wurde aufgefordert, seine Kunst zu zeigen und nach langem Drängen verschluckte er unter dem Beifall der Unvernünftigen Zuschauer zwei Ketten, zwei Schlüssel und zehn Hufeisennägel. Um Mitternacht wurde ihm übel; Stimulantien wurden ihm verabreicht, er konnte aber nichts davon bei sich behalten und wurde nach dem Deutschen Hospital gebracht. Er verfiel dort in bewußtlosen Zustand. Mittelst der Röntgen - Strahlen wurde festgestellt, daß die von Fasel seit dem 12. März verschluckten Gegenstände sämmtlich im Magen sich befanden. Unter geeigneter Behandlung kam Fasel wieder zu sich und gab seine Einwilligung zu einer Operation. Er wurde s. Zt. schon im Eastern Distrikt - Hospital operirt. Die nee Operation hat jetzt stattgefunden undFasel's Magen ward von dem Eisenfraße befreit.

Vom Auslauge. Der Lloyddampfer Prinzeß Irene" rettete unlängst den Capitän und die Besatzung der öfterreichischen Barke Maria Avechia", die er auf hoher See sinkend angetroffen hatte. Der Capitän der Maria Avechia" berichtete daß die Segel des Schiffes, das sich auf der Fahrt von Venezuela nach Genua befand, vom Sturm in Stücke gerissen wurden. Vom 28. März bis 27. April sank das Schiff immer weiter, Zoll um Zoll, obgleich die Mannschaft unablässig an den Pumpen arbeitete. Zu diesen Arbeiten wurde auch der Koch herangezogen, der aber dabei erkrankte und liegen blieb, so daß die Mannschaft keine Mahlzeiten mehr erhielt. Sieben Matrosen meuterten deshalb am 23. April, so daß der Capitän sie mit dem Revolver in der Hand zwingen mußte, an den Pumpen weiter zu arbeiten, bis am 1. Mai bei Sonnenaufgang die Prinzeß Irene" in Sicht kam und alle rettete. Drei Tage und drei Nächte hindurch hatte der Capitän den Revol ver nicht aus der Hand gelegt. D e r schönen Sitte, den Mai festlich zu begrüßen, wurde in der Universitätsstadt Tübingen auch dieses Jahr wieder in gewohnter Weise seitens der Studirenden gehuldigt. Am Neptunbrunnen, angesichts des altehrwürdigen Rathhauses, versammelten sich gegen Mitternacht die Studenten in vollem Wichs, bildeten eine dichte Kette um den Brunnen, und kaum hatte die Uhr am Rathhaus die zwölfte Stunde und damit den Beginn des Wonnemonats verkündet, so erscholl aus allen Kehlen das Lied Der Mai ist gekommen!" Stimmungsvoll scholl das schöne Lied über den romantischen Marktplatz. Als das Lied verklungen war, hielt der ersie Chargirte eine Ansprache, worin er den König unter den Monaten" feierte , dessen Regierung recht viele Wonnen bringen möge. Alsdann commandirte er zu seiner Ehre einen Salamander. Jeder Student hatte einen vollen Krug mitgebracht, der auf einen Zug geleert wurde. Dann wurden a tempo sämmtliche Krüge in das Becken des Neptunbrunnens gewarfen, und unter Absingung eines Liedes zog die Studenschaft ab. D i e populäre Londoner Schauspielerin Miß Edna May sieht sich veranlaßt, in den Zeitungen gegen eine Doppelgängerin Stellung zu nehmen. In einem Juwelierladen in Regentstreet wurde ihr jüngst erzählt, daß eine Dame, die ihr vollständig gleiche, dagewesen sei, um sich ein Juwelenhalsband auszusuchen. Man hatte die Mitgabe des Schmuckes verweigert, obgleich sich die angebliche Miß May darüber, sehr entrüstet stellte. In den letzten Tagen erhielt die Schauspielerin einen liebeglühenden Brief, in dem ihr ein Capitän der englischen Kriegsmarine unter vielem Dank für schöne Stunden mittheilte, daß er sich nach Portsmouth einschiffe, und ein Oberst sprach brieflich aus. wie glücklich er gewesen sei, mit der beliebten und geliebten Schauspielerin eine Ausfahrt unternehmen zu können. Man kann wohl denken, daß Miß May Rachegedanken gegen die Doppelgängerin mit sich herumträgt. Den Obersten ließ sie sich kommen und wusch ihm anz gehörig den Kopf. Der alte Krieger war wie aus den Wolken gefallen und versprach natürlich, in Zukunft recht artig zu sein. Miß Edna May wird es aber den Detektivs überlassen müssen, die geheimnißvolle Betrügerin ausfindig zu machen. Eine eindrucksvolle Lektion hat, wie aus Wien berichtet wird, der Kaiser von Oesterreich einem hohen Magistratsbeamten in Wien ertheilen lassen, dem die Angelegenheiten der Straßenpflege obliegen. Eines Tages erhielt dieser Herr die Einladung, sich mittels eines seiner harrenden Hofwagens in das kaiserliche Schloß nach Lainz zu begeben. Er wirft sich sofort in das festliche Gewand, steigt dann in' den offenen Hofwagen, um auf dessen lautlosen Gummirädern dem kaiserlichen Schlosse entgegenzurollen. Von den schönsten Träumen beseelt, merkt der Glückliche gar nicht, wie in der Nähe des Lainzer Schlosses der Trab der prachtvollen Pferde immer schlanker wird, die Straße, die seiner Obhut in oberster Instanz änvertraut ist, von Pfützen und Löchern" immer mehr erfüllt ist. Jetzt, im Angesicht desLainzer Schlosses, greifen die kaiserlichen Pferde weit aus. Wie in toller Jagd setzen die Gummiräder des Wagens über die Pfützen, deren Inhalt hoch aufspritzt und sich auf Pferde, Wagen, den hohen Magistratsbeamten und seinen Frack ergießt. Endlich halten die dampfenden Pferde vor dem Schlosse. Und ehe noch der Herr vom Magistrat den geringsten Versuch machen kann, die Argumente von der Lainzer Straße zu entfernen, steht schon lächelnd der derzeitige erzherzogliche Hausherr von Lainz und Schwiegersohn des Kaisers vor ihm. Zerknirscht stammelt der Unglückliche seine Entschuldigung für sein kothbespritztes Aeußeres und die Frage nach den Allerhöchsten Befehlen. Und freundlich sagt der Erzherzog zum Meister der Wiener Straßen: Nichts von Bedeutung. Aber.' genau so sieht immer Se. Majestät aus, wenn er nach Lainz kommt." Damit war die Audienz zu Ende.

Vom Anlande.

Tolle Hunde, sind der Schrecken der Farmer in der Nähe von Voyds, Md., wo einem Farmer 35' Schafe an der Tollwuth gestorben sind. Die Thiere waren von einem tollen Hunde gebiijen worden. Die Farmer in jener Nachbarschaft schießen jetzt jeden herrenlos herumlaufen den Hund todt. Die Tollwuth unter den Hunden hat sich auch a'.:f das benachbarte Carroll-County erstreckt und in der Nachbarschaft von Westminster wurden mehrere tolle Hunde .getödtet, nachdem einer derselben cin Kind des Hrn. C. E. Nusbaum bei Union Mills gebissen hatte. Ein aufgegebener Theil der von Stauffer und Rowe betriebenen Harleigh-Zeche bei Hazleton, Pa., stürzte kürzlich ein, und 18 Grubenarbeiter, die in der Nähe beschäftigt waren, sind mit knapper Noth dem Tode entgangen. Man befürchtete zuerst, sie seien alle umgekommen, allein es gelang ihnen durch Haufen vonSchutt, der von der Oberfläche in die Grube gefallen war, sich durchzuarbeiten und eine Stunde spater den Ausweg zu erreichen. Mehrere tausend Personen hatten sich an der Mündung der Gru be versammelt, bis die Verschütteten die Oberfläche erreichten. Die Temperenzler von Waterloo, Ja., bekamen einen großen Schreck, als Unternehmer mit dem Projekt hervortraten, daselbst eine Brauerei zu errichten. Von beiden Seiten wurde Monate lang ein erbitterter Kampf geführt, bei mehreren öffentlichen Versammlungen kam es zu Schlägereien, so daß die Polizei einschreiten mußte. Nachdem sich in Petitionen die Mehrzahl der Bürger die Brauerei verbeten hatten, ist im Stadtrath die Genehmigung für die Hopfen- und Malzfabrik" verweigert worden. Wie es heißt, wollen nun die Unternehmer ih? Glück in dem benachbarten Waverly versuchen, aber auch dort hegt man für eine Brauerei kein freundliches Entgegenkommen. Inder Rübenzucker - Industrie dieses Landes finden nun auch die Nebenprodukte Beobachtung. Die Treber werden als, Viehfutter bereits gesucht;, in gepreßtem Zustände können sie versandt werden, um in Gegenden Verwendung zu finden, wo keine Zuckerfabriken bestehen. Aus dem überschüssigen, bisher nicht benutzten Molasses wird Alkohol destillirt und ein Erfinder ist auf die Idee verfallen, den zur Neinigung des Zuckers gebrauchten Kalk zu einem Pflasterbrei, ähnlich dem Asphalt, zu verarbeiten. Was weiter die Chemiker noch an nutzbaren Stoffen darin finden mögen, bleibt abzuwarten, jedenfalls ist ersichtlich, daß die Industrie mehr Vortheile mit sich bringt, als man von ihr erwartet hatte. Mehrere Hundert Hochschüler, welche aus allen Städten des mittleren Illinois nach Clinton gekommen waren, um der Jahresversammlung der Corn Belt Oratorical Association" beizuwohnen, veranlaßten einen Aufruhr. Ein Theil derselben besetzte die Feuerwehrstation und ein anderer zündete ein großes Feuer auf dem Jubiläumsplatze an. Als das Feuer die Häuser bedrohte, kamen die Burschen aus der FeuerWehrstation mit Handspritzen und löschten dasselbe. Die Polizei war machtlos, es gelang ihr aber später, 'mehrere Verhaftungen vorzunehmen. Eine allgemeine Prügelei entstand auf dem Spezialzuge, welcher die Schüler nach Springfield zurückbrachte. Nachdem die jungen Mädchen aus dem Wagen entfernt worden waren, fielen ' sich die Burschen gegenseitig in die Haare, und die Prügelei dauerte während der ganzen Fahrt bis nach Springfield. Es waren 300 Schüler aus der Staats-Hauptstadt auf dem Zuge. Bei dem Skandal in Clinton waren Schüler von den Hochschulen folgender Städte betheiligt: Dekatur, Lincoln, Delavan, Atlanta, Clinton, Mount, Pulaski, Urbana und Springfield. JhrLebenfürihrKind geopfert hat Frau I. Dorman bei Norfolk, Va. Frau Dorman, ihr zweijähriges Söhnchen und zwei Schwestern, die Frauen Kuhns und Landwehr, fuhren in Princeß Anne's Coun-: ty von Whitmore's Farm, auf welcher Hr. Dorman als Geschäftsführer angestellt ist, nach einer benachbarten Familie' zum Besuche. Auf einer Brücke über den Lynn Haven-Fluß wurde der Maulesel scheu und schob die Kutsche und deren Insassen in den Strom. Der in der Nachbarschaft fischende Neger John Williams hörte die Hülferufe und ruderte- nach der Brücke, wo er die zwei Schwestern dn Frau Dorman in sein Boot zog und dann nach der Frau selbst griff, doch bat diese den Neger, zuerst ihr Kind zu retten, was der Neger auch that. In der Zwischenzeit war die Frau , in ' die Tiefe gesunken und kam nicht mehr zum Vorschein. Der Maulesel wurde von der Schwere des Wagens in das Wasser gezogen und ertrank. Hr. Dorman, welcher schnell herbeigeeilt kam, sprang auf der Stelle, wo seine Frau ertrunken war, in das Wasser und kam nicht eher wieder heraus, als bis er den Körper seiner Frau gefunden hatte. Alle Wiederbelebungsversuche waren natürlich vergebens. ,