Indiana Tribüne, Volume 27, Number 238, Indianapolis, Marion County, 28 May 1904 — Page 6
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Jndiana Tribüne, 28. Mai 1905U
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Europäische Nachrichten.
HelZerreicy-Wngcrrn. , Wien. Graf Jaromir und Grä fin Josefine Czernin feierten ih.re silberne Hochzeit. Graf Czernin, der sein 86. Lebensjahr vollendete, ist seit 1879 zum zweiten , Male vermählt, und zwar, mit der verwittweten Gräfin Joscfine Falkenhayn, geborenen Gräfin Paar. Der 46jährige Maschinenwärter Thomas , Frank, zu Sorphof in Böhmen geboren, verletzte seine 41jährige Gattin Antonia in einem hiesigen Hotel durch zwei Revolverschüsse schwer und tödtete sich durch einen Schuß in den Mund.- Frau Frank wurde in's Rudolfsspital aebracht und dort polizeilich verhört. Sie ist der Ansicht, daß ihn seine Stellenlosigkeit zum Attentat und Selbstmord veranlaßt hat. In seiner Wohnung, Strozziagasse 17, hat sich der Ministerial - Vicesekretär Raimund R. v. Mitter erhängt. Er war seit längerer Zeit leidend und dürfte die That ztoeifellos in einem Anfall von Geistesstörung verübt haben. In der Badekabine eines hiesigen Hotels tödtete sich der 25jährige Hutmachergehilfe Paul Angermann durch einenRevolverschuß.' Die Ursache des Selbstmordes ist nicht bekannt. Der 39jährige Schuhma chermeister Josef Szedlak, Alsergrund, Fuchsthallergasse No. 12 wohnhaft. welcher auf seme Gattin ein Mordattentat verübte und sie durch Messerstiche zu todten versuchte, wurde wegen versuchten Mordes dem Landesericht eingeliefert, ist aber, wegen Verdachts der Gelstesuoruna der vinchmtrischen Klinik übergeben worden. Brunn. Landesausschuß - Beisitzer Dr. Eduard Ritter Ulrich von Jornstorff stürzte sich hier auS seiner im zweiten Stockwerk des Hausek Großer Platz No. 20 gelegenen Wohnung auK dem Fenftn auf die Straße und blo sofort todt. Nach emer Version ist die Ursache der That in Fami Nenzwistigkeiten zu suchen, nach einer anderen Version soll ein körperliches Leiden Ulrich in den Tod getrieben haben. Czernowrtz. Hier nschoß sich der Schüler der fünften Realklasse Jakob Sinnreich, Sohn einer angeseY. cv ! r. . 1 1 . . yenen amiue. tsee yane zu einem dreizehmähriaen Mädchen eine tiefe Neigung gefaßt, aber diese begünstigte einen anderen jungen Mann. Sinnreich provozute semen Rivalen und es kam zu einem amerikanischen Duell, bei dem er die schwarze Kugel zog. G m u n d n. DaS funnahriae Söhnchen Alerander des im hiesigen Theatergebäud etablirten KaufmanneS Schwarzmayer stürzt beim Spielen von der Schifsersteg - Esplanade in den See. Graz. Bei einer Morqenvisite in der Landesirrenanstalt Feldhof erhielt der Direktorstellvertreter Dr. Ottokar Fafl, Ordinarius der Männerabtheilungen, in Gegenwart der Assistenzärzte und Wärter von einem Kranken, ohne daß bei diesem vorher Zeichen von Erregung bemerkt worden waren. einen Hieb mit einem schweren Sessel aus den Kops. Schwer verletzt brach Dr. Fafl zusammen. Er hatte eine sieben Eentimeter lange, tiefe Wunde erlitten. Ja lau. Bei Altenbera wurde der 53jährige Heger Josef Vaschiczek beim Fällen von Bäumen und in Wiese der dOjahrige Taglohner Wenzel Vndra beim Abtragen eines Brunnens schwer verletzt. Innsbruck.- Großes Aufsehen erregt hier ein Mordanschlag eines zugereisten Italieners auf den deutschen Eonsul Gerock. Der Attentäter erwartete den Eonsul in dessen WohnHaus. Er kannte ihn jedoch nicht , und trat an den pensionirten Oberst Gratzig, der in seine in demselben Hause belegene Wohnung zurückkehrte, mit der Frage heran, ob er der deutsche Eonsul sei. Da er das, Messer in der Hand hielt und sich auffallend geberdete. wollte der Oberst ihn festnehmen lassen. Derselbe ergriff jedoch die Flucht, wurde aber eingeholt. Er gab an, ein 46 Jahre alter Schuhmacher Namens Eararo aus Strigno zu sein. Er hätte die Absicht gehabt, den. deutschen Eonsul zu ermorden. Ueber die Ursachen seines Planes verweigerte er jede Auskunft. Linz. Der Steuereinnehmer von Ottensheim, Josef Sydler v. Rosenegg, der schon vor Jahren wegen schweren Nervenleidens einen SelbstMordversuch unternahm, an der Ausführung aber durch die Gattin gehin dert wurde, suchte und fand den Tod in der Donau. Der Leichnam wurde hier aufgefangen., Lunvurg. Luxemburg. Der Hilfsbeamte Wilhelm Weydert wurde zum definitiven El?mmis der Verwaltung der Großh. Luz. Unfallversicherungsgenossenschaft ernannt. D ü d e l i n g e n. Der Arbeiter I. N. Mergen war im Hüttenwerk beschäftigt, als er von ausströmenden Gasen betäubt wurde, zu Fall kam und in heiße Asche fiel, wobei er schwere Brandwunden erlitt. "E x 11 ärlich. Jetzt habe ich mit meinem Manne schon ein gern 1,3. tnhr tema kein böses Wort aewech(n rf Müi dicki. übertreibe nur nicht. Nein, ganz gewiß. Er ist seit einem Nayre verrem. .
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Mrs.Susana Merkle
!42W.59th St. Chicago, III. i.H&JTÄM Zwanzig Zrank. Humoreske on Michel ThivarS. Alphonfe Eadoul war nur ein bescheidenerMinisterialbeamter mit 2400 Francs Jahresgehalt. Ein ausgesucht schlechter Beamter übrigens, lenkte Eadoul nur durch seine UnPünktlichkeit die Aufmerksamkeit der hohen und höchsten Vorgesetzten auf sich; nament lich die Aufmerksamkeit Herrn Madurines, seines Vureauchefs, dessen vier Haare die einzigen, die er auf seinem ehrenwerthen Schädel vor dem Zahn der Zeit zu retten gewußt hatt täglich vor Unwillen über Eadoul's UnPünktlichkeit zu Berge stiegen. Nach diversen leider nutzlosen Verweisen und Verwarnungen, die er dem unpünktlichen Beamten durch den Mund des Unterchefs hatte ertheilen lassen, beschloß der hohe Vorgesetzte, in höchsteigener Person gegen diesen Unfug einzuschreiten, und ließ Eadoul zü sich fordern. Erst um 2' Uhr hielt Alphonse Eadoul seinen Einzug in das Kabinet des gestrengen Chefs. 'Ah Ah! Da sind Sie ja endlich, mein Herr!" begann Herr Madurine mit einer schrecklichen Ironie im Tone. Um 1 Uhr geruhen Sie also zum Dienst zu kommen?" Einen Moment dachte Eadoul da ran, einzuwenden, die Uhr gehe vielleicht etwas vor, aber dann erwog er sehr vernünftig, daß eine Uhr in 24 Stunden schwerlich 1 Stunden vorgehen kann. Er zog es also vor, zu stammeln, eine wichtige Familienangelegenheit sei die Ursache seiner Verspätung. Familienangelegenheit? DaS ist leicht gesagt!" entgegnete der Chef mit einem boshaften Hohnlächeln. Ich bin wirklich neugierig,- zu erfahren, was das für eine Familienangelegeriheitist." Mein Gott ja, mein Herr die Angelegenheit ist ist sehr delikater Natur und und wenn Sie die Güte haben wollen. Wenn es denn sein muß, mein Herr, will ich Ihnen Alles sagen, obwohl es mir schwer, unsäglich schwer fällt, das Geständniß meiner Armuth abzulegen." Und mit einem Aufwand von Einzelheiten, welcher der Fruchtbarkeit, seiner Phantasie die größte Ehre machte, erfand er in allerGeschwindigkeit einen Onkel, der weit,' sehr weit, ganz unten im Süden wohnte, einen alten, sehr alten, außerordentlich alten Onkel, der außerdem kränklich, bedauernswerth kränklich war. Aber das war noch nicht Alles. Dieser alte Onkel, der nach dem Tode seiner Eltern Vaterstelle an ihm vertreten hatte, war mittellos, vollkommen mittellos man konnt überHaupt nicht mittelloser sein. Und er, Eadoul, unterhielt mit seinem Gehalt nicht nur sich, sondern auch diesen ehrwürdigen Greis. Doch was kann man mit 2400 Fr. Gehalt viel anfangen? Eadoul mußte jeden Monat wahre Wunder an Scharfsinn und Diplomatie vollbringen. Wenn er. wie z. B. heute, zu spät in'? Bureau kam, so war nur der ehrwürdige Onkel im Süden die Veranlassung. Seinetwegen war er wieder einmal von Pontius bis zu Pilatus gelaufen, um den halben oder ganzen Lauisdor, welchen der Onkel brauchte, unter bisweilen achl so bitteren Demüthigungen und Erniedrtgungen zu borgen jawohl! Herr Madurine, der wirttich. über jeden Verdacht erhaben war, als leide er an einem Uebermaß von Empfindsamkeit, war hingerissen. . Ich gebe zu " erwidert er in milderem Tone, während seie vier Haare sich langsam legten, augenschemlich ebenfalls weichgestimmt durch die rührend Erzählung ich gebe zu, daß Ihre Lage sehr sehr bedauernswerth ist; aber, mein lieber Freund, die Verwaltung kann darauf keine Rücksicht nehmen." Dak weiß ich wohl, mein Herr." Wenn Sie sich - in augenblicklicher Verlegenheit befinden, warum wenden
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142 West Fifth-Ninth Street Chicago. Jll.. den 20. Sevtember 1903. Ich bin Mutter don zhn Kindern und habe den wsok c?arSrii diele Jahre lang genommen, während der Pllti Kmder geboren wurden, und suhle ich. das; ich mit Befugnifz über seine Vorzüge sprechen kann AIS ich heirathete, liefe meine Gesundheit diel zu wünschen übrig, und ich begann, den Wineof Cardui ii nebmen eh mein erstes Kind geboren wurde. Dieses hatte eine folcb auts Wirkuna hnb i , n mnr,na -fj Zw
Uvwill Wlltyi, VCil . iiiw w w nach der Geburt, und -r linderte (BpfnnhFicH tntoher . ffrfroitp , , . . taniwirn Wm.xm knt. A1ia rT I stTITl ich fühle, dafz diS dem Wlne ot rrn n
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Das Leben vieler Franen ist infolge der schrecklichen Gefahren des Mndbettes, besonder wenn sie an Menstruations. Unregelmäßigkeiten und niederdrückenden Schmerzen - litten, unglücklich. Der .Win of Cardui kurirt diese Störungen, und verschafft'derFrau ihre Gesundheit, und eine vollkommen gesunde Frau hat nichts durch das Gebären von Kindern zu befürchten. .Der Win of Cardui bereitet die Frauen auf leichte und naturgemäße Ent bmdung und rasche Genesung vor. Tliedfard'3 Black Draught die Vegleit-Medizin von ' Ysine of Card! befreit die PqI Dentin von Magenleiden und Verstopfung, die während der Schwangerschaft sehr häufig vorkommen. Keme m guter Hoffnung sich befindliche Mutter, sollte den Wine of Cardui und lüedford a Black Draught zu nehmen versäumen.
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I jl Wl Sie sich nicht an Ihren Bureauchef?" An Sie?" rief Eadoul und ritz Mund und Augen weit auf. O. mein Herr, so etwas würd ich niemals wagen" Sehr unrecht von Ihnen. Ein Vureauchef muß nicht bloß der Vorgesetzte r mutz auch wie ein Vater für sei Untergebenen sein und empfinden. Haben Sie nun wenigstens den ganzen oder halben Louisdor gesunden, den Sie heute brauchten?" Leider nein!" antwortete Eadoul, dessen Herz, von Hoffnung geschwellt, plötzlich schneller zu schlagen begann. Hier! Nehmen Sie!" sagt hoheitsvoll Herr Madurine, indem er sein Portemonnaie öffnete und Cadoul 20 Francs reichte. Und merken Sie sich: Ich erweise Ihnen diese kleine Gefälligkeit mit Freuden, damit Sie Ihren Collegen nicht weiterhin das Verderbliche Beispiel der UnPünktlichkeit geben." Cadoul- war vor Verwunderung sprachlos. Er nahm den Louisdor, erschöpfte sich in Danksagungen und kehrte in's Bureau zurück, wo er vor den Augen seiner verblüfften Collegen einen phantastischen Cakewalk exeku tirte. Es ist also Alles gut abgelaufen?" fragte einer. Der Chef war nicht zu ruppig?" Daß keiner von Ihnen sich in Zukunft einfallen läßt, an 'die vier Haare desj Herrn Madurine zu rühren!" erklärte feierlich der künftige Lustspiel, dichter. Er hat mir 20 Francs geborgt von jetzt an ist er für mich geheiligt! Herr Madurine ist ein Bruder w ansage ich, ein Bruder! er ist ein Vater! Er hat erklärt, er betrachte sich als unser Aller Vater!" Am nächsten Morgen o Wunder! erschien Alphonse Eadoul als Erster im Bureau. Allgemeines Erstaunen. Vom Bureaudiener bis zum ältesten Schreiber. Der Unterchef wollte seinen Augen nicht trauen und verglich schnell seine Uhr mit der des Ministeriums, um sich zu vergewissern, daß nicht etwa er selbst sich verspätet hätte. Nur Herr Madurine war nicht erstaunt. Die Menschen kennen das ist Haupterforderniß für den, der berufen ist, Menschen zu führen!" murmelte er, sich in die Brust werfend. Diesen Burschen da habe ich durch einen einzigen Blick pünktlich wie einen Chronometer gemacht!" Der geniale Menschenführer" sollte sich nicht lange in seinem Glück sonnen. Schon am nächsten Morgen traf der Chronometer mit einer Stund Verspätung ein, am darauffolgenden Morgen mit zwei. Am dritten! Tage nahmen die vier Haare des Chefs wieder ihre vertikale Stellung ein. Abermals citirte r den unpllnktlichen Beamten vor sein Angesicht. Aber, mein Herr!" begann er. . Cadoul ließ ihn nicht aussprechen. Ja, mekn Herr " unterbrach er ihn mit thränenerstickter Stimme. Ich weiß, was Sie sagen wollen aber ich bin unschuldig, wahrhaftig! Lediglich meine Schüchternheit, meine dumme Schüchternheit ist schuld daran. Ich wagte nicht, ein zweites Mal von Ihrem großmüthigen Anerbieten Gebrauch zu machen. Aber wenn Sie darauf bestehen ich muß Sie wieder um einen Laisdor bitten, mein Herr!" schloß er mit verzweifeltem Gesichtsausdruck. Na, das Gesicht des Herrn Madurine hättet Ihr sehen sollen! Aber durfte er nein" sagen? War er es nicht selbst gewese, der durch seine unvorsichtigen Worte Cadoul zu diesem Appell an seine Börse ermuthigt hatte? Mit einer Grimasse entnahm er s nem Portemonnaie die geforderten 20 Francs. Aber gleichzeitig beschloß er, von nun ab die Verspätungen der das Ausbleiben seines Untergebenen so diel wie möglich zu ignoriren. DiesS SyZiem schien ihm ökonomischer. Eines Tages versuchte Herr Madurine. sick mit seinem Beamten auf der
iiuvrn uttv vunn uuu CIUIUC JJ iU 1IXIC stets die Schmerzen und gab mir mein p tnir6 beute der fieftpn fSpfiinhfioif nnS w
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vmi wmv itfwuu. KUC dlilLO " ttönig Eduards Taschentücher und ' Hüte. Eine neue Revolution in der Männermode hat die Thatsache bewirkt, daß König Eduard kürzlich bei der. Pferdeausstellung der Grafschaft ein kleines Battisttaschentuch mit dunkelrothem Rand benutzt hat. Seitdem gelten farbige Taschentücher bei den Londoner Gigerln zu Morgenanzügen für correkt". Ein Vertreter eines englischen Blattes hat von den fashionablen Weißwaarenhändlern Londons über diese neue Mode einige Thatsachen erfahren. Zum ersten Mal Hit der König diese farbigen Taschentücher zeitweilig benutzt, ganz ohne Rücksicht auf die Etikettenregel, die sie für den Gebrauch auf dem Lande, nicht in der Stadt vorschreibt. König Eduard bevorzugt ein ziemlich kleines, weißes Taschentuch mit einem schmalen farbigen Rand .mir Hohlsaum, dunkelroth, rosenfarben- dunkel- oder hellblau obre malvenfarben. Zu dem Anzug, den der König am Vormittag trägt, wird eines dieser Taschentücher benutzt und am Nachmittag mit einem völlig weißen vertauscht. Es sind kleine Taschentücher, in derselben Grö ße wie für Damen und natürlich auö feinstem Material. Die eleganten Herren in London tragen jetzt die nämlichen zu Morgenanzügen. In der Ecke ist ein zierliches Monogramm in der Farbe des Randes angebracht. Ein junger Gardeofficier z. B. bestellte erst kürzlich Taschentücher, deren Rand in genau dem Blau und Roth der Regimentsfarben gehalten sein mußte. Ueber dieHutmsden König Eduards für diese Saison hat ein englisches Blatt auch bereits Erkundigungen ein gezogen. Die Seidenhüte erfreuen sich noch immer der besonderen Vorliebe deZ Königs, daneben aber auch andere Arten von Kopsbedeckungen, von einem weichen stahlgrauen Oesterreicher" bis zur Motormütz mit einem flachen runden Kopf und einer Ventilationsvsrrichtung, die, wenn auch nicht vom König selbst entworfen, fs doch unter seiner persönlichen Leitung ausgeführt wurde. Der SendenHut. den der König in diesem Jahre tragen wird, wird wieder eine besondere Specialität sein, die auf - dem .Haupte keines anderen Sterblichen gesehen werden wird. Der Hut soll eittd breitere Krempe mit einer sehr wSgesprechen, Biegung" haben, einem nieorigen Kops und etwas mehr Glockenform" als die Hüte, die selbst die bestbekleideten seiner Unterthanen tragen werden. Der König hat daS, was die Hutmacher einen guten Kopf" nennen. Selbst wen es einem etwohnlichen Bürger möglich wäre, sich, des Königs Genre im SeidenW zu verschaffen", sagte ein früheret könig licher Kammerdiener zu einem JnterViewer, könnte er ihn höchstwahrscheinlich gar nicht tragen. Nicht einer unter Zehntausend könnte, ihn tragen, so daß er ihm stände, denn der Hut ist nach bestimmten Linien" angefertigt, d der außergewöhnlichen Schulterbreite deö Königs, dem Gesichtsschnitt und de? ganzen Erscheinung angepa sind. 5-)er Form nach macht der Hut den Eindruck, als ob er sußergewöhn? lich groß sei; gleichwohl, wenn er aus dem Kopf des Königs ist, gibt er eine höchst modisch und tadellos sitzend Kopfbedeckung ab. Der König ist seh, peinlich mit seinen Hüten, nicht nur mit den remoniellen Seidenhütn, auch ckit den niedrigen steifen Fikz. hüm nimmt er es sehr ßenau ..." Der grüne Siroler-Hut mit der ge krümmten Hahnenfeder darauf ist auS der Hutttste deS Königs gestrichen. E r w e i ß e S g e n a u. Bitte, ist Herr von Knapp wohl zu sprechen? Nein, ich bedaure sehr. aber mein Mann ist heut' nicht zu Hause. O, das thut mir aber leid. Wissen Sie auch nicht, wo ich ihn treffen kann? Ich habe keine Ahnung, wo n ist. Aber Mama, sagt da der kleine Fritz, hast du's denn vergessen? Papa sagte dir doch, daß er heut' in der Klemme iö
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