Indiana Tribüne, Volume 27, Number 237, Indianapolis, Marion County, 27 May 1904 — Page 7
Jndiana Tribüne, 27. Mai IS.
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U U n K U.M (Fortsetzung.) 18. Kapitel.
er noch im vergangenen Jahre einem öden Ackerfeld gleichende Garten Edmunds hatte endlich
o:e jahrelange Muhe und Sorgfalt seines Herrn gelohnt und sich grausamer Hohn der Natur gerade in dem Sommer mit üppiger BlumenPracht geschmückt, wo sein Besitzer sich nicht mehr daran erfreuen konnte. Die so lange eigensinnig sich sträubenden Rosenbäume trugen jetzt die herrlichsten Blüthen; aus den großen Lilienbeeten, an -deren Gedeihen man schon verzweifeln wollte, schössen hohe, gekrönte Stengel' empor, selbst an den grauen, glänzenden Mauern der Zinkpastete singen die Klematis an emporzuranken, und der Duft der Nelken-, Resedenund Heliotropbeete war stark genug, die Wohlgerüche der Stearinfabrik zu übertäuben. Nichts erinnerte mehr an diesem strahlenden, auf eine längere Regenzeit folgenden Tage an Trauer und Tod. Selbst der Untersuchungsrichter, der vor dem Thor mit den gußeisernen Säulen aus einem Wagen stieg, mußte etwas von dem Zauber dieses Sommernachmittags empfinden, denn er sagte zu dem ihm folgenden Staatsanmalt: Es ist wirklich ein herrliches Wetter heute!" Aus dem großen, geschlossenen Landauer kamen außerdem noch der Polizeikommissär und der Gerichtschreiber zum Vorschein, die sich jetzt alle vier mit der einer Polizeibehörde eigenen Sicherheit in's Haus begaben. Ist Frau Dulaurier zu sprechen?" Der neuen Dienerin, die an Stelle der früheren schmutzigen Magd getreten war, blieb indeß keine Zeit zu einer Antwort, denn schon kam Sylvie den .Zerren enta?en und saate kerbindlicki?
& -i - i j - - - Bitte, treten Sie ein." ' Dieser Besuch schien sie durchaus nicht zu beunruhigen, obwohl er ihr überraschend gekommen sein mußte. Das Ergebniß der gerichtlichen GegenÜberstellung der beiden Angeklagten am Tage zuvor war so ausgefallen, wie zu erwarten gewesen war. Beide hatten einander des ' Verbrechens beschuldigt, wobei es der in tiefe Wittwentrauer gekleideten Sylvie gelungen war, ihre Angaben vortheilhaft durch Thränen und tragische Bewegungen zu unterstützen. Jetzt wartete sie' in ihrem kleinen Salon in unterwürfiger Haltung, ohne indeß dabei ihrer Hausfrauenwürde etwas zu vergeben, die Wünsche ihrer Besucher aö. Frau Dulaurier," begann der Richter etwas verlegen, Unparteilichkeit ist die erste Pflicht eines Richters. Mag er auch in Ermanglung von Beweisen persönlich noch so sehr von der Unschuld des einen oder der Schuld des andern überzeugt sein, seine Handlungen dürfen dadurch nicht beeinflußt werden. Auf Ihre Erklärung hin haben wir letzten Mittwoch bei Hauptmann Gerboult Haussuckiuna gehalten" Und heute kommen Sie, üm bei mir das Gleiche 'zu thun," vollendete Syl'die mit sanftem, müdem Lächeln. Dos ist nicht mehr als billig, ich bedaure nur, daß die schriftlichen' Sachen meines Mannes gerichtlich versiegelt sind. Aber , alles, was man mir zu persönlicher Venützung überlassen hat, steht Ihnen zur Verfügung. Hier, sind meine Schlüssel. Wünschen Sie, daß meine Die--nerin und ich Sie begleiten, oder sollen wir mit einem der Herren hier bleiben?" , Ich bitte Sie," uns zu begleiten," murmelte der Richter, fast beschämt über das liebenswürdige Entgegenkam1 men der jungen Frau." , Derselbe Auftritt, der sich bei Hauptmann Gerbault abgespielt hatte, begann jetzt auch hier, ohne daß die ' Durchsuchung den geringsten Eindruck auf Sylvie machte. Sie sah aus wie eine tiefbetrübte Wittwe, der alles gleichgiltig geworden ist und die es nicht einmcl der Mühe werth findet, zu fra- , gen, aus welchem Grunde die täppischen Männerhände- ihre Schränke und Schubladen " durchwühlen. Ebenso- ' wenig schien sie die Frage in Erstaunen zu setzen, die der Richter nach Beendigung der eingehendsten Haussuchung an sie richtete: Können Sie mir sagen, womit Sie Ihre Zeit in der Nacht vom letzten Montag auf. Dienstag verbracht haben?" Sie stand in diesem Augenblick neben dem kleinen Balkon, von dem Vincent sie hatte hinunterspringen sehen, eine turnerische Leistung, deren sie in diesem Augenblick Niemand für fähig gehalten hätte. Ihr zarter Kötper war derart
von Schmerz gebeugt, daß sie nicht ein- . mal die Kraft zu finden schien, den Kopf zu wenden, während sie langsam antwortete: In der Nacht von Montag auf Dienstag? Da habe ich am Sarge meines armen Mannes gewacht." . . Die ganze Nacht hindurch?" forschte , der Richter weiter, nachdem ihr Zeit gelassen hatte, sich die Augen zu trocknen. ' j mz irfi fi?l4 3 irfit mefY
VlVlll, IU Jlll fcÄ UWf ...VV WMW , man hat mich fortgeführt, zu Bett gebracht." -
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Öjj. -j J- ?.? $ JUJU - mK.K JX JX Xt Xt tX Zt i ir n vv ,rv Um wie viel Uhr?" Das weiß ich nicht," antwortete sie mit so 'trostloser Miene, daß der Richter nicht den Muth fand, ihr etwas von
der Beschuldigung zu sagen, derzufolge sie sich während der betreffenden traurigen Nacht in eine fremde Wohnung geschlichen haben so?tc, sondern sich auf die Frage beschränkte: Befanden sich Ihre Angehörigen hier im Hause?" J-" Man stieg nun die Treppe hinab. Stolze Befriedigung erfüllte die Richter neben dem angenehmen Gefühl, ihre Pflicht in vollem Umfang gethan zu haben und doch in ihren persönlichen Ansichten nicht , Lügen gestraft worden zu fein. ' Um noch ein Uebriges zu thun, fragte der Untersuchungsrichter: Besitzen Sie ein Kleid von diesem Stoff?" Man trat jetzt in den Salon. Sylvie nahm die ihr dargereichte Probe, ging damit an's Fenster und betrachtete sie. Hierauf gab sie das Beweisstückchen, dessen Wichtigkeit sie nicht zu ahnen schien, dem Richter zurück, indem sie mit jenem gleichgiltigen Tone, den sie bei allem anschlug, was nicht geradezu mit dem Tode ihres Mannes zusammenhing, sagte: Nein, Sie haben ja soeben auch meinen ganzen Kleidervorrath gesehen, der nicht sehr groß ist. Ich habe mich'nie biej um Kleider gekümmert." Die Prüfung dieser einfachen Ausstattung einer jungen, geistreichen Frau hatte bei den Richtern nur einen guten Eindruck hinterlassen können, und Mitleid erfüllte sie, als sie den Seufzer hörten, den Sylvie, chwermüthig zum Fenster hinausschauend, ausstieß. Sie haben uns also nichts Neues mitzutheilen und Ihren Aussagen weder etwas hinzuzufügen, noch etwas davon zurückzunehmen?" ergriff der Untersuchungsrichter, ehe er sich verabschiedete, noch einmal das Wort. - Nein, an der Wahrheit läßt sich nichts ändern." Sie bestehen darauf, den Hauptmann Gerbault des an Herrn Dulaurier verübten Mordes zu bezichtigen?" Ja, ich kann nichts andres mehr für meinen armen Mann thun, als seinen Tod zu rächen, und das thue ich." An dieser Pflicht sich aufrichtend, hatte Sylvie sich lebhaft umgewandt. Ihre Züge waren belebt, feurig glänzten die Augen unter dem Thränenschleier eine echte Rachegöttin,, an der zu zweifeln, sich selbst ein Jurist gescheut hätte. Wie mit einem Schlage aber wurden ihre Pupillen starr, und sie stand wie versteinert da. Im Salon hinter ihr stand noch ein fünfter, schwarz gekleideter Herr, dem sie sich beim Umwenden plötzlich gegenüber sah. Zwei, drei Sekünden lang betrachtete er sie scharf, während auch ihr Blick aufbeut kleinen, häßlichen, aber klugen, von einer h?hen, schmalen Gestalt getragenen Kopfe ruhte einer Erscheinung, die man, wenn man sie auch nur ein einziges Mal flüchtig 'gesehen hat, nicht wieder vergessen kann. Dann aber wandten sich ihre Augen ab, dem Kamin zu, und lebhaft machte sie einen Schritt .vorwärts. Allein schon war es zu spät. Als habe auch oer neue Ankömmling den Gegenstand bemerkt, den Sylvie in's Auge faßte, stellte er sich vor den Kamin. Auffallender Weise schien dieses Eindringen Niemand außer Sylvie zu überraschen. Langsam, ohne daß irgend Jemand vorher eine Frage an ihn gerichtet hätte, begann der Neuangekommene: Frau Dulaurier beschuldigt Hauptmann Gerbault ' des Mordes, Hauptmann Gerbault desgleichen Frau Dulaurier. In Ermanglung von Beweisen bleibt dem Gericht nichts andres übrig, als sich auf Muthmaßungen zu stützen. Ist es so. Herr Staatsanwalt?" Gewiß." ' Bei diesen Muthmaßungen wird nun hauptsächlich auch das Vorleben der Angeklagten mitzusprechen haben?" Gewiß," wiederholte der Staatsanwalt. Der Herr Untersuchungsrichter ha! nun aber sicherlich- bei den Nachforschungen in der Vergangenheit des Hauptmanns Gerbault" keinen Makel gefunden?" Mit einem Neigen des Kopfes stimmte der Richter bei. Dieser hatte sick: zwar am Morgen durch eine in Aussicht gestellte wichtige Enthüllung verleiten ' lassen, diesem Laien zu gestatten, daß er ihm und seinen Kollegen in Sylvies Haus nachfolgte; auf eine solch schroffe Einmischung in sein richterliches Amt aber war er nicht gefaßt gewesen. Unter den obwaltenden Umständen mußte man jedoch der Sache den Lauf lassen. Die Vergangenheit der Frau Dulaurier dagegen bietet nicht dieselbe Gewähr," fuhr der Laif ruhig fort. In Gedanken wenigstens hat sie sich schon einmal mit einem Verbrechen beschäftigt. Ich erkläre hiermit eidlich, daß ich vor acht Monaten von ihr aufgefordert wurde, ihr die Hand zur Ermordung einer Patientin. Namens Chapron zu leihen."
Bei der großen Hochachtung, die Doktor Lepage nicht nur als Arzt, sondern auch als eine Persönlichkeit genoß, die vor Kurzem erst ihre Stimme bei einem Vergiftungsfall in entscheidender Weise vor Gericht erhoben hatte, mußte eine solche Anklage einen tiefen, verblüffenden Eindruck machen. Nun richteten sich die Blicke aller auf Frau Dulaurier. Mit geistesabwesender Miene, wie Jemand, der das, was um ihn vorgeht, nicht recht begreift, hatte sie zugehört; bei den letzten Worten Lepages aber kam der Ausruf von ihren Lippen: Ich?" Ihre Ueberrafchung schien noch größer zu sein als die Empörung über eine solche Beschuldigung. Nicht die geringste Befangenheit, nur höchstes Erstaunen sprach aus ihren weitgeöffneten Augen, während sie, ihrem Ankläger kühn in's Gesicht schauend, ausrief: Ich kenne Sie ja nicht einmal, mein Herr, ich weiß ebensowenig, wer Sie sind, als was Ihre Worte zu bedeuten haben." Es mag sein, daß Sie mich nicht wiedererkennen; Ihren Besuch aber bei Doktor Bernhard Lepage werden Sie wohl nicht vergessen haben. Und was Fräulein Chapron anbelangt, so ist es wohl möglich, daß Sie in keinen unmittelbaren Beziehungen zu ihr gestanden haben, jedenfalls aber zu ihrer Familie. Hier ist der Beweis!" Dabei nahm der Doktor den Gegenstand vom Kamin, den bei Seite zu schaffen er ihr vorher nicht Zeit gelassen hatte: eine Photographie, die ein Familienbild darstellte. , Sylvie zuckte mit keiner Wimper. Nun ja, das ist die Photographie meiner Freunde Moissonot und meines Pathenkindes." Mit andern Worten der Nichte und des Neffen Fräulein Chaprons." Noch weiter öffneten sich Sylvies Augen, dann sagte sie, ihre jammervolle Miene wieder aufsetzend, in müdem und anscheinend erstauntem Tone: Was haben denn meine Hreunde mit dieser ganzen Sache zu thun?" Sie schien sich mit dieser Frage an die Richter zu wenden, denen eine Antwort allerdings schwer geworden wäre. Dieser Laie machte ihnen zudem jetzt, tron seines Rufes, seines ernsten Aus,
sehens und semer geheimnißvollen Ver-
Iprecyungen fast den Emdruck emes überspannten oder hinterlistigen Menschen, der von der Hauptsache abwich. Es war, als ob Lepage ihre Gedanken errathen hätte. . , Verzeihen Sie, meine Herren. , Die Worte, die für Frau Dulaurier und für mich verständlich sind, können es für Sie nicht sein. Wenn Sie aber die Güte haben wollen, der etwas verwickelten und langen Geschichte, die ich' Ihnen erzählen möchte, zu folgen, fo wird auch Ihnen bald alles klar sein." Die Herren erwiderten zwar nichts, setzten sich jedoch, wobei ihnen Sylvie voll Eifer mit gutem Beispiel voranging, als liege ihr am meisten daran, diese seltsame Geschichte zu erfahren. Ruhig saß sie da, während ihre Finger zerstreut mit der Quaste ihres Lehnstuhls spielten. Ihre Augen nur hoben sich von Zeit zu Zeit und wanderten neugierig von einem Zeugen dieses Auftritts zum andern, um schließlich an Lepage haften zu bleiben, der stehend seine Erzählung begonnen hatte. Ich will Ihnen weder eine AbHandlung über Medizin, noch über Moral halten, doch gestatten Sie mir, Sie darauf aufmerksam zu machen, daß es unter den Menschen Ausnahmegeschöpfe gibt, die sich durch eine besondere Naturwidrigkeit unserm Verständniß und Urtheil entziehen., Obwohl nicht ausgesprochen lasterhaft, sind sie doch jeder Schlechtigkeit fähig. Eine angeborene physische und moralische Verderbtheit haftet ihnen an, deren Ursprung und Tragweite die Wissenschaft nicht zu ergründen vermag. Dabei sind sie ihrer Sinne vollkommen mächtig, so daß man sie nicht unter die Geisteskranken zählen kann. Trotzdem gehorchen sie unwiderstehlichen Trieben. Soll man sie nun als Verbrecher .betrachten? Die Frage ist für die Wissenschaft unlösbar. Gott allein kann sie gerecht richten. . ' Diejenige nun, von der ich Ihnen erzählen will, gehört zu dieser Klasse von seltenen Menschen. In Folge eines jener unerklärlichen Naturspiele ist sie als Kind einfacher, braver Leute geboren, mit denen sie fo wenig gemein hat, daß sie weder Verständniß bei ihnen finden . konnte, noch auch jemals von ihnen durchschaut worden ist. Diese vollständige Verschiedenheit zwischen ihr und ihren Angehörigen, zwischen ihren Naturanlagen und ihren VerHältnissen hat sie schließlich zu dem gemacht, was sie ist. Aeußerst heftige Leidenschaften und ein maßlofer Ehrgeiz erfüllten sie. Wer weiß, ob sie sich, wenn ihr Gelegenheit dazu geboten worden wäre, nicht ebensogut zur Heldin als zur gemeinen Abenteurerin und Verbrecherin hätte entwickeln können. Da sie zur Unthätigkeit, Unscheinbarkeit und Armuth verurtheilt war. steigerten sich diese in ihr aufgespeicherten. unbenützten Käfte zur Exaltation, eine Geistesverfassung, die ihren Höhepunkt erreichen mußte, sobald die Liebe bei ihr einkehrte. Dies geschah frühzeitig, im sechzehnten Lebensjahre schon, also vor acht Jahren. Eine Freundin hatte sie zur Pathin ihres Kindes gewählt, und der Pathe war der Bruder dieser Freundin. Sie sah ihn bei der Taufe und verliebte sich sofort in ihn. Er war ein Taugenichts, dabei ein hübscher, waghalsiger Bursch, also ganz der richtige Mann, um ihre
Neigungen zu verstehen und"zu' theilen. Er versprach ihr die Ehe. Zum Heirathen gehören jedoch auch die nöthigen Mittel. : Der junge Mann hatte bereits sein väterliches Erbtheil durchgebracht, während die Eltern des Mädchens ' aus bescheidenem Wohlstand allmälig in Armuth gerathen waren. Da nun beide junge Leute vor Noth und Arbeit gleich sehr zurückschreckten, so beschlossen sie, günstigere Zeiten zur Veröffentlichung ihrer Absichten abzuwarten, und fo ahnte außer der gefälligen Freundin kein Mensch etwas von der Sache. Die Hindernisse aber wuchsen mehr und mehr, und im vergangenen Jahre hatte der junge Mann in Ermanglung eines andern Auskunftsmittels sich um eine Stelle in den Kolonieen bewerben müssen. , Zur gleichen Zeit wurde das junge Mädchen gedrängt, eine Ehe zu schließen, die, ihre Familie allein noch vor dem Vermögensverfall retten konnte.. Es war eine alltägliche, reiziose Partie, die sie auf immer zu dem von ihr so verabscheuten engen, bürgerlichen Leben verurtheilte. Und doch willigte sie schließlich in eine Verlobung. Sie ist eine geborene Heucklerin, und so behielt sie sich diese Heirath für alle Mlle vor. Eine .fSorfrnina
blieb ihr aber. Der junge Mann hatte
eine alte kranke Erbtante. Wenn wese
doch endlich sterben wollte! Allein an-
statt zu sterben, würde ihr Befinden
bttT, o daß sie noch monate-, ja jahrelang leben konnte. Dock, " die Neit
drängte. Der iunae Mann sollte mit
dem nächsten Dampfschiff abfahren.
uno i konnte die Hochzeit nnht langer hinausschieben, von der ihr und ihrer
Angehörigen Dasein abhina. Das
Paar, sah sich ein letztes Mal bei der Schwester des jungen Mannes in der Nahe von Dijon. und dort fante das
Mädchen den Gedanken, einen letzten
verruaren, avjcheulrchen Versuch zu wagen. Um ihr Glück au bearllnden.
sollte die alte Tante sterben. Deren Leben aber hing von dem Erfolg einer
Operation ab, und dieser Erfolg lag in der Hand des sie behandelnden Arztes. An diesen also mußte man sich wenden. Dijon ist kaum vier Stunden von Paris entfernt. Wenn man am Mor-
gen fortfährt, kann man zur Noth
'Avenos zurück sein. Das junge Mädchen erreichte von der Freundin die Erlaubniß zu diesem Ausflug, dessen Zweck sie verheimlichte. Sie verbrachte einen Tag in Paris und führte ihr tolles Vorhaben aus. Im ersten Augenblick erscheint ihre Kühnheit unwahrscheinlich, allein Sie wissen ja. meine Herren, daß Verbrecher auch jeden andern Menschen der Schlechtigkeit für fähig halten. Zudem rechnete das Mädchen neben der genialen Schlauheit auf eine Macht, der sie sich bewußt war, und die in einer Art Faszinirung besteht, die sie auf ihre Umgebung auszuüben weiß. Wer Geisteskranke genau studirt hat, wird Ihnen diese seltsame Naturerscheinung bestätigen. Ich brauche Ihnen nicht zu sagen, daß ihr Vorhaben trotzdem mißglückte. Ein großes Unrecht aber beging der Doktor dennoch, daß cres unterließ, ihr nachzuforschen und sie bei Gericht anzuzeigen. Heute nun versucht er, diese Unterlassungssünde wieder gut zu machen." Athemholend hielt der Doktor inne. während Sylvie, immer mit der gleichen verächtlichen Miene, fortfuhr, die Quasten ihres Lehnstuhls zu mißhandeln. Die Gerichtspersonen aber faßten alle ihre Gedanken zusammen, um dem, Faden der Erzählung zu folgen, den LePage nun wieder aufnahm. Die alte Tante blieb also am Leben. Det junge Mann schiffte sich nach Dahomeh ein, während das Mädchen zu seinen Eltern zurückkehrte und die Äernunftehe schloß. Es' dauerte nicht lange, so hatte sie sich einen Plan ausgedacht, der so abgefeimt und verwickelt ist, daß ihn Jemand, der die geheimen Triebfedern nicht kennt, unmöglich durchschauen konnte. In einem Verwandten ihres Mannes hatte sie einen jungen, ehrlichen und folglich auch leichtg-Äubigen und unvorsichtigen jungen Mann kennen gelernt, und diesen erwählte sie zu ihrem Werkzeug und Opfer. Sofort begann sie ein LiebSs spiel mit ihm anzuzetteln, das aber wtrkttch nur ew Spiel war, denn sie gehört nicht zu den Frauen, die ihre Gefühle wechseln. Indem sie sich mit diesem bloßstellte, lenkte sie am besten jeden ' andern Verdacht ab, und vor allem verwickelte sie ihn damit in ihre Pläne, was ihr eines Tages gute Dienste leisten sollte. Diese Freude am Ränkespielen konnte ihr indeß auf die Dauer nicht genügen. In gleichem Maße wie ihr Haß gegen den Gatten wuchs, wuchs auch ihre Leidenschaft für den Abwesenden. Gewissermaßen als Ersatz für ihn wollte sie wenigstens die Beziehungen mit seiner Schwester and mit ihrem gemeinschaftlichen Pathenkind unterhalten, jenem Knaben, der den Namen seines Onkels Adrien trug. Richtig, ich habe ?kbnen wobl nock aar nickt oe-
sagt, daß der Geliebte Adrien hieß?" Anstatt sick eine Antwort aus Svl-
dies wüblberecknetem Gesickt zu bolen.
betrachtete Lepage jetzt ihre Hände. Sie hatte nicht daran gedacht, auch ihre Hände im Bann zu halten, deren lange Finger und breite Daumen in fieber-
hafter, vielsagender Hast die Wollfran-
tn auroreyien, als wollten ste des Doktors Werk nackabmen . der ftaben um
Faden ihres feingesponnenen Ränkege-
weoes zerriß.
Bald." fuhr er fort, rieb bien
nere Unruhe sie zum Aeußersien. Sei
es, oan oer Bräutigam ihr wegen ihrer Heirath zürnte, fei es. daß die Entfernung feine Gefühle abgekühlt hatte: Adriens Antworten auf ihre flammenden Briefe wurden immer spärlicher. Mittlerweile war aber oerade ,n her
Zeit, da man es .am wenigsten erwartet
yatie. vie alte Tante gestorben, und zwar ohne Testament, wodurck Adrien.
der befürchtet hatte, enterbt zu werden.
sur leinen Theil eme Million erhielt. Stellen Sie sich die Sachlage vor: da war er. der beißersebnte Reicktbum.
Bald würde Adrien zurückkehren, und
wenn aucy ieme Treue :n's Wanken gerathen sein sollte, so war er jedenfalis leicht zurückzuerobern. Nur die Freihcit fehlte dieser Frau noch, um das Ziel ihres ganzen Lebens zu erreichen. Halten Sie sie jetzt nach dem, was ich von ihr erzählt habe, nicht für fähig, sich diese Freiheit zu verschaffen, selbst um den Preis eines Verbreckens?
Von dem, was nun folgt, weiß ich
nicyr meyr als :e. Allein ich möchte jetzt dieselbe Sckluf?folaerunk7 wUn
wie Sie neulich Hauptmann Gerbault gegenüber: Für wen war der Tod des
errn Dulaurier nicht nur ein Vortheil, sondern eine dringende Nothwendickest? Und alauben Sie ferner rtiit
daß diejenige, die schon einmal ein Ver-
orecyen verübt hat, auch im Stande ist, ein zweites zu begehen, indem sie einen Unschuldigen beschu!digt?" Eine tiefe, nachdenkliche Stille war Lepages ruhigen, höhnischen Worten gefolgt. Endlick erbob sick Shihie imS
sagte, sich dem Doktor gegenüberstel-
ien: lösas yat fete veranlaßt, diesen Roman zu erfinden?"
Sie war ebenso ruhig wie er; der
gieicye Hoyn, die gleiche Verachtung sprachen aus ihren Worten. Trotzig, als zwei einander würdige Gegner sahen sie sich an. Sie beleidigen mich in meiner Frauenwürde, in meinem Witwen-
schmerz," fuhr sie mit erhobener
tonmnie fort. Ich werde mich übrigens nicht herablassen, Ihre Verleumdüngen, die ick mit einem eimmen
Worte entkräften könnte, zu widerlegen.
eion wenn oas, was Sie behaupteten, wahr wäre, so könnten Sie es dnrfi
niemals wissen, ebensowenig als irgend ein anderer Mensch auf der Welt, er wäre denn in meine innersten Gedanken und in mein Gewissen eingedrungen." Die Schlußfolgerung war über-
raeno richtig. 55a. Serr Doktor." warf der Unter
suchungsrichter ein, wie kommen Sie
oazu, me e Behauptungen aufzustellen?" ' Gibt es denn nicht auch eins göttliche Vorsehung?" Diesmal war sein Ton ernst. Lepagc schien vlötzlick zu wacksen. sick
über seine Umgebung hinaus zu jener göttlichen Vorsehung zu erheben, die er anrief, und die ihn zu ihrem .Voll-
lireaer oestimmt Datte. (Fortsetzung folgt.) Schwimmende Schulen. . Während der heurigen Sommerferien sollen schwimmende Ferienschulen für die Chicagoer Schulkinder eingerichtet werden. Drei Dampfer sollen zu diesem Zweck in Dienst gestellt werden und tägliche Exkursionen unternehmen. Auf der Fahrt will man den Kindern Unterricht in der Geographie und Geologie, von Chicago und Umgegend, sowie in dem Handel und Verkehr der Stadt ertheilen. Ein jeder der Dampfer wird mit einem Vorlesezimmer und Sitzplätzen für 200 Schüler ausgestattet. Einer der Dampfer wird am Morgen den Chicago River hinunterfahren, . und die beiden anderen Dampfer werden am Nachmittag entlang der städtischen Wasserfront kreuzen. Die Kinder werden dabei Gelegenheit haben, aus eigener Anschauung sich mit der topographischen Lage der Stadt bekannt zu machen und andere interessante Punkte in der Umgegend kennen zu lernen. Die Exkursionsdampfer gehen am Grant-Park voc Anker, wo dann von den begleitenden Lehrern Vorträge gehalten werden. Eine Musikkapelle wird jeden Dampfer auf der Fahrt begleiten. Srstes SaUgefpral7.
E r . (zu seiner Angebeteten, welche die Tochter eines Schneiders ist): Fräulein Hulda, können Sie mir vielleicht sagen, ob Ihr Herr Vater meine Hosen fertig hat?" Apervel. Chef (zum Buchhalter): Müller, das dauert aber stets höllisch lange, wenn Sie eine Prise nehmen, da wäre es ja fast angebracht, wenn Sie immer gleich um Schnupfurlaub einkämen."
Der Pvcih Jawohl, ich habe schon drei Reifen um die Erde gemacht, und jedesmal an der umfangreichsten Stelle."
Feuer Signale.
i Pennshl utA Markt i English'S Op.Hau East und 3210 Dort 7 Noble und Michigan N. Jersey u.Maff Ave Pine und North t! Market und Pine l Vermont nahe Sast Ui Nz. 8 Spritzenhaus Mais. Ave nahe Noble i3 Dnaware und Walnut tt N. Jersey u Eentral A. i6 Mass. und Eornell Av 6 Ash m.d 11. Straße t7 Park Ave und 12 Str .8 Columbia undHillfid i9 Highland Ave .Pratt 11 JllinoiS und St. Jo i3 Pnmsylv. und Pratt 4 Meridian und n. Str ' No.S Svrigenbau nahe JllinorS is Senate Ave u. StCIair -7 Illinois und Michigan Z8 Pe esdlvania und 14. :9 Senate Ave. und 13. M No. 1 Spritzenhau Jno ÄvenaheMichiga 12 Meridian und Walnut 4 California u Vermont Blake und New Dork te Ind. Av. u. St, Elaw Eity Hospital ?g Blake und Norty 19 Michigan und Sgne N. Spritzenhau Washington nahe Weft i Esendorf u Wasb. is Missouri u New Dk 6 Meridian u Wash Illinois und Oht, Capitol Av. u Wash iS Kmgan'S Porkhau l Straßenbaha Ställ, W. Washington Str U No. 10 Spritzenhaus ZllinoiS u Merrill 5 JllinoiS n Louifiana S West und South S West und McCarty 5 Senat ve. u Hnry 7 Meridian und Rah 38 No. t Spritzen? Madison A. MorriS M Madion Av. u Dunlop No Haken LeiterhauO South nah Delawar, SS Penn, u Merrill 3 Delawan u. WrCartH M afl und MrSarty New Jersey u. MerriU 7 irg. Av. u Bradsha Gast und Prospekt es Bicking und High n No. 11 Spritzenhaus Lir Ave. nahe Huro n Ekft und Georgia 73 Ceda, und Elm 74 Davidson u Georgs 75 english Av. Pine 7S Ehelby und Bat "8 No. 3 Spritzenhaus Prospekt nahe Shelbh 7 Fletcher Av. u Sbelby Sl Market u. New Jersey SS Telaware und Wash. SS East u Washington' 54 New Dork u. Davids LS Taubstummen Änstaä se Ver. Staaten Arsenal 87 Oriental und Wash. 9 Frauen-Reformat. l No. 13 Spritzenhaus Marvland nahe Mer. 42 Meridian u. eorqia. ss Meridian und South C4 Pennsylv u. Louisiana 5 Virgini Ave u. Alab. ss Hauptquartier. 97 Grand Hotel. 55 Capital Ave und Otzk, Z3 No. 16 Spritzenhaus 16. und Ash. 124 Alabama und 18. 25 Central Ave und iS 26 DandeS und 15. 127 Brookside und Jupiter 128 Central Ave und 17 129 Delaware und 19. 31 Alabama und 11. (32 Bellefontaine und W. 134 College Ave und 8e. 125 Delawar und 13. 136 Alabama und North t37 Newmann und 19. 138 College Ave und lt. 13 Cornell Ave und 13. Ui DandeS nU 19. U2 Highland Ave und 10. i3 Tecumseh und 10. 145 New Jersey und 2. '.46 Alvord und 17. 147 No. 2 Spritzenhaus HiUside Ave und 6. .48 College Ave und 22. (49 College Ave und 27. 162 Park Ave und 22. 153 C u. SB Bahn u. 22. 54 Ramfey Ave und 10. 156 Stoughton u Newmen 157 AtlaS und Pike. 158 Blovd und Pawpato. 159 No. 21 Spritzenhaus Brightwood iL Arden und Depot 163 Brightwood und 25. 164 Rural und Blohd
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9 Park & und l. 212 Capital Se und i, 213 Pennsylv. .Michiaa 214 JllinoiS und 20. 215 Senate ve und kl. 216 Pcnnsvlvania und 22, 1? Meridian und 1. 213 Capital Ave und 26, 219 Broadway und 10. 231 Illinois und McLea 284 No. 14 Spritzenhaus Kenwood und 30. 35 JllinoiS und 33. 8-33 Annetta und 80 237 No. 9. SvrizenyV Odell und Rader 238 Udeil Ladder Works 239 Jsabel und 27. 241 Meridian und 24. 242 JllinoiS u Et. Clair. 243 Eldridge und 23. 312 West und Walnut , 313 West und 12. 314 Howard und 16, 815 Torbet und Paca 316 Capital Ave und ft, 317 Northwestern Ave A 818 Gent und 18. 319 Canal und 10 321 Cerealine Wor 24 Vermont und Lyn 825 Bismarcku Grandv 2 No. 20 Spritzenhaus Haughville. 27 Michigan u. HolmeS, 828 Michigan u. Concord 41 West und McJntyre 412 Missouri u. Maryland 413 Missouri und rhio 415 Capital Avei, Leorgia 416 Missouri u entucky Zl. 417 Senate Ave u. Wash. 421 P und E knmdbmck W. Washington 423 Jrren-Hospital. ' 424 Miley Ave u.J Bu 425 Wash. and Hr 426 No. 18 Sptzen?4 B. Washington 427 Oliver und Birch -28 Oliver und OSgoov 42S Nordhke und Dork 431 Hadley Ave u. Morril 432 River Ave u. MorriS 4S4 River Ave und Rah 435 Harding u. Big 4! 436 Harding und Oliv 437 No. 19 SpritzenhXI Morris und Lsardina. 8 Hvard nd LWss 430 tocky 451 Reilner und VWvi 45 Howard und Ski 453 Morris und Saftt 56 Lambert und SkLsl 7 Nordyk Ave . im o WorkS 612 West und Rech 513 Äenwcky Le u. MerrV 14 Meridian und MorrK 16 JllinoiS nd Ikansat 517 Morris und Dakota 513 MorriS und Shurch 519 Capital A. u McCsr 521 Meridian und Palm 523 Pme und Lord 524 Madisor. Ave u Lineol 26 Meridian und Bett RS 627 Carlos und Rad 528 Meridian und Arizsim 52 Meridian u. Naynond 531 Meridian u. M&at I 532 No. 17 Epritzenr,-uS MorriS nahe West S12 MeKernanund Douah. 613 East u. Lincoln 14 East und Beecher 15 Wright und Saniert 817 McEartY und Beaty 18 Nett Jersey u BK Slv 712 Spruce und Prospeet ns English Ave. u. Laure? 714 State Aveu. SeRA 715 Ehelby und Beech ?16 State Ave uni, Orantff ?18 Orange und Laurel 719 Shelby u. Cvaage A 721 Lerington A.u &w$ 723 Fletcher Ave. Spru 724 State Ave u. Pleasa) 7 Prospekt und ?leasani 72 Orange und Harte 728 Liberty und Me 729 Noble und South tt No. 16 Spritzenhaus Ost Washington 13 Market und Noble 814 Ohio u. Highland Wk 815 Michigan u. Highla 81 Market u Arsenal A n Oft Clair und Union Lahn Geleise. , L2i Pan Handle Shops 823 Vermont und Waleotk 324 Wash. und State Atz. 825 Wadden'sLounge Fsl 2 Tuck und Dorsey -827 Wash. und Bevill St 529 No. 1 Spritzenhaus Bevill nahe Michig 881 Southeafter Nvd Wosdsid. 3 Wash. und Dearbo, 834 Southeastern nd Arsen! AveS. 835 New Dork nd TemdÄ 912 JllinoiS nd Marhl. 3 JllinoiS und Karkit. 914 Penn, und WsZH. 915 Delawar nd r9f
Spezial, Signale.. Erste Schlage, zweiter Alarm,
weiten 2 Schläge, dritter Alarm, Dritten Schläge, vierter Alarm. 1-2-1, Feuer au und Schlauch aufgerel.
Schläge, Wasserdruck ad.
1 Schläge, l Uhr Mittag.
Die so bezeichneten Signale werde nur vom Thun
ächter angegeben da an den betreffende Straß keuzunge ktne SlarmlSSe anaebracht find.
' Chicagq und der große Nordweft, di '
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)) MWWStMIM h0S! ((a latta Sawatt BdUiHHine Insel. Vier tägliche Schnellzüge nach Chicago. w&v a? . 0kNn Art stt. rrt. l ks
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