Indiana Tribüne, Volume 27, Number 237, Indianapolis, Marion County, 27 May 1904 — Page 3
Jndiana Tribüne, 27. Mai 190.
Km Chou's Gnnahme . Aus verschiedenen Quellen gemeldet. Japan.
Tl !ruppcn jetzt dicht Die Lage bei Fcng Wang Chcng. Hospital - Zug der Kaiserin. Aus San Ostasien. D er Kampf um K i n Y o u. . London, 27. Mai. Noch von keiner Seite ist es jetzt eine amtliche Bestätigung der Einnahme von Kin You eingegangen. Einige" Berichte, die sich mit dem der Central News decken, liegen aus 'Shangai hierüber vor. Nach der Morning Post besetzten die Japaner Kin You am Donnerstag Nachmittag und rücken jetzt vor, um die Russen auf den Höhen südlich von'- der Stadt anzugreifen. Nach dem Daily Expreß haben die Japaner Kin You genommen und greifen jetzt Dalny an. ' London, 27. Mai. Nach einer Tokio Depesche des Daily Chronicle" haben die Japaner bereits 30 Meilen Geleise für die Beförderung von Belagerungsgefchützen gegen Port Arthur gelegt. ' Die Japaner kämpften heldenmüthig in den letzten 8 Tagen um Kin Z)ou, machen aber geringe Fortschritte gegen die Ruffen, welche starke Stellungen auf den Höhen innehaben. St. Petersburg, 26. Mai. Der Generalstab ist nicht in der Lage, den Bericht über die Einnahme zu beftätigen oder zu dementiren; die Wahr heit der Meldung wäre jedoch eine große Ukberraschung, da der Platz als außerordentlich fest galt. f ft V m 1t ttrt h n tt fftn Vl Xj ' C H o u. London, 26. Mai. Eine Depesche an die Central News" aus Tokio von heute sagt, die Japaner hätten die Stadt Kin Chou, etwa 32 Meilen Meilen nördlich von Port Arthur, mit Sturm genommen. Kin Chou war seit zwei Tagen von einem Theile der Armee Kuroki's belagert; die Russen kämpften verzweifelt, um ihre Stellung zu halten. Das Gefecht soll heute stattgefunden haben. ' Einer späteren Depesche aus Tokio zufolge griffen die Japaner Nan Chwan Ling. an der schmalsten Stelle der' Kwan Tung Halbinsel, gestern an und trieben die Russen zurück. Der Angriff auf Kin Chou begann heute früh; Mittags war die Stadt in den yanoen oer Japaner, -man gluuvl, daß die Verluste bedeutend waren. Nach der Besetzung von Kin Chou zogen sich die Russenin guter Ordnung auf die Höhe weiter südlich zurück, die von der vollen japanischen Streitmacht angegriffen und nach verzweifeltem Widerstande aenommen wurden. Blutiges Gefecht bei Jen g Wang C h e n g. London, 27. Mai. Nach dem Daily Chronicle" rückten am 23. Mai 15,000 Russen von Hai Cheng und Liao Yang gegen Feng Wang Cheng, das sie verlassen glaubten, vor. Sie wurden von 30.000 Japanern am Tatung Paß überrascht; 4000 Russen fielen, 1000 streckten die Waffen. Ueber die Verluste der Japaner verlautet nichts. ' Die Schlacht vom Tatung Paß ist wahrscheinlich nichts weiter als eine übertriebene Version des Gefechts, welches General Kuroki bei Pu Tac Tsi meldete. I D i e L a g e b e i Feng Wang Cheng. S t. Petersburg, 26. Mai. Der Generalstab erhielt ein vom 25. datirtes Telegramm des Generalleutnünts Sakharoff. wonach die allgemeine Lage in Feng Wang Cheng unverändert ist. Die Japaner führen um Feng Wang Cheng, wo 30,000 Mann Infanterie und 2000 Mann Cavallerie mit 36 Ge schützen stehen, Befestigungen auf. Die japan. Vorhut ist 22 Meilen nördlich vom Ai Flusse vorgerückt. Wie gemeldet wird, ist ein großer Theil der japaNischen Reiterei erschöpft und zusammengebrochen. Um Polendien sind 3,000 Truppen aller Waffen nebst 5 Geschützen concentrirt. ' In der Gegend von Pitsevo im weiter süolick halten die japani
vor Port Arthur.
Brittscher Botschafter beim Zaren. Tibct-Erpcdition isolirt. Domingo. schen Landungen an, die Truppen marschiren von dort nach Kin-Chou. Nachdem der Bericht das Gefecht am 18. bei Kin You erwähnt, sagt er, in Takushan seien einer Meldung nach 50,000 Japaner gelandet; doch ist dies noch nicht bestätigt. Die Truppen marschiren nordwestlich gegen Sin Vou und südwestlich gegen Port Arthur. In der Nacht vom 20. auf 21. stieß eine Sotnia bei Sitkouchintze auf eine japan. Abtheilung,- die ein wildes Feuer gegen die Cossaken eröffnete. Sie schössen in der Verwirrung auf ihre eigene Leute. Empfang des britischen Botschafters. S t. P e t e r s b u r g, 26. Mai. Den Beginn einer neuen und mehr freundlichen Aera in den englisch-rusfi-schen Beziehungen erwartet man von der herzlichen Art, in welcher der Zar heute Nachmittag den britischen BotWOster eir Cyanes Hardmge tm Tsarskoe Sela Palast empfing. Sir Charles überreichte dem Kaiser außer seinem Beglaubigungsschreiben auch ei nen persönlichen Brief des Königs Edward. Der Verlauf der Audienz ist natürlich Geheimniß, aber der Botschafter drückte sich nachher hochbefriedigt über den Empfang aus. Es ist ein offenes Geheimniß, daß der wirklicheZweck von Sir Charles Mission darin besteht, die Beziehungen zwischen Rußland und England während des Kriegs derart zu bessern, um am Schlüsse desselben ein EinVerständniß nach dem Herzen des Königs Edward erzielen zu können. Wie verlautet, hat Rußland bereits die Versicherungen England's über den Zweck der britischen Mission nach Tibet angenommen. Hospitalzug der Kaiserin. St. Petersburg, 26. Mai. Der Hospitalzug der Kaiserin trat heute seine Fahrt nach dem Osten an. Der Zug ist das beste jemals gebaute Eisenbahn-Hospital und besteht aus 2 Abtheilungen. Die Wagen sind mit allen Erfordernissen des modernen Operationszimmers ausgerüstet; sie werden vom Zuge detachirt und nach verschiedenen Punkten, wo sie von Nutzen sein können, gesandt. Die Kaiserin rüstet nicht blos den ganzen Zug aus, sondern gibt auch monatlich $500 zum Einkauf von Delikatessen für die Kranken. Die kaiserliche Familie siedelt am 6. Juni von Tsarskoe Selo nach Peterhof über, wo Kaiser Nicolaus den Rest des Sommers verbringt. Bombardement noch nicht bestätigt.. S t. P e t e r s b u r g, 26. Mai. Vicekönig Alexieff telegraphirt, es sei ein Gerücht im Umlauf, daß Port Arthur am 20. Mai beschossen wurde; er empfing jedoch keine amtliche Bestätigung. . General Rennenkampff's Cossaken, die auf der Verbindungslinie des Generals Kuroki operirten, erbeuteten eine Anzahl feindliche Geschütze auf dem Wege nach Feng Wang Cheng. . Ein Beamter der Admiralität er klärte es als falsch, daß die Russen umherschwimmende Minen benützen. Sie seien im russischen Marinedienft nicht bekannt. Die Japaner hätten sie stets vor Port Arthur benützt. Die Japaner dicht bei P ort Arth u r. Ehe Foo, 26. Mai. Unter den Chinesen geht ein Gerücht, die japanischen Truppen ständen zehn Meilen von Port Arthur. Im Golfe von Petschili wüthete gestern Nacht ein heftiger Sturm. Eine Flotte von vier Schiffen kam heute, östlich fahrend, vorbei. Tibet. Expedition isolirt. Simla, Britisch - Indien, 26. Mai. Die Tibet-Expedition in Gyang Tse ist isolirt; seit 3 Tagen ging keine Mittheilung ein. Es find, weitere Verstärkungen abgesandt.
Mißlungenes Attentat. Erzbischof von Freibura von einem Geistesgestörten bedroht.
Berlin, 27. Mai. Der Correspondent des Tageblattes" in Freibürg im Breisgau meldet, daß ein Pfarrer Namens Dr. Rieger auf den Erzbischof von Freiburg, Dr. Lörber, einen Revolver abfeuerte, jedoch fehlte.' Rieger leidet an Verfolgungswahn und hält den Erzbischof für seinen Feind. Schweiz. Beschlüsse von BaumwolleInteressenten. Zürich, 26. Mai. Der erste internationale Congreß von BaumwolleFabrikanten, der am Montag zusammentrat, beschloß heute Schaffung einer dauernden Organisation, : um die Interessen des Baumwolle - Handels im Auge zu halten, und die Baumwolle Börsen in New York, New Orleans, Liverpool und Alexandria um Mitwirkung zu ersuchen, damit den schädlichen Corners" vorgebeugt werden kann'. Frankreich. Selbstmord eines A m e r ik a n e r s. Pari s, 26. Mai. Der jüngste Sohn von Dr. John Evans, eines angesehenen amer. Zahnarztes, wurde er schössen aufgefunden. Er war 22 Jahre alt und eben, von Nizza zurückgekehrt, wohin er mit einer verheirathe ten Süd-Amerikanerin durchgegangen war. Die Polizei nahm nach einer Untersuchung Selbstmord als TodesUrsache an. D e r B r u ch m i t R o m. Paris, 26. Mai. .Wie aus zuverlässiger Quelle verlautet,' haben die vatikanischen Behörden den päpstlichen' Nuntius, T Lorenzelli, angewiesen, Paris zu verlassen, falls er aus der morgigen Diskussion in der Kammer Schwierigkeiten zwischen der Kurie und Frankreich befürchtet.' Die Regierung hegt die Abficht, dem Nuntius seine Pässe zuzustellen. San Domingo. Ober-General der Regie runggefallen. Cap Haytien, 26. Mai. Zwi schen den dominikanischen Truppen und den Revolutionären kam es heute bei Esperanza, auf der Straße von Monte Christi nach Santiago, zu einem ernsten Kampfe. , Die Rebellen siegten. Auf beiden Seiten find viele todt oder vermundet. ' Der Befehlshaber der Regierungs truppen, Kriegsminister Cafrera. ist gefallen. Die Revolutionäre stehen jetzt vor Navarette, wo es zu einem weiteren Kampf kommen wird. Der amer. Kreuzer Detroit" und Kanonenboot Newport" liegen vor Monte Christi. Kurze Depeschen. 26. Mai. I u l a d. C o l U m b u s, O. H. Gearhart, der von einem Sträfling verletzte Wächter, ist seinen Verletzungen erlegen. M a r q u e t t e, Mich. I. H. Hubson,BürgermeistervonNepannee,Mich., ist seit Mittwoch in den Wäldern beim Escanaba Fluß verschollen. Ein Gefährte von ihm wurde gefunden. Ausland. Budapest. Die Budget-Com-Mission der österreichischen Delegation nahm die außerordentlichen Credite für Heer und Flotte, $30,000,000, an. Schiffsnachrichten. Angekomme n. New .York : Aurania" von LiverPool. Queenstown: Cedric" von New York. New Vork: Hamburg" von Boulogne und Plymouth. New Vork: Chemnitz" von Bremen. Liverpool: Carpathia" von New York via Queenstown; Cedric" von New Vork via Queenstown; Noordland" von Philadelphia vio Queenstown. Prawle Point passirt: Rotterdam" von New Vork nach Rotterdam. Abgefahren.' Liverpool: Dominion" nach' Montreal; Jonian" nach Montreal via Moville; Republic" nach Boston via Southampton. New York: Bremen" nach Bremen; La Savoie" nach Havrez Numidian" nach Glasgow; Bluecher" nach Plymouth,' Cherbourg und Hamburg. , Queenstown: Teutonic" von LiverPool nach New Vork.
Der Krieg
r--PIIB WH I I ' ' '
Orcnburger Kosaken beim Verladen ihrer Winterselddienstübnngen in Nor: wegen. In Skandinavien, namentlich aber in dem gebirgigen und auch stark bewaldeten Norwegen, würden im Fall eines Winterfeldzuges während vier Monaten Schnee und Eis den Truppenbewegungen große' Hindernisse in den Weg legen. Die Operationen würden an die Hauptverkehrsstraßen des Landes und a die stärker bestedelten Gegenden gebunden sein. Was jedoch die Hauptwaffe der Armee, die Infanterie, betrifft, so sind die Schwierigkeiten, die tiefer Schnee und niedrige Temperatur der Kriegführung bieten könnten, während der letzten Jahre mit großem Erfolg überwunden worden, indem man ihPrinz GustavAdolf, Herzog von Schonen, und seinBegleiter auf S ch n e eschuh e n. nen systematisch auf den Leib gerückt ist. Die in Christiania stehenden Truppentheile haben jeden Winter eine mehrtägige Felddienstübung gehabt, wobei unter freiem Himmel in Zelten biwakirt wurde ; in kleineren Detachements wurden weiter nordwärts im Binnenland und quer durch gebirgiges Gelände Märsche und sonstige Manöver ausgeführt. ' Ein Ergebniß der bei diesen Winterübungen von den norwegischen Truppen gemachten Erfahrungen und Versuche ist die Aufstellung von zwei Compagnien Skiläufern die im letzten Winter einen ganzen Monat hindurch in den Wäldern und Gebirgen ihrer Heimath dem Felddienst obgelegen haben. Während des Sommers verwandeln sich die Schneeschühläufer in zwei Radfahrercompagnien. Da nahezu jeder Norweger, vielleicht mit Ausnahme der westlichsten Küstenbewohner, sich mit Geschütz auf Schlitten I. Gewandtheit des Skis bedient, so unterlag es keinem Bedenken, drei Viertel der norwegischen Infanterie mit Schneeschuhen auszurüsten. Im Ernstfall würde dann nur noch die Cavallerie und der Train auf die Benutzung der Landstraße angewiesen sein, während die Infanterie ohne Rücksicht auf gebahnte Pfade immer 'den kürzesten Weg einschlagen könnte, um ihr Iiel zu erreichen, ohne bei ver Ausrüstung mit Schneeschuhen gezwungen zu sein, sich durch tiefen Schnee hindurchzuarbeiten. Während des vergangenen Winters wurde in der Umgegend von Christiania, und zwar in recht gebirgigem und waldigem Terrain, ein dreitägiges Manöver Abgehalten, dessen Verlauf nicht nur schwedische und dänische Officiere. sondern auch der Herzog Gustav Adolf von Schonen, der älteste Sohn des Kronprinzen Gustav von Schweden und Norwegen, mit ge-
--Je0 M ... . .1
in Ostasien.
Pferde in einen Zug der sibirischen Bahn. spannter Aufmerksamkeit verfolgten. Vier mit Schneeschuhen ausgerüstete Compagnien Infanterie und Genietruppen waren an dem Manöver betheiligt. Jede der beiden Parteien erhielt allnächtlich ihre Aufgabe für den folgenden Tag. In den Zelten wurM'y'Kbr V ? W i aS&7v'uiJ f - tf! Geschütz auf Schlitten. H. de übernachtet bei einer Außentemperatur von 18 Grad Celsius, während drinnen die Luft bis auf Plus 10 Grad erwärmt war. Die ZeltWandung bestand aus mit Haken und Oesen versehenem Segeltuch, das über ein Rahmenwerk von Pfählen gelegt war. ' Durch ein Drahtgeflecht konnte oben der Rauch abziehen, welcher sich aus der Feuerung entwickelte, die in etwa zwei Fuß Höhe über dem Fußboden in einem Drahtgeflecht ihren Platz hatte. Auf der Außenseite des Zeltes war der Schnee hoch aufgeschichtet. Die sechzehn bis zwanzig Insassen jedes Zeltes benutzten Schlafsäcke. Trotz der bitteren Kälte und des rauhen Windes erkrankte nicht ein Mann. Ein solches Zeltlager schlug'zede Compagnie etwa in einer Stunde auf. Gekleidet waren die Schneeschuhläufer - Compagnien in Artillerie in Aktion. ihre Bur-Uniformen", die sich für den Winterdienst als brauchbar bewährt haben. Um weniger gut sichtbar zu sein, hatte die Artillerie die Geschützrohre geweißt und die helle Kleidung des Stalldiensies angelegt. Die Skiläufer - Compagnien waren für Cavallerie und Artillerie ein lästiger Gegner, denn auf ihren Schneeschuhen tauchten sie mit Blitzesschnelle bald hier, bald da auf und immer dort, wo man sie am wenigsten erwartete. Ein Luftkarussell. Im Thurlowpark zu Norwood in England fand unlängst eine eigenartige Einweihung statt. Das von Sir Hiram Maxim erfundene Riesenkarussell, eine aus Cement und Eisen errichtete gewaltige Construktion in Form eines umgekehrten Schirmes, wurde dem ersten Versuche unterzogen. Die an den Speichen - Enden des
S.
w L ' , : ' K
i m fc.' il jCb6t nlwMf A , - f t T iiMi'iisnii'irin r mnii--ri
Das Maximsche L u f t k arussell. Schirmes frei aufgehängten Schiffchen, Fische und Torpedos sind mit Ruder- und Steuerapparaten ausgestattet, die, sowie sich das Karussell in Umdrehung versetzt, willkürliche Abweichungen der Fahrzeuge vom Rotatkmshtts gestatten. ' . .
Aerzte.
Dr, Carl G. Winter Deutscher Arzt. Behandelt alle akute und chronische Kran! heiten. Geburtshülfe Spezialität. Office: 14 West Ohio Str. OfstceStundeq : 10-11 Korm. L 4 Nachm. Sonntags : 9.30-10.30 Bm. Telephon, Neu 43. Wohnung: 1250 Madifon Ave. Sprechstunde : 78 Abend Sonnwgs : 6-6 Nachm. : Wohnung Telephone : mr, 2025 : Neu, 9283. DR. C. L. RITTER, Newton ClaypoolGebiinde, Stornier 888233. ' Neue Telephon Si (Penrsylvania und Ohio Str.) t. Stock. 0fsikkStunden: 9 vi 10:30, 2 bi 8:30 Uhr 7 bis g Uhr Abends am Montag. Dienstag, Donnerstag. Samstag. ohnung : 144 ProSdect Straß, Stunden : S Uhr ormittagS und 1 Uhr Nachmittag. NeueS Telephon SSO. Dr. j. A. Sutcliffo, Wund -Arzt, Geschlechts, Urin. undRectum Krankheiten. , Office : 155 Oft Market Str. Tel. 941 Office-Stunde : 8 bi 10 Uhr Bm. : 2 bli 4Udr R 202 Nord Noble Str. Neues Telephon 2001. EDWARD A. HARMElilHG, Eigenthümer yffef Seloon ? n 7.fu.u. f i lt -LKIUIVUIK Neues Telephon 2253. Doc. O'Conner und Allen McCauley, Schankkellner. LAKE ERIE & WESTERN R.R. . . . . Fahrzeit der Züge . . . . Abfahrt Ankunst Toledo, Ehicago und Vttchigan Expreß... 7.16 tiO.SS Toledo, Detroit und Ehicago Lim 18.20 f 3.8S Michigan Eity, Muncie u.LafayetteSpl.. 7.20 1-10.8 töglich t ausgenommen Sonntag?. . Berliner Kmdcrpocslc. Die Abzählverse der Jugend und ihr Ent ftehung Ein französisches ErbtheU. Die Abzählverse der Berliner Jugend gehören ' zu dem Eigenartigsten, was die sogenannte. Kinderpoesie hervorgebracht hat. Jetzt, wo die linden Lüfte die Kinder wieder hinaus auf Straßen und Plätze Jocken, hört man sie an allen Ecken und nden. Sonderbare Laute schallen an das Ohr, wenn die kleinen Mädchen abzählen,", wer beim Spiel dran" sein soll, manches ganz sinnlos, manches in -aller Sinnlosigkeit kulturhistorisch interefsant. Es wird kein Mensch wissen, was es heißen soll, wenn gezählt wird: Ettchen, dettchen, dittchen, dattchen, gebe de Bebe de bunte Klattchen, gebe de Bebe de Buff." Dafür hat man ein Erbtheil der französischen Kolonie in dem ebenso sinnlosen: Ong, drong, dree, Katterlemmersee Lemmer si, lemmer so, die Kapelle Sanktimo, Sanktimo de Colibri, Colibri de Tepperi, Ong, drong, dree, Aree." Es ist das französische Einmaleins un, deux, trois, quatre, das hier berolinisirt ist. Offenbar aus der napoleonischen Zeit stammt ein anderer Vers: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7 bis 20. Die Franzofen zogen vor Danzig. Danzig fing an zu brennen, da kriegten die Franzosen das Rennen. Ohne Strumpf und ohne Schuh liefen sie auf Frankreich zu." Manche Mädchen Pflegen beim Abzählen auch gleich den künftigen Ehemann mit herauszuzählen: Edelmann, - Bettelmann, Bäcker, Pastor, Doktor, Ap'theker, Bauer, Major." Ueberhaupt sind die Mädchen auch beim Abzählen sehr für Liebe und Heirath, denn: 1, 2, 3, 4t 5, 6, 7 Junge Mädchen muß man lieben; liebt man junge Mädchen nicht, kommt man vor 4 I l I V ' tt -. . V - oas taoigerlcyr. 2)as Zaylen ms sieben leitet überhaupt sehr viele Abzählverse ein, und es geht dann weiter: Komm, wir wollen Kegel schieben" oder: Eine alte Bauernfrau kocht Rüben" u. f. w. Manches ist auch älteren Kinderliedern entnommen, so das picke, packe Hasenbrot" oder das Engelland ist abgebrannt" (beiläufig bemerkt, ein , Kinderreim von uralt mythologischer Bedeutung) und andere meyr. tscyl markycy aver lil oas Megellied, das zugleich an einen alten Sol-, datenvers anknüvft: 1. 2. 3 Äieaelbtdtzzi, Ziegeldeckerkompagnie 1, 2, 3. Warum bist Du fortgelaufen und schon wieder da? Darum mußt Du Strafe leiden (im Soldatenliede: Gassenlaufen) vierundzwanzig Jahr."
vm. Sfoeffler Saloom
A
:
