Indiana Tribüne, Volume 27, Number 237, Indianapolis, Marion County, 27 May 1904 — Page 1

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: : i , , . rsdjeint feden Nazmtttag. Jahrgang 27. Indianapolis, Ind., Freitag, 27. Mai 1904 . No. 287. : : : rr" i : l , . . -', ' ,

Der Gillespie - ProzeH. Das Schicksal der vier Angettagten in den Händen der Geschwo renen.

Ri sing Sun, Ind., 27. Mai. Seit heute Vormittag 9.45 liegt das Schicksal der vier in dem Gillespie Fall angeklagten Personen in den Händen der Geschworenen. Die von Richter Downey denselben ertheilten Jnstructionen war sehr vorsichtig und sachlich gehalten, so daß keine Partei behaupten kann, daß dieselben zu ihren Gunsten ' lauteten. Dem Wahrspruch der Jury wird von der gesammten Bevölkerung mit itenfiver Spannung entgegengesehen. Kein Massend ertv alter für die Midland Portland Cement Co. Das Gesuch um Ernennung eines solchen ist im Superiorgericht abgewiesen. Richter &athers hat heute das Gesuch um Ernennung eines MafsenverwalterS für die Midland Portland Cement Co. abgewiesen, da seiner Ansicht nach, .eine solche Ernennung nur die Jnter essen der Gläubiger schaden wird. In Folge dessen steht dem Verkauf der Activa seitens der Directoren nichts mehr im Wege. Ein junger Farmer der Falschmünzerei beschuldigt. Capt. Tom HallS, Chef der hiesigen Bundes Geheimpolizei, und Deputy Bundesmarschall Martin verhafteten den 20-jähr!gen Farmer Jefferson Glenzie auf seiner 8 Meilen östlich von Bryant, Ind. belegenen Farm unter der Anklage falsche Dollarstücke ver fertigt und in Circulatoin gesetzt zu haben. Zur Zeit seiner Verhaftung wurden mehrere, von diesen falschen Dollars in seinem Besitz gefunden. Glenzie wurde dem Bundes Commissär in Muncie vorgeführt und von Diesem an die Grobgeschworenen über wiesen.

Goldenes Lo g en-J u biläum. P ittSb urg, Pa., 27. Mai. In der Deutschen Freimaurer Halle an Madison Avenue und Liberty' Straße zu Allegheny feierte die Jefferson Loge No. 288 des Ordens der Freimaurer das goldene Jubiläum ihrer Grün ' dung. Die Jubelfeier wurde um 6 Uhr Abends mit einer Festloge vom ehrwürdigen Meister E. W. Blumer eröffnet,, auf der sämmtliche Mitglie der, lauter hervorragende deutsch-ame . rikanische Bürger von Allegheny, zugegen waren. Die Jefferson Loge des Freimaurer Ordens wurde von einer Anzahl Mitglieder der Salomon Loge, welche sich im Allegheny ein maurisches Heim aufschlagen wollte, gegründet.' ErnftvonHess e-W a r t t e g g über Die Gelb e Gefahr." Chicago, 27. Mai Der bekannte Reiseschriftsteller Herr Emst von Hesse. Warttegg hat in einem im Twentieth ' Century Club" gehaltenen Vortrage vor den Gefahren gewarnt, welche die Ver. Staaten und die ganze weiße Rasse im Falle eines Sieges der Japa ner im gegenwärtigen Kriege mit Ruß land bedrohen würden. Herr Hesse von Warttegg, der sich viele Jahre in Ostasien aufgehalten und die dortigen Verhältniss? gründlich ftudirt hat, be fürwortete aufs Dringendste, daß die Sympathien der Kaukasischen Rasse auf Seiten Rußlands fein sollten. Seine Ansichten wurden anscheinend von vielen Mitglikdern des Clubs bei fällig aufgenommen und er wurde am Schluß feines Vortrags durch lebhaf ten Beifall ausgezeichnet. , Herr Hesse von Wartteg ist bekanntlich mit der amerikanischen Sängerin Minnie Hauck verheirathet und hat seinen Wohnfitz in dem durch den Aufenthalt Richard Wagner's und Friedrich Nietsche's be -sannt gewordenen schweizerischen Dorfe Äriebschen. Er ist zur Zeit österreichi scher Commissär für die St. Louiser 'Weltausstellung.

Dem Prinzen Pu Lnn eine glänzende Laufbahn prophezeit. Dem Prinzen Pu Lun, welche? heute Nachmittag Indianapolis verläßt, ist von der Palmiftin Madame Mier aus den Linien seiner Hand prophezeit worden, daß er dreimal in seinem Leben in großer Gefahr fchwebe, daß er aber im Alter von 50 Jahren in eine glänzende Laufbahn eintreten werde. Die Madame war ferner so freundlich, ihm ein hohes Alter zu prophezeien.

Eine Kirche unter dem Sammer. Die an der Yasse Straße belegene Kirche der Reformirten Methodisten Gemeinde wurde von Constabler Frank Glaß in öffentlicher Auction zum Ver kauf ausgeboten. Nur wenige Käufer hatten sich eingefunden. . Schließlich wurde sie mitsammt der Einrichtung für $68.97 verkauft. Der Verkauf geschah, , um ein Urthnl im Betrage von $53.05, welches der letzte Pastor der Gemeinde, Jacob Dyer, ge gen dieselbe erwirkt hatte, zu befrie digen. Extra Sitzung des Stadtraths. Der Stadtrath ist auf heute Abend zu einer Extra Sitzung einberufen werden. In derselben wird aller Wahrscheinlichkeit nach die neue BauOrdinanz endgültig passirt werden. Deutschland. Kardinal Satölli. B e r l i n, 27. Mai. Der Amerika fahrt des Kardinals Satolli, welcher heute an Bord des Dampfers Prinzeß Irene" von Neapel nach den Ver. Staaten abreiste, wird ein ungewöhn lich großes Interesse entgegengebracht. In maßgebenden katholischen Kreisen heißt es, Kardinal Satolli begebe sich zunächst zur Weltausstellung nach St.' Louis ; sodann trete er eine Rundreise durch die Ver. Staaten an. Auf letzterer soll nicht nur die Frage des Amerikanismus, sondern überhaupt die Stellung der katholischen Kirche in den Ver. Staaten geregelt werden, namentlich auch das Schisma der katholischen. Polen. Der Papst ist angeblich geneigt, den Polm gewisse Zugeständnisse' bei Besetzung von Bischofsstellen zu machen. Vielfach wird die Vermuthung aus gesprochen, daß Kardinal Satolli der Ueberbringer ; eines päpstlichen Hand schreibens an den Präsidenten Roose velt sei, bei welchem er eine Spezial Mission erfüllen solle. , D e u t s ch t h u m .i n A m e r i k a. K a s s e l, 27. Mai. Hier fand im großen Stadtparksaal die Hauptver samml"Ng des Allgemeinen Deutschen Schulvereins zur Erhaltung deö Deutschthums im Auslande" statt. Das größte Interesse fand ein erschöpfender Bericht über das Deutschthum im Aus lande, welcher vollständig zur Vrrle sung kam. In ihm wurde u. A. ver sichert, daß in den Ver. Staaten eine Kräftigung des deutschen StammesbewußtseinS deutlich wahrzunehmen sei. Namenilich wurde die Thätigkeit des Deutsch-amenkanischen Nationalbundes" gepriesen. S ch l u d e s Niederrhein ifchenMufikfestes. K ö l n, 27. Mai. : Das Niederrhei nische Musi!feft in Köln brachte; am Schlußtage die Erstaufführung der Bal lade Taillefer" von Richard Strauß. Sie wird verschieden .beurtheilt. Manche sagen, die Erfindung sei dürftig und da3 Anspruchsvolle nicht gerechtfertigt. Andere sprechen von liebenswürdiger Melodik, gelungenen Masseneffekten und genialer Orchestrirung . Die .Leistung des. Chors wird durchweg für ausgezeichnet erklärt. Den Haupterfolg errang MaxSchilling's Hexenlied", und der Kompo nist wurde viermal gerufen. Des Münchener Kammersängers Heinrich Knote L ohengrin" Erzählung war, nach übereinstimmenden Berichten, aus gezeichnet. , '.(

Erfreute sich nicht lange der Freiheit. i Dem Mike Flaherty gelang es aus dem Central Jrren-Asyl. dessen Insasse er seit einigen Jahren ist, zu entfliehen. Einige Stunden später wurde er von Polizisten, an dem Ufer des WhiteRiver nördlich von der Washington Straße umherirrend, aufgefunden. Er leidet an der fixen Idee, daß ihm befohlen wurd den Hof der Anstalt in einen Garten zu verwandeln und das paßte ihm nicht.

Fred. Knodel in kritischem Zustände. ----- ' - Fred. S. Knoble, der junge Zei tungsberichterstatter, welcher kürzlich von dem Automobil des A. D. Gates umgerannt würbe, liegt in kritischem Zustande darnieder. , Anfänglich wurde geglaubt, daß er nur äußerliche Verletzungen erlitten hatte, aber später fanden die Aerzte aus, daß er auch inne' ''ch verletzt war. Personal-Notizen. .Herr und Frau Andreas Jenfen find aus Elliston, Greene County. Ind. zum hoch willkommenen Besuch ihrer Töchter Frau Wyi. Gayer, Frau John Anselm und Frau Albert Lehmann hier eingetroffen Dieselben bemühen sich nach Kräften, ihnen den Aufenthalt in der schönen Hauptstadt des Staates so angenehm, als möglich zu gestalten. Zu Ehren der Frau Charles A ck m a n n, welche in den näch sten Tagen mit ihrem Gatten eine Reise nach Deutschland antritt, um dessen Mutter, zu besuchen, und der Frau Vancaian, welche nach Mexico übersiedeln will, veranstaltete gestern Nachmittag Frau W. H. Howell in ihrer Wohnung, No. 1235 Lexington Ave., eine Abschiedsfeier, welcher der Frauenverein der Fidelity-Loge, I. O. O. F., vollzählig beiwohnte. Für Unterhaltung der Gäste, sowie für noble Bewirthung derselben, war in bester Weise gesorgt worden. Der Besuch der Cineinnatier Ge schaftsleute. Etwa 150 angesehene Geschäftsleute langten gestern Nachmittag von St. Louis kommend hier an. Sie wurden am Bahnhof von dem Empfangs-Co-mite der Handelskammer und des Com mercial Clubs empfangen und sodann nach dem Columbia Club geleitet, woselbst ein. kurzer Empfang abgehalten und Erfrischungen servirt wurden. Kurze Ansprachen wurden von den Bundes Senatoran Fairbanks und Beveridge, Gouverneur Durbin, Mayor Holtzmann und den Präsidenten der Handelskammer und des Commercial Club gehalten. Mayor Fleischmann von Cincinnati und einige andere prominente Herren aus der Königin des Westens, drückten ihre Freude aus, mit den hiesigen Ge schäftsleuten ein Paar Stunden zu sammen verleben zu können. . Nach dem Empfang wurde nach dem Grand , Hotel marschirt, woselbst den Gästen das Diner servirt wurde. Gegen 7 Uhr erfolgte die Abreise. N a ch sechstägiger Ver Handlung verurtheilte das Schnmrgericht zu Lisfa in Posen den 2C'jahrigen Förster Valentin Krupa zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe. Krupa wurde trotz seines Leugneiis für schuldig befunden, am 12. No vember vorigen Jahres im Walde von Godurow den Förster Jarkulski beraubt und erschlagen zu haben. D i e B l u t t h a t i m B c r l i n e r Scheunenviertel scheuet ungesühnt blei--ben zu sollen. Der des Mordes an seiner Ehefrau, der Kellnena Grabowski, dringend verdächtige Schlächicrgesell? Theodor Grabcnstt wurde auf Antrag seines Vertheidigers gtttfs Untersuchung auf . '"einen Oieisieszustand der Irrenanstalt überwies sen . Die Untersuchung hat e rgcben, daß Grabowski unzurechnungsfähig ist. Das Verfahren gegen ihn hat i i folgedess en eingestellt werden müssen.

mn Compromiß . zwischen dem Polizeirichter und dem Stadtclerk.

Stadtclerk Fogarey hatte sich in letzter Zeit mehrfach geweigert, solche Per sonen als Bürgen für Geldstrafen an zunehmen, welche ihren früheren Ver pflichtungen ihm gegenüber nicht nach gekommen und mit ihren Zahlungen noch im Rückstände waren. Der Polizeirichter hatte jedoch des Oefteren anbefohlen, diese Leute trotzdem als Bürgen anzuerkennen. Die Folge war, datz es zwischen dem Kadi und dem Stadtclerk zu Controversen kam. ' ' . : Gestern ist endlich zwischen den bei den Herren ein Compromiß zu Stande gekommen und Freude herrscht jetzt in Trojas Hallen. Richter Whallon hat nämlich einen Ukas erlassen, welchem zufolge solche Bürgen, die sich für nicht bezahlte Strafen im Gesammtbetrage von $250 verbürgt haben, oder für zwei Bürgschaf, ten, welche für verfallen erklärt worden sind, haftbar sind, vom Stadtclerk nicht mehr als Bürgen angenommen werden sollen. Zwei professionelle Bürgen, Thomas Bowfer und der Farbige Nate" Ward, werden zunächst von diesem Befehle des Richters betroffen und kaltgestellt. Günstiger Bericht Der Behörde für WohlthStigkeits- und Straf , Anstalten. . Die Behörde für WohlthStigkeits. und Straf Anstalten berichtete den County'Commissäre, daß bei ihrem letz, ten Besuche des County Gefängnisses das Institut in lobenswerther Verfas sung war ; ein Beweis, daß die im früheren Berichte gerügten Uebelftände abgestellt worden sind. Aus dem Be richte ist ferner, ersichtlich, daß die Kellereien',, die früher venachläsfigt waren, gesäubert wurden, und daß eine gepolsterte Zelle eingerichtet wird. Nur ein Krankheitsfall war zu vermelden. ,Das Gefängniß beherbergt z. Z.'83 Männer, 15 Frauen und 2 Knaben. Im Ganzen 100, darunter sind 30 Neger. Eine Besichtigung des Polizei Hauptquartiers ergab, datz die Zellen nicht so reinlich sind, wie erwünscht. Daß den Gefangenen das Rauchen , gestattet ist, wo durch Löcher in das Bettzeug gebrannt wurden. Eine gepolsterte Zelle wird für nothwendig erachtet. Das Difpenfarium befindet sich in gutem Zustand, doch' sind mehr Ausgänge erwünscht und größere Schlafräume. Recht wünschenswert Ist die Adjustirung der Wasser-Raten in Brightwood. Im letzten Jahr war das Deficit, welches der. städtische Säckel aus den Wasserwerken in Brightwood hatte, ungefähr S3500.. Die dortige Wasser leitung wurde bekanntlich, als Bright wood der Stadt einverleibt wurde, mit übernommen. Die Behörde für öffentliche Arbeiten will nun der Sache auf den Grund gehen. Es wird behauptet, daß die Be wohner von Brightwood um die Hälfte billigere Raten haben, als die Bewohner von Indianapolis. Viele sollen sogar Wasser ohne Entgelt geliefert er halten. Darunter soll eine Bahnge sellschaft sein, die ungenirt und kosten frei ihren Bedarf einem Hydranten entnimmt. ' Ein NngluckSfall Führte den Tod Spering's herbei. . Heute Nachmittag wurde Herr Ed ward Spering, der auf so traurige Weise am Mittwoch Morgen durch ei nen Sturz aus einem Fenster des Stadt Hospitals seinen Tod fand,' bestattet. ES ist mit Sicherheit fest, gestellt worden, datz Herr Spering den Tcd nicht freiwillig suchte, sondern daß es sich um einen bedauerlichen Un glücksfall handelte.

Nachrichten aus Jndiana.

FrauCoraWeeks von der Anklage des M'utter mordes freigesprochen. Brownstown, 27. Mai. Die Geschworenen des hiesigen Kreisge richts, in deren Händen das Schicksal der Frau Cora Weeks, welche angeklagt war, am Arbeitertag v. I. ihre Mutter erschyssen zu haben, lag, ga. ben gestern Abend um 9 Uhr, nachdem sie 3 Stunden in Berathung gewesen waren, einen Wahrspruch auf nicht schuldig ab. Die Angeklagte wurde hierauf aus der Haft entlassen. Es wird jetzt allgemein angenommen, datz die Anklage gegen ihren Gatten, welcher der Bei hülfe zum Morde angeklagt ist, sich aber gegen Bürgschaft auf freien Fuß befindet, jetzt niedergeschlagen werden wird. Knox, der Fälscher, schul d ig b e fünde n. Portland, 27. Mai. Robert I. Knox, der angeklagt war, einen Check der Bank von Greenbrier, Lewisburg, W. Va., von 815 auf $1500 erhöht, und versucht zu haben ihn hier einzu kassiren, ist am Donnerstag der Fälschung schuldig befunden worden. Die Strafe, die ihn erwartet, ist 2 bis 14 Jahre Zuchthaus. Knox ist in Polizeikreisen als der König der Fälscher" bekannt und soll bereits zwei Termine in Zuchthäusern abgesessen haben. Er ist gebildet und stammt von einer prominenten Familie ab. Der McDonald - Prozeß. Bedford, 27. Mai. Als am Donnerstag Nachmittag der Anwalt I. N. Palmer in dem McDcnald Mord Prozeß die Schlußrede für die Verthei digung hielt, sagte er mit großer Wär me: Geben Sie mir eine gute Grandjury, gute Gerichtsdiener und drei Wochen Zeit, und ich will Ihnen Beweismaterial herbeischaffen, aus dem Sie ersehen können, wer Sarah Schäfer ermordet hat. Ich habe BeweisMaterial in meiner Brust verschlossen, das viel stärker ist als das, das gegen McDonald abgegeben worden ist. Der Staat Jndiana meint eS in diesem Prozeß nicht ernst. Er hatte die Gelegenheit, das Geheimniß zu lüften, hat aber jedesmal den Weg dazu versperrt, indem er gegen die Zulassung wichtiger Aussagen Einwand erhob. iDer Staat will nicht wissen, wer das Mädchen er mordet hat." Diese an den Staatsanwalt gerichtete Herausforderung wurde von dem an wesenden Publikum lebhaft applaudirt. Das Gericht verbot aber im Augenblick jede weitere Demonstration. , Die Argumente wurden heute Nachmittag geschlossen und der Fall befindet sich jetzt in den Händen, der Geschwo renen. E i n intelligenter" G e schworener. Fort W a y n e , 27. Mai. Die Jury in dem Dunn-MordProzeß ist noch immer nicht zusammengestellt. Ein Geschworener hat sich bis jetzt ge funden, welcher, obgleich ' in dieser Stadt ansässig, erklärte, niemals etwas über den Fall gehört und auch , nie in seinem Leben eine Zeitung in die Hand genommen zu haben. ', ,' : , ' Zu l e b e n S l ä n g l i ch e r Z u ch t h a u S st r a f e v e r u r t h e i l t. Jefferson ville, 27. Mai. Der Sträfling Herman Gehrs, welcher am 7. Januar CryuS Berry, einem anderen Insassen deS Reformatoriums mit einem eisernen Rohr erschlug, wurde gestern von den Geschworenen deS Mordes im ' ersten Grade schuldig befunden und die Strafe wurde auf lebenslängliches Zuchthaus festgesetzt. K1000.E r s a tz bewilligt. W a b a s h 27. Mai. Frau Jda Franz hat ein Urtheil auf S1000 Ent schähigung gegen ihren Schwiegervater erlangt, weil er ihr den Gatten abfpen. ftig gemacht hat. Die Frau hatte ihn auf $10,000 Schadenersatz verklagt.

Wichtige Entscheidung für die Stadt. Fort W a y n e, 27. Mai. Richter Heaton hat entschieden, daß die Stadt keinen Schadenersatz zu zahlen hat, falls ein Bürger infolge deS Ge nusses des städtischen Wassers am Typhus erkrankt. Francis Gladieux nämlich hatte die Stadt und die Penn sylvania Bahn-Gesellschaft auf Schadenersatz verklagt, nachdem' er am Typhus erkrankt gewesen war und gehört hatte, daß verschiedene Aerzte behaupteten, das städtische Wasser sei verunreinigt und enthalte Typhus Bazillen. Schwindler in Haft. New A l b a n y, 27. Mai. LewiS Knapp und Cloude Kiel, die aus Ein cinnati zu stammen vorgeben, wurden hier verhaftet, als sie versuchten, unter der Angade, Zeitungsvertreter zu sein, Geld zu erschwindeln. Angeblich ver treten sie die Louisviller TimeS" und Post" und den St. Louis Post. Difpatch." Sie boten den Leutm eine vergrößerte" Photographie und das be treffende Blatt für sechs Monate zum halben Preise an, wollten aber Be Zahlung im Voraus. Die Sache scheint ihnen nirgends geglückt zu sein, wohl aber vermißte Frau Scott an der Achten Straße bald nach ihrem Be suche" ein silbernes Messer und einen Löffel desselben Metalls. Sie meldete den Fall der Polizei, und die Leute wurden verhaftet, aber die Artikel fan den sich nicht bei ihnen vor. John H. Fiicher erschien gleich darauf auf der Polizei und identificirte Kiel und Knapp als die Leute, die ihm letzte Woche Pferd und Buggy entführt hat ten. Allerdings hatten sie ihn später benachrichtigt, wo er beides finden könne und auch fand. .

Schüler-Arbeiten Im Herron-Jnstitut ausgestellt. Recht zahlreiche Besucher fanden sich im John Herron-Jnftitute ein, um die Ausstellung der Schüler-Arbeiten zu besichtigen. Die jungen Kunftschüler von Frl. Hendricks zeigten tüchtige Sachen, besonders in Zeichnungen nach Gipsmodellen. Recht vielversprechend sind die Arbeiten von Paul Carpenter, Margareth Metzger, Ethel Miller, Elsa Kothe, Charlotte Lieber und Joseph Quinn. Auch die reiferen Studien, welche Schüler in Steele und Otis Adams Atelier gemacht haben, sind des Beschauens wohl werth. Die AuLstellung wird bis 1. Juni geöffnet sein. Der Niesen Waarenspeicher. ' Der große Waarenspeicher, welcher Henry Coburn an der Georgia Str. mit einem Kostenaufwand von $150, 000 errichten lassen wird, wird an der Georgia Str. eine Front von 150 Fuß haben und sich bis nach der Mobile Str.. (eine Tiefe von 270 Fuß) ' er strecken, er wird 6 Stockwerk hoch fein, welche insgesammt eine Bodenfläche von 284.500 Quadrat-Fuß aufweisen werden. 6 Brandmauern werden das Gebäude vom Erdgeschoß bis zum Dache in verschiedenen Abtheilungen die sämmtlich von einand:r abgesondert find, eintheilen. Jede dieser Abtheilun gen werden einen eignen Fracht-Fahr , stuhl haben. . Zwei Geleise werden in den Hsf ÜjeS Gebäudes laufen, so daß zu gleicher Zeit 12 Jrachtwaggons aus ' geladen, resp, beladen werden können. Die PluutberS wieder an die Arbeit zurückgekehrt

Die Plumbers, welche vier Wochen lang am Streik waren, find gefterü wieder zur ' Arbeit zurückgekehrt . Die Differenzen, - welche zwischen ihnen und den .Arbeitgebem schwebten, sind zur beiderseitigen Zufriedenheit beigelegt worden. Hinsichtlich der Forderung um einen-höheren Lohn wurde ein Compromiß' abgeschlossen; ' die Con trolle lber die Lehrjungen behalten die Bosse. :. ' ; . .

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