Indiana Tribüne, Volume 27, Number 236, Indianapolis, Marion County, 26 May 1904 — Page 7

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(Fortsetzung.) 17., Kapitel.

incent sano icm Wort Ter Erwideruna. Wie von selbst

streckte er die Hand nach dem

Schriftstück aus, das man ihm jedoch nicht überließ. Nun trat er zu dem offenen Schreibtisch. Nichts war verändert, das Schriftstück mußte ganz oben gelegen haben. Noch ein mal beugte er sich darüber schloß dann die Schublade und trat in die Mitte des Zimmers. Wo war er eigentlich? Im Flüßchen Adour vurldenn er hatte das Gefühl, als sinke er, immer tiefer, als werde auch er wie der arme Edmund in den schäumenden Abgrund gerissen. Es schlug zwölf Uhr. Ungenirt gähnte der Staatsanwalt, und plötzlich kam auch Gerbault wieder zu sich. Meine Herren, ich wiederhole auf mein Ehrenwort, daß ich dieses Schriftstück niemals in Händen gehabt habe, daß mir sein Inhalt unbekannt ist und daß ich es nicht an den Platz gelegt habe, wo Sie es gefunden haben." Er kannte seine Stimme selbst nicht wieder. Sie klang, als käme sie aus einem zersprungenen Instrument. So sagen Sie uns dann doch wenigstens, wer es dorthin hätte legen können?" fragte Jemand. Er. konnte es sich nicht erklären. Hatten Sie die Schublade vor Ihrem Weggehen abgeschlossen?" Ja." "lind seit Ihrer Rückkehr haben Sie sie nicht wieder geöffnet?" Nein." Unter wessen Aufsicht stand die Wohnung während Ihrer Abwesentat?" Unter keiner Aussicht. Der llbrtge Theil des Hauses ist von den Besitzern bewohnt." Es wäre also wohl schwierig, ohne deren Wissen hereinzukommen?" Nahezu unmöglich," antwortete der Offizier, sich rückhaltlos an der Wahrheit festklammernd, so wenig 'sie ihm auch bis jetzt genützt hatte. . Was hülfe auch ein Ankämpfen gegen die Macht eines Verhängnisses? Ja, ein finsteres Verhängniß schien es zu sein, das ihn unrettbar in's Verderben zog. Wie in einem fernen Nebel sah Gerbault seine Laufbahn zerstört, sein Leben vernichtet, ein ganzes Heer von Schreckgespenstern vor sich aufsteigen, und kalter Schweiß trat ihm auf die Stirne. Wenn Germaine erfuhr, wessen man ihn anklagte? War für einen Manu wie er und für ein Mädchen wie sie nicht allein fchon die Anklage eine Entehrung? Großer Eott, natürlich erfuhr sie es. Aber wenn dies nur wenigstens nicht gleich geschah, denn später ja später, da fand sich vielleicht ein Ausweg. Warum gehen wir nicht?" fragte er. Wohin aber wollte er eigentlich? In's Gefängniß? Einen andern .Weg gab es ja nicht. Ihm galt es gleich. Wenn er und diese Herren sich nur wenigstens nicht mehr in Germaines Nähe befanden! Man schien seinen Wunsch zu.begreifen und zu billigen. Soeben hatten ihm die Herren das Testament vorgelesen, worin Edmund sämmtliche früheren Bestimmungen und auch den betreffenden Paragraphen des Heirathskontrakts für null und nichtig erklärte und seinen lieben Vetter zum Universalerben einsetzte. Einer alten Sitte folgend, hatte er diese VorsichtMaßregel noch vor seiner Reise getrosseit. Der Aermste! Nicht. nur bei Lebzeiten war ihm alles, was er angriff, schnöde mißglückt, sondern auch nach seinem Tode brachte die wohlgemeinte Absicht noch böse Früchte! Vincent hätte auflachen mögen. Die Schränke und Kommoden wurden jetzt wieder zugeschlossen, worauf man den Offizier bat, sich zum Fortgehen vorzubereiten. Als er in sein Ankleidezimmer ging, um die kaum geöffnete Reisetasche wieder an sich zu nehmen,bemerkte er, daß der Polizeikommissar ihm folgte. Wieder war er versucht, bitter auf- . zulachen. Als ob er nicht im Stande wäre, diesem Aufseher ein Schnippchen zu schlagen. Unbemerkt griff er nach feinem geladenen Revolver und steckte ihn in die Tasche. Am liebsten hätte er sich sofort eine Kugel durch den Kopf gejagt, aber der Gedanke an Germaine und namentlich an Estelle, die vielleicht sofort am Schreck gestorben wäre, hielt , ihn davon ab. Dort, wohin er jetzt geführt wurde, konnte er diese Absicht ja immer noch ausführen, falls nicht etwas Unvermuthetes dazwischentrat. Was aber konnt: dazwischentreten? Sah er doch jetzt selbst keinen Ausweg mehr! Hätte er seinen Fall bei einem andern erlebt, er , würde sicherlich auch gesagt haben: Dieser Mann ist schuldig! ' Der Bursche, den man nach einer Droschke geschickt hatte, kam noch immer ganz bestürzt zurück und Gerkrault bat, den Wagen vor dem Gartenthore halten zu lassen und seine Pri vattrevve hinuntergehen zu dürfen.

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Seine Bitte wurde gewäyrt und aucy sonst behandelte man ihn mit aller Rücksicht. Die Gerichtskommission hatte sogar das Zartgefühl, die Treppe möglichst geräuschlos hinunterzusteigen, was dem Hauptmann nicht entging. Seine ganze Aufmerksamkeit war überHaupt auf die Gegenwart gerichtet, an die Zukunft dachte er nicht mehr. Nun waren die letzten Stufen der Treppe erreicht. Diese mündete auf einen kleinen, schmalen Vorplatz mit zwei Thüren, von denen die eine in den Garten führte, während die andre, eine kleine Tapetenthür, die Verbindung mit dem Erdgeschoß vermittelte. Vincent erinnerte sich nicht, diese Thüre je offen gesehen zu haben; er wußte nur. daß sich dahinter der lange Gang und ganz in der Nähe das Zimmer der beiden jungen Mädchen befand. Eilen wir uns," sagte er bebend vor Ungeduld. Seine Hand zitterte ein wenig, als er den Schlüssel zur Ausgangsthüre herausholte, und ein leises Klirren er-, tönte, das ihn veranlaßte, mit einem ängstlichen Blick nach der Tapetenthüre zu wiederholen: Eilen wir uns." Allein es war schon zu spät. Knarrend öffnete sich die Tapetenthür, und dicht vor sich sah der Verhaftete Estelles weiße Gestalt und hin. ter ihr Germaine mit Frau Lancelot. Überrascht waren die Herren vom Gericht stehen geblieben. Wie hätten sie auch vorübergehen können, ohne einer solch lieblichen Erscheinung nicht wenigstens einen Blick zu schenken. Estelle aber war in diesem Augenblick nicht nur schön ein überirdischer, halb bezaubernder, ' halb beängstigender Glanz umstrahlte sie, der die Blicke aller, mit unwiderstehlicher Macbt an sich zog. Sprachlos stand der Untersuchungsrichter da, jährend Estelle geradesweas auf ibn zuging und mit ihrer eigenthümlich träumerischen Stimme sagte: Wer sind Sie, und ioai wollen Sie?" Dieser neuen Prüfung standzuhalten, ging nun aber über Vincent Gerbaults strafte, unv wie waynstnmg stürzte er dem Ausgang zu, während die andern, die einen Fluchtversuch vermutheten, ihm nacheilten. Esielle aber vertrat allen den Weg und fuhr, immer mit derselben Stimme, fort: So warten Sie doch ein wenig. Nicht wahr, diese Herren sind Gerichtspcrsoncn? Sie wissen, daß Herr Dulaurier ermordet worden ist, und glauben weil man es Ihnen eingeredet hat der Herr Hauptmann sei dabei betheiligt." Ha, das ist stark!" Ein Schrei der Entrüstung entfuhr den Beamten, worauf Frau Lancelot, die bis dahin 'mit offenem Munde dabeigestanden tmz, wie ein verwundeter Stier auffuhr und die entsetzten Herren mit einer Fluth von Vorwürfen überschüttete, bis ihr der Athem ausging. Vincent hörte kaum ihre Worte, denn neben ihm stand Germaine mit einem Ausdruck, wie er ihn zwar oft ersehnt, aber noch niemals an ihr gesehen hatte. Erregung, Angst, Sorge, ein Gefühl, das ihre gewohnte Zurückhaltung überwältigte, sprachen aus ihren Zügen, aus ihrer ganzen Haltung, und dieser Anblick war so unerwartet, so wonnevoll und grausam zugleich, daß Thränen Gerbaults Stimme zu ersticken drohten, als er sagte: Nicht wahr, Germaine, was auch kommen mag, Sie wenigstens werden nicht an mir zweisein?" "Ich!" Ihr Ton, ihre Bewegung nach ihm hin drückten zur Genüge aus, was' sie nicht mehr sagen konnte; denn schon hatte Estelle wk'der das Wort ergriffen. Beruhige Dich, liebe Tante," sagte sie zu Frau Lancelot gewandt. Irren ist menschlich, wenn man eine Sache nicht miterlebt hat. Ich aber werde den Herren jetzt sagen, wasich weiß." Sie fuhr sich mit. der Hand über die Stirne, ihre Züge hellten sich auf und die überirdische Erscheinung wurde plötzlich zu einem körperlichen, verständigen Wesen, das auch die Gerichtsherren sofort mit andern Augen ansahen. Lebhaft machte 'der Richter einen Schritt vorwärts. Sie haben Zeugniß abzulegen, mein Fräulein?" Ja." Wollen Sie sich zu diesem Behufe in mein Amtszimmer bemühen oder unsre gegenwärtige Anwesenheit dazu benützen?" Ich will lieberaleich hier mit Ihnen sprechen." , ; Was sie wohl zu sagen hatte? Bincent ahnte es nicht. Allein schon diese, sich zu seiner Vertheidigung erhebende Stimme zu hören, rührte ihn tief. Estelle lehnte sich an die Wand. Die größte Anspannung ihrer Nerven allein hielt sie aufrecht, und vielleicht flüchtete sie. diese, künstliche Kraftentwicklung möchte nicht lange genug vorhalten, denn rasch fielen die Worte don ihren Lippen: Zuerst muß ich Ihnen sagen, daß ich durchaus nicht in die Angeleaenbeit einaeweibt bin und nichts von

dem weiß, was dort oven. veryanom worden ist. .Ich kann nicht einmal voraussagen, ob das, was ich Ihnen mitzutheilen habe, Werth für Sie hat. Allein ich denke, eine wahrheitsgetreue Enthüllung kann dem Herrn Hauptmann, der unschuldig ist, nur zum Vortheil gereichen. So hören Sie denn, was ich neulich in der Nacht von Montag auf Dienstag vor der Rückkehr des Herrn Hauptmann erlebt habe." ' Gespannte Aufmerksamkeit lag auf allen Gesichtern; auch Frau Lancelot und Germaine schienen nicht zu wissen, um was es sich handelte, denn ihre Züge trugen den Ausdruck ängstlicher NeuZierde.. Estelle fuhr tot: Nachdem ich den Tod des .Herrn Dulaurier in der Zeitung gelesen hatte, legte ich. mich in großer Erregung zu Bett. Man glaubte, ich werde schwerkrank, und so wachte Germaine bis zwei Uhr an meinem Bett. Dann legte sie sich schlafen und Tante Lancelot nahm ihre Stelle ein. Die arme Tante aber war so müde, daß sie in ihrem Lehnstuhl einschlummerte." - Ja, leider," gestand Frau Lancelot. Ich allein schlief nicht. Entsetzliche Gedanken gingen mir durch den Kopf. Der Tod des Herrn Dulaurier ist sehr auffallend, sagte ich zu mir selbst, und eine innere Stimme antwortete mir: Gewiß hat Jemand den Tod absichtlich herbeigeführt, und diese Person wird auch andern noch Böses anthun. Je will den Namen dieser Person nicht nennen, Sie, mein? Herren, sind ja Nichter, denen die Mittel zu Gebot stehen, auch das Verborgenste zu ersahren, Sie werden schon selbst auf den Namen kommen. .Auch der Gedanke an Herrn Hauptmann Gerbault beunruhigte mich, als drohe ihm eine Gefahr. Plötzlich gegen drei Uhr höre ich ein, allerdings nur ganz leises, kaum merkliches Geräusch. Sie wissen ja, wie fein das Gehör bei Nacht ist, und so vernahm ich ganz deutlich Schritte die Treppe heraufkommen. Ich dachte zuerst,' es sei der Herr Hauptmann, der zurückkehre, aber das war unmöglich, denn niemals hätte er so leichten Ganges heraufgehen können. Einen Augenblick kam mir sogar der Gedanke, es sei eine umyerschleichende Katze. Aber Katzen gehen nicht allein in Zimmer mit geschlossenen Thüren, und das leise Tappen ließ sich jetzt gerade über meinem Kopfe im Schlafzimmer des Herrn Hauptmann, dann im Salon und schließlich wieder auf der Treppe vernehmen. Nun erfaßte mich wilde Angst, aber nicht jene Ar:, bei der man zurückweicht oder sich versteckt, sondern im Gegentheil jenes Gefühl banger Sorge, das einen -unaufhaltsam vorwärts treibt. Ich springe also aus dem Bett, werfe meinen Schlafrock über, laufe den Gang entlang und lange an dieser Stelle hier im gleichen Augenblick an wie die herunterkommende Person. ' Weder sie noch ich hatten ein Licht. .Wer ist da?' rufe ich. Ohne zu antworten, bleibt die Person stehen. Ich sah sie nicht und hörte nun auch nichts mehr von ihr. So tappe ich suchend im Finstern umher, bis ich endlich dort drüben in der Ecke etwas fühle, und zwar die Falten eines Kleides. Die Person war also eine Friu. Ich packe sie am Kleid und. rufe um Hilfe. Allein sie war stärker als ich. Sie befreite sich und entwifchte, ohne daß ich ihr hätte folgen können. Als Germaine und meine Tante erschienen, war sie nicht mehr da." Athemlos hatte Jedermann zugehört. Nun richtete sich Hauptmann Gerbault auf. Das Testament!" rief er, frohlockend, i Jetzt haben wir die Erklärung. Frau Dulaurier hat sich in meine Wohnung geschlichen und das Testament durch den Spalt der Schublade geschoben." .

etzt klarte sich alles auf; er kämpfte

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nicht mehr gegen eine dunkle -Macht.

So klar erwiesen erschien ihm seine Unschuld, daß er sich erstaunt fragte, warum der Untersuchungsrichter nicht sofort seinen Irrthum bekannte und um Entschuldigung baL Dieser aber behielt seine ungläubige Miene bei, während er die Frage stellte: Wie hätte Jemand von außen in die doch sicherlich abgeschlossene Wohnung des Hauptmanns kommen können?" Mein Schlüssel hängt an der Thüre." Und um bis hierher zu kommen?" , Es wird häufig versäumt, die Gartenthüre zu verriegeln," rief Frau Lancelot. . Und wie gelangt man in den Garten?" Frau Lancelot wurde verlegen. Der Garden war von einer Mauer umgeben und das auf die Straße mündende Thor blieb immer verschlossen. Da durchblitzte eine Erinnerung Vincents Hirn. Mein Hauptschlllssell Der Schlüsfei, den ich letzten Winter bei Dulauriers verloren zu haben , glaubte, und der mir ohne Zweifel entwendet worden ist." Ja, richtig," rief Frau Lancelot. Man mußte einen neuen machen lassen, ich habe noch die Quittung des Schlossers." Die Sache wurde immer klarer und einleuchtender. Wie kam es nur, daß der Richter sein überlegenes Lächeln beibehielt? . Wieder wandte er sich an Estelle: Sie allein haben aljo die Anwesenheit einer fremden Person auf der Treppe beobachtet?" .

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Ihre Frau Tante und Ihre Fraulein Schwester haben nichts gesehen?' Nein." Und was haben sie gesagt, als Sie Ihr Erlebniß erzählten?" Ich habe es ihnen nicht erzählt, tot nigstens keine Einzelheiten." Warum nicht?" Um sie nicht zu beunruhigen." Und ausgefragt hat man Sie auä nicht?" Nicht viel." - Und doch mußten Ihre Angehörigen sehr erschrocken gewesen sein, als sie Sie mitten in der Nacht allein hier fanden?" Estelle antwortete nicht. Sie wurde sehr blaß und lehnte sich an Frau Lancelot, die jede neue Frage des Richters mit einem wüthenden Achselzucken begleitete. t Dieser drang mit herablassendem Wohlwollen weiter in sie: Wahrscheinlich haben sie sich deshalb so rasch zufrieden gegeben, weil es fchon öfters vorgekommen ist, daß Sie im Fieber Lärm gehört und sich eingebildet haben, es dringe ein Unbefugter in's Haus. Und weil Sie Ihrer Sache nicht sicher waren, haben Sie es auch nicht gewagt, das, was Sie zu sehen glaubten, Ihren Angehörigen zu erzählen Ist es nicht Ihre ganze Kraft zusammenraffend, richtete sich Eftelle auf. Ich bin wohl krank aber nicht verrückt. Es ist so. wie ich behaupte. Uebrigens habe ich auch einen Beweis, einen greifbaren Beweis." Alle traten gespannt näher, während Estelle einen kleinen in Papier gewickelten Gegenstand hervorzog, den sie, wie es schien, selbst vor Germaine sorgfältig verborgen gehalten hatte, denn auch diese blickte erstaunt auf ihr Thun. Estelle entfernte das Papier und brachte zur allgemeinen Enttäuschung ein Stückchen Stoff ,zu Tage, einen zwei Finger breiten, grau und weiß gewürfelten Fetzen, den sie dem Richter siegesgewiß hinhielt. Das ist ein Stück aus dem Kleide, das sie anhatte und das ich zerrissen habe. Gehen Sie nun und suchen Sie bei derjenigen nach, die den Hauptmann bezichtigt hat. Wühlen Sie ihre Sachen genau durch, so wie Sie es bei dem Hauptmann gemacht haben, und Sie werden das Kleid, wozu dieser Fetzen paßt, finden, aber auch sonst noch allerlei ja, ja, allerlei." . 5bre letzten Worte verloren sich in entern unverständlichen Gemurmel, und auch eine Bewegung, die sie gegen Binlent machte, blieb unausgeführt. Mehr als ihre Kräfte es erlaubten, hatte sie schon für ihn gethan, nun waren sie zu Ende. Führe mich fort," sagte sie zu Frau Lancelot, und als Germaine auf sie zugehen wollte, fügte sie hinzu: Nein, bleibe Du." . ... Im Weggehen wandte sie noch einmal den Kopf nach ihrer Schwester, als müsse sie ihr eine letzte Ermahnung zukommen lassen, worauf sich diese wieder zu den fünf Herren an der Thüre gesellte. Gehen wir, Herr Hauptmann," sagte der Richter, den dieser Auftritt doch wider Willen irre gemacht hatte, und der das grau und weiße Stofffetzchen nochimmer in der Hand hielt. Ja, gehen wir," wiederholte Hauptmann Gerbault, dem die Kehle wie zugeschnürt war. Nein, so dürfen Sie nicht fortgehen," fagte Germaine sanft, indem sie ihn auf der Schwelle zurückhielt. . Ihr Entschluß war gefaßt ein rascher, erhabener Entschluß. Sie, das aufopferungsvolle junge Weib folgte dem neuen Rufe, der an sie erging, und sie folgte ihm voll Stolz und bebender Glückseligkeit. So wie sie einst, als sie zwischen Vincent und Estelle wählen mußte, sich für die sterbende, alleinstehende Estelle, damals die Unglücklichere von den Beiden, entschieden hatte, so entschied sie sich jetzt für den schwer beschuldigten, niedergedrückten, unglücklichen Vincent. Ihr Gesicht strahlte. Alles was an Willenskraft und Zärtlichkeit in ihr wohnte, trat jetzt an die Oberfläche es war einer jener erhabenen Augenblicke, wo das tugendhafte Weib zur Heldin wird. Ein verächtlicher Blick traf die Richter, die einen Unschuldigen verurtheilten. Sie hatte zur Vertheidigung, dieser Unschuld keinen andern Beweis als ihre eigene Ueberzeugung, und diese that sie jetzt auf die glänzendste Weise kund. t Nein," wiederholte sie, Sie dürfen nicht fortgehen, ohne mir ein ,Auf Wiedersehen!' zugerufen zu haben. Gott schütze Sie, Vincent, mein geliebter Bräutiaam!" (Fortsetzung folgt.) P x a t t i s ch e r M e n s ch e n -freund. Da Hausbesitzer in Spring Grove, Pa., von ihren Miethern Miethpreise, welche für dieselben unerschwinglich sind, verlangen, so hat der Papierfabrikant und Millionär Glatselber mit dem Bau von 40 zweistöckigen Ziegelsteinhäusern beginnen lassen, die er zu einem Drittel des Miethpreises, den andere Hausbesitzer berechnen, an seine Arbeiter vermiethen will. Uralte L e u t e. In Erookston. Minn., starb Kristine O'Tangen im Alter von 102 Jahren. Bis wenige Tage vor ihrem Tode war sie nie krank gewesen. Peter Undorf. ein Insasse d?r Armenfarm in La Crosse County. Wis., ist im Alter von 104 Jahren gestorben. Er war seit 24 Jahren auf der Armenfarm.

Prinz Pu Zun. Der PrS?iSent der chinefisqen Kommisfio der Et. Louiser Ausstellung. ' Seit dem Aufenthalte Li Hung Changs in den Ver. Staaten ist hierzulande keinem Sohne des Reiches der Mitte so viel Aufmerksamkeit erwiesen worden, wie dem zur Weltausstellung

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Prinz Pu Lun. in St. Louis weilenden Prinzen Pu Lun, dem Vorsitzenden der chinesischen Kommission. Pu Lun ist ein Neffe und Kousin des gegenwärtigen chinesischen Kaisers. Er zählt zur Zeit 30 Jahre; trotz seines hohen Ranges und der prächtigen Gewandung, die ihm chinesischer Brauch zu tragen vorschreibt, scheint er demokratischen Manieren zuzuneigen. Besagte Gewandung schließt eine gelbe Jacke und eine dreiäugige Pfauenfeder ein; die mit rothen Schnüren eingefaßte Sammetkappe trägt einen runden Knopf, der als chinesischer Rubin bekannt ist. Prinz Pu Lun reift mit 16 Trabanten. An den Diamantllntiefcn.

Interessantes Projekt zum Schutze d? Schifffahrt bei Kap Hattera. Nachdem bisher alle Versuche der Ver. Staaten-Regierung zur Errichtung eines Leuchtthurms an den äußeren Diamant-Untiefen von Kap Hatteras, N. C., fehlgeschlagen sind, hat sie einen von Kapitän Albert F. Eells von Boston offerirten Plan acceptirt, der, falls sich seine Verwirklichung bewähren sollte, eine der für die Schifffahrt gefährlichsten Stellen in der Welt wenigstens zum Theil ihrer Schrecken berauben würde. Eells will eine große Taucherglocke aus Stahl herstellen, die nicht nur in der Mitte hohl ist, sondern auch hohle Seiten enthält. Sie , hat am Boden einen Durchmesser von 70 Fuß, der sich bis zur Spitze auf 29 Fuß verengert. Die Innen- und Außenwände der Sei-

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Albert F. Eells.

Leuchtthurm.

ten bestehen aus Stahlpkatten, und der Raum zwischen ihnen ist wasserdicht. In den Raum werden genug Steine und Cement gebracht, um die Glocke, die mit ihrer Spitze aus dem Wasser ragt, in aufrechter Richtung zu halten. Sie wird dann an den äußeren Dia-mant-Untiefen in 30 Fuß tiefem Wasser verankert. Die bohlen Seiten werden mit Steinen u?id Cement gefüllt, bis die Glocke auf den Meeresboden sinkt und ihre unteren Kanten in den Sand eindringen. Aus der Mitte der Glocke wird das Wasser gepumpt, so daß sie eine Art Kaisson bildet, das man durch komprimirte Luft von Wasser frcihält. Auf den Boden der Glocke kommen eine Lage. Sand und zehn Schichten Mauerwerk, das durch Querballen an den Seiten befestigt wird. Hieräüf wird der übrige Jnnenraum der Glocke bis zur Höhe von 20 Fuß über Wasser mit Mauerwerk und Cement versehen,, so daß das Ganze eine solide Stein- und Eisenmasse von ungefähr 20.000 Tonnen darstellt. Auf dieses Fundament kommt ein Stahlbau von 25 Fuß Durchmesser und 35 Fuß Höhe zu stehen. Er umfaßt die Wohnungen für den Leuchtthurmwärter und . eine kleine Lebens-rettungs-Mannschaft. Dieser Stahlbau trägt eine röhrenförmige Stahlstruktur mit einer Wendeltreppe, die zu dem 200 Fuß über gewöhnlichem Wasserstände befindlichen Thurmlichte führt. , Laut der Vereinbarung Eells' mit der Regierung, trägt er die Baukosten, ebenso die Ausgaben für die Erhaltung des Thurmes in den ersten zwölf Monaten, wonach die Unterhaltung der Anlage vier Jahre lang von der Leuchtthurmbehörde bestritten wird. Sollte dann der Chefingenieur der Armee den Thurm als zweckentsprechend bezeichnen. so erhält Eells Z590.000.

Feuer - Signale.

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