Indiana Tribüne, Volume 27, Number 236, Indianapolis, Marion County, 26 May 1904 — Page 5

Jndiana Tribüne, 26 Mai 19a,

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Schwere Stunden, . Sttzze nach dem Leben von L. Roß. Sie stand mitten in einem sich stets verschiebenden Gewimmel von Herren und Damen, die schöne Tochter des armen Generals. In der rechten Hand wiegte sie einen sehr alten, sehr kostbaren Fächer, während die Linke ,die Tanzkarte von Hand zu Hand reichte. Sie wurde sehr gefeiert trotz ihrer Armuth und nicht nur infolge der Stellung ihres Vaters, des Grafen Soren. Wie schön war sie aber auch, und wie wundervoll stand ihr das gütige Lächeln, trotzdem es heute zerstreut und wehmütttg aussah. Die Augen der

Männer hingen entzückt an ihr und flogen dann in neugierigen, neidischen oder finsteren Blicken über die hohe, würdevolle Männergestalt, ' die nicht von der Seite der jungen Gräfin wich. Regierungspräsident von Wichern war ein noch unverheiratheter Freund "des Generals und hatte sich während seines kurzen Aufenthalts in der kleinen Garnisonstadt eifrig um die Gunst fc2 frknnfin iWrthTt beworben. Et

AS Sr H rjU bV fr mm v " " " " war ein stolzer Mann und vornehm vom Scheitel bis zur Sohle und hatte durch diese Eigenschaft Margarete's Achtung gewonnen. Er war reich und daher dem General als Freier hochwillkommen. Der Präsident hörte lächelnd aber aufmerksam Margarete's anmuthigem, V VI- . iTt - t-1 . .... Wttn tttt-4. .

ieicgicm iepiauuei gu, nun u t. sie zur Polonaise. Der Tanz neigte seinem Ende zu, da fühlte sie, daß die Entscheidung nahte. Er schwieg solange und fragte, dann mit ein wenig gepreßter Stimme: Also ich bin heute wirklich mit meinem Enaaaement zum Souver zu

spät gekommen, Gräfin Soren?" Wie gesagt, Herr von Wichern, Sie kommen zu spät. Herr von Michalski führt mich zu Tischs Und ich suchte gerade nach einerGelegenheit, um Ihnen ungestört eine Bitte vortragen zu können." - Können Sie das jetzt nicht thun, wir haben doch genügend Muße.", Ihre Stimme klang ruhig, aber die Augen sahen starr gerade aus. Ich könnte es wohl und ich will es auch thun."

Er zögerte em wenig, dann beugte er sich zu ihr hinab und sagte leise: Sie wissen oder ahnen jedenfalls, was mich so lange hier in H. festgehal-

ten hat, nicht wahr? Ich hätte ja

langst be: Ihrem Herrn Vater, meinem lieben Freunde, um Ihre Hand bitten

können, als ich fühlte daß ich Ihre

Achtung besaß; aber ich bm nicht mehr jung genug, als daß nicht allerhand Zweifel in mir aufgestiegen wären. Ich wage auch jetzt nicht etwa, an Liebe Ihrerseits zu glauben, aber ich hege die Hoffnüngdaß die Sympathie, die wir uns gegenseitig eingeflößt haben, genllaen dürfte, ein schönes Glück zu be-

oründen. Und diese Hoffnung zwingt

mich, nicht länger zu zögern, sondern

Ihnen meine Hand anzubieten. Uno

nun sagen Sie mir, ob ich thöricht war. au hoffen."

In diesem Augenblick mußten sie sich

trennen, und als sie sich wieoersanven.

sah Margarete ernst und still m seme unrubia fraaenden Augen:

Ich danke Ihnen für Ihren Antrag, Herr von Wichern ich will Ihre

ttrau werden.

Als er ihren Arm nun heftig an sich

drückte, zog sie ihn langsam zurück.

Der Walzer begann.

Wir wollen nicht tanzen," sagte

Margarete und sank vx einen Fauteml , - Darf ich Ihnen danken, Margare-

te," er beugte sich und küßte die ihm

dargereichte Hand.

Und morgen komm ich zu Ihnen,

dann holen wir uns den Segen Ihres

Vaters, ja. ist es Ihnen so recht?"

. Gewiß und heute möchte ich gleich-

falls eine ernste Bitte an Sie richten. Sie ist im voraus gewährt." '

Sie neigte dankend das schöne,

blonde Haupt und bat ihn, für heute das Fest zu verlassen. Ihre Stimme zitterte etwas und ihre großen grauen Augen irrten scheu nach einer der wei'ßen Saalthüren, durch die gerade ein Trupp junger Offiziere eintrat. Einen Augenblick sah er wohl ernste und

verwundert zu ihr hinab, dann flog ein

kleines Lächeln, über sein Gesicht: er

verbeugte 'sich, drückte noch einmal seine Lippen auf die von weichem Leder be-

deckte Hand und sprach:

Sie sind grausam; aber sie befeh-

len, und ich muß gehorchen. Auf Wie-

versehen, Margarete. Er verließ sie.

Margarete tanzte und plauderte und

scherzte. Das Souper an Herrn Michalski's Seite ging vorüber, der Tisch-

walzer wurde getanzt. Andere kamen.

um mit ihr zu tanzen. Wieder eine

Verbeugung.

Darf auch ich um die Ehre bitten.

gnädigste Grafin ?" Der junge Offizier richtete die leuch

tenden blauen Augen ernst auf ihr blasses Gesicht. Dann reichte er ihr

den Arm. In tiefer Bewegung legte

sie ihre Hand, darauf. freute tanzen wir zum ersten Ma

zusammen," fing sie leise an, erschrack aber sogleich, als sie fühlte, wie fest er ibren Arm an seine Brust drückte und

sah zu ihm auf in das seltsam erregte '-r . CVf fjti

ISencgi. . v&eine üiugen. lajicnen ir r 1 Cv VI v& t CQ

j.DCl Diauc tfiuuirniu, wie iyi vx srnnuna rauben wollten. Sie, wußt

nicht mehr, was sie eben gesagt, hatte . i

unv Itammeue einige zuaminenoang

:ose Worte. Wie im Traum fyhlte sie licki von seinem Arm umscklunaen und

im Tanzen leisan seineBrust gedrückt. '(3sp inrtii svnp-t SrpirnftT Vmrfc Vipti

HtltV Q V . V (IttM . . " " großen Saal, bis sie erschöpft anhielt

uno i,cy icywer auf seinen mm teynte. War es zu viel, Gräfin Soren? Sie seben sebr blak aus. darf ick Mo

- i i i ' i ' - j w - 1 j t nen vielleicht eine Erfrischung besor-

gen?" ' .

5?übren Sie mick in das Erkerzim-

mer, Herr Leutnant Hüttenheim, und bestellen Sie mir dann ein Glas Wein.

Portwein vielleicht "

Sie saßen allein im Erker auf nie

drigen, ölauseidenen Sesseln, hint ja-

panichen schirmen und Palmen dersteckt. Eine blaue Papierampel beleuchtete den lauschigen Raum, und durch die bleigefaßten, bunten Glas-

senster schimmerte eme Straßenlaterne. Vor ihnen auf dem kleinen Tischchen standen eine Kanne mit Portwein, ansei

zierlich geschliffene Gläser und eine

scriuauicyale mit Biskuits. Einzelne lachende Paare eilten durch das verlassene Zimmer ; raus chende Ballmusik drang lockend herüber, undGeigenstimmen stiegen wiegend auf und nieder. Der junge Osfizier füllte mit unsicherer Hand die Gläser und reichte ihr das eine davon hinüber. Ihre Finger,

von denen der Handschuh zuruckgestreift war, berührten die seinen, aber

hre Blicke blieben auf das Glas ae-

senkt. .

WaZ macht die Kunst?" fraate sie.

nachdem sie getrunken hatte.

Sie feiert. Voraestern batte &

den Stift zuletzt in der Hand. Ich habe ein kleines Bild gezeichnet. Sie kennen es auch. Wir baben es beide

vor drei Monaten gesehen. Erinnern

&ie stcys Er aoa unter der Uniform eine Ie

derne Tasche bervor und entnakim ihr

eine Bleistiftzeichnung, die er ihr hin-

rneu. ste zugriN. hlt er das Blatt fest und lächelte, und so faßen beide

auf die kleine Aeichnuna. und beide

dachten Wie schön". Seitwärts ein

Bach mit melancholischen Weiden, und dann nur Heide: im Borderarund war

diese in einzelnen Büscheln ausgeführt

uns ÄNgeveulet. Wie Mitte der Zeich-

nung nahm eine Reiterm ein. welche dem Beschauer entaeaenritt und ibn

ernst und forschend ansah.,. Die Reite-

rin war Margarete. Sie sah entzüSend aus; ihre Gestalt und die des Pferdes waren sorgfältig und . graziös ausgeführt.

Zürnen Sie mir?" fraate er. ..So

sah ich Sie zum ersten Mal n jenem 25. August; so sahen Sie mich an."

Sie sahen in stummem Entzücken

auf das einfache, bescheidene Bildchen:

es dünkte sie ein Eden.

Schenken Sie es mir."

Ach. ich wein nickt, ob es mir ein

zweites Mal so gut gelingen würde.

la en L?ie es mir, desbalb. bat er.

Wenn ich doch auch so zeichnen könnte!"

Würden Sie dann auch dieses' Bild

zeichnen? fragte er leise.

Sie nickte.

Ja. aber ich würde zeichnen. ' was

ich geieyen yaöe. ..

O, was war das?"

Sie sah zu ihm auf und entrin ibm

dann zitternd ttjre Hand, die er mit

Kujjen bedeckt hatte.

Nicht, bitte nicht." Es war eine Weile aanz still i

schen ihnen. Sie füblte. wie seine Au-

aen aus ivr rumen mit leonenden Bit-

cken. Und in ibrer Brust wuchsen die

Sehnsucht und das Weh riesengroß.'

Geben Sie sing sie wieder

an. -

Nein, ich kann nicht, es gehört mir ich gebe es nicht her." Bitte." ' .

Seine Stirn furchte sich. Nein,"

klang es fchroff zurück, es ist das Kostbarste, was ich besitze, und wie Sie

wissen, bin ich vomSchicksal nicht über-

schwengllch mit Kostbarkeiten geseg-

net.

Ich auch nicht: Deshalb seie Sie

gut zu mir, geben Sie.

Gut zu Ihnen?" flüsterte er. Sein Gesicht röthete sich; und warum wol-

len Sie reicher sein als ich?

Sie können hier bleiben un6 jene

Statte aufsuchen; ich muß fortgehen.

da will ich es mitnehmen.

Nun sah er auch den trostlosen Blick

ihrer Augen. '

Mitnehmen?! Wie, Sie wollen fort Wohin, zu wem? Verzeihen Sie mir, daß ich so ungestüm frage,"

bat er, aber doch nicht etwa

schon ö" Sie nickte. '

. Sie wissen ja alles. Sie müssen

ja langst alles wissen, wenn wi? uns

auch fast nie sprechen konnten. Er ha

heute gefragt, vorhin, als Sie eintra-

ten. Ich werde seine Frau.

Margarete Soren wagte nicht, ihn anzusehen. Es war todtenstill zwischen ihnen. Süß und schmelzend drangen

d Rosen aus dem Suden herüber

und die Laterne hinter den' 'bunten

Scheiben flackerte im Sturmwind. Schon," sagte er endlich noch ein

mal und erhob sich. Sie sah. daß er

am ganzen Korper zitterte, sah das blasse, verstörte Gesicht, die zitternde

Hand, die über die Zeichnung strich, Plötzlich griff er nach ihrer Hand.' Und Sie wollten sie nur deshalb

um sie vernichten zu können, um sie

nicht in meinem Besitz zu wissen; Sie

dachten, ich konnte Gebrauch . . . O. nicht so.. bitte, nicht. ,Be

halten Sie sie. denn, wenn Sie mich

nicyr yoyer schStzen, ich woffie stt nur haben, nur behalten."

Verzeihung. Er ließ ihre Hand os und reichte ihr mit abgewendetem

Kopfe daö Blatt, das sie sorglich im Ausschnitt ihres Kleides barg. Er wollte gehen.

Gehen Sie noch nicht; ich will Jy-

nen erst danken." Sie schluchzte auf.

Doch, doch, ich will lieber gehen, es

ist besser für mich; es ist . . ."

Dabei streifte er ihre zitternde, zage

Hand von seinem Aermel.

Mein Vater will es, ich muß

doch. Quälen Sie mich doch nicht so, seien Sie doch nicht jo traurig."

ch quäle le! Er drehte sich zu ihr um. Sie stand

vor ihm, die Hände in Qual derfchlungen, die Augen in Thränen, in ihrem weichen, weißen, seidenen Kleide

wie ein Märchen, ein trauriges, scho-

nes, schmerzliches Märchen anzusehen.

Und, sie neigte ihr blasses Gesicht zu

ihm hin und sah ihn todestraurig an.

Und plötzlich hatten sie me Augen ge-

schlössen und küßten sich scheu. Dann

umschlangen sie sich, erst leise und zag-

has., und ruhten dann weltvergessen in

heißer, süßer Umarmung.

Gretchen, stöhnte er endliche Wir

armen Menschen."

Karl, und nach eine Weile wir wollen immer stark und gut bler-

ben, ja?" ,

Gretchen, weißt Du denn auch

was Du thust, was Du mir anthust?"

Er preßte sie an sich. Sie begann

zu zittern.

Tanzen komm, laß uns schnell

tanzen," flüsterte sie.

Jetzt tanzen?" Ja, tanzen, nur nicht denken. Nur

noch einen einzigen Kuß gieb mir. Ach...."

Wie im Traum traten sie in den

großen, weißen Saal. Dort trat ih-

nen der General hastig entgegen; sein

Blick streifte finster den jungen Offizier, dessen Augen wie im Fieber glüh-

ten.

Weshalb ist Wichern so früh schon

gegangen, Margarethe?"

Ich habe mich mit ihm verlobt.

Vater, morgen kommt er, um Dich um

meine Hand zu bitten. Heute will ich

noch tanzen!"

Kmd! rief der General. Sie hörten ihn nicht mehr. Sie tanz-

ten zusammen, unaufhörlich. Nur ab und zu, während sie eng aneinander geschmiegt dahinschwebten mit allen Qualen und Wonnen der Liebe in ihren jungen, rathlosen, verzweifelten

Herzen, flüsterten sie: Geliebter

Geliebte".

.

Eine pompöse Trauung fand in der

Marienkirche statt. Uniformen und

Orden, Brillanten und seidene Ge-

wänder glänzten, blitzten und funkel?

ten, und über alles fiel die warme

milde Wintersonne durch die bunten, friedlichen Kirchenfenster und tauchte

die Versammlung in Schönheit und

Licht. Schon und jung war die Braut,

vornehm und stolz der Bräutigam, nur

em wenrg zu alt schon. . -

Die Orgel brauste und predigte in

machtvoller Sprache. Aber die Braut

war nicht fromm.

Ihre Hand griff zumHerzen, da kni-

sterte ein Papier. -

Ihr Blick fiel auf die bunten Scheiben, flackerte nicht dahinter eine

Straßenlaterne, stand er nicht wie

der an ihrer Seite, hörte sie nicht wie-

der d gellebte Stimmen Schon ?

Ein Sonnenstrahl blendete sie. Sie

schloß die Augen, und im Geist sah sie

wieder einen kleinen Bach mit melan

cholischen Weiden, sah einen einsamen Reiter durch die sonnige, blühende

Heide ihr entgegentraben, sah seine

leuchtenden, , blauen, fragenden Augen. Die Orgel verstummte Sie schlug

die Lider mpor.

Die. sonnige, rothe, blühende Heide

wandelte sich in weite, öde, endlose

Steppe. Ei Jnsektendue.

Einen Kampf zwischen einer Spinne und einer Wespe beschreibt R. M. Dawington im Jrish Naturalist wie folgt: Kaum hatte die Spinne

die im Netze zappelnde Wespe

bemerkt, so machte sie erst einen

Sprung seitwärts, sprang dann

rasch hinter die Wespe und schoß aus ihrer Spinndrüse einen Faden, der als eine Art Lasso ein Bein derselben fing. Sie zog sich dann beobachtend zurück.

während die Wespe sich zu befreien

suchte. Fast Watt ihr das gelungen.

aber mit einem peuen Sprung warf

jene em neues Lasso über sie. das sie so

stark traf, daß sie wieder in einen der Hauptfäden des Netzes fiel. Die

Spinne beobachtete zuerst, wieder mi

aufgerichtetem Körper, dann lief sie um

die Wespe herum und spann, ohne -sie

zu berühren, ihre Flügel ein. Als

später die Wespe aus Müdigkeit für

emen Augenblick mit ihrer Arbeit aus

hörte, stürzte jene sich auf sie, um sie zu umwickeln. In weniger als einer Minute war letztere wie eine Mumie

einaehullt, wober die Spinne theils

um sie herumging, meist aber mit ihren Beinen jene in eine drehende Bewegung

versetzte. Sie horte erst aus, als die

Wespe aussah wie eine grauweiße

Schmetterlingspuppe und nichts meyT

von ihr zu se?)en war. y , m m

Neugierig. Mutter, wie erkennt man's, wenn ei Chinese die sri r l t . l nii

!Sei0ZUllZI yaii : , : A.

: . , Radfahrer in Italien.

Lie Vertheilung des RadfahrsportS als Tpio

gelbild des tultureUeu Fortschritts. Aus verschiedenen Gründen ist das

Radfahren in Italien weit weniger verbreitet; als in anderen Ländern. Der wirthschaftliche Wohlstand des Landes

ist geringer, die Fahrrader, die zum größten Theil aus dem Ausland eingeführt werden, da in Italien nur we-

nige Fabriken bestehen, sind etwas theu-

rer und die gebirgige Beschaffenheit

eines großen Theils des Landes und der oft schlechte .Zustand der Straßen

md der Ausübung des Sports wenig

günstig. Doch ist die Zahl der Radsatzrer im steten Steigen. Am 30. Juni

1902 wurde auf 17,4,507-Maschinen

die jährliche Steuer von 10 Lire gezahlt, ein Jahr später dagegen wurden

chon 200,878 Rader versteuert. Die Vertheilung des Radfahrsports

auf die einzelnen Landestheile gibt ein getreues Bild des wirthschaftlichen Fortschritts der Provinzen, ihrer Stra-

ßenverhaltmsse und . der öffentlichen Sicherheit. Ein riesengroßer Unterschied besteht zwischen dem fortgeschnttcnen Norden mit seinem theilweise ebe-

nen Boden und seinem verhältnißmäßig

guten Straßennetz und dem zuruckge-

bliebenen Süden und den Inseln. Die

erste Stelle -im Radfahrwesen nimmt das stolze Mailand ein mit 26,721

Maschinen in der ganzen Provinz, 17,347 Räder kommen auf die Stadt

selbst. Es folgt die Provinz Turm mit 20.016 Rädern, wovon 13,926 in

der Stadt. In weitem Abstand kommt

Florenz, das an dritter Stelle steht.

Auf die ganze Provinz kommen 9623 Radfahrer, 6631 Räder sind in der

Stad: zur Steuer angemeldet. Rom steht mit 8473 Radfahrern als Pro-

vinz erst an sechster, aber als Stadt mit

8032 bereits an dritter Stelle. Just

15 Provinzen, die über 500 Radfahrer

haben, liegen mit alleiniger Ausnahme

Roms in Oberitalien. Dagegen gibt

es 6 Provinzen, die weniger als "50

Radfahrer haben, nämlich Caltamisetta

(48), Catanzaro (38). Avellino (37),

Benevent (36), Girgenti (33), und end-

lich Potenza mit 22 Maschinen, sammb

lich also im Suden oder aus den In-

fein. Ganz Sizilien hat nur 2132 Radfahrer, wovon die Hälfte in der

Stadt Palermo, ganz Sardinien so-

gar nur 783.

Erböhte Diamantenpreise.

Mit sehr gemischten Gefühlen dürf-

ten die hierlandischen Juweliere und

Diamantenimporteure die letzter Tage aus London, Antwerpen und Amster-

dam eingetroffene Kabelnachricht auf

genommen haben, daß die De Beers

Company den Preis von ungeschufse nen Diamanten aller Grade um 5 Pro zent erhöht hat. Die Gesellschaft kon

trollirt 93 Prozent der gesummten

Diamantenproduktivn. Die gegenwar

tige Preiserhöhung ist nunmehr die fünfte seit Februar 1903, und es sind damit kleine Diamanten im Ganzen

um 30 Prozent, größere um 35 Pro

zent im Preise gestiegen. Aber auch vor diesen fünf Erhöhungen waren Diamanten schon viel theurer wie je zuvor, seit der vor einem Vierteljahrhundert

erfolgten Konsondirung der Kimberly

Gruben in Südafrika. Die Diaman-

tenproduktion war Heuer größer wie im

Voriahr. Die Ver' Staaten konsumi

ren 65 Prozent der gesammten Diamantenproduktion. Im Monat April d. I. ist indeß gegen den entsprechenden Monat des Vorjahres die Einfuhr von Diamanten um fast tz500.000 gefallen, im März sogar um 940.000. Die De Beers Co. hat in zwei Gruben um 678,680 Karats mehr zu Tage gefördert als im Vorjahr. Sie bezahlt auf ihr Aktienkapital von Z12.500.000 eine Dividende von 55 Prozent, auf ihre Z1O,000,000 Prioritäten eine solche von 40 Prozent. Im Jahre 1901 kosteten Diamanten per Karat durchschnittlich 90 Cents. Dann käm das Bündniß der De Beers Co. mit dem Londoner Diamantensyudikat, und nach einem Jahr war der Durchschnittspreis per Karat auf durchschnittlich $11.65 gestiegen. Der Zufall im Kriege. Ueber das erste Bombardement von Port Arthur wurde erst kürzlich folgende Ewzelheit bekannt. Man war dort allgemein überrascht, bat die Japaner sich als Hauptziel für ihre 12 Zoll-Geschütze den elektrischen Berg" ausgewählt hatten, der in militärischer Hinsicht am wenigsten wichtig ist. Durch ihre erst am Vorabend aus Port Arthur abgereisten Landsleute waren die Japaner aber unterrichtet, daß hinter diesem Berge ein Dampfer der Freiwilligen Flotte ankerte, dessen, Ladung in 250 mit Pyroxilin gefüllten Minen bestand. Jede dieser Minen enthielt 36 Pfund Pyroxilin. Die auf dem Dampfer befindliche Gesammtmenge an Pyroxilin genügte, falls es den Japanerü gelungen wäre, eine Explosion zu bewirken, um Port Arthur in einen Trümmerhaufen zu verwandeln. Irrsinnig in Folge Ueberarbeitung. Maximilian Amecka in Philadelphia hatte eine hübsche junge Polin kennen und lieben gelernt. Seine Werbung blieb nicht unerhört, und um die Geliebte sobald als möglich an den Altar führen zu können, arbeitete Amecka nun Tag und Nacht im Kesselraume eines SchleppKämpfers, wo er als Kohlenschaufler beschäftigt war. In Folge der Ueberanstrengung verfiel der Aermste dem Wahnsinn, so daß er dem Irrenhause eingeliefert werden mußte. . :

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Qncinnati, amilton & Dayton R. R. Oft. Abgang Ankunft Cincinnati Best täglich 8 & c 4 0033m Cincinnati Vestibüle täglich 8 12 45m Fast Mail taglich 8 8 05Bm Fast Mail täglich 8.. 6 40Bm Cincinnati & Det Expr ... .10 40Vm Cin Chi d St L Ex tgl p. .11 45B Cin . & Dayron Veft. Exp p 3 OONm Cincinnati Best d Sa p . . 3 25Nm Cincinnati Vefi täglich d p 5 OONm Cine &z 3n6 Aceom.. ......7 24N in & Detroit Expreß täglich 7 02Nm Cin 3nd St L& Peo Ex tg 8&cl0 35Nm Weft. Abgang Ankunft Springsield Mail.. ....... 7 30Vm Weft Expreß täglich s&c. 3 5558a St Louis Expreß p d ...11 50Vm Tuseola Aeeom ....10 25Vm TuSeola Aeeom.......... 3 20Nm Cincinnati Expreß p.... .. 2 45N St Louis Expreß täglich s . . 11 lONm . St Louis Expreß .... 4 50Nm Bia C., H. ä: D. Rh. (West) und Roachdale. Chicago Expreß ....11 50Vm Cincinnati Expreß .. Z 45NW Betratst S Bleepcr. P. Prlor Car. C. Chiir C. B -Basse t r. D. Dinliif Cr