Indiana Tribüne, Volume 27, Number 235, Indianapolis, Marion County, 25 May 1904 — Page 7

Jndiana Tribüne, 25. Mai I90a.

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otbenc umen H- -H- -Hj. "! (Fortsetzung.) Erleichtert athmete er auf. Nun gab es keine Gewissensbisse, keine Verantwortung, keine Bedenken mehr. Gott sei Dank: seine Person war nicht die Triebfeder ihrer verbrecherischen Handlung gefressn! Sie liebte ihn nicht, nein, sie haß.e ihn! Diese tolle Beschuldigunz war der beste Beweis. sjmie Mrn, fast mitleidig, wie Je mand, der weiß, daß es nur eines Wortes von seiner Seite bedarf, um den Irrthum aufzuklären, sagte er sehr r . e rumg: JH oraue meme unicqiuo wohl nicht erst zu versichern. Wenn Sie den Sachverhalt gehört haben, werden Sie sich ohne Weiteres selbst sagen tön-. nen, wer die schuldige Person ist." Mit gespannten Blicken lauschte dii Gerichtskommission; eifrig beugte sich der Schreiber auf's Papier. Ohne weitere Einleitung begann Vincent auf's Genaueste die Vorfälle des letzten Sonntags zu berichten: von dem Augenblick an, wo er, ohne eine Ahnung von der Anwesenheit des EhePaars Dulaurier in jener Gegend, Tarbes verlassen hatte. Nicht den kleinsten Umstand überging er bei seiner Erzählung, weder die unvermuthete Begegnung im Gebirgswirthshaus noch die dort verzehrte- Mahlzeit und den gemeinfamen Äufbruch. Und je weiter er in seinem Bericht kam, desto mehr wunderte er sich selbst über die seltsame Verkettung der Ereignisse. Da war nicht ein Umstand, der ihm jetzt nicht verdächtig erschienen wäre, der nicht zur langsamen, aber sicheren Lösung des Knotens führen mußte. Erklärungen oder persönliche Eindrücke hätten die geradezu verblüffende Wirkung der Thatsachen nur abschwächen können, unter deren Bann f::ne schweigenden, aufmerksam lauschenden Zuhörer standen. Er selbst war so sehr davon erfüllt, daß er alles übrige vergaß. Sein Bericht näherte sich jetzt dem Hauptcreignisse. Klar und deutlich stand alles vor ihm: der Platz am Uferrand, das brausende Wasser, die an den Felsen gelehnte Sylvie mit dem auf Edmunds Klappsiuhl gerichteten Blick und auf dem leichten, schwankenden Sitz der dicke, unbeholfene Mann, der weder den vor ihm gähnenden Abgrund noch den seltsamen Blick hinter sich sah. Sie haben Herrn Dulaurier nicht hinunterstürzen sehen?" unterbrach ihn plötzlich der Untersuchungsrichter. Nein, ich war ja vorausgegangen, um den Kutscher herbeizurufen." Wo haben Sie, als Sie auf den Hilferuf herbeikamen, Frau Dulaurier getroffen?" Am Uferrand." Gut, fahren Sie fort." Vincent beschrieb jetzt den Kampf zwischen ihm und Sylvie und seine darauffolgenden vergeblichen Rettungsversuche. Wieder warf der Richter einige Fragen ein. Wie viel Zeit lag zwischen dem Sturze und dem Augenblick, da Sie selbst in's Wasser sprangen?" Etwa acht bis zehn Minuten." Was that Frau Dulaurier während Ihres Rettungsversuches?" Ich weiß es nicht." Und was that sie nachher?" Ich habe sie nur einen Augenblick vor der Abfahrt von dem kleinen Wirthshaus wiedergesehen." Hat sie mit Ihnen gesprochen?" Nein." Ohne weiter unterbrochen zu werden, vollendete Vincent seinen Bericht. Die daraus zu ziehende Schlußfolg?rung lag auf der Hand. Fragend sah Vincent seine Zuhörer an. Und in der That, nach kurzer Pause sagte der Untersuchungsrichter: Sie beschuldigen also Frau Dulaurier, die Rettung ihres Mannes' verhindert zu haben?" " Und Sie haben sie sogar im Verdacht, daß sie absichtlich den verhängnißvollen Sturz herbeigeführt hat?" Ja." Erleichtert, als habe er eine schwere Pflicht erfüllt, athmete Vincent auf. Wieder trat eine Pause ein, die ihm dieses Mal unverständlich war. Endlich ergriff der Untersuchungsrichter das Wort: Sie beantworten somit Frau Dulauriers Anklage mit einer Gegenbeschuldigung. Das Sonderbare daran ist, daß ' Ihre Darstellung sämmtlicher Nebenumstände vollkom--men mit der Frau Dulauriers übereinstimmt, woraus man schließen kann, daß diese Darstellung der Nebenumstände den Thatsachen entspricht. Es bleibt uns also nur der Hauptpunkt. So wissen Sie denn, daß die Rolle, die Sie bei dem Ereigniß gespielt zu haben behaupten, genau dieselbe ist, die Frau Dulaurier sich zuschreibt. Ihrem Bericht nach war sie diejenige, die vorausgegangen war, um den Kutscher herbeizurufen, und Sie mit ihrem Gatten allein zurückgelassen hat. Sie will es gewesen sein, die auf den Hilferuf umgekehrt ist und Sie am Uferrand hat stehen sehen. Sie habe ihren Gatten retten wollen, sei aber von Ihnen daran verhindert worden. Trotzdem habe sie noch einen Versuch gemacht.

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Roman von (Slharnpöl .t..t. w ?,,, 0 t j11" wenn auch' ohne Erfolg, ein' Umstand, den Sie, Herr Hauptmann, mit Stillschweigen übergangen haben, der aber durch die Aussage vieler Personen bestätigt wird, die Frau Dulaurier, von Wasser triefend, am Ufer haben stehen sehen, als man den Leichnam dort nie,' derlegte." Die kluge Vorsichtsmaßregel, ein freiwilliges Bad zu nehmen, sah Sylvie sehr ähnlich, und als Vincent diese Bemerkung aussprach, erwiderte der Untersuchungsrichter in scharfem Tone: Ebendenselben geschickten Kunstgriff ichreibt Frau Dulaurier Ihnen zu. Wie sie mir ausdrücklich mittheilte, baben Sie sich erst in, dem Augenblick in's Wasser gestürzt, als andre Leute herbeikamen, um diese durch Ihren vorgeblichen Rettungsversuch zu täuschen." Die bis dahin noch immer den Cbarakter einer privaten Unterredung tragende Auseinandersetzung hatte plötz lich den eines gerichtlichen Verhörs angenommen. Voll Empörung empfand es Vincent. War es möglich, daß die Macht der Wahrheit ' nicht zu seiner Vertheidigung genügte? Mußte er sich wirklich so weit herablassen, sich zu rechtfertigen, diese Lügen zu widerlegen? Was soll das alles heißen?" er warf den Kopf zurück Sie werden mich doch nicht ernstlich im Verdacht haben?" Wieder herrschte einen Augenblick lang peinliches Schweigen. Endlich sagte der Untersuchungsrichter, jede Silbe betonend: Darüber brauche ich mich Ihnen gegenüber nicht auszusprechen, und Sie haben kein Recht, diese Frage an mich zu stellen. Dennoch will ich in Ihrem Interesse einige Umstände beleuchten, die nicht zu Ihren Gunsten sprechen, und die ich von Ihnen erklärt haben möchte." Das wird nicht schwer sein." Erstens einmal geben Sie selbst zu. und Ihr Kutscher bestätigt es. daß Sie ".ach dem Gabelfrühstück mit den Dulauriers heimlich deren Wagen fortgeschickt und das Ehepaar dadurch gezwungen haben, mit Ihnen zurückzukehren, anstatt seine Reise fortzusetzen." Ich that es auf Herrn Dulauriers Bitte." Und doch hat dieser in Anwesenheit des Kutschers zu feiner Frau gefagt: ,Das ist wieder einmal so ein Streich von Vincent'." Allerdings, aber " Vincent erzählte, was zwischen ihm und Edmund vorangegangen war, wunderte sich aber selbst, während er dies that, daß es so vieler Worte bedurfte, um eine an sich so einfache Sache zu erklären. Ihm war dabei ähnlich zu Muthe, wie beim Untertauchen in das klare Wasser des Adour. wo er den festen Kieselsteingrund mit Leichtigkeit zu erreichen geglaubt hatte, trotzdem aber immer tiefer und tiefer sank und seine ganze Kraft anstrengen mußte, um nicht ganz zu versinken. Der Richter ging zu einem anderen Punkt über. Da, wie Sie fagen, Ihr Verdacht sofort auf Frau Dulaurier fiel, warum haben Sie dann keine Anzeige gemacbt?" &5 xdox unricyng von mir, q gevc es zu," räumte Vincent freimüthig ein. Aber die Rolle des Anklägers widerstrebte mir. Außerdem," fuhr er, sich immer mehr in seinen eigenen Worten verfangend, fort, hatte ich auch keine thatsächlichen Beweise vorzubringen " Während alle Anzeichen gegen Sie sprechen," vollendete der Richter höhnisch. Er hatte Recht. Auch Vincent wurde das plötzlich klar. Voll Bestürzung hörte er den Richter fortfahren: Da wir also nur Anzeichen haben, müssen wir unsere Schlüsse aus diesen ziehen. Sofort nach dem Ereigniß klagt Frau Dulaurier 'Sie des Verbrechens an, sie hält sich , von Ihnen fern, weigert sich, mit Ihnen zu sprechen, und unmittelbar nach ihrer Ankunft in Bagneres macht sie Anzeige beim Gericht. Auch dem Publikumgegenüber scheut sie sich nicht, ihren Verdacht zu zeigen, denn sie hat Ihnen die Theilnahme am Begräbniß nicht gestattet. Sie dagegen weichen der Öffentlichkeit aus, kehren trotz der Ermüdung, die Sie doch empfinden mußten, in den Kreis Ihrer Kameraden zurück und ziehen auch diefe nicht in's Vertrauen. Sie lehnen sich nicht dagegen auf, baß man Sie nicht zum Begräbniß aufgefordert hat. und um Sie zum Reden zu zwingen, mußten wir Sie in Ihrer Wohnung aufsuchen, wo Sie uns nichts anderes zu erwidern wissen, als Frau Dulaurier desselben Verbrechens zu beschuldigen, dessen Sie längst von ihr bezichtigt sind." ' Nichts ließ sich gegen die Richtigkeit dieser Folgerung einwenden, und der Richter konnte weder der Parteilichkeit noch mangelnder Logik geziehen werden. Sylvies unglaubliche Schlauheit und ihre noch unglaublichere Frechheit waren Wohl dazu angethan, jemand hinter's Licht zu führen. Immerhin aber konnte diese Täuschung nur vorübergehend sein. Mit neugewonnener Kalt blütigkeit antwortete Vincent: Entschuldigen Sie, allein ehe Sie meine Behauptungen und die Frau Dulauriers einander gegenüberstellen, sollten

Sie doch wohl erst wissen, wer sie eigentlich ist, und wer ich bin. Bei Ihrer Kenntniß der Sachlage haben Sie sich doch gewiß nach meinem Vorleben erkündigt." Es ist tadellos, mit Vergnügen besiätige ich dies hier, aber auch das der Frau Dulaurier bietet dieselbe Gewähr." Sind Sie dessen so sicher?" Gespannte Aufmerksamkeit war auf allen Gesichtern zu lesen. Ein jeder fühlte, daß hier der ausschlaggebende Punkt der Frage liege und daß das Vorleben der Persönlichkeit unbedingt zu? richtigen Beurtheilung der Ereignisse erforderlich fei. Vincent durfte also mit seinen Enthüllungen nicht länger zurückhalten. War er doch vielleicht der einzigs Mensch, der die Tiefen von Sylvies finsterer Seele zu ergründen vermochte, und das, was er dort entdeckt hatte, svracb er iet össen und ehrlich aus. Er bestrebte sich, diese seltsame, nach Genuß, Luxus und Abenteuern lechzende Natur zu schildern, die um jeden Preis aus ihrer engen Umgebung herauskommen wollte, und die, da ihr dies auf anständigem Wege nicht gelang, ohne Scheu zum Verbrecben oearifsen hatt?- Keine (Sin zelheit war unberührt geblieben, so klar und überzeugend schilderte er ihren Charakter, ihre sittliche Gesunkenhejt, daß jeder Zweifel über ihre Persönlichkeit schwinden mußte. Herausfordernd sah Vincent sich um. doch zu feiner Ueberrafchung bemerkte er nur finstere Gesichter. Herr Hauptmann," versetzte der Richter mit eisiger Ruhe, selten spricht .ein Mann über eine Frau in einer We?se, wie Sie es soeben gethan haben." Eine Frau, ja war denn diese auf seinen Untergang erpichte Teufelin wirklich ein Weib? Für den Richter schien sie jedenfalls eines zu sein, denn mit einer gewissen Befriedigung fuhr dieser fort: Auch in diesem Punkt ist Frau Dulaurier Ihnen zuvorgekommen, ja sie war sogar noch aufrichtiger als Sie, und wenn ich Frau Dulauriers und Ihre Aussagen vergleiche, so suche ich auch hier vergeblich nach einem Beweis oder auch nur nach einem Anzeichen, das gegen jene Frau und zu Ihren Gunsten spräche." Nun endlich ließ der Richter seine wahre Meinung durchblicken. Sylvie hatte ihn übertölpelt, geblendet, besiegt, und zwar so gründlich, daß nichts diesen Irrthum zu heben vermochte. Aber so sagen Sie mir wenigstens," rief Vincent außer sich, da es ja nun doch einmal fo weit gekommen ist, daß ein anständiger Mann, ein Mann, der die Ehre hat, die französische Uniform zu tragen, sich gegen die Anklagen einer erbärmlichen Verbrecherin vertheidigen soll sagen Sie mir wenigstens, zu welchem Zweck ich ohne jeden Grund, ohne jedes persönliche Interesse ein solch entsetzliches Verbrechen hätte begehen sollen, eine Handlung, gegen die mein ganzes Vorleben Verwahrung einlegt? Können Sie irgend einen Grund finden? Und dann überlegen Sie sich doch, wem dieses Verbrechen Vortheil bringt? Wen befreit der Tod meines armen Vetters von einer lästigen Ueöerwachung, wem verschafft er ein unabhängiges Vermögen? Sprechen Sie, wem?" Ihnen, Herr Hauptmann." Hatte der Mann den Verstand verloren? Fast mitleidig sah Vincent ihn an. Jawohl." führ der Richter triumphirend fort. Nun wären wir ja endlich auf dem Punkt angelangt, wohin ich Sie führen wollte, und den Sie selbst zu berühren für gut finden. Der Erbe des Herrn Dulaurier sind Sie, und Sie wußten dies auch. O, leugnen Sie es nicht, es wäre zu unklug. Wir wollen lieber nun auch Ihr Charakterbild feststellen, so wie Sie uns vorhin das der Frau Dulaurier vorgeführt haben. Vor sechs Monaten kommen Sie nach Toulouse, wo Sie einen nahen Verwandten wiederfinden, den Sie seit Jahren aus den Augen verloren haben. Während dieser Jugendjahre haben Sie Ihr väterliches Erbe vergeudet, so daß Ihre Vermögenslage nicht mehr im Einklang mit Ihrem Hang zu Luxus und vornehmem Auftreten steht." Der Richter warf einen bezeichnenden Blick auf die kostbaren Schränke und Truhen und fuhr dann fort: Ihr Vetter dagegen, ein bescheidener, anspruchsloser Mann, hat sich währenddessen ein kleines Vermögen erworben, und nun kommt Ihnen, da Herr Dulaurier ja bedeutend älter war als Sie, der Gedanke, mit seinem Erbe Ihre zerrütteten Vermögensverhältnisse wieder zu ordnen. Seine unerwartete Verheirathung verursacht Ihnen eine Enttäuschung, die Sie kaum zu verbergen dermögen. Den Hochzeitsgästen sogar fällt Ihre mitzmuthige Miene auf. Trotzdem verkehren Sie häufig in: Hause Ihres Vetters, wo Sie stets herzlich aufgenommen werden. Wie aber lohnen Sie diese Gastfreundschaft? ,Sie selbst übergehen zwar zartfühlend diesen Punkt, Frau Dulaurier aber hat den Muth gehabt, alles zu gestehen. In der jugendlichen Unerfahrenheit läßt sie sich von Ihnen zu einigen Unbesonnenheiten hinreißen, das Pflichtgefühl aber führt sie bei Zeiten wieder auf den rechten Weg, und sie weist Ihre Huldigungen zurück. Außer sich über diese neue Enttäuschung, rächen Sie sich dadurch, daß Sie Ihren Vetter gegen seine Frau aufhetzen. Eheliche Streitigkeiten brechen aus, bei denen Sie als Vermittler auftreten, und diese Stimmung Ihres unglücklichen Verwandten benutzen Sie nun, ihn zur Abfassung eines zu Ihren Gunsten lautenden Te-

staments zu veranlassen. Frau Dulaurier sieht zwar alles, schweigt jedoch aus Großmuth; sie bittet nur inständig ihren Gatten, mit ihr eine Zeitlang Toulouse zu verlassen. Er willigt ein. Sie sieht keinen anderen Ausweg, als ohne Ihr Winen abzureisen, und erst nachdem Ihr Einfluß auf Herrn Dulaurier aufgehört hat, gelingt es ihr. sich mit ihrem Gatten auszusöhnen. Drei Wochen später kamen Sie in den Pyrenäen wieder mit dem Paar zusammen. Frau Dulaurier behauptet, Sie hätten dieses seltsame Zusammentreffen mit Ihrem Vetter verabredet, und Ihre hastige Abfahrt von TarbeZ spricht für diese Vermuthung. Mit was für Absichten sind Sie gekommen? Welchen Eindruck mochte die Aussöhnung der beiden Gatten auf Sie machen? Ihre Geldverlegenheiten hatten sich gesteigert. Vor dem Abmarsch in's Lager von Lannemezan haben Sie Wechsel unterschreiben müssen. Ob Ihnen nun erst beim Anblick des unvorsichtig über den Abgrund gebeugten Vetters der Gedanke gekommen ist. sich seiner bei dieser Gelegenheit auf bequeme Weise zu entledigen und Verm'ictn und Weib cn 5 7.n. reißen, oder ob es ein lang vorher gefaßter Plan war: ich weiß es nicht, brauche es auch nicht zu wissen. Eines aber ist sicher um Ihre Frage von vorhin zu beantWorten, nämlich daß Sie derjenige sind, der aus dem Verbrechen den größten Vortheil zieht." Der Richter schwieg. Die teuflische, von Sylvie eingeflüsterte Darstellung war beendigt, und in der That, zu verwundern war es nicht, wenn sich jemand ton diesem genialen Schurkenstück, von dieser wunderbaren Mischung von wenig Wahrheit und viel Lüge täuschen ließ. Allein wie immer, so gab es auch hier schwache Punkte, eine Bresche, an der angesetzt werden konnte. Da Sie den Aussagen Frau Dulauriers so großes Gewicht beilegen," antwortete Vincent verächtlich, so sollte diese Ihnen doch auch den Beweis geliefert haben, erstens, daß das Testament vorhanden ist, und zweitens, daß ich sein Vorhandensein gekannt habe." Frau Dulaurier versichert, daß es da sei." Ich bezweifle es." Sie behauptet auch, daß Sie sein Vorhandensein kennen." Ich leugne es." Die Gerichtskommission wechselte seltsame Blicke, dann fuhr der Richter eindringlich fort: Besinnen Sie sich genau, Herr Hauptmann. Sind Sie wirklich ganz sicher, das Testament des Herrn Dulaurier niemals in Händen gehabt zu haben?" Niemals." Können Sie diese Behauptung mit Ihrem Ehrenwort bekräftigen?" Ja, ich geben Ihnen mein Ehrenwort als Mann und Soldat." Ruhig sprach Vincent diese Worte. Diesmal wenigstens war er gewiß, nicht Lügen gestraft zu werden. Wieder fahen sich die Richter an. Herr Hauptmann," sagte der Staatsanwalt, der schon lange gern ein Wort angebracht hätte, Sie sehen, wir lassen die vorgeschriebenen Förmlichkeiten beiseite und thun alles, um einen Skandal zu vermeiden. Allein ehe wir dieses Haus verlassen, müssen wir uns eine feste Ansicht über den Fall gebildet haben. Gestatten Sie also, daß wir uns, trotz Ihres Ehrenwortes, persönlich überzeugen, ob sich dieses Testament nicht, wie behauptet wird, in Ihrer Wohnung befindet." Nun endlich begriff Vincent den Zweck der begonnenen Haussuchung. Seiner Ansicht nach nahm die Sache jetzt eine günstige Wendung. Er zog einen kleinen Schlüssel aus der Tasche und reichte ihn lächelnd dem dicken Polizeikommissär, der sich bereits wieder an das Durchsuchen der Schr'änke gemacht hatte. Meine Briefschaften sind sämmtlich dort im Schreibtisch," sagte er, ebenso wie die Schlüssel zu den andern Möbeln." Der Gerichtschreiber machte Platz, während der Polizeikommissär auf den Schreibtisch zuging. Man öffnete die von Vincent bezeichnete Schublade. Dieser war gleichgiltig im Hintergründ stehen geblieben, ohne dem Vorgang Aufmerksamkeit zu schenken. Erst ein von den vier Herren ausgehendes Gemurmel veranlaßte ihn, näher zu treten. Der über den Schreibtisch gebeugte Staatsanwalt richtete sich auf und hielt etwas in der Hand. Nun wandte er sich um, und Bincent konnte sehen, was es war: ein mit fünf Siegeln versehener großer BriefUmschlag, der ihm fremd war. Nachdem sich der Staatsanwalt überzeugt hatte, daß der Umschlag geöffnet war, ging er auf den Hauptmann zu und hielt ihm dio Aufschrift unter die Augen. Dies ist das Testament des endesunterzeichneten Jean Jules Edmund Dulaurier," las Vincent. Zu gleicher Zeit hörte et Jemand sagen: Herr Hauptmann, wir sind gezwungen, Sie zu verhaften." (Fortsetzung folgt.) h

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Lrancnstimmrccht in Australien. Geringe WalUbetheiligun der Tamcn und unterlkgcne Kandidatin. Im australischen Staatenbunde (Commonwealths of Ausiralia") haben bekanntlich alch die Frauen das politische Stimmrecht. Auffallender Weise war jedoch bei bei jüngsten Wahlen für das Bundesparlament die Betheiligung ' der Frauen prozentual schwächer, als die der Männer. Für den Senat waren 994,484 männliche und 899,102 weibliche Stimmberechtigte eingetragen, wovon 527,997. gleich 63 Prozent, Männer und 359.315. annähernd 40 Prozent, Frauen an der Urne erschienen. Für die Wahlen zum Unterhause war die Zahl der Stimmberechtigten um deswillen geringer, weil 17 Kandidaten keine Gegner entgegengestellt wurden, sie somit ohne Abstimmung als gewählt galten. Für die hiernach übrig gebliebenen Wahlbezirke betrug die Zahl bej eingetragenen Stimmberechtigten 767,809 Männer und 703,093 Frauen. Von den Männern machten 433,582, etwas über 56 Prozent, von den Frauen 305,820, etwas über 43 Prozent, von ihrem Stimmrecht Gebrauch. Daß es den Frauen möglich gewesen wäre, auch mehreren Kandidaten ihres eigenen Eeschlechts zur Wahl zu verhelfen, wenn sie in der Personenfrage einig gewesen wären, zeigten die Wahlergebnisse für Dalley, Parkes und Wentworth in Neusüdwales und für Kooyong und Melbourne in Victoria. Hier war nicht nur die Zahl der Weiblichen Wahlberechtigten, wie übrigens auch in einer ganzen Reihe von andern Bezirken des Bundes, größer als die der männlichen Wahlberechtigten, sondern es wurden hier auch thatsächlich mehr weibliche als männliche Stimmen abgegeben. Trotzdem hat es die Kandidatin für Dalley, eine der wenigen Frauen, die überhaupt für die diesmalige Wahl aufgestellt worden waren, nur auf 3036 Stimmen gebracht, während der erfolgreiche männliche Gegenkandidat 12.814 erhielt, so daß die unterlegene Kandidatin gerade nur noch ihre Einzahlung von 25 ($117.50), die sie vor ihrer Aufstellung zur Wahl zu hinterlegen hatte, retten konnte. Telegraphistenkrampf Bei den Telegraphisten, die mit Morse- oder Hughes-Apparaten intensiv arbeiten, hat Dr. Arnbsch eine neue Krankheit entdeckt, die er Telegraphistenkrampf" nennt. Die prädisponirenden Momente zur Aeußerung derselben sind: Schlechte Ventilation, mangelhafte Beleuchtung, der große Lärm im Arbeitssaale, sowie die zu vielen Arbeitsstunden. Die Krankheit beginnt gewöhnlich mit Störungen rein sensitiver Natur. Diesen folgen bald Bewegungsstörungen, Störungen in der Cirkulation der Blutgefäßadern und sekretische, das heißt, in der Ausscheidung der Drüsen. Der Hauptsitz sind die oberen Extremitäten, doch können die Schmerzen auch in die übrigen Theile des Körpers überstrahlen. Dazu kommen noch Kopfschmerzen, Aufregungszustände und Schwindel. Die Krankheit ist, wie der Schreibkrampf, eine Beschäftigungs - Neurose, welche durch Uebermüdung entsteht. Die BeHandlung dieser Neurosen besteht vor allem in dem zeitweiligen Aussetzen der schädlichen Beschäftigung. Genügt die Ruhe nicht, so führen Massage und Elektrizität zum Ziele. Auch bei Trommlern, Cigarren-Arbeiterinnen, Musikern, Schmieden, Schneidern, Plätterinnen, Mägden, die die Kühe melken, hat man solche Beschäftigungsneurosen gefunden, desgleichen als Errungenschaft der letzten Zeit bei Tnnisspielern den sogenannten Tenniskrampf. Kostbarer Thron. Der Thron des Schahs von Persien wird im Werthe auf $15,000,000 geschätzt. Er ist aus massivem Silber mit Skulpturen und Fesions, die mit unerhörter Kunst ausgearbeitet sind. Die Ziseleure haben symbolische Figuren, kriegerische Attribute und Thierköpfe zur Darstellung gebracht. Das Ganze ist in Silber und zwar im Hochrelief ausgeführt. Alle Theile, die nicht sorgfältig mit dem Meißel ausgearbeitet wurden, sind mit Diamanten und kostbaren Perlen inkrustirt, die sich theils durch ihr Wasser oder durch ihren Glanz und ihre Größe auszeichnen. Um die Diamanten lausen dekorative Motive, die mit Gemmen und Edelsteinen gefaßt sind. Inmitten des Baldachins sieht man einen wunderbaren Brillanten, der allein ein Vermögen werth ist. Auf ein königliches Thronbett, das nur bei großen Ceremonien als Thron dient, hat oer jetzige Schah eine Decke und ein Kissen legen lassen, die ganz mit Saphiren, Perlen, Rubinen und Smaragden bestickt sind. Attackirte Ordensschwest e r. In einem Kloster zu Wheeling, W. Va., hatte ein Tramp um Geld gebettelt. Die Schwester Mary Alma erklärte ihm, daß sie ihm kein Geld, wohl aber etwas zu essen geben könne. Der Kerl ging darauf fort, kehrte aber bald nachher zurück und warf der Schwester, welche die Thüre zum zweiten Male öffnete, eine Flasche Karbolsäure in's Gesicht. Die Aerzte sprachen die Hoffnung aus, das Augenlicht der Patientin retten zu können, sie befürchteten aber den Ausbruch eines Nervenleidens. Die Polizei hat mehrere Männer als der That verdächtig festgenommen.

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