Indiana Tribüne, Volume 27, Number 235, Indianapolis, Marion County, 25 May 1904 — Page 5
Jndiana Tribüne, 2Z. SOlai 1904,
Mie sich zwei Herzen finden. Humoreske von B. Wiesen. Heinz Winkler war Portraitmaler, das heißt, eigentlich tuschte er Ansichtskarten und illustrirte Kinderbücher. Dergleichen brachte mehr ein und das hatte er nöthig, denn von Hause aus war er unbemittelt, wie die meisten Künstler. Seine Erziehung verdankte er, nafy dem frühen Tode der Eltern, zwei alten Tanten, die sich liebevoll seiner annahmen und den ganzen unverwertheten Gefühlsreichthum ihrer einsamen Jungfrauenherzen dem Neffen zu wandten, desgleichen eine bescheidene Geldunterstützung zur Vollendung seiner Studien. Heinz hätte undankbar sein müssen, die unermüdliche Fürsorge der alten Damen nicht anzuerkennen und das lag seiner Natur durchaus fern. Tante Minchen wie Tante Malchen wurden aufrichtig von ihm geschätzt und verehrt. Auch als er genug verdiente, um ein eigenes Atelier zu miethen, fand er es selbstverständlich, daß die Tanten ihn mehrmals wöchentlich dort aufsuchten, alle Gegenstände musterten, abstäubten und nach ihrem Gutdünken ordneten. Sie nannten das: Ihrem liebenHeinz sein Heim verschönern." Ost auch brachten die Beiden kleine Geschenke zur Ausschmückung der Junggesellenwohnung mit. Heute ein gehäkeltes Schlummerkissen, später einen perlenumrandeten Aschbecher, dann wieder ein gesticktes Paradehandtuch welches aber nicht benutzt werden durfte. Die guten Seelen waren unerschöpflich im Ersinnen solcher Ueberraschungen und ihr völlig unbeschäftigtes Dasein gestattete ihnen in ausgiebigster Weise die Anfertigung dieser Liebesspenden. Heinz, der gute, brave Junge, nahm alle Zärtlichkeit in Gestalt scheußlich geschmackloser, überflüssiger Gegenstände resignirt, nur mit etwas gequältem Lächeln entgegen. Er streichelte dankend Tante Minchen's falschen Scheitel, küßte Tante Malchen auf den runzeligen, zahnlosen Mund, in dessen Ecken sich immer einige Kaffeereste bemerkbar machten, und wenn die beiden alten Dämchen spater nach Hause trippelten, sagten sie stolz zu einander: Heute haben wir ihm wieder eine rechte Freude gemacht." Aber obgleich Heinz Winkler nur Postkarten entwarf und Kinderbücher illustrirte, war er doch Künstlernatur mit schönheitsdurstigen Augen und subtilem Empfinden. Das abgeschmackte, stillose Allerlei, das ihn um gab, belästigte ihn entsetzlich, es machte ihn nervös und störte ihn geradezu bei der Arbeit. Wohin sein Blick fiel, überall stand oder hing etwas, das anzusehen ihn ärgerte und quälte. War es nicht eine Pein, Tag für Tag den stümperhaft gebrannten Wandteller vor Augen zu haben, oder sich von dem breitmäuligen Mohrenkopf anglotzen zu lassen, der den Griff des aus bunter Wolle gehäkelten Federwischers bildete. Ein scheußliches Ding und völlig unnütz. Er, Heinz, schrieb sehr selten Briefe und geschah es doch die Feder wischte er sicher nicht aus. Manche Geschenke glichen ungebetenen Gästen, die sich ohne Weiteres einstellen in der naiven Voraussetzung, höchst willkommen zu sein und die abzuweisen doch nur unsere Wohlerzo genheit verbietet. Einmal hatte Heinz den pietätlosen Gedanken gefaßt, sich von dem ganzen Kram zu befreien; aber als er eben dabei war, alle die gestickten und gestrick ten, geschnitzten und gespritzten Gegenstände in die dunkelste Tiefe einer alten Kiste zu versenken, erklangen dieStimmen der Tanten auf der Treppe. Nun brachte er es doch nicht über's Herz, die Ahnungslosen zu kränken und stellte, in überstürzender Eile, die frllhere Ordnung wieder her. Tante Mnchen, die unterdessen vergeblich an die Zimmerthür pochte, sah den jungen Mann, als er endlich erhitzt und ver wirrt öffnete, mit durchdringend, prüfendem Blicke an und Malchen äußerte sogar spitz, es müßten wohl arge Dinge sein, die er vor ihnen verberge". Seitdem ließ Heinz die sorgenden Tanten nach ihrem Geschmack schalten und walten. Aber in der Dämmerstunde, wenn es zu dunkel zum Zeichnen war, streckte er seine langenGlieder behaglich auf dem Divan, einem mit alten Teppichen verhüllten, eisernen Feldbett, aus und träumte sich in eine Umgebung von Comfort, Geschmack und Eleganz. Dabei dachte er an die wundervolle Einrichtung 'beim Bankier Meyer, dessen jour fixe er regelmäßig alle Donnerstage besuchte, seit im vorigen Jahre durch Empfehlung eines älteren, vielbeschäftigten Colleg??i, ihm der Auftrag geworden, des Bankiers älteste Tochter zu malen. Die Sitzungen hatten im Meyer'sehen Hause stattgefunden, was Heinz sehr angenehm war; erstens, weil tt dadurch die Heizung seines Ateliers ersparte und zweitens, weil in den Sitzungspausen ein vortrefflichesFrühstück servirt wurde. Der junge Künftler fühlte sich unter angenehmen äußeren Verhältnissen immer ganz beson ders schaffensfreudig und der Bedeutung seines Talentes bewußt. , Fräulein Rosa Meyer war über die erste Jugendblüthe hinaus. Ihre zu Lppigen, verschwommenen Züge hätte sich ein Künstler freiwillig kaum zum Worwurf gewählt. Heinz entledigte
sich seiner Aufgabe mit Geschick. Fräu lein Meyer's Portrait wurde hübsch ein wenig zu hübsch; aber das thut nichts, so etwas nimmt Keiner übel. Zu erkennen war das Bild jedenfalls, besonders wenn man wußte, wer dazu gesessen hatte. Die junge Dame fühlte sich sehr angenehm berührt durch ihr vortheilhaftesAussehen, und die Folge war eine kleine Schwärmerei für den begabten jungen Künstler.-.,. Am 29. März hatte Heinz Winkler Geburtstag. Er sah demselben immer etwas beunruhigt entgegen; nicht wegen zunehmenden Alters Heinz in seiner frischen, stattlichen Schönheit konnte unbesorgt noch manches Jahr über das blondlockige Künstlerhaupt dahinziehen lassen sondern weil dieser Tag wieder irgend ein entsetzliches Angebinde der Tanten über das Geburtstagskind verhängte. Die böse Ahnung bestätigte sich natürlich, aber diesmal schlimmer als je. Ein Fußteppich, von Minchen und Malchen gemeinsam gestickt, der vor ihres Lieblings Staffelei liegen und unausgesetzt von ihm benützt werden sollte. Heinz schauderte förmlich bei dem Anblick: Eine Wollstickerei auf Kanevas; grellrother Grund, von einem Kranz schwarzer Lorbeerblätter umgeben. Als Mittelpunkt ein weißer Pudel in Kreuzstich genäht, mit rosa Seidenzüngchen und schwarzen, viereckigen Perlenaugen. War das nicht um verrückt zu werden für einen Menschen, den noch nicht aller Schönheitssinn verlassen hat? Auf dem scheußlichen Köter immerzu herumtrampeln, stets vom Symbol der Treue behütet sein" wie Tante Malchen sich poetisch ausdrückte das konnte kein Mensch verlangen, dabei ging alle Schaffensfreude verloren. Heinz kämpfte den ganzen Tag mit Verstimmung und schlechter Laune; erst Abends, als er sich von denTanten dankend verabschiedet hatte, wurde ihm freier zu Muthe. Es war ein Donnerstag, der letzte jour fixe der diesjährigen Saison beim Bankier Meyer. Der junge Künstler betrat etwas verspätet die strahlend erleuchteten Salons; man wollte eben zum Souper gehen. Fräulein Rosa winkte den Maler an ihre Seite und schalt in schmeichelhaft ter Weise, daß er so lange aus sich habe warten lassen. Heinz hatte während der vielen Sitzungen Fräulein Meyer so unausgesetzt betrachten müssen, daß er es gewohnheitsmäßig auch jetzt that, dabei nur voll Künstlerstolz an das von ihm gefertigte Portrait denkend und daran, wie viele herrliche Bilder er schaffen würde, wäre er nicht gezwungen, durch elende Kunsthandwerkern sein Brod zu verdienen. Fräulein Rosa dagegen empfand den durchdringenden Blick der blauen Künstleraugen wie eine deutliche Huldigung. . Nach aufgehobener Tafel wurde musizirt. Die satten, sehr befriedigten Gäste baten die Haustochter um ein Lied. Mit der bestimmten Versicherung, heute aber wirklich ganz heiser zu sein", ' sang sie das schöne Lassen'sche: Ich will dir's nimmer sagen, wie ich so lieb dich hab...." Heinz, der bei Tisch den schwerenRothwein reichlich und etwas hastig heruntergestürzt hatte, fand den Gesang unendlich rührend. Wie immer in dieser glänzenden Umgebung, fühlte sich der junge Künstler froh und gehoben. Als Fräulein Meyer etwas später hart an dem Erker vorüberstreifte, in den sich Heinz ausruhend zurückgezogen hatte, meinte er dem wohligen Vehagen. das feine Sinne umfing, durch einige Dankesworte Ausdruck geben zu müssen. Gnädiges Fräulein . . . Sie wünschen, Herr Winkler?" fragte sie interessirt und trat nahe zu ihm heran. Ich möchte Ihnen danken für die vielen schönen Stunden, die ich hier in diesem Hause es wird mir sehr schwer, daß dies der letzte Abend , daß ich nun nicht mehr hier, wo mir wo ich so ungeheuer gern . . . Verwirrt brach er ab, weil ihm im Moment kein passender Schlußsatz einfallen wollte. Er liebt mich," dachte Rosa Meyer, und ihr Herz schlug ein ganz klein wenig lebhafter als sonst. Sie musterte d?n vermeintlichen Bewerber mit sachlichem Interesse. Wie heiß sein Athem ging, wie seine Augen glänzten. Er war wirklich ein wunderhübscher Mensch. Ob sie sich mit ihm ver lobte? Und warum nicht, das gab eine großartige Ueberraschung im ganzen Bekanntenkreise. Lieber Herr Winkler," sagte sie ermuthigend, derjour gilt doch nur für fremde Menschen. Sie dürfen ruhig annehmen, daß Sie hier zu Hause sind." Wie gütig Sie sind!" Er beugt sich herunter, hascht ihre Hand. Die ist weich und rund und hält die seinige ganz fest. Wenn Sie wüßten, wie glücklich ich hier bin," versichert er im Ton wärmster Ueberzeugung. , Doch, ich weiß es, ich merke ja längst, daß Sie mich lieben," nickte das reiche Mädchen voll zuversichtlichen Selbstvertrauens; und da er nur sehr roth wird und stotternd antwortet, lacht sie den unbeholfenen Künstler aus. Als Heinz Winkler an diefemAbend nach Hause geht, ist er verlobt. Ein halbes Jahr später ist er verheirathet. An , seinem glänzenden Hochzeitsfeste weinten die guten Tanten viele Freudentbränen. Weiter brauckten
nichts mehr für tyn zu iyun, Denn hatte jetzt Alles eine luxuriös eingerichtete Häuslichkeit, eine Menge Aufträge und glänzende Honorare. Er fWte sich bei dem Allen sehr wohl und gelangte täglich mehr zu der Ueberzeugung, wie schön es ist, wenn sich zwei Herzen finden. Die Gnkel Kulicke für einen Tag General war.
Militär-Humoreske. Der Einjährig - Freiwillige Gefreite Hendel war wegen seines nie versiegenden Humors bei den Kameraden äußerst beliebt. Langweilte man sich am Biertisch, so hieß es: Hendel, erzählen! Stets wußte derselbe etwas Neues zu berichten. , Auch heute, an einem naßkalten, regnerischen Novembertag, saßen die Einjährigen der sechsten Compagnie, bei der Hendel stand, in dem kleinen niederen Hinterzimmer der Kugel", ihrem Stammlokal, zusammen. Man hatte schon den ganzen Nachmittag Skat gedroschen, was nun machen? Der eine gähnte leise, der andere blätterte in einem Journal, Hendel blickte aus dem Fenster in den herniederrieselnden Regen und trommelte mit den Fingern gegen die Scheiben. Hendel, erzählen!" rief einer. Aber Kinder, muß ich denn immer herhalten, wenn ihr euch langweilt?" Hendel erzählen!" war die Antwort des Chors. Na denn meinetwegen, so will ich euch heute eine wahre Geschichte erzählen, wie nämlich meinOnkel Kulicke einen Tag General war." ' Wer ist denn dein Onkel Kulicke?" fragte Hendel's Freund Müller. - Zunächst der Bruder meiner verstorbenen Mutter und jetzt Haushofmeister beim Fürsten Petrowitzky aus der Herrschaft Kaschlau." Und der- war einen Tag General?" Allerdings. Ich war als Junge in den Schulferien oft zu Besuch im Hause meines Onkels, der eine reizende Wohnung in dem alten Schloßpark besitzt. Mein alter Onkel erzählte uns da einmal folgende Geschichte: Soldat bin ich in meinem Leben nur an einem Tag gewesen und sofort zum General avancirt, das ging so zu. Ich war, wie ihr wißt, bevor ich die Stelle als Haushofmeister erhielt, lange Jahre erster Stallmeister des alten Fürsten. Bei dem trugen wir als Livree dunkelblauen Jnfanterieofficiersüberrock, dunkle lange Beinkleider mit rothen Streifen und einen grauen Federhut. Wir sahen recht stattlich in .dieser Tracht aus. - Wenige Jahre vor dem Tod des alten Fürsten wurden in unserer Gegend Manöver abgehalten. Der alte Herr, der selbst früher Officier gewesen, interessirte sich natürlich lebhaft für dieselben und war fast immer in meiner Begleitung auf dem Manöverfeld. Eines Tages waren wir auch wieder hinausgeritten. Kulicke", meinte der Fürst, nachdem wir etwa eine Stunde das Schauspiel uns betrachtet, ich werde zum Frühstück zu meinem Freund, dem Grafen Schweinsberg, reiten; hole mich in einer Stunde ab!" Ich verfolgte mit Interesse den Gang des Gefechts. Hüben und drüben bekämpfte stch die Infanterie durch heftiges Gewehrfeuer. Etwa tausend Meter rückwärts meines Standorts auf einem kleinen Hügel, von wo ich alles genau übersehen konnte, hielt hinter einer Waldparcelle ein Dragonerregiment, während im Grunde vor mir an einem Bach die diesseitige Infanterie sich kaum noch der vorwärts drängenden feindlichen erwehren konnte. In der rechten Flanke des Feindes befand sich ein Gehölz, das in einem Bruch am Bach enbete. Wenn doch die Dragoner den Feind von dorther attackirten!" dachte ich; so schwer ist das nicht, es führt ein Damm durch den Bruch über die sumpfige Niederung." Einen gleichen Gedanken ' mochte auch der Commandeur des Dragonerregiments haben, denn er hatte Patrouillen nach der Niederung geschickt; diese konnten aber augenscheinlich den Damm nicht finden, es brachen vielmehr mehrere Pferde in der morastigen Wiese ein und' die Leute kehrten zum Regiment zurück, dem Oberst Meldung zu machen. Ich wollte gerade zu dem Regiment reiten und demselben den Weg durch den Bruch zeigen, als eine Dragonerordonnanz in schärfster Gangart auf einem kleinen Braunen auf mich zu prefchte. Dicht vor mir parirte der nicht sehr intelligent aussehende Wasserpolacke den Gaul und rief mir zu: Den Befehl von Seiner Excellenz, Ihnen sollen sofort mit die Dragonerregiment den Feind attackiren, kusten was kustet!" Noch bevor ich mich von meinem Erstaunen über diesen Auftrag erholt hatte, preschte die Ordonnanz bereits den Hügel herab auf das Dragonerregiment zu. Ich sah, wie sie dem Oberst etwas meldete und dabei auf mich wies. Jetzt ging mir ein Licht auf. Der Fürst hatte wahrscheinlich - den ihm
wohlbekannten General getroffen, mich auf dem Hügel halten sehen, Excellenz mitgetheilt, daß ein versteckter Weg durch das Bruch führe und ich den Weg wisse. Ich setzte daher sofort meinem schwarzen Hengst die Sporen ein und langte gerade an dem Regiment an, als dieses mit Escadrons abgeschwenkt war und der Oberst Trrraab!" commandirte. Da ich gewahrte, daß das Regiment die Richtung auf die Front der feind lichen Infanterie nahm und so unfehlbar vor dem Bruch zusammengeschossen werden mußte, rief ich: Jörne, Herr )berit,lmrs von ourcq das Gebüsch geht der Weg Excellenz hat befohlen, daß ich führen soll!" Der Oberst sah mich etwas erstaunt an, schwenkte aber nach der von mir bezeichneten Richtung herum; in scharfem Trabe passirten wir den Damm, marschirten ungesehen vom Feind in dem hohen Holz auf und mit brausendem Hurrah stürzte sich das Regiment auf den völlig überraschten Feind. Vergebens hatte ich mich bemüht, den Rappen zu zügeln, als das Regiment zur Attacke überging, um hinter dasselbe zu gelangen. Vergebens! Er schien Gefallen an dem Militärleben gefunden zu haben, und etwa fünfzig Meter vor dem Regiment ritt ich die Attacke mit. Kurz vor der, Jnfanterie commandirte der Oberst mit hoch geschwungenem Säbel: Regiment Haalt!" Da stand auch mein Rappe. Famose Attacke, Herr General " rief in diesem Augenblick eine Stimme und hinter der Infanterie in den dichtenPulverwolken wurde Seine Ex cellenz der commandirende General sichtbar. Ich wollte beifeite eilen, doch ein Adjutant hinderte mich daran: Excellenz läßt bitten, zu bleiben, die Kritik soll hier stattfinden!" Ich begriff eigentlich nicht, was ich als Civilist hier sollte, vielleicht Auskunft über die Gegend geben? Ich lüftete daher meinen Hut: Wie Excellenz befiehlt! Ich muß aber möglichst schnell meinen Herrn, den Fürsten -Petrowitzky, bei dem Grafen Schweinsberg abholen; er will das Pferd wechseln!" Der Adjutant, welcher schon sein Pferd gewandt hatte, riß dasselbe her um und ritt dicht an mich heran. Ein eigenthümliches Lächeln glitt über seine Züge, als er mich anblickte. Leise grüßend fragte er: ' Pardon, darf ich fragen, wer Sie sind?" Stallmeister Kulicke, in Diensten bei Seiner Erlaucht dem Fürsten Pe trowitzky auf Kaschlau!" Unterdessen war Excellenz herangeritten, der Adjutant sprach einige Worte mit ihm, worauf der alte Herr laut lachte und sich an den soeben heransprengenden Brigadegeneral wandte: Haha, bester Graf, glaubte, Sie hätten die famose Flanckenattacke persönlich geführt, kleiner Irrthum, bedanken Sie sich dort bei Herrn Kulicke, dem Stallmeister des Fürsten Petrowitzky, daß Ihre Partei den Sieg davongetragen, er hat das Regiment vorzüglich an den Feind gebracht. Und Sie. mein verehrter Herr Kulicke, behalten Sie dies von mir zum Andenken an jenen Tag, wo Sie einmal als General unter mir fungirten!" Damit reichte er mir ein kostbares Cigarrenetui. Ich erzählte dem jovialen Herrn, auf welche Weise ich die Führung übernommen, und seitdem heiße ich in der Gegend allgemein der Herr General". So, das ist die Geschichte meines Onkels Kulicke, die den Vorzug vor vielen anderen hat, daß sie wahr ist!" schloß Hendel seine Erzählung, leerte den Humpen und ging nach der Käserne. denn er hatte wegen eines lustigen Streiches dreimal Strafrapport zu verbüßen. Der tiefste artesische Brunnen.
Ende vorigen Jahres wurde in Neu Südwales bei dem Orte Careunga der tiefste artesische Brunnen niedergebracht, der bisher gebohrt worden ist. Er besitzt eine Tiefe von fast 4300 Fuß und hat bisher 17 Millionen Gallomn Wasser täglich geliefert. Die Erfolgs der artesischen Brunnen im Gebiet vott Neu-Südwales haben den ungeheuern Werth dieser Bewässerungsmittel, der in letzter Zeit namentlich schon durch die Versuche in Algier, an der Grenze der Wüste Sahara, nachgewiesen wor den war, wieder in's hellste Licht ge rückt. Sieben solcher Brunnen lieftr dort genug Wasser für Leitungen von über 90 Meilen Länge, und fast 600. 000 Acres unfruchtbaren Bodens sind dadurch in ergiebiges Ackerland ver wandelt worden. A u s d e r höheren Töchterschule. Was wissen Sie von der Junofrau von Orleans, Fräulein Zwicker?" Sie machte sehr viele Er oberungen und sie wurde deshalb selig gesprochen." Unmöglich. Nein," sagte Herr , Weißer, es ist ganz unmöglich, daß Nußland durch diesen Krieg auch nur einen Augenblick lang in Geld Verlegenheit kommt." Natürlich nicht, ward ihm zur Antwort. Namentlich da ihm von Japan soviel vorgeschoss? wird.- -
HsSttbKkN - UKtzVWiA
Cleveland, Cincinnati, Chicago & St Conis Hciissa?.
BIG XPOTJJSXL.
St. Louiö "Tlao 'W orldla Abgang St LouiS Mail. 7 20Bm Southweftern Lim tgl d & s 11 45Vrn St Louis Lim täglich p d s. 3 25Nm Terre Haute d Mat'n Aee.. 5 OONm N A ck St. LouiS Exp tägl.. 7 05Nm St Louis Expreß tägl s 12 0553m Cleoelanv
New Jork Expreß tägl 4 Muneie & FtWahne Exp p. 7 N A B Lim täglich sä... 8 MuncieckFtWayne nur Son 8 Clebland Expreß .. ..11 NA ck B Lim, täglds.... 2 Union City Ace tägl 4 Snickerbocker Sp taglich d&B 6
40Vm 0093m OONm 0033m 0033m 5533m 45Nm 25Äcm
Cin einn at Ein & LouS Nachtexpreß tgl s 3 45Vm St Lous & Ein Nachtexp tgs 4 30Vrn Cincinnati Exp Sonnt auög . 7 4523m Cincinnati Ace 4 OONm Cincinnati F Expreß, tägl p 2 555lrn Louis F Expreß 2 5531m Cincinnati Accorn .4 OONm Cinc & Wssh F Ltg dsckp 6 20Nrn
Division. Ialr Hoxito" AnkkOs! New Fork Expreß täglich a.. 4 20Rm St. LouiS Expreß tägl s.. . . 7 40Vm Mai'n & T Haute Aee 10 35Bm NA k Boston Lim tägl pds 2 505! St LouiS Mail 5 35Sra Knickerbocker Sp taglich s&d 6 lONm Divisie
25Vm SOVm 30Vm lONra 45Nm ISNm 45Nm
Union City Accom tägl 9 Fort Wayne & Elk Expreß p 10 Southweftern Ltd tgl äs.. .. 11 St Louis Ltd tgl äs 3 New York Expreß täglich . . 6
P urnon .ySAndersonExp 8 New Jork Ltd tägl s n i Division. Cincinnati Aee täg auög SonlO Ehie &St2 Exvreß tgdsZe pll Chicago LouS & St L Expreßll White City Spezial p 3 Eine & 3ns Ace auög Son. . 6 Cinc 3nd &St2 Expr tgs. .11 Chic & Lou Nachtexpreß tg s 11
Chi
Kankakee Accorn - 7 Chicago Fast Expreß tgl d p 11 White City Speeial sd&p. 3 Qaftatttt Accorn 5 Chicago Nachtexpreß tägl s.. 12 Mich Benton Harbor Expreß. .... 7 Michigan Mail Expreß p. . .11 Elkhart Aee täglich 4 Peoria Peoria Expreß & Mail. .... 7 Western Expreß täglich p d. .11 Charnpaign Accorn 4 Peoria Expreß täglich s ... .11 Peoria ColumbuS Expreß tägl. . . . . 6 Ohio Special tägl dp 3 Lynn Accorn 6
eago Division. OOVm Eine Nachtexpreß, tägl s 3 50Vm Kankakee Accorn 10 30Nm Cinc Fast Expreß tag! p d.. 2 15Rm La Fayette Accorn 5 lOVrn Cinc & Wafh g L., d & p. . 6 igan Division. OOBrn Elkhart Accorn nur Sonntags 9
LSBrn Elkhart Expreß 10 45Nrn Benton Harbor Expreß p . . . . 2 Michigan Exeß... 8 Division weftlichZ 2öVm ColumbuS & &inc Exp tgl s 3 5095m Charnpaign Accom 10 lONm N 8 & Ohio Special 2 55Nm Peoria Expreß täglich pU6 Division östlich. 0023m Lhnn Accom 10 OONm ColumbuS Expreß tägl ä p. .11 15Nrn ColumbuS Expreß tägl 10
25V 40&a 40Lw 2SNW 55NV 40Nm 50Rw
30Vn, 30Bm 40Rw 00to 10RW 25Bm 8033m 55Nrn ISNm
30Bm 35Ba 4Mm 08R
00Bm 40V 30Ra
pittsburgh, Cincinnati, Cblcago & SU Conts R'f.
Indianapolis Division.
Abgang Pittsburg Special, tägl g . . 3 30Vrn (5olurnbus Accorn tägl 7 30Vrn New Jork Expreß täg s d . . . . 8 1023m ColumbuS Accom 1 40Nw Keystone Expreß tägl d & s b 3 05Nrn Atlantic Expreß täglich ... 5. OONm N B Lim täglich sd b 6 50Nrn Ohio u Vira Erpreß, tägl sä 7 05Nm
Chicago Division. Chicago Special, tgl p b .. 11 3533m Southern Expr täglich 3 15 Vm Lou & Chi F Expr täglich s 11 50Vrn Chic & Lou Expr täglich pb 3 40N
St Louis Lim täglich 3 ä b. Capital Expreß täglich .. . St LouiS Expr tägl d& eh Indianapolis Accom Western Expreß tägl sd.,, Nimmt keine Passagiere tgl-
Worlo Fa:r Exp tagUch s
Ankunfi 6 Wm 6 50Bm 12 lONrn 12 40Nw
. 3 15Rm 8 30R 11 55NM
LsuiSvill
outhern Expreß tagl s
PittS k Lou F L tägl s Mah Ace nur Sonnt Louisv & Mobilen Accom.. Chicago & Lou F L täglich p d Madison Accorn tägl Louisdille Accorn tägl.. . . Madison Acc.,nurSonntags
3 35Brn 7 OOBrn 7 3033m 8 0593m 3 55Nm 3 55Nm 6 45Nm 6 45Nm
e Division. Louisv & Madison Aee tägl 10 lOSPm Lou & Chic F 2 tägl p d... .11 30Vm Louisdille u. Madison Aee . . ö 40Nn. Louisv & Pittsv F L täglich s 6 35Nm Madison Accomm Sonntags 9 15Vm Lou & Chi F Expr. täglich 11.35 Acht
vandalia Line.
Abgang
World's Fair Spcl., tägl 3.12 0533m
Terre Haute Accom., tagl. . . 6 OOBm St Louis Lim tägUey s&db 6 50Vm Capital Erpreß tägl sä 7 0333m
St Lourö Expreß tag d s D 12 aouim neyuone xprep rag na) a
St Lsurs Expreß tagttchd s.. 3 25Nm Atlant Expreß tagttch .... T H & Efsingharn Acc täglich 4 OONm Tbe N J Limited täglich 6 b St L Fast Mail, täglich. .. 8 35Nm Ohio u Virg Exp., tägl s d.
Pittsburg Spcl, täglich s.. New Fort Expreß täglich s ä Schneller Mail täglich . . . Terre Haute Effing Acc tägl
b
Ankunft 3 20Vm 6 5033m 7 5533m 10 2533m
2 50Nrn 4 45Nrn 6 45Nm 6 55Nm
Indianapolis & Vincermes R. R.
Cairo öi'Bineen Expr täglich 7 20Vm VineenneS Expreß tägl 3 50Nrn Spencer k Bedford Ae, tägl. 4 45Nrn
Spencer &, Bedfsrd Ae, tägl. 9 45B VineenneS Expreß täglich.. 10 30V Cairo Expreß täglich. . (i löNm
Chicago, Indianapolis & (omsville R'7. (Monon Route.) Abgang Ankunft Chic Night Expreß täglich S..12 5523m Cincinnati Best täglich .. 3 35Vn? Fast Mail täglich s p. . . . . . 7 0033m Fast Mail täglich s 7 5023a Chi Expreß, täglich . . . .p d.ll 50Vm Monon Accom, täglich . ...J0 00332t; Chi & Mich City Best dp.. 3 35Nm Sincinnoti Veft täglich d p. 4 62N, Monon Accorn, täglich . . 4 00Äm lake Erie S Veftern R.
Abgang
Mich City Spcl., Sonntags. 6 3033m Mail und Expreß ..7 1533m T Det k M C Ex täglich. .12 20Nm Peru Accom nurSsnntagS. . . 12 20Nrn Mich City Spcl., Sonntags. 6 OONrn Chicago Expreß 7 20Nm
Anruns, Indianapolis Expreß täglich 10 26V Mailäe Expreß..,.. ...3 25Nm Toledo Ervrek 10 2V Jndianapls Spcl., Sonntagsll 55Nm
Cincinnati, Hamilton & Dayton R. R. Oft. Abgang AuknnsJ Cincinnati Veft täglich 8&c4 OOVrn Cincinnati Vestibüle täglich 12 45Bm Fast Mail täglich s . 8 05rn Fast Mail täglich 6 40V Cincinnati & Det Expr ... .10 40Bm Cin Chi & St 2 E; tgl p. .11 45
Ein . & Dayton Best. Exp p 3 OONm Cincinnati Best d & p . . 3 25N
5 OONm Cinc & 3nö Accom 7 24N 7 02Nm Cin 3nd St &fc Peo Ex tg &cl0 35N
Cineinnat: Veft tagucy a p Cin & Detroit Expreß täglich
Weft. Abgang Ankunft Springfield Mail 7 3033m West Expreß täglich & c. S 55V St Louis Expreß pd ....11 5033m Tuscola Accom ...10 3533 Tuöeola Accom... - 3 30Nm Cincinnati Expreß p 2 45N St Louis Expreß täglich . .11 lONm St Louis Expreß 4 60N Via C., H. k D. Ry. (Weft) und Rsachdale. Chicago Expreß .-..-.....11 5033m Cincinnati Expreß ? . . . 2 4551
KttCtttet S Keeper. P. Parior Cr. C. Cfc&ir C, B Raffet r. D. Dininf Car
