Indiana Tribüne, Volume 27, Number 235, Indianapolis, Marion County, 25 May 1904 — Page 3

Jndiana Tribüne, 23. Mai 19.

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Grubenmagnaten fügsam. Baer unterbreitet der zwischenstaatl. Handels-Com-Mission Dokumente.

Präsident bei einer Schulfeier. Proceß Jcwcll. Dampfer Corwin" unvcr schrt. Vom Blitze erschlagen. Cwcmnati-Tag auf der Ausstellung. Neger gelyncht. Gcständniß des Mörders.

Untersuchung gegen Kohlenbahnen. N e w Y o r k, 24. Mai. Die zmischenstaatliche Handelscommisfion setzte heute ihre Untersuchung über den Hart-kohlen-Handel, der sich auf W. R. Hearst's Beschwerde gegen die Kohlen befördernten Bahnen stützt und im September unterbrochen wurde, fort. Erster Zeuge war Präsident Baer von der Phila. & Reading Bahn. Am 4. April hatte das Oderbundesgericht entschieden, Hearst's Anwalt Clarence I. Shearn sei berechtigt, Fragen über Contrakte zwischen den Bahnen und Grubenbesitzern zu stellen. Durch diese Contrakte sollte die Existenz des KohlentrustZ und die Verletzung des Sherman'schen Anti-Trust-Gesetzes nachgewiesen werden. Der Gerichtshof wies in seiner Entscheidung E. B. Thomas und W. H. Truesdale von der Delaware & Lackawanna an, Fragen über Bestimmung der Transportraten von Kohlen und die Vorbereitung der Preis - Circulare zu beantworten. Zugleich wurden die Grubengesellschaften angehalten, ihre Contrakte mit den Bahnen bei den Gerichtsverhandlungen vorzulegen. Baer wurde aufgefordert, die Contrakte zwischen der Temple Jron Co. und Simpsons & Watkins in Scrantou, vom 27. Februar 1899, vorzulegen. Der Zeuge unterbereitete diese Doku mente nebst den Abschriften von anderen. Die Firma Simpson & Watkins übertrug ihre sämmtlichen Gruben im Lackawanna und Wyoming Thal an die Temple Gesellschaft. DerPräsident. C r o t o n, Mass., 24. Mai. Die heutige Schulfeier war besonders durch die Anwesenheit des Präsidenten Roosevelt bemerkenswerth, der an die ab gehenden Schüler eine der Gelegenheit angepaßte Ansprache hielt. Der Präsident war Vormittags angekommen und reiste um $6 mit Sekre tär Loeb per Sonderzug nach Washington zurück. Senator I e w e l l frei. K a n s a s City, Mo., 24. Mai. Eine Jury des Criminal-Gerichts erkannte heute in dem Processe gegen Staats - Senator Jewell, welcherZ,der Bestechungs - Annahme anläßlich der Backpulver - Gesetzgebung beschuldigt war, auf Freisprechung. D a m p f e r C o r w i n" u n v e r s e h rt. Seattle, Wash., 24. Mai. Der Dampfer Cottage City" begegnete am 21. dem Nbule Dampfer Corwin" zwischen Katohikan und Wrangel Nar rows. Damit wird der Bericht, der Corwin" sei an der Vancouver Küster verloren gegangen, hinfällig. Vom Blitze getödtet. Lacrosse, Wisc., 24. Mai. -W. I. Showers, Redakteur des Onalaska Record, wurde heute Nachmittag an seinem Schreibtische vom Blitze getödtet. Die dortige deutsch-lutherische Kirche, in welche der Blitz schlug, ist bis auf den Grund abgebrannt. Deutsche Baptisten. C a r t h a g e , Mo., 24. Mai. Die hier tagenden deutschen Baptisten beschlossen heute ihre nächste JahresConvention im gleichen Monat im Staat Tennessee abzuhalten. Der Bericht, der Verband habe den Namen Deutsche Baptisten" gewählt, war irrthümlich. Es wurde nochmals abgestimmt und das Comite konnte sich nicht einigen. Die Namensfrage wurde auf nächstes Jahr verschoben. Lynchmord. V a n c e, Miss., 24. Mai. In dem 10 Meilen entfernten O'Neill wurde ein Neger, dessen Name nicht bekannt ist. unter derZ Beschuldigung, den Müller Logan ermordet zu haben, gelyncht. Einen als Mitthäter verdächtiger Neger erwartet das gleiche Schicksal.

Cincinnati-Tag. St. Louis, 24. Mai.. Welt

Ausstelllungsplatz. Zur Feier des Cincinnati-Tags traf heute eine große Abordnung von Cincinnatier Geschäftsleuten auf dem Weltausstellunasplatz ein. DieGesellschaft besuchte nach einem Gang durch den Ausstellungsplatz das Ohio-Gebäude. . Das Virginia Staats-Gebäude, eine Nachbildung von Monticello, des Heims von Thomas Jefferson, wurde dem Publikum geöffnet. DasGeständnißdes Mörders. Chicago, 24. Mai. Nach einer Depesche aus Laporte, Ind., hat Jerry Duggins, der Anfangs Juli gehängt wird, ein Geständniß abgelegt. Hiernach weigerte sich Frau Ramsey in Terre Haute, die er nebst ihren beiden Kindern ermordete, lhren Gatten zu verlassen und zu entfliehen. Aus diesem Grunde zog Duggins ein Rafirmesser und schnitt der Frau und den beiden schlafenden Kindern die Kehle durch. Er scheint seine That nicht zu bereuen. Jähes Ende. New York, 24. Mai. Meyer S. Jsaacs, Präsident des Baron de Hirsch Fonds und bei vielen anderen Unternehmungen betheiligt, stürzte heute in einem Broadway Cafe entseelt zu Boden. Er war 63 Jahre. B e r k e l a y , Cal., 24. Mai. Prof. M. I. Spinells, Lehrer des Französischen und Italienischen an der Universität, gerieth heute beim Vev suche, einen elektrischen Zug nach San Francisco zu besteigen, unter die Räder eines in der Fahrt begriffenen Wagens. Er erlitt Verletzungen, denen er kurz nachher erlag. Schurkischer Vater. Owensboro, Ky., 24. Mai. Rev. W. W. Armer, der am letzten Freitag seinen Sohn, weil er dem Befehle nach Hause zu kommen, nicht folgte, durch t einen Schlag auf den Kopf tödtete, wurde heute hier im Gefängniß eingeliefert. Gerüchtweise verlautet, es bilde sich ein Mob, um ihn zu lynchen. Schwägerin Sternburg 's h e i r a t h e t. Washington, 24. Mai. In Gegenwart von Frau und Frl. Roosevelt, des Staatssekretärs und Frau Hay, des ganzen diplomatischen Corps, Admiral Dewey's und Frau und einiger Marine-Offiziere, wurde heute Frl. Jvy Langham, die Schwester der Freifrau Speck v. Sternburg, mitg dem Vicomte v. Faramond, dem MarineAttache der franz. Botschaft, vermählt. Die Feier fand in der St. Matthews römisch-katholischen Kirche statt. Vernehmung von I. H. Wood. C l e v e l a n d, O.. 24. Mai. John H. Wood, der frühere Präsident der ersten National-Bank in Matthews, Ind., erschien heute vor einem Bundescommissär zum Vorverhör unter der Beschuldigung, Gelder der Bank unterschlagen und Bücher gefälscht zu haben. Er wurde unter Bürgschaft von $10,000 zur morgigen Gestellung vor dem Bundesgericht in Jndianapolis verwiesen. Wood war am Samstag in Oberlin, O., verhaftet worden. Die Grandjury in Indianapolis hatte kürzlich Anklage gegen ihn erhoben. Er be hauptet mit Leichtigkeit feine Unschuld beweisen zu können. I. I. GookinS f. New York, 24. Mai. Oberst I. F. SookinS, Sohn des verstorbenen Oberrichters Gookins von Jndiana, ist hier an einem Schlaganfalle gestorben. Er war 60 Jahre und gehörte in Jndiana zu den Ersten, die Präsident Präsident Lincoln's Truppen-Einberu fung entsprachen. Nach dem Kriege bildete er sich in Italien und Frankreich als Maler aus und einige seiner Gemälde fanden Beachtung.

Höflich abgewinkt.

Colomb. Negierung verzichtet auf Empfang des amer. Gesandten. Washington, 24. Mai. Wie das Staatsdepartement hört, wurde der amer. Geschäftsträger in Bogota, Snyder, verständigt, daß die 'colombische Regierung es vorzieht, Herrn Russell nicht als Gesandten zu empfangen. Es wird entschieden betont, daß kein persönliches Moment in der Sache vorliegt ; jeder amer. Gesandte ist den Colombiern derzeit nicht genehm. Es handelt sich nur um ein Zeichen der bitteren Stimmung Colombias gegen America. Herr Russell wird zunächst feinen Urlaub in Washington verbringen und, falls sich später die Stimmung nicht ändert, vielleicht einen anderen Posten erhalten. Falconio nach Rom. P h i l a d e l p h i a, 24. Mai. Mg.Falconio, der apostolische Delegat, für welchen heute ein Empfang in der Villa Nova College stattfand, fährt am Samstag nach Rom und gedenkt Ende Juli zurückzukehren. Der entführte Amerik a n e r. New York, 24. Mai. Nach der Times" sind von Ion Perdicari, dem kürzlich von Räubern entführten reichen Amerikaner, Briefe eingegangen. Er schreibt, es würde gut für ihn gesorgt und er befinde sich wohl. Tragisches Laos. L o u i s v i l l e , Ky., 24. Mai. Der Jockey Minder, der am 10. Mai bei einem Rennen Verletzungen erlitt, ist körperlich wiederhergestellt, aber sein Gedächtniß ist gänzlich geschwunden. Seine geistigen Fähigkeiten sind jetzt die eines Kindes; er wird durch Spielzeug beruhigt und durch 5 Cent-Stücke zum Einnehmen von Arznei veranlaßt. Sieg der konservativen Demokraten. C ol u m b u s, O., 24. Mai. Die heutigen Vorversammlungen für die morgige Staats-Convention zeigten, daß die Conservativen bei ihrer Opposition gegen Hearst im Verhältniß von 2 zu 1 die Controlle besitzen. Jedoch spalten sie sich selbst wieder bei Präfi-dentschafts-Candidaten für Richter Kilbourne und Richter Harmon. Es ergab sich zugleich, daß weder die Conservativm noch die Hearst-Bryan-John-son-Leute, die Radikalen, einen Führer haben. Hill über Schiffahrt sS u b s i d i e n. New Y o r k, . 24. Mai. James I. Hill, Präsident' der Northern Secur. Co. und der Great NorthernBahn erschien heute Nachmittag als Zeuge vor der Handels-MarineCom-Mission, welche die Aussagen des Niedergangs der amer. Schiffahrt zu un tersuchen und Abhilfe - Vorschläge zu machen hat. Hill sagte, zunächst müsse in der Bevölkerung der Wunsch nach eigenen Schiffen angeregt werden. Es sei lediglich eine Handelsfrage; falls gewinnbringend, würden sich Leute diesem Geschäftsbetriebe zuwenden. Das Land brauche einen Markt. Außer landwirthschaftlichen Produkten können wir sehr wenige Dinge ausführen, im Hinblick auf die Höhe der Produktionskosten. Wir können sie nicht verkaufen. Falls wir solche Produkte in eigenen Schiffen befördern könnten, so würde dies großen Gewinn bedeuten. Zeuge sagte, er habe die beiden größten Frachtschiffe der Welt gebaut und er habe kein Verlangen nach weiteren; lieber'1000 Meilen Bahngeleise als 2 Schiffe. Die Sache habe durch Streiks und andere Verzögerungen 4 anstatt 2 Jahre gedauert. Zeuge erzählte u. A., nach Ausbruch des Burenkrieges seien keine Schiffe an der Pacificküste zu bekommen gewesen. Er mußte einen Auftrag für 60,000 Ballen Baumwolle rückgänig machen. Dann habe er die Senatoren Fairbanks und Hanna gesprochen, mit dem Resultat, daß Hanna seinen Feldzug für Schiffs - Subsidien in Ohio begann. Auf eine Frage des Abg. McDermott, was er als Heilmittel empfehle, nannte Zeuge die Einführung vou ExportPrämien. Abgefahren: Liverpool: Jvernia" nach Boston. Yokohama: Empreß nachJapan" von Vancouver. .

Außergewöhnliches vorgehen.

Offiziell Nominirung eisS rcpubl. VlzeprS ident,chaftskanöisatcn in Illinois. Repräsentant Robert Roberts Hitt. der Vertreter des 13. Jllinoiser Kongreßdistrikts, der vom republikanischen Konvent seines Staates als Vizepräsidentschaftskandidat aufgestellt wurde, ein Vorgehen, daZ von den politischen Gepflogenheiten dieses Landes abweicht, kann auf eine langjährige öffentliche Laufbahn zurückblicken. Er wurde im Januar 1834 in Urbana, O., geboren und kam im Alter don drei Jahren mit seinen Eltern nach Illinois. Seine Karriere begann er als Stenograph Abraham Lincolns in dessen berühmten Debatten mit Stechen A. Douglas. Nach de? Wahl Ancolns zum Präsidenten berief ihn dieser nach Washington und seit dieser Zeit ist Hitt ohne Unterbrechung im politischen Le ben thätig. Er war einer der Begründer der republikanischen Partei, zu deren hervorragendsten Mitgliedern er heute zahlt. Von 1874 bis 1831 war er Sekretär und Geschäftsträger bei der Ver. Staaten-Eesandtschaft in Paris, 1882 wurde er in den Kongreß gewählt, dem er zur Zeit als Vorsitzender des Hausausschusses für auswärtige Angelegenheiten angehört. In diplomatischen Fragen gilt Revräsentant Hitt als Autorität, deren Rath sowohl Präsident McKinley wie sein Nachfolger gern in Anspruch nahmen. Seit Jahrzehnten hatte' Hitt an Robert Roberts Hitt. der Regelung der Beziehungen der Ver. Staaten zu den fremden Mächten hervorragenden Antheil. , Er war Mitglied der Hawai-Kommission und vor Ausbruch des spanisch-amerikanischen Krieges wollte ihn Präsident McKinley als Gesandten nach Spanien senden, gab jedoch diesen Gedanken wieder auf, weil ihm der Jllinoiser Staatsmann in Washington unentbehrlich schien. Der Nachfolger waldersrcs. General v. Lind equtst und seine Beförderung zum Armeeinfpekteur. Der bisherige Kommandeur des 18. preußischen Armeekorps, General Oskar v. Lindequist. der die durch das Ableben des Feldmarschalls Grafen Waldersee freigewordene 3. Armeeinspektion in Hannover erhielt, war lach dem Ausscheiden des Generalobersten v. Wittich der älteste kommandirende General des preußischen Heeres. Er ist durch die Scbule des Generalstabs gegangen, zu dem er schon als Leutnant kommandirt war und dem er in verschiedenen Stellungen angehört hat. Oskar v. Lindequist wurde 1838 in Jülich, Rheinprovinz, geboren und empftng seine Ausbildung xm preußischen Kadettenkorps. Er wurde 1857 Leutnant und 1868 Hauptmann, als welcher er im Generalstabe den Feldzug von 1870 auf 1871 mitmachte. Im Jahre 1872 erfolgte Lindequists ErNennung zum Flügeladjutanten des Kaisers Wilhelm I., in welcher StelGeneral Oskar v. Lindequist. lung er bis zum Tode des Kaisers 1883 verblieb. Er wurde 1887 Generalmajor, dann vom Kaiser Friedrich zum General als. 8uite ernannt. Im Jahre 1890 zum Generalleutnant befördert, wurde Lindequist im selben Jahre Generaladjutant des jetzigen Kaisers und zugleich nach Württemberg kommandirt zur Uebernahme des Kommandos der 26. Division. Im Jahre 1895 erhielt Lindequist unter Beförderung zum General der Infanterie das 13. (württembergische) Armeekorps, das er fpäter mit dem neu errichteten 18. Armeekorps in Frankfurt a. M. vertauschte.

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Nebcllil',ttalk aus See.

Lntcrcssizntc Versuche über Fortpflanzung des Tchalls unter Wasser. An der englischen Küste angestellte Versuche haben ergeben, daß die Schallsignale mit der Sirene ein sehr unsicheres Warnung-mittel sind. Vor Kurzem sind nun zwischen New Jork und Loston durch H. Whitnay Versuche mit Schallsignalen unter Wasser angestellt worden, wozu die (schon 1827) von Colladon und Sturm im Genfer See gemachten Erfahrungen die Anregüng gaben. Vei diesen alten Versuchen wurde eine im Wasser untergetauchte Glocke mittelst eines Hammers angeschlagen, wobei sich ergab, ' daß der Klang' derselben noch auf 8j Meilen vernommen werden konnte und die Geschwindigkeit des Schalles unter Wasser 1435 Jards in der Sekunde betrug. Vor den Amerikanern hat übrigens Geheimer Baurath Körte im Jahre 1900 auf dem Mllggelsee bei Berlin auch Versuche mitSihallsignalen unter Wasser angestellt. Er fand, daß dazu nicht einmal Glocken erforderlich sind, sondern mit großem Vortheil Eisenstangen als Schallgeber verwendet werden können, und daß als Schallempfänger einfache metallene Hohlkörper sich in hohem Grade eignen. Endlich ergab sich auch, daß der Ton der Sirene sich unter Wasser ebenfalls weit fortpflanzt. Die jüngsten Versuche der Amerikaner gingen darauf aus, zwischen den Dampfern und den festliegenden Feuerschiffen eine submarine Verständigung herzustellen. Auf den Feuerschiffen waren schwere Glocken acht Yards tief in's Meer versenkt worden, während die Schiffe mit einem in's Wasser eintauchenden Hörrohr versehen waren. Es ergab sich, daß die Töne der Glocken bis auf Entfernungen von zehn Meilen deutlich vernehmbar waren und auch die Richtung, aus der sie kamen, im Allgemeinen festgestellt werden konnte. Diese Erfahrungen sind von großer Wichtigkeit für das NebelsignalWesen auf See, denn da unter Wasser die atmosphärischen Störungen nicht vorhanden sind, so wäre die Gefahr des Versagens der Signale fast ausgeschlössen. Der Sarg Kuropatkins. Ein englischer Berichterstatter vom fernöstlichen Kriegsschauplatze erzählt, daß die Niedergeschlagenheit der rufstschen Truppen in Sibirien und der Mandschurei eine ungewöhnlich große sei und daß sich fast alle Soldaten, Offiziere wie Mannschaft, ' als Todgeweihte fühlen. Die traurigsten Geschichten, Ahnungen. Träume, Prophezeiungen und abergläubischen Deutungen kursiren im Heere. Eine dieser von jedem erzählten und willig geglaubten Geschichten besagt, dak der Oberbefehlshaber General Kuropatkin sich auf den Kriegsschauplatz schon seinen eigenen Sarg mitgebracht habe, weil er sicher sei. daß er nicht lebend nach Rußland zurückkehren werde. Man will gesehen haben, wie auf der Station, in welcher der Höchftkommandirende seinen Separatzug verließ, vom letzten Wagen eine schmale lange Kiste und aus dieser ein Sarg gehoben wurde, dessen Deckel in goldenen Buchstaben die Inschrift trug: Alexej Nikolajevics Lwropatkin." Dieses Geschichtchen findet um so leichter Glauben, weil von Offizieren, welche die nächste Umgebung des Generals bilden, dessen Abschiedsfahrt zu seiner greisen Mutter auf ihr Gut nach Kolu und der Ernst dieser Szene als klarer Ausdruck von Todesahnungen hingestellt wird. Man will sogar wissen, daß er die alte Frau geoeten yaoe, starr zu sern, wenn jie :yn auf dieser Welt nicht mehr sollte sehen können. Unter den Truppen wird auch von einem Traumgesicht fabulirt, das der General in der ersten Nacht gehabt haben soll, die er im Feldlager verbrachte, und das. ihm sein trauriges Ende deutlich offenbarte: Die Japaner hatten sich auf ihn geworfen, ihn getödtet, seinen Leichnam zerstückelt und in eine Grube geworfen. Unstatthafte Pensionen. Um einem in Veteranen-Kreisen derbreiteten Mißverständniß betreffs der Alterspension vorzubeugen, hat der Pensions-Kommissär Ware dieser Tage folgende Erklärung erlassen: Bei dielen Veteranen scheint d:e Ansicht verbreitet zu sein, daß die Alterspension zusätzlich zu einer schon bewilligten. Pension bezogen werden kann. Das ist em Mißverstandnch, denn das Gesetz verbietet ausdrücklich die Bezahlung von mehr als einer Pension an einen Pensionirte, und in Folge der Alters-pension-Ordre wird nur die Pension schon Pensionirter auf dre Hohe der Alterspension gebracht werden, falls die bisherige Pension niedriger als die Alterspension ist." Ein Käuferinnen-Ver-ein gegen Ueber- und Sonntagsarbeit soll sich nach der Frankfurter Zeitung" jüngst in Paris gebildet haben. Sein Programm, das alelchzeing den Zweck der Liga enthüllt, besteht aus folgenden vier Punkten: 1. Nie eine Bestellung zu machen, bevor man sich darüber klar geworden ist. daß sie auf keinen Fall Nacht- oder Sonntagsarbcit erfordert; 2. keine Bestellungen tm letzten Augenblicke aufzugeben; 3. alle Lieferungen nach 7 Uhr Abends und am Sonntag zu verweigern, und 4. feine Rechnungen regelmäßig und pünktlich zu bezahlen. Die letzte Bestimmung ist allerdings geeignet, skeptische Gemüther mit Mißtrauen zu er-füllen.