Indiana Tribüne, Volume 27, Number 234, Indianapolis, Marion County, 24 May 1904 — Page 3

Jndiana Tribüne 2t. Mai 1904

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Aerzte.

DR. C. L. RITTER, Newton ClaypoollGebande, Ltmmer 233233. NtueS Telephon 4661 lPennfylvania und Ohio Str.) 2. Eto. Offiee.Etunden: s biZ 10:30, 2 biZ 3:UH, 7 diZ S Uhr AbendS am Montag. Dienstag, Donnerstag, Eamftag. ohnung z 144 Prsspeet atz, Stunden : s Nhr Vormittags und 1 Uhr Nachmittag. Neues Telephon 0806. Dr. 3. A. Sutcliffe, Wund -Arzt, Geschlechts, Urin. undRectum Krankheiten. Office : 155 Oft Market Stt. Tel. 943 Office-Stunden : 9 bi 10 Uhr Bm. : 2 bi 4Uhr Nm Dr. Carl G.Winter Deutscher Arzt. Behandelt alle akute und chronische Krank heiten. Geburtshülfe Spezialität. Office: 14 West Ohio Str. OfftceSwndn: 10-U Borm. 24 Nachm. Sonntags : 9.8010.80 Bn Telephon, Neu 43. - Wohnung: 1250 Madison Ave. Sprechstunden : 7 S Abend Sonntag : s 6 Nachm. Wohnung Telephone : Alt. 2025 : Neu, 928. EDWARD A. HARMEIIIIiG, Eigenthümer uffef Saloon 10 Nord Delaware Str. Neues Telephon 2258. Dc. O'Conner und Allen McCauley, SchankkeUner. Wrn. Stoeff ler aloon. 202 Nord Noble Str. Neues Telephon 2001. Die "11 Etablirt 1863, nimmt jederzeit Engag, mentö entgegen. ' Jrgmdwelche Orchester Musik und irgend eine Anzahl von Musikern tsird geliefert. Neue Ausstattung und neue Uniformen, A. A. Miller, Direktor. Henry Sprengpfeil, Geschäftsführer. 301 Kentucky Avenue. Telephon Alt. roth 3311. Neu 4598. Theodore F. Smith er, geschickter und zuverlässiger ...Dachdecker... Pech und Kiesdächer. Dächer von Asphalt und Gilsonit. Enaros-Händler in allen Arten von Dachmaterialien. Telephon: Neu 861. 301 West Maryland Str. Skdweftl. Ecke von Senate Ave. und Maryland Str. Achtung. Empire Wood & Coal Co. empfiehlt Holz für Bäcker, 2 Fuß lang, gespalten, beste Qualität, $3 die Ladung ; sowie Sägemühlen Holz, Buchen und Ahorn, 14 Zoll lang, gespalten oder ungespalten, $2 die Ladung. Fabrik-Holz, $2 dieLadung. Empire Co 553 Lincoln Str. relephon : Neu. 9281. Neu. 47S0. Alt. Main 116. Alt, Main 82. Grotze Auswahl von lener, No. 449 Ost' Washington Str. Neues Telephon 252S. ,

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Aincr. und englische Handelsflotte nach Schilderungen vor der Congreß-Commisfion.

Frachtdampfcr verbrannt. Conventions scn. Blutrache in Kenwcky. Wcrthvoller CommissionfürHandelsMarine. N e w Y o r k, 23. Mai. Die Han-dels-Marine-Commission, welche gesetzgeberische Maßnahmen zur Förderung der Handels-Marine vorschlagen soll, trat heute hier zusammen. Die Commission besteht aus Congreß-Mit-gliedern; Vorsitzender ist Senator Gallinger, N. H. . Schiffs-Cigenthümer, Ingenieure und selbst Matrosen sind zum Erscheinen vor der Commission eingeladen. Der erste Zeuge Th. Clyde von der Clyde-Linie befürwortete energisch Schiffs - Subsidien. Alle Nationen Hütten in dieser oder jener Art die natürlichen Verhältnisse unterstützt. C. B. Orcutt, Präsident der NewPort News Schiffsbau-Gesellschaft, bemerkte, daß Schiffe in England um 75 Procent billiger als hier gebaut werden können. Die Arbeitslöhne seien hier um 75 Procent höher und die Englän der ersparen an den Material-Kosten gegen hier 40 bis 50 Procent. An dieser letzteren Differenz trage der Schutzzoll Schuld. O. Parsons, der Sekretär der See-leute-Gewerkschaft, erzählte, 1903 seien über 600 Boote und 167 Leben auf den Seen und an der atlantischen Küste verloren gegangen. Aussagen von Lewis Nixon und Anderen folgten. Brennendes Frachtschiff. San Francisco, 23. Mai. Der Schoner Fanny Adele,' mit einer Oelladung nach Cap Nome, gerieth heute durch eine Explosion in Brand. Das Feuer, das auch die Werfte ergriff, war bald bewältigt; das Schiff riß sich aber von seinem Ankerplatze los und trieb, ein Flammenmeer, die Bucht hinab. Es dürfte völlig derloren sein. Der Dampfer ist völlig abgebrannt. Die Ladung gehörte vornehmlich der Standard Oil Co. Der GesammtVerlust beträgt gegen $1 00,000. Ein Seemann erlitt vielleicht lebensgefährliche Brandwunden; drei andere retteten sich mit knapper Noth. Capt. Felcher hatte den Schoner wenige Minuten vor der Explosion verlassen. Es waren noch 4 Leute an Bord, die durch die Gewalt der Explosion, deren Ursache nicht bekannt ist. in's Wasser geschleudert wurden. 2 Leute wurden von einem Boote aufgefischt, der eine schrecklich verbrannt, der Dritte rettete sich durch Schwimmen und der Vierte wurde, als er dem Ertrinken nahe war, in Sicherheit gebracht. Welt-Ausstellung. St. L o u i s, Mo., 23. Mai. Mit dieser Woche beginnt das SommerLager der Cadetten, Marine und Staats-Truppen auf dem Welt-Aus-stellungs-Platze. . Heute kam eine Truppe von 200 MarineSoldaten. Es finden tägliche Uebungen statt. Heute wurde Pennsylvanias StaatsGebäude eröffnet; morgen folgt der brasilianische Pavillon. Im Bergwerks Gebäude entstand heute ein kleiner Brand, der jedoch nur unbedeutenden Schaden anrichtete. Nach einem heute Abend von Prästdent Francis, der von einer kurzen Reise nach Jndiana zurückkehrte, ausgegebenen Bericht ergiebt der Besuch der Ausstellung in letzter Woche folgende Zahlen: Montag 26.075, Dienstag 32,126, Mittwoch 42,415, Donnerstag 47.382, Freitag 44.587, Samstag 64,936., Dies macht für die ganze Woche 257.611, oder 69,140 mehr als in der vorhergehenden mit 188,471 Besuchern. Kämpe des Bürger - kr i e g s s Berkeley. Cal., 23. Mai. Der pensionirte Oberstleutnant I. M. Matheney ist 69 Jahre alt gestorben. Er stammte aus Jndiana und machte den Bürgerkrieg als Hauptmann mit.

Substdlcn.

- Vorbercitungen. Präsident auf Rei Kampf gegen Corruption. Rennstall. Conventions-Vsrberei-t u n g e n. St. Louis, 23. Mal. Das Subcomite des demokratischen National - Comite's vollendete heute die Arrangements für die demokratische National-Convention, welche hier am 6. Juli stattfindet. In der Conven-tions-Halle wird für 10.450 Sitze für Delegaten, Stellvertreter, Presse und Publikum gesorgt. Anwesend waren der Vorsitzende I. K. Jones aus Arkansas, Senator Wm. I. Stone, Mo., U.A. Mitglieder der Presse erhalten im Ganzen 702 Sitze, darunter 352 für Correspondenten oder Lokal - Berichterstatter. Chicago, 23. Mai. Sergeant at Arms W. F. Stone von der republ. Naiional'Convention, der sich hier bis nach der Convention aufhält, sprach sich heute über die Vorbereitungen und Pläne aus. Für die Presse stehen nach dem gegenwärtigen Arrangement gegen 300 Sitze zur Verfügung. Blutrache. Louisville, Ky., 23. Mai. Einer Depesche an die Times zufolge ist in Hazard die French-Eversole-Fehde wieder ausgebrochen. John Eversole ermordete heute den im Schlafe liegenden William Smith. Der Tod trat sofort ein. Bekämpfung der Corrupt i o n. B o st o n, 23. Mai. Die Legislatur nahm ein Gesetz an, um der Corruption der Angestellten durch Verabreichen und Empfang von BestechungsgeldernEinhalt zu schaffen. DiesePraxis soll in ganz Neu-England allgemein üblich sein und besonders die Fabrikanten betrachten die Corruption als schweres Uebel. Die Vorlage bestimmt, daß jeder Angestellte, der inRücksicht auf seine Stellung zum Prinzipal eine Vergütung annimmt, ebenso wie der, welcher solche Offerten macht, einer Geldstrafe bis zu S500 oder Haft von nicht über einem Jahre unterliegt. Budler-Proceß, Grand Rapid s. Mich., 23. Mai. Heule begann der Proceß gegen E. D. Conger im Zusammenhang mit dem Lake Michigan Wasser-Scan-dal. Der Angeklagte, - Geschäftsführer des Herald", soll zur Unterstützung der Transaktion $10,000 erhalten haben. Es ist dies der erste Proceß gegenÄ Zeitungsleute. $32,000 für ein Pferd. Readville, Mass., 23. Mai. 26 Voll-Blut-Pferde, der ganze Bestand des berühmten Rennstalls und Gestüts des verstorbenen I. M. Forbes aus Boston, wurden heute unter dem Hammer verkauft. Der Gesammt - Erlös betrug $116, 450, bei einem Durchschnittspreis von $1532. Den höchsten Preis, $32,000. erzielte Bingen, ein zweijähriges Thier, das R. H. Parker von Bedford, Mass., kaufte. Das berühmte alte Rennpferd Nancy Hanks wurde um $4000 an I. M. Johnson, dem Bürgermeister von Calis, Maine, losgeschlagen, der noch ein anderes Thier um den gleichen Preis erstand. Die 3 Gattinnen einig e n s i ch. Des Moines, Ja., 24. Mai. Drei Frauen, von jene sich jede als die gesetzmäßige Gattin des letzte Woche gestorbenen Contraktors Dubois ausgibt, trafen sich heute in einem Re staurant und einigten sich auf die Vertheilung des Nachlasses. Zum Verwalter des Nachlasses, der auf $11,000 veranschlagt wird, ist ein hiesiger Bankier bestimmt. Aufgehobene PoolRooms." N e w Y o r k, 23. Mai. Bei den heutigen Razzias wurden 27 als Pool Rooms verdächtige Plätze besucht und 14 Personen verhaftet. 15 der Razzias fanden im TenderloinDiftrikt statt.

Scharf bewacht. Eines Bahn.Präsidenten unliebsame Erlebnisse in Japan.

Omaha. Nebr.. 23. Mai. Horace S. Burt, früherer Präsident der Union Pacific Bahn, welcher im Orient reiste, schreibt einem hiesigen Freunde, japanische Detektivs seien seinen Spuren gefolgt, bis er sich genöthigt sah, den amerikanischen Consul um Hilfe zu bitten. Kurz nach seiner Ankunft in Japan brachten alle japanischen Blätter einen Artikel, wonach er zur Leitung der transsibirischen Bahn bestimmt sei. Er wurde sofort unter Aufficht gestellt und Detektivs folgten ihm von Ort zu Ort, bis er sich an einen amerik. Consul wandte. Der Consul veranlaßte, daß die Presse die Meldung, welche zu den Belästigungen Anlaß gegeben, widerrief. Aber m"a ls eine Explosion. C a m d e n N. I., 23. Mai. Durch eine Explosion, welche sich heute in der Feuerwerks-Fabrik von I. E. Solose ereignete, kamen ein Mann und 2 Knaben um's Leben; 6 Männer und 2 Mädchen sind schwer verletzt. PräsidentaufReisen. Washington. 23. Mai. Präsident Roosevelt reiste heute nach Groton, Mass., ab. um der Preis-Ver-theilung in der Schule beizuwohnen, welche seine Söhne Theodore und Kermit besuchen. Die Gesellschaft, aus dem Präsidenten, seiner Schwägerin Frau Carew, Sekretär Loeb und Frau Ferguson aus New York bestehend, fuhr in dem Privatwagen Mayflower", der dem fahrplanmäßigen Nachmittagszuge der Pennsylvania-Bahn angehängt wurde. Geriebene Opium Schmuggler. Washington, 23. Mai. Einer heutigen Erklärung des Chefs des Geheimdienstes Wilkie zufolge, ist die Untersuchnng über den Opiumschmuggel zwischen Seattle und Portland am Sonntag minder Beschlagnähme von Opium im Werthe von $20.000 und der Verhaftung von S. B. Stevens alias Tuttle, W. S. Cree und Alfred Larson, alle von Seattle, abgeschlossen worden. Stevens, der Rädelsführer, operirte seit verschiedenen Jahren mit Erfolg. Seine Methoden waren originell; er betheiligte sich nie selbst am Vertriebe des Contrebande-Opiums. Chinesische Händler in Victoria importirten das Opium aus China und lieferten es dann an Agenten von Stevens ab. Sodann kam die Waare an Bord eines Boots von Stevens und wurde per Fracht in 2 Pianos und 2 eisernen Geldschränken an fingirte Personen in Portland gesandt. Die dortigen Agenten brachten das Opium dann auf den Markt. Kein Freund von Geldstrafen. - St. Louis, Mo., 23. Mai. S. Lehrtes von hier erklärn sich heute im Bundesgericht für schuldig, Oleomargarin gefärbt und, ohne es als solches zu bezeichnen, verkauft zu haben. Er wurde zu $1,000 verurtheilt und er klärte, lieber die Strafe absitzm als zahlen zu wollen. Gewissenlose SchiffsEigenthümer. T a c o m a , Wash.. 23. Mai. Trümmer von dem Dampfer Corwin, der am Dienstag aus Seattle nach Nome mit 89 Passagieren abging, wurden westlich von der Insel Vancouver gefunden. Das Schiff hätte schon früher fahren sollen, mußte aber wegen Beschwerden von Passagieren, die Ueberladung geltend machten, nochmals umgeladen werden. Es herrscht die Befürchtung, daß das Schiff, welches als seeuntüchtig galt, verloren ist. Die demokratische StaatsConvention. C o l u m b u s, O., 23. Mai. Die Bryan Hearst Anhänger nennen sich Reguläre" und die Andern Reorganisatorcn". Ihre Gegner nennen sich Conservative 'und die Andern Ra dikale. Falls die Radikalen morgen Erfolg haben sollten, würden hierdurch nicht bloß 200 Sitze in der Convention berührt, sondern auch 9 von den 21 Con-greß-Distrikten mit ihren 9 Mitgliedem des neuen staatlichen Central-Comite'S und der regulären Comite'S.

Spiel des Schicksals.

Seltsames Wiedersehen von Mutter und Kind nach langer Trennung. Sattle Cree k. Mich., 23. Mai. Elizabeth Bambooragian, eine Pflegerin in dem hiesigen Sanitarium. wurde gestern Nacht von der Polizei als Dolmetscher zu einer betagten Frau gerufen, die als krank vom Zug abge setzt und der englischen Sprache nicht mächtig war. Das Mädchen fand seine eigne Mutter, die es seit langen Jahren sür todt gehalten. Die Frau hatte ein Sohn nach Njrtn Vork gebracht; man hielt ihn dort fest und die Mutter machte sich allein nach dem Westen auf. Ende naht. Washington, 23. Mai. Der Tyner-Barrett Verschwörungs-Prozeß kommt in 2 oder 3 Tagen an die Jury. Die Zeugen - Vernehmungen wurden heute Vormittag beendet und der ganze Nachmittag verging mit Reden von Strafverfolgung und Vertheidigung über die der Jury zu ertheilenden In struktionen. Die Plaidoyers vor der Jury werden vorausttchtlich auf zwei Tage beschränkt. GrbicnÄcie Finken. Bin Slrt unerhörter Thierquälerei ixt 23 tU ien Blinde CesangSrunstler. Gewaltigen Stauö hat neuerdings in Belgien eine ministerielle Verfügung aufgewirbelt, die das Feilbieten und den Verkauf geblendeter Vögel auf den Straßen und öffentlichen Plätzen untersagt. Leider dürfte damit das Blenden der Vögel in dem Ländchey der Freiheit ebensowenig aufhören wie die verbotenen Hahnenkämpfe und ähnliche rohe Volksbelustigungen. Das Opfer der Blender ist vorwiegend der Buchfink. Er soll nach Verlust des Augenlichts häufiger und kräftiger schlagen und sich daher bei Wettstreiten besser bewähren. Die Wettkämpfe dieser Art, die vor Jahrzehnten auch in den an Belgien grenzenden Theilen Deutschlands als Buchfinkenbäder" bekannt waren, dort aber gänzlich ausgerottet sind, bestehen darin, daß man die blinden Sänger in gefchlossenem Raum oder im Freien nebeneinander hängt und dabei durch Sachverständige feststellen läßt, welcher Vogel in einer bestimmten Frist die meisten Schläge geliefert hat. Das Blenden der Finken wird von dessen Vertheidigern und diese sind im Mittelstande fast so zahlreich wie unter den Arbeitern für das harmloseste Ding von der Welt gehalten. Im Herbst, wenn der Fang mit dem Garn freigegeben ist, sieht man Sonntags häufig den Vater mit dem hoffnungsvollen Söhnchen an der Lzand zum ZLogelmarri zieyen, um elnen frisch gefangenen Buchfinken zu erhandeln. Nach der Rückkehr erfolgt im Kreise der Familie das Brennen" des zukünftigen Sängers. Der Vater macht eine Stricknadel glühend, bringt sie an das eine, dann an das andere Auge des in seiner Hand zitternden Vogels, und in wenigen Minuten ist das Ganze erledigt. Der Fink wandert in sein enges Drahthaus und hockt vorläufig, still in einer Ecke oder flattert wie verrückt einher, tastet aber allmälig wieder nach Nahrung und sindet sie. Auch die vorher zugefchwollenen Augen öffnen sich wieder etwas, wenn sie auch ihren Glanz verloren haben. Im kommenden Winter beginnt der Fink wieder zu studiren," anfangs leise, dann aber immer kräftiger. Es ist, als konzentrire sich sein ganzes Leben nur noch im Gesang, und wenn es dann im Frühjahr zum Wettkampf geht, erwacht in dem blinden Sänger die Sehnsucht nach . der verlorenen Freiheit und Liebe mit einer Gewalt, daß er seine letzten Kräfte einsetzt, die vermeintlichen Nebenbuhler in der Minne zu übertrumpfen. Nicht selten brechen bei solchen Kämpfen Buchfinken vor Aufregung mitten im Schlag todt zusammen. Schnitzel. Allerlei Interessantes aus allerlei Gcbiet Für Jeden etwas. Amerikas Handel mit Porto Rico hat sich seit der Annexion der Insel fünffach vermehrt. . Schottisches Rothwild hat sich andauernd in einzelnen südlichen Theilen von Neuseeland angesiedelt. Ein D-e n k m a l zur Erinnerung an die Gründung des WeltpostVereins soll in der Schweiz errichtet werden. Die japanische Norm a l m L n z e ist der Den. Er bewerthet sich nach unserm Gelde auf etwa 51 Cents. Juden sind im 19. Jahrhundert 224,000 zum Christenthum übergetreten. Die meisten nahmen den römischkatholischen Glauben an. Ackerbaugerathe wurden im Jahre 1903 im Werthe von $32,951,805 aus den Ver. Staaten nach "ruderen Ländern verschilft.

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:? - Allerlei " C T JooMro-McKHw,? DerVerein für verbesserte Frauenkleidung veranstaltete in CLln a. Rh. eine Ausstellung von Reform-Kleidern und Zubehör, die von über 10,000 Personen besucht wurde. Ein neuer Beweis für den Anklang, den die Bestrebungen der Vereine für ReformTrachten in weitesten Kreisen gefunden baben. , Der Verein Frauenwohl in Ham-burg-Altona strebt die Ausweisung des Corsets aus der Sch-ule an. Er hat eine Petitisn an die hamburgische Ober - Schulbehörde gerichtet, in welcher er dieselbe bittet, ein Gesetz zu erlassen, das folgende drei Paragraphen enthalten soll: 1. Sämmtlichen schulpflichtigen Mädchen wird, das Tragen des Corsets untersagt; 2. in dem anthropologischen Unterricht werden die schädlichen Folgen des CorsetTragens mit besonderem Nachdruck behandelt; 3, die Lehrerinnen haben während der Schulstunden ohne Corsei zu erscheinen. Gegen die Aufstellung des letzten Paragraphen wird in der Presse, so lebhaft sie sonst die beiden ersten befürwortet, Protest erhoben, dem auch wir uns anschließen möchten. Er bedeutet sicherlich einen unberechtigten Eingriff in die persönliche Freiheit der Lehrerinnen. In der Revue des Revues" findet sich ein Aufsatz über Mauaupassants Mutter, der das im wesentlichen bereits bekannte Charakterbild der feinsinnigen, gemüth- und liebevollen Dichtermutter um kleine, wenn auch nicht wesentliche Züge bereichert. Anziehend ist aber die Begegnung mit der Duse, Die Schauspielerin besuchte Frau von Maussapant, deren Thür den Durchschnittsbesuchern gänzlich verschlossen war, in Nizza nach dem Tode des großen Sohnes. Und die beiden Frauen, die sich zum erstenmal sahen, trafen sich im Schmerz; bei der Duse äußerte er sich gewaltsam, während er bei der älteren Frau resigniert erschien. 'Frau v. Maupassant bot der Künstlerin als kostbarstes Andenken ein Bild ihres Sohnes; in ihrer natürlichen Grazie näherte es Eleonora Duse denLippen der Mutter und bat: Küssen Sie es, Madame, damit es mir - auch an Sie eine Erinnerung sei." Als sie sich verabschiedet, sagte die alte Dame: Was soll ich Ihnen wünschen? Sie haben den Ruhm und sind ein Genie." Die Duse antwortete mit ihrer ergreifenden Stimme: Den Frieden!" Gegen die Krinoline, die bekanntlich einige Modenärrinnen und fensationslustige Pariser Schneider wieder einführen möchten, hat die Zeitschrift La femme d'aujourd'hui" einen wirksamen Feldzug unternommen. In einem amüsant geschriebenen Artikel macht Jean Robiquet den Drahtkäfig dadurch lächerlich, daß er ihn in zahlreichen historischen Illustrationen vorführt. Zwar stellte er fest, daß diese Tracht dreimal im Laufe der JahrHunderte zum Sieg gelangte, aber daß ihre Herrschaft stets von kurzer Dauer war. Im sechzehnten Jahrhundert verunstalteten die vertugales" und vertugadin" . fast ein Jahrhundert lang den weiblichen Körper, im 18. Jahrhundert trug man 70 Jahre lang die paniers" und um die Mitte des borigen Jahrhunderts vcrhalf die Kaiserin Eugenie und ihr Hofstaat die Krinoline zu einer 15jährigen Herrschaft. Daraus schließt der Verfasser, daß, wenn der Drahtkäfig ' wirklich noch einmal Aufnahme fände, die Mode nicht länger als 14 Tage dauern würde, nach demselben Gesetz, das neueinstudirten alten Theaterstücken auch keine häufigen Wiederholungen geftattet. Uebrigens genügen die Abbildungen, um alle Besorgnisse zu zerstreuen; so lächerlich kleidet sich keine moderne Frau mehr. In München, starb unlängst. 80 Jahie alt, die bekannte Märchendichterin Am6lie Linz, die unter dem Pseudonym Amölie Godin schrieb. Am 22. Mai 1824 als Tochter des Arztes Dr. Speyer in Bamberg geboren, erhielt sie eine sehr sorgfältige Erziehui'g und verkehrte als junges Mädchen irr München in einem preise hervorragender Menschen, die Einfluß auf ihre geistige Entwickelung gewannen. In den Häusern des Grafen Pocci Kobell, Thiersch und Wilhelm v. Kaulbachs fand sie alles vereinigt, was München damals an hervorragenden Männern besaß. 1844 heirathete sie den preuhischen Jngenieurleutnant Franz Linz, 1858 debütirte sie mit ihrem ersten Märchenbuch Märchen von einer Mutter erdacht", der eine reiche Zahl weiterer Märchenbücher und Jugend-schriften-folgten, die zum Theil viele Auflagen erlebten. Auch polnische und slawische Volksmärchen übertrug A. Godin in's Deutsche. Von ihren Novellen ist . die Sammlung Die Madonna mit den Lilien und andere Erzählungen" bei Reclam erschienen. Ihr Roman Eine Katastrophe und ihre Folgen" erlebte 1884 eine zweite Auflage. Von ihren Dichtungen sind am beanntesten Der Magdoorn Die Braut" und Aus großer Zeit". Schelmenstücklein unserer Helden in Reime gebracht, in dem sich der. Humor der Verfasserin auf's liebenswürdigste äusi.ert. - ;