Indiana Tribüne, Volume 27, Number 230, Indianapolis, Marion County, 19 May 1904 — Page 6
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Jüdinn a Tribüne. RS. Mai 190.
Zwei böse Uebel! Au vieles und ,i, schneNe Essen ist häufig die Haupt ursach von Underdsulichkeit Dat Esse unverdaulicher VZahrung und Mangel an Vemegung bewirken Verstopfung. Da best Heilmittel für diese Leiden ist Ar. Iuguft König', Mamvurger Cropen. i Warum nicht (Q tt ß? Ü? (m P t$ n$ sparen beim Einkaufe ihrer Möbel und .... Teppiche sowie. . . . Oo.r'l.aüLcl Oefen und bei WILLIG'S 141 West Washington Str. 142 Nord Pennsylvania Straße Hauptquartier für IZriUen d Operngläser lM zslv m-f lUuu- ly -x Wlits' - Brillen werden ach den besten Methoden der ugen angepaßt. Künstliche Augen werden schmerzlos eingesetzt. Etablirt 1863, nimmt jederzeit Engag, mentS entgegen. Irgendwelche Orchester Musik und irgend eine Anzahl von Musikern wird geliefert. Neue Ausstattung und neue Uniformen, ü. A. Miller, Direktor, Henry Sprengpfeil, Geschäftsführer, 301 Kentucky Avenue. Telephon Alt, roth 3311. Neu 98. Achtung. Empire Wood & Coal Co. empfiehlt Holz für Bäcker, 2 Fuß lang, gespalten, 'beste Qualität, KZ die Ladung ; sowie Sägemühlen Holz, Buchen und Ahorn, 14 Zoll lang, gespalten oder ungespalten, $2 die Ladung. Fabrik-Holz, $2 die Ladung. WMMott 553 Lineoln Str. relephon : Reu. 9291. Neu. 4780. lt. Main H6a. Alt, Main 3208.
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Europäische Nachrichten
Mheinpfakz. S p e y e r. In der Wirthschaft zum Lamm" kehrten die Tagner Karl Tremmel und Otto Sternberger, beide 23 Jahre alt und aus Berghausen mit ihren Mädchen ein. .In derselben Wirthschaft saßen auch zwei Oesterreicher, die Gebrüder Huitl. Plötzlich, noch ehe irgend einer der Gäste etwas von einem Zwist gemerkt hatte, stürz ten sich die beiden Oesterreicher mit Messern über die beiden anderen her und noch ehe Jemand abwehren oder helfen konnte, sank Tremmel tödtlich getroffen zu Boden, während Sternberger schwere Verletzungen erlitt. In kurzer Zeit wurden die beiden Messerstecher festgenommen. Heuchelheim bei Frankenthal. Der 46 Jahre alte ledige Ackerer Jakob Schnabel unterhielt seit längerer Zeit gegen den Willen seiner Eltern mit dem früher bei diesen, seit einiger Zeit jedoch in Frankenthal bedienstet gewesenen, 19 Jahre alten Dienstmädchen Karoline Schmitt aus Alsenborn ein Liebesverhältniß. Letztens erbat sich die Schmitt von ihrer Dienstherrschaft Urlaub, um hier einen Besuch abzustatten. Was sich dabei zwischen ihr und Schnabel abgespielt hat, ist nicht bekannt geworden. Als man das Zimmer Schnabels betrat, fand man das Paar todt vor. Schnabel hat zuerst das Mädchen, dann sich selbst erschössen. Ludwigshafen. Gräßlich verunglückt ist am Hafen in der Nähe der Mannheimer Laa-rhaus - Gesellschaft der verheirathete, 1873 geborene Tagner Konrad Sarenbach von Rheingönheim. Beim Ranglren eures Wagens kam Sarenbach so unglücklich zwischen zwei Puffer, daß er förmlich zerdrückt wurde und der Tod auf der Stelle emtrat. N e u st a d t a. H. Unser langiähriger Bürgermeister und LanZ)tagsabgeordneter Hofrath Friedrich Exter hat sein Amt als Bürgermeister plötzlich niedergelegt. Ueber . die Gründe verlautet bis jetzt nichts Bestimmtes. Zwerb rucken. In der Nähe von Einöd wurde die Leiche eines Mannes aufgefunden, der sich erschossen hatte. Es wurde festgestellt, daß es sich um den 1859 m St. Jnabert geborenen Cigarrenreisenden Adam Brausen .handelt, der für eine Herxyeimer Firma reisend, hier seinen Wohnsitz hatte. Brausen soll Spuren von Trübsinn oder geistiger Störung gezeigt haben. lLrscrß-Lothringen. Straßburg. Prof. Dr. Groeber von der Straßburger Universität, Direktor deS Seminars für romanische Sprachkunde, ist zum correspondirenden Mitglied der phüosophlsch-histon-schen Klasse der kgl. Gesellschaft der Wissenschaften in Göttingen ernannt worden. Finstingen. Dr. Köster ist zum Kreisarzt in Saarburg ernannt worden mit der Weisung, seinen Wobnsitz in Saarburg zu nehmen. Marspich. In unserer kleinen Ortschaft sind in den letzten Monaten mehrere Typhusfälle, theilweise mit tödtlichem Ausgange, vorgekommen. So fiel der heimtückischen Krankheit ein junges Mädchen Namens M. Mathieu zumOpfer, welches sich demnächst verheirathen sollte. - M u l h a u s e n. Hier starb der hervorragende elsässische Industrielle Paul Heilmann im Alter von 73 Iah?en. Heilmann war Chef der Maschinenwerk statte Ducommun und der Fabrik Heilmann, Köchlin, Schmidt Rodt. In unserem Dorfe ist dessen ältester Bewohner, der Ackerer Pic, im Alter von 102 Jahren gestorben. In seinem langen Leben ist der Verstorvene nie krank gewesen. In Lothringen und gerade auf dem Lande gehören Leute, die 88 und mehr Jahre überschritten haben, keineswegs zu den Seltenheiten. Meckcen0rg. Schwerin. Der Maurerpolier Eugen Kleinert verkaufte seinBleicherstraße No. 5 belegenes Grundstück an den Schlachtermeister Adalbert Rypczinsll. Bauerkuh l. Der Inspektor Hafemeister Hierselbst ist mit der Wahrnahme der Geschäfte eines OrtsVorstehers in dieser Gemeinde beiaf tragt worden. Hamberge. Das Büdner Joachim Nevermann'fche Ehepaar feierte seine goldene Hochzeit. Das kinderlose lLyepaar erfreut stet) einer guten Gesundheit und ist noch sehr rüstig, obgleich derMann schon 83 und die Frau 81 Jahre alt ist. - Lübtheen. . Ein Unglücksfall mit tödtlichem Ausgange fetzte die Familie des Erbpälbters Johann Beuch in Belsch in tiefe Trauer. Der 18jährige Sohn, Adolf Beuch, war bei dem Rittergutsbesitzer v. Lücken auf Zahrenstorf bei Brahlstorf als Diener in Stellung. Hier war er damit beschäftigt, das Jagdgewehr seines Herrn zu reiniaen. Er acktete nicht daraus, bah mt Äiasse e?nen Ecyrotjqutz enthielt. Plötzlich entlud sich das Gewehr und die Ladung drang dem jungen Manne in den Kopf. Neubrandenburg. Hier sprang die Frau des Arbeiters Rad loff von der Vierrader Brücke in die Tollenfe. Ihre Leiche wurde späte, vor dem Schutzgitter der Mühle aufgefunden. Ueber das Motiv der That ist nichts bekannt.
Neu - K aliß. Das Gespann deS Frohnereibesitzers Rustmann wurde
von dem von Malliß kommenden Zuge beim Uebergang an der Papierfabrik erfaßt, der Wagen theilweise zertrümmert und Rustmann getödtet. ; Die Pferde gingen durch. R o st o ck. In dem Hause Bei der Marienkirche 25 fand ein Schutzmann, der sich dort aus der Wohnung des Anlagenpächters Karl' Mevius die Schlüssel zu dem sogenannten Schreiberei - Gebäude holen wollte, Mevius und dessen Ehefrau bewußtlos in dem Wohnzimmer vor. Es lag ein Unglücksfall durch Einathmung von Kohlenoxydgas, das dem geheizten Ofen entwichen war, vor. Die Ehefrau war bereits todt, während an dem Manne noch Lebenszeichen wahrgenommen wurden. Man brachte Mevms m das Universitäts - Krankenhaus. Hrdenöurg. Oldenburg. Der Anbau Johann Heinrich Ohlhoff in Petersfehn verkaufte seine" Stelle zur Größe von ungefähr 12 Jück mit Antritt zum 1. Mai an denHaussohn Bernhard Heinrich Schwegmann in Neuenlande. Der Kaufpreis betragt 6000 Mark. Jade. Schmiedemeister H. v. Häfen hat sein Geschäft aufgegeben; eS werden sich dafür wieder zwei etabliren, so daß im hiesigen Orte drei Schmiedemeister in unmittelbarerNähe beisammen wohnen. W e st e r st e d e. Der HauLsohn Johann Eilers aus Westerloh hatte das Unglück, auf der Chaussee Western stede - Burgforde mit einem anderen Gespann zusammen zu fahren, daß er sich, da er neben dem Wagen ging, die rechte Schulter erheblich verletzte. Löwenjagden in Afrika. 1 Ueber Löwenjagden in Mohorro wird der Deutsch - Ostafrikanischen Zeitung von dort geschrieben: Ungefähr'zwei Kilometer von Mohorro entfernt waren Löwen bemerkt worden, deren Spuren in ein kleines Dickicht führten. Rund um das Dickicht hatten die schwarzen alles Gras medergetre ten und das Gebüsch dicht umstellt. Die Eingeborenen,- gegen 100 Mann, waren mit Vorderladern oder mit Speeren bewaffnet. Wir, der Bezirksamtmann, der Polizeifeldwebel, der Gemeindesecretär und der Brief schreibe?, vertheilten uns und kletterten auf einige in der Nähe stehende Bäume. Nun trat ein Mfchenzi vor, welcher Dawa (Zauberei) machte, d. h. er warf Erde und allerlei anderen Kram in das Gebüsch, murmelte allerlei unverständ liche Worte und dergleichen Unsinn mehr. Die Mschenzis glauben an die sen Blödsinn und denken, der Löwe ist auf diese Weise gebannt und greife kei nen von den Ihrigen an. Die Löwen antworteten zuerst nur mit Brummen und Knurren, bis ihnen die Sachezu ungemüthlich wurde und sie plötzlich aus dem Dickicht hervorbrachen. Der Herr B:zirksamtmann,'de'' bereits von seinem Baum hcruntergeklettert war, erlegte den ersten Löwen, ein starkes männliches Thier. Dann brach ein anderer Löwe auf meiner Seite durch, auf den die Schwarzen aus ihren Vorderladern ein wahres Schnellfeuer richteten. Leider konnte ich nicht zu Schuß kommen, da in dem Augenblick, als der Löwe durchbrach. er sich mitten zwischen den Schwarzen befand, und ich in diesem Falle leicht einen Menschen hätte treffen können. Ich kletterte nun von meinem Baum herunter und nahm an der Verfolgung des Löwen theil. Doch die Bestie war nur 500 Meter weit gelaufen und dann von dem starken Blutverlust erschöpft liegen geblieben, worauf sie den Fangschuft erhielt. Auch dieses war ein männlicher Löwe. Ein! weiblicher wurde auch noch von den Schwarzen erlegt. Drei Löwen entkamen, darunter ein alter Herr mit einer mächtigen Mähne, wahrscheinlich das FamilienOberhaupt. Es waren also im Gänzen sechs Löwen im Dickicht gewesen, von denen drei zur Strecke gebracht wur den. ßiet im Bezirk aibt es sebr viele Löwen: erst vor einiaen Taaen würd von den Mschenzis ein altes weibliches Thier erlegt, das bereits drei Leute zerrissen hatte." - - Die5?isbervonOÜ- Dievenow an der Ostsee sind dieser Tage von arqem Mikae schick betroffen worden. Sie waren ausgefahren, um stornetze einzuziehen, und wurden auf See von einem Sturm überrascht. Schon bei dem ersten Windston zerrissen die Segel. Einem Theil der Fischerfahrzeuae aelana es. den Dieve nower Strand zu erreichen, doch kamen fast sämmtliche Boote schwer beschädigt an, von anderen fehlt jede Nachricht. Eine furchtbare Fahrt muß auch der Fischer Magnitz gemacht haben. Er war ebenfalls mit seinem Kutter aus gefahren; der Sturm zerriß aber die Segel, legte den Mast um, und die Wellen brachen das Steuer. So bildete das kleine Fahrzeug, in dem sich außer dem Fischer noch drei Gehllfen befanden, einen Spielball der Wellen. Drei Tage und drei Nächte brachten, die Unglücklichen auf hoher See zu, meilenweit fortgetrieben, ohne jegliche Nahrung, jeden Augenblick den Tod vor Augen. Schließlich wurden sie durch die Strömung nach Stolpmünde getrieben und fanden dort Unterkunft.
Deutsches Rademefen.
Kulturbild von der Zeit der alten Germanen bis zur Gegenwart. DaS Bad der Juden, Grieche und Römer Schwimmfertig Germanen Die Kreuz-. ge ..eelenbäder" und Badefahrten." Niedergang und Neubelebnng. 'Aus der Bibel wissen wir, daß die Juden zu gewissen Zeiten zum Baden verpflichtet waren, ebenso ist allgemein bekannt, welch' großes Gewicht Griechen und Römer auf die Körperpflege legten. Von den Germanen berichtet Cäfar, daß sie sehr eifrig Fluß- und Seebäder nahmen, und zwar rühmt er die Schwimmfertigkeit beider, Geschlechter. Der' erste römische Schriftsteller, der warme Abwaschungen der Deutschen erwähnt, ist Tacitus, nach dessen Germania" der Deutsche täglich nach dem Aufstehen badete und zwar nicht nur in freien Gewässern, sondern auch bisweilen mit warmem Wasser. Mit der Christianisirung kamen die Bäder bei den Germanen etwas in Abnähme, denn die Kirche war dieser Sitte nicht allzu freundlich gesinnt und verhielt sich besonders gegen warme Bäder ziemlich ablehnend. Durch das Beispiel Karls des Großen, der die Thermen in Aachen mit Vorliebe mit seinem Gefolge besuchte, nahm das Bad in Laienkreisen einen neuen Aufschwung, besonders aber geschah dies durch die Berührung mit dem Morgenlande durch die Kreuzzllge. Die Ritter kultivirten diesen Brauch sehr und hatten eine besondere Vorliebe für Dampfbäder, die bei den damals sehr häufigen Hautkrankheiten für heilsam galten. Damals entstand auch die Sitte, Gästen ein Bad zu bereiten. Die hochentwickelte mittelalterliche Mildthätigkeit sorgte ferner dafür, daß auch Unbemittelte sich den Genuß eines Bades verschaffen konnten. Man stiftete zu diesem Zwecke sogenannte Seelenbäder," d. h. man spendete Geld mit der Bestimmung, daß dafür zu bestimmten Zeiten den Armen unentgeltlich Bäder verabreicht würden. Der Name kam daher, daß die Badenden der Seelen der Stifter gedenken und dafür beten sollten. Man suchte übrigens die Vadestuben keineswegs ausschließlich aus Reinlichkeitsbedürfniß auf, sondern auch aus dem Grunde, um sich dort zu unterhalten. Ein weiterer Grund, die Badestube zu besuchen, war der, die Hilfe der Bader in kleinen chirurgischen Dienstleistungen zu beanspruchen. Man ließ sich von ihnen rasiren, scheeren, schröpfen und zur Ader. Was die Art der Väder anlangt, so unterschied man Wan-nen-und Schwitzbäder, und bei letzteren Heißluft- und Dampfbäder. Der nöthige Dampf wurde erzeugt, indem man Wasser auf heiße Steine goß. Außerdem besaßen auch viele PrivatHäuser Badestuben, die oft mit großer Pracht ausgestattet waren. Neben den Bädern, die man am Wohnort nahm, kamen besonders seit dem ausgehenden 14. Jahrhundert auch Badereisen, sogenannte Badefahrten, in Aufnahme, indem man Orte besuchte, die durch Heilquellen oder aus anderen Gründen ausgezeichnet waren. Seit dem 16. Jahrhundert gehörte es zum guten Ton, daß die Damen der Gesellschaft Badeorte aufsuchten. Hier sei erwähnt daß auffallender Weise Seebäder damals nicht existirten. Das erste in Deutschland ist Doberan in Mecklenburg, das erst 1793 eröffnet wurde. Das in alle Schichten der Gesellschaft eingedrungene Bedürfniß nach häufigen Bädern hatte eine solche Ausdehnung erlangt, daß zuerst die Aerzte dagegen Front machten. Die täglichen Bäder und der lange Ausenthalt in den überheizten Räumen mußten auf die Dauer der Gesundheit schädlich sein. Auch kam die Gefahr und die Furcht vor ansteckenden Krankheiten hinzu, sowie ein wichtiges wirthschaftliches Moment: die Abholzung der früher m Deutschland für unerschöpflich gehaltenen Waldungen hatte eine enorme Preissteigerung des Holzes im Gefolge, so daß die Badebesitzer nicht mehr im Stande waren, zu den früheren Preisen ihr Geschäft fortzuführen. Die meisten damaligen Badestuben gingen aus Mangel an Besuchern ein. Was aber seit mehreren Jahrhunderten schlummerte, beginnt in unserer Zeit sich neu zu beleben. Der Wohlstand in Deutschland ist gestiegen, und auch der arme Mann ist in der Lage, die wenigen Pfennige für Reinlichkeit und Pflege seines Körpers aufzuwenden. So fehen wir überall in.der alten Heimath neue Volksbäder entstehen, die sich würdig den sonstigen Wohlfahrtseinrichtungen und sozialen Gründungen anreihen, welche durch die Fürsorge der Obrigkeit und durch bürgerlichen Gemeinsinn im verflossenen Jahrhundert in so großer Zahl in Deutschland in's Leben gerufen wurden. DasNeueste und Nob e l st e. Das Stadtblatt" in Jauer, Schlesien, enthielt letzthin im Annon centheile folgendes verlockende Eingesandt: Das Neueste und Nobelste, was man bei Begräbnissen haben kann, ist unstreitig der Leichenwagen der Tischlerinnung; derselbe wird nach drei Klassen verliehen: erste Klasse ein Engel, zweite Klasse ein Kreuz mit Christuskörper.dntte Klasse ein Kreuz, und sei somit dieser Leichenwagen dem cftl'itn Publikum bestens emvwblen."
Der Trompttcr drr Hummeln. Berdunstnngsfeuchtigkeit des HonigS und lebende Ventilatoren. Eine merkwürdige Erscheinung ist der Trompeter" der Hummeln, ein großes Hilfsweibchen, das sich frühe am Morgen zwischen 4 und 4 Uhr auf das Dach des Nestes begibt und dort unter lebhaftem Flügelschlagen ein 30 bis 60 Minuten lang dauerndes Konzert anstimmt. Wird der Trompeter von einem Beobachter entfernt, so tritt alsbald eine andere große Hummel an seine Stelle. Man hat bei diesen Vorkommnissen zumeist an einen Wecker gedacht. Zu eine? anderen Deutung kommt man indeß, wenn man die Bienen beobachtet. Wenn es sich bei den Bienen - darum handelt, den Stock zu ventiliren, so stehen einzelne oder viele Bienen hinter einander am Fluglochs und schlagen rastlos mit den Flügeln, wobei ein summender Ton erzeugt wird: Bei dieser Thätigkeit wirft eine der anderen die Luft zu. so daß ein starkes Volk innerhalb weniger Stunden drei Pfund Feuchtigkeit und mehr zum Flugloch hinausfächelt. Der Zweck dieser Ventilation kann in einer Kondensirung des Nektars, in der Verminderung starker Hitze oder endlich in der Vertreibung schlechter Gerüche bestehen. Sicherlich herrscht nun in einem unterirdischen Hummelbau nach Beendigung der Nachtruhe am frühen Morgen keine gute Luft, um so wemger, als die Insassen ihre Faeces innerhalb des Nestes abzugeben pflegen. Dazu kommt, daß die Erdfeuchtigkeit sich über Nacht leicht steigern kann, oder daß die Verdunstungsfeuchtigkeit des sehr flüssigen Hummelhonigs einen Niederschlag verursacht. Alles das sind Momente," die auf die Nothwendigkeit einer Ventilation hinweisen. Es ist daher höchst wahrscheinlich, daß der Trompeter nichts anderes ist als ein Ventilator. Mit dieser Deutung stimmt es überein, daß nur starke und unterirdisch bauende Völker einen Trompeter besitzen, daß der letztere in der Nähe der Ventilationslöcher, deren das Nestloch stets eine Reihe besitzt, stationirt ist und daß er bis zur Erschöpfung in seiner Thätigkeit verharrt. " ,Der Geruch sinn der Hunde. Beim Hunde ist die Nase der Grundsinn, dessen Fehlen ihn völlig unbrauchbar macht. Die Blindheit eines Hundes, die übrigens wohl ebenso häufig vorkommt wie die der Pferde, kann man nicht sofort wahrnehmen. Ein riechunfähiger Hund ist jedoch mit Ausnahme des Windhundes, der mit den Augen, nicht mit der Nase jagt fast ebenso schlimm daran, wie ein blinder Mensch. Das geht deutlich aus den Untersuchungen hervor, die Viffi und nach, ihm Schliff anstellten. Sie zerschnitten saugenden Hunden den Riechnerven und den Riechkolben. Nachdem dies geschehen war, krochen die Hündchen scheinbar gesund im La-
ger umher; aber sie konnten die Zitzen der Mutter mcht mehr finden, und es blieb nichts anderes übrig, als sie mittelst emer Spritze zu ernähren. Sie machten Saugversuche an einem erwärmten Schasspelze und merkten die Nähe der Mutter gewöhnlich erst durch Berührung. Als sie zu laufen begannen, verirrten sie sich und fanden das Lager nicht wieder. Fleisch und Brot in der Milch ließen sie liegen, zogen später das Fleisch dem Brote nicht vor, nahmen das Futter nur durch das Gesicht wahr und ließen sich deshalb leicht und in der allersonderbarsten Weise täuschen. Feuchtigkeit und Wärme eines Gegenstandes leitete sie dabei oft gänzlich fehl. Sie ließen trockenes Fleisch liegen, leckten aber den eigenen Harn und den eigenen Koih auf. Schweflige Säure und andere starke Gerüche beachteten sie gar nicht; Ammoniak und Aether bewirkten nach längerer Zeit Niesen, aber erst viel später als bei andern Hunden. Als sie größer wurden, zeigten sie nicht die geringste Anhänglichkeit an den Menschen. U m das Wahlrecht. Der 59jährige Maurer Friedrich Jänsch in Berlin, ein Junggeselle, war seit Ende November v. I. krank .und arbeitslos und .lebte von einigen Spargroschen, die er früher zurückgelegt hatte. Einer Krankenkasse gehörte er nicht an. Seine Wirthin rieth ihm wiederholt, .sich, an den Armenvorsteher zu wenden, damit er Unterstützung erhalte oder, in ein Krankenhaus komme. Aber der Kranke lehnte jede Unterstützung ab, um sein Wahlrecht nicht zu verlieren. Vor Kurzem waren die Ersparnisse aufgezehrt. Für die letzten fünf Pfennig kaufte sich Jänsch noch Zwieback. Nachdem er diesen gegessen hatte, befestigte er mit einem Nagel eine Schlinge an der Wand, fetzte sich auf seinen Koffer mit den geringen Habseligkeiten und erhängte sich in dieser Stellung. Als seine Wirthin Abends nach Hause kam, war er todt. Haare als A m u l e t. Als beim Ausbruche des russisch-japani-schen Krieaes ein Soldat in Tokio seiner Mutter Lebewohl sagte, schnitt sich die alte Frau ihr ganzes Haar mit einem Schwerte ab und übergab es ihrem Sohne sammt Haarkamm und Haarpfeil. Geh, mein tapferer Sohn," sagte sie, zieh in den Krieg und nimm dies mit Dir. Sei tapfer gegen den Feind und vergiß, daß Du eine Mutter hast!" . ;
Inland. I m Schlamme erstickt. H. S. Ringi von Chicago unternahm in Begleitung seiner Braut, Frl. Florence Bornholdt, und einer anderen jungen Dame, Frl. Elizabeth Canedy, eine Automobilfahrt, wobei er, um einem aus entgegengefetzter Richtung kommenden Farmwagen auszuweichen, eine scharfe Wendung machen mußte. Hierbei stürzte das Automobil in einen mit Wasser und Schlamm gefüllten Graben. Frl. Bornholdt wurde gegen die andere Seite des Grabens geschleudert und blieb bewußtlos liegen. Frl. Canedy, stürzte in das Wasser und entkam unversehrt. Sie eilte sogleich ihrer Freundin zu Hilfe und brachte sie schnell wieder zum Bewußtsein, worauf Beide sich nach Ringi umsahen, der unter der schweren Last des umgestürzten Automobils im Graben lag und verzweifelte Anstrengungen machte, sich zu befreien. Die beiden Mädchen boten ihre schwachen Kräfte auf, um das Automobil in die Höhe zu heben, doch vergebens waren ihre Bemühungen. Ringi wurde immer tiefer in den Graben niedergedrückt, bis sein Kopf im Schlamme versank. . Der Farmer hatte sich, obwohl er Augenzeuge des Unfalls war, um die Verunglückten nicht weiter bekümmert und war davongefahren. Die beiden Mädchen mußten beinahe eine Meile zu Fuß nach dem nächsten Orte eilen, um Beistand zu holen, jedoch konnte Ringi nur mehr als Leiche aus dem Graben gezogen werden. Ueberraschende Zeugenaussage. Als sich im Gerichtssaale, des Richters Clifford in Chicago der Rechtsanwalt Watson vor dem Richtertifch in einem Lehnstuhl niederließ, um als Vertheidiger von Charles Crosby der Dinge zu warten, die da kommen sollten, rief der die Anklage vertretende Hilfsstaatsanwalt Lindley als Belastungszeugen Hermann Nagel auf den Zeugenstand. War es doch Nagel selbst gewesen, den der der Körperverletzung angeklagte Crosby bei Gelegenheit eines Streites ganz jämmerlich verhauen haben sollte. Als ihn nun Lindley ersuchte, unter den Anwesenden mit dem Finger diejenige Person zu bezeichnen, die ihn durchgehauen tsabe, zeigte Nagel , auf Watson. Der Zeuge ward schleunigst vom Stande heruntergerufen, und , das Strafverfahren fand einen für Crosby günstigen, überraschend schnel- , len Abschluß. Indianer als WhiskySchmuggler. Bei den ChickasawIndianern im Jndianer-Territorium ist ein gänzlich neues System des Whisky-Schmuggels entdeckt worden. Indianische Hausirer fuhren in einem alten Wagen, der von klapprigen Ponies gezogen wurde, und kauften anscheinend Eier und Geflügel. Aber insgeheim verkauften sie an Farmer und Indianer ' kleine Flaschen mit Whisky zum Preise von $1 pro Pint. Beamte entdeckten, daß beide Wagenachsen aus Eisen und sehr groß waren. Eine weitere Untersuchung ergab, daß diese Achsen bobl waren und ie' etwa
vier Gallonen Rauminhalt hatten. Die Hausirer pflegten eine Daube herauszuziehen, eine kleine Pumpe anzusetzen und den Schnaps aus diesen Achsen herauszupumpen. S e l b st v e r r a t h aus Rache.. H. Spencer und James Chase von Hume, Mo., geriethen miteinander in einen Streit, der schließ-, lich in Thätlichkeiten ausartete. Chase', welcher hierbei eine gute Tracht Prügel erhielt, eilte zur Polizei und machte aus Rache so schwerwiegende Angaben, daß Beide verhaftet wurden. Er gab an, daß sie gemeinschaftlich die Bank in Fulton, Kas., beraubt hatten und daß Spencer die Absicht habe, die Stotesburg-Bank auszuplündern. Bei der Verhaftung wurden Nitroglycerin, sowie Revolver und Einbrecher-Werk-zeuge in ihrem Besitz gefunden. Kurze Freude. Nachdem die 26jährige Frau Jackson in Appleton, Wis.,wei Wochen ihr Haus nicht verlassen hatte, weil sie fürchtete, ihr geschiedener Gatte könne ihr ein Leid zufügen, erhielt sie jüngsthin die Nachricht, daß er einem Herzschlage erlegen sei. Singend und pfeisend eilte sie in den Hof hinab, wobei ihr Kleid an einem brennenden Haufen Gestrüpp Feuer fing, und ehe ihr Hilfe zu Theil wurde, hatte sie tödtliche Brandwunden davon getragen. Ihr zehnjähriger Bruder, der ihr helfen wollte, wurde schwer verletzt. Mann in Frauenkleid e r n. Die in der Gegend von St. Joseph, Mich., bekannte Peg Leg Ann" ha! sich nach ihrem kürzlich erfolgten Tode als Mann entpuppt, nachdem sie seit mehr als 60 Jahren als Frauensperson galt und Frauenkleider getragen hatte. Sie kam in jene Gegend mit einer Bande PottawatomieIndianer und betrieb längere Jahre eine kleine Sägemühle und Schmiede. Die letzten Jahre lebte sie einsam im Walde. Ihren wahren Namen kannte Niemand. Im Weinkeller. Die Fasser müssen mit großer Sorgfalt spundvoll gehalten werden, da sich sonst leicht Essigpflänzchen und andere schädliche Pilze auf dem Wein bilden. Man lüfte von Zeit zu Zeit, aber nicht zu lange. Beim Säen der Stiefm ü t t e r ch e n sehe man auf fehr gutes und -regelmäßiges Feuchthalten der Erde; bei Sonnenschein ist auch noch die Aussaat in beschatten.
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