Indiana Tribüne, Volume 27, Number 229, Indianapolis, Marion County, 18 May 1904 — Page 4

4

Jttdtana Tribüne, 18. fSftai 190H.

Jndiana Tribüne. Herausgegeben von der utenbe Indianapolis, Ind. Harry O. Thudinm ... Präsident. Geschäftslocalt No. 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269.

i ntered at the Post Office of Indianapolis as second dass matter. Die mandschurische Frage. . Aus der Veröffentlichung der diplomatischen Correspondenz zwischen Tokio und St. Petersburg, die uns die letzte Post aus.'Japan gebracht hat, wird die wahre Ursache des gegenwärtigen Krieges in das hellste Licht gestellt. ES war wirklich so wie Graf Lamsdorff am 13. November dem japanischen Ge sandten Kurino erklärte, einzig und allein die mandschurische Frage, die als unüberbrückbare Kluft zwischen beiden verhandelnden Parteien lag und jede ernstliche Annäherung verhinderte. Seit den Boxerunruhen im Jahre 1900 wußten die Eingeweihten, daß mit der Vollendung d?r Eisenbahn die Situation so verändert sein würde, daß Rußland alle seine Versprechungen, die Mandschurei zu evakuieren, freiwillig niemals erfüllen würde. Daran konnte auch das Zustandekommen des japa nisch-englischen Bündnisses im Jahre 1902 nichts mehr ändern, weil damals die Vollendung'.der Eisenbahn schon in zu naher Sicht war. Wenn bei Feststellung des Friedensprotokolls im September 1901 schon die von dem damaliaen englischen Gesandten , in China, Sir Claude Macdonald, ' angeregte Idee, in Mulden und einigen anderen Plätzen der Mandschurei neue '35 tragshäfen zu eröffnen, durchgedrungen wäre, so hätten die Japaner die maß' vollen Bedingungen, die sie an das Anerkenntniß der russischen Position in der Mandschurei knüpften, wohl durch diplomatische Verhandlungen erreichen können. Da aber in dem entscheidenden Augenblicke, im Oktober 1900, die englische Regierung dem klugen und später von den Vereinigten Staaten und Japan wieder aufgenommenen Gedanken des englischen Gesandten sei nen Nachdruck verlieh, so wurde der geeignetste Moment! zur Sicherung der politischen und kommerziellen Intereffen der damals gegen China verfilm beten Mächte verpaßt. Es wird noch immer als ein strenges Geheimniß gehütet, ist aber dennoch den Eingeweihten wohl bekannt, daß es Marquis Salisbury war, der darauf drang, daß die Bestimmungen des deutsch englischen Abkommens, dem später die anderen Mächte beitraten, zur Erhaltung der Integrität Chinas nicht für das ganze weite Gebiet nördlich des 38. Breitengrades Anwendung finden sollten. Zu dieser Einschränkung, die allen Mächten, also auchjRußland, in der ganzen Mandschurei! freie Hand ließ, hat sich zwar die englische Regierung öffentlich nicht bekannt; aber wer die Zurückhaltung der englischen Politik in Bezug auf die Mandschurei beobachtete und mit der Thätigkeit deS Auftretens der Amerikaner, besonders, im April 1901 und Oktober 1903, verglich, mußte doch stutzig werden. Offiziell ist .wohl der japanischen Regierung von der dem Marquis Salisbury ursprünglich beliebten JnterpreNation des Vertrages zum Schutze der Integrität Chinas nur bis zum 38. Breitengrade keine Mittheilung gemacht worden. Sonst hätte der japanische Minister des.Aeußern, Baron Kato, im April 1901 dem Parlament nicht seine sensationelle Eröffnung machen können. Aber in Rußland wußte man. seitdem und konnte man sich später wiederholt überzeugen, daß die englische Regierung für die Durchkreuzung der russischen Absichten auf eine allmähliche Annexion der Mandschurei keine großen Opfer bringen oder gar einen Krieg wagen , werde. Soviel stand also für den Grafen Lamsdorff. als er in die von der japaNischen Regierung im Juli vorigen Jahres angeregten Verhandlungen ein trat, von vornherein' fest, daß. wenn es wegen der mandschurischen Frage zu keiner Einigung kommen könne, doch zunächst nurein Krieg zwischen Rußland und Japan, ohne Theilnahme des verbündeten England, zu gewärtigen sei. Die von einigen Bewunderern des Herrn Delcasse in der französischen Presse verfochten? Idee, daß nur die ge schickte Ablenkung durch die wegen ihrer

Neuheit um so reizvollere Liaison mit La belle France" den britischen Löwen vor weiteren Schritten als einem kurzen Gebrüll abgehalten habe, macht offenbar an der Newa, wo man die Sachläge genau kennt, keinen Eindruck. Ebenso wenig trifft die in Rußland

verbreitete Auffassung zu, daß Graf L amsdorff an sich wohl zu Konzessionen in Bezug auf die Mandschurei geneigt gewesen sei, daß aber der Unwille in den russischen Marinekreisen und besonders der Einfluß des Admirals Großfürsten Alexis Alexandrowitsch ihm eine ablehnende Politik aufgezwungen habe. Im Ziele waren Graf Lamsdorff und die Marinekreise, zu denen auch der Statthalter Alexieff !zu zählen ist, vollkommen mit einander ei nig. Nur über die Taktik des Hinhal tens der Verhandlungen über den Zeit Punkt, wann die Verhandlungen abge brochen werden sollten, um die gewählte Politik mit anderen Mitteln fortzu setzen, kam es zu MißHelligkeiten. Graf Lamsdorff hätte den höchsten Beifall der Marinepartei gewonnen, wenn es ihm gelungen wäre, bis Ende Juni die Japaner mit dem Austausch von Noten hinzuhalten. Aber man unterschätzte die politische Klugheit und Entschluß, kraft der Japaner und war wirklich überrascht und empört, als die Herren in Tokio das Prävenire spielten. Daß es ohne Krieg mit Japan zu einer dauernden Festsetzung der Russen in der Mandschurei kommen werde, glaubte auch in Rußland kein Urtheils fähiger Politiker mehr. Das wäre nur möglich gewesen, wenn die russische Re gierung in St. Petersburg alle seit 1895 in Korea errungenen Vortheile den Japanern als Beschwichtigungs Mittel überlasse hätte. Das hätte aber nicht nur die erfolgreichen Vorkämpfer des russischen Einflusszs in Ostasien, verstimmt, sondern wäre auch, wie seit dreißig Jahren die Volksstimmung in Rußland ist, ganz unrussisch gewesen. Graf Lamsdorff hat sich diesen Ausweg selbst verbaut, als er den Ukas zuließ, der am 13. August den Admiral Alexieff zum Statthalter von Rusfich Ostasien bestellte. Damit ist die Mand schurische Frage zu einer Lebensfrage des russischen Reiches geworden, die für Jahrzehnte seine Politik ebenso unausgesetzt beeinflussen wird wie es von 1878 bis 1886 die kleinere bulgarische Frage gethan hat: General Osterhaus erzählte in einem Interview einem Vertreter der Westlichen Post" den folgenden Vorfall: Wir saßen im Weißen Hause in anregender Unterhaltung beisammen, an der sich auch Frau Roosevelt lebhaft betheiligte. Im Laufe des Gesprächs wurde die bevorstehende Präsidentenwahl berührt, und ich machte die Bemerkung, daß man in Deutschland die Wiederwahl Roosevelt's für etwas ganz Selbstverständliches halte. Der Präsident lächelte und sagte dann kurz und scharf im Beisein hoher Staatsbeamter und Mitglieder der Bundesgesetzgebung: General, the Germans are mine." Aus welche Weife er Besitz, rechte erlangte, ließ Herr Roosevelt unerörtert. Ein Buch über Jndiana's Industrien. Die Jndiana Jndustrial Publishing Co., welche mit einem voll einbezahlten Actien Capital von $4500 incorporirt ist. wird demnächst' ein Buch , über Geschichte der, HülfSquellen und der commerciellen Entwicklung des Staates Jndiana" herausgeben. Das Buch soll auf der Welt-Ausstellung zur Wertheilung gelangen. Gegen künftige Flnthgefahr. Heute früh ging ein Corps von Landvermessern an die Arbeit, um unter Leitung deS städtischen Ingmiurs Jeup Vermessungen zwecks Ab leitung der Gewässer von Fall Creek in den White River hinter Broad Ripple vorzunehmen. Ein Theil der Vermesse? wird am Creek nahe Malott Park beginnen und von dort westlich nach dem White River arbeiten, während die anderen Ver messer am White River beginnen und nach dem Creek zu arbeiten. Der Canal soll, wenn man seine Anlegung für zweckmäßig hält, dazu dienen, durch Ableitung vom Fall Creek, wenn Hochfluth droht, einer Ueberschwemmung vorzubeugen. John Wever's Wirthschaft. No. 764 West North Str.

Kleine Stadtnachrichten.

H u 1 1 findet hier eine Convention der Haymaker" Logen statt. I m FreimaurerTempel tagt hier zur Zeit die Railmay Master Boiler makers' Ass'n." Das Directorium der Propyläum Association" hat sich wie folgt organifirt: Präsidentin, Frau May Wright Sewall; Vice.Prösiden tinnen, Frau Edward E. HedgeS und Frau Morris Roß; Secretärin, Frau Elisabeth Barbour; Schatzmeisterin, Frau Henry C. Pierce. Die I n d p l s. Hotel und Re staurant Besitzer-Vereinigung" hat im English Hotel ihre Jahresversammtung abgehalten, in welcher folgende Beam ten erwählt wurden: Präsident, H. E. Ohmer, Grand Hotel; VicePräsident, I. Edward Krause, Morton Hotel; Schatzmeister, George Fulwell, Denison Hotel; Secretär. W. W. Lowry. Prof. C. E. Emmerich, der Vorsteher der Handfertigkeits - Hoch schule, hat einen Ausweg aus den Un annehmlichkeiten, welche in den letzten Jahren das Rassen-Vorurtheil bei den Schlußexercitien beider Hochschulen mit sich brachte, gefunden. Bekanntlich weigerten sich in früheren Jahren weiße Abiturienten während der Schlutzfeier neben Negern zu sitzen. Prof. Emme rich berief die Seniorenklasse und er suchte um weiße Freiwillige, die neben ihren farbigen Mitschülern fitzen wür den. ES meldeten sich sofort sieben, darunter drei Mädchen. Bericht des MaffendervalterS der T. Ä. ä? I. Bahngesellschaft. Der Bericht des Volney T. Malott, als Massenverwalter für die Terre Haute & Indianapolis Babngefellschaft zeigte, daß die Einnahme im Monat März sich auf $870,713.56; die Ausgaben sich auf $875, 760.98 ;6e liefen; in der Casse verbleiben $269, 774.04. Seit dem 14. November 1896, an welchem Tage die Bahn in die Hände eines Massenverwalters überging bis zum 31. März d. I. beliefen die Ge sammt-Einnahmen sich auf, $70.69. 598.37 und die Ausgaben auf $70, 599,824.33. " ' Typographia No. 1. Die Typograph! No. 1 hält heute in No. 23 W. Pearl Str. von Mittag bis 7 Uhr Abends Beamtenwahl ab.r Ein heißer Kampf hat sich um das Amt deS Präsidenten entwickelt. Die Candidaten find Edgar A. PerkinS, der gegenwärtige Inhaber deS Postens und Clarence F. Crippin. . Jndiana Le!chenbeftatter-Ber-einignng. Die 24. jährliche Convention der Indiana L eichenbestatte? - Vereinigung wurde gestern im Denison Hotel eröffnet. Etwa 300 Mitglieder waren zugegen. Mayor Holtzmann hieß die Gäste im Namen der Stadt willkommen. Am Abend hielt W. E. Hohenschuh von Iowa City, eine Autorität auf Authorität auf dem Gebiet des Einbalsamirens einen Vortrag über das Thema Wie eine Beerdigung zu leiten ist"; derselbe wurde durch Stereoscopische Bilder veranschaulicht. Heute Vormittag fand eine Ge schäftversammlung statt. Die Mitglieder der Staats-Behörde haben während, der Dauer der Convention ein Hauptquartier im English Hotel aufgeschlagen und sie werden Prüfungen von Applicanten für Licensen (in Jndiana) vornehmen. Der Unterschlagung beschuldigt. '-.s'' ': John (Nutze) Poval,.der ein Hotel 623' West Pearl Str. führt, wurde gestern Abend auf Veranlassung von Vafil Poperte verhaftet. Derselbe beschuldigt Poval, die Summe von $60, die er ihm zum Aufbewahren gab als er Gast , in dessen Hotel war, unterschlagen zu haben. , iW Die größte und pas sendsteAuswahl von Schnittblumen und Blumenstüiken für alle freudigen und traurigen Ereignisse. Wir find jederzeit gern bereit bei der Auswahl behülfiich zu sein. Vertermann Bros. Co. 241 Mass. Ave. Tel. 840,

Wieder ein Einbruch.

Diesmal das Haus T. Alford's beraubt. Während Herr und Frau Thomas Alford gestern Abend zwischen 7 und 9 Uhr aus ihrer Wohnung, 1628 N. Delawäre Str. abwesend waren und auch das farbige Dienstmädchen ausgegangen war, verschafften Einbrecher sich Einlaß in die Wohnung durch ein Fenster und machten sich mit vielen werthvollen Kleidungsstücken aus dem Staube. Die Geheimpolizisten Simon und Manning wurden mit Untersuchung des Falles beauftragt. Grundeigenthums - Uebertragungen. Das Katherine Heim an John C. Wright, Lot 1 und Theil von Lot 2, Elliott's Subd' von Henderson'S Add., Capitol Ave. und 20. Str. $1.00. Jennie I. Briggs an Fanny O. Barnes. LotS 227 bis 224 und 251252, 255, 256 und 276 Clark'S 2. Add., Haughville. $2,500. Mary L. Barr an AugustuS A. St. Clair, Lots 59 bis 72, Homestead RiVerside Park Add., nördl. von Haughville. $1,500. Nancy W. Montague an Alice M. Stuart, Theil von Sec. 8, Township 14, Range 5, Franklin Township. $1,000. John Moore an Charles W. OakeS, Lot 175, Stout'S Haughville Add., nördlich der 10. Str. $1,300. Derselbe an Denselben, Lot 176, dasselbe. $1,600. Annie M. Stokes an Susan A. Lanham, Lot 3, Block 205, Brightwood. $1000. George W. Smock an Anna Story, Theil von Lots 26, 27 und 28. Leonard's Subd.. Barth Hospital Add. westl. von Shelby, südl. von Prospect Str. $1.400. i ' JameS W. Berlins an Wm. Bryant, Lot 110. Spann & Co's 1. Wood-! lawn. östl. von Shelby, nördl. von Prospect Str. $2,000. Union Trust Co., Administrator an Joseph Allerdice, Theil Außenlot 130 nahe Kentucky Ave. und Merrill Str. $4.000. Derselbe an John W. Parkhurst, Theil von Außenlots 129 und 130, dasselbe Eigenthum. $6,850. Jsabelle M. .Elhenner an Bernard I. Guedelhoefer, Theil von Lots 1 und 2 in Brown und Morrison's Subd. von Outlot 34. Meridian Str. nahe St. Clair. $7.000. James I. Brennan an Ruth A. Campbell. Lot 350 in der 3. Section in West Park Add.. östlich vom IrrenAsyl. $1.750. Bridget Byrne an Mandel Marcus, Lot 4 in McKernan & Pierce's Subd. von Outlat 121, nahe Ray und West Str. $1.800. John A. Alisch an John E. Rasmus. Lot 28, Sq, 23. Beatys Add. westlich von Shelby Str., nahe Belt. $1675. Joshua S. Coffman an Floren S. Drinkut, Theil von Lot 12, Sq. 57, Ecke E. Washington und Delaware. $15,000. Wm. F. Gillesvie u. A. an Myrtle I. Prather. Lots 173 und 174, Clarks 3. Add.. West Indianapolis. $1000. Minnie V. Harold an Walter H. Biddicomb, Lot 43, McCaslins 1. Add., Keystone Park, südl. von Crown Hill. $3000. Addison H. Nordyke an Amoa K. Hollowell, Theil von 45 Lots in Grand view Add , östlich von College Ave. und nördlich von 27. Str. $9221. John Diedrich an Walter Widdows, Lot 3, Block 16, Lincoln Park, an Delaware Straße, nördlich von 23. Str. $5250. Lynn Millikan an Ransom Griffin, Lot 80 in Lazarus & Pierce's Subd. an Meridian Place, Talbot Avenue, nahe 21. Str. $5000. George Wolf an Charles Eberle, Lot 85 der 2. Section von Windhorft Place Add., westlich von Madison Ave. und nördlich von Belt. $1400. Frank Van Sickle an Orange Van Slckle, Lot 188 in Fletcher'S Subd., eines Theils von Oak Hill, westlich von Brightwood. $2400. " CharkeS W. Long an Helen Winthrode. Theil von Lots 131 und 132 in Fletcher u. A. Subd. von Lot 96 je, östlich - von Noble Str., nördlich von Virginia Ave. $2,500. William H. Drapier an John H. Hoffman, Theil von Lot 1 in Sqr. 4 in iDrake's Add., an West 11. Str. nahe Big Four Bahn. $3,000. Mary A. Bastian an Eliza A. Lemon, Lot 139 in Morton Place, an Alabama Str., südlich von 21. Str. $6,000. r

Pessimistische Anficht üver Transvaal. Ein im östlichen Transvaal ansässiger Engländer schildert die politische Lage als sehr ernst, und die Londoner Morning Post" hält den Brief ihres Korrespondenten und dessen Ansichten über die Lage, wie sie in einem langen Leitartikel auseinandersetzt, für durchaus zutreffend Der betreffende Korrespondent behauptet, daß nicht nur die Burenbevölkerung disloyal sei, sondern daß auch 75 Prozent der sogenannten Kolonialen im Falle eines Aufstandes sich den Duren anfchließen würden. Es sei ein offenes Geheimniß, daß nicht nur eme organisirte Verschwörung bestehe, sondern daß man sogar heute schon über GeldMittel sowie über Waffen in genügender Weise verfüge. Der Waffenhandel blühe, und außerdem seien nicht die Hälfte der Waffen nach dem Feldzuge abgegeben worden. Die Buren betrachteten sich keineswegs als besiegt, sondern legten die Friedensbedingungen ihrerseits so aus,, daß ein Sieg der Burensache dabei herauskomme. Außerdem sei es ihnen gelungen, die Eingeborenen, die während des Feldzuges auf Seiten der Engländer standen, gegen England aufzuhetzen. Diese Eingeborenen beklagten sich nicht nur über ihre Entwaffnung nach dem Feldzuge, sondern auch darüber, daß man die lhnen gemachten Versprechungen nicht eingelöst habe. Viele von ihnen seien im Besitz von Requisitionsscheinen, deren Einlösung verweigert worden wöre. Der Korrespondent hält es für unbedinat notbwendia. enalisck) aesinnte Ansiedler, eventuell unter Gewährung von Kronland, in das Land zu ziehen. : ;

D ein in Rö'm ers che in enden Messaggero" war aus Montecassino mitgetheilt worden, daß der Abt des dortigen Klosters, Krug, zumNuntius in Berlin ausersehen sei. Wie nun die Wiener Neue Freie Presse" von einer Persönlichkeit, welche jüngst mehrere Monate In der einstmaligen Benediktinerabtei zugebracht hat und den Abt Krug persönlich kennt, erfährt, denkt der Abt absolut nicht daran, den Montecassino zu verlassen und sich der diplomatischen Karriere zu widmen. Umsoweniger. als er der Politik ganzlich ferne steht und auf diesem Gebiets nie eine Rolle gespielt hat. S ch l i mmer Irrthum. Kaspar' Folk in Brunson. S. D.. hörte gegen Mitternacht ein Geräusch, er sprang aus dem Bett und sah beim Oeffnen der Hausthüre vor derselben eine Person stehen, auf die er sofort einen Schuß abgab. Es war sei Mutter, die er getroffen hatte und die bald darauf ihren Geist aufgab. Fische im artesischen Brunnen. , Eine räthselhafte Erscheinung in einem 850 Fuß tiefen artesischen Brunnen bei Jroquois, S. D., sind von einem bis zwei Zoll lange Fische, die nicht blind sind, wie man gewöhnlich solche in Höhlengewässern findet. Die Vermuthung liegt nahe, daß ein Landsee einen Abfluß nach einem der unterirdischen Wasserreservoire hat. Vaterliebe einesSelbstmörders. Frank Malzacher in La Crosse. Wis., der Selbstmord beging, hatte, wie sich später herausstellte, ' die That schon lange geplant; er wartete jedoch bis zur Geburt seines Sohnes, damit er demselben in gesetzlicher Weise sein Eigenthum hinterlasse. Nachdem das Kind zwei Wochen alt war und Malzacher sich die Ueberzeugung verschafft hatte, daß das Kind leben werde, überschrieb er demselben sein Eigenthum, und erhängte sich dann. Rettung, durch einen Sträfling. Im Zuchthause zu Fuma, Ariz., unternahmen eine Anzahl Strafgefangener ' einen verwegenen Fluchtversuch. Es kam zu einem heftigen Kampfe zwischen den Schließern und den verzweifelten Kerlen. HilfsSuperintendent Wilder trug schwere Stichwunden und Verletzungen durch Knüppelschläge davon. Es gelang, dir Gefangenen schließlich zu überwältigen, nachdem man fünf der Kerle durch Schüsse schwer verwundet hatte. In dem Kampfe mit den Sträflingen wurde dem Gefängniß-Superintenden-ten Griffith durch das muthige. Dazwischentreten eines zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe Verurtheilten das Leben gerettet. Zollfreie Diamanten. Ein dieser Tage in New Fork gelandeter junger Franzose Namens Hörontz brachte, in seiner Weste wohl verborgen, Diamanten zum Werthe von $300,000 mit, ohne einen Cent Zoll zu bezahlen. Die von- einem Pariser DiamantenHändler gesandten kostbaren Steine waren für die St. Louiser Weltausstellung bestimmt. Die Diamanten sind von außergewöhnlicher Schönheit. Einer derselben hat allein einen Werth von $50,000. Zwei mit Horontz reisende Detektivs hatten die Aufgabe, ihn vor , allenfallsigen Angriffen und Veraubungen zu schützen. Die Ver. Staa-ten-Regierung hat zur Gewähr dafür, daß die Steine wied nach Europa zurückgeschickt und nicht hierzulande verkauft werden, einen auf $330,000 lautenden Bürgschaftsschein in Händen. der Srlzmiere. Direktor (am Schluß eines Schauerdramas dem Helden zurufend): Das Publikum ' applaudirt noch alleweil bringen Sie noch a' Paar um!"

Frenzel Bros., no. l W. Washington Str (MMchant National Bank.)

Ein europäisches Department Wechsel, Creditbriefe und Postanweisungen auf alle Städte Europa?. Schiffsscheine An und verkauf auslandischen Geldes. Fragen Sie Ihre Frau Ob der Schatz des Hauses genügend Baarzeld enthält um die Familie über eine Periode von Krankheit oder Arbeitslosigkeit zu erhalten. Warum nicht für solche Nothfälle Vorkehrungen zu treffen. Uebcrlegen Sie diesen Vorschlag. Et offnen Sie ein Conto mit dieser Ge- , sellschaft und deponiren Sie $8.00 per Monat, (ungefähr 26c per Tag) und Sie werden sehen welch schönes Kapital Sie in zehn Jahren beisam-menhaben,zu3Pro-zent halbjährlich verrechnet.

1 Jahr...... $ 97.93 2 Jahre 8 198.05 3 Jahre $ 301.58 4 Jahre $ 408.25 5 Jahre..... $ 518.14 Jahre $ 631.35 7 Jahre. 748.00 8 Jahre $ 868.16 9 Jahre $ 991.95 10 Jahre $1419.48

- THE Indiana Trust Co. Capital... $1,000,000 Ueberschuß .'$ 225,000 ; Office im Gebäude der Compagnie, Ecke Washington Straße und Virginia Avenne. K Rnndfahrt. Sonntag, 22. Mai. Cincinnati. $1.25 Hamilton ; $1.00 Rushville und Connersdille. Spezialzug fährt um 7 Uhr Morgens ab; erläßt Cincinnati zur Rückfahrt 6:20 Abends. Baseball: Cincinnati vs.Philadelphia Ein eigenthümlicher Fall. Im Bundesgericht begann gestern ein Prozeß, auf dessen Ausgang man gespannt sein kann. Vor geraumer Zeit erlangten im Kreisgericht in Logansport zwei Angestellte der Pennsylvania Bahn - Gesellschaft Zahlungsurtheile gegen dieselbe im Gesammtbetrage von $19,700. Mo nate vergingen, aber die Gesellschaft ließ nichts von sich hören. Vor einigen Monaten langte John C. Snee, der Zahlmeister der Penn sylvania Bahn in Logansport an. Er blieb in seiner Car und sandte seine Deputies ab, um von der City National Bank die Gelder zum Auszahlen der Leute zu holen. Als dieselben aus der Bank kamen und mit dem eisernen Kaften, welcher das Geld enthielt, ein Cab besteigen wollten, erschien der Sheriff Beekley auf der Bildfläche, bemächtigte sich deS Kastens, öffnete ihn gewaltsam und entnahm demselben $19, 700 mit welcher Summe die beiden Urtheile ge deckt werden sollten. Das Geld wurde einstweilen in der City National Bank von Logansport deponirt. . Zahlmeister Sann iot alles Mögliche auf, um in den Besitz des Geldes zu gelangen, allein die Bank weigerte sich dasselbe auszuliefern. Er strengte hierauf im Bundesgericht eine Klage gegen die Bank auf Auslieferung des Geldes an und mit Verhandlungen über diese wurde gestern im Gericht be-gönnen.