Indiana Tribüne, Volume 27, Number 228, Indianapolis, Marion County, 17 May 1904 — Page 3

Jndiana Tribüne, 17. Mai 190IU

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Niederlage fast sicher. Der russische Oberbefehlshaber dem nächsten Kampfe schwerlich gewachsen.

Gerüchte über cm bereits stattgehabtes Gefecht. Ein japan. Kreuzer dernichtct. Der Zar iu Moskau. Goluchowsky über den Krieg.

Ostasien. Ueble Aussichten. London, 17. Mai. Jn',Adwesenheit wirklicher Kriegsnachrichten besprechen die heutigen Morgenblätter die gefährdete Lage von General Kuropatkin. dem die Möglichkeit droht, daß die chinesischen Rebellen seine Verbindüngen abschneiden. Der ziemlich pro-russische Standard giebt zu, Kuropatkin verfüge südlich von Mukden über höchstens 100.000 Mann geringerer Qualität, von denen nur 75,000 für den Feldzug in Betracht kommen. General Kuroki dagegen habe sicherlich 150.000 Mann erstklassigerTruppen, denen europ. Armeen gleich. Unter solchen Umständen, sagt das Blatt, ist der Ausgang einer Schlacht sehr selten zweifelhaft. Angeblicher Kampf bei L i a o Dang. N e w Chwang, 16. Mai. Einem unbestätigten Gerüchte zufolge kam es gestern in der Richtung von Liao Vang zu einem heftigen Kampfe. Heute früh ließ sich östlich von hier entfernter Kanonendonner vernehmen. Die Russisch-Chinesische Bank wurde nach dem 'französischen Consulate derlegt. Die Russen behaupten, General Linewitsch rücke mit 'einem großen Heere von Wladiwostok nach Korea. Der Marsch gegen Liao V a n g. St. Petersburg, 16. Mai. General Pflug depeschirt unter dem 15. dem Kriegsministerium, der Vormarsch des Feindes von Feng Wang Cheng gegen Liao Fang sei durch Untentschiedenheit charakterifirt. Man nimmt an. daß das Ziel der japan. Haupt-Streit-kräfte ein Punkt hinter Hai-Chong oder Haitjoou (Kai Chau?) bildet. Verschiedene Scharmützel mit chinesischen Räubern fanden statt, wo 3 Kosaken fielen und 4 vermißt werden. In der maritimen Provinz ist alles ruhig. Der Zar in Moskau. Moskau, 16. Mai. Kaiser Nikolaus erhielt heute in der alten Hauptstadt des Reiches einen begeisterten Willkomm. Die Reise verlief ohne Zwischenfälle; alle paar hundert Schritte stand an der Bahnlinie ein Soldat, der beim Nahen der Locomotive das Gewehr präsentirte. In Klin, der ersten Station in der Provinz Moskau, wurde der Kaiser vom Gouverneur begrüßt, in Moskau selbst erwartete ihn eine stattliche Versammlung, darunter mehrere Mitglieder der kaiserlichen Familie. Der Aufenthalt selbst währte nur 35 Minuten. Im Gefolge des Kaisers befand sich unter Anderen Hausminister Baron Frederichs. Protest-Versammlung. Tokio, 16. Mai. Zur ZurückWeisung der Behauptung, die Japaner hätten den Krieg mit Russen von Rassen- und Religions - Vorurtheilen geleitet, begonnen, hielten heute Tausende von Buddhisten. Schintoisten und Christen eine gemeinsame Versammlung ab, worin verschiedene angesehene Priester und Geistliche diese Beschuldigungen in Abrede stellten. ES wurde ein Beschluß gefaßt, der erklärt, der Krieg habe nichts mit Rassen- oder religiösen Fragen zu thun, sondern werde für die Sicherheit Japan's, zur Erzielung des dauernden Friedens im fernen Osten und in den Interessen der Gerechtigkeit und Civilisation geführt. O b e r st S ch u y l e r. Mukden, 15. Mai. Der amer. Militär-Beobachter Oberst ZSchuyler traf heute ein und reiste Nachmittags nach einer Unterredung mit dem Vicekönig nach Liao Bang. Pläne gegen Port Arthur. C h e F o o , 16. Mai. Zwischen dem 20. und 23. Mai wird ein combi nirter Land- und See-Angriff auf Port Arthur erwartet. Die Japaner hoffen, Port Dalny in wenigen Tagen zu besetzen.- Nach der Zerstörung der Minen in Talien Man beabsichtigen die Japaner, weitere Truppen daselbst

zu landen und Port Arthur anzugreifen. Gut informirten Chinesen zufolge ist der Eingang zu Port Arthur nicht blockirt. Ankunft des britischen' Botschafters. St. Petersburg ,16. Mai. Sir Charles Harding, der neue britische Botschafter, traf heute ein. Seine Ankunft erregt im Hinblick auf die Rolle, die er bei Herbeiführung besserer Beziehungen zwischen England und Rußland spielen soll, mehr als gewöhnliches Interesse. Er wird dem Kaiser sofort nach der Rückkehr hierher sein Beglaubigungs-Schreiben überreichen. Japanischer Kreuzer zerstört. Tokio, 16. Mai. Der japanische Kreuzer Miyako wurde in der Kerr Bay durch Berührung einer Unterseemine vernichtet. Acht Unglücksfälle kamen hierbei vor. Admiral Kataoka meldet: Am 14. Mai setzte unsere Tor-

Pedoboot-Flotte ihre Operationen, um den Hafen von Minen zu säubern, fort. Der Feind errichtete temporär Batterien auf dem Vorgebirge der Kerr Bay, Talien Man. Mit 6 Feldgeschützen, außer einem in Eile aufgeführten Fort, leistete eine -Compagnie unserem Angriff entschlossenen Widerstand. Unsere Torpedoboot - Flotille zerstörte 5 von dem Feinde , gelegte Minen; unglücklicherweise explodirte eine der Minen und brachte den Kreuzer Miyako zum Sinken. Hierbei wurden 6 Leute getödtet, außerdem 2 im Kampfe verwundet. Die Miyako hatte 1800 Tonnen Gehalt, war 314s Fuß lang und hatte eine Schnelligkeit von 20 Knoten. Der Kreuzer, der 1901 vollendet wurde, nahm an den Operationen Theil, bei denen kürzlich in der Kerr Bay das Torpedoboot No. 48 zerstört wurde. Die Kunde von dem Verluste des Schiffes erregte in Tokio Trauer. Angesichts des gefährlichen Charakters der" Arbeit und des Verlustes des Torpedobootes 43 unter ähnlichen Umständen am Donnerstag nahm man an, daß bei diesen Operationen jetzt größte Sorgfält geübt würde. Das neue Geschwader. St. Petersburg, 17. Mai. Wegen der Unterbrechung der Verbindung mit Port Arthur hat die Admiralität weder über die Beschädigung des Kreuzers Miyako" am 15. noch über die Torpedoirung eines japanischen Panzerkreuzers am 10. amtliche Kunde. Es wird Genugthuung darüber ausgedrückt, daß die Unfälle der Port Arthur Flotte einigermaßen wieder wett gemacht sind. In Cronstadt traf heute der Orel ein, bas dritte Schlachtschiff des nach dem Osten bestimmten Geschwaders, welches dort seine Geschütze übernimmt. Alexander III. steht bereits im Dienst und das Schlachtschiff Borodino em, pfängt seine Haupt - Batterie. Nur noch der Souvaroff ist unter Bau. 2 Kreuzer erhalten jetzt ihre Batterien. Trotz dieser Fortschritte wird die Abfahrt nicht beeilt und Admiral Rojectvensky gedenkt frühestens im September im Stillen Ocean einzutreffen. Moskau, 16. Mai. Kaiser Ricolaus traf heute um 9 Uhr ein und reiste eine Stunde später nach Kharkoff weiter. Japan. Spione. Cronstadt, 16. Mai. Zwei Kellner und ein Ingenieur wurden an Bord eines britischen Dampfers der haftet, ein anderer auf einem deutschen Dampfer. Sie sind als japanische Spione verdächtig. Göldminen geplündert. , London, 16. Mai. Depeschen aus Söul kündigen an, daß verschie dene 100 Russen unlängst die britischen Gold-Minen in Eun San, Korea, plünderten. Vielen Briten und Japanern wurde ihr Gold weggenommen und verschiedene in's Gefängniß ge? warfen.

Oesterreich-Ungarn. . Besuch amer. Schiffe. Wien. 16. Mai. Botschafter Storer erhielt vom auswärtigen Amte die nothwendige Erlaubniß für ein amer. Geschwader von 9 Schiffen die Häsen von Trieft und Fiume zu betreten. Eine solche Erlaubniß mußte nach öfter. - ungarischen Gesetzen eingeholt werden, da nicht mehr als 6 auswärtige

Kriegsschiffe in öfter. Gewässer einsahren dürfen. Das Geschwader trifft etwa am 1. Juli ein. Goluchowsky überden Krieg. Budapest, 16. Mai. Minister des Aeußern Goluchowsky hielt heute vor der Budget - Commission der öfterreichischen De!egationieine!Rede über die internationale Lage. Der interessanteste Theil ist der Hinweis auf die düstere Lage im Osten. Der Minister sagt, der Krieg drohe, sich wegen' der Ungewißheit der Tauer und der allgemeinen wirtschaftlichen Depression auch bei nicht direkt Betheiligten fühlbar zu machen. Man müsse die Unterbrechung des freien HandelsVerkehrs und die ungewöhnlich weite Auslegung der Begriffs der Contrebände in Betracht ziehen. Es erscheine darum künftig durch EinVerständniß der Mächte die Einführung gewisser beschränkender Regnlationen rathsam. Der Minister sprach die Zuversicht aus, der Krieg werde lokalisirt bleibm. Deutschland. VomStahltrust. Cöln, 16. Mai. Der deutsche Stahl-Trust hat die bisherige Aus-fuhr-Prämie von 15 Mark für halbfertigen Stahl auf 12 Mark ermäßigt, anstatt 10 Mark per Tonne, wie vorher angekündigt wurde. Die Ermäßigung tritt Ende des Jahres in kraft. Britifch-Africa. Blutiger Sieg der Engl ä n d e r. Cöln, 16. Mai. Nach der Cölnischen Zeitung" wurden die Kreuz-flutz-Rebellen nach hartnäckigem Kampfe durch eine britische Truppe in SüdNigerien völlig geschlagen. Die Verluste der Briten sind schwer; 13 Offiziere gefallen. Marocco. Niederlage des Prätend e n t e n. P c r i s, 16. Mai. Nach einer Depesche aus Lolla Marnia. Algerien, griffen die Anhänger des marokkonischen Prätendenten kürzlich die Truppen des Sultans bei Ujda an und wurden nach schwerem Kampfe zurückgeschlagen. 50 Soldaten des Sultans fielen; die Verluste der Rebellen sollen schwer sein. Frankreich. Plumpe Sensation sHa schere!. Paris, 16. Mai. Nachdem der Londoner Correspondent des Matin gegen 100 authentische Pläne der Festung Toulon, außer zahlreichen andern compromittirenden Documenten, erhalten hat, beginnt das Blatt heute früh mit - Veröffentlichung einer Landesverraths - Angelegenheit, deren Bedeutung die Dreyfus-Affaire vielleicht übertrifft. Der Correspondent erhielt am 30. April einen Brief von einem gewissen P. Fragola, des Inhalts, er habe zwei Leuten als Führer gedient, dle . nach London gekommen seien, um wichtige Dokumente über die franz. See-Ver-theidigung zu verkaufen. Die Leute seien nach Brüssel gereist, ihn mittellos zurücklassend und er wolle jetzt die Dokumente veräußern, aber nicht direkt mit der franz. Regierung unterhandeln. Fragola erzählte dem Correspondenten bei einer Begegnung, die beiden Leute hätten für auswärtige Regierungen gearbeitet und verschiedentlich wichtige Geheimnisse an Deutschland um hohen Preis losgeschlagen. Ihr Name sei C. Czolio und I. Mesgui. Fragola zeigte darauf 85 Pläne der Forts von Toulon, einige franz. Originale und andere Copien, im italienischen Kriegs-Ministerium angefertigt. Auch andere Dokumente fanden sich vor, sowie ein Brief, der ein Rendez-vous im Thüringer Hof zu Berlin festsetzt, nebst einer Karte F. F. Scholtz." Der Correspondent verlangte von Fragola die Dokumente gegen einige Schillings zur Prüfung und der Ma-rine-Attache der franz. Botschaft er klärte sie als völlig recht. P a r i s, 16. Mai. Da die franz. Botschaft in London von der obigen Angelegenheit keinen Bericht erstattet hat, legen die hiesigen Beamten den heutigen Enthüllungen deS Matin keine Bedeutung bei.

Kurze Depeschen.

16. Mai. Ausland. Berlin. König Edward hat sich entgiltig entschlossen, den Kaiser während der Regatta-Woche in Kiel 22. Juni zu besuchen. London. Lord Curzon, der indische Vicekönig und Lady Curzon, trafen hier ein. Der Lord fuhr vom BahnHof direkt nach dem Buckingham Palast, wo er eine Audienz beim Könige hatte. C o l o n. Ueber 300 amer. Arbeiter trafen ein, die meisten unter Contrakt ; die übrigen nach Arbeit suchend. Die gegenwärtigen Verhältnisse sind nicht günstig für solch frühe Ankötnmlinge. L o n d o n, 16. Mai. Der Zionist Alexander Dowie traf hier ein, Frau und Kinder in Ceylon zurücklassend. Er fuhr auf der Monsolia nach Marseille, nachdem er aus Sydney am 20. März abgereist war. Inland. Santa Cruz. Cal. Der vor läufige Kampf in der demokr. StaatsConvention wurde von jenen gewonnen, die der Entsendung einer für Hearst inftruirten Delegation opponiren. M a c o n, Ga. Erregung verursachte die Schließung der Bank I. C. Plant's Söhne, die sich durch die Schließung der ersten Nationlbank noch steigerte. Andere Banken sind nicht berührt. Humoristisches. NeueDeutung. Was ist ein Erbprinz"?" Ein Prinz, der vom Lande geerbt wird!" I n d i c i u m. Herr (in ein Re staurant tretend): Ist der Herr Professor schon fort?" Kellner: Ja, sein Schirm hängt ja da!" Scheinbarer Widerspruch. Du willst in geschlossenem Kleid zur Soir6e gehen, Mizie? gib' dir doch nicht so 'ne Bloßes" Unsere Dienstboten. Weshalb wurden Sie aus Ihrem früheren Dienst entlassen?" Habe ich sie gefragt, warum ihr voriges Mädchen von Ihnen weggezogen ist?" Gefährlich. Frau (vor dem Juwelierladen stehen bleibend): Sieh' mal, wie das blitzt !" Mann : Komm, komm, auf den Blitz wird sonst ein Donnerwetter folgen." Stimmt. Jetzt pumpen Sie mich schon wieder an, und ich habe Jhnen doch erst vor acht Tagen zwanzig Mark geliehen!" Ja hab' ich nicht gesagt: das werd' ich Ihnen nicht vergessen?!" Im Restaurant. Wirth: Schade, daß Sie Vegetarianer sind, Herr Kalkulator; eine Wurst habe ich heute..." Gast (zögernd): Bringen Sie mir doch mal eine Portion ... zur Ansicht." Am Klavier. Professor: Ihr Instrument hat wirklich eine außergewöhnliche Tonfülle." Commercienrath: Aber die viertausend Mark, die es kostet, hört man doch nicht gleich heraus." Ehrlich. Familienvater : Sie schreiben ein Buch nach dem andern über Kindererziehung" und besitzen selbst keine Kinder?" Schriftstellersgattin: Nein - sonst hätt' ich doch keine Zeit dazu!" Unbestechlich. Richter: Der Angeklagte versuchte, Sie m?t einigen Cigarren zu bestechen, die sie natürlich entrüstet zurückgewiesen haben?" Zeuge (Nachtwächter): Jawohl, ich bin... Nichtraucher!" Kulturfortschritt. Haben Sie noch einen besonderen Wuns ch auszusprechen?" Delinquentin: Jawohl! Ich wünsche, daß bei mir an Stelle der altmodischen HenkerZmahlzeit ein Fixe o'clock Tea" tritt!" Auf der Straßenbahn. Herr: Nein diese Straßenbahnschaffner sind doch zu unverschämt. Da steige ich mit meinen sechs Kindern in .die Bahn und der Schaffner will mir nicht glauben, daß sie alle unter sechs Jahren sind." Wie rücksichtslos mit unseren Waldungen noch immer gewüstet wird, ergiebt sich aus der Thatsache, daß im Ädirondack - Gebirge im letzten Sommer ein Walobestand im Werthe von Z3.500.000 in Flammen aufging, wobei noch nicht mitgerechnet ist, welcher Schaden an dem jungen Nachwuchs und dem Boden angerichtet wurde. Gin originelles Uebereinkommen ist zwischen der Hochschule in Janesöille. Wis.. und Schulen in der deutschen Reichshauptstadt getroffen worden. Von Berlin werden nämlich englische Briefe zum Corrigiren nach Janesville, und umgekehrt deutsche Briefe von dort an die Schü ler der Berliner Schulen geschickt, und man verspricht sich von diesem Au3tausch gute Vortheile für das Siudium der beiden Sprachen. Die erste Sendung solcher Briefe von Deutschland ist dieser Tage in Janesville eingetroffen. ;

Ht'ndert Jal,re Ncgcrwirtyschaft. Der amerikanische Gesandte Powell gab dem temporären Präsidenten der oominikamschen Republik, Herrn Morales, die Versicherung, daß die Vereinigten Staaten kein Verlangen nach einer Angliederung des interessanten Staatswesens trügen und es auch gegen fremde Eroberungsgelüste schützen würden. Zugleich fügte er aber warnend hinzu, daß die Behandlung der Gläubiger und fremden Konzessionäre sehr gewichtigen Einfluß auf die künftige Gestaltung der Republik ausüben dürfte. ' . Der gute Rath Herrn Powell's gilt natürlicherweise nicht nur der Mulattenrepublik Santo Dommgo. sondern auch der Negerrepublik Haiti, welche beide sich die. Insel Haiti getheilt haben und gleichmäßig skandalös regiert und verwaltet werden. Es sind jetzt hundert Jahre her. seit die Negerrepublik das Joch der Weißen" abschüttelte, und sechzig Jahre sind verflossen, seit Santo Domingo sich von Haiti trennte und so die reinliche Scheiduna" zwischen Negerstaat und Mulattestaat vollzog. Haiti feierte kürzlich seine Hundertjährige Selbstständigkeit und die dominikanische Regierung dürfte ihre 60jährige Unabhängigkeitsfeier am 24. Navember d. I. begehen. Von Rechts wegen hatte Haiti sein Fest schon am 9. Mai 1901 feiern können, denn an diesem Tage vor hundert Jahren wurde seine Unabhängigkeit anerkannt, nachdem die von dem französischenKonvent1791 befreiten Negersklaven unter den blutigsten Metzeleien und greulichsten Verwüstungen die Herrschaft der Weißen über den Haufen geworfen hatten. Napoleon wollte aber damals die Insel nicht in die Hände der Engländer fallen lassen und sandte Truppen unter Leclerc und Rochambeau hinüber, um die Aufständrschen wieder zu unterwerfen. Die Handvoll Franzosen konnte sich jedoch gegen die Negerhorden nicht behaupten,

im Dezember 1803 mutz:e mocyamveau sich mit dem Reste seiner Truppen ein-trfiiita-r, ln nnben hto 5M??K?N htf t)fls ,U.;itll. yuwti vv 1 radiesische Insel auf. Am 8.Qktober1804 ließ der schwarze General Dassalines sich als Jakob I. zum Kaiser krönen. Einer seiner Nachfolger. der General Christophe, proklamirte im Jahre 1811 als Henri I. sogar das erbliche Kaiserreich. Während der folgenden Jahrzehnte wechselten Revolutionen mit blutigen Kämpfen gegen die Mularten ab, welche den größeren. nördlichen Theil der Insel beherrschten. Diese Kämpfe führten schließlich zur Trennung der Mulattenrepublik Santo Domingo von dem Negerstaate Haiti. Bis 1859 behielt das Negerreich die monarchischeStaatsform bei. und man kann wohl sagen, daß die Welt selbst auf der Operettenbühne nie einen größeren Spott auf das Kaiserthum zu sehen bekam. Als Kolumbus am 6. Dezember 1492 die Insel entdeckte, nannte er sie Espanola und gründete auf ihr die erste spanische Niederlassung. Die Spanier waren des höchsten Lobes voll über die neue Besitzung., In dem Lande des ewiaen sommers" mit seinen natürlichen Schäln, seiner Tropenvegetation in den Niederungen und seinem Getreideboden auf den Hochebenen der Gebirge war alles in Hülle und Fülle vorhanden. Was haben die Neger und Mulatten in dem verflossenen Jahrhundert aus diesem Paradiese gemacht? Alle Spuren der früheren spanischen und französischen Zivilisation sind ausgetilgt, die weiten fruchtbaren Ebenen liegen zum größten Theile brach da. und die reichen Erzbergwerke werden nur sehr unvollkommen ausgebeutet. Es giebt so gut wie keine Fabriken, das Land ist bankerott, die Städte liegen in Ruinen und die Männer leben von der Arbeit ihrer Frauen wie in ihrer Urheimath Afrika. Ein geregeltes Schulwesen kennt man nicht, für öffentliche Arbeiten sind keine Mittel vorhanden, die Beamten leben von Diebstahl. Raub und gelegentlichen ReVolutionen. Siebzig Prozent der Bevölkerung ist unehelicher Geburt. Da nach der Verfassung der beiden Republiken kein Weißer Grundeigenthum besitzen oder ein öffentliches Amt bekleiden darf, so fällt die Entschuldigung fort, daß die schlichten 5aturkinder" durch gewissenlose Kaukasier korrumpirt sein könnten. Was sie sind, sind sie aus sich selbst und durch sich selbst geworden. Sie bieten ein ungetrübtes Bild der En.twickelungsfähigkeit des sich selbst überlassenen Negers. Sollte unsere Regierung die Gesellschaft unter ihren besonderen Schutz nehmen, so würden den farbigen Staatsmännern die Kämme ohne Frage ganz gewaltig schwellen; gut ist es ohne Frage einstweilen, daß Herr NrwpN fpinti weniastens deutlich zu y v w 7 ' " ' . , " , I. " verstehen gegeben hat. sie haben nicht auf den Schutz Uncle Sam's zu rechnen, wenn sie ihre Gläubiger über's Ohr zu hauen versuchen. Wegen Beleidigung durch die Presse stand der Redakteur Lauterbach vor dem Schöffengericht zu Magdeburg. Er hatte bei der 5lritik einer Operette das Kostüm einer Sängerin, welches sich durch starken Stoffmangel auszeichnete, als ausschlaggebend für den Erfolg bezeichnet. Der Angeklagte wurde freigesprochen, hauptsächlich deshalb, weil die Klägerin sich nicht

dazu verstehen konnte, :n demselben Kostüm wie bei der Aufführung vor dem Gericht zu erscheinen. ' .) I '