Indiana Tribüne, Volume 27, Number 226, Indianapolis, Marion County, 14 May 1904 — Page 5

Jndiana Tribüne, X. Mai 190.

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Schmucke dein Heim ! i Von Julius Keller. Dr. Schmidt kam aus der Schule nach Hause. 7 Schon?" rief seine Frau ihm. entgegen und er erkannte an dem .Ausdruck ihres Gesichtes, daß sie fast erschrocken war. Wieso schon? Genau wie immer, mein Schatz," sagte er. . Wo willst Du denn hin?" fragte sie ängstlich und vertrat ihm den Weg. Na, in den Salon!" ' Ach nicht doch, Franz, er ist eben erst aufgeräumt." Glaubst Du. daß ick gleich VerWüstungen anrichten werde?" Nun gut," sagte sie, warf fast , trotzig dasKöpfchen in den. Nacken und öffnete die Thür zu ihrem Heiligthum. Er trat ein. Verwundert blieb er auf der' Schwelle stehen. Dann rieb er sich energisch die Augen, endlich ging er , in die Mitte des Gemaches und hielt, aufmerksam Umschau. Die leise Verwunderung seiner Blicke ging in maßloses Erstaunen über. Jcr, Anna! Um des Himmels willen!" rief er endlich fragend aus und starrte seine Frau an. Was ist denn hier vorgegangen? Wie sieht es hier aus? Willst Du plötzttch hinterrücks umziehen?" - .. ' Sie zögerte einen Augenblick, seinen drängenden Blicken bange standhaltend, dann stieß sie hastig heraus: Nein. Es sind nur die nöthigen Vorbereitungen zu unserer morgigen kleinen Gesellschaft." Nun sperrte er in des Wortes wahrster Bedeutung Mund und Nase auf. So konsternirt hatte er selbst bei der blödsinnigsten Antwort seines hoff nungslosesten Schülers nicht dreingesehen. Anna! Frau! Was ist los mit Dir? Das nennst Du nöthige Vorbereitungen? - Beinahe sämmtliche Bilder von den Wänden genommen. Nicht die winzigste Nippesfache mehr zu erblicken. Alles öde und leer kahl und kalt! Das nennst Du nöthige Vorbereitungen für die Gesellschaft?. Erlaube, daß ich mich setze und dann bitte erkläre Dich deutlicher wenn es Dir möglich ist," fügte er voll banger Zweifel hinzu. Er ließ sich wirklich in den Sessel nieder, sie trat näher zu ihm, legte ihre Hand auf seine Schulter und sprach nicht ohne leise Zärtlichkeit, aber fest und entschlossen: - ' Sei mir nicht böse, Franz. .Ich muß es Dir endlich sagen. Lieber öde und leer kalt und nüchtern als stillos und spießerhaft." Stillos spießerhaft Anna!" Ja, Franz. Unsere Häuslichkeit und insbesondere unser Salon sind stillos und spießerhaft zeugen von schlechtem Geschmack." Er ergriff ihre Hände und sah ihr prüfend in die Augen, sie aber fuhr unentwegt fort: Unsere Nippessachen sind billiger Kram, die sogenannten Ausschmückungen unserer Räume geschmäckloser Tand und unsere Bilder werthlose Nachahmungen, mit denen nur die Spießer ihr Heim zu schmücken wa- " gen. , Ja, um Gottes willen, Frau! Von wannen kommt Dir diese Wissenschaft?" O, ich hab's schon lange gewußt und empfunden. Immer wieder hab' ich's gelesen in Zeitungen und Zeitschriften in Romanen und Artikeln. Alle führenden Geister der modernen Literatur sind darin einig, daß es ein lächerliches Spießerthum verräth, wenn man billige Nippessachen in sein Zimmer stellt, dieWände seiner Wohnräume mit stark verbreiteten Nachahmungen berühmter Meisterwerke behängt, seinem Heim auf Kosten der Stilreinheit gewaltsam ein behagliches Ansehen giebt, dem jeder mit den modeinen Erzeugnissen unseres Kunstgewerbes einigermaßen Vertraute nur ein spöttisches Lächeln widmen wird." Sie sah ihn ob ihrer Kühnheit etwas beängstigt an, er aber sprach ermunternd: , Nur weiter! Immer weiter!" Sieh mal, Franz schon unser Wohnzimmer ist stillos undspießerhaft. Die, vielen Deckchen und Stickereien auf den Möbeln sind gar nicht mehr modern. Sie schonen die Sachen zwar, gewiß, na ja, und ich habe sie früher auch für ganz gemüthlich aussehend gehalten aber sie werden von den Modernen allgemein verworfen. Die Anordnung und Stellung der Möbel- recht bequem und wohnlich für den gewöhnlichen Geschmack, meinetwegen aber nach höheren Anforderungen einfach schrecklich. Und die vielen kleinen Bilderchen in der Ecke - Familiensimpelei, Franz." Er wollte wüthend auffahren bezwang sich aber und sagte: ' So, so! Also auch unser Wohn-, zimmer willst Du demnächst einer durchgreifenden Reinigung unterziehen?" - . ' - . .. Sie seufzte aus. Nein, Franz. Das 'muß nun schon so bleiben. Wir brauchen , ja Niemand hinein zu lassen. Aber ich schäme mich unwillkürlich, wenn ich lese wie geschmacklos und spießerhaft das alles ist." Hrn . na gut. Und was gedenkst Du nun im Salon an den leeren Wänden aufzuhängen?" .Nichts, Franz, nichts. ' Ich denke, wir lassen sie so. wie sie sind. Riefier

ein mulylges Cmgeneyen, vay wir es nicht .dazu haben, daß unsere Mittel

Us uns nicht erlauben, kostspielige Bilder . anzuschaffen, als geschmacklose Heuchelei!" Und die Nippessachen, all den zierlichen Tand, mit dem Du früher Dein Seim so aern geschmückt?" Es war ein schwerer Irrthum. Die Naivität der Jugend. Jetzt weiß ich besser, was sich gehört.Nur ein wirkliches Kunstwerk, sei es noch so klein und unansehnlich, aber ein Kunstwerk muß es sein, soll man zur Zierde seines Salons verwenden." Und wo soll man das Geld dazu hernehmen, wenn man ein mäßiges Gehalt und drei lebensfähige Kinder hat?" brauste er auf. , ' Man soll unter diesen Umständen lieber auf jegliche Ausschmückung verzichten, Franz!" Ich danke Dir für die Belehrung. Und sag' mal hast Du auch daran gedacht, daß die meisten dieser Kleinigkeiten, die Du da in die Rumpelkammer geworfen hast, Andenken uns lieber Menschen sind, Aufmerksamkeiten gerade der Leute, die uns durch ihren Besuch erfreuen, zu deren Empfang wir unsere Wohnung in Stand setzen?" , ; Daran hab' ich wohl gedacht." Und was sollen unsere Verwandten dazu sagen, daß wir mit ihren kleinen Gaben" so gründlich . aufräumten?" Geschieht ihnen ganz recht. Warum schenken sie uns so altväterischen Kram!" Nun sprang er auf und ging mit großen Schritten in . dem gereinigten Salon umher. ,' Altvüterisch! auch so ein albernes Stichwort!" rief er wüthend. . Du bist . mir doch nicht böse?" fragte sie, . ihm besorgt nachtrippelnd. . Erstaunt bin ich, namenlos erstaunt, erschrocken und fassungslos, statt einer vernünftigen Frau ein Gänschen geheirathet zu haben!" , Franz!" schrie sie entsetzt. Meinst Du mich mit dem Gänschen?" . Sie brach in heftiges Schluchzen aus.' Gutmüthig ergriff er wieder ihre Hände und zog sie an sich. Nun sag mir mal, Anna," begann er mit freundlichem Zuspruch, hältst Du mich wirklich für einen geschmacklosen Kerl, für einen wie heißt doch das Ding - für einen Spießer?!" Nein doch, nein," flüsterte sie unter ihren Thränen, . aber Dein Beruf nimmt Dich ganz in Anspruch Du hast kein Interesse für solche Aeußerlichkeiten und und Du liest nicht genug Modernes weil weil Du keine Zeit dazu hast " setzte sie schnell hinzu. Bitte, bitte, nicht wieder böse, werden!" ' Kindskopf Du! Ich. lese genug von dem Zeug, aber man muß es auch zu verdauen verstehen! Man muß lernen sich die Goldkörner herauszupicken und den übrigen Krempel lachend bei Seite zu werfen Ich bin wahrhaftig ein großer Freund stilvoller" Ausstattungen und weiß sehr wohl den Unterschied zwischen den Originalen der Meister und ihren Nachahmungen, zwischen werthlosen Nippessachen - und Kunstgegenständen zu schätzen. Ich beneide alle reichen Leute um die Möglichkeit, ihr Heimstreng nach den Prinzipien und kostspieligen' Ansprüchen jener modernen Kunstrichter zu gestalten. Aber soll ich in kahlen und öden Räumen, zwisehen den leeren vier Wänden hausen, wenn es. mir meine Verhältnisse nicht gestatten, den Wettlauf des Reichen mitzumachen?! Soll ich mich als lächerlicher Patron, als Spießer" fühlen, wenn ich mir meine Häuslichkeit' meinen Mitteln entsprecher.d-so behaglich wie möglich zu gestalten ' suche gleichviel, wie jene anspruchsvollen Herrschaften über meine Einrichtung urtheilen?! 'Die Galle steigt mir schon in's Blut, weißt Du.' wenn ich den Ausdruck Spießer" lese! Es ist unerhört, welchen Unfug man heutzutage mit dieser lieben Bezeichnung treibt! Was man früher als Spießerthum bezeichnete: ; Engherzigkeit und Beschränktheit heute hat man es ausgedehnt auf alle, menschlichen Eigenschaften und Gepflogenheiten, die man ehedem als Tugenden anerkannte; und jeder biedere Normalmensch, der für Ausschreitungen jeglicher Art kein rechtes Verständniß hat, wird von den Aposteln jener Richtung mit Hohnlack)en und Geringschätzung als Spießer bezeichnet.... Na, zum Donnerwetter! In diesem Sinne will ich gern Spießer sein! Und nun gar der Unfug, das Spießerthum mit der' Wohnungseinrichtung inBeziehung' zu bringen! Den Charakters und den' Bildungsgrad der Menschen zu beurtheilen nach dem Kunstwerth der' Bilder an ihren Wänden, den Nippessachen und Kunstgegenständen in ihren Zimmern! Man richte meinetbalben den Millionär nach diesen Grundsatzen, nicht aber den -kleinen Mann" der sich trotz seiner Bildung, trotz allen Verständnisses für . .die , Kunst trotz der heißen Sehnsucht, sein Heim stilvoll und vornehm zu gestalten, nach der Decke strecken muß.; Ich Plaidire für den Grundsatz: jeder schmücke sein Heim so, wie es ihm seine Mittel erlauben, und bereite sich eine behagliche, nette Häuslichkeit, in der sich seine Freunde und er wohl fühlen. .'. Wenn dann hin und wieder ein Spötter dazwischen gttäth, .den die !werthlosen .Nachahmungen" an den Wänden, b:r Tand auf den Tischen und Etageren,

die altmodischen Decken und Handar

beiten, die gemüthliche Anordnung der Möbel im Wohnzimmer oder gar. die Familiensimpelei stören - raus mit ihm! Er möge sein empfindsames Gemüth in den. Stätten jener Leute befriedigen, d!e ihre Mittel dazu verpflichten, einem geläuterten Kunstgeschmack in jeder Beziehung Rechnung zu tragen! Weine nicht, kleine Thorin! Du bist nicht die einzigedie sich von diesen Herrschafen den Kopf verdrehen läßt. Hoffentlich gelingt es mir, ihn Dir wieder zurechtzusetzen. Aber wenn Du mir noch einmal sagst, Anna, daß Du Dich Deiner Häuslichkeit schämst, dann " Na, dann ?" Dann laß' ich mich von Dir scheiden und verheirathe Dich umgehend mit einem solchen Verächter des Spießerthums, der vielleicht den sechsten Theil meiner Einkünfte bezieht! Dan wollen wir mal sehen, was er Dir für ein stilvolles Heim zu bieten vermag! Bis dahin aber, Annchen halt's bei mir noch aus. Sei so gut häng' die Bilder umgehend wieder an die Wände und stell' die Nippessachen auf ihre Plätze oder lade schleunigst unsere Gäste für morgen wieder aus.' Ich wünsche nach meiner stillosen Faon selig zu werden, und fühle mich durchaus glücklich in meinem soliden, behaglichen Spießerheim. Wenn wir einmal das große Loos gewinnen, dann sollst Du' mich als Kunstmäcen kennen lernen!" ' r. ' ' m Ein Kriegsabenteuer. Das das Kapern von Hanvelsschif fen nicht immer eine ungefährliche Sache ist, zeigt die nachstehende Erzählung des Capitäns des russischen Küstendampfers Betty." Zwei Tage vor Abbruch der diplomatischen Bezie hungen zwischen Rußland und Japan lag die Betty" noch friedlich im Hafen von Nagasaki. Als sie aber dann Nachts ihre Weiterreise angetreten hatte, wurde sie auf dem Meere von tu nem japanischen Kreuzer angehalten. Zwei japanische Offiziere, und sech Mann erschienen an Bord des Schiffes und erklärten, daß der Dampfer dem Kreuzer zu folgen habe. Der Capitän der Betty" hatte jedoch Glück. Auf der Fahrt nach dem ' nächstgelegenen japanischen Hafen geriethen beide Schiffe in dichten Nebel, und der Capitän der Betty" entwarf mit seinen Leuten in esthländischer. Sprache, von der natürlich die Japaner kein Wori verstanden, in aller Gemllthsruhe einen Kriegsplan zur Befreiung.seinesFahrzeüges aus den 'Händen der Feinde. Die japanische Besatzung bestand ' wie gesagt, aus 8-Personen, während die Betty" selbst über 23 handfeste Matrosen verfügte. Von den Japanern befanden sich ein Offizier und sechs Mann auf Deck, während ein Offizier in einer Kabine unter Deck war. ; ' Aus ein gegebenes Zeichen stürzte . sich die ganze Besatzung des Schiffes auf dic auf Deck stehenden Japaner, und wars die feindlichen Matrosen nach einem kurzen Handgemenge über Bord. Der eine Ossizier wurde gefesselt, während man den anderen unter Deck in einfachster , Weise dadurch unschädlich machte, daß man ihn in seiner Kabine einschloß. , Nachdem das geschehen war, nahm die Betty" ihren Kurs nach Wladiwostok, wo sie wohlbehalten mit ihren beiden Gefangen?n eintraf. WieAckerbauminister Wilson kürzlich in einer Kaöinetssitzung mittheilte, hat er der penezulanischen Regierung die Erlaubniß ertheilt, 1000 Stück Schlachtvieh auf dem Huf nach den Ver. Staaten zu senden. Die venezulanischen Stiere werden nach New 8)ork an einen;, der dortigen Schlachthöfe gehen; da aber das Ackerbaudcpartement sehr streng .bei der Einfuhr lebenden Viehs verfährt, wird die , venezulanische Sendung auf's Schärfste untersucht werden, ehe man den vierfllßigen Landsleuten Castro's die Landung in New Fork gestattet. V o r e i l i g e t e x a n i s ch e Quarantäne - Maßregeln gegen - Mexiko werden rückgängig gemacht. Die mexikonischen Sanitäts - Behörden lassen die von dem. texanischen Sanitätsbeamten Dr. Tabor erlassenen Vorschrift ten für Leute, die von Mexiko über die Grenze nach Texas kommen, unbeachtet. Die Regierung von Mexiko spricht dem Staate Texas das Recht ab, derartige Vorschriften zur , Abwehr der Gelbefieber - Gefahr zu erlassen, während keine Gelbefieber - Epidemie zur Zeit in Mexiko bestehe. Das mexikanische Departement für ausländische Beziehungen setzt sich über die streitige Angelegenheit mit dem Staats - Departement in Washington auseinander. Ueber einen Mann im .Unterrock" wird aus St. Joseph, Mich., berichtet. Die weithin in diesem Theil des' Landes bekannte Peg Leg Änn" hat sich erst nach ihrem Tode als Mann entpuppt, nachdem sie seit mehr wie 50 Jahren als Frauensperson. galt und solche Kleider ' trug. Sie kam in diese Gegend 'mit einer Bande Pottawatamie - Indianer, sie betrieb auch längere Jahre eine kleine Sägemühle und Schmiede. - Die letzten Jahre lebte sie einsam im Walde bei Watervliet. Ihren wahren Namen kannte Niemand, und daß sie ein wirklicher Mann war, erregte bei allen, die sie kannten, das größte Erstaunen, . .,

Das Deulschthum in Neapel.

Einen wesentlichen Factor im Neape! der inneren Arbeit stellt die deutsche Colonie. Knapp 350 Mitglieder zählt die deutsche Colonie, allein sie spielt im Handelsleben Neapels, namentlich in den Rhederei- und Bankbureaux, eine Rolle. Die Deutschen halten fest zusammen und sie haben auch gesellschaftlich ihre Position befestigt; sie sind bekannt als pflichtgetreu, strebsam und hilfsbereit, und darum haben sie auch unter den Neapolitanern moralische Eroberungen' gemacht. - . ' Die deutsche Schule, deren Director Friedrich Kleber sich allgemeiner Achtung erfreut und an der sieben Lehrer und acht Lehrerinnen wirken, wird auch von den Italienern anerkannt, und unter den etwa 180 männlichen und weiblichen Zöglingen, die dort Unterricht erhalten, befinden sich' zahlreiche Kinder italienischer' Eltern. Als eine Musteranstalt gilt das deutsche Hospital, dessen Chefarzt Dr. Karl Gräser diesem Wohlfahrts - Institut ein absolut modernes Relief gegeben hat. Es bietet Einheimischen und Fremden eine Zufluchtsstätte, und der Mitinhaber eines weltberühmten Wiener Caf6s in Berlin, der kürzlich in Neapel erkrankte und im deutschen Hospital Aufnahme fand, weiß die Art, wie es in diesem Institut zugeht, nicht genug zu rühmen. Er war Patient erster Klasse und zahlte für Alles, incl. Verpflegung und ärztliche Behandlung, 10 Francs pro .Tag, Patienten zweiter Klasse zahlen täglich 6 Francs, Patienten dritter Klasse 212 Francs. ' ' , Die deutsche - Colonie, an deren Spitze der Chef der in Neapel lang ansässigen und renommirten Familie Aselmeyer steht, unterstützt nach Möglichkeit durch ständige und freiwillige Beiträge das deutsche Hospital, das auch vom Reiche eine Subvention von 1000 Mark erhält;" allein die OpferWilligkeit der Deutschen Neapels verdient nach außen hin mehr Beachtung, namentlich das 'Reich und die Einzelstaaten müßten eine Institution fördern, die schließlich den, Deutschen zugute kommt, ihnen in der Fremde in Tagen des Leids Hilfe und Heimath bietet. - In Neapel verkehrt man gern mit den Deutschen, sie haben ihr eigenes Clubhaus, an dem auch die Schweizer Colonie betheiligt ist; sie haben , ihre eigene Kirche, zu, der auch die protestantischen Mitglieder der französischen Colonie gehören, und so offenbart! es sich auf den verschiedensten Gebieten, wie gesucht die Deutschen in Neapel sind, welches Ansehen sie dort genießen, trotz dem sie nur in kleiner Anzahl vertreten sind. ' Ueber Kriegsschmaro,'tjjer.in der. Mandschurei plaudert, ein Mitarbeiter der Temps",.der sich gegenwärtrg in Niutschwang befindet: Mein Herr, nur zehn Dollars für eine sehr wichtige Nachricht; ich komme soeben aus Port Arthur. Mit diesen Worten wird man hier sehr häufig angeredet. Der. Krieg hat diesen interessanten Handel, den Handel mit Gerüchten, zur Blüthe gebracht. Auf die sem seltsamen Markt sieht man die Waare erst, nachdem ' man sie. bezahlt hat. Sie erschien mir daher immer et was verdächtig. . Aber andere kaufen die Information für fchönes Geld und kabeln sie sofort nach London, von wo sie dann über ganz Europa sich ergießt. In den großen 'Hauptstädten und in den fernliegenden Hafenplätzen, in ällen fünf Welttheilen, in den Clubs, in den Bars, auf den, Tischen der Gouverneure, der Diplomaten, in allen Redaktionssälen erscheinen kleine, durchsichtige Blättchen mit den Nachrichten,' die wir hier vor unseren Augen entstehen sehen. O, die berühmten Depeschenagenturen! Von fern betrachtet, sieht es nach etwas aus, und 'in der Nähe ist es gar-nichts. Es ist nichts passirt, oder keiner hat etwas erfahren. Schadet nichts, gekabelt muß werden. Das Publikum will Neues hören. Und man kabelt. Der Herr Berichterstatter miethet einen Schlittenfährt über den Fluß, und am nächsten Morgen liest man: Ir !s reported that . . ., es verlautet, daß .... Und deshalb finden erfinderische, ausgehungerte Menschenkinder, Nachrichtenschacherer. 'Lügencolporteure hier und da einige Dollars Verdienst." ...... . Seidene K l e i d e r z u r e i n igen. Sehr viele Hausfrauen überlassen dem Mädchen, ohne besondere Aufsicht, das Säubern- der seidenen Toiletten und wundern sich dann, wie schnell die Sachen unansehnlich werden. Risse und Streifen bekommen. In den meisten Fällen ist hauptsächlich das unvorsichtige , Reinigen daran schuld, denn Seidenstoff darf nie mit einer gewöhnlichen Kleiderbürste gereinigt werden, wie . dies aber so häufig geschieht. , Seidene Stoffe dürfen nur sorgfältig abgewischt werden, und zwar nimmt man zum Abwischen einen weichen -wollenen Lappen. Nur bei sehr staubigen Stellen benutzt man eine ganz feine, weiche, Seidenbürste. Eine sogenannte Schutzkante", welche man - bei der . größten Vorsicht bei schlechtem Wetter doch 'mal mit nach Hause bringt, reinigt man am ! besten folgendermaßen: Man legt den Ab Wischlappen, welchen man als Kleiderreiniger benützt, über die Borsten einer Kleiderbürste und reibt damit behütsam; sobald der Kleidersaum vollstänbig trocken geworden ist, den daran haftenden Schmutz ab. . . ' . . .

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